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Hausdoctor
Die Ernährung eines Nervöfen.
Je einfacher die Nahrung im allgemeinen ist, und je weniger durch die Zubereitung ihre natürliche Beschaffenheit verändert wird, um so wertvoller ist sie als Erzeugerin von Spannkraft. Auf jeden Fall soll im Speisezettel eines jeden Nervösen eine ausreichende Menge von Rohkost vorkommen, rohes Obst und Salat; erst in zweiter Reihe stehen in diesem Sinne die Milch und das Brot. Dann kommen die gekochten Gemüse und Körnerfrüchte, wie Reis 2c. und schließlich das Fleisch, das wegen seines Eiweißreichtums sehr wichtig ist. Für den Speisezettel eines Durchschnittsnervösen empfiehlt sich etwa folgende Zusammensetzung: Frühstück: Milch, auch Haferkakao oder Mehlsuppe, Semmel oder Brot( Simonsbrot, Schrotbrot), etwas Butter mit Honig oder Marmelade. Gabelfrühstück: Brot, rohes Obst, eventuell auch saure oder Buttermilch und Brot. Mittag: Wenig oder keine Suppe, ein Fleisch oder ein vollwertiger vegetarischer Gang, Kartoffeln, Gemüse, Salat, gekochtes oder rohes Obst, leichte Nachspeise ( Reis). Vesper: Aehnlich wie das Frühstück. Abendbrot ( zwischen halb 7 und halb 8 Uhr): Möglichst einfach! Zu bevorzugen Milch, Quart, Obst, Brot. Kein Fleisch oder nur wenig davon.- Wenn man sich auf die Güte der Milch verlassen kann, so empfiehlt es sich, diese ungekocht( vielleicht nur erwärmt) zu genießen.
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Heilmittel für Brandwunden.
zu Zeit die Hände zu.casch lugen. Der französisch Komponist Luli war der erste, der dieser eltvas uniständlichen Dirigiermethode ein Ende bereitete und sich zum Dirigieren einen Taftstock verschaffte;" Taltsted" ist eigentlich nicht das richtige Wort, denn es handelte sich um einen zwei Meter langen Stab, mit dem er den Taft schlug, indem er den Fuß boden ,, bearbeitete"; aus diesem unheimlichen Stabe aber entwickelte sich später der zierliche moderne Taftstock. Die neue Erfindung scheint übrigens dem Komponisten Lulli wenig Glück gebracht zu haben; in einer Chronik jener Zeit heißt es, daß er sich eines Tages im Eifer des Divigierens mit dem Stabe einen heftigen Schlag versetzt habe und infolge der Aufregung so schwer frank wurde, daß er kurze Zeit darauf das Zeitliche segnete.
Sprüche der Weisheit
Ab fie dich tadeln oder loben,
Nicht allzuviel mag es dich scheren! Doch traue immer mehr den Groben, Als denen, die dich schmeichelnd ehren.
So fann.
Ein ganz vorzügliches Mittel zur Linderung der Schmerzen bei Brandwunden und zu deren baldiger Heilung besteht aus 100 Gramm Kalkwasser, 100 Gramm Leinöl und 5 Gramm Karbolsäure. Durch tüchtiges Schütteln entsteht ein Liniment, welches in keinem Haushalte fehlen sollte und bei Brandwunden alsbald angewendet werden kann. Die Schmerzen werden nach mehrmaligem Aufstreichen verschwinden, und es wird in furzer Zeit eine Heilung der Brandwunden Ein anderes, gleichfalls sehr wirksames einfaches eintreten. Mittel ist folgendes: Man bestreicht die verbrannte Stelle mit Salat- oder Leinöl und streut dann fein gepulvertes Salz oder doppelfohlensaures Natron darauf. Die günstige Wirkung tritt in der Regel schon nach einigen Minuten ein: der Schmerz läßt nach und es bilden sich keine Blasen. Bei größeren Verbrühungen hat sich dieses Mittel ganz besonders bewährt.
BIX Loſe Blätter
Eine feuerwehr alter Zeit.
Lange bevor die Städte geordnete Vorsorge zur Belämpfung von Schadenfeuern trafen, konnte sich die HauptStadt Portugals, Lissabon, einer Feuerwehr rühmen, welche bamals die Bewunderung aller Reisenden erregte. Der Bes völkerung der Stadt wurde einst das Wasser von Wasser trägern gebracht und verkauft, die dasselbe in Fässern auf bem Rücken trugen. Diese Leute wurden nun in Bezirke verteilt, und abwechselnd führte je einer den Befehl über die Uebrigen. Von der Behörde war jeder verpflichtet worden, bes Abends sein Faß allemal gefüllt mit nach Hause zu bringen, und bei Ausbruch eines Feuers lief der jeweilig Kommandierende in den Straßen seines Bezirks umher und weckte die Mannschaften, die nun mit ihren gefüllten Fässern nach der Brandstätte eilten. Eine solche Art Feuerwehr würde heutzutage zwar als sehr unzulänglich gelten, im borigen Jahrhundert aber war diese Fässerbrigade" eine staunenswerte Organisation.
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Zur Gefchichte des Taktftockes.
Wir Leute von heute fönnen uns einen Kapellmeister, einen Orchesterdirigenten nicht ohne den Taktstock denken, und boch hat dieses Attribut der Kapellmeisterwürde, das heute unentbehrlich zu sein scheint, noch keine allzulange Geschichte. Bis zum 17. Jahrhundert leiteten die Kapellmeister ihr Orchester, indem sie mit dem Fuß aufstampften oder von Zeit
lang es Tag ist, müßt ihr rastlos wirken, Durch Arbeit nur und strenge Pflichterfüllung Gewinnt die Freiheit sich der rechte Mann.
allem treu und wahr,
In Dan halte immerbar
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Ein Wort, das du gesprochen, Nie sei's von dir gebrochen.
Haus- und 3immergarten
Wie verpacken wir unser Obst? Als bestes Verpackungsmaterial für feine und empfindliche Tafelfrüchte, wie Pfirsiche, Calville, wird Weizenkleie empfohlen. Jede Frucht wird in Seidenpapier so eingehüllt, daß das Papier am Stielende der Frucht umgefaltet, oben in einem Zipfel zusammengedreht ist. Man verwendet niedrige, für eine Schicht Früchte bestimmte Kisten, füllt in diese zunächst eine ca. 8 Zentimeter starke Kleienschicht, auf die dann die Früchte gestellt werden. Zwischen die Früchte wird unter fortgeseztem Festdrücken Kleie gefüllt und zwar ca. 2 8entimeter über den Kistenrand. Die über die Kleie hinausstehenden Papierzipfel werden durch den Kistendeckel niedergepreßt und dieser festgenagelt.
Vertilgung der Schnecken. Sind Gemüsegärten von Schnecken Heimgesucht und will man dieselben vertilgen, so wird es hierzu kaum ein leichteres Mittel geben, als Kochsalz. Man streue auf die Schnecken( jeber Art) nur eine kleine Prise Salz und fast augenblicklich erfolgt der Tod, sei es bei Regen- oder trockenem Wetter, es ist ganz gleich; auch Regenwürmer sterben fast plöglich davon. Dieses Verfahren anhaltend einige Zeit hindurch fortgesetzt, befreit den Garten von diesem Ungeziefer vollständig.
Zeitmaß. Thompson?"
Humor des Huslandes
Wie lange find Sie schon Automobilist, Meftr. ,, Erst fünf- bis sechstausend Kilometer lang!" Falsch verstanden. Mr. Bull( ein großer Hundeliebhaber):" Wäre es nicht sehr ratsam, Miß Wolsey, wenn Sie sich ein recht niedliches und intelligentes Viehchen anschaffen, welches Sie beschützen könnte, bann" Miß Wolsey:" D Mr. Bull! Ihr Antrag kommt so unerwartet! Darf ich Ihnen morgen meine Antwort geben?"
Aus der Schule. Lehrer: Thomas, ich sah dich soeben lachen. Weshalb lachtest du?"" Tommy: Ich dachte über etwas nach, Herr Doktor." Lehrer:" Während des Unter richts darfst du über nichts nachdenken. Laß das nicht wieder vorkommen."
Mr. 135.
Samstag, den 17. November
1906
Oberbeffifche Familienzeitung.
Unterhaltungs- Beilage
für den
Boten as bem Ohm Felda- Thal.
Telephon Nr. 362.
Brud und Berlag der Gießener Berlagsbruderet, vorm. With. Keller'sche Dubruderel( gegr. 1783); verantwortfish: Albin Klein.
( 18. Fortsegung.)
Es war einmal.
Romantische Familiengeschichte von Rudolf Bode.
O
Herr Doktor," begann Decker nachdenklich, meine Väter Baben die Dose vorsichtig aufgehoben, aber aus ihrem Inhalt find sie gewiß nicht flug geworden, weil sie die Geschichte nicht fannten, die darin steckt. So ist es mir in meiner Jugend ebenfalls gegangen, und darum habe ich die Sachen für nichts geachtet. Und eine wunderbare Fügung Gottes bleibt es doch, daß ich selbst, der letzte meines Geschlechtes, die alte Schartete auf dem Rathausboden entdecken und zu Ihnen bringen mußte, dem einzigen Manne weit und breit, der es lesen fennte, was darin steht. Na, prost, Herr Doktor, und meinen respektablen Dank dazu! Dafür setze ich Sie in meinem Teftament einmal zum meinem Erben ein ich tue ja keinem andern Schaden damit."
,, Danke herzlich, aber damit hats ja noch keine Eile. Dürfte ich Sie vorläufig nur um ein unbeschriebenes Stück Papier als Abschlag auf diese Erbschaft bitten? Mit Ihrer Erlaubnis möchte ich mir eine kleine Abschrift von diesen Schriftstücken machen."
Er brachte das Papier, und ich holte meinen Bleistift aus der Westentasche. Die Sache war schnell erledigt.
Was wollen Sie damit?" fragte er mißtrauisch. " Ich weiß es noch nicht genau. Jedenfalls unternehme tch nichts damit, was nicht in Ihrem Interesse ist und Ihre Zustimmung haben würde."
Könnte man nicht eine Abschrift im Rathause zirku lieren lassen, damit die Grasaffen in den Bureaus, die mich so oft getränkt haben, sich schämen lernen, wenn sie erfahren, wer ich bin und was für eine Güte der liebe Gott mir erwiesen hat?"
" Herr Registrator, das würde wie eine Rechtfertigung vor diesen armseligen Burschen aussehen, und so viel sind sie nicht wert. Nein, mir ist soeben ein anderer Gedanke ge tommen. Die Sache muß mit einem größeren Schwung ins Werk gesetzt werden. Aus der Hand fressen soll Ihnen noch die ganze Schreibergesellschaft! Geben Sie mir Vollmacht?"
,, D, gerne, Herr Doftor, Sie befizen ja mein ganzes Vertrauen. Aber wenn ich um eins bitten dürfte," er stockte, vergessen Sie die häßliche Anwandlung von einfältigem Dünkel, die ich vorhin im ersten Augenblicke hatte, und pergessen Sie nicht, daß ich auch nach dieser Entdeckung boch allen Grund habe, ein bescheidener Mann zu sein usd zu bleiben."
Ich drückte ihm still die Hand. Es war Mitternacht. Wir ließen uns mit den letzten delikaten Tropfen gegenseitig hoch leben, und dann stand ich auf, um heimzugehen. Die Kerzen waren herabgebrannt, er zündete eine Lampe an und fragte dabei:„ Könnten Sie wohl morgen einmal wieder mit porkommen, Herr Doktor?"
Warum?"
" Ja, sehen Sie, erstens möchte man die merkwürdigen Stücke doch bei hellem Tageslichte noch einmal genau beichtigen. Und zweitens, ich bin nun aufmerksam geworden ner weiß, ob ich nicht noch mehr finde? Ich will gleich
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( Nachdruck verboten.) morgen frilh die Kiste und den ganzen Keller doch noch einmal genau untersuchen."
" Gut. Ich habe morgen von 8-10 zu tun und bin dann bis Mittag frei, Nachmittag kann ich nicht. Ich komme also gleich um 10 Uhr her."
Er leuchtete mir hinaus. Im Hausflur hörten wir Luise husten. Er wurde unruhig, und mit kurzem Abschied lief ich davon.
Ich kam nach Haus und steckte meine Lampe an. Bu Bett zu gehen, hätte keinen Zweck gehabt, zum Einschlafen war auch ich zu aufgeregt. Es war die Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag, übermorgen erschien das Wochenblatt. Wenn ein Aufsatz noch in dieser Nummer erscheinen sollte, so mußte er bald, nein, sofort geschrieben werden. Ich ging eine Weile in meinem Zimmer auf und ab, dann setzte ich mich an den Tisch und schrieb. Ich kann den Anfang des Artikels ganz genau wiedergeben, denn ich habe mir die Nummer des Blattes, die ihn drei Tage später brachte, natürlich aufgehoben, fte liegt neben meiner Hand, und ich brauche den Wortlaut nur abzuschreiben.
Der Artikel begann:„ Wir haben in folgendem etwas ganz Außerordentliches zu berichten, ein Vorkommnis, welches direkt an das Wunderbare grenzt. Dasselbe ist einem unserer würdigsten Mitbürger widerfahren, dessen persönlicher Wert von einigen kurzsichtigen Leuten bisher leider viel zu niedrig eingeschäßt worden ist, der aber durch das Ereignis, das wir mitzuteilen im Begriff stehen, unzweifelhaft sofort und vielleicht für immer als der interessanteste Mann unserer Stadt dastehen und wir sprechen damit zugleich eine Bitte wird, obgleich seinem bescheidenen Sinne jede und eine Warnung aus Ovation zuwider ist. Liegt doch auch in dem, was ihm zugefallen ist, weniger ein eigenes Verdienst als eine Gabe Gottes, der, wie es scheint, dem treu bewährten, aber vielfach verkannten Manne aus eigener Machtvollkommenheit eine ganz besondere Ehrung und Freude zu erweisen beschlossen hatte.
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Bekanntlich hatte Herr Registrator Decker bei seinen unermüdlichen Forschungen unter den zurückgesetzten Attent unseres Rathauses eine lateinische Pergament- Handschrift aus dem Mittelalter aufgefunden, die eine Erzählung von den Leiden eines unverdient unglücklich gewordenen Ehepaares enthielt, denn dies Paar hatte erst nach der Geburt eines Sohnes fich gegenseitig als Bruder und Schwester erkannt. Diese Erzählung ist in deutscher Nebersetzung in den letzten Nummern unseres Blattes erschienen, und so viel wir wissen, von unserem Leserkreise mit dem größten Interesse aufgenommen worden.
Und jetzt am letzten Mittwoch jetzt hat sich das Seltsamste, das Ueberraschendste in dieser ganzen Geschichte, gewissermaßen ihr zweiter Teil ereignet: man möchte sagen, Herr Decker hat sich selbst entdeckt. Aufmerksam geworden durch gewisse auffallende Büge in jener Erzählung, hat er in den Papieren und Reliquien seiner eigenen Familie nach. geforscht uw,
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