Ausgabe 
14.7.1906 Erstes Blatt
 
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Amerika.

Nach Meldungen, die in lew- Orleans eingetroffen find, besteht eine Verschwörung gegen die Amerikaner in den merikanischen Grenzstädten. Seitens eines Geheimbundes meyitanischer Arbeiter sind dort Blafate angeschlagen, in denen die Amerifaner aufgefordert werden, das Land vor dem 4. September zu verlassen. Die im Juni vorgekommenen Unruhen in Cananea sollen der Anfang dieser gegen die Amerikaner fich richtenden Bewegung gewesen sein, die sich weit auszubreiten und den Tod vieler Amerikaner in den megifanischen Grenzstädten nach sich zu ziehen droht. Präsident Diaz und die merikanische Regierung sind bemüht, den Geheimbund zu unterdrüden. In der Stadt Miegifo find bereits eine Anzahl Personen verhaftet worden.

** Die mittelamerikanischen Republifen San Salvador und Guatemala find in friegerische Auseinandersetzungen geraten. In dem ersten Treffen fiel der frühere Präsident von Salvador Regalado und Führer der Truppen Salvadors in dem Streite mit Guatemala. Die Truppen von San Salvador wurden geschlagen.

Dof und Gesellschaft.

In diplomatischen Kreisen geht abermals das Gerücht um, daß König Eduard von England bei seiner Reise nach Marienbad im August d. J. mit Kaiser Wilhelm zusammentrifft, der um diese Zeit in Wilhelmshöhe bei Kassel weilen wird. Der König hat den Vorschlag gemacht, den Besuch auf Schloß Friedrichstron bei Homburg stattfinden zu lassen. Daraus ergibt sich von selbst, daß er zur Taufe des Sohnes des Kronprinzen nicht nach Berlin fommen wird.

Nab und fern.

Deutsches Schwimmsest. Das nächste Deutsche Schwimmfest, das die deutsche Schwimmerschaft veranstaltet, soll im Sommer 1908 in Elberfeld abgehalten werden. Die dortigen Sportvereine find schon jetzt zusammengetreten, um die Vorarbeiten für das in großem Stil geplante Fest in Angriff zu nehmen.

Im Kampf um den Bierpreis. Zwischen den Weiß­bierwirten und den Weißbierbrauereien tobt noch immer ein erbitterter Kampf, der negenwirtig in ein neues Stadium getreten ist, indem die Wirte endlich auf den Gedanken ge­fommen sind, eine eigene Brauerei zu übernehmen, um da­durch der Preiserhöhung von setten der vereinigten Weißbier. brauereien wirtsam entgegenzutreten. Eine Berliner Weiß­bierbrauerei will gegen eine jährliche Pacht von 15 000 m. und Uebernahme des Inventars im Werte von 35- bis 40 000 M. thie Räume einer Genossenschaft übergeben. Alle Brauereien des Vogtlandes haben eine Erhöhung der Bierpreise beschlossen, deren Einführung spätestens 1. August erfolgen soll.

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Eisenbahnzusammenstoß. Bei der Station Kaufering stieß der aus Lindau kommende Schnellzug 79 auf einen Güterzug. Die Maschine und fünf Wagen entgleisten. Der Lokomotivführer des Schnellzuges und zwei Schaffner find leicht verlegt, ein Zugführer ist schwer verlegt und ein Bremser tot, Reisende sind nicht verlegt worden.

Schredenstat einer Wahnsinnigen. In Leßdorf bei Freiwaldau wurde der siebenjährige Karl Haufe, der Sohn eines dortigen Häuslers, von seiner Tante, der dreißigjährigen Marie Haute, die sich tags vorher einer Operation unterzogen hatte, in einem Anfall von Wahnsinn durch Messerstiche ge tötet. Die Mörderin erhängte sich danach.

Streit zwischen Arbeitern und Polizisten. Bei dem Bau des neuen Plaza- Hotels in Newyorf ermordeten 30 Unionarbeiter einen Spezialpolizisten und verwundeten zwei andere. Die Beamten beschüzten die Leute, die nicht der Union angehören. Der schredliche Kampf fand in der achten Etage auf schwankendem Bretterboden statt. Vorher entfernten die Arbeiter eine schmale Leiter und schnitten da mit ihren Opfern den einzigen Rettungsweg ab.

Die Automobil- Katastrophe in England. Das furchtbare Unglück, das sich in der englischen Grafschaft Sussex dadurch ereignete, daß an einem voll besezten Automobil- Omnibus, der einen Abhang hinabfuhr, die Brems­Vorrichtung versagte, stellt sich in seinen Details immer schrecklicher dar. Der Wagen konnte nicht mehr gehalten werden, er raste den Berg hinunter und überschlug sich schließlich, wobei er in Atome zer plitterte und 8 Personen fofort getötet wurden, während 20 verlegt wurden, darunter B sehr schwer. Zwei von den Verunglückten sind ihren Ver­legungen einige Stunden nach der Katastrophe erlegen. Die Art der Verlegungen war grauenvoll. Viele der Toten find in Stücke geriffen und vollkommen unferntlich. Der Baum Stamm, an dem das Auto zerschellte, ist mit Blut besprißt. Der Schaffner des Wagens liegt im Sterben, der Führer blieb wunderbarer Weise fast unverletzt. Durch welche Um. stände die Bremsvorrichtung nicht funktionierte, ist noch nicht festgestellt.

Tages- Chronit. In dem Dorfe Alten bei Dessau be goß die Witwe des Bäckermeisters Rathmann ihre Kleider mit Petroleum und zündete sie an. Nachbarn fanden die Frau als Leiche, Rathmann hat sich fürzlich erhängt.

In Mont Saint Aldegonde hat eine Bergarbeiterfrau ihren Mann mit Vierlingen und zwar mit zwei Knaben und zwei Mädchen beschenkt.

In der Nähe Leipzigs ist ein bisher unbekannter Handwerksbursche ermordet und beraubt worden. Der Mörder ist vermutlich gleichfalls ein Handwerksbursche.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Vom Raut mörder Hennig. Das Straffonto dea Maubmörders Hennig, der wegen Ermordung des Kellner Giernoth zum Tode verurteilt wurde, ist mit dieser Tat noch nicht erschöpft. Es schweben zurzeit noch Verfahren bei aus: wärtigen Gerichten, so u. a. in Königsberg in Vr. DIC Aften sind der Potsdamer Staatsanwaltschaft übersand: worden. Diese wird darüber zu entscheiden haben, ob die Straftaten noch zur Verhandlung fommen sollen. Bejahenden Falles würde die Voustreckung des Todesurteils auf geraume Zeit hinausgeschoben werden müssen.

§ Der Lenbachsche Grbschaftsprozek. In München ist die Witwe Lolo von Lenbach, geborene Frein von Horns stein verurteilt worden, 55 287 M. an Erifa von Lenbet, die Tochter aus des Künstlers erster Ehe mit der Grifin von Moltke, zu zahlen. Zwei Drittel der Kosten müssen ven der Klägerin Erika von Lenbach, ein Drittel von der Witwe Lolo von Lenbach getragen werden. Engeklagt wan 158 COO M. Um das weitere wird wahrscheinlich noch wieder prozessiert werden.

§ Betrugsprozeß Zander. Der Vertreter der An­flagebehörde, Staatsanwalt Schwedersfy, betont in seinem Plaidoyer, daß man mit dem Angeklagten von Zander das selbe tiefe Mitleid haben muß, das man auch seiner Frau nicht versagen fönne, und doch muß man sich davor hüten, durch übertriebenes Mitleid und falsche Sentimentalität bei Prüfung der Schuldfragen irreleiten zu lassen. Der Staats­anwalt beantragt nach längeren Ausführungen Frau von Bander in 59 Betrugsfällen schuldig zu sprechen, aber nicht in Gemeinschaft mit ihrem Gatten, weil die gegen den Angetlagten von 8. erhobene Anflage des Betruges fallen gelassen wird. Die Fragen nach betrügerischem Bankerott ersucht der Staatsanwalt für den Angeklagten von Z. und nach Beihilfe für den Angeklagten Lütiig zu bejahen.

Kunst und Wissenschaft.

RK. Verbotene Forschungsreise. J wissenschaftlichen Kreisen erregt es begreifliches Aufsehen, daß, wie der indische Staatssekretär im englischen Interbause mitteilte, dem Forschungsreisenden Sven Hedin die Erlaubnis, vom britischer Gebiet aus nach Tibet zu gehen, verweigert worden ist. Die britische Regierung hat aus Gründen der Politik beschlossen, daß es nicht einmal britischen Reisenden gestattet werden lönne, Tibet zu erforschen, und was englischen Staatsan: gehörigen verweigert worden sei, fönne natürlich und ver instigerweise nicht Ausländern zugestanden werden.

Der Landwirt.

rs. Vorsicht beim Festbinden der Pferde im Freien. Ist man gezwungen, die Pferde längere Zeit ohne Aufsicht zu lassen, so ist das Festbinden der Pferde im Freien nicht ohne weiteres als ratsam zu bezeichnen. An Zäunen, Räumen 1. dal. festgebundene Pferde gehen gern nach rückwärts und reißen dann die Riemen oder Stricke ab, mit denen fie fest, Bebunden sind. Oft tommt es vor, daß sie dabei auf die Hinterbeine fallen, womit Verlegungen des Rückgrats, Beckens oder der Gliedmaßen verbunden sein können. Will man ein­geschirrte Pferde auf der Straße stehen lassen, so löse man den Zugftrang auf einer Seite und ziehe die Wagenbremse an; dann bleiben die Pferde in der Regel ganz ruhig stehen.

Cokales.

14. Juli.

** Der Großherzog hat den außerordentlichen Professor bei der philosophischen Fakultät der Landes­universität Dr. Franz Wagner Ritter von Krems thal auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienste entlassen.

** Gießen Vermögensüberschuß beläuft fich auf 4721 763 Mt. Auf den einzelnen Einwohner fommen 165,94 m., während die Schulden 68,56% be­tragen.

* Die Prinzessin von Isenburg. Das Amts­gericht Frankfurt gibt befannt, daß über das Vermögen der Frau Prinzessin Alexandra zu Isenburg Büdingen, ge. schiedene Freifrau von Pagenhardt, das Konkursverfahren eröffaet worden ist. Rechtsanwalt Abt Frankfurt ist zum Kontursverwalter ernannt.

* Die Hessische Vereinigung für Volks funde hält am 16. Juli im Café Ebel zi Gießen ihre Hauptversammlung ab.

** Infolge der in letzter Zeit niedergegangenen be­trächtlichen Regenmengen ist die Lahn bedeutend gestiegen. ** Schneller Tob. Der 60jährige Steinbrecher Waldschmidt aus Fellingshausen erkundigte sich dieser Tage auf dem Bureau der Provinzialfiechenastalt über die Auf­nahmebedingungen. Plößlich brach er mitten im Sprechen ab, stürzte zu Boden und verstarb am Herzschlage.

** Der Gießener Gewerbeverein hat einen Wettbewerb zu dem Neubau der Gewerbeschule ausgeschrieben. Das Gebäude soll an der Nordanlage und Wetsteingasse errichtet

werden.

* Landwirtschaftlicher Studienausflug in den Odenwald. Die Teilnehmer an dem Landwirt­schaftl. Ausflug in den Odenwald werden hierdurch benach­richtigt, daß derselbe wie folgt geplant ist: Friedberg ab am 16. Juli vormittags 5.45 über Hanau. Anschluß von allen in Friedberg einmündenden Bahnen ist vorhanden; nur die von der Strecke Frankfurt- Friedberg müßten in Assen­heim oder Heldenbergen einsteigen. Hanau ab 6.42; daß der Hanauer Zug auf unsern Zug wartet, ist bei Kgl. Eisenbahndirektion beantragt die Differenz beträgt nur eine Minute. Höchst an 8 15. Schloß Nauses Besichtigung der Rheinhess. Vieh und Fohlenweide. Gang über den Ozberg nach Lengfeld( sehr schöner Weg von anderthalb Stunde) Mittagessen in Lengfeld; darauf Besichtigung der bäuerlichen Saatgutfelder, ebenso gegen Abend der Kartoffelzuchten von Böhm in Groß- Bieberau. Uebernachten in Reichelsheim i. D. Anderen Morgen Gang über Lindenfels( herrlicher Aussichts­punkt nach Fürth i. D.) Fahrt per Bahn nach Rimbach, Besichtigung des Gutes des Landw. Provinzialverein Starfenburg mit Rindviehweiden. Zurück per Bahn über Heppenheim, Darmstadt nach Frankfurt. Abends rechtzeitige Unfunft in Friedberg, sodaß von da weiterer Anschluß er­reicht wird.

* Ja der letzten Quittung des sozialdemokratischen Parteivorstandes über die eingelaufenen Gelder befindet sich auch ein Bosten von 43 786 Mt. als zurückgezahlte Reichstagsdiäten.

* Die alten blauen 3 weipfennigfarten, die von Geschäftsleuten vielfach als Drucksache im Orte verkehr benutzt wurden, werden sofern ihre Mindestzahl 300 beträgt, von den Postämtern zur Umwandlung in Dreipfennigfarten an­genommen. Die Reisdruckerei durchkreuzt die alte Marke mit vier Ouerstrichen uno sezt den braunen Dre pfennigab­druck daneben hin. Das Wort Postkarte wird ebenfalls

durchstrichen und durch Drucksache ersetzt. Für die Um wandlung ist außer dem Zuschlag von 1 Pfg. für die Marke eine Gebühr von 1 Mart per 1000 Stück zu entrichten.

* Warnung. Behördlich wird auf folgendes auf­merksam gemacht: Ein gewisser Alfred Tatlock in Chile be­treibt als Anwerber die Ansiedelung von Einwanderern aus Deutschland und anderen europäischen Staaten im nördlichen Teil des Departements Valdivia in Chile. Die Ländereien, welche den Einwanderern überwiesen werden, sind mit dichtem Urwald bestanden und können nur unter großen Kosten urbar gemacht werden. Dabei ist der Boden, der nur eine geringe Humusschicht hat, sehr schlecht. Zweifelles werden diejenigen, die sich verleiten lassen, als Kolonisten nach Chile überzusiedeln, einer traurigen Zukunft entgegen gehen. Vor Auswanderung nach dem genannten Staate muß daher gewarnt werden.

** Sonntag, den 29. Juli, wird in Gießen eine Regatta abgehalten.

* Die Leiche im Koffer. In Sachen Meyers wird die Anklage auf Raubmord aufrecht erhalten. In den nächsten Tagen werden in Wildungen wieder umfangreiche Zeugenverhöre durch Landgerichtsrat Dr. Köhler vorge

nommen.

* Die Schule bei Gewitter. Auf Grund einer Verfügung der obersten Schulbehörde find die Lehrer an solchen Schulen, deren Gebäude nicht mit einem Blizableiter versehen sind, angewiesen worden, die Kinder beim Heranziehen eines Gewitters so zeitig zu entlassen, daß sie noch vor dem Gewitter die elterliche Wohnung erreichen.

* Wichtige Entscheidung für Abzahlungsge­geschäfte. Der Erblasse der Beklagten hatte bom Kläger Waren auf Abzahlung gekauft und da er die bereinbarten Zahlungstermine nicht eingehalten hatte, trat der Kläger, wie er es für diesen Fall ausbedungen hatte, vom Vertrage zurück und verlangte Rückgabe der Waren. Die Beklagte hielt der Klageforderung entgegen, daß Kläger nicht, ohne ihr die gemachten Zahlungen zu ersetzen, die Waren zurückfordern dürfte. Dieses Verlangen wurde als nach§ 1 des Gesetzes vom 16. Mai 1894, die Abzahlungsgeschäfte betreffend, für begründet erachtet mit der Maßgabe, daß Beklagte an den Kläger den üblichen Mietpreis für die Waren zu zahlen hat. Dieser Mietpreis bildet nicht nur das Aequivalent für die überlassene Nugung der Waren, sondern enthalte auch die Verzinsung ihrer Anschaffungs. fosten sowie einen entsprechenden Anteil an den Gesamtunkosten des Geschäftsbetriebs und einen mäßigen Gewinn für den Kläger; außerdem aber sei er ein Entgelt für die notwendige und gewöhnliche Abnügung und dadurch bewirkte Wertminderung der Ware selbst.

* Vom Lande. Die legten furchtbaren Regengüsse tamen dem Landmanne höchst ungelegen, zumal noch eller­wärts so überaus dringliche Arbeiten wie das Behäufeln der Kartoffeln, das Hacken des Gemüses zu verrichten sino. Dazu haben die schweren Gewitterregen großen Schaden an Fruchtfeidern und durch Ueberschwemmungen angerichtet. Es wäre jegt wahrlich der Feuchtigkeit genug, zumal die Ernte vor der Tür steht und auch die Kartoffein die nasse Witterung nicht vertragen können. Auch für unsere Garten­gewächse wäre eine trockene Periode sehr erwünscht, denn sie fönnen gleichfalls zu feinem rechten Gedeihen tommen. Nur den Wiesen, vor allem den hochgelegenen, fommt der Regen zu gut, denn der Wuchs des Grases ist bereits un­gewöhnlich starf.

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hier die lutherische Konferenz für Oberhessen. Grünberg, 12. Juli. Am 10. und 11. Juli tagte Dieselbe war gut besucht und brachte interessante Bergand­lungen über den Vortrag von Pfarrer Weber- Langgöns: Die Lebensmacht der heiligen Sakramente im Sinne der lutherischen Kirche im Gegensatz zu den modernen An­schauungen." Im Laufe der Verhandlungen wurde laut " Darmst. 8tg." auch folgende Resolution zum Fall Korell einstimmig angenommen:

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Die 24. Tagung der lutherischen Konferenz für Oberhessen bedauert aufs tiefste die Haltung des Barrers Korrell, an der in den wettesten Kreisen des Landes schwerer Anstoß genommen worden ist. Sie erfläct in voller Uebereinstimmung mit den Darlegungen Großh. Oberkonsistoriums, dem von linksliberaler Seite der Vor­wurf der politischen Barteilichkeit und im besonderen der Arbeiterunfreundlichkeit zu Unrecht gemacht wird, es un bereinbar mit der Stellung eines Dieners der ev. Kirche, die in ihrer Leitung bewußt- firchenfeindliche Sozial demokratie, wenn auch nur indirekt, zu unterstützen. Ste erwartet jedoch, daß die Kirche in richtigem Verständnis für die sozialen Fragen der Gegenwart auch in Zukunft ihren Diener das Recht unverwehrt läßt, für eine auf dem Boden des Evangeliums fußende soziale Politik zu wirken, die wie für die berechtigten Forderungen der übrigen Stände, so auch für die des Arbeiterstandes eintritt."

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Lich, 13. Juli. Die Beigeordnetenwahl wird demnächst den Kreistag des Kreises Gießen beschäftigen. Bekanntlich wurde in der Stichwahl zwischen Bäcker Juring und Mezger Heller ersterer mit fnapper Mehrheit gewählt. Die Gegenpartei legte Berufung eta.

* Widdersheim. Ein Sittlichkeitsvergehen an einem schulpflichtigen Mädchen verübte ein Landstreicher in der Nähe unseres Drtes. Er schleppte das Kind in ein Kornfeld. Als auf das Geschrei des Mädchens Leute herbei­eilten, floh der Täter, wurde aber eingeholt und nach Nidda ins Gefängnis gebracht.

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Marburg, 12. Juli. Entsprungener Vers brecher. Aus der Landesheilanstalt zu Koster Haina ist wieder einmal der wegen verschiedener Brandstiftungen und

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