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P. Berhaftet. Zwei am Sonntage nach Gießen zugereifte Walzbrüder, der Schlosser Ludwig Werner aus Darmstadt und der Arbeiter Joseph Allweins aus Martorf, welche die Verpflegung in Anspruch genommen hatten, bettelten Montag- Nachmittag die Stadt ab, wobei jedesmal der eine abwechselnd Schmiere" stand. Vornehmlich baten ſie um Kleidungsstücke, die sie dann sofort verkauften. Als Werner nun in der Küche eines Hotels bettelte und nur Brot erhielt, ließ er einen dem Hotelburschen gehörigen Rock mitgehen. Der Rock wurde sofort in einer Wirtschaft für 80 Pfennige ber­fauft. Da aber der Bestohlene alsbald Anzeige er­stattete, wurden die beiden Kumpane festgenommen. Bei der polizeilichen Vernehmung schob einer den Dieb­stahl auf den andern. Werner will nur gebettelt, aber dann dem auf der Straße wartenden Alleweins gesagt haben, da drinnen sei ein Rock zum Klauen und daraufhin habe dieser den Rock geholt. Beide find vor­beftroft Die Untersuchungshaft wird ihnen noch Ge­legenheit bieten, darüber nachzudenken, wer den Rock eigentlich aus dem Hause geholt hat.

Einfrieren der Hauswasserleitungen. Wir machen auch an dieser Stelle die Hausbefizer bezw. deren Stellvertreter auf die in heutiger Nummer dieses Blattes enthaltene Bekanntmachung des städtischen Gas­und Wasserwerks betreffend Vorkehrungen gegen das Einf teren der Hauswasserleitungen" aufmerksam. Es empfiehlt sich, diese Bekanntmachung aufzubewahren.

* Usatal- Bahn. Der Landtagsabgeordnete Breidenbach beabsichtigt, in der nächsten Zeit einen Antrag im Landtage einzubringen auf möglichste Be­schleunigung der noch nötigen Vorarbeiten zu der Bahn.

?? Spargelder. Am nächsten Samstag- Abend werden in der Restauration Wigandt im Neuenweg 5414,75 Mr. Weihnachts Spargelder zur Auszahlung gelangen. Im ersten Jahre der Gründung der Weih. nachtsfasse betrug die Spareinlage etwas über 2700 Mt., im vorigen Jahre ca. 4400 Mt., sodaß also im laufenden Jahre eine Mehreinlage von 1000 Mt. vorhanden ist, gewiß ein hübsches Zeichen von dem Sparfinn der Gäfte.

* In den Kriegervereinen soll eine Bewegung an­geregt werden, die die Versetzung des Hessischen Kriegerdenkmals in Darmstadt an einen besseren Plaz zum Zweck hat. Man will im ganzen Land Eingaben in diesem Sinne zur Unterschrift auflegen.

* Der 44. Verbandstag der hessischen land. wirtschaftlichen Genossenschaften findet Donnerstag, den 20. Dezember, vormittags 10 Uhr im städtischen Saalbau zu Darmstadt statt.

* Die Christ bäume sind in diesem Jahre billiger als in den Vorjahren, weil die Zugänge zu den Forsten schneefrei sind. Im Thüringer Walde schwanken die Preise zwischen 18-46 M. für das Schock Bäumchen. Eine andere Nachricht von der Böllſt einer Höhe lautet: Vielfach durchwandern die Unterhändler zur Zeit unsere Gebirge, um Chrift bäume anzukaufen. Das Hundert bezahlen fie, je nach Größe der Bäumchen, mit 20-50 Mt. Per Achse werden die Bäumchen nach den Stationen König, Micheistadt und Brensbach gebracht, von wo aus fie waggonweise in die Städte gehen.

* Langsdorf, 11. Dez. Bei der am Samstag statt­gefundenen Beigeordneten wahl wurde Adam Roth 4., Rechner der Spar- und Darlehnskasse mit 69 Stim men gewählt. Abgegeben wurden 77 Stimmen.

großen Schulgebäudes für die Bürger- und Volks­K. Hungen. Die Stadt hat die Erbauung eines schule beschlossen. Dieses soll 6-7 Klassensäle ent­halten und wird etwa 100 000 Mt. fosten. Die Renovierung der alten Kirche ist im Gange und wird bis Sommer 1907 vollendet sein. Das Gotteshaus erhält auch Zentralheizung. Die Gesamtkosten dürften

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ca. 15000 Mt. erfordern. Die katholische Gemeinde hat beschlossen, im Bahnhofsstadtteil ein Gebäude für gottesdienstliche Zwecke zu errichten. Der neu ge­gründete Gemeinnügige Bauverein beginnt im Früh­fahr die Erbauung der ersten Arbeiterwohnungen. Zu diesen Bauprojekten kommt noch das Lagerhaus, das die landwirtschaftliche Hauptgenossenschaft für Ober­hessen hier errichten will.

* Ulfa. Verschwundener Viehhändler.

Zu dem Verschwinden des Viehhändlers Hofmann wird zu mitgeteilt, daß er in verschiedenen Orten große Schulden hinterlassen hat, so set er z. B. in Queckborn den Land­wirten 1500 Mt. schuldig geblieben. Die Ausenstände hat Hofmann dagegen größtenteils eingezogen. Man bermutet, daß er das Opfer großer Spefulationen ge­worden sei.

* Limburg. 12. Dez. In Elz und Staffel( Wester­waldbahn) wurden die Bahnhofstassen beraubt und etwa 50 M. erbeutet Um die Verfolgung zu er­schweren, zerstörten die Einbrecher die Morse Apparate. Unter Zuhilfnahme des Telephons gelang die Festnahme von drei Verdächtigen in Niedernhausen, wohin sie von Limburg aus mit dem Zuge gekommen waren.

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Bekanntmachung.

Um endlich dem Verschwinden der Kuchenbleche zu steuern, wendet

Aus dem Gerichts[ aal. Straffammer.

Gießen, 11. Dezember 19 Gegen den 23jährigen vielfach bestraften Sdn Albert Kiftler aus Ernetſchwyl iſt Anklager schweren Diebstahls im Rückfall erhoben. Nachden in Rassel einem Kameraden seine Legitimationspo gestohlen hatte, begab er fich nach Gießen, unter falschem Namen bei einem Schreinereibefiter Fahrbursche in den Dienst trat. Kurz nach e Eintritt gelang es ihm, in den Besitz des Schli zum Kassenschrank seines Dienstberrn zu fomme ftieg durch ein Fenster in das Kontor und nahm in dem Schrank befindliche Kaffette mit 400 den Pferdestall mit. Dort beraubte er diese th Inhalts und entfernte fich mit dem nächsten Sc zuge. Erst nach Verlauf eines Jahres gelang es Behörde, seiner habhaft zu werden. Er bekam we dieser Tat 3 Jahre 2 Monate Gefängnis und jährigen Ehrberlust zudiftiert; anch erfolgte Stellung unter Polizeiaufsicht

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdient, Boraussichtliche Witterung in Hessen für Donn

tag, den 13. Dezember. Weift trüb, Niedersali Schnee und Regen; noch etwas wärmer. Mät westliche Winde.

Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeisterei­

gebäude) Zimmer Nr. 2.

Es tönnen eingestellt werden: 1 landw. Knecht, 6 Schlosser, 2 Schmiede,

Wagner, 50-80 Arbeiter für eine Beder- und fabrik,( auswärts), 2 Küfer, 4 Schreiner, 20 Poftans helfer vom 19. bis 24. Dezember, 2 jüng. Hausburicha 1 Lauffrau, 1 Dienstmädchen.

Lehrlinge: 1 Schmied, 1 Schreiner, 2 Instal teure, 1 Schreiber.

Es suchen Arbeit:

1 Schloffer, 1 Schmied, 1 Wagner, 1 Heizer o Maschinist, 1 Hilfsarbeiter, 2 Schreiner, 5 Wasch- un Putzfrauen, 1 Maurer, 2 Arbeiter, 1 Kaufmann, Lauffrauen, 1 Schreibgehilfe.

Verantwortlich für die Politik und den Inferatene Ibin Klein; für den übrigen Jnhalt: Georg Horn, beh in Gießen.

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Mineralquellen bet Echzell, Oberhessen, von altersher rühmlicht befannte Mineralquelle der Wetterau, seit 1823 gefaßt und zu ausgedehntem Versandt benußt, ist infolge hohen, natürlichen Kohlen fäuregehalte ein unübertroffenes Tafelgeträut.

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Bekanntmachung.

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betreffend den Berkehr mit Feuerwerkskörpern. Wir sehen uns veranlaßt, die nachstehenden Be stimmungen zur allgemeinen Stenntnis zu bringen mit dem Anfügen, daß die Schußmannschaft angewiesen ist, Zuwiderhandlungen unnachfichtlich zur Anzeige zu bringen. 1. Wer Feuerwerkskörper Frösche, Crafers, Sawärmer usw. lagern und vertreiben will, hat dazu die Genehmigung der Polizeibehörde einzuholen. Das Gesuch muß schriftlich eingereicht werden und die Namen und Sorten der betreffenden Feuerwerksförper sowie die Angabe der größten Gewichtsmenge, bis zu welcher die gleichzeitige Lagerung bezw. Verwendung der Feuerwerkskörper beabsichtigt wird, ebenso die Bezeichnung des Orts der Lagerung enthalten.

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Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen werden nach§ 367 Ziffer 5 des Reichsstrafgesetzbuches Gefängnis von

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sich der unters. Vorstand an den ehrlichen Teil der Kundschaft um von Gebr. Höhl in Geisenheim. mit Geldstrafe bis zu 150 t. oder mit Haft be­Rückgabe der Kuchenbleche an die auf den Blechen verzeichneten Bädern bis zum 15. Dezember 1906. Gegen den unehrlichen Teil der sich nach dem ang. Datum noch im Besiße eines einer Bäderei gehörigen Kuchenbleches befindet, wird Strafantrag wegen Diebstahls gestellt. Das Verleihen von Kuchenblechen zu den Festtagen findet nur gegen Hinterlegung von 1.- Mr. statt.

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Zuwiderhandlungen werden nach§ 367 3iffer 8 des Reichsstrafgesetzbuches mit Geldstrafe bis zu 150 Mt. oder mit Haft bis zu 6 Wochen bestraft

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