Cane und C
ggerigtet gout, wie ihr abzuhelfen jei. Außerdem seien die Veterinärmaßregeln eingehend geprüft worden. Die Berichte und Antworten lägen jekt vor. Danach kommen als Länder, aus denen Vieh und Fleisch eingeführt werden kann, Desterreich- Ungarn, Rußland, Italien, Rumänien, Serbien, Bulgarien, Frankreich, Dänemark und Norwegen in Betracht. Aus allen diesen Ländern sei die Einfuhr schon jetzt teils in beschränktem, teils unbeschränktem Maße gestattet, indessen, werde von dieser Erlaubnis nur wenig Gebrauch gemacht. Die Einfuhr aus Holland fönne wegen der in der Provinz Limburg herrschenden Maul- und Klauenseuche nicht gestattet werden, dagegen schweben Verhandlungen mit Schweden, um die Einfuhr von dort zu ermöglichen. Ferner habe die Regierung in wesents lichen Ermäßigungen der Untersuchungsgebühren für aus: ländisches Vieh und Herabsetzung der inländischen Bahnfrachten diejenigen Mittel erblickt, die einen Ausgleich der Breise in Deutschland herbeiführen fönnten. 95 Prozent des deutschen Bedarfs werden bereits von der heimischen Landwirtschaft gedeckt; die Frage einer Teuerungszulage für die Reichsbeamten werde ernstlich erwogen. Die Erklärung
wurde von der Rechten mit Beifall, von der Linken teils schweigend, teils mit Burufen aufgenommen. Hierauf erhob sich
der neue Landwirtschaftsminister,
um zu der verlesenen Erklärung noch einige Erläuterungen zu machen.( Inzwischen hat der Reichskanzler den Saal betreten.) Herr v. Arnim führte sich nicht als guter Redner ein, er sprach eintönig und undeutlich. Der Minister bat das Haus um Nachsicht, da es ihm an parlamentarischer Schulung fehle. Alsdann machte er folgendes geltend: Die Ursachen der Fleischnot find bei dem schlechten Futterjahr 1904 sowie in den niedrigen Schweinepreisen der Jahre 1903 und 1904 zu suchen. Die Fleichpreise sind allerdings im letzten Jahre erheblich ge= stiegen; während früher die Steigerung nicht mehr als 25 Bro= zent zu betragen pflegte, hat sie im lezten Jahre 35-40 Prozent betragen, das wird aber nicht so bleiben. Die Preise sind in Der letzten Zeit gefallen, und dieses Sinken wird noch anhalten, namentlich die Preise für Schweine und für Ferkel find erheblich niedriger geworden. Daß die Schweinepreise aber auf den früheren, niedrigen Stand zurückkehren, das ist nicht anzunehmen, und
im Interesse der Landwirtschaft nicht zu wünschen. ( Bei dieser Bemerfung entsteht auf der Linken lebhafte Unruhe). Bei den früheren niedrigen Schweinepreisen, so fuhr der Minister fort haben die Landleute mit Defizit gearbeitet. Zu berücksichtigen ist auch, daß die Produkte, deren die Landwirtschaft bedarf, teurer ge= worden und die Löhne der Landarbeiter gestiegen sino. Weiter betonte der Minister, daß der deutsche Vichbestand einen Wert von acht Milliarden besitzt. Dieser kostbare Befiz muß unter ständen geschützt werden. Die Vieh- und Fleischpreise im Ausland, namentlich in Desterreich- Ungarn sind ebenso wie bei uns. Wenn von einem Nachlasse des Konsums und von einer Unterernährung des Volfes hier gesprochen worden ist, so liegen dem Uebertreibungen zu Grunde, so schlimm ist es nicht. Der Konsum hat allerdings einen Rückgang erfahren, aber feinen erheblichen.
Die Städte haben nichts getan,
allen Um
Wäre das
um die Spannung zwischen Vieh- und Fleischpreisen zu vermindern, die Gebühren, die sie auf ihren Schlachthöfen erheben, find sehr hoch. Industrie und Landwirtschaft gehören zusammen. Leider ist die Art, in der ein Teil der Presse die Fleischfrage behandelt, geeignet, diese Zusammengehörigkeit zu trüben. Die Städte find auf Kosten des Landes groß geworden, fie haben dem Lande viel Arbeiter entzogen. nicht geschehen, dann würde man heute in den Städten nicht über Fleischnot flagen. Dieser Ausführungen des Ministers folgte lebhafter Beifall auf der Rechten. Hierauf lam der Abgeordnete Gerstenberger( Bentium) zum Wort, der entschieden für den Schutz der Bandwirtschaft und gegen jede Deffnung der Grenzen eintrat.
Zeugenausfagen und ihr Wert.
Von Dr. med. Th. Zlocisti, Berlin.
In dem soeben beendigten Mordprozeß Röwer spielte fich eine Szene ab, wie sie in einem deutschen Gerichtssaale fich faum jemals ereignet haben dürfte. Der Verteidiger forderte plötzlich eine Belastungszeugin auf, genau auf ihn aufzupassen und nachher zu sagen, was er mache. Er tauchte die Feder ins Tintenfaß, bewegte die Hand und fragte: ,, Was habe ich eben gemacht?" In einer erregten Auseinanderfetzung mit dem Staatsanwalt wurde die Berechtigung dieser Frage verfochten und nach längerer Debatte lehnte der Gerichtshof es ab, derartige Experimente während der VerHandlungen vorzunehmen, weil sie geeignet seien, die Zeugin zu verwirren, um auf den Gang der Verhandlungen an sich nicht bestimmend einwirken zu können.
niveau, weil man allgemein annimmt, daß je höher ein Mensch steht, je höher sein Bildungsgrad ist, er sich um so flarer über die Vorgänge ist, die sich um ihn herum abgespielt haben.
Eine große Rolle spielt dann das Alter des Aussagenden. Ein Greis, der nicht mehr recht sieht und den Zusammenhang der Dinge nicht mehr begreift, wird weniger Glauben finden, als ein Mann in voller geistiger Frische. Mit Vorsicht wird man die Aussagen von Kindern hinnehmen, leider noch nicht mit der Vorsicht, die der dänische Gesezgeber hat walten laffen, der die Zeugenaussagen von Kindern unter 14 Jahren überhaupt ablehnt. Das Schwergewicht legen aber die Richter darauf, ob ein Zeuge vorbestraft ist oder nicht. Denn wer fich einmal schwer gegen die soziale Ordnung vergangen hat, so nehmen sie an dessen Wort darf nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen gelten.
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Einen Maßstab aber, unabhängig von dem persönlichen Urteil, von instinktmäßigen Sympathien und Antipathien und von den nicht näher zu begründenden, rein gefühlsmäßigen Werten der Glaubwürdigkeit, objektiv die Aussagentreue eines Zeugen zu prüfen, haben erst die psychologischen Untersuchungen von William Stern ermöglicht. Stern legte ein bestimmtes Bild einer Reihe von Personen vor und nachdem er es eine Minute lang hatte betrachten lassen, ließ er angeben, was fie gesehen hatten. Und da ergab sich denn, daß nicht nur in den verschiedenen Altersstufen, sondern auch von den ber= schiedenen Geschlechtern wesentlich auseinandergehende Antmorten erzielt wurden. Später wurde noch an diese erste Aussage ein Verhör geknüpft und der Effekt war, daß man durch die Art der Fragestellung allein schon ganz bestimmte Antworten erzielen konnte. Ja, es wurde behauptet, daß auf dem Bilde Gegenstände und Personen gesehen worden waren, die in Wirklichkeit gar nicht zu sehen waren. Man fonnte unter den Beobachtenden ganz bestimmte Typen unterscheiden. Solche, die mehr ein Gedächtnis für Personen, andere mehr für Sachen, wieder andere mehr für Handlungen, für Merkmale, wie Farben-, Raum- und Zahlenangaben hatten. Nicht wenige waren der Suggestion außerordentlich zugänglich, d. h. fie ließen sich von dem Experimentator einreden, daß sie Dinge gesehen hatten, die fie unmöglich gesehen haben fonnten, und ließen, nachdem man ihnen ganz bestimmte Vorstellungen aufgezwungen hatte, ihrer Phantasie vollkommen freien Lauf und wußten nun von den Dingen, die sie gar nicht gesehen hatten, noch eine ganze Menge Einzelheiten auszusagen. Im Gegensatz zu diesen gibt es einen durchaus nicht, wie man annehmen sollte, sehr großen Prozentsatz von Menschen, die hartnädig jeder Suggestion widerstehen. Diese Methodik von Stern eröffnete gerade der Kriminalpsychologie ein ganz neues Gebiet.
Diese Entscheidung des Gerichtshofes ist durchaus zu billigen. Allein es bleibt doch von prinzipieller Bedeutung, ob die bisherigen Beurteilungen des Wertes einer Zeugenaussage den Anspruch auf wissenschaftliche Begründung haben. Welche Anzeichen bedingen heute den Wert oder Unmert einer Aussage? Runächst die inziale Stellung und das Bildumas tatsächlich geschehen ist, auszubrechen. Den Anstoß gab bekanntlich die Bestätigung des sozialdemokratischen Beigeordneten in Offenbach. Manche behaupten zwar, man habe den Fall zu schwer genommen und über Gebühr aufgebauscht. Ich will das nicht bestreiten. Aber wenn Jemanden die Schuld trifft, daß diese Affäre wie eine Haupt- und Staatsaktion be handelt worden ist, so ist es vielmehr die Großherzogliche Staatsregierung, Jals die nationalliberale Partei und die diesmal eigentümlicherweise mit ihr eng verbündete Zentrumspartei. Auf der Darmstädter Protestversammlung sind aller= dings recht scharfe Worte gefallen, Worte, wie man sie von einer Partei, die sich so lange als Regierungspartei fühlte, seit Jahren nicht gehört hat. Die Tonart, die ich keineswegs in allen Punkten billigen kann, weist auf eine natürliche und impulsive Erregung und nicht auf eine fünstliche und gemachte hin. Es ist höchste Zeit, daß dagegen Verwahrung eingelegt wird, daß man dem denkfähigen hessischen Publikum immer wieder vorzureden sucht, daß hinter jeder scharfen Kritik von Maßnahmen des jetzigen Ministeriums allein Herr von Heyl und seine Freunde ständen. Das ist eine durchsichtige Legende. Die Agitation gegen das direkte Wahlrecht geht, wie ich beweisen kann, nicht allein von Herrn von Heyl aus. Opposition gegen das Gemeindeſteuergesetz, daß m. E. sehr wohl noch eine nochmalige Durcharbeitung vertragen konnte, und mit dem man sich nicht zu überrumpeln lassen brauchte, hatte zwar in Herrn von Heyl einen parlamentarisch geschickten Führer gefunden, aber auch andere Leute, die von der Sache was verstehen, haben ernste Bedenken gegen die überhastete Verabschiedung eines so grundlegenden Gesetzes, das in der Hauptsache dem Kopfe eines jungen Ministerialrats entsprungen ist, geäußert. Zu diesen unbequemen Kritikern gehöre bekanntlich auch ich. Ich kenne Herrn von Heyl gar nicht und habe ihn nie in meinem Leben gesprochen. Auch sonstige Verbindungen mit
Die
Der berühmte Strafrechtslehrer von Liszt benutzte einen anderen Weg. Er ließ in seiner Vorlesung nach vorheriger Verabredung und nach ganz genau vorgeschriebenem Programm zwischen einigen Studenten plöglich eine Schlägerei ausbrechen. Außer den Beteiligten wußte feiner, daß es sich um eine abgekartete Sache handelte. Es wurde nun mit allem Ernste von den übrigen Studenten ein Protokoll aufgenommen und obwohl es sich doch um eine Menschengruppe von einem gleichen Bildungsgange und gleichem Alter handelte, wurden so grundverschiedene Aussagen zutage gefördert, daß der objektive Tatbestand kaum noch festzustellen war. Die gleiche Beobachtung konnte man jüngst bei dem Fall des Hauptmanns von Köpenick feststellen. Von diesem Schustergesellen mit den plumpen verarbeiteten Händen wurde bon bielen Seiten angegeben, daß er zarte, feine Hände hatte. Und wäre man den Angaben über seine Physiognomie, seine Statur gefolgt, so hätte aus den widersprechenden Darstellungen niemals die Identität des Voigt mit dem Hauptmann festgestellt werden können. Und je später die Aussage erfolgt, etwa Wochen, Monate, Jahre nach dem Ereignisse, umsomehr ver. wischen sich die Erinnerungsbilder, was von vornherein ja anzunehmen ist. Aber die Aussagenden werden dadurch nicht stubig, sondern geben dann die Bilder ihrer Phantasie mit aller Entschiedenheit wieder, weil sie selber von der Wahr. heit dessen überzeugt find, was sie sich nur eingebildet haben.
Wenn man es daher auch nur billigen kann, daß der Gerichtshof die Vornahme derartiger experimental- psychologischer Untersuchungen im Gerichtssaal abgelehnt hat, so tann es doch noch einmal in Zukunft dahin kommen, daß in allen Prozessen, die ja nur immer mit Menschen und Menschlichfeiten zu tun haben, jeder 8euge vorher experimental- psychologisch untersucht werde, um mit den objektiven Methoden festzustellen, wie start seine Suggestibilität ist, zu welchem Typus der Aussagenden er gehört in welchem Grade und in welcher Richtung seine Aussagen Glaubwürdigkeit verdienen.
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Nab und Fern.
† Annen unter Wasser. Die Stadt Annen, die eben Schauplatz der Roburiterplosion war, ist abermals von einer Ratastrophe heimgesucht worden. Infolge starker Regengüsse brach der Damm einer hochgelegenen, mehrere Morgen großen Stauanlage ein. Die großen zu Tal stürzenden Wassermassen richteten großen Schaden an. Die Feuerwehr mußte beim Räumen der Wohnungen helfend eingreifen.
und zum Einken gebracht. Sämtliche Insassen fielen Waffer; dreizehn wurden gerettet, fünf ertranten.
+ Hamburger Bahnhofsnot. Der neue Hauptbahnh Hamburg scheint ein Schmerzenskind zu werden. Men lag er infolge Störung der elektrischen Anlage fast bolig Dunkeln. Durch Petroleumlampen und Lichte mußte notdürftige Beleuchtung geschaffen werden. Außerdem a der Bahnbetrieb durch eine Zugentgleisung zwischen Bombardsbrüde und der Kunsthalle eine arge Unterbrechu so daß die vom Hannoverschen Bahnhof abgehenden Ferr teine Verbindung mit dem Hauptbahnhof und Altona hata
† Er will hungern. Im Stendaler Gefängnis verweige der wegen Meineids aus dem Schwurgerichtssaal her verhaftete Kaufmann Siemens seit Monaten jede Nahrung aufnahme, um nicht seine Verurteilung zu erleben. Er fünstlich ernährt, ist aber bereits zum Stelett abgemaga Sein Tod fann in den nächsten Tagen erfolgen.
Die Gieße
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ittage 4 116 ordnung ab: Bepfteinga für die S Rübjamen en der Witwe Desgleichen 7. Umge
gbon Arbeit Ebottstraße. Aftertvegs. en und erwe en beim Ne benfchule. as der höher Shuldienerwol Saftandsetzung Bauliche Mend
† Brückeneinsturz. Bei dem ungarischen Orte Leordin türzte eine Brücke ein, als gerade eine große Anzahl v Markte heimkehrender Bauernwagen darüber hinweg ju Zahlreiche Personen wurden getötet oder verwundet.
† Abermals ein Ueberfall im Zuge? In dem Schn zuge Paris- Bordeaux ist auf dem Bahnhof Boitiers Passagier gefunden worden, welcher im Geficht und a Körper schwere Verlegungen trug. Man fand bei ihm ein Visitenkarte auf den Namen Gustav Loewe, 1000 Franfsh bar, sowie ein Retourbillet nach Biarriz. Er fonnte ni französisch sprechen. Im Krankenhause, wohin man brachte, ist er gestorben. Anscheinend liegt ein Ueberfall i Coupé vor.
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† Auf dem Wege zur Arbeit verunglückt. 2000 Arbeiter der Fabrik Thornton in Petersburg auf den Nachhausewege einen schmalen Brettersteg passierten, um das andere Ufer der Newa zu gelangen, brach dieser Steg sammen, als sich etwa 100 Arbeiter auf ihm befanden. Arbeiter fielen auf das Eis und brachen durch dieses in dal Wasser. Gestern fehlten beim Aufruf 200 Mann. Fabrikleitung glaubt indessen, daß nur einige Leute ertrunte sind und daß das Fehlen so vieler Personen auf Furcht da Arbeiter vor dem Weg über die Newa zurückzuführen i Wieviel ertrunken sind, ist noch nicht festgestellt.
† Im Hafen überrannt. Eine von 18 Personen besetzte Motorbarkasse der Firma H. F. Bland& Söhne wurde im Sansahafen Hamburgs vom Fahrdampfer Klorstod überranni dem führenden Politiker der Nibelungenstadt habe ich nicht. Ich teile auch seine Reformvorschläge nicht, und trotzdem bin ich froh, daß es der Ersten Kammer gelungen ist, eine Legislative, die man vielleicht später sehr bereut hätte, zu vertagen. Es ist eine Beleidigung milder kann ich mich mit dem besten Willen nicht ausdrücken wenn man ernſten und unabhängigen Männern den Vorwurf macht, sie ließen sich, vielleicht ohne es zu wissen, von Herrn von Heyl am Gängelbande führen. Herr von Heyl wird Manns genug sein, sich gegen den unbewiesenen Vorwurf zu verteidigen, als lege er es auf Ministerstürzerei und ähnliche Intriguen an. Als alter und geschulter Parlamentarier wird er Menschenund Sachkenntnis genug haben, um sich zu sagen, daß uns nicht damit geholfen ist, daß man mißliebige Minister von ihren schwierigen und verantwortungsvollen Posten wegekelt. Man muß Ersatz haben. Die wirklichen Staatsmänner sind in Hessen dünn gesäet, sonst hätte man nicht nach Rothe's Abgang auf ein angesehenes Mitglied des Reichsgerichts zurüdgreifen müssen. Ministerkandidaten mag es ja in Hessen in Hülle und Fülle geben. Ich weiß aber aus meiner Examenstätigkeit, wieviele sich Kandidaten" nennen, ohne den Befähigungsnachweis erbringen zu können. Nicht nur in Spanien, sondern auch in Hessen ist es schwer, Minister zu sein. Auch hier an ist die Staatsregierung mitschuldig. Das milde, versi hnliche und, menschlich betrachtet, ungemein liebenswürdige Regi.ne Rothes hat die Zweite Rammer so verwöhnt, daß wir in gessen ein ausgesprochen parlamentarisches System haben. Ich bezweifle sehr, ob das ein Glück ist.( Fortsetzung folgt.)
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*) Wir bringen den Bericht darüber unterm Strich, mäß einer uns gewordenen Anregung so daß unsere verehrl. Abonnenten diesen Teil der Zeitung abgeschnitten gut aufbewahren können.
† Unglaublicher Leichtsinn. Der Maurerlehrling Har Rieper in Westerrönfeld bei Rendsburg war an einem Pfahl der elektrischen Beleuchtungsanlage des Kaiser Wilhelm Kanals in die Höhe geflettert, hatte die Drähte berührt und war vom Strom getötet worden. Seine Leiche wurde noch an den Dräthen hängend, entdeckt. Der Bursche hatte seine elektrische Taschenlampe mit elektrischem Strom füllen wollen,
+ Strafbare Selbsthilfe. In Siebenlehn find 13 an gesehene Einwohner unter dem Verdacht verhaftet worden, ihre Häuser in Brand gesteckt zu haben, die sämtlich in einer Nacht in Flammen aufgingen. Zu der Brandstiftung sollen die Leute durch eine infolge eines Tagebruches entstandene Beschädigung iheer Häuser verleitet worden sein. Da das Bergamt sich weigerte, die Befizer zu entschädigen, wollten fie fich wenigstens die Feuerversicherungssumme gewinnen. Bunte Tages- Chronik.
Halle a. S., 11. Dezember. Der Rentier Wibbert, da eit drei Tagen vermißt wurde, ist heute früh ermordet auj efunden worden. Sein Sohn, der schon wegen eines Mord ttentats auf seine Braut zu Gefängnis verurteilt wurde, surde unter dem Verdacht, den Mord begangen zu haben, erhaftet.
Bremen, 11. Dezember. Der Reichsdampfer ,, Goeben At heute früh von der Werft der Attiengesellschaft Wese lücklich von Stapel gelaufen.
Kopenhagen, 11. Dezember. Während eines Sturmes i m Christiansund der Fischdampfer ,, Forsoeget" untergegangen Die ganze, aus 12 Mann bestehende Besatzung ist umge
bmmen.
San Franzisko, 10. Dezember. Ein Oststurm traf heut He Stadt und richtete in allen Stadtbezirken Schaden an Ein Arbeiter ist getötet, mehrere sind verwundet worden. Der pafen wurde in beträchtlichem Maße beschädigt.
Kunst und Wissenschaft.
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Bertreter torialrat D. Dozenten und Magn. dem toem und agbel an
N. Die Verteilung der Nobelpreise hat in Stockholm Anwesenheit des Königs und mehrerer Mitglieder der Famil feierlicher Weise stattgefunden. Der Preis für Phyil wurde dem Professor Thomson zu Cambridge, der Preis fir Chemie dem Professor an der Universität Paris Hem Moissan, der Preis für Medizin den Professoren Camile Golgi in Bavia und Ramon y Cajal in Madrid, der Literatur preis Carducci erteilt. Insgesamt beliefen sich die Nobe preise in diesem Jahre auf 141,480 Frant. Die anwesenda Inhaber der Preise wurden dem Könige vorgeſtelit, der ihna bie goldenen Medaillen und die Preise überreichte. Dr Preis für Roosevelt wurde im Storthing zu Christiania de Besandten Bierce überreicht. Präsident Roosevelt erflärt ben Nobel- Preis zur Errichtung eines ständigen industriella Friedenskomitees in Washington benutzen zu wollen.
Vermischtes.
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Vor der
= Ein Geistesfranker im Stephansdom. Ratharinenaltar des Stephensdomes in Wien tam es diese Tage zu einer aufregenden Szene. Ein etwa fünfzigjährige Mann, der anscheinend den besseren Ständen angehörte, bahnt ich in sehr ungezwungener Weise durch die dichten Reihe einen Weg zum Altar. Er stieg die Stufen des Altars hina and machte von oben den versammelten Andächtigen eir heatralische Verbeugung. Hierauf zog er beide Schuhe au and produzierte fich als Jongleur. Er schleuderte mit de rechten Hand den einen Schuh, mit der linken den andere hoch in die Luft und fing fie mit Hand oder Fuß wieder au Man wollte nun den Kranten einem Schuhmann übergeber er weigerte sich aber, die Kirche zu verlassen, bevor man ih jeinen Bauberregenschirm" übergeben habe. Da ein schirm artiger Gegenstand, mit dessen Uebergabe man den Man hätte beruhigen können, nicht zu finden war, wurde ihm er Härt, er werde den Zauberregenschirm" bei der Polize bireftion, wo seine Vorstellung angewendet werden müſſe rhalten. Damit ließ sich der Arme abführen.
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Segenglauben im 20. Jahrhundert. Eine turio Abbitte ist in einer Zeitung des Schwarzwaldes zu lesen Sie lautet wie folgt:„ Die über Frau Wilhelmine Guh Witwe dahier, von mir verbreitete Aussage, als wäre mein Safelin von ihr verhert worden, nehme ich mit dem Ausdru bes Bedauerns zurüd und leiste hiermit öffentliche Abbitte Johann Weihgold, Alpirsbach. Gesehen: Stadtschulthei Rieder."
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