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Fuchseisen tat einen Blick in das wirklich verstörte Ge­ficht seines Opfers, er las darin die Wahrheit dessen, was Duprat sagte. Und warum lagen die Hunderttausende hier?" fragte er. Warum nicht in der Bank? Und wie kamt Jhr, ein Bureaubeamter, zu so viel Geld?", Ein Lotteriegewinn und glückliche Spekulationen an der Börse," entgegnete Duprat ausweichend. Oder ein Mord im Dunkeln, he?" zischte Fuchseisen." In der Schwedengasse vielleicht?" Seid Ihr von Sinnen?" stammelte Duprat, erdfahl im Gesicht. Wer wer sollte das begangen haben?"" Wer?" Inchte der andere. Nun, doch wohl der Schatzbewahrer, der allen Grund hatte, seinen Fund so geheim zu halten. D, ich er­tenne in Euch nun erst den ganzen Menschen und den großen Verbrecher! Aber denkt nicht, daß ich Euch zu verraten ge­benke, im Gegenteil, ich will Euch sogar noch zu Eurem ge­caubten Gute verhelfen. Wie Ihr es erworben, war ja gleich. Ihr hattet es, es war Euer. Und wenn Ihr mir zehntausend Mark davon gebt, so wißt Ihr, wofür Ihr es tut. Das Bündel mit der Maske des Ermordeten und Eurer eigenen mag unter diesen Umständen wohl die Hälfte des ganzen Raubes wert sein." Duprat ermannte sich trotz seiner Niedergeschlagenheit wegen des verlorenen Geldes zu einer Verteidigung seiner Person, die aber natürlich, seinem Zustande entsprechend, nur kläglich ausfiel und bei Fuchseisen nur Spott und Verachtung fand. Wozu bie Worte!" sagte dieser. In meinem Ohre bleiben sie doch nicht haften. Verteidigt Euch vor Euren Richtern; mit mir habt Ihr nur zu unterhandeln, nicht zu verhandeln. Jetzt also gebt mir zehntausend Mark ,, Aber wenn ich Euch zuschwöre", rief Duprat verzweifelt. ,, Still! Schwöret vor Gericht!" entgegnete der andere ge= lassen. Ich könnte, wenn ich wollte, die Hälfte alles dessen fordern, was Ihr noch habt, ja sogar alles, und Ihr dürftet mir nicht nein sagen. Ich denke aber, es trifft einen Kollegen, und so handle ich als solcher. Also zehntausend Mark für die Sachen hier, und die Hälfte dessen, was ich noch Eurem falschen Freunde abnehme. Wollt Ihr das, dann sagt mir, wo ich die Kanaille finde, und ich reise sofort ab, um Euch zu Eurem Eigentum zu verhelfen". Das Wort ,, abreisen" berührte erleichternd Duprats Ohr. Das hieß zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen; er erhielt die Sachen ausgeliefert, an deren Besitz ihm sehr viel gelegen war, und wurde diesen gefährlichen Menschen los. Es war wohl selbstverständlich, daß Fuchseisen nicht wiederkehrte, wenn er das Geld von Dryden hatte. Nur um alles über diesen zu erfahren, spiegelte er Duprat vor, daß er ihm die Hälfte des Zurückgewonnenen ausliefern wolle. Zwar brachten die zehntausend Mark wieder einen großen Riß in sein sehr zusammengeschmolzenes Vermögen, aber Duprat hoffte, daß dieses das letzte Opfer sein werde, das er seinem großen Plan mit Etwold werde bringen müssen. Indem ich Euch die Zehntausend gebe", sagte Duprat ,,, teile ich mit Euch mein Letztes. Ihr dürft also auf mich ferner nicht rechnen. Ich werde wieder werden, was ich vordem war, ein armer Kommis, und meine hier innegehabte glänzende Wohnung aufgeben. Es war eine Dummheit von mir, nach bem ,, Fuchsbau" zu gehen, und ich hoffe, daß Ihr mich ferner daran nicht erinnern werdet". So wenig wie an bas Kleiderbündel hier. Wenn Ihr von niemand mehr zu fürchten habt als von mir, dann seid Ihr sicher genug. Seht Euch nur vor, wie Ihr Euch sonst jemand verratet; fie könnten nicht alle ein so weites Gewissen haben, wie ich. Nun aber gebt das Geld! Mich drängt es, fortzukommen". ,, Und wohin wendet Ihr Euch nun?"" Noch in dieser Nacht nach Paris, wo ich meinen Vogel aufzuscheuchen Hoffe". ,, Er wird übers Weltmeer gegangen sein."" Ich folge ihm!" So ernst nehmt Ihr Eure Jagd?"" Und noch viel ernster. Das Geld oder sein Leben nehme ich ihm und bringe Euch Euren Anteil."" Nicht um den Preis eines Verbrechens, nein, nein, Fuchseisen," wehrte Duprat diesen energisch ab. Wenn es ohne dem geht, ists nur gerechte Vergeltung, denn biesem Menschen habe ich alles Gute erwiesen, und nun lohnt er es mir so; aber wenn Blut fließen muß, dann verzichte ich lieber."" Ihr seid ein Hasenfuß und taugt zu feinem großen Verbrecher," entgegnete Fuchseisen. Aber laßt mich nur machen. Ich werde Euer Interesse währen und das meine."" Nehmt alles und laßt mich aus dem Spiel," drängte Duprat, dem es bei dem Gedanken eines neuen ge­waltsamen Verbrechens, an dem er ohne tätige Beihilfe be= teiligt sein sollte, angst und bange wurde. Aber Fuchseisen schüttelte entschlossen den Kopf. Ich bin trotz einem Ver­

brecher ein ehrlicher Kerl, und Euren Anteil sollt Ihr haben," sagte er, so wahr ich Fuchseisen heiße." Duprat verwünschte ihn mit seinem Anteil zu allen Teufeln und hoffte im stillen, daß er und Dryden einander töten würden, für welchen Fall er gern auf jeden Pfennig seines Geldes verzichten wollte. Heimlich, wie er gekommen, verließ Fuchseisen das Haus, und zwar auf dem früheren Wege durch den Garten nach der Waldstraße. Duprat hatte sich vorher überzeugt, daß niemand in der Nähe weilte. Auf dem Herwege war er nämlich selbst verfolgt worden; aber er hatte seinen Nachtreter versetzt, in­dem er in ein ihm bekanntes Haus trat, das durch eine Tür in der Hofmauer mit der anderen Straße Verbindung hatte. Er überwachte noch den Fortgang des Verbrechers, und als er nichts Verdächtiges vermerkte, begab er sich in das Haus zurück. Als er die Tür desselben wieder hinter sich geschlossen hatte, atmete er erleichtert auf.

,, Das heißt ein Uebel mit einem andern beseitigen," murmelte er. Was blieb mir weiter, und wenn mich der schurkische Dryden nicht um alles das erleichtert hätte, was ich dem jungen Forster abgenommen, käme ich billig genug dazu. Es wäre im Grunde doch so übel nicht, wenn Fuchs eisen ihn mundtot machte und ins Ausland entfäme. Eduard ist fest genug eingeschlossen; er und der alte Forster sollen in ihrem unterirdischen Gewahrsam verhungern. Das ist mein Wille. Niemand sucht sie dort. Ich aber siedle nach Gtwolds Hause über und verhindere ihn, sich gewaltsam einen Weg in den Keller zu brechen. Wenn es zu jeder Hilfe zu spät ist, lasse ich die Schlüssel an einem anderen Orte finden, als wenn er sie dahin verlegt hätte; er wird dann nicht mehr wagen hinabzugehen. Durch diese Uebersiedelung breche ich auch allen ferneren Verfolgungen meiner Person die Spize ab. Zuvor aber mache ich die furchtsame Neumann des nicht angemeldeten Dryden wegen so bange, daß sie, wenn je eine Nachfrage nach ihm kommt, versichert, seinen Namen nie gehört und einen Menschen dieser Beschreibung nie gesehen zu haben." Jm Salon wieder angekommen, machte sich Duprat an die Durchsuchung des von Fuchseisen zurück­gelassenen Kleiderbündels." Das Kostüm des Ermordeten und seines Mörders," sprach er mit leisem Schauder ,,, alles da, bis auf die rote Maske. Aber das ist nur ein Ring aus einer zerrissenen Kette; und daß diese sich nicht wieder zu­sammenschließt, liegt jetzt in meiner Hand. Was mache ich nun mit den Kostümen, um sie besser zu bewahren, als auf dem Grunde des Flusses?" Er versant in Nachdenken. Plötzlich schrak er empor. Die Außentür wurde erschlossen, Franz kehrte zurück. Er raffte heftig die Sachen zusammen, denn schon ertönte des Dieners Schritt im Vorsaal. Wohin damit? Sein irrendes Auge fiel auf ein ihm zur Seite Hängendes großes Bild in breitem Goldrahmen. Der geheime Wandschrank!" murmelte er. Aber ehe er das Bild noch erreichen konnte, war Franz schon an der Tür. Auch um ihm draußen zu begegnen, war es nun schon zu spät; und so warf er das Bündel in eine Fensternische, wo es von den Vorhängen verdeckt wurde. Franz erstattete seine Meldung und wurde dann von Duprat noch einmal nach einem falten Abendbrot fortgeschickt. Kaum war er hinaus, so drückte letzterer auf einen Schnörkel des breiten Gold­rahmens, der das vorbezeichnete Bild einfaßte. Dieses, das sonst fest auf der Wand saß, sprang auf der einen Seite von dieser ab, und nun zeigte es sich, daß es auf der anderen wie eine Tür in Angeln hing, Hinter dieser Bildertür befand sich aber eine in die Wand eingelassene Tapetentür, die Duprat mit einem eigentümlich geformten Schlüssel öffnete. Eine nicht zu große Vertiefung zeigte sich, die völlig leer war. Esel, der ich war, nicht hier mein Geld zu bergen!" zischte er. Ob es da wohl Freund Dryden auch gefunden hätte? Der geheime Wandschrank ist das Werk eines ausgewanderten Mechanikers; ich verhalf ihm damit zu seinem Reisegeld. Nun soll mir einer kommen und sagen, daß das Bild mehr als nur ein Bild ist!" Er steckte das wieder aufgenommene Bündel in den Schrank und verschloß diesen. Dann drehte er das Bild zurück und drückte auf eine andere Verzierung. Hiernach saß es wieder fest an der Wand. Ueberall wird man jetzt dieses verhängnisvolle Bündel suchen," sagte er mit leisem Lachen, nur nicht in dem Salon des Privatiers Viton." Duprat nahm ein hastiges Mahl, dessen besseren Teil er seinem Diener überließ, und entfernte sich dann, diesmal aber über die Haupttreppe und durch die Vordertür nach der Promenadenstraße. Er hatte vorher vom Fenster aus rekognosziert und sich überzeugt, daß das Haus un bewacht sei. Er begab sich nun nach seiner Chambregarnie

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Wohnung bei Frau Neumann. Er fand diese sehr besorgt um Drydens Ausbleiben." Ja, denken Sie sich, liebe Frau Neumann," sagte er, welch ein Unglück uns durch diesen Menschen bedroht! Ich selbst bin ganz verzweifelt." Was denn, was denn, bester Herr Duprat?" fragte die gute Frau erschreckt. Sie sagen diesen Menschen", und ich glaubte, Sie meinen Herrn Dryden, Ihren Freund". Ach was Dryden!" polterte Duprat. ,, Ein verkappter Anarchist ist er gewesen, der sich in mein Vertrauen geschlichen und es gründlich mißbraucht hat". Ein Anarchist?" wiederholte Frau Neumann ausdrucksl03. ,, Was? Der hübsche junge Mann, der so schöne Verse machte?"" Ein Königsmörder! Was weiß ich! Genug, er ist entflohen, wird verfolgt, ge= fucht, und wenn es jetzt herauskommt, daß wir ihn hier be herbergten, wirft man uns beide als seine mutmaßlichen Mitverschworenen ins Gefängnis"." Gerechter Gott!" rief Frau Neumann, die Hände über den Kopf zusammenschlagend. ,, Meine armen Kinder!" Sie war Witwe. Nicht wahr?" fagte Duprat kläglich. Die armen Waisen! Ja, es ist grauenvoll". Frau Neumann starrte verzweifelt vor sich hin. ,, Und läßt sich das denn garnicht abwenden, Herr Duprat?" fragte sie endlich. Ich möchte ja gern jedes Opfer-" ,, Opfer?" warf Duprat siegesgewiß dazwischen. ,, Ein Opfer, liebe Frau Neumann, brauchen Sie deshalb garnicht zu bringen, es möchte Sie denn so schwer dünken, Ihre Zunge im Baum, respektive reinen Mund zu halten". Inwiefern das?" Nun, sehr einfach. Sie wissen einfach nichts von einem Herrn Dryden; Sie kennen keinen solchen, haben den Namen niemals gehört, und wen Ihr Herr ich selbst empfangen, mit wem ich verkehrt habe, wissen Sie nicht, da alle meine Besuche von der Treppe direkt in meine Wohnung traten und sich auch auf demselben Wege wieder entfernten. Angemeldet ist ja der Herr bei der Polizei nicht, und könnte man nun höchstens bei Ihnen fragen, ob ein solcher Mensch mich besuchte oder nicht. Von seinem vorübergehenden Auf­enthalt hier hat man keine Ahnung und wird Sie auch da nach nicht fragen". Meinen Sie?" Frau Neumann schöpfte Gewiß nicht", versicherte Duprat ,,, Wenn Sie nur darauf bestehen, daß Sie nichts wissen, kann man Ihnen nichts anhaben".

wieder Mut.

Reingefallen.

( Fortsetzung folgt.)

Ein lustiges Gaunerstückchen von L. Julius. ( Nachdruck verboten.) Das war eine ganz raffinierte Idee von Mac Clean, sich in Paris eine Fabrik von deutschen Tausendmarkscheinen anzulegen.

Wenn das Geschäft nach Wunsch gegangen wäre, hätten fich die beiden Kompagnons denn so etwas macht man doch nicht allein in Jahresfrist zur Ruhe setzen können.

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Eigentlich war Mac Clean ein ganz tüchtiger Maler und Zeichner, der es auch in seinem Fache zu etwas ansehn lichem hätte bringen können. Aber es behagte ihm nicht, sich die ganze Woche zu plagen, Bilder zu malen und zu warten, bis irgend ein Protz daher käme und sie ihm abkaufte. Nein, frei wollte er sein; arbeiten oder nicht arbeiten, wie es ihm paßte und dabei doch mit dem Gelde in der Tasche ,, klimpern"

fönnen.

Dem Heimatlichen Boden- Mac Clean war Schotte hatte er schon lange den Rücken gekehrt und war in Paris einer von denen geworden, die Wochentags in schmierigen, winkligen Löchern, mit Gott weiß wem, zusammenhausen und Sonntags in den Künstlerkneipen im Montmartre- Viertel das vertrinken, was sie vielleicht in der nächsten Woche verdienen werden.

Richtig, einen Freund hatte er da gefunden! Auch so einen, der die Arbeit als eine unbedingte Ueberflüssigkeit auf der Welt ansah.

Das war Weißenberger, ein mit Spreewasser getaufter Lithograph, dem das Schicksal nach seiner Ansicht bas Los in die Wiege gelegt hatte, ohne Arbeit ein reicher Mann zu werden. Daß er's in Berlin nicht werden würde, hatte er allerdings eingesehen, und in Paris, wohin ihn irgend ein Sturm verschlagen hatte, war er auch noch nicht auf dem richtigen Wege, seinen Traum erfüllt zu sehen.

Wie es mit Gleichgesinnten immer geht, so fanden sich Auch diese beiden Idealarbeiter glücklich zusammen und es

dauerte nicht lange, da waren sie so unzertrennlich, daß sie Logis, Bett, Garderobe und Portemonnaie brüderlich unter einander teilten. Das letztere machte ihnen allerdings wenig Mühe; vielmehr Arbeit fostete es, jedesmal neue Kreditgeber und neue Ausreden zu finden, um immer wieder wenigstens etwas Geld zu haben.

Wer die Jdee gehabt hatte, sich auf die Fabrikation von Kassenscheinen zu legen, ist nicht ganz klar; jedenfalls war Mac Clean berjenige, der gerade die Anfertigung deutscher Tausendmarkscheine anregte, da man annehmen konnte, daß diese nicht allzu häufig in Paris anzutreffen sein würden.

So sehr leicht war die Sache natürlich nicht und die beiden Kompagnons mußten sogar eine zeitlang ihren Wider­willen gegen die Arbeit aufgeben und ganz tüchtig schuften. Ihr einziger Trost bei dieser ihnen nachgerade ungewohnt ge wordenen Beschäftigung war, daß sie in kurzer Zeit den reichen Lohn ihrer Mühen ernten würden.

Wie die Gesellen es möglich machten, die Falsifikate so täuschend ähnlich herzustellen, daß selbst Kenner die Fälschung nicht erkannten, blieb ein ungelöstes Rätsel. Genug, einige Zeit später waren aus den zerlumpten Bohemiens zwei noble Kavaliere geworden, deren Aeußeres riesig krediterweckend und deren Brieftasche stets mit Kassenscheinen vollgepfropft war. Sie führten jetzt durchaus das Leben recht gut fituierter Lebe­männer, verkehrten viel in Theatern, Caféhäusern und Ball­lokalen, machten große Zechen und knauferten in keiner Weise. Natürlich hatten die Herren ihre bescheidene Garçonwohnung im Quartier Montmartre aufgegeben und eine elegant ein gerichtete Wohnung in der City bezogen, deren Miete sie so­gar nicht schuldig blieben.

Nach den ersten gefahrvollen Malen war sogar ihre Operation eine sehr einfache geworden, so daß man sie kaum dabei fassen konnte. Außerdem hatten sie sich in überraschend furzer Zeit eine erstaunliche Gewandheit und unverfrorenheit in der Unterbringung ihrer Falsifitate angeeignet.

Nachdem sie nämlich sinf bis sechs ihrer famosen Tausend­markscheine untergebracht, also das nötige Betriebskapital er­langt hatten, machten sie es wie folgt: Der eine von ihnen trat z. B. in eine Wechselstube und ließ sich 5000 Mark in Franks umwechseln. Unter den 5 Tausendmarkscheinen, die er in Zahlung gab, befand sich ein selbst fabrizierter, der aber, wie gesagt, von den echten nicht zu unterscheiden war. Von dem eingewechselten Gelde behielten die Kompagnons einen Teil zurück, das andere wechselten sie wieder in deutsches Geld um, um wieder Scheine zu haben, unter die sie die Falsifikate unterschieben fonnten.

Inzwischen wurde die Fabrikation mit kurzen Unter­brechungen in aller Gemütsruhe fortgesetzt und nach mehr­fachem Hin und Herwechseln, wobei die beiden Gauner, um nicht zu ſehr aufzufallen, mit allen möglichen Kniffen arbeiteten, hatten beide zu Hause ein ganz hübsches Sümmchen in deutschem Gelde aufgespart, das sie in den Stand setzte, an einem andern Orte eine ganze Zeit lang ehrlich" aber anständig zu leben. Und sie sehnten diese Zeit jetzt wahrhaftig herbei, die sie in den ruhigen, unbestrittenen Genuß des Geldes sehen würde, das sie so schwer erworben hatten.

Der Moment trat ein, wo die vorrätigen Falsifikate glücklich an den Mann gebracht waren und wo die Luft in Paris den beiden Kompagnons etwas zu scharf zu wehen begann, sodaß eine Luftveränderung dringend geboten schien. Bereits schienen sich gewisse Organe der Sicherheits­behörden sehr lebhaft für die noblen Herren zu interessieren, als beide eines Morgens, ohne ihrem Hauswirt Lebewohl zu sagen und von den verschiedenen Lieferanten in der Nachbar­schaft die Rechnung einzufordern, aus Paris verschwanden. Selbstverständlich nahmen sie ihr sauer erspartes" Vermögen in deutschen Tausendmarkscheinen mit, um an ihrem neuen Aufenthaltsorte das lukrative Geschäft wieder aufnehmen zu fönnen.

Aber es kam alles ganz anders. Die Polizei machte in der Sache keine großen Entdeckungen, eine größere aber die beiden Gauner selbst. Als sie nämlich ihren Schatz an deut schen Scheinen bei Licht besahen, stellte sich das überraschende Ergebnis heraus, daß sämtliche Scheine- falsch waren.

Durch das wiederholte Hin- und Herwechseln waren die von ihnen in den Verkehr gebrachten Falsifikate in die Hand ihrer Urheber zurückgekehrt und aus den Träumen vom Millionär, ohne arbeiten zu müssen, waren eitel Schäume geworden, aus den Betrügern Betrogene.