Ausgabe 
11.8.1906 Erstes Blatt
 
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Politifche Rundschau.

Deutsches Reich.

* Wie nunmehr wiederum verlautet, steht eine Amnestie für den Tag der Tanfe des Enkels des Kaisers zu erwarten. Die Amnestie, so wird versichert, habe schon anläßlich der Geburt des Sohnes des Kronprinzen erlassen werden sollen, damals aber sei wegen der Nordlandfahrt des Kaisers die Festsetzung der näheren Modalitäten nicht möglich gewesen.

* Ein Gefecht mit Hottentotten in Südwestafrika hat am 6. August stattgefunden. Eine Bande von 50 Mann griff die Pferdewache der 2. Kompagnie 2. Regiments bei Aluris­fontain, südlich von Warmbad an. Die sofort eingreifende Kompagnie verjagte und verfolgte den Feind. Zwei Reiter find gefallen, drei schwer verwundet. Oberst Deimling be­findet sich mit seinem Stabe auf dem Marsch nach Warmbad. Die englische Meldung von einem verlustreichen Gefecht am 4. August bei Violsdrift hat sich nicht bewahrheitet.

* Obwohl die Handelskammern die Weingeseze als gut betrachten, hält die Reica egierung an ihrem Entschlusse, wiederum ein Weinparlament zu berufen, fest. Im Vorder­grund der Forderungen des Weinbaues steht das Verlangen nach einer räumlichen und zeitlichen Begrenzung des Zucker­wasserzusages zum Most und Wein, die Einführung einer Lagerbuchkontrolle und die Forderung des Deklarationszwanges für den Verschnitt von Weißwein mit Rotwein. sichtlich wird das Weinparlament zu Anfang Oktober ein­berufen werden.

Voraus­

* Zu der Meldung, daß bei der Reichstagsersatzwahl in Döbeln auch die deutschfreisinnige Partei beschlossen habe, die Kandidatur des Professors Dr. Hasse zu unterstützen, teilt die freisinnige Volkspartei im Königreich Sachsen mit, daß von der Parteileitung weder eine Unterstützung der Kandidatur des Herrn Professors Hasse erbeten, noch eine solche über­haupt in Aussicht genommen worden ist. Die Partei stellt vielmehr einen eigenen Kandidaten auf.

Frankreich.

** Der frühere Kriegsminister General André hat den Vorschlag gemacht, ein großes Verbrüderungsfest zwischen Zivil und Militär zu veranstalten. Alle Offiziere sollten dabei feierlich schwören, daß sie als Söhne der großen Nation die Republik lieben wollen.

England.

** Um hinter Deutschland und Amerika nicht zurückzu­bleiben, hat nun auch England seinen Kolonial- Standal. Offiziere in leitenden Stellungen haben ausgedehnte Unter­schleife bei Lieferungen für die Kolonien sich zu schulden kommen Lassen. Ein ganzes System von Durchstechereien und Be­trügereien wurde enthüllt. Die Regierung ist um eine Summe von über 40 Millionen Mark geschädigt worden.

Balkanftaaten.

** Die antigriechische Bewegung in Bulgarien nimmt immer größeren Umfang an. Für ein für den 19. d. M. in Aussicht genommenes und aus ganz Bulgarien zu beschickendes allbulgarisches Meeting in Philippopel werden große Vor­bereitungen getroffen. In Warna wurden alle Gemeinde­beamten griechischer Nationalität aus dem Dienst entlassen. In Philippopel wird in Maueranschlägen durch eine, Ver­ordnung des Volkes" der Gebrauch der griechischen Sprache berboten.

Amerika.

** Auch die Armee der Vereinigten Staaten hat nun thren Kolonialskandal. Eine Untersuchung ergab, das Offiziere der Philippinenarmee vielfach Regierungseigentum zu Privat­zwecken verwendet haben und sich kostspielige Andenken in den Regierungswerkstätten anfertigen ließen, aber nicht bezahlten. Es wird also überall gesündigt.

Dof und Gefellschaft.

*** Der Kaiser begab sich Donnerstag, Früh 9 Uhr, mit Gefolge in offenem Wagen von der Villa Hügel nach Essen zur Besichtigung der Kruppschen Werke. Die Häuser der vom Kaiser passierten Straßen waren reich beflaggt; Ehrenpforten waren errichtet. Kriegervereine bildeten mit ihren Fahnen Spalier und begrüßten im Verein mit einer großen Menschenmenge den Kaiser durch andauernde Zurufe. Die Feststraße fand am Eingang zu den Werken ihren Ab­schluß in zwei großen Obelisten. Die Besichtigung der Kruppschen Werke erstreckte sich hauptsächlich auf die in den lezten Jahren neu erstandenen Fabrikanlagen und Erweiterungs­bauten. Zum Schluß des Besuches, der mehrere Stunden in Anspruch nahm, wohnte der Kaiser auf dem Kruppschen Schießplatz einem Schießen mit verschiedenen Geschützen modernster Konstruktion bei, kehrte dann nach Villa Hügel zurück und ist um 2 Uhr 45 Minuten unter den Hurrahrufen des anwesenden Publikums nach Wilhelmshöhe abgereist. Frau Krupp wurde der Wilhelmsorden verliehen.

** Die Kaiserin gedenkt, am 15. August der Ein­weihung der neuen Kirche in der bei Treysa belegenen Anstalt Hephata beizuwohnen.

Wie jetzt feststeht, werden Kaiser Franz Josef, König Eduard und Bar Nikolaus Patenstelle bei dem jüngst geborenen Sohn des deutschen Kronprinzenpaares übernehmen. Die Monarchen werden bei der Taufe nicht selbst zugegen sein, sondern sich dem alten Brauch gemäß bertreten lassen.

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* Die wiederholt auftauchenden Gerüchte über eine bevorstehende Scheidung des 75jährigen Herzogs Ludwig In Bayern und seiner Gemahlin Frau v. Bartolf ent behren jeder Begründung. Ebenso sind alle Andeutungen, welche den Herzog in Beziehungen zu der Königl. Kammer Sängerin Frl. Tordek bringen, vollständig aus der Luft ge griffen.

Soziales Leben.

× Streik bei der Berliner Paketfahrt. Wegen eines unter den Angestellten der Berliner Paletfahrt ausgebrochenen Streikes find die meisten Annahmestellen geschlossen. Die Differenzen sind dadurch entstanden, daß der Verband der Transportarbeiter namens der Arbeiter mit der Direktion verhandeln wollte, während diese nur mit ihren eigenen An­gestellten in Verhandlungen treten wollte. Bei einzelnen Annahmestellen, wo noch gearbeitet wurde, kam es zu Aus­schreitungen gegen die Arbeitswilligen.

× Der Konflikt in der Weißenfeer Ortskrankenkasse spitzt fich weiter zu. Nachdem der Vorstand der Kasse von der Gemeindeverwaltung seines Amtes enthoben, von der Auf­fichtsbehörde aber wieder eingesezt worden war, macht die Gemeinde nunmehr folgendes bekannt:

, Da Tatsachen ermittelt worden sind, die sich als grobe Verlegung der Amtspflichten in bezug auf die Kassenführung dar­stellen, ist der Vorstand der hiesigen Ortskranteniase bis zur Entscheidung der Angelegenheit durch die Strafgerichte vorläufig wiederum seines Amtes enthoben worden. Die Berwaltung der Kasse ist Herrn Dr. Albert übertragen worden."

Ein Gerücht will wissen, daß ein Lieferant der Kasse veranlaßt worden sein soll, entgegen den vorherigen Berein­barungen über die Lieferung den doppelten Betrag der Kasse in Rechnung zu sehen. Die Angelegenheit soll bereits der Staatsanwaltschaft übergeben worden sein.

× Stillegung der Aachener Hüttenwerke. In einer Sigung des Aufsichtsrates des Aachener Hüttenvereins er­Ilärten sich die Vertreter der Werke damit einverstanden, daß am 16. August alle Werke still gelegt werden sollen, falls es nicht möglich würde, alle Betriebe aufrecht zu erhalten.

X Die Sicherung der Bauforderungen bildete auf dem Deutschen Hausbesizertag den Gegenstand einer längeren Debatte. Es wurde dabei betont, daß der Kampf gegen den Bauschwindel naturgemäß immer schärfer geworden sei, weil alle Anläufe zu seiner Beseitigung bisher gescheitert seien an der Indolenz der leitenden Kreise. Der demnächst vorzu­legende Gesetzentwurf zur Regelung dieser Frage wird von Juristischer Seite als unflar und nicht ausreichend bezeichnet, während andere Redner hervorheben, daß gerade die fleineren Handwerfer durch das Gesetz Schutz finden würden, während Die fapitalfräftigen Bauunternehmer sich schon selbst zu schützen müßten. Der Verbandstag stimmte schließlich einer Sitesolution zu, in der die Bestimmungen des Gesezentwurfs zur Sicherung von Bauforderungen über den Baubermerk, die Bauhypothet gegebenenfalls auch die Sicherheitsleistungen für annehmbar, bagegen bis über die Baugeldhypothef in§§ 21-28 für schädlich, und deren Weglassung für geboten erklärt wird.

× Bangewerk- Ansstände. Nachdem die Maurer in Görlitz in den stand getreten sind, haben auch die Bau- und Grbarbeiter beschlossen, die Arbeit einzustellen. Sie fordern zehuftündige Arbeitszeit und Lohnerhöhung.

Kuropatkins Klage.

Das offizielle Organ des russischen Kriegsministeriums ber ,, Rußti Jnvalid" veröffentlicht in seiner lezten Nummer den Abschieds- Tagesbefehl, den General Kuropatkin im Februar borigen Jahres an die Offiziere der mandschurischen Armee gerichtet hat. Als menschliches Dokument" ist dieser Tages­befehl von höchstem Interesse.

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Kuropatkin sucht die Ursachen darzulegen für die Nieder­lagen des russischen Heeres im Kriege mit Japan; er erwähnt, zunächst die Ünzulänglichkeit der Truppenbestände, um dann sich selbst anzuflagen, sich selbst als Schuldigen zu bezeichnen. Kuropatkin begründet seine eigene Schuld wie folgt: Ich habe es weder verstanden, während der Zeit der aktiven Kämpfe die materiellen und moralischen Lücken unserer Organisation auszufüllen, noch habe ich es verstanden, die unvergleichlichen Eigenschaften unserer Soldaten bis zum äußersten auszunügen." Als die materiellen Ursachen der Mißerfolge bezeichnet er die große Zahl von Nicht­tombattanten, die numerische Schwäche der Gebirgsartillerie, den Mangel an Mitrailleusen und die schlechte Ausstattung mit Transportmitteln. Als intellekte Mängel führt er an: die große Verschiedenheit in der Ausbildung der Truppen, die Unzulänglichkeit ihrer taktischen Vorbereitung, die oberflächliche Refognoszierung vor dem Kampfe, der zuerst mit geringen Massen und dann zu zögernd, besonders in der Offensive, auf­genommen wurde, und schließlich den Mangel an Initiative bei den Unterführern, lauter Mängel, die der Unwissenheit und Trägheit der meisten Offiziere, aber auch der Sorglosig­keit des Oberkommandos zuzuschreiben seien.

Hauptsächlich als Folge der ersten Unglücksfälle, die zum Teile durch das Mißverhältnis der Zahlen herbeigeführt worden seien, betrachtet er das Fehlen der Kampfbegeisterung und des Strebens, sich auszuzeichnen und dem Nachbar Hilfe zu leisten und das Fehlen des Willens zum Siege". Es habe nicht genug Offiziere aller Grade gegeben, die einen genügend erprobten Charakter, stählerne Nerven und die Fähigkeit besaßen, die Mühen eines mehrtägigen Kampfes zu tragen. Wir sind," sagt Kuropatkin ,,, arm an Männern, die sich durch ihre Unabhängigkeit, ihre Energie und ihre Initiative auszeichnen. In Friedenszeiten betrachtete man solche Leute als unerträgliche Menschen, mit denen sich nicht verfehren läßt, und viele von ihnen wurden genötigt, vor­zeitig den Dienst zu verlassen, während charakterlose Leute, welche immer bereit waren, die Ansichten ihrer Vorgesetzten zu billigen, vorwärts geschoben wurden." An der Stelle, wo Kuropatkin davon spricht, daß die Sterblichkeit infolge von Krankheiten bei den Offizieren größer war, als bei den Soldaten, streift er diskret, aber deutlich die lockere Lebens­weise, die viele Offiziere während des Krieges führten. ,, Den Offizieren," sagt er ,,, fehlt die physische Widerstandsfähigkeit, und sie verstehen es nicht, außerhalb des Kampfes über ihre Gesundheit zu wachen.". Ein düstres, ein trauriges Bild...

Der Landwirt.

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Cokales.

Braunfels. In Sober wird in u denbauverein für be mlb Gartenbauar

lung wird in der gebracht werden. $ Garbenteich, 10. Sie fammel wafenmeifter

er bereits im Herbft Sungen. Der Ban der fürzlich auf de Same find 7000 M it wurde von Arbeit

h. Die X. Sigung der Hessischen Handwert fammer findet am Montag, dem 27. August 1906, vor­mittags 11 Uhr zu Darmstadt in dem Sizungssaal der Stadtverordneten- Versammlung im Rathause mit nachfolgender Tagesordnung statt: 1. Einführung der neugewählten Kammermitglieder. 2. Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes. 3. Ergänzung der Kammer durch Zuwahl von Mitgliedern. 4. Neuwahl für ausgeloste Vorstands. mitglieder. 5. Neuwahl des Vorsitzenden der Kammer.­6 Neuwahl für ausgelofte und bezw. ausgeschiedene Vor­ftandsmitglieder.- 7. Wahl der Vorsitzenden der Aus­schüsse.- 8. Wahl des Sekretärs. 9. Prüfung und Abnahme der Jahresrechnung für das Etatsjahr 1905. 10. Feststellung des Haushalstplanes für das Etatsjahr 1907. 11. Errichtung weiterer Gesellenprüfungsauschüsse für die Beriode 1904/07 und Bestätigung der Wahl der Mitglieder dieser Ausschüsse. 12 Abänderung der Vorschriften zur Regelung des gewerblichen Lehrlingswesens hinsichtlich der Höchstzahl der im Schlossergewerbe zu haltenden Lehrlinge. 13. Verschiedenes. Etwaige Anträ e müssen in be­schriftlich eingereicht sein.

nn. Salz für das Vich. Jeder Landwirt weiß, daß Dar­reichung von Salz auf die Verdauung des Viehes günstig einwirkt, es frägt sich nur, wieviel Salz dem Vieh gereicht werden soll. Man kann im allgemeinen eine Gabe von 20 bis 50 Gramm für den Tag und das Stück Großvieh empfehlen. Eine weitere Frage ist die, ob die Salzgabe täglich zu reichen ist, oder etwa nur einmal in der Woche. Da muß man denn bedenken, daß starke Salzgaben auf einmal für die Tiere nicht förderlich sein können, weil sie starkes Durstgefühl hervorrufen, welches allzustarke Aufnahme von Wasser nach sich zieht. Bei mur einmal in der Woche erfolgender Verabreichung von Salz mag es auch gar oft vorkommen, daß dieselbe ganz ver­gessen wird. Auch wenn das Salz täglich gereicht wird, kann es sich ereignen, daß die Gaben hier und da ganz wegbleiben, noch öfter, daß sie nicht ganz gleichmäßig bemessen werden. Daher ist es vorzuziehen, das Heu einzusalzen. Damit ist zugleich der Vorteil verbunden, daß es haltbar gemacht wird, nicht so leicht schimmelig wird und verdirbt und nicht zu dürr wird, was besonders bei Klee und Esparsette sehr ins Gewicht fällt. Durch dieses Verfahren wird den Tieren regelmäßige Darreichung von Salz gesichert, ohne daß damit eine besondere Arbeit verbunden wäre. Man verwendet beim Einsalzen ein Prozent Salz; das Stück Großvieh erhält also täglich mit zehn Pfund Klee zugleich 50 Gramm Salz. Natürlich muß man den Prozentsatz des Salzes herabsetzen, wenn sehr viel Heu gereicht wird.

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Gomburg, 10. 2 Raifer der Stadt fmai freiten list ift bereits aufg ringen der Bronzebild Fehr begibt sich der F Bilhelmshöhe.

ftimmt formulierter Wese bis spätestens 20. August 1906 obaren sollen bei de

** Der Wetterau Lahngau Sängerbund häft morgen Sonntag in der Moos'schen Wirtschaft zu Krofdorf einen Sängertag ab. Die Tagesordnung ist sehr reichhaltig.

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pollen.

Banan, 10. an Sted brief hir Bigeuner Peter Johann I befondere Rennzeiche

In Frankfurt wurde faut, General- Anzeiger" in der Wenzel aus Gießen erschossen aufgefunden.

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* Die gesamten Seifenfabrikanten aus Hessen= Nassau und der angrenzenden Rheingegend halten morgen

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in Gießen im Hotel Schütz eine Versammlung ab. Die irige fonferbenfabriker

Beratungen dürften sich mit der schon längere Zeit beab sichtigten Preiserhöhung befasst.

** Das Winterhalbjahr der Großherzogl chen Fachschule für Elfenbeinschnißerei und verwante were Ecbach i. O. beginnt am 1. Oftober.

* Der Beruf der Presse. Der Berliner Rechts.

lehrer Professor Kohler, so schreibt das Leipziger Tageblatt", nimmt sich in einem Auffaz Ehre und Beleidigung", der

rigen Frieda Bah

unbefannt. Einiger E hoh Staatsanwaltscha

de en Handwerkbur atom, auf der Straße

im Archiv für Strafrecht", 47. Jahrgang, veröffentlich fidung nach Stocftad wird, der Rechte der Presse in beachtenswerter Weise an. mr. Die Zeugen her gehalten. Er Ec betont, daß die Presse ebenso wie der Lehrer und der h: 1,70 m, Anfangs Anwalt ihren Beruf hat, und daß es zu diesem Beruf ge hört, Mißstände zu rügen, das Volk vor Frr. Figur, ſpies bart, möglicherwe gängen zu warnen und auf die zum Heil und Gedeihen rrotes Haar, ohne führende Wege hinzuweisen. Er wendet sich gegen die Ver tide war derfelbe mit le sagung des Schutz's von§ 193 St.-G.-B.( Wahrnehmung, guterhaltenem I berechtigter Interessen) durch das Reichsgericht und gegen die mich bräunlicher Fa Argumentation von vermeidlichen Uebelständen, die den is fonnte bis j Bibens jet Redakteur selbst gar nicht berührten". Sie berührten ihn ebenso wie etwa den Syndifus eines Vereins, Dinge die werden. Im Tod den Verein schmälern, wenn sie auch den Syndikus nichten. Der Tod muß I den Fingern trampf weiter persönlich betreffen. Es gebe eben auch Berufstätigare Tobekurface feiten, die auf freier Initiative beruhen, bei welcher die Pflicht der Berufserfüllung mehr durch moralische, als burchellt. Ungeheures de, daß der eigene Bate rechtliche Gebote geregelt ist, und dazu gehört der Beruf mann Weih, unter d der Presse: Welchen anderen Beruf sollte sonst die Presse ommen und nach ein haben? Etwa die Neugierde zu befriedigen, etwa zu unter­dermen nach dem E halten, etwa theoretische Ansichten zu vertreten? Nein, die Presse hat den Beruf, die praktischen In­

briert wurde. Lurch riche Blutflecken an

teressen der Nation und damit der Mensch dt gegen ihn verdi heit nach allen Richtungen hin zu fördern, von einer eigen

Mißstände hervorzukehren und Joeen zu verbreiten, welche die Welt in ihrer Kulturarbeit fördern sollen.... Der Beruf der Press: wird vom Reichsgericht verkannt, wenn es annimmt, das Recht der Presse sei nichts anderes, als das Recht der freien Aeußerung. Ebensogut könnte man sagen, das Recht des Anwalts sei nichts anderes als das Recht der freien Ansprache; in der Tat handelt es sich um Zwed und Ziel der Aeußerung, und dieses ist im einen Fall eben so berechtigt wie im anderen. Dazu kommt, daß die Tätig feit der Pcess: ebenfalls beruflich ausgeübt wird, also nicht etwa gelegentlich, in vereinzeiten Fällen, sondern in regel mäßiger zielbewußter Arbett, welche ein ganzes Menschen leben ausfüllen fann und den Mann der Presse zwingt, Stellung zu nehmen und auch da tätig zu sein, wo etwa Neigung und persönliches Behagen schweigen müssen. Dazu tommt ferner, daß die Presse eine vom Staat anerkannte Institution ist, deren Dienste der Staat auf Schritt und Tritt bedarf, wenn er offizielle Blätter herausgibt, wenn er seine Bekanntmachungen auf dem Wege der Presse erläßt, wenn er Mißverständnisse des Publikums auf dem Wege der Press: berichtigt. Und unter dem vollen Schuß des§ 193, so betont Kohler zum Schluß,

daß dies Verständnis für das Wesen der Presse sich allge

Befan

In der Zeit vom er Stadt funden: 1 ArbeitsE Stettenarmband, Rebolber, 1 Dan

aloren: 50 Mart i monnaie mit 35­Inhalt, 1 rotes Gruß aus Chri Pfennigen Inhal

mit Schnalle, 1

mit 75 Mt. Jnhc mit ca. 9 Mt. In feder, 1 Portem Pafetchen mit 1 A tüchern gez. A. D.

4 fleinen Vorher

jeidene Damenblu

tann die gute Presse gedeihen. Es wäre nur zu wünschen, flogen is: 1 Sta mein bei den Gerichten fände. So mancher Urteilspruch belieben ihre 2

würde dann anders ausfallen.

* Verrückte Grenzzeichen. Die Hessische Be amtenzeitung" schreibt: Mit sonderbaren Möglichkeiten rechnet der§919 des B. G. B. Dieser bestimmt nämlich in seinem ersten Absatz folgendes:" Der Eigentümer eines Grundstücks fann von dem Eigentümer eines Nachbargrund­ftückes verlangen, daß dieser zur Einrichtung fester Grenz zeichen und wenn ein Wegzeichen verrückt oder untenntlich geworden ist, zuc W.derherstellung mitwirft." Stilistisch richtig müßte es heißen: Wenn ein Grenzzeichen verrückt worden oder untenntlich geworden ist."

Dorlar, 10. August. Bigamie. Verhaftet wurde gestern Abend der auf einer hiesigen Mühle beschäftigte Fuhrknecht Ludwig Richter. Der von auswärts zugezogene Verhaftete, welcher im 48. Lebensjahr steht, hatte zu Weihnachten vorigen Jahres eine hiesige Wittwe geheiratet und jetzt stellt es sich heraus, daß er schon längere Zeit verheiratet ist. Er wird sich unter der Anklage von Bigamie vor Gericht zu verantworten haben.

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