Ausgabe 
8.9.1906 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

BOGL

Samstag, ben 8. September

hessische

Tägliche Unterhaltungs- Beilage

Familienzeitu

902

326

Anno daz

Vom alten Wrangel.

her Mitte der 60er a

erfannt worden ist.

versuchen e und tatsächliche auch die einzig in fast 1200 Fällen wirksam wenn die des Verfahren kann jedoch bez fabrics fein impun ber Geschwulft ein Gerinnen des Blutes durch Ein Ader groß ist, und bann muß fmpfung von gelatinifiertem Serum herbeizuführen. befriedigende Art der

Hat fich eine Abergeschwulst bereits

gebildet, fo ist die geicheng bie Anwendung eines Ver

folche Behandlung ist bereits erprobt worden.

Ein

Eine große Ueberschwemmung in Indien hat die Ernt in vielen Bezirken vernichtet und die Häuser der Bauern zer stört. Die Hungernden flüchten auf die vom Wasser verschont gebliebenen höher gelegenen Felder, die sie ausplündern, ob wohl das Getreide unch unreif ist. Die Not ist entsetzlich.

Aufbewahrung von Tafelobft. Vergleichende Versucht mit verschiedenen Aufbewahrungsarten der Aepfel haben er geben, daß fühle, trockene nach Norden gelegene Räume, deren Temperatur 4 bis 8 Grad Celsius beträgt, für die Erhaltung bes Winterobstes die größte Gewähr bieten. Nun handelt es fich aber nicht allein darum, die Früchte bis zum Frühjah zu erhalten, sondern namentlich auch darum, daß sie pral und voll bleiben und an Geschmack und Aroma während der Aufbewahrung möglichst geringe Verluste erleiden. Man hat bie Aepfel in Sand, Häcksel, Holzspäne usw. eingelegt, oder fie einzeln in Seidenpapier, Watte oder dergl. eingedreht und in Kisten oder auf Obstbretter gebracht. Dabei hat sich herausgestellt, daß die Früchte beim Aufheben in Häcksel und Holzspänen wohl frisch bleiben, aber leicht einen unangenehmen Beschmack annehmen, daß dagegen das schichtenweise Ein­packen mit Sand in Obstfässer oder Kisten durchaus empfehlenswert ist, vorausgesetzt, daß die späteren Sorten zu unterst, die frühen obenauf gepackt werden. Für die feinen Tafeläpfel aber hat das Einpacken in Watte und dann in Seidenpapier am besten sich bewährt. Zur Unterscheidung der Sorten fann man verschiedenfarbiges Papier benutzen oder auch auf den Obstbrettern die nötigen Bemerkungen anbringen. Wem ein besonderer Obstkeller bezw. Obstaufbewahrungsraum im Keller zur Verfügung steht, wird seine Früchte dort ohne Schwierigkeit gut durch den Winter bringen. In zu trockenen Räumen stelle man Gefäße mit Wasser auf. Durch die Ver: dunstung des letzteren wird ein Einschrumpfen der Aepfel verhütet. Die Obstkammern bezw. Obstkeller sind zeitweilig nicht aber bei zu trockener Witterung zu lüften. Auch müssen die Lager häufig nachgesehen werden, damit angefaulte Früchte sofort entfernt werden.

§ Graf, Millionär und Schwindler, alles dies in eine Person ist der Graf Emilio d'Ayala der jetzt wegen mehr facher Betrügereien vor dem Turiner Gerichtshof steht. Gra Emilio hat die Millionen seines Vaters in fürzester Zeit ver jubelt, erheiratete in Buenos Ayres neue Millionen mit eine reichen Südamerikanerin, und brachte auch dieses Riesenver mögen in furzer Zeit in Paris durch. In Monte Carlo ging Der letzte Rest des Vermögens flöten, nun legte sich der Gra auf betrügerische Manipulationen. Er entlockte seinem Haus arzt Dr. Uphetto 20 000 Lire und dem Direktor eines Hotela in Monte Carlo 18 000 Lire. Der Prozeß gegen den Grafen d'Ayala hat bisher eine große Wanderung durchgemacht Vorerst wurde er in San Remo verhandelt, aber das Gericht erklärte sich für unzuständig. Das gleiche Schicksal widerfuhr dem Prozesse vor den Gerichtshöfen in Genua und Rom Graf d'Ayala ist bereits zwanzigmal vor diesen verschiedenen Gerichtshöfen als Angeklagter erschienen, jedoch ohne jemals berurteilt zu werden.

§ Nochmals die Wrede'sche Silberaffäre. Der frühere Diener Glase des Fürsten Wrede, der am 6. Juli wegen des an den Fürsten Wrede gerichteten Erpressungsbriefes zu neun Monaten Gefängnis verurteilt worden ist, hat Revision ein­gelegt. Die Verhandlung vor dem Reichsgericht findet am 12. Oftober statt. Das Reichsgericht wird u. a. auch die Frage zu prüfen haben, ob das spanische Recht, welches doch in Frage komme, da der Brief nach Madrid gerichtet sei, das Delift einer versuchten Erpressung überhaupt fenne.

Einmachzuder

Einmach Essig

Fruchtbrauntwein

Neuer Grünfern

Reine Weine p. Ltr. 45 Pfg.

Karl Jekel

Gießen, Marburgerstraße 25.

Buch

über

die Ehe

v. Dr. Retau m. 89 Abb. statt

2.50 Mk. nur Mk. 1.-. Preil. über

int. Buch. gratis.

R.Oschmann, Konstanz Nr.421

Bei Kauf

oder

Beteiligung

grösste

Vorsicht!

Wirklich reelle Angebote verkäuflicher biesiger und auswärtiger Geschäfte, Gewerbe- Betriebe, Zins-, Geschäfts-, Fabrikgrundstücke, Güter, Uillen etc. u. Teilhabergesuche jeder Art finden Sie in meiner reichhaltigen Offertenliste,

die jedermann bei näberer Angabe des Wunsches vollkommen kostenlos zu­sende. Biu kein Agent, nehme von keiner Seite Provision. 94 E.Kommen nacht. Köln a/ Rb. Kreuzgasse S, I.

Besseres Mädchen

( Waise), welches kochen kann und alle Hausarbeiten versteht, sucht Stellung als Stüße der Hausfrau. Näheres durch die Expedition dieses Blattes.

Fräulein,

in allen Zweiaen des Haushaltes gut erfahren, sucht per 1. Oftober oder später angenehme Stellung. Näheres durch die Exp. d. Bl, Suverlässiges,

älteres Mädchen oder alleinstehende Frau, die selbständig kochen, waschen und bügeln kann, ver sofort oder später gesucht. Offerten mit Zeugnis ibschriften und Lohnansprüchen erbeten an

Frau Amtsrichter Pusch Ortenberg( Oberhessen).

==

-

Französischer Bureaukratismus. Der Berichterstatter eines Pariser Blattes will folgende Unterhaltung im Post­bureau belauscht haben. Ein Bürgersmann: Ich habe da einen Haufen ungebrauchter Postkarten, die ich gegen eben­Soviele Kartenbriefe umzutauschen bitte." Der Beamte: ,, Kann ich nicht, mein Herr." Wieso? Der Kartenbrief kostet jezt doch ebensoviel wie die Postkarte, 10 Centimes." ,, Ge wiß, aber wir haben nicht die Ermächtigung, den Umtausch borzunehmen." ,, Aber Sie tauschen mir doch jeden Augens blick beschmutzte oder falsch adressierte Postkarten um!" Ja, freilich unbrauchbar gewordene Postkarten kann ich zurücknehmen und gegen Kartenbriefe umtauschen. Aber neue Postkarten darf ich nicht zurücknehmen." Wenn ich also von meinen Kindern Kerlchen und Tiere auf die Karten malen lasse, dann werden sie umtauschfähig?" ,, Natürlich, dann entsprechen sie den Anforderungen der Verwaltung." Der Bürgersmann geht ans Schreibpult und fritzelt verrückte Adressen auf seine Karten: Herrn Bérard, Postchef." Herrn Fallières, König von Frankreich, in seinem Hotel" usw. Dann bringt er sein Geschreibsel zum Schalter zurück. Der Beamte: ,, Schön! Hier sind Ihre Kartenbriefe!" Ein Kuriosum. An der Straße von Winkel nach dem südlichst gelegenen Orte des Reichslandes, Lüzel, liegt das Dorf Glashütte, das aus vier Wohnhäusern besteht, von denen drei bewohnt sind. Diese drei bewohnten Häuser ge­hören zu drei verschiedenen Gemeinden, zu Winkel, Oberlarg und Lüzel. Bei der Weiterwanderung kommt man kurz vor Lüzel zum Gehöft Scholis. Hier ist der Kulminationspunkt der großen Wasserscheide. Das Wasser, welches von der dem Touristen zugekehrten Dachseite der Scheune abläuft, gelangt in das Becken des Mittelländischen Meeres, und das, welches von der anderen Dachseite herunterrinnt, in die Nordsee.

-

=

=

Striegsschiffe aus Wachs. Die britische Admiralität läßt von jedem neuzubauenden Kriegsschiff ein Modell aus Wachs Herstellen. Diese Modelle werden 12 bis 24 Fuß lang gemacht, und der Wasserbehälter, auf dem die Proben aus­geführt werden, weist eine Länge von 400 und eine Breite von 20 Fuß auf. Man stellt die Modelle aus Wachs her, weil dieses Material kein Wasser annimmt und daher auch im Wasser sein Gewicht nicht verändert. Man kann dabei leicht Veränderungen vornehmen und die Verhältnisse immer genau berechnen. In Amerika läßt das Marineami eben­falls Modelle von allen Kriegsschiffen anfertigen, nur werden diese dort noch mit weit größerer Sorgfalt ausgeführt. Sie werden nämlich aus Tannenholz gezimmert, und dann wird nicht nur wie in England der Rumpf des Schiffes nach- oder vielmehr vorgebildet sondern auch alle die einzelnen Teile werden angefügt, wie Kiel, Steuer. Schraubenschaft usw.

+ Die teuren Zigaretten. Die als Folge der Banderolen­steuer erwartete allgemeine Preiserhöhung der Zigaretten im Ladenverkauf ist, wenigstens in den Großstädten, bisher nur in beschränktem Umfange eingetreten. Höhere Preise werden für die bisherigen 3 und 4 Pfennigmarken verlangt, von denen jetzt 10 Stüd 35 bezw. 45 Pfennig kosten. Die

5 Pfennig und 2 Pfennig- Zigaretten werden zu den alten Preisen verkauft, weil eine Preiserhöhung der 2 Pfennig­Zigaretten den Verlust eines großen Teils der Kundschaft nach sich ziehen würde.

+ Die Einstellung der Geldbestellung an Sonntagen soll zunächst in Berlin praktisch erprobt und dann auch auf andere größere Städte ausgedehnt werden. Der Reichstag ist schon im Vorjahr für diese Erleichterung des Sonntagsdienstes der Postbeamten eingetreten.

STOLLWERCK

SCH

o

Jox

OKOJADE. KAKAO.

E.D.

=

Blinde Masseure in Amerika. Die japanische Sitte blinde Masseure zu beschäftigen, hat seit einiger Zeit auch in Amerika überhand genommen, und Newyork beherbergt bereits eine ziemlich große Anzahl von solchen blinden Handlangern Es besteht in Newyork eine Maſſeurſchule für Blinde, die sich großen Zuspruches erfreut. Man hat herausgefunden, dag Blinde für die Tätigkeit des Masseurs außerordentlich ge signet sind. Die Blinden verdienen damit leicht 5 bis 10 Dollars pro Tag.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Eingestelltes Verfahren. Fünfundneunzig wegen des Krawalls am Striegauerplatz in Breslau zur Untersuchung Gezogene crhielten den Beschluß des Landgerichts zugestellt wegen Unzulänglichkeit des Belastungsmaterials sei das Ver fahren gegen sie eingestellt. Achtundachtzig von ihnen, darunter eine Arbeiterfrau und der bekannte Arbeiter Biewald mit der abgehackten Hand, waren des Aufruhrs beschuldigt gewesen. Sieben anderen war Nötigung, Beleidigung und Streifterrorismus zur 2ast gelegt.

Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen.

Geborene.

Am 29. Auguft. Dem Gefangenaufseher Heinris Seipp eine Tochter, Else Katharine Margarete; Kantinen pächter Wilhelm Hainer ein Sohn; 31. Maschinisten August Habicht eine Tochter, Esa Karoline Adelheid; Kaufmann Emil Meyer in Wiesbaden ein Sohn, Karl Emanuel; Hilfsbahnwärter Heinrich Albach ein Sohn, Erns Karl Ludwig. Aufgebote.

Am 31. August. Wilhelm Zimmer, Bäckermeister dahier mit Lina Weinhardt hierselbst. Franz Kcugmann, Kaufmann in Heidelberg mit Hedwig Schmalkalder dahier. Am 1. Sept. Alfred Heinrich Held, R'gierungsbaumeister dahier mit Anna Elisabethe Metzger in Buzzbach. 2. Dtto Fiedler, Former dahier mit Katharine Stück hiersebst. 3. Bruno Hermann, Sergeant- Hoboist dahier mit Margarete Kühl hierselbst. Karl Schäfer, Installateur dahier mit Marie Dick in Angersbach. 4. Heinrich Beginger, Bauausseher Aspirant dahier mit Margarete Krab in Dudenhofen. 6. Georg August Ernst Brod, Vizefeldwebel dahier mit Anna Bast in Herborn.

Eheschließungen.

Am 1. Septembec. Heinrich Röhm, Glaser dahier mit Wilhelmine Herr hierselbst. Georg Heller, Former in Leihgestern mit Anna lang dahier. 4. Heinrich Möller, Schneider in Nieder- Moos mit Marie Stöcker dahier. Gestorbene.

Am 1. Sept. Elisabethe Baiz, geb. Molitor, 69 Jahre alt, Witwe des Obertelegraphenassistenten Karl Baiz dahier. 3. Karoline Züich, geb. Euler, 73 Jahre alt, Rentnerin dahier. 4. Marie Schleuning, geb Einhäuser, 70 Jahre alt, Witwe des Fuhrmanns Johannes Schleuning dahier. 5. Amalte Weber, geb. Bruckmann, 82 Jahre alt, Witoe des prakt. Arztes Dr. Hermann Weber dahier. 7. Anna Stephan, 17 Jahre alt, Verkäuferin dahier.

Bekanntmachung.

Nachdem die unter dem Schweinebestand des Karl Euler dahier aufgetretene Rotlauffeuche erloschen ist, wird die unterm 20. August 1. Js. angeordnete Gehöft sperre aufgehoben.

Gießen, den 7. September 1906. Großh. Bolizeiaut Gießen. Herberg.

Bekanntmachung.

Behufs Vornahme von Sabelarbeiten ist das Kabel in der Nenstadt, von Marktstraße bis Westanlage an Samstag, den 8. d. Mts. vormittags, ausgeschaltet und die Stromlieferung unterbrochen, was wir hiermit den an liegenden Konsumenten zur Kenntnis bringen. Gießen, den 7. September 1906.

Städtisches Elektrizitätswerk Gießen. Stolte.

Herbst- Pferdemarkt zu Gießen.

Dienstag, den 11. September 1906:

8 Uhr: Beginn der Prämiierung.

12 Uhr: Vorführung sämtlicher prämiierter Pferde, Ret pferde unter dem Reiter. Wagenpferde in Geschirr.

Reftauration.

Gießen, den 29. August 1906.

Stonzert

Die städtische Pferdemarktkommission. Jean Kirch.

Trische Dauerbrand- Amerikaner­Regulierbeiz, Koch-, Hopewell- und Darmstädter Oefen in diversen Fabrikaten Ofenschirme, Ofenvorsetzer, Verdampfschalen. Feuergeräte ständer, Kohlenfüller, Kohlenkasten, Kohlenlöffel, Stocheis Ascheeimer, Mülleimer

Wasch-, Wring- und Mongelmaschinen, Dezimal, Tafel Wirtschaftswagen, Fleischhack, Reib- u. Messervunmaichium Vogelkäfige und Züchter Utensilies, Fischereigeräte, Bürste Besen und Türvorlagen, Kokossticke, Flechtrohe, Raffiabat Werkzeuge, Beschläge, Eisenwaren, Kurzwaren, Solinge Stahlwaren, Waffen und Munition empfiehlt

Edgar Borrmann, Giessen

Telefon 165

Eisenhandlung

Neustadt 11