Werkehr war dadurch außerordentlich bequem gemacht, und die bekannte steife Stimmuna, melche bei allen derartigen Veranstaltungen, besonders wenn sie international find, im Anfang herrscht, war infolge dieser praktischen Einrichtung bald üb rwunden.
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Eigentümlicher Studentenult". Der aus Fußland stammende Student Klingelberg hatte in Bonn in einer Nacht nit weniger als für 621 M. Fensterscheiben eingeschlagen. Als Grund gab er an, er habe Geburtstag gehabt. Der Schaden ist zum Teil ersetzt worden. Das Bericht verurteilte den Studenten, weil er noch nicht vorbestraft war zu 200 M. Geldstrafe.
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Auf
Ein Nachkomme des letzten irischen Königs. Auf seinem Landag in Roscommon verschied Mr. Charles Owen D'Connor. Der Verstorbene stammt in direfter Linie von Roderick O'Connor, dem König von Connaught und dem letzten Mona chen von Irland ab. Er war Großgrundbefizer und liegierungsverwalter von Roscommon. jeine fönigliche Abstammung legte er großen Wert, und die Königin Viktorin wußte sich die Herzen der Irländer dadurch zu gewinnen, da sie ihn bei ihrem Besuche in Dublin mit ben Worten anrete: Wie geht es Ihnen, Vetter?" Der Verstorbene war( in treuer Anhänger des englischen Königshauses und trug bei der Krönung des augenblicklichen Königs bie irische Fahne.
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Der mißliebige Schwiegerfohn. In Pennsylvanien entlief dem Millionär R. Smith seine Tochter, und zwar mit einem jungen Mann, der Smith als Schmiegersohn nicht willkommen war. Das junge Paar vermählte sich, der Schwiegerpapa schien versöhnt und lud die Neuvermählten zu sich ein. Als nun der Schwiegersohn das Haus betrat, zog Smith einen Revolver hervor und gab vier Schüsse auf ben jungen Mann ab, der tödlich getroffen zusammenbrach und sterbend ins Hospital geschafft wurde. Eine erzürnté Menschenmenge sammelte sich vor dem Hause an und drohte Smith zu lynchen, was auch geschehen wäre, wenn nicht noch rechtzeitig eine starke Polizeimacht erschienen und Smith ins Gefängnis überführt hätte.
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Andorra will" modern" werden. Die Republi Andorra, ein kleiner Freistaat in den Pyrenäen, ist aus einem 600 jährigen Schlafe erwacht; über ein halbes Jahrtausend hat sich niemand in dem fleiuen Staatchen um die übrige Welt gefümmert. Man ließ es da draußen stürmen und toben, im eigenen Lande lebte man ruhig fort wie es Väter und Großväter getan. Der jetzige Präsident der Republik Andorra, ber das Riefengehalt von 160 Franks jährlich erhält, will ,, das Land dem modernen Komfort erschließen." Es sollen Telegraphenstangen aufgepflanzt und Fernsprechverbindungen angelegt werden. Ohne Rweifel werden dann auch die Motorwagen die Straßen unsicher machen und Gott weiß, was für andere Dinge mit ihnen einziehen.
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Ein glücklicher Schaßgräber. Der Goldschap in Bfreimd in der Oberpfalz, der vor wenigen Wochen beim Neubau des Hauses eines Schmiedemeisters gefunden wurde, Ift für 40 000 m. von den Gebrüdern Aichinger in Weiden angekauft worden. Die Schäßung des Fundes, der auch dem Münchener Nationalmuseum zum Kauf vorgelegt worden war, hat sich zwischen 30 und 60 000 M. bewegt.
= Fern von Europens übertünchter Höflichkeit. In Sydney erschien neulich ein japanisches Geschwader, dessen Befehlshaber einen australischen Senator Mstr. Dawson zur Besichtigung der Schiffe einlud. Dawson kam nicht, aber an seiner Stelle folgender Brief:„ Ich muß die Annahme ihrer Einladung ablehnen, da es von meiner Seite nur Scheinheiligkeit sein würde, wollte ich Sie mit einem Lächeln begrüßen, Ihnen einen freundschaftlichen Händedruck geben, während ich, obwohl ich Sie als tapferes und fortschreitendes Bolt bewundere, Ihnen nicht über den Weg traue. Ich glaube, daß der Taq fommen wird, an dem Australien den Tag verwünschen wird, an dem es soviel Wesen aus Ihnen gemacht hat. Das ist offenherzig, obwohl nicht gegen Sie persönlich, sondern gegen Sie als Bolt gemeint. Ob ich Recht oder Unrecht habe, wird die Geschichte zeigen." Das ist war sehr deutlich und garnicht höflich, aber wer fann Mstr. Dawson so völlig Unrecht geben?
Aus dem Gerichtsfaal.
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§ Betrugsprozeß Zander. In der Donnerstag- Nachmittagssigung wurde zunächst mit der Erörterung über die berschiedenen Weinbestellungen der Frau von Zander fortgefahren. Die Firma F. W. Borchardt in Berlin hat dem Angeklagten Weihnachten 1904 für 1265 M. Wein, Austern und Kaviar geliefert. Die Rechnung ist noch nicht beglichen.
Der
Im Februar 1904 wohnte Major von Zander_mit seiner Frau im Astanischen Hof in Berlin. Er befand sich damals in sehr bedrängter Lage und entlich vom Besitzer des Hotels 200 M. Auf Befragen der psychiatrischen Sachverständigen Professor Bonnhöfer und Professor Lesser- Berlin sagt die Zeugin Miß Thompson, die als Gouvernante im v. 3.'schen Hause war, aus: Es waren neun Dienstboten im Haushalt beschäftigt. Frau v. Zander hat häufig ihren Mann und die Dienstboten ohne jeden Grund beschimpft. Durch das viele Weintrinfen geriet fie in Aufregung und bekam dann Wutanfälle. Die schlimmsten Anfälle hatte Frau von Bander, wenn der Major zu Hause war. Sie fannte dann feine Scham vor ihren Kindern oder Dienstboten. 11. Verhandlungstag begann mit dem Punkt der Anklage, der sich auf den Verkauf des Gutes Schmögerle durch den Angeklagten v. Zander an den zweiten Angeklagten, Hauptann dem Landwehrfavallerie Lüttig, bezieht. Der Verkauf fand am 2. April 1903 statt. Der Vorsitzende hält dem Angeflagten vor, ob er sich denn bewußt war, daß seine Handlunge weise als betrügerischer Banfcrott bezeichnet werden muß, weil, als er das Gut Schmögerle verkaufte, 27 Schuldprozesse gegen v. 3. schwebten und er seine Zahlungen schon eingestellt hatte. Der Angeklagte entgegnet hierauf, der Verfauf des Gutes an Lüttig, der ihn stets unterstützt habe, sei durchaus ernsthaft erfolgt.„ Ich babe," so fährt der Angeflagte fort, ftets ebrii und chrenhaft genandelt. Aber der Untersuchungsrichter hat mich immer als einen infamen Schwindler behandelt, ja schlimmer als den Ranbmörder Hennig. Es sollen nunmehr Briefe des Angeklagter v. 3. an seine Frau verlesen werden, in denen er vom Verlauf des Mobiliars auf Gut Schmögerle an den Angeklagten Lüttig spricht. Verteidiger Justizrat Mamroth protestiert gegen die Verlesung. Sie sei unzuläffig, weil Frau v. Zander an der Sache ganz unbeteiligt wäre. Der Gerichtshof beschließt, die Briefe bezlesen zu lassen. In einem dieser Briese heißt es: Ich habe Lättig veranlaßt, die Sachen in Besitz zu nehmen, um sie der Pfändung zu entziehen. Wir müssen uns das sichern, was wir mit größter Anstrengung erjagt und ersorgt haben.' § Das Eisenbahn- Unglück bei Spremberg vor dem Reichsgericht. Das Reichsgericht hat die Revision des Stationsassistenten Etyuguß und des Weichenstellers Schmidt, die am 23. Dezember v. J. vom Landgericht Cottbus wegen Verschuldens des Eisenbahnunglücks bei Spremberg, ersterer zu 1 Jahr und 4 Monaten, letzterer zu 1 Monat Gefängnis verurteilt worden find, verworfen.
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§ Zum Tode verurteilt. Der Steindrucker Ernst Wilde wurde vom Schwurgericht in Magdeburg wegen Raubmordes zum Tode verurteilt. Wilde hat am 23 März d. J. den pensionierten Bahnwärter Hennig, der in einem an der alten Heerstraße zwischen Brandenburg und Groß- Wusterwizz gelegenen Häuschen eine Schanfwirtschaft betrieb, durch Hammerschläge und drei Revolverschüsse ermordet und beraubt.
§ Der Mord auf der Rayalp. Die Angeklagte Friederike Zeller, welche sich schon zu einem Geständnis der Morotat an der früheren Köchin Maier bequemt hat, sucht ihre Schwester Marie nach Möglichkeit zu entlasten. Sie behauptet ihre Schwester sei überhaupt nicht bei Begehung der Tat zugegen gewesen, und beschwört dies beim Andenken an ihre selige Mutter. Die weitere Vernehmung der Friederife 8. erstreckt sich auf die Ereignisse nach der Mordtat, um festzustellen, wie sich die Angeklagte und ihr Bräutigam Prohasta in den Besitz der Beute, d. H. des Vermögens der Maier zu setzen versuchten. Nach dem Motiv zu der Bluttat befragt, erklärt Friederike 8., daß sie ja gebeten habe, diese Frage nicht beantworten zu brauchen. Die Frage, ob sie aus Liebe für eine dritte Person, für Prohaska, so gehandelt habe, beantwortet sie mit Kopfnicken. Hierauf wurde mit der Beugenvernehmung begonnen.
§ Dreyfus- Prozeß. Der Generalstaatsanwalt beim Pariser Kajjationshof beantragte die Kassation des Urteils gegen Dreyfus ohne Verweisung vor ein neues Kriegsgericht.
Japanische Wunderlichkeiten.
Gegenfätze zwifchen europäischem und japanischem Geschmack. Die abgeworfene Maske. Das starke und das schwache Geschlecht. Ebrung nach dem Tode. Die verkehrte Schraube. Masseure.- Wider den Strich.
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Schlitzäugige Schönheiten. des Gegners.
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Japanische Die Kraft
Immer wieder macht das Inselreich der aufgehenden Sonne, macht Japan von sich reden. Man hat die Maste abaeworfen und sowohl in der Mandschurei durch Einrichtung
einer Zivilverwaltung, wie in Korea durch Gefangen egung bes Kaisers seine nächsten Pläne enthüllt. Der europäischen Welt wird das Reich des Mikado noch manche Nuß zu fnacen geben.
Der Gegensatz, der zwischen den Bewohnern der neuesten Großmacht im fernen Often und uns Europäern besteht, gibt nich nicht nur auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete za erfennen. Ga ist eben alles anders in Japan, und das ganze Leben auf allen seinen Gebieten liefert dafür den Beweis; wohin wir bl den, muten ima die Sitten und Gebräuche fremdartia an, ia in den meisten Fällen bilden sie den direkten Gegensatz zu der Art, wie wir Europäer das Gleiche behandeln.
Nehmen mir das Verbältnis der beiden Geschlechter zu einander. In Eurora ist das sogenannte fchwache Geschlecht in irilichkeit das starte Geschlecht. In Jaran ist das starte Geschlecht wirklich das starte Geschlecht. Galanterie gegen die Frauen gilt im Occident als etwas schönes, in Japan ale etwas lächerliches. Wenn in Japan eine rau de Hosen onbat, bat fie nur Nachteil davon. Man sieht dort wohl Frauen in Hofen, aber fie gehören nicht zu den lieblichsten ihres Geschlechts: es find Ziegelträgerinnen, weibliche Kulis, Laftträgerinnen, Schiffsausladerinnen. Dagegen gibt es in Japan nur wenia Frauen, die sich mit Stickeret beschäftigen, und eine ganze Anzahl Männer, die Sticker find.
Auch mit den Ehrungen, die man den lieben Mitmenschen erweist, verhält es sich bei den Japanern ganz anders, wie bei uns. In Europa werden die meisten Menschen während ihres Lebens mehr geehrt, als nach ihrem Tode. In Jaran beninnen umgekehrt die Ehrungen für die berühmten änner gemöhnlich erst dann, wenn sie Seelen, Ahnengeister Schußs götter geworden sind.
Vie
Bis zu den Hantierungen der Handwerker und Arbeiter läft sich der Gegensatz verfolgen. In Europa beginnt man mit dem Bau eines Hauses bei seinen Grundmauern. In Japan ist das erste, was die Bararbeiter bei Beginn ihrer Arbeten in Angriff nehmen, das Dach. Der euronäiche Tischler stößt den Hobel und stößt die Säge; der japanische Tischler zieht den Hobel oder die Säge zu sich heran. japanische Schraube bewegt sich in einer Richtung, die der Europäer als„, verfehrt" bezeichnet. In Europa öffnet sich eine Tür, indem sie sich vertikal in den Angeln dreht, in Javan pleitet der Türflügel horizontal herunter. Die euros päische Schneiderin fädelt ihre Nadel ein, die japanische Frau ,, nadelt" ihren Faden; fie bält das Ende dieses Fadens unbewen lich und vertikal und bemüht nich, auf dieses Fadenende die Nate! Hinaufzutreiben. Wenn sie näht, lißt die europäische Schnei derin ihre Nadel durch den Stoff laufen, während die jop n'sche Schneiderin den gefältelten Stoff die horizontal geha'= tene Nadel hinaufstößt. Die Masseure in Europa reiben und fneten die Must In ihres Patienten, indem sie ihre Berreaungen fast immer nach dem Herzen hin machen; die echten japanischen Masseure richten ihre Reibungen io ein, daß ihre Bewegungen das Blut nach den äußeren Gliedmaßen des Patienten hin zu treiben scheinen.
Da fann man sich nicht wundern, daß es mit dem Schreiben und Leien ganz ähnlich steht. Die Japaner schreiben von oben nach unten in vertikalen Kolonnen, die einander non rechts nach links folgen. Und ebenso, wie fie ,, wider den Strich" schreiben, setzen die Japaner ihre Säße verfehrt zusammen. E'n japonischer Satz ist ein umgestürzter, zerbacter europäischer Satz, dessen Worte von einem betrunkenen Mortfünstler mit allen Finessen durcheinandergemischt zu sein scheinen. Die japanischen Bücher beginnen dort, wo die unsrigen enden, und enden dort, wo die unsrigen beginnen; Anmerkungen und Verweisungen erscheinen oben und nicht unten auf der Seite; die Zeitungsdrucker setzen vor jeden Artifel einen großen Punkt!
Der verschiedene Geschmack in Bezug auf die Augen ist in der Rasse- Verschiedenheit begründet. Bei einer Europäerin gelten große Augen für schön, in Japan dagegen bewundert man die engen, geschlitzten Augen. Aber auch in Bezug af bie Haartracht gilt dasselbe. In Europa gilt es für hübich, wenn man schön gelocktes Haar hat. In Japan dagegen wird die geringste Wellung der Haare als eine Entstellung betrachtet.
Was aber mill das alles bedeuten gegenüber dem Cardinal- Gegensatz, der in Bezug auf die Anwendung der Kraft zwischen dem Japaner und dem Europäer beiteh. Wir wenden unsere Strait an, um uns gegen einen Gegner zu verteidigen. Die Japaner suchen bei solcher Gelegenheit die Kraft ihrer Gegner anzuwenden und zu verbrauchen. bieser Beobachtung haben wir vielleicht das Geheimnis bie ungeahnten Erfolge des Inselvoltes zu erblicken.
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entstelt. Auf der nächsten hat ber Bund der Roten Hand" nie Alexis nicht, wie ich gefürchtet hatte, tot war, sondern noch Saltestelle fand ich ein gefchidter Arzt, der ihn in BeBläke begangen, und fie mögen wohl glauben, daß ich ein handlung nahm, und heut ift er wieder munter und Beiber aber ist er für bon dem Irrtum Dinge.
Wahrscherahren, ben fie infolge Vertauschens unserer
geringen Merger griff ihn gerabe sein Freund
erhielt er einen
Durch diesen etwas feltsamen Brief wurde rief folgenden Inhalts: Mein lieber Roberts Sie haben Der schärfsten Weise an. Kurze Zeit darauf Campbell int jedenfalls meine Bemerkungen über Ihre Gemälde gelesen; doch ich hoffe, daß dieser fleine Zwischenfall feinen Einfluß auf unsere Freundschaft ausüben wird. Ihr ergebener J. Campbeд.
Nr. 154
Samstag, den 7. Jult
ische Famili
1906


