r. 260.
Rebaltion u. Hauptegpedition: Gießen, Seltersweg 83.
Fernsprechanschluk Nr. 362.
Montag, pen 5. November 1906
Gießener
15. Jahrgang
Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich).
6.
Neueste Nachrichten
( Gießener Tagsblatt)
Anabhängige Tageszeitung
( Gießener Zeitung)
für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.
Nationalliberale Landes- Versammlung
zu Darmstadt.
Es geht uns darüber folgender Bericht zu: Gestern Sonntag, den 4. d. Mts., fand im großen Saal der Turngemeinde zu Darmstadt, dem größten Saale der Stadt, eine Landes- Versammlung der hessischen nationalliberalen Partei statt, die aus allen Teilen des Landes sehr zahlreich besucht war. Von Offenbach allein
sollen etwa 120 Personen anwesend gewesen sein. Die Versammlung war einberufen worden, um gegen die Bestätigung des sozialdemokratischen Beigeordneten Gißner in Offenbach zu pro= festieren. Sie wurde um 3 Uhr von dem derzeitigen Vorsitzenden, Rechtsanwalt Dr. Osann II., eröffnet. Zunächst gedachte er der Verdienste des vor wenigen Tagen berstorbenen nationalliberalen Landtagsabgeordneten Müller um die Partei, zu dessen Ehre sich die Versammlung erhob. Sodann ging er zu dem einzigen Punkt der Tagesordnung über. Er führt aus, daß die bekannte Entscheidung des Ministeriums sehr bedauerlich sei. Die Sozialdemokratie verstehe es,
Offenbach a. M. zum Beigeordneten gewählten Stadtverordneten Eißler aus. Sie erachtet diese Bestätigung angesichts der bekannten Bestrebungen und Ziele der Sozialdemokratte und der offenkundigen, fortwährend berhezzenden Agitation nicht bloß für überaus besorgniserregend für die verfassungsmäßig und gesetzlich bestehende Staatsordnung im Reich und Einzelstaaten, wie für die darauf beruhende bürgerliche Gesellschaftsordnung, sondern erblickt in der Bestätigung eine gegen wärtige große Gefahr für die friedliche und förderliche Entwicklung des Reiches und der Bundesstaaten.
Die nationalliberale Partet erachtet es als eine öffentliche Pflicht, sich gegen diese Bestätigung eines Sozialdemokraten in der Stadt Offenbach öffentlich auszusprechen und hegt die Ueberzeugung, damit zugleich den Anschauungen, den Gefühlen und Gesinnungen des überwiegenden Teils der Bevölkerung des Großherzogtums Ausdruck zu geben.
Diese Resolution wurde einstimmig am Schluß Ueber die sehr ander Verhandlungen angenommen. -1geregte Diskussion bringen wir später Näheres.
bei Wahlen usw. ihre wahren Ziele zu verbergen. Das Zum Freifinngen Parteitag in Darmstadt.
Es
Ministerium hätte nun die Gelegenheit ergreifen müssen, um dem Volk Klarheit darüber zu verschaffen. hätte feinen Zweifel darüber lassen dürfen, daß die Sozialdemokratie deshalb zu bekämpfen sei, weil sie antimonarchisch ist, weil sie sich außerhalb der heutigen Gesellschaftsordnung stellt, weil sie im Reich die nationalen Interessen außer Acht läßt. Welche Sprache wird in der sozialdemokratischen Presse Tag für Tag gegen Reich und Bundesstaaten geführt! Die hessischen Genossen in der Kammer haben noch nicht einmal vor dem Landesfürften die gebührende Achtung. Was hilft es, daß sie an der Lösung der Finanzfragen mitarbeiten? Wenn über das Gesamtbudget abgeftimmt wird, lehnen sie es ab
Wie kann das Ministerium einen Gegner der heutigen staatlichen Ordnung in einem obrigkeitlichen Amte bestätigen?( Lebhafter Beifall.) Wenn die nationalliberale Partei gegen die Sozialdemokratie fämpft, so tue sie das aus Pflichtgefühl dem deutschen Vaterland gegenüber. Allerdings sei die Sozialdemokratie nicht mit Polizeimaßnahmen zu bekämpfen. Aber hätten in dem vorliegenden Fall nicht die heutigen Gesetze genügt, um die Nichtbestätigung möglich zu machen? Der Betreffende muß die Gewähr dafür geben, daß er sein Amt im Sinne des Gesetzes ausführt. Ist diese Gewähr gegeben? In der öffentlichen Erklärung der Regierung bermisse man den Kardinalpunkt, die Würdigung der Partei. Die Befragung des Herrn Gißner sei lächerlich. Vor allem sei es ein großer Fehler, einen Sozialdemokraten gerade in Offenbach zu bestätigen, wo die nationalen Parteien einen heftigen Kampf gegen die internationale Sozialdemokratie zu bestehen habe. Man wisse ja überall, welche Herrschaft dort der sog.„ rote Vize- Großherzog von Hessen" ausübe und gegen dessen Wille werde auch Herr Gißner nicht aufzutreten wagen. Es sei sehr bedauerlich, daß der Grundsatz Fingers: Sozialdemokraten in einem öffentlichen Amt nicht zu bestätigen, verlassen worden sei. Durch die Bestätigung des Sozialdemokraten Gißner in Offenbach muß das Volk natürlich annehmen, daß das Ministerium die Ziele der Sozialdemokratie billigt. Was will das Ministerium z. B. jetzt tun, wenn ein Beamter offen auf die Seite der Sozialdemokratie tritt?( Beifall.) Und wie wird es mit dem Oberkonsistorium gehen, das Herrn korell eine Rüge erteilt hat? Wird man ihm nicht entgegenhalten: das Ministerium hat ja doch einen Sozialdemokraten bestätigt, was wollt Ihr denn? Welche Verwirrung ist durch diesen Schritt des Ministeriums angerichtet worden? Wir müssen daher klar und deutlich aussprechen, was unsere Meinung ist. Wir müssen sagen, daß der Schritt, den das Ministerium getan hat, ein Schaden für unser ganzes Vaterland ist, und daß wir unsere lebhafte Mißbilligung darüber aussprechen.( Lebhafter, an haltender Beifall.) Der Vorsitzende verliest darauf folgende Resolution:
" Die Landes- Versammlung der nationalliberalen Partei im Großherzogtum Hessen spricht ihr tiefstes Bedauern über die Bestätigung des von der sozialdemokratischen Mehrheit der Stadtverordneten in
Es wird uns darüber folgendes berichtet:
Die Landesversammlung der Freisinnigen Partei Heffens fand gestern am Sonntag, dem 4. November statt, nachdem am Abend vorher zahlreiche Darmstädter und auswärtige Freifinnige mit ihren Damen an einem äußerst gemütlich verlaufenen Begrüßungsabend teilgenommen hatten. Die eigentlichen Verhandlungen waren von ca. 100 Vertretern aus allen Teilen des Landes besucht. Gegen 11 Uhr eröffnete der Vorsitzende des Landesverbandes, Justizrat Gallus Darmstadt, den Parteitag mit einer Begrüßung der Delegierten und der anwesenden Abgesandten befreundeter Vereine. Besonders lebhaft begrüßt wurde der vom Zentralvorstand der freisinnigen Volkspartei in Berlin erschienene Reichstagsabgeordnete kopsch, der die besten Wünsche Sodann wurden zu Mitvorsitzenden überbrachte. Justizrat Metz Gießen und Reiß- Mainz bestimmt. Darauf erstattete der Schriftführer des Landesverbandes, Henrich Darmstadt, den Jahresbericht.
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Referent machte nähere Angaben über die bisherigen Fortschritte in der Organisation und hob insbesondere hervor, daß der hessiche Landesverein die Einigung des Liberalismus in vollendetster Weise darstelle; er umfasse Angehörige aller linksliberalen Gruppen und unterstütze Kandidaten dieser Gruppen gleichmäßig bei den Wahlen. Ungeachtet der formellen Zugehörigkeit zur freisinnigen Volkspartei, die sich geschichtlich erklärt, sei der Landesberein inbezug auf seine Politik völlig selbständig und stehe den Leitungen der drei linfsliberalen Parteien gleich freundschaftlich gegenüber. Im weiteren begründete der Referent einige Resolutionen gegen die Fleischnot, gegen die derzeitige Steuerpolitik im Reiche und ferner eine Resolution, die die gesetzestreue Haltung der Regierung in der Frage der Bestätigung des Sozialdemokraten Eißnert zum Beigeordneten von Offenbach billigt.
darauf in Herr Elösser- Darmstadt vertrat wirkungsvoller Weise das Frankfurter Einigungsprogramm. Landtagsabgeordneter Reh- Alsfeld referierte über das Landtagswahlrecht in interessanter Weise. Hierauf setzte die Diskussion ein, an der sich in erster Linie Justizrat Gutfleisch- Gießen mit einer bemerkenswerten von großem Beifall aufgenommenen Rede beteiligte. Weitere Redner waren May- Bingen, Christ- Mainz, der einen Zusatz zur Resolution über δας Frankfurter Einigungsprogramm beantragte. Reichstagsabgeordneter opsch trat für ein gegenseitiges Verstehen der einzelnen freifinnigen Landesverbände und der Zentrale der Volkspartet ein und empfahl den Antrag des Landesausschusses zum Frankfurter Ginigungsprogramm in Verbindung mit dem Zusak Christ. Darauf wurde folgende Resolution ange=
nommen:
Die heutige Landesversammlung des freisinnigen Vereins für Hessen nimmt von dem Beschlusse des Zentralausschusses der freisinnigen Volkspartei bom 28. Oktober mit Genugtuung Kenntnis und hofft, daß die Parteileitungen der links liberalen Parteien am 10. und 11. November in Frankfurt zu einer Einigung bezüglich der nächsten Reichstagswahlen fommen werden.
Der Landesverein der freisinnigen Partei im Großherzogtum Hessen erkennt, unbeschadet seiner weitergehenden Forderungen, das von dem Wahlverein der Liberalen und der deutschen Volkspartei angenommene„ Frankfurter Mindestprogramm" gleichfalls als eine geeignete Grundlage für ein dauerndes Zusammengehen der liberalen Linken an und ist feinerseits bereit, unter Aufrechterhaltung seiner Selbständigkeit, mit anderen Richtungen zusammen zu wirken, die ihrerseits das" Frankfurter Mindest progamm" für sich als bindend anerkennen.
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* Die Resolution zur Steuerpolitik wurde wie folot angenommen: Die Landesversammlung des freisinnigen Landesvereins für das Großherzogtum Hessen erhebt entschieden Protest gegen die von der Reichsregierung und der gegenwärtigen Reichstagsmehrheit eingeschlagene Steuerpolitit. Ste verurteilt insbesondere die Erhöhung der die breite Masse des Volkes in ungerechter Weise belastenden Verbrauchssteuern und die Einführung von Verkehrssteuern. Die Versammlung fordert die Wideraufhebung dieser Konsumund Verkehrssteuern und deren Ersatz, soweit unumgänglich notwendige Ausgaben dies erfordern, durch die Einführung direkter Reichssteuern und den Ausbau der Erbschaftssteuer. Ebenso die Resolution zur Fleischteuerung wie folgt:
Die Landesversammlung erhebt energischen Widerspruch gegen die Untätigkeit der Regierungen gegenüber der unbermindert fortbesteherden Fleischteuerung. Sie fordert zur Deckung des Fleisch bedarfs die Zulassung ausländischen Vishes, unbeschadet wirksamer Maßregeln gegen die Einschleppung von Biehseuchen und zur Verbilligung der inländischen Fleischproduktion die alsbaldige Abschaffung aller Zölle auf Futtermittel.
Zur Resolution über die Stich wahlparole im Wahlkreise Darmstadt- Groß- Gerau entspann sich eine furze Debatte, worauf die Resolution wie folgt angenommen wurde: Die Landesversammlung erklärt, in Rücksicht auf die reaktionäre Haltung der hessischen nationalliberalen Abgeordneten, ihre rückhaltlose Uebereinstimmung mit den Beschlüssen des freifinnigen Landesausschusses für Hessen und des Ausschusses des südwestdeutschen Verbandes der freifinnigen Volkspartei bezüglich der Haltung der bereinigten Liberalen bei der Reichstagserfazwahl im Wahlkreise Darmstadt- Groß- Gerau.
Die Bestätigung des Beigeordneten Eißnert Offenbach wurde mit einer Stimmenthaltung wie folgt gebilligt:
in
Die Landesversammlung erkennt die von der Großh. Regierung bei der Bestätigung des Beigeordneten Eisnert in Offenbach eingenommene Haltung als eine dem Geiste der Verfassung entsprechende, die Gleichheit der Staatsbürger vor dem Geseze und das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden gleichmäßig achtende an. Sie verurteilt die von reaktionärer Seite unternommenen Versuche, die Regierung von dem Wege der Gerechtigkeit und Gesezestreue abzudrängen, die lediglich geeignet sind eine Verschärfung der Klassengegensätze in unserem Lande herbeizuführen.
Zur Wahlre& tsfrage äußerte sich die Versammlung, indem sie eine Resolution annahm des Wortlautes: Die Landesversammlung fordet die alsbaldige Einführung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts für die Wahlen zum hessischen Landtag und legt entschieden Verwahrung dagegen ein, daß die Reform des Wahlrechts durch Preisgabe von Volfsrechten oder Erweiterung der Rechte der Ersten Kammer erfauft werde.
Der Zusatz zu den Statuten lautet wie folgt: Dem Landesausschuß gehören ferner an die freisinnigen Abgeordneten des hessischen Landtages, die im Großherzogtum wohnenden freifinnigen Reichstagsabgeordneter und je ein Vertreter der dem Landesverein angeschlossenen Ortsvereine.
Die Ausschuß mitglieder wurden nach dem borliegenden Antrag gewählt.
Als Ort der nächsten Tagung wurde Gießen bestimmt.
Darauf fanden die Verhandlungen gegen 2 Uhr ihr Ende, und es folgte ein gemeinschaftliches Mittagessen. Um 4 Uhr fand im Kaiserfaal eine öffentliche Volksversammlung statt, in der als Referenten Pfarrer Korell- Königsstädten, Reichstagsabgeordneter Ropsch und Justizrat Dr. Gutfleisch Gießen auftraten.
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Das gibt ein Auffehen und Reden, ein Fragen weiß nicht, was dabei herauskommt.
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und pten bei bir in der Höhle, bis du abziehst; da wird
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er fich gut halten. Ich werde dirs schon sagen lassen,
Schicke ich
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Sohn. Hand hinten in der letzten Ecke des Wagens eine Bucht geauch nicht allein zurückbleiben. Für die letzteren wurde furzerBiege ein Lamm bekommen, und die Hühner konnten doch genommen fein wollte. Am Montag dieser Woche hatte die Play auf dem Wagen gefunden hätte hinter Mutter und Aber es war noch jemand anders da, der auch mit
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auf 32 Detnuten
Minuten, blé lé
lamen. Es war zwanzig Gestatten
Uhr in Anspruch nehme. Minuten nach zwölf genaue Beit, als Sie bei mir bleiben, 10 Schilling zu zahlen. Sie, Herr Doktor, daß ich Sie bis sieben Minuten nach vier Ich bin also entschlossen, Ihnen file 82
Er reichte mir mit ernster Miene einen Sovereign,
er bereits große bitamente
Er erzäbite war, ba
doch mehr angreifen, als bon ungewöhnlicher Starter
erst dahin brächte, es zu nerlaubte. Wenn ich ihne
Mengen aller befannten fchlafgebenben te eingenommen habe, aber dieses Mebitament war
nur
abgeschlagen, daß ich nicht mehr baran denken fonnte, es ihm Er hatte es mir rundweg


