Ausgabe 
3.11.1906 Erstes Blatt
 
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Nab und Fern.

Dem Richter entrückt. Der Stadtverordnete Lehrer Drischel aus Breslau wurde im Klosettraum eines Eisenbahn­zuges der Richtung Breslau- Strehlen erschossen aufgefunden. Drischel, der Mädchenschullehrer war, hat wegen sittlicher Berfehlungen in der Schule Selbstmord verübt.

Großfeuer in Aachen. Durch ein nachts ausgebrochenes Schadenfeuer wurde in Aachen das Rohmaterialienlager der Firma Josef Königsberger, einer der bedeutendsten Textil­firmen Westdeutschlands, vernichtet. Auch in anderen Fabriken müssen die für die Firma Königsberger laufenden Webstühle bis zur Beschaffung eines neuen Lagers stillstehen.

Im Wahnsinn. In Aarau erschoß ein aus der Fremde zurüdgefehrter Sohn des Gymnasiallehrers Winbeler in einem Anfall von Geistes gestörtheit seine Mutter, seinen Schwager Bandi und sich selbst.

+ Unwetter in Südeuropa. Die furchtbaren Stürme und Wolfenbrüche, die Südeuropa heimgesucht haben, richteten überall große Schäden an. Es liegen folgende Meldungen vor:

Zoulon, 2. November. Ein furchtbarer Sturm hat auf der Insel Hyères große Verheerungen angerichtet. 70 Häuser sind eingestürzt, zahlreiche Familien obdachlos. Rom, 2. November. Infolge starter Wolfenbrüche hat der Lavaschlamm vom Vesuv die Abhänge des Berges überschwemmt und die Gärten zerstört. In Resina und Sangiovanni wurden viele Häuser unter Schlamm gesetzt.

Neapel, 2. November. Der heutige Frühzug somie die Trambahnen blieben im Schlamm stecken und mußten den Dienst einstellen. Der Sturm vollendete das Zer­störungswert. Die Lava hat ein 40 Meter langes Dach des Gasometers fortgetragen.

Wien, 1. November. In Abbazia wütete ein heftiger Siroffo, verbunden mit gewaltiger Sturmflut und einem Wolfenbruch, wodurch die vordere Hälfte der großen Mole zerstört wurde, sodaß die Schiffahrt für längere Zeit unterbrochen wird. Auch sonst wurde großer Schaden angerichtet.

Verloren und wiedergefunden. Von einem französischen Segler wurde nahe den Casquette- Inseln das seit sieben Monaten verschwundene Fischerboot Christoph Columbus" angesprochen, welches man allgemein als verloren betrachtet hatte. Die Besaßung ist seit Monaten den fürchterlichsten Entbehrungen ausgesetzt gewesen. Troßdem weigerte sich der Kapitän des ,, Columbus", sein Schiff in Schlepptau nehmen zu lassen, und nahm nur Vorräte von Fleisch und Trink­wasser entgegen. Das Schiff war mit Muscheln vollständig bedeckt und besaß feinen einzigen Mast mehr.

Felssturz auf der Bahnstrecke. In der Nähe der Station Lic der Bahnstrecke Agram- Fiume stürzte ein großer Felsblock auf einen gerade passierenden Eisenbahnzug. Die Lokomotive sowie mehrere Waggons wurden schwer beschädigt, mehrere Eisenbahnbedienstete verletzt. Der Materialschaden ist groß, der Eisenbahnverkehr völlig unterbrochen.

+ Hauseinsturz. Während einer Nachlaßauftion in einem alten Hause in Strabane bei London stürzte der Fußboden des im ersten Stock gelegenen Spenjejaales ein. Fast sämt= liche Anwesenden wurden in das Erdgeschoß herabgeschleudert. Neber 30 Personen wurden schwer verletzt und einige von ihnen liegen hoffnungslos danieder.

Nach 32 Jahren begnadigt. Vom Prinzregenten von Bayern wurde der Maurer Nikolaus Müller begnadigt, der 1875 seinen Kollegen, den Maurer Ed, ermordet und seiner aus einigen Mark bestehenden Barschaft beraubt hatte. Er murde seinerzeit vom Schwurgerichte zum Tode verurteilt, [ päter aber zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Infolge seiner guten Führung in der Anstalt erhielt er jetzt die Frei­heit wieder. Müller ist inzwischen 52 Jahre alt geworden.

+ Mit Chankali vergiftet. In eigenartiger Weise beging in Berlin der Barbier Wernicke Selbstmord, der vor einigen Wochen ein Friseurgeschäft eröffnet hatte. Während er einen Kunden zum Rasieren bereits eingeseift hatte, brach er plöz­lich unter heftigen Zuckungen zusammen. Der Kunde eilte zur Polizei. Die Schußleute fanden den Barbier bereits leblos vor. Wernicke war an einer Chankalivergiftung ber­storben. Er war jedenfalls durch schlechten Geschäftsgang zur Ausführung der Tat getrieben worden.

Meuternde Chinesen im Stettiner Hafen. Auf dem Hamburger Dampfer Syfang", der mit einer Ladung Phosphat von Ocean Island( Australien) in Glienfen bei Stettin eingetroffen ist, verweigerte am Mittwoch die in Singapore angemusterte, aus 24 Chinesen bestehende Mann­schaft die Arbeit und begab sich vorgestern nach der Stadt, in der Absicht zu desertieren. Die Leute wurden indessen wieder zum Schiffe zuückbefördert. Gegen Abend bewaffnete sich ein Teil von ihnen und drang auf den Kapitän und die übrigen Schiffsoffiziere ein, wobei ein Maschinist schwer verletzt wurde, es gelang, die Rädelsführer, 5 an der Zahl, dingfest zu machen und in das Gefängnis zu bringen.

+ Ein verhängnisvoller Mißgriff. Die Flößersehefrau Göppner in Wallenfels hatte das Mittagessen statt mit Pfeffer, irrtümlich mit Insektenpulver gewürzt. Nach der Einnahme der Mahlzeit erfrankte die aus sieben Köpfen bestehende Familie derartig, daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Glücklicherweise besteht bei keinem

Lebensgefahr.

Bunte Tages- Chronik.

eine

Samter, 2. November. Der Förster Kiau aus Forsthaus Pfaffenberg wurde gestern früh in seinem Jagdrevier von Wilddieben erschossen aufgefunden. Die Mörder find ent tommen.

Trier, 2. November. Bei der Vornahme von Zielübungen wurde der Vizefeldwebel Lünsmann des 29. Infanterie­regiments erschossen. Es liegt Selbstmord vor. Der Vize­feldwebel hatte selbst das Gewehr für den übenden Soldaten mit einer scharfen Patrone geladen.

Arnsdorf i. Böhm., 2. November. Ein großer Brand bernichtete gestern die Kirche, das Pfarrhaus und zwei Wohn­häuser mit Scheuern und Nebengebäuden. Der Altar und die Orgel der Kirche sind verbrannt, das Innere der Kirche ist demoliert.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Major Zander vor dem Reichsgericht. In dem sensationellen Prozeß wider den Bezirkskommandeur und Major a. D. Zander hatte, wie erinnerlich sein dürfte, sowoh! der Verteidiger als auch der Vertreter der Anklagebehörde Revision eingelegt. Der Staatsanwalt bemängelte die nicht ausreichend konkrete Fassung der Schuldfragen, der Ver­teidiger, Justizrat Mamroth, erblickt eine Verlegung der

Strafprozeßordnung darin, daß nicht alles Beweismateria berlesen wurde.

Der 4. Senat des Reichsgerichts verwarf beide Revisionen. Major von Zander wird wegen des Falles Moll beim Landgericht Breslau das Wiederaufnahmeverfahren be­antragen.

§ Der Sokol- Prozeß vertagt. Der große politische Prozeß gegen 22 Sofolmitglieder, unter denen sich Rittergutsbesiger von Koscielski und Reichstagsabgeordneter von Chrzanowski­Posen befinden und der in Gnesen stattfinden sollte, ist auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Der Prozeß wurde be fanntlich wegen Vergehens gegen das Vereinsgesetz durch Veranstaltung eines Sofolfestes im Koscielstischen Parke eingeleitet.

8 Die Flucht des Raubmörders Hennig bat nun auch das Reichsgericht in Leipzig beschäftigt. Es verwarf die Re­vision der Berliner Schußleute Petschat und Wolf, die am 30. Mai d. J. von dem Landgericht I Berlin wegen fahr­lässigen Entweichenlassens des Raubmörders Hennig zu 300 bezm. 100 Mart Geldstrafe verurteilt worden waren. Nach­dem nun in dieser Sache das Reichsgericht endgültig ent­schieden hat, dürfte Hennigs letzte Stunde bald geschlagen haben. Die Hinrichtung des Raubmörders wird voraussicht­lich noch in dieser Woche stattfinden.

§ Giftmordprozeß Heusler. Von Interesse waren die mun beginnenden Gutachten der Sachverständigen. handelt sich hierbei um die Bekundungen der drei bekanntesten deutschen Psychiater, der Professoren Dr. Kräpelin- München, Dr. Aschaffenburg- Köln und Dr. Freiherr von Schenk- Nozing­München. Als erster Sachverständiger erklärt Medizinalrat Dr. Hoffmann: Daß in dem Kaffee der Wagner Salzsäure war, ist ziweifellos. Eine andere Frage ist, ob und wieviel sie davon getrunken hat. Die Diagnose im Krankenhause lautete auf Vergiftung mit Salzsäure, und ich gestehe offen, daß ich nach Lage der Umstände in ähnlichen Fällen das auch angenommen hätte. Der Psychiatec Prof. Dr. Kräpelin er flärt in seinem ausführlich begründeten Gutachten, die Minna Wagner sei zur Zeit, als sie im Maximilian- Stifte diente, psychopatisch minderwertig gewesen. So müßte auch die Frage, ob sie im Hinblick auf ihre frankhaften Eigenschaften fähig war, sich selbst ein Leid anzutun und andere in Vers dacht zu bringen, bejaht werden. Der Sachverständige glaubt, daß Minna Wagner bei der Schwurgerichtsverhandlung einen wissentlichen Meineid begangen hat. Der bekannte Psychiater Professor Dr. med. Aschaffenburg stimmt mit dem Sach­verständigen Kraepelin darin überein, daß auch bei ihm un­mittelbar nach Abschluß der vorigen Verhandlung die Ansicht auftrat, hier könne möglicherweise eine Unschuldige auf Grund der Aussagen einer Hysterischen hin verurteilt worden seien. Sachverständiger Prof. Dr. Gudden- München muß entschieden das Vorhandensein von Hysterie bei der Wagner bejahen und stimmt mit den Gutachten und Kraepelin und Aschaffenburg bollkommen überein.

§ Ein Offizier der Heilsarmee, der Tischler Holder, wurde von der Straffammer in Lauban wegen Sittlichkeits­verbrechens zu einem Jahre Gefängnis verurteilt.

§ Ein dreijähriger Knabe im Gefängnis. Von dem Ge­schworenen- Gericht in Weißfelden im Kanton Thurgau ist ein drejährig er Knabe, der aus einem Laden einige Spielsachen entwendet hatte, zu drei und einem halben Monat Gefängnis verurteilt worden. Der kleine Junge antwortete auf die Fragen des Richters, daß er an einem Spielwarengeschäft borbeigegangen sei und einige von den in der Tür hängenden Sachen mitgenommen habe, um zu Hause mit seinem Schwesterchen zu spielen. Zum größten Erstaunen des ganzen Gerichtshofes sprach der Richter das Urteil und veranlaßte die sofortige Ueberführung des Kindes ins Gefängnis.

§ Der Banknotenfälscher Schapira wurde vom Wiener Schwurgericht wegen Verausgabung und Verbreitung falscher Banknoten zu fünfzehn Jahren schweren Kerkers verurteilt, die Mitangeklagten Fisch zu acht, Piepes zu vier, Schwalb zu drei Jahren und Ausweisung, die Angeklagten Baum­garten und Butterweich wurden freigesprochen.

Lokales.

** Mittwoch, den 7. November, bormittags 9 Uhr be­ginnend, findet eine Sigung des Provinzial- us schusses mit folgender Tages- Ordnung statt: 1. Wirtschafts­betrieb des Kaspar Baier zu Bad Nauheim; hier Antrag auf Ronzessionsentziehung.- 2. Verunreinigung eines Brunnens cuf der Hofraite des Wilhelm Born zu Friedberg Fauerbach. 3. Der Straßengraben an der Kreißstraße Fauerbach bei Friedberg nach Dorheim; hier Beschwerde der Firma Ge­brüder Ulrich. 4. Retiamation des Georg Schmiedberger zu Friedberg gegen die Berechnung der Straßenbaukosten der Dieffenbachstraße.

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? Konzertverein Gießen. Wie im vorigen Jahre, eröffnet der Konzertverein seine Saison erfreulicher­weise mit einem Symphoniekonzert, in welchem im wesent­lichen unsere Klassiter zu Worte fommen: Haydn, Mozart, Beethoven, außer ihnen Schubert, Schumann und von modernen Komponisten derjenige, welcher den Klossitern als Vertreter der absoluten Musik noch am nächsten steht, Joh. Brahms. Die gewaltige Ouverture Zur Weihe des Hauses" op. 124 eröffnet, die ewig jugendfrische, heitere Rilität symphonie Nr. 11 Haydn's beschließt den Abend, während Schuberts herrliche, leider unvollendete Symphonie in H- moll in der Mitte des Programmes den orchestralen Höhepunkt bildet. Die genannten Orchesterwerke sind jedem Musikfreunde wohl so bekannt, daß es überflüssig erschemen dürfte, des Näheren auf sie einzugehen. Jedenfalls wird in einer Zeit, zu der man in musikalischen Kompositionen sich neuerdings leider zu sehr von dem Boden der absoluten Musit zu entfernen be­Arebt es sei nur an Reger u. A. erinnert ein Programm, wie das g nannte, für jeden wahren Musit­freund ein Labsal bedeuten! Die Solistin des Abends, die treff.iche Geigerin Fri. Wietroweß aus Berlin, welche wohl zu den ersten Vertreterinnen ihres Faches gezählt werden darf, hat ihr Programm dem obigen entsprechend angepaßt und wird das herrliche A- dur- Violinkonzert von Mozart, sowie einige Stücke von Schumann und Brahms spielen. Auch hier ist mit Freuden zu begrüßen, daß die Künstlerin uns, wie vor einigen Jahren ihre Kollegin Frl. Ferchland aus Berlin, eins der herrlichen, leider im Konzertsaale viel zu wenig gespielten Mozartschen Biolin

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die ihm gebühr fiber. Bu biele bere Bufammentin D Ortenberg. arttee" führten e n. Der Biertem erordentlich hoch.

Ronzerte bietet und im Uebrigen auf Stücke von äußer Ichem Effekt verzichtet, welcher Umstand gerade ihre große in allen Stücken bereits anerkannte Kunst verrät. Daß dies Programm von Herrn Universitätsmusit. direktor Trautmann mit befanuter Gründlichkeit berarbeitet ist, braucht wohl nicht erwähnt zu werden. Auf jeden Fall wird in diesem ersten Konzert Jeder, der wirklich gute Musit liebt und gerne hört, auf seine Rechnung fommen. Wünschen wir also dem Konzertverein, dessen gediegenes wurde, ein volles Haus für sein Eröffnungstonzert.

Winter programm neulich im Auszug bereits veröffentlicht M. raft ab; 2et

tt. Stadttheater in Gießen. Da die Volks

Direktion auf vielseitiges Ersuchen hin für Sonntag, den

Mt. und noch me Rinboleh. Schöne

*

Mainz, 2. No

bon

vorstellung des weißen Röß18" am vergangenen Mitten und balb bei fa woch sich so starken Zuspruchs zu erfreuen hatte, daß viele für 7 bis 8 2 Theaterluftige zurückgewiesen werden mußten, so hat die 30. ersielt 4. Nov., nachmittags 31, Uhr eine Wiederholung des beiherrn liebten Luftspieles angefeßt. Die Preise sind sehr ermäßigt en freireligiöfen ( Parkett 50 Pfg.). Am Sonntag.Abend geht Heinrich origen Monat vie Laubes Graf Essex" in Szene. Die Tittelrolle spielt diesentlich damals vor mal Direttor Steingötter, der die Partie früher an größeren Erme aus Frankfu r In dem am vergangenen Sonntag eröffneten Restaurant freireligiofe Gemei

Bühnen mit schönem Erfolg gespielt hat.

für alkoholfreie Getränke findet tonzert statt.

fin. Sept hat er

heute Abend Frei rengen laffen.-

nz. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, ist im Auto­matenrestaurant zu Gießen ein Kinematograph aufge stellt worden, dessen Vorführungen sehr nett sein sollen.

* Die Zustände im Großherzogtum Hessen werden von einem Mitarbeiter der Jugend" folgendermaßen gloffiert:

Nein, was doch im Großherzogtum Hessen Für beklagenswerte Zuständ find! Beinah fönnte es der Mensch vergessen, Daß man sich im Deutschen Reich befindt!

Schon die Kunft ist dort von ganz moderner Richtungslosigkeit, soviel man hört,

Sodaß niemand auf Professor Werner, Begas und dergleichen Meister schwört.

Auch die Sittlichkeit liegt schwer barnieder! Bilder werden selten fonfisziert, Und es soll geschehen hin und wieder Daß sich Kinder baden, ungeniert!

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Schrecklich ist der Zustand, der soziale! Enmal sprach sogar, berichtet man, Der Herr Großherzog bei einem Mahle Eigenhändig einen Sozi an!

Aber hört das Höchste: Einem Roten, Der als Beigeordneter gewählt,

Hat der Staat Bestätigung geboten! -- Ja! Das hat gerade noch gefehlt! A. D. N.

Fraberr bief n Anspru

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Gegen den Taglob er megen Rüdfalldiebfta me tidhuldigten Ausblei Shilinge Wilhelm F Raiden find in die Räu Badule zu Nidda Bb int n, die mit ein

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id: aber das Drücken

um Freispruch, abe

fage Berufung der St 1 M., da auf de * Ueber die Beförderung der Unteroffiziereh das Drüden im Frieden sind neue Bestimmungen in Straft getreten, die die soziale und wirtschaftliche Lage der Unteroffiziere wesentlich verbessern. Unter Gewährung der höheren Ge bührnisse dürfen nach 51/ 2jähriger Dienstzeit in etatsmäßigen Stellen befindliche Unteroffiziere zu Sergeanten befördert werden. Nach 9jähriger Dienstzeit dürfen in etatsmäßigen Stellen befindliche Sergeanten zu Vizefeldwebeln oder Bize wachtmeistern ernannt werden. Von den in der Kompagnie mit der Waffe dienenden Sergeanten darf jedoch in jeber Kompagnie nur je einer zum Bizefeldwebel oder Vizewacht meister befördert werden. Den Sergeanten, die infolge dieser Beschränkung von der Beförderung ausgeschlossen bleiben, dürfen die höheren Gebührn sse aewährt werden. Ohne Ge währung der höheren Gebührnisse dürfen nach 9monatiger Dienstzeit einjährig freiwillige Sefreite, die sich besonders auszeichnen, zu überzähligen Uuteroffizieren befördert werden.

* Muster wahlrecht. Im Landtagswahlfreis Berlin 3. befindet sich der Bezirk 799. Dort wohnt die Familie Bözow( Brauereibesitzer und Gutsbesizer). Dort wählt als erste klasse ein Herr Bözow und als zweite Klasse ein anderer Bözow und alle anderen 571 Wähler sind dritte Klasse! Die zwei Herren Bözow wählen doppelt fobiel als alle 571 anderen Wähler. Das ist das preußische Wahlrecht!

*

8immerertag. Am morgigen Sonntag, vorm. 11 Uhr, findet in Bad Nauheim, Restauration Turnhalle", die Generalversammlung des Verbandes Hessischer Zimmer meister, sowie eine allgemeine Zimmermeister- Bersamm lung statt.

* Der Verband der Rettungshäuser in Hessen und Hessen Nassau hielt am Donnerstag in Fcarffurt seine achte Hauptversammlung ab. In der Vormittagsfizung wurde über die Pflege der aus der V hre entlassenen 8wangs und Fürsorgezöglinge beraten. Geh. Regierungsrat Landes. rat Dr. jur. Osius aus Kassel machte längere Ausführungen über dieses Thema und bezeichnete es als erwünscht, daß die Anstalten über ihre früheren aus der Lehre entlassenen Bög linge die Aufsicht behalten.

* Das Frauenturnen, ein in langsamem, aber stetig fortschreitenden Wachstum befindlicher junger Zweig am mächtigen Baume der Deutschen Turnerschaft, bietet in den ver schiedenen Gegenden Deutschlands noch ein sehr verschieden artiges Bild seiner Entwickelung dar. Am höchsten steht das Königreich Sachsen mit über 10 000 Mitgliedern in 33 Bereinen. But bestellt ist es weiter noch im Norden und Often mit dem Frauenturnen, am schlechtesten im Süden und Westen. Der Mittelrheinkreis, einer der größten der Deutschen Turnerschaft, zählt nur 1405 Mitglieder, die sich auf 42 Vereine verteilen, das ist faum der 20. Teil aller, sodaß ihn Sachsen um das mehr als Sechsfache über­trifft. Nur ein reis, der Oberrhein, steht noch tiefer. Da bei sind die Abteilungen in Noro- und Mitteldeutschland bedeutend stärker und zeichnen sich durch fleißigeren Besuch

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Louis Rothenbe

Steuenweg 23.