Der Kaiser ist Dienstag von seiner Nordlandreise heimgekehrt. Vormittag 91/2 Uhr lief unter dem Donner ber Festungsgeschüße der Dampfer„ Hamburg" mit den Begleitschiffen ,, Leipzig" und„ Sleipner" in Swinemünde ein. Einheimische und Badegäste bereiteten dem Monarchen Stürmische Ovationen.
Die Gäste des Kaisers auf der Nordlandreise reisten nachmittag ab. Gegen 5 Uhr traf die Iduna" mit der Kaiserin, den Prinzen Oskar und Joachim und der Brinzessin Viktoria Luise an Bord zur Begrüßung des Kaisers in Swinemünde ein.
Soziales Leben.
× Fortdaner des Buchbinderkampfes. Die ausftandigen Buchbinder in Stuttgart beschlossen, daß der Streif entgegen dem Beschluß, die Arbeit wieder auzufnehmen solange fortgesetzt werden soll, bis die Arbeitgeber die schriftliche Erklärung abgegeben hätten, daß sämtliche Buchbindereiarbeiter innerhalb zwei Wochen ausnahmslos wieder eingestellt werden. Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes erklärte, daß, falls in Stuttgart die Arbeit nicht wieder aufgenommen werden sollte, die Buchbindereiarbeiter in Berlin und Leipzig, die die Arbeit bereits aufgenommen haben, wieder ausgesperrt werden würden.
× Die Wertzuwachssteuer für den Vorort Weißensee ist bom preußischen Finanzminister nach Anhörung des Provinzial Steuer- Direttors bis auf zwei unwesentliche Aenderungen in der Vorlage genehmigt worden. Diese Nachricht dürfte andere Vororte ebenfalls zur Einführung der Steuer veranlassen.
Deer und flotte.
Die Kopfstärke sämmtlicher deutscher Marineteile wird für 1907 zum ersten Male die Höhe von 45 000 Mann überSchreiten. Vor zehn Jahren betrug dieselbe rund 22 000 Mann, d. h. das Flottenpersonal hat sich in den letzten zehn Jahren seit dem Infrafttreten der Flottengeseze, mehr wie berdoppelt.
Aus den Parlamenten.
Bayerischer Landtag. In der Kammer der Rei eräte machte Prinz Georg von Bayern der Regierung einen schweren Vorwurf daraus, daß sie den Landtag zu einer Nachsession einberufen wolle, um das Wassergesetz zur Erledigung zu bringen. Der Prinz bezeichnete es als einen schweren Präzedenzfall und als eine Prämie für den schleppen. den Gang der Landtagsverhandlungen, wenn eine Nachsession gewährt werde, und bezeichnete das Zurückweichen der Regierung vor der Kammer der Abgeordneten als ein Zeichen ber Schwäche, einen Vorwurf, den der Ministerpräsident Graf Feiligsch im Namen des Gesamtministeriums entschieden zu rückwies, indem er betonte, daß es sich lediglich um die Fertigstellung eines einzigen Gesetzes in einer ganz be schränkten Nachsession handle, aus der Konsequenzen für die Butunft nicht entstehen könnten.
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Der fall Tippelskirch.
Die aufsehenerregende Affäre des Major Fischer, dem man zu intime Beziehungen zu der Firma Tippelskirch& Co. vorwirft, hat einem Teile der Presse Anlaß geboten, von einem Panama in der Kolonialverwaltung" zu sprechen. Nun, ein Panama ist der Fall Fischer, oder wie er besser heißen sollte, der Fall Tippelskirch, noch lange nicht. Es hat in allen behördlichen Verwaltungen zu jeder Zeit Leute gegeben, die ihre Pflicht vergessen und über das Wohl des Staates das eigene Portemonnaie gestellt haben, und es wird stets solche Leute geben, solange der Beamte eben nur Mensch ist und menschliche Schwächen besitzt. Der Fall Tippelskirch ist kein Panama, sondern ein Bild glänzenden Elends und eines Familienlebens, daß der Pikanterie nicht entbehrt.
Von einer Seite, die mit den in Frage kommenden Personen und Verhältnissen vertraut ist, geht uns nachstehende zusammenfassende Schilderung zu:
der Fiskus in der Eat, wenn man die Sache so betrachtet, nicht geschädigt. Aber der Firma paßte der Extraverdiens. aus den guten Preisen sehr gut und um die Verlängerung des für sie günstigen Vertrages zu befördern, fam es ihr auf ein paar tausend Mark Darlehen an den lieben Freund Fischer nicht an, wie es diesem auch nicht darauf anfam, das Geld zu nehmen, obwohl es eigentlich gegen den Ehrbegriff, den jeder Mensch und speziell der Offizier haben soll, verstieß.
Und nun kommt das Pikante an der Sache. Die Untersuchung über den Fall Tippelskirch- Fischer wurde durch eine Dame veranlaßt. Wer aber war die Dame? Niemand anders als Frau v. Tippelskirch, ihres Gatten unbequeme Nachbarin am Ulmenplay in Lichterfelde. Die Beziehungen der Gatten zu einander werden dadurch vermutlich nicht inniger werden. Der Umstand, daß diese Anzeige, die zur Einleitung der Untersuchung gegen den Major Fischer und zu seiner Jnhaftierung führte, von außen erstattet wurde, dürfte freilich verhängnisvoll noch für einige andere Herren aus der Kolonialverwaltung werden, besonders da der Kaiser rücksichtsloses Verfahren in der Angelegenheit befohlen hat. Sollte außerdem der Firma v. Tippelskirch nachgewiesen werden, daß die Duzfreundschaft Fischer- Tippel mit der ewigen Pumpe" in Beziehung zu der Bewilligung der hohen Preise für die Koloniallieferungen stehen, wie die Fama annimmt, so würde allerdings der Staat nicht umhin fönnen, die Verträge mit der Firma sofort zu lösen. Das wäre die weitere Entwickelung des Fall Tippelsfirch."
Im Villenviertel des Berliner Vororts Gr. Lichterfelde stehen in der Bismarckstraße zwei schmucke Landhäuser. Das eine, No. 15/16, bewohnt Herr H. v. Tippelskirch, der Urheber der Firma Tippelskirch& Co., während in No. 19 Herr Major Fischer wohnt. An das v. Tippelskirchsche Haus aber grenzt ein anderes, ebenso schmuckes, in dem Frau v. Tippelskirch residiert. Um die drei Häuser schlingt sich ein ,, anmutiger" Kranz von Histörchen, die nicht einmal immer erfunden, sondern oft auch wahr sind. Denn Frau v. T. lebt seit Jahren getrennt von ihrem Gatten, der vergeblich die Scheidung erstrebt, dem aber die Nachbarschaft seiner Frau die Gärten beider Villen stoßen aneinander- reichlich unangenehm ist und der gern sein Haus, sogar für den billigen Preis von 48000 Mark verkaufen möchte. Umso angenehmer war aber dem Herrn v. Tippelskirch die Nachbarschaft des Major Fischer, mit dem ihn eine innige Duzfreundschaft verband. Und nun finden die bösen Seelen etwas dabei, daß der Herr Major, der sich öfter- oder sagen wir immer in Geldverlegenheit befand, seinen lieben Tippel" hier und da anpumpte. Zuerst waren es fleine Sümmchen, die auch zurückgezahlt wurden, dann kamen Darlehne von 1-2000 Mark und mehr und schließlich war die Schuldsumme auf mehr als 100 000 Mark angewachsen, ein Betrag, den der Herr Major faum jemals zurückerstatten könnte. Vielleicht hat Freund ,, Tippel" allerdings nie auf Rückzahlung gerechnet. Denn der Herr Major war Vorstand der Bekleidungsfommission für die Schußtruppen und die Firma Tippelskirch hat einen Monopolvertrag mit dem Reiche, der sie zur Lieferung aller Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände für die Kolonialarmee bis 1911 verpflichtet und den sie recht gern weiter verlängern möchte. Es ist nun auch eine offene Frage, wie die Firma diesen Vertrag erlangt hat. Denn man munfelt, daß selbst in der Kolonialverwaltung sich Stimmen entschieden gegen den Vertrag erhoben haben, daß aber Major Fischer diese Warner beschwichtigt habe, und man munfelt nicht mehr, sondern man spricht es offen aus, daß die Firma T. dem Reiche Preise abgenommen habe, die sie unter anderen Urständen nicht bekommen hätte. Indessen das ist nicht weiter aufregend. Es ist Sache des Kaufmanns, aus seiner Bure soviel herauszuschlagen, wie er kann und sich nach bewährtem Rezept den alten Wahlspruch„ suum cuique" auszulegen in Nimm, was du friegen kannst!" Den Vorwurf schlechter Lieferung kann man der Firma T. ja nicht machen, also ist
Nab und fern.
† Ein kaiserliches Gedenkblatt. Allen Mädchenschulen, deren Schülerinnen sich an der Sammlung für die dem Kaiser zur Verfügung gestellte Flottenspende beteiligt haben, ist jetzt seitens des Hofmarschallamtes ein Gedenkblatt übermittelt worden, das die eigenhändigen Namensunterschriften des Kaisers und der Kaiserin trägt.
† Mordanschlag aus verschmähter Liebe. In Charlottenburg hatte die Frau eines Kaufmanns, eine sehr eraltierte Dame, zu dem bedeutend älteren Hauswirte eine frankhafte Neigung gefaßt. Wiederholt suchte sie diesen in seiner Wohnung auf, und als Grund für ihre Besuche mußte die Ueberbringung des Mietzinses herhalten, den sie in kleinen Raten brachte. Da der Hauswirt ihren Annäherungsversuchen gegenüber unnahbar sich erwies, verschaffte sich die Frau einen Revolver und nachdem sie sich Mut angetrunken hatte, verübte sie auf den Unglücklichen ein Attentat. Sie traf ihn unterhalb des linken Auges, doch ist Hoffnung, daß der Verwundete mit dem Leben davonkommt. Die egaltierte Frau wurde verhaftet.
† Durch Hornissen getötet. In Neudorf badete eine Anzahl Knaben im Mühlenbach. Einige stiegen an Land und stocherten Hornissen auf, die dort ihre Nester in der Erde hatten. Voller Wut fielen die Tiere über die Knaben her. Einige sprangen ins Wasser und retteten sich durch Untertauchen vor den gefährlichen Feinden. Die fleineren rannten dem Dorfe zu und wurden von den Insekten fürchterlich zugerichtet. Die Kinder waren durch Stiche in Mund, Nase, Ohren und Augen schrecklich entstellt und liegen schwer danieder. Einer ist sogar den Stichen erlegen.
† Das Geständnis auf dem Sterbebette. Vor etwa vierzig Jahren ist in Eberswalde ein Fuhrmann Namens Lumpe im Stall erhängt gefunden worden. Obwohl für einen Selbstmord feinerlei Ursache erkennbar war, mußte man doch annehmen, daß der Mann selber Hand an sich gelegt habe. Jezt hat fürzlich auf dem Sterbebette ein Einwohner von Eberswalde gestanden, daß er mit einigen Komplizen Lumpe aufgehängt habe. Sie hatten einen anderen Mann erschlagen, und als sie dessen Leichnam im Dung verscharren wollten, war Lumpe hinzugekommen. Um sich den Mitwisser vom Halse zu schaffen, drangen fie in Lumpes Wohnung, schleppten ihn in den Stall und knüpften ihn dort auf.
† Das verschollene Segelboot. Vor Monatsfrist waren sechs junge Leute in einem Segelboot von Wilhelmshaven nach der Insel Wangerooge in See gegangen. Seitdem hatte man nichts von ihnen gehört, Jezt sind Spuren aufgefunden dafür, daß das Boot mit seinen Insassen verunglückt ist. Es find nicht nur Teile des Fahrzeuges geborgen, bei Horumersiel ist auch die Leiche eines der Teilnehmer angeschwemmt, eine andere Leiche wurde gesichtet, doch ist sie mit dem Ebbestrome in See hinausgetrieben.
+ Ein Auschlag auf den Schnellzug Paris- Köin. Auf den Nachtschnellzug zwischen Paris und Köln ist in Frankreich ein Attentat verübt worden. Eine Schiene war losgerissen und zurückgebogen. Die Lokomotive entgleiste und stürzte über die Böschung, indem sie die beiden folgenden Gepäckwagen mit sich riß. Die Passagierwagen blieben unversehrt. Die Insassen famen mit dem Schrecken davon. Der Heizer ist schwer verwundet. Es war wieder die Rede davon, daß der Anschlag dem Großfürsten Wladimir von Rußland gegolten habe, indessen befand sich dieser nicht in dem Zuge. Voraussichtlich war es anf den Inhalt des Postwagens abgesehen, in dem sich Wertsendungen im Betrage von zwei Millionen Francs befanden. Der Anschlag war offenbar schon längere Zeit vorbereitet. Man hatte auf der Strecke verdächtige Individuen beobachtet.
+ Eine Tragödie an Bord. Auf der Bremer Bart Werra" trug sich im Hasen von Newcastle eine schreckliche Szene zu. Der aus Petersburg gebürtige zweite Offizier Wulfius drang in trumfenem Zustande in die Kammer des schlafenden ersten Ciers Brehme, mit dem er auf gespanntem Fuße sta und tötete ihn mit vier Schüssen. Darauf richtete der Attentäter die Waffe gegen sich selbst und nahm sich das Leben.
† In den Bergen abgestürzt. Das Pflücken von Edelweiß hat wieder mehrere Unglücksfälle verursacht. So stürzte am Lattreierfirst ein Arbeiter eine Felswand herab und wurde zerschmettert; in ähnlicher Weise fand ein Landarbeiter am Bürglen seinen Tod, ferner ein Student aus Halle in Allgäu. Am Sankt Gotthard stürzte ein Feldwebel der Festungstruppen eine 800 Meter hohe Felswand hinab, als er mit drei Kameraden ohne Führer vom Galenstod absteigen wollte.
Ja an word, die zum Fischen bon 32 Personen aus sytl einen Ausflug auf dem Fahrzeug gemacht hatten, von einem Die Schaluppe plötzlich auftretenden Windstoß getroffen. schlug um und acht Mann ertranfen.
Fine Erwärmung
Nachteil, die Verda fucht eine faft bollf erreichen, daß er orpo zuieht und fie diefem Wärmegrad Milch noch nicht be Durd ein in der gerfällt in Cauerfto eine vollständige fei und das Butterung Der Cauerstoff abe
† Eisenbahn- Unglück. Bei Poughkeepsie im Staate New york entgleiste infolge eines Erdrutsches ein nach der Pazific Küste fahrender Schnellzug. Die Lokomotive und der Gepäc wagen stürzten in den Hudson- Fluß. Drei Personen fander den Tod, ungefähr hundert erlitten Verlegungen.
† Mord an einer Achtzigjährigen. In Nohra wurde eine achtzigjährige Frau, die Mutter eines dortigen Gutsbesitzers, von einem Schweizer erschossen. Der Mörder unternahm bann einen vergeblichen Selbstmordversuch. Das Motiv zu der unseligen Tat ist völlig ungeklärt.
† Vom Grubenunglück in Courrières. Aus dem durchden großen Grubenbrand zerstörten Bergwerk in Courrières waren bis vor einigen Tagen 1064 Tote geborgen. Die noch fehlenden Leichen dürften ebenfalls bald gefunden werden. Von dem die Untersuchung führenden Richter ist empfohlen worden, das Verfahren gegen die der fahrlässigen Tötung angeklagten Staatsingenieure niederzuschlagen, da diese ihre Pflicht getan hätten.
† Beim Fischen verunglückt. Bei Anglesea im Staate New- Serien wurde die Schaluppe ,, Nora" mit einer Gesellschaft
† Die Geretteten von Courrières bei ihren Rettern. Mehrere der Ueberlebenden von dem Grubenunglück in Courrieres sind in Westfalen eingetroffen, um den Rettern namens der Kameraden zu danken. Bei dem Ueberschreiten der Grenze haben die französischen Gäste ein Telegramm an den Kaiser gesandt.
Tages- Chronik.
Magdeburg, 31. Juli. Jn Schäplitz schnitt in einem Wahnsinnsanfalle eine fünfzigjährige Frau dem dreijährigen Kinde eines Gutsbesizers den Hals durch; sie war von der Wahnidee befallen, nicht eher sterben zu fönnen, bis sie fließendes Blut gesehen habe.
Kaffel, 31. Juli. Auf dem Felde bei Angersbach in Oberhessen hat ein Bauernmädchen die eigene Mutter, die berauscht vom Dorfe fam, mit einer Harte erschlagen.
Osterode( am Harz), 31. Juli. Auf Grube Marie" bei Klausthal sind fünf Bergleute tödlich verunglückt.
Aschabad( Russ. Transkaspien), 31. Juli. Die Fälle von Erkrankungen an der sibirischen Pest nehnen unter den An gestellten der Murgab- 3weigbahn zu. Die Ansteckungsgefahr ist eine bedeutende.
Kopenhagen, 31. Juli Der Segler ,, Anna" von Marstal ist mit einer Besatzung von sechs Mann im arktischen Meen Spurlos verschwunden.
Großstadt- Klubs.
( Von unserem Korrespondenten) ( Sonder- Bericht).
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Berlin, Ende Jult. Unfre Goldene Jugend" wollte es der Jeunesse dorée bon London und Paris nachtun. Man imitierte zunächst den abendlichen full dress und dann noch weitere Lebens gewohnheiten und Sitten. Das flotte Leben begann und das auch im Hochsommer florierende Klubwesen zeigte seine ersten Blüten. Die im Jahre 1794 gegründete" Ressource" ent wickelte sich immer mehr zur exklusiven Vereinigung von Millionären; ihr Pokertisch erlangte wegen der Höhe der Die Sterne zweiter Umsätze internationale Berühmtheit. Ordnung, die hier nicht mittun fonnten, brannten vor Sehn sucht nach einer andern Stätte der Eleganz. So entstand der Klub von Berlin", der sich bis heute vom Spiele im Großen ziemlich rein gehalten hat; so entstand aber auch der„ Klub bon 1880", der allerhand Abenteurern ein ergiebiges Feld wurde und unerhörte Spielgewinne und-Verluste zu ver zeichnen hatte. Daneben bestanden nach wie vor: der ,, Union Klub", der heute jedes Spiel ausschließt; das, adlige Kafino", das in den sechziger und siebziger Jahren ein Tummelplay der wildesten Leidenschaften war, heute aber sehr zahm und ruhig geworden ist, und der„ Turf- Klub." Auch damit war die ,, Entwickelung" nicht abgeschlossen. Immer neue Kreise fanden Interesse an solchen Zusammenfünften, hielten sie für besonders vornehm und gedachten es Reicheren darin nachzu tun. Dieser unselige Trieb, Mittel zu zeigen, die man nicht hatte, verführte insbesondere zur Beteiligung am Spiele und gestaltete wiederum dieses zu einer übertriebenen Ausschweifung. Der inzwischen verfrachte ,, Klub von 1900", der mit fabelhaftem Lurus von spekulativen Köpfen gegründet worden war, kann als Schulbeispiel für das immer stärker auftretende Parvenutum gelten, das einen hochstaplerischen Zug nicht verleugnen kann. In diesen Klubs haben Leute gespielt, die sich untereinander öffentlich Wucherer" ,,, Gauner" und ,, Betrüger" nannten; hier sind Zehntausende an Karten geld umgesetzt worden; hier wurden Vermögen faltblütig ruiniert, aber nicht ein einziges dafür geschaffen. Der alleinige Gewinner war am letzten Ende der Klub selbst, dessen fabel haft kostspieliger Apparat jährlich Hunderttausende schluckte. Wie sehr aber eine gewisse großstädtische Bevölkerungsschicht vom Klub- und Spielteufel schon besessen ist, zeigt sich wohl am besten daran, daß die gewaltsam herbeigeführte Auflösung dieses Prozenklubs dahin führte daß wie Parasiten eine Anzahl neuer Klubs entstanden, die dem gleichen Zwecke dienen. Der Klub des Westens, Klub Berolina, und wie sie alle heißen, sind auf dem gleichen Boden gewachsen, wie der Konfektionärflub von 1900 unb haben den größten Teil der Mitglieder jenes Klubs in fid aufgenommen. Was aber dort keine Unterkunft fand, trägt sich neuerdings schon wieder mit einer Gründungsidee: Tier gartenklub soll die neue Blüte heißen, die am Baume der Verschwendung gar bald entstehen soll. Es sind immer die selben Leute; auch das Milieu, dem sie entstammen, ist fat immer das gleiche. Ob der Klub nun so heißt oder so, o er zu geselligen oder zu beruflichen Zwecken gegründet wurde am Ende kommt alles auf dasselbe hinaus. Man spielt hier in Berlin nicht nur in den eigentlichen Spielklubs; mat ,, arbeitet" mit der gleichen Leidenschaft auch im Bühnenklub und in ähnlichen Instituten, deren Zwed ursprünglich eit nüßlicher und gewinnbringender sein sollte. Der gleiche Taumel hat alle Kreise erfaßt, der Spielteufel beherrscht fie alle; nicht am letzten auch die Frauen der guten Gesellschaft die am Pokern soviel Gefallen gefunden haben, daß fie nicht mur bei ihren Familienfesten zur Karte greifen, sondern sich ganz wie die Männer, zu Klubs zusammentun und hier an grünen Tische Schlachten auskämpfen, die sich sehen lasser fönnen, die man aber doch wohl aus Schamgefühl nicht seher lassen möchte. Ein Gedanke, der an sich gewiß vieles für sich hat, ist in Berlin entstellt worden. Das englische Klubwesen, das geschaffen wurde, den Wirtshausbesuch einzuschränken und Interessengemeinschaften zu bilden, die fürs Leben nüßen, it an der Spree willkürlich farrifiert worden. R. D.
Der Landwirt.
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pm. Das Buddisieren der Milch. Ein dänischer Ingenieu Budde hat ein Verfahren erfunden, wodurch es ermöglicht wird, die Bakterien der Milch zu 99 Prozent zu vernichten, ohne daß es nötig wäre, letztere der Siedehiße auszusezen
Amazonen der Halle Damit aber if gelommen. Denn hinausgewiefen ift, mehr Rat, und gew nach dem obersten m ihm nun gleid Abhilfe zu bitten. Bohnenstange mit in Reihen geordnet Machtlos teht Demonstration. Der bielfach, aus denen und in dem Konflit harjam ist die Wahl Unaufhaltsam, wie e
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Feinden! E lebe
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Da fann er sich ein erigen Polizei- Offizi der ritterlichen M gedenken. Er dabur, daß er die cl der Fahnentra Seligte Bohnenstange mieder in seinem Le de- Nägel der F
mit feinen Männerfä Beiberfaufte auf die Juden
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a fich zurüd und be feiner Mannen. Das ruft:„ Es leben bie Damit ist der Sie fahiden dem Sprecherinnen hina
auf das liebenswür ermabnt fie zur Ru münichen. Bas jol aufrührerische Unte
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