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rechtzeitig erkannt worden und gehören eine große Anzahl einsichtiger Gastwirte derselben als Mitglieder an. So wurden erst in jüngster Beit an die Hinterbliebenen des verstorbenen Mitgliedes Sg. H. Reiß in Holzheim durch den Bezirksortsrechner dieser Kasse Herrn M. Jaskowsky in Gießen 1000 Mt. pünktlich ausbezahlt.

pst Pateteinsammlung durch die Post. Es ist noch nicht geüngend bekannt, daß die Pest, wie jeder Spediteur, auf Bestellung abzusendende Packete aus den Wohnungen abholen läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine Karte oder einen 8 ttel mit den Worten Batet abzuholen bei( Namen und Wohnung) unfrantiert in den nächsten Briefkasten zu werfen oder einem Brief­träger mitzugeben, und die Sendung wird bei der nächsten Patetbestellfahrt gegen eine Gebühr von 10 Pf. vom Hause abgeholt. Das Verfahren ist also einfach und bequem, des­halb besonders solchen Personen zu empfehlen, denen ein Dienstbote nicht zur Verfügung steht.

** Die hessischen Kollekteure haben für heute eine Versammlung einberufen, um gegen das preußisch- hessische Lotterie- Uebereinkommen Stellung zu nehmen.

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Vorsicht beim Baden. Bei der jetzt be ginnenden Badesaison erscheint es für geboten darauf auf merksam zu machen, daß die seither gebrauchten offenen Badestellen an der Lahn durch Ausbaggerungen tiefere Stellen zeigen und darum namentlich für Nichtschwimmer gefährlich werden können.

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Wiesed. 30. Mai. Lehrer- Wohnhaus. Außer einem neuen Schulhaus mit 2 Lehrsälen wird demnächst ein Neubau für 2 Lehrerwohnungen in Angriff genommen werden. Klein- Linden. Die seit einigen Jahren verpachtete Rina'sche Wirtschaft wird nunmehr von Herrn Rinn wieder übernommen.

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- Dutenhofen. Das dem verstorbenen Besitzer des Jagdschlößchens gehörige Motorboot liegt, entgegen einer früheren Meldung, noch in Bezlar. Da sich noch kein Käufer dafür gefunden hat, so unterbleibt einstweilen die Motorfahrt zwischen Gießen und dem Jagdschlößchen".

][ Breitenbach, 30. Mai. Unfall. Am Montag Abend wurde der hiesige Holzhändler Louis Maage, der mit Abladen von Tannen auf dem Ehringshäuser Bahnhof beschäftigt war, von einem herabrollenden Stamin zu Boden geschleudert und erlitt dabei schmere innere Berlegungen.

-bd Herborn, 29. Mai. Auf dem heute abgehaltenen 5. diesjährigen Markt waren aufgetrieben 236 Stück Rind­vieh und 701 Schweine. Es wurden bezahlt für Fettvieh und zwar Osen I. Qual. 73 bis 75 t. II Qual. 71 bis 72 Mt. Kühe und Rinder I. Qual. 68 bis 70 Mt., II. Qual. 65 bis 66 f. per 50 Kilo Schlachtgewicht. Auf dem Schweinemarkt fosteten Ferkel 50 bis 70 Mt. Läufer 80 bis 100 Mt. und Einlegschweine 110 bis 140 Mr. das Paar. Der nächste Markt findet am 19. Juni statt.

** Lich, 30. Mai. Der Berzirkskriegerverein hält sein Bezirksfest am 16. und 17. Juli in Ettingshausen ab. Mit demselben ist die Feier des 30jährigen Stiftungs fests des Kriegervereins Ettingshausen, ber die Raiser­schleife erhält, verbunden.

> Friedberg, 30 Mai. Sonntag trat in dem Hotel Zu den drei Schwertern" der Oberhessische Obstbau­verein unter Vorsiz des Grafen Oriola zu seiner 16. Haupt­versammlung zusammen. Aus dem Jahresbericht erhellt, daß der Verein auch in der letzten Berichtsperiode sich weiterentwickelt hat. Die Mitgliederzahl beträgt gegenwärtig 4816, die Einnahme und Ausnahme balanzierte in 16500 r. Die Versammlung beschloß u. A. Arbeitsbücher für die Baumwärter einzuführen und die tüchtigsten unter ihnen zu prämiieren. Zu diesem Zweck wurden 400 Mark bewilligt.

§§ Bernsfeld, 30 Mai. Unglück. Ein hiesiges zwölfjähriges Mädchen reiste nach Grünberg und besuchte dort eine Freundin. Um noch den bereits einfahrenden Bahnzug zu erreichen, suchte es eilig die Treppe hinab zu tommen. Hierbei stürzte es und blieb unten bewußtlos liegen. Das Rind trug eine Gehirnerschütterung davon und verfiel in einen schlafähnlichen Zustand.

?? Aus dem Vogelsberg, 29. Mai. Die Söhne der Bukta scheinen unseren Vogelsberg als Tummelplatz er foren zu haben. Vor einigen Tagen zog von Ermenrod

Bekanntmachung.

Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn; hier die Arbeiten des 3. Abschnittes von dem zugezogenen Teil der Gemarkung Heuchelheim und der infolge Grenzregulierung zugezogenen Grundstücke aus den Gemarkungen Adendorf und Klein- Linden.

Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 30. Mai 1905.

Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann.

Bekanntmachung.

Betr.: Wie oben.

Mittwoch, den 31. Mai 1. Js. findet die Ueberweisung der Ersatzgrundstücke in obigen Gemarkungs­teilen statt. 3usammenkunft vormittag 8 8 Uhr an der Schüßenstraße zu Gießen.

Die Ueberweisung erfolgt vorbehältlich der im Ueberweisungs­termin bekannt zu gebenden weiteren Bedingungen unter folgenden: 1. Meliorationsarbeiten können auf den überwiesenen Grundstücken auch fernerhin vorgenommen werden.

2. Eigentumsveränderungen, die infolge der Ausführung von Meliorationsarbeiten, der Anlage von Wegen und Gräben und dergleichen innerhalb der Zeit der Ausführung dieser Arbeiten notwendig werden, müssen die neuen Eigentümer dulden. Ein hierdurch bedingter Ab- und Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem Bonitä: swert vergütet beziehungs­weise zugeschrieben.

Friedberg, den 24. Mai 1905.

Der Gr. Feldbereinigungs- Kommissär: gez. Spamer, Kreisamtmann.

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fommend eine vielföpfige Bigeunerbande in Nieder- Ohmen ein und schlug dort ziemlich ungeniert ihr Lager auf. Die braunen Gesellen traten mit der größten Frechheit auf, machten bei einem Einwohner eire fleine 8wangsanleihe in Tabat und versuchten wiederholt, Kühe auszumelfen. Schließ­lich schoß ihr Uebermut so in die Halme, daß sie sich in eine Nieder- Ohmer Wirtschaft begaben und eine lärmende Becherei veranstalteten. Als der Skandal zu groß wurde, wurden sie des Lokals verwiesen. Aber weit entfernt, der wohlgemeinten Auffordernng nachzukommen, setzte die rüde Gesellschaft ihr wüftes Treiben nur noch ärger fort, sodaß e sehr energischer und nachdrücklicher Handgriffe der es Nieder- Dhmer Bewohner bedurfte, das Zechgelage zu be endigen. Auf die Straße geworfen, entzweiten die tobenden Gesellen sich untereinander und setzten die Keilerei auch auf dem ganzen Wege nach Meriau fort. Dort trat der Kampf in neues Stadium. Mit der größten Wut flogen die Raufbolde gegen einander, umslangen sich und be­arbeiteten sich eingehend mit Rnütteln und Fäusten. Plöß­lich brach aber das Handgemenge eb- die Gendarmerie war auf dem Plane erschienen und in überstürzter Eile floh die Bande in den Wald auf Azenhain zu, aus dem bald darauf mehrere Schüsse drangen. Aber nicht nur als Brüder Straubinger, sondern auch als Händler debutierten sie, in­dem sie in Elpenrod und Nieder- Gemünden aus ihrem reichen Bestande 3 Pferde verkauften, von denen sich eins aber schon am folgenden Tage als bauchbläfig erwies. So werden die Zigeunerhorden in jeder Hinsicht zur Landplage. § Quedborn. Der Hilfslademeister Görnert dahier erhielt anläglich seiner 35jährigen Dienstzeit eine Grati fikation von 60 Mt.

Chrifti Himmelfahrt.

Hell und herrlich gleich der Sonne, Die empor am Himmel steigt, Sich ein Feiertag der Wonne Wunderbar uns Menschen zeigt. Christus, den uns Gott gesendet, Hat erfüllt die edle Pflicht Und sein heil'ges Werk vollendet, Aufwärts schwebte er zum Licht. Den Allmächtigen zu ehren, Rüftet die Natur sich heut', Lieblich eint mit Vogelchören, Sich der Glocken Festgeläut. Alles strebt dem Licht entgegen, Alles duftet, blüht und sprießt. Ein geheimnisvolles Regen Durch die linden Lüfte fließt. Ja, der Frühling ist erstanden, Strahlend lächelt seine Bracht. Dantet Gott in allen Landen, Lobet seiner Gnade Macht. Markranstädt.

Adolf Dreßler jun.

Aus dem Gerichts[ aal.

Straffammer.

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Gießen, den 30. Mai 1905. Wegen fahrlässigen Falscheids wurde die Witwe Maria Rühl zu Gießen in Gefängnisstrafe von 2 Monaten genommen. Sie hatte bei ihrer eidlichen Vernehmung vor dem Amtsgericht Gießen bestritten, daß sie die Unterschrift auf einem ihr vorgelegten Bestellschein vollzogen habe. Nachträglich stellte sich heraus, daß die Unterschrift doch von ihr herrührte. Das Gericht fonnte unter den vorliegenden Umständen nicht annehmen, daß die Angeklagte wissentlich die Die Ehefrau Karl Bränning Unwahrheit gesagt habe. von Langsdorf wurde durch das Schöffengericht Lich wegen Holzdiebstahls zu einem Tag Gefängnis verurteilt. Ihre dagegen eingelegte Berufung zog sie im Laufe der Ver­Der Steinbrecher Johannes Wenzel von handlung zurück. Kirch- Göns wurde für schuldig befunden, daß er dem Steinbruchbesizer Gaßert längere Zeit hindurch Sprengpulver mittels Falschschlüssels entwendet hat. Er wurde auch eines Tages von Gabert abgefaßt, als er das zur Aufbewahrung Urteil: der Sprengstoffe benutzte Häuschen aufschloß. Gegen ein Urteil des Schöffen­4 Monate Gefängnis.

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Bekanntmachung.

Freitag, den 2. Juni 1905, vormittags 11 Uhr, wird das städtische Grundstück Flur 38 Nr. 43 and 44, auf der Sohleiche auf die Dauer von fünf Jahren auf dem Bureau der unterzeichneten Behörde Zimmer Nr. 15 meistbietend verpachtet. Gießen, 29. Mai 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curfmann.

Vergebung von

Haus- Entwässerungs- Arbeiten.

Pläne und

Die Ausführung der Entwässerungs- Anlage unseres Geschäfts­Gebäudes in der Johannesstraße soll vergeben werden. Arbeitsbeschreibungen liegen im Bureau des Architekten Hamann, Bergstraße 11, zur Einsicht offen.

Angebote mit entsprechender Aufschrift sind bis zum 6. Juni d. J., nachmittags 6 Uhr

bei uns einzureichen. Gießen, den 25. Mai 1905.

Bezirkssparkasse Gießen.

J V.: Schaum.

Lahnkalk- u. Marmor- Industrie

August Gabriel jr. Giessen.

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Kalkwerke: Abendstern. Feinste Bau- und Düngekalke in Stücken und gemahlen.

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gerichts Friedberg hat der Sattler Karl Hofmann dorten Berufung eingelegt. Er war mit noch zwei anderen wegen einer einem Gewerbeschüler zugefügten Mißhandlung zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Seine Berufung wurde fostenpflichtig zurückgewiesen.

Literarisches.

In den nächsten Tagen erscheint im Verlage von Emil Roth in Gießen eine zweite Broschüre des be­fannten Gießener Nationalökonomen, Universitäts- Professor Dr. jur. et phil. Magnus Biermer: Nochmals die hessische Kommunalsteuerreform. Eine Auseinander­sezung mit der Darmstädter Beitung vom 20. Mai. Preis 50 Pfg. Die Darmstädter Beitung warf dem Verfasser in ihrer Kritif seiner vor furzen erschienenen Broschüre Die kommunale Vermögensbesteuerung in Geffen"( 60 Pfg.) vor, nur Negationen aber fein positives Gegenprogramm aufge tischt zu haben. Diesem Vorwurf begegnet Biermer in seiner zweiten Broschüre.

Neueste Nachrichten.

CB. Berlin, 31. Mai.( Telegramm.) Hier tritt sehr bestimmt die Meldung auf, daß die Admirale Rosadjestwensti und Fölkersam gleichfalls in Gefangenschaft geraten sind. Sämt= liche russische Schlachtschiffe sind verloren.

* London, 30. Mai. Die Londoner Central News" melden aus Tokio: Russische Gefangene sagen aus: Das Wladiwostoker Geschwader hatte Befehl, den Hafen zu verlassen, fehrte aber nach furzer Kreuzfahrt zurück. Roshestwensti hoffie Wladiwostot ohne Kampf zu erreichen. Alle russischen Hospitalschiffe waren mit drahtlosen Tele­graphen- Apparaten ausgerüstet, sie dienten als Avisos zur Beit des Kampfes. In Tofio erwartet man stündlich die Nachricht von der Vernichtung des Restes des russischen Geschwaders.

Togo meldet: Der Kampf zur See ist noch im Gange, sodaß es einige Zeit dauern wird, bis die end­giltigen Resultate bekannt werden.

* London, 30. Mai. Die japanische Gesandtschaft veröffentlicht folgende Depesche aus Tofio vom 30. Mai: die vier erbeuteten russischen Kriegsschiffe wurden heute wohlbehalten nach unseren Kriegshafen gebracht, nämlich der Drel" nach Maizuru, Imperator N folaus I."," General- Admiral Apraxin und Admiral Ssenjawin" nach Sasebo.

* Petersburg, 30. Mai. Unter Vorsiz des Baren fand heute in Barotoje selo ein Kriegsrat statt, in welchem die Frage über die Fortsetzung des Krieges beraten wurde.

Bießener landwirtschaftlicher Wetterbienft. Voraussichtliche Witterung in Heffen für Donnerstag den 1. Juni. Zeitweise wolfig, vielfach Gewitter( meift nachts) nach warmer Nacht am Tage fühler.

( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.)

Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentes: Albin Klein, für den übrigen Juhalt: Georg Horn, beib. in Gießen.

Gegründet 1883.

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Telephon No. 21. Inh. Oskar Gutmann. Westanlage 31.

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Alte Blumentöpfe, Kästen, Kübel, freies Land, auch schlechter Boden ist verwendbar: nach drei Tagen gehen die Samen auf, man hat später nichts weiter zu tun, als die Zweige hoch zu binden und dann rankt es und blüht es den ganzen Sommer hindurch bis tief in den Herbst hinein. Die Aufträge sind zu richten an die Blumengärtnereien Peterseim Erfurt, welche Firma den Vekiauí und den Versand vornimmt.