Ausgabe 
29.7.1905 Erstes Blatt
 
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29. Juli 1905. Die Grundsteinlegung der Bismarcksäule auf der Hardt.

Wenn diese Beilen hinausgelangen, dann geht auf der arbt eine tief ergreifende Feier vor sich: die Grundftein­gung der Bismarcksäule! Als vor Jahren das deutsche

olt seiner Empfindung Ausdruck verlieh, dem gewaltigen Schöpfer seines Reiches ein würdiges, allverständliches sicht.

OKrofdorf, 27. Juli. Gewerbliche Fortbildungs. schule. Nach mehrfachen Verhandlungen des Vorstandes bes Handwerkervereins der vereinigten Bürgermeisterei Azbach­Launsbach mit der Handwerkskammer zu Koblenz, somie den beteiligten Behörden scheint nunmehr die Errichtung einer gewerblichen Fortbildungsschule für die Bürgermeisterei Krofdorf aesichert. 8war hoffte man schon mit dem 1. April 1905 diese Schule, wenn auch zunächst als frei­

nach Schillers 146. Geburtstage, an einem Sonntage, ist nun­mehr eine volkstümliche Feier an der Schillereiche geplant. Der Verkehrsverein wird als solcher die Feierlichkeiten, die mit dem Afte verknüpft sind, nicht als seine Aufgabe er­blicken, sondern er hat sich entschless n einen Erinnerungs­stein, einen Schiller- Gedenkstein dort an der Eiche errichten zu lassen, auf welchem der Nachmelt durch Jaschrift mitgeteilt werden soll, daß im Jahre 1859 diese Eiche dem liebsten und größten unserer Dichter zur Erinnerung gepflanzt willige zu begründer, zumal auch für solche ein Staatszu­Bir schließen uns der Sache voll und ganz an schuß in Aussicht gestellt wird, allein man konnte bisher und können denen, die die Anregung gegeben und ihre Mit noch nicht den Ort der Schule bestimmen, da bekanntlich die ausgedehnte ist. Wie wir nun zu unserer Freude erfahren, bat man sich in der gestrigen Bürgermeisterei- Sizung für Krofdorf ausgesprochen und wir wollen hoffen, daß für unsere angehenden Handwerker recht bald duse Anstalt er­

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ares Ehrenmal zu sehen, da war es die studierende hülfe zugesagt, nur Dant wissen. Wir betrachten es aber hiesige Bürgermeisterei mit ihren elf Gemeinden eine sehr

eutsche Jugend, die mit dem Gedanken auf den Plan trat,

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noch als eine sehr gute Vorbedeutung, daß wir gerade heute davon Notiz nehmen fönnen, an dem Tage, da unsere akademische Jugend unter Beteiligung eines großen Kreises geladener Gäfte den Grundstein zu einer Feuersäule legt,

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welche dem Gedächtnis unseres deutschen Eckehard, des Altreichskanzler gilt. Schiller und Bismarck, beide unvergeßlich fürs gesamte dentsche Wolf! Möge die Verehrung stets dauern.

Jena Eisernen Kanzler ähnlich wie den alten germanischen Göttern weithin sichtbare Feuer ringsum in deutschen Landen anzuzünden. Die Jdee wurde begeistert aufgegriffen und bald wuchsen die ersten Bismarcksäulen empor. Auch im Lahntal regte es sich und die Säule bei Marburg entstand. Nicht lange mehr und ihr zur Seite schlagen aus einer weiten Säule, der Gießener, die Flammen zum Himmel. Auch in Gießen ist es die Studentenschaft, die die Initiative ergriffen und die nötigen Unterlagen geschaffen hat. Hoffen wir, daß die Säule, deren Grundstein heute Abend Vorabend des zum siebenten Male sich jährenden Todes. tages des Altreichstanzlers gelegt wird, recht bald bollendet dastehe und auch an anderen Ortschaften solche wtstehen. Wenn dann einst von den Schroffen und Fels­gehängen des Südens bis an die donnernd umbrauften Riften Norddeutschlands, von der Weichsel bis an die wein­bestandenen Borden des Rheins die Fanale in langen, ununterbrochenen Linien aus jenen Säulen aufflammen, die leine Namen tragen, von denen aber jedes Kind dem Frager fogt: Eine Bismardsäule! dann wird der Tagesstreit der Parteien für Augenblicke schweigen und wir werden uns darauf zurückbesinnen, daß wir alle Angehörige eines Bol fes find! Daß dieser Gedaufe immer mehr zum Grandton im deutschen Leben werde, das ist unser Wunsch, mit dem wir die drei Hammerschläge begleiten. G. H.

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* Nebertragen wurde dem Schullehrer Dr. Johannes Köhler zu Rehbach eine Lehrerftelle an der Gemeinde­schule zu Lauterbach.

*** Herr Architett Meyer, unser einheimischer und sehr geschulter Architekt, hat in der Hauptsache die am Donnerstag von der Mehrheit der Stadverordnetenver­fammlung angenommenen äußeren Fassaden- Pläne, welche dem

** In den Ruhestand wurde versezt am 23. Juli der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssize in Seligenstadt Karl Beißler auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts seines Nachfolgers.( Geißler ist ein Bruder des Gerichtsvollzieher Geißler zu Gießen und hier sehr befannt. D. Red.)

** Die Ferien des Provinzialausschusses haben

modernen Stil Rechnung tragen, stizziert, nicht Herr Stein, wie es in unserem Bericht lautete. Herrn Meyer gereicht es zur besonderen Ehre, für diesen Monumentalbau eine Aus. führung vorgeschlagen zu haben, die den Bänen der alten Wiener Theaterbaufirma den Rang streitig machte. ** Klinik für innere Tierkrankheiten. Die interessierten Tierbefizer seien darauf aufmerksam gemacht, Die daß von nun an die medizinische Veterinärklinik, d. h. die Klinit für innere Tiertranfheiten( Direktor: Prof. Dr. Gmeiner), sich in den vergrößerten Räumen des alten Tierspitales, Frankfurterstraße 85, allein befindet. Die Telephonnummer ift wie bisher 142( Veterinäranstalt). Es sei wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die Untersuchung und Auf­nahme der Tiere jederzeit Tag und Nacht erfolgt.( Im ( Im übrigen verweisen wir auf die Annorce im heutigen Blatte.)

am 21. Juli begonnen und dauern bis 1. September. Während dieser Ferien fönnen in öffentlicher Sigung nur idhleunige Sachen zur Verhandlung gelangen.

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* Sommerfest. Die Philippsgemeinde zu Gießen veranstaltet morgen, Sonntag, in der Restauration Gambrinusbräu in der Frankfurterstraße ein Sommerfest. Die Veranstaltung ist sehr hübsch gedacht und wird recht erwünschte Kurzweil bringen, u. a. sieht das Brogramm Konzert Tanz, Kinderspiele und Preisschießen vor und am Abend soll gar ein Luftballon aussteigen.

öffnet wird.

+ Wezlar, 27. Juli. Gegenwärtig ist man eifrig mit den Arbeiten zur Erweiterung der Eisenbahnbrüde über die Lahn bei Weglar der Strecke Lollar- Wezlar beschäftigt. Zur Herstellung des verstärkten Ueberbaus waren im letzten langt. Der eiserne Ueberbau der 1878 erbauten zweigleisigen preußischen Esenbahnetat 100 000 Wt. als erste Rate ver­Eisenbahnbrücke über die Lahn am Ostende des hiesigen Bahnhofes bedarf mit Rücksicht auf die in den Jahren lezten erheblich gesteigerten Betriebslaften notwendig der Verstärkung. Die Kosten dieser Ausführnng belaufen sich anschlagmäßig auf 160 000 Rt.

** Das Museum des Oberhessischen Ge­ſichtsvereins, das bislang im alten Rathaus zu Gießen untergebracht war und vor einigen Wochen seinen Umzug in das renovierte alte Schloß begann, hat seine Ueberführung jetzt vollendet und wird demnächst dem Publikum wieder wachsen, sodaß die Räume im alten Rathause mit der Zeit zugänglich gemacht. Die Sammlungen waren ständig ange­sich nicht mehr als ausreichend erwiesen.

*** 300jahrfeier des Gießener Gymnasiums. Im 9. Oftober werden 300 Jahre seit Gründung des Bießener Gymnasiums verflossen sein. Anfänglich war ein Faf aft mit Schüleraufführungen geplant, doch ist man davon idgefommen. Die Jubelfeier soll jezt erst mit der Jubel ier der Universität im Oktober 1907 begangen werden. × An Schillers Geburtstag wurde am 10. Nov. 859 auf der Lutherhöhe zum Gedenken des großen Dichters ne Schiller Eiche unter ganz besonderer Freude und Sympathie der ganzen Bürgerschaft gepflanzt. Was Was zwischen vergessen wurde: Diese Eiche auch der Nachwelt Erinnerung zu behalten", soll jezt nachgeholt werden, denn durch einen an Schillers hundertjährigem Todestag töffentlichten Beitungsartitel die Gießener Turner­Saft diese Anregung jezt aufgenommen hat und den erkehrsverein hierzu veranlaßte, diese Idee auch als ne Aufgabe anzusehen, was ron dieser Seite mit größter ereitwilligfeit geschah. Für den 12. November, zwei Tage

§ Frankfurt, 28. Juli. Todessturz. Gestern Nach­mittag ereignete sich auf dem Hauptbahnhof ein schwerer Unglücksfall. In der dortigen Halle werden gegenwärtig Reparaturen am Glasdache vorgenommen, zu welchem Zweck ein hängendes Gerüst angebracht ist. Als die Arbeiter nun gestern Mittag auf dem Gerüste arbeiteten brach es plößlich und der Schlosser Rompf, der Weißbinder Müller und der Bahnarbeiter Hoff stürzten in die Tiefe auf das Zementpflaster und verschieden alsbald. Hoff ist aus Klein­Freden gebürtig.

** Der Bund der Landwirte hält am 6. August zu Altenburg bei Alsfeld sein oberhessisches Bundes­feft ab. Es sprechen Landtagsabgeordneter Korell­Leusel, Dr. Dertel, der Chefredakteur der Deutschen Tageszeitung, der Landesvorsitzende für Hessen- Nassau Generalmajor 3. D. von Kloeden und der Landtags­Die Männergesangvereine von abgeordnete Hirschel. Eudorf, Leufel, Altenburg, Schwabenrod und Hopfgarten werden Chorgefänge vortragen.

Vergebung von Bauarbeiten. Neubau der Jrrenanstalt zu Gießen. Die zum Neubau des Pförtnerhauses nötigen Roh­auarbeiten und Lieferungen, nämlich:

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Siegener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 30. Juli. Nach vorübergehender Aufheiterung wieder Trübung und stellenweise Regen. Noch etwas fühler. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.)

RB. m 14. Auguft wird in Neheim eine von der Reichsbankstelle in Hamm( Westfalen) abhängige Reichs. banknebenstelle mit Kaffeneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Wechsel auf Neheim sowie Hüften bei Neheim, welche nach dem 13. August fällig werden, fauft die Reichsbant von jetzt ab an; dieselben find an die Reichsbanknebenstelle in Neheim zu girieren.

Erd- und Maurerarbeiten: darunter 28 cbm Erdaushub, 122 cbm Bruchsteinmauerwerk, 64 cbm Backsteinmauerwerk, 69 qm Betondecken. Steinhauerarbeit: in Lungstein ca. 6,00 cbm. Zimmerarbeiten: ca. 23 cbm Tannenholz zu liefern 2c.

Eisenlieferung: 1700 kg I- Träger. Grobschlosserarbeiten.

VI Dachdeckerarbeiten: 268 qm Schieferfläche 2c.

*** Gabelsberger Stenographen. Der Hessisch­Nassauische( Main- Rheingau) Verband Gabelsberger Steno­graphen zählt zur Zeit 81 Vereine mit 3400 Mitgliedern. Vorsitzender ist Realschul- Dierektor Professor Dr. Piz­Alsfeld.

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Marktberichte.

Cieken 29. Juli. Aus dem heutigen Wochenmartt toẞteten Butter per Pfb. 1 15-1.25 M., Hühnerele: per Stüd 7-8 Pfg., Enteneter St 6-7 ty.. Kaje per St. 6-8 Pfg., Kasematte 2 St. 5-6 Pfg. Erbsen per Liter 21 Pfg., Linien per Liter 52 Pfg., Tauben per Baar St. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.00-1.60, Hahnen, per Stud 0.80-1.80, enten per Stüd 1.80-2.20, Gänse per Bfb. 00-00 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 70-80 Bfg., Rindfletsch per Pfd. 70-72 Pfg. per Pfb. Schweinefleisch 70-80 fg. Schweine fletsch gesalzen per fund 0.84 g., Stalbfleisch per Bfb. 70-80 Bfg. Sammelfleisch per Pfd. 50-76 Pfg., Kartoffeln pro 100 kilo 7.50 b. 800 Mt., Zwiebeln per 3t. Wt. 8.00-10.00, Weistraut 10-15 Bf. per Stud, Zentner 3-4 Mt. Mepfel per Zentner 6-10 Mr. Zwetschen per Bentner 0,00-0.00, Kirschen per Pfd. 00-00 Pfg. Milch per Liter 20 Pfg. Dauer der Marktzen von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Gegenflände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Martizett überhaupt nicht, und während der ersten bier Stunden der Marktzeit im Umberziehen feilgeboten werden.

Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil: Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belde in Gießen.

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Vergebung von Bauarbeiten.

Die für die Erbauung einer Kleinkinderschule in Klein- Linden erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege öffentlichen Angebots vergeben werden. Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 18, während den Dienst­stunden zur Einsicht der Interessenten offen.

Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen, find verschlossen und portofrei bis spätestens

Donnerstag, den 3. August Ifd. Je. nachm. 3 Uhr auf Großh. Bürgermeisterei Klein- Linden einzureichen, woselbst die Eräffnung in Gegenwart etwa erschienener Betverber erfolgt.

Die Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt ver anschlagt:

Erd- und Maurerarbeiten

Steinnegarbeiten

Zimmerarbeiten

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Heinrich Mühlich, Wagnermstr. Gießen, Dammftraße.

VII Spenglerarbeiten: ca 27 lfb. m Hängerinne 2c. Mitten in einer verfehrsreichen VIII Blizableiteranlage.

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berden hierdurch unter Hinweis auf den Ministerialerlaß OT 16. Juni 1893 zur Verdingung ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen und Arbeitsbeschreib­Ingen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen und Lönnen daselbst zum Selbstkostenpreis erhoben werden. Die Angebote müssen bis zum Eröffnungstermin am 12. August 1905, vorm. 10 Uhr

nit entsprechender Aufschrift versehen, portofrei an uns Jelangen.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, den 22. Juli 1904.

Großh. Hochbauamt Gießen.

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Tapezierarbeiten

Gießen, den 24. Juli 1905.

Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises

Gießen.

Diehm, Baurat.