Ausgabe 
28.10.1905 Erstes Blatt
 
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Nah und fern.

Angriff auf einen Posten. In Schweidnitz wurde der Wachtposten am kleinen Ererzierplatz nachts durch einen Schuß an der Hand verwundet und in der folgenden Nacht mit Ziegelsteinen beworfen. Beide Male feuerte der Posten, traf aber in der Dunkelheit anscheinend niemand.

Meuterei auf hoher See. Auf dem französischen Panzerschiffe Du Petit Thouars" weigerte sich während der Fahrt die Mannschaft, zum Appell anzutreten. Sie berhöhnte die Offiziere und sang revolutionäre Lieder. Vier Meuterer wurden in Eisen gelegt, aber von der Mann­Ichaft wieder befreit.-Auf dem amerikanischen Viermaster Harry A. Berwiede" entstand ebenfalls auf hoher See unter der Mannschaft Streit. Ein farbiger Matrose erschoß eine ganze Reihe seiner Kameraden und brachte auch den Kapitän ums Leben. Endlich wurde der Wüterich überwältigt. Der Schoner Blanche E. King", der eine Notbemannung an Bord setzte, führte das Schiff nach Southport, wo die ganze librig gebliebene Besatzung des Meuterer- Schiffes den Be­hörden übergeben wurde.

+ Ueber 300 000 Francs gestohlen. In der Société Générale in Brüssel wurden von einem Angestellten 31 Stück belgischer Rente, jedes zu 10 000 Francs, gestohlen. Das Fehlen der Stücke wurde erst vier Tage später be­merft. Der Dieb ist flüchtig.

Sturm im Adriatischen Meere. In Triest wütet eine Bora, die viele Verkehrsstörungen hervorgerufen hat. Die Büge der Südbahn sind wegen Schneeverwehungen nicht in Triest eingetroffen. Die Verladungen ruhen dort fast ränzlich.

Gine Feuerwehr, die najt hilft. In den Orte Aga ivang in Bayrisch- Schwaben brannte ein Baucrn- Gehöft nieder. Eine benachbarte Feuerwehr weigerte sich, dem An fuchen um Hilfeleistung nachzukommen, weil man den b schied ier Rekruten feierte.

Gestrandeter Dampfer. Bei Helgoland strandete bei starkem Sturm der spanische Dampfer Zuria". Die Mann schaft weigerte sich, sich in die zur Hilfe herbeigeeilten Helgoländer Rettungsboote und Lotsenboote zu begeben. Bei Tagesanbruch zerbrach der Dampfer; 17 Mann wur den durch den Regierungsdampfer Triton" aus Tönning gerettet; der Rest der Mannschaft, 9 Mann, ist ertrunken.

Eisenbahn- Unglück. Auf Bahnhof Duisburg fuhgen infolge falscher Blockbedienung zwei Schnellzüge aufein­ander. Ein Kaufmann und eine Dame sind tot, ein an­derer Neisender und ein Schaffner schwer verletzt. Ein Reisender und ein Schaffner erlitten leichtere Verlegungen.

Der Erbgraf und die Wäscherin. Erbgraf Erasmus zu Erbach hatte vor einiger Zeit in England sich mit der Tochter der Wäscherin der gräflichen Familie vermählt. Nachdem er einige Zeit in Oberursel am Taunus mit seiner jungen Frau sehr glücklich und zufrieden gelebt hatte, der junge Erbgraf nun dem Drängen seiner Verwandten gefolgt und hat sich in eine Privat- Nervenheilanstalt be­geben. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß man in diesem Schritte die erste Etappe zur Lösung der Ehe bor sich hat.

Verhaftete Knaben. In Paris hatten sich die Unfälle sehr gemehrt, die dadurch entstehen, daß sich Knaben an die Wagen anhängen. Der Polizei- Präfekt hatte deshalb Anweisung gegeben, alle Jungen, die bei dieser Unsitte er­tappt würden, zu verhaften und einige Stunden im Ge­wahrsam zu nehmen. Im Laufe eines einzigen Nach­mittags wurden nicht weniger denn 243 Jungen ein­geliefert.

Das Armband.

( Von unserer ständigen Korrespondentin.)

Wie die vergessenen Blumen, die neuerdings wieder in unseren Gärten gezogen werden, neue Bewunderungen er­regen, durch verbesserte Kultur zu neuer Schönheit auf­blühen, so wird ein Schmuckstück nach dem anderen aus seiner Vergessenheit wieder zur Mode erhoben. Den An­fang machte die Kette. Als Ührkette hatte sie wohl ununter­brochen ihr Dasein gefristet, aber als Halskette galt sie viele Jahre als unmodisch. Und jetzt kann man sich nicht genug tun an langen, seltsam geknoteten, vielfach verschlungenen Retten. Aehnlich verhält es sich mit dem Armband. Jahre­lang war es in Acht und Bann getan. Wer ein fostbares Armband mit wertvollen Steinen besaß, ließ diese aus­brechen und Fingerringe davon herstellen. Und plötzlich glänzt ein Armband wieder am Arnie fast jeder Dame. Man fragt sich ganz erstaunt, wie es möglich ist, daß eine an sich kostspielige Mode sich so schnell Bahn brechen kann, daß die Damen so schnell in den Besitz geschmackvoller Arm­bänder gelangen. Die Leserinnen werden meinen, die mit Armbändern geschmückten Damen hätten ihre Schmuckkästen geöffnet und aus ihren alten Schätzen die schönsten heraus­gesucht. Das stimmt aber nicht, denn die Armbänder, die jezt getragen werden, unterscheiden sich in ihren Formen wesentlich von denen vergangener Zeiten. Nicht mehr das breite Band aus Gold oder Silber, nicht mehr der Reif gilt als chif, sondern nur die Kette, die Sklavenkette, wie die Männer sie ironisch, sich die Hände reibend über den Rück­schritt der Frau, bezeichnen. Diese Ketten bestehen aus Gold und zeichnen sich durch die mannigfaltigen Anordnun­gen ihrer Glieder aus, die ganz eigenartig ineinander greifen. Je feiner die Glieder sind, desto mehr wird diese Rette geschätzt. Das Gold, aus dem die Kette gearbeitet ist, muß recht matt sein. Solche Ketten aber stellen nun die einfachsten ihrer Art dar. Mit ihnen begnügen sich z11­neist nur die jungen Mädchen, welche an ihnen irgend welche Amulette oder Anhängsel, Geschenke und Andenken guter Freunde nud Bekannte, Erinnerungen an schöne Stunden, beseitigen.

Damen, die elegantere Retten vorziehen, wählen solche us breiten, schuppenartig übereinanderliegenden Gliedern, Die besetzt sind mit echten Steinen, mit Brillanten, mit Ru­inen, mit Smaragden. Noch wertvollere Ketten bestehen us sehr langen Gliedern, die seltsam geschweift sind, von Denen jedes Glied zwei Reihen darstellt und mit Scharnieren niteinander verbunden sind. Diese Glieder haben eine Biegsamkeit, die dem Schmuckstück sehr viel Anmut verleiht, Janz besonders zu beachten ist hier die Feinheit ihrer Arbeit. Die hier geschilderten Glieder sind ganz dicht mit kleinen echten Steinen besetzt, mit Saphiren, mit Brillanten. Neben Diesen wertvollen Armbändern bringt die Goldschmiedekunst Retten heraus, aus einfacherem Material, die so zierlich und graziös in der Arbeit sind, daß sie das Herz manchen jungen Menichenfindes zu erfreuen vermögen. Vor allem sind da

bei an die Ketten aus Gold zu denken, deren Glieder abs wechselnd eine Barockperle und einen rosaroten Stein, der aus Indien kommt, einen Turmaline, umspannen. Dieser indische Stein ist ein Halbedelstein, und wie man weiß, hal die Goldschmiedekunst seit einiger Zeit, angeregt von den führenden Künstlern des Kunsthandwerks, dem Halbedelstein neue Wertung verschafft.

Merkwürdig ist, daß unsere Künstler sich bisher so wenig mit dem Armbande beschäftigt haben. Es will fast scheinen, als gelinge ihnen das Entwerfen von Armbändern nicht. Armketten und Bänder, die nach ihren Entwürfen im Han del erschienen, wurden in der Mehrzahl von den Frauen abgelehnt. Sie haben einen großen Fehler, daß sie zu um fangreich und infolgedessen zu schwer sind. Diese Eigen schaften teilen sie mit vielen, von den Künstlern entworfener Stücken der Goldschmiedearbeit. Zum Anschauen scheinen diese Armketten geschaffen zu sein, und hier üben sie ihren ganzen Zauber aus. Es läßt sich kaum einen schönerer Armschmuck denken, als ein Armband von Lalique, ein Ge winde, aus Blüten des Löwenzahns in Gold und Steiner und grünen, mit Tau betropften Blätterranken. Kehrer wir zu dem Anfange des Themas zurück und gehen der Fract nach, aus welchen Ursachen das Armband mit einem Schlaci wieder modern ward, so ergiebt sich die Antwort, daß Mode der halben Aermel, welche sich an den Toiletten ir Winter wiederfindet, der Armfette zum Siege verholfen hat

Kunft und Wissenschaft.

Der

MN Professor Behrings Tuberkulose heilmittel. Generalrat des französischen Departements Marseille ge­nehmigte eine Vorlage, in der dem bakteriologischen Institut zu Marseille der Auftrag erteilt wird, sich mit Professor von Behring in Verbindung zu setzen, und den Wert des Beh­ringschen Heilserums zu prüfen.

Hus dem Gerichtssaal.

§ Ersatzklage des preußischen Eisenbahnfiskus. Der Fis. fus hat gegen die Firma Friedeberg in Breslau eine Bivil flage auf Erstattung des Schadens angestrengt, den ihm die Firmeninhaber durch die Unterschlagungen an Eisen bahnmaterial zugefügt haben. Der Eisenbahnfiskus hat den Gesamtschaden auf 160 000 Mark berechnet. Die Ver­urteilung in dem Unterschlagungsprozeß erfolgte bekannt. lich vor kurzer Zeit.

§ Kirmesfrenden. Auf der Kirmes zu Goldlauter in Thü ringen entbrannte aus geringfügigen Ursachen ein allgemei ner Kampf, bei dem Bierkrüge u. s. w. eine große Rolle spielten und das Blut aus vielen Wunden floß. Die Unter suchung hat einen derartigen Riesenumfang angenommen, daß ca. 250 Personen unter Anklage gestellt werden. Die Verhandlung wird sich also zu einer Riesenansammlung ausgestalten, zumal zu den 250 Angeklagten ungefähr dep. pelt so viel Zeugen kommen.

E1

§ Ein Universitätsprofessor als Verbrecher. Vor dem Wiener Landgericht hatte sich der außerordentliche Univer. sitätsprofessor Dr. Theodor Beer wegen verschiedener Hand lungen zu verantworten, die das Gesetz als unsittliche ahndet. Beer floh nach der Schweiz und Amerika. kehrte aber vor einiger Zeit zurück und stellte sich dem Ge richt. Beer leugnete entschieden. Die Aussagen mehrerer jungen Leute und der übrigen Zeugen war sehr belastend für ihn. Der Gerichtshof befand ihn für schuldig und ver urteilte ihn zu 3 Monaten einfachen Kerkers. Der Staats. anwalt beantragte die sofortige Verhaftung des Angeklagten oder die Erhöhung der Kaution auf 1 Million Kronen.

Vermischtes.

= Lob des Waffers. Die Breslauer Behörden haben an dem neuen Wasserturm in Kleinburg eine poetische In­schrift anbringen lassen, die jedem Abstinenzler große Freude bereiten muß. Sie lautet:

Wähl' nicht zum Freund dir Bier und Wein! Sie schaffen furze Lust.

Willst du als Greis noch fröhlich sein, So fomm' an meine Brust!

Ein neues Mittel gegen Schlaflosigkeit. Die Qualen, die andauernde oder zeitweilige Schlaflosigkeit dem Men­schen bereiten können, sind an und für sich schlimm genug. Der Mangel an stärkendem Schlaf zieht außerdem in der Regel schwere gesundheitliche Störungen nach sich. Die Zahl der angepriesenen Hilfsmittel ist Legion. Doch die wenigsten sind von wirklichem Erfolg begleitet, oder aber sie sind in hygienischer Beziehung gefährlich. Ein ein­faches neues Mittel zur Erzielung des Schlafes teilt nun der Pariser Arzt Dr. Demouchy mit. Er verwirft alle Medikamente, die empfohlen werden, als teils wirkungslos, teils schädlich oder beides zusammen. Zur Ausführung seines Rezepts braucht man nichts weiter als die eigene Hand. Die Hand und namentlich der Handteller ist be­sonders reichlich mit Blutgefäßen ausgestattet und daher eine Wärmequelle, deren Strahlung fähig sein soll, eine Erweiterung der Gefäße und damit den Eintritt des Schlafs zu bewirken, wenn sie in geeigneter Weise benutzt wird. Das vorgeschlagene Verfahren besteht darin, die leichtgekrümmte Hand so gegen die Stirn zu legen, daß ihre Längslinie sich mit der Mittellinie des Gesichts deckt. Die Handwurzel muß sich etwa in der Höhe der Nasenlöcher befinden. Auf diese Weise werde eine ziemlich starke Er. wärmung der oberen Gesichtshälfte hervorgerufen, und sie werde noch vermehrt durch den Atem, der auf die Hand trifft und so nach derselben Stelle hingeleitet wird. Aus solche Weise soll sich der Schlaf rasch einstellen. Wahrschein lich hilft hier die Autosuggestion start mit. Immerhin hai das Mittel den Vorzug, daß es von jedem in jedem Augen­blick versucht werden kann.

= Wider den Absinth! In der westlichen Schweiz wird ein starker Kampf gegen den Absinth geführt. In Genf hat sich ein Komitee für die romanische Schweiz gebildet, bas ein eigentliches Absinthverbot anstrebt. Im Kanton Waadt sind dafür bereits 28 000 Unterschriften zusammen­Jekommen.

Zeitungsverbot in Japan. Während der politischen Erregung über den Friedensschluß sind in Tokio 22 Bei­tungen unterdrückt, davon fünf zweimal. Als im Jahre 1895 nach dem Kriege mit China das siegreiche Japan die Halbinsel Liaotong zurückgeben mußte, wurden in Tokio

If Brei Kinder erstickt. In dem schlesischen Dorte Wakau hatten zwei Familien ihre drei Kinder in der Wohnung der einen Familie unter Aufsicht eines zehnjährigen Mädchens zurückgelassen, um auf dem Felde Rüben zu hacken. Das Mädchen ging zur Schule und überließ die Kinder sich selber. Am Nachmittage fand man die drei Kinder tot übereinander liegend. Sie müssen mit Streich hölzern gespielt haben, wobei das Bett in Brand geriet. Die beiden Familien hatten vor kurzem erst mehrere Kin der durch den Tod verloren.

Lokales.

** Nebertragen wurde dem Schullehrer Johannes Wehrheim zu Buzbach eine Lehrerftelle an der Ge­meindeschule zu Bad- Nauheim und dem Schullehrer Lud­wig Seip zu Beltershain eine Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Geiß Nidda.

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P. Neue Schutzmaßregeln für landwirtschaftliche Maschinen und landwirtschaftliche Nebenbetriebe sind erlassen: 1. für Brenuerei-, Molkerei- und Stärkebereitungsbetriebe, 2. für Ziegeleien, Gräbereien über Tage und Torfgräbereien, 3. für Steinbrüche und 4. für Mahl- und Delmühlen. Die Bestimmungen treten am 1. Januar 1906 in Kraft. Betriebsunternehmer und Betriebsleiter werden in der heutigen Bekanntmachung Großh. Polizeiamtes auf die genaue Befolgung der angeordneten Schußmaßregeln hin­gewiesen.

tt. Stadttheater Gießen. Sonntag, 29. Oftober, findet nachmittags 3 Uhr als Fremdenvorstellung eine Aufführung des bekannten und beliebten Boltstückes Die Herren Söhne" statt. Am Abend findet die erste Wiederholung der Komödie, ater Lampe" von Emil Rosenow statt. Das überaus charakteristische und heitere Werf bat mit seinem gelungenen Milieu bei der Erstauf­führung hier wahre Heiterkeitsstürme entfesselt und auch die Kritit hat Werk und Aufführung aufs wärmste anerkannt. weifellos dürfte die Novität sich als ganz besonders geeignet erweisen für das Sonntagspublikum, das heitere Stücke bevorzugt.

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F. Theaterverein Gießen. Der Aufführung des Grafen von Charolais" am nächsten Dienstag, 31. Oftober., liegt die Fassung des Wiesbadener Hoftheaters zu Grunde, dessen Heldendarsteller, Hermann Leffler, die Titelrolle spielen wird. Zur Teilnahme an der letzten Probe des schwierigen Stücks trifft Herr Leffler schon am Montag hier ein. Da das Drama so lang ist, daß eine nahe ungekürzte Aufführung zwei Theaterabende füllen würde, so mußte die Regie sehr starke Striche machen, derart die in erster Linie alle für den Fortgang der Handlung unwesent­lichen Szenen beseitigt wurden. Diese Kürzungen durch den Wiesbadener Intendanten, Dr. von Mußenbecher, haben die dramatische Wirkung des Stückes wesentlich gefteigert und zugleich weniger Anmutendes beseitigt. Das figurenreiche Drama verlangt die Mitwirkung des gesamten Herrenpersonals, während von den Damen in einer sehr großen Kolle nur Fräulein Donecker beschäftigt ist, die mit dem Stück schon seit dem Frühjahre durch ihre Teilnahme an den Proben des Mannheimer Theaters vertraut ist. Für die Ausstattung der Bühne sind einige Anfwendungen gemacht worden. Gespielt wird in Kostümen aus der Zeit Wallensteins. Der Aufführung von Beer- Hoffmann poetischem Drama, dessen Erwerbung für unsere Bühne nur schwer möglich war und das nur einmal gegeben werden kann, wird jedenfalls großes Irteresse entgegengebracht werden.

** Scheues Pferd. Heute Bormittag ging auf der Stephanstraße ein Pferd mitsamt dem Wagen durch. Nach dem es fast eine Dame angerannt hatte, wurde es von einem beherzten Maurer festgehalten und dem hinterdrein laufenden Besizer übergeben. Der Wagen wurde nur leicht beschädigt.

*** Lehrling oder jugendlicher Arbeiter. Die Handelskammer schreibt uns: Es ist vielfach vorgekommen, daß junge Leute, welche die Absicht haben, ein Handwerk zu erlernen, nicht als Lehrlinge, sondern lediglich als jugendliche Arbeiter von ihren Lehrherrn in Beschäftigung genommen werden. Es geschieht dies, weil die Lehrherrn nicht die Pflichten auf sich nehmen wollen, welche das neue Hand­werkerschutzgeseß ihnen den Lehrlingen gegenüber auferlegt. Deshalb mag hier ausdrücklich darauf hingewiesen werden, daß die Ausbildung eines ordentlichen Handwerkers not­wendigerwise die Ableistung einer auf 3 bezw. 4 Jahre festgesetzten Lehrzeit voraussetzt, und daß eine Beschäftigung als jugendlicher Arbeiter nicht die Vorteile für den jungen Mann mit sich bringt, die er für sich aus einer Beschäftigung als Lehrling erlangen kann. Einesteils bietet der Lehr­vertrag die Gewähr für eine andauernde, Unterbrechungen nicht unterworfene sachgemäße Ausbildung, wohingegen ein nur als jugendlicher Arbeiter angenommener junger Mann darauf keinen Anspruch hat, sondern jederzeit entlassen werden kann, andererseits ist nur ein ordnungsmäßig aus­gebildeter Lehrling, nicht aber ein jubendlicher Arbeiter zur Ablegung der Gesellenprüfung berechtigt, welche nach den Bestimmungen des Gesetzes die unumgängliche Voraussetzung bildet zur Erlangung des Rechts, späterhin selbst Lehrlinge anleiten zu dürfen. Ferner fönnen zur Meisterprüfung, mit deren Ableistung die Berechtigung zur Führung des Meistertitels verbunden ist, nur solche Bewerber zugelassen werden, welche die Gesellenprüfung bestanden haben. Eltern und Vormünder von jungen Leuten, welche sich dem Hand­werksberufe widmen wollen, werden also darauf bedacht sein müssen, daß ihre Pflegebefohlenen stets als Lehrlinge und nicht als jugendliche Arbeiter in Beschäftigung genommen werden. Der Lehrvertrag ist schriftlich abzuschließen.

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* Wie die warm. 8tg." erfährt ist von Großh. Ministerium des Innern folgende die Besiger von Fahr­rädern und Automobilen interessierende Entscheidung getroffen worden: Nach§ 1 der Berordnung vom 10. Oftober 1899 hat der Besiger jedes Fahrrad und Automobil vor der Ingebrauchnahme vesselben bei dem Kreisamt über 210 Beitungen suspendiert. Damals ist also die Auf- unzulässig, daß eine Nummerplatte für mehrere Räder oder anzumelden und die Stempelabgabe zu entrichten. Es ist Kraftfahrzeuge abwechselnd benutzt wird."

regung eine noch größere gewesen.

** Bichmarkt 25. Oftober ftattgef 1066 Stüd Rinbbieb Markt findet am 21. Tage auch Krämerma

*-* Großen Li Das Fleisch wird Megger Weyer buce ben Preis für Rin 4 Bfennige per Bfu * Merlau." morgen Sonntag, be * Gaafen, 27. G& mitt 1. im war der ältefte Ein B. Lang- Göns Beigeordnetenwa dritten Male wieder feinen Witbürgern& §8 Elpenrod, Der hiefige Forftwa mitgemacht, hat jest

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zu bleiben. In de Erzeugnis, bas abe nur im Material, Blumenthalfche Fab wenn bei Beratung ein unerschwingliche ist das aber nicht frei geblieben. So Eingangsichwierigte Geschichte breht sich der Direktor einer bewahrung erhalten ftändig durchbrunge

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