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Oefterreich- Ungarn.

** Das unruhige Magyarenblut hat wieder zu skanda­lösen Vorgängen im Budapester Komitatshause geführt. Der zum stellvertretenden Obergespan des Komitats ernannte Graf Laßberg erschien in Begleitung mehrerer Ministerial­beamten und mit zwölf Gendarmen mit aufgepflanztem Ba­jonett unter Führung eines Gendarmerierittmeisters im Komitatshause und verlangte von dem Obernotar Fazakas die Herausgabe der Schlüssel zu den Amtslokalitäten und die Komitatsficgel. Fazekas verweigerte beides, worauf Graf Laßberg der Gendarmerie befahl, die Tür mit Gewalt zu öffnen. Die inzwischen in das Innere des Komitatsgebäudes eingedrungene Menge rief dem Grafen Laßkberg zu: ,, Schuric! Verräter! Zwei Personen sollen den Grafen sogar ange= Spicen haben. Die ganze Szene ist auf die Widerspenstigkeit ber magyarisch gesinnten unteren Beamten zurückzuführen, beren lächerliche Handlungsweise schließlich soweit ging, daß fie entblößten Hauptes das Kossuthlied sangen. Das Publikum immte natürlich ein. Schließlich mußte die Polizei gewalt= fam das Haus von den Beamten räumen. Ungarn ist wieder einmal gerettet. Eljen!

England.

** Die drohende Kabinets krisis ist einstweilen nicht zum Ausbruch gekommen, obwohl vor wie nach angenommen werden muß, daß die Tage Balfours und seiner Minister­genossen gezählt sind. Das Reuterbureau weiß sogar zu melden, das Kabinett werde nicht wieder vor das Parlament treten. Es schiebe die Lösung der Frage, ob Demission des Kabinetts oder Auflösung des Parlaments, nur um einige Wochen hinaus; es vermeide dadurch sowohl die Notwendig­feit von allgemeinen Wahlen zur Weihnachtszeit als auch die Notwendigkeit einer kurzlebigen Interimsregierung.

Balkan- Staaten.

** Große Aufregung hat ein Diebstahl von Dynamit berursacht, der auf dem Bahnhof zu Belgrad verübt wurde. Zwei große Kisten mit dem Sprengstoff sind dort entwendet worden. Man nimmt an, daß sie in die Hände der maze­donischen Aufständischen gelangt sind.

Türkei.

** Die von den europäischen Mächten veranstaltete Fiottendemonstration hat begonnen. Gestern sollte nach bem vorgeschriebenen Plan Mytilene, dann Tenedos besetzt werden, schließlich sollen die Dardanellen blockiert werden. Die Botschafter zeigen sich beunruhigt wegen möglicher Verwickelun= gen. Die Nachricht von der Ablehnung der Forderungen der Groß­mächte seitens des Sultans wurde gegen alle Gewohnheit unter der mohammedanifchen Bevölkerung noch in derselben Nacht berbreitet.

Hof und Gesellschaft.

** Der Kaiser hat für eine am 16. Juni beginnende Jachimetsfahrt von Dover nach Helgoland einer Pokal und andere Preise gestiftet. Der Pokal soll den Namen ,, Silberner Hochzeits- Petal" führen und wird die Porträts des Kaisers und der Kaiserin, sowie des Königs Eduard von England tragen. Die Wettfahrt soll ein Handicap für Jachten von 80 Tonnen aller Nationen werden.

** Anläßlich der Silberhochzeit des Kaiser­paares haben die Stadtverordneten in Görlig die Summe bon 10 000 M. für eine Kleinkinderbewahranstalt der Auguste­Viktoria- Stiftung bewilligt.

Hus den Parlamenten.

Reichstag. In der ersten gemeinsamen Sitzung des Reichstags am Dienstag, den 28. November, wird wahr­scheinlich nur die Beschlußfähigkeit festgestellt werden. Nach ber ersten Plenarsizung gedenten die Fraktionen zusammen­zutreten, um zur Präsidentenwahl Stellung zu nehmen. In ber zweiten Plenarsizung wird die Präsidentenwahl erfolgen. Am 30. November wird feine Sigung stattfinden. Am 1. oder 2. Dezember soll dann die erste Lesung der Finanz­Reform- Geseze, die ungefähr acht Tage dauern wird, be­ginnen. Die erste Lesung des Etats wird sich anschließen. Die Weihnachtsferien dauern vom 17. Dezember 1905 bis zum 10. Januar 1906.

Preußischer Landtag. Alsbald nach seiner Eröffnung sollen dem preußischen Landtage die Entwürfe des Schul­unterhaltungsgesetzes und der Novelle zum Einkommensteuer­gesetz, sowie von Gesezen über die Vorbereitung für den höheren Verwaltungsdienst und über die Belegung der Spar­fassengelder zugehen. Die beiden erstgenannten Gesezent­würfe sollen zuerst dem Abgeordnetenhause, die beiden letzt genannten zuerst dem Herrenhause vorgelegt werden. später sind die Novellen zum Kommunalabgabengesetz un! gur Ostmarfengefeggebung, unter Umständen auch auch die Vorlagen über die Wahlkreiscinteilung und das Wahlverfahren vorgesehen.

Soziales Leben.

X Spaltung unter den Vergarbeitern des Ruhr reviers. Die Generalversammlung des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter beschloß, sich an den Arbeiterausschuß­wahlen zu beteiligen, und tritt damit offiziell in Gegensatz zu dem alten Bergarbeiterverband, der sich in den Wahlen ablehnend verhält.

( Eig. Bericht.)

Revolutionsbilder.

Petersburg, 25. November. Die aufrührerische Bewegung schreitet nach Osten fort. Sie ist sogar schon bis in die Regionen gelangt, die man als den äußersten Osten" zu bezeichnen pflegt. Dort steht noch der größte Teil der russischen Armee, die in der Mandschurei so tapfer, aber erfolglos gekämpft hat. In der besiegten Ar­mee ist eine zügellose Anarchie eingerissen. Die Soldaten meutern, und die Meuterer sind zu Raub und Plünderung, zu Mord und Brandstiftung übergegangen. Ganze Städte, wie Charbin, stehen in Flammen, und in Wladiwostock sehnt die Bevölkerung die Stunde herbei, da die Reservisten end­lich in die Heimat transportiert werden.

Dort aber fann man diese, durch das Kriegslager ver­wilderten Burschen schon garnicht gebrauchen. Es wird das so recht deutlich, wenn man sich einzelner Szenen erinnert, die in den letzten Tagen vorgefommen sind, und die dafür Sorge tragen, daß in die furchtbar ernste Sache einer Revo­lution auch einige des Humors nicht ganz entbehrende Züge hineingemischt werden.

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Es ist spät Abends. Die Druckerei der Zeitung No­woje Wremja" ist des Streiks wegen geschlossen. Nur der Verwalter Bogdanow ist noch anwesend und in der Redak­tion der Redakteur Holstein. Plötzlich erscheinen ein paar junge Leute und verlangen, den Besizer, Herrn Suworin, zu sprechen. Er ist nicht zugegen. Dann rufen Sie ihn!" tönt es dem Verwalter entgegen, und die Mündungen einiger Revolver geben dem Befehl den nötigen Nachdruck. Wohl oder übel muß Herr Bogdanow am Telephon sagen, was man ihm vorspricht. Herr Suworin fann nicht kommen, bevollmächtigte aber den Redakteur Holstein, in seinem Namen zu verhandeln. Er wird herangeholt und ebenfalls schlangweg unter den problematischen Schutz der auf ihn gerichteten Revolver gestellt. In dieser angenehmen Situa­tion erfährt er, daß der Rat der Arbeiter- Deputierten be­schlossen habe, die nächste Nummer des offiziellen Organs dieses Rates in der Druckerei des Herrn Suworin herstellen zu lassen. Kein Protestieren hilft. Im Nu stehen dreißig Schriftsezer an den Kästen. Arbeiter rollen die Papierballen heran. Die ganze Nacht ist es in der soeben noch ver­lassen daliegenden Druckerei geschäftig. Beim Morgengrauen rollen Fuhrwerke an und holen die Zeitung ab. Und was da Herrn Suworin passiert ist, geschah bald darauf einem Kollegen. So stellen die Helden der Freiheit ihr Publikations­organ mit fremder Leute Maschinen und auf fremder Leute Papier im allerbilligsten Verfahren ber!

Szenen von dramatischer Wucht haben sich vor den Apotheken abgespielt, die als die ersten in den Streif eintraten. Da erschien eine Mutter und bettelte in herzzerreißenden Tönen um eine Arznei für ihr frantes Kind. Dort wieder erschien ein junger Mann und verlangte ein Mittel für seinen alten Vater, der daheim nach Linderung seiner Schmerzen jammerte, Manchmal fand sich auch ein Verzweifelter, der kurzen Prozeß mad te. Ein Offizier, dessen Frau mit dem Tode rang, machte es, wie die Schriftsezer in der Druckerei der ,, Noweje Wremja": er zwang den sich sträubenden Apotheker mit dem Revolver, die von dem Arzt verschriebene Arznei herzu­stellen.

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Jetzt ist es besser geworden. Die Druckereien stellen ihre eigenen Zeitungen her und haben keinen Platz für fremde Eindringlinge; und die Herren Apotheker empfangen den Kunden, der ihnen die Ware abfauft, freundlich und bedienen ihn gern. Die heimkehrenden Meuterer von Charbin und Wladiwostok könnten das Uebel leicht aufs neue herauf beschwören.

Nab und fern.

Tragisches Schicksal eines mutigen Retters. Bei dem Versuch, durchgehende Pferde aufzuhalten, ist in Cöpenic bei Berlin der zwanzigjährige Kutscher Heckelt tötlich verun. unglückt. Das Gespann seines Herrn, eines Bäckermeisters, war scheu geworden und raste die Straße entlang. H. sprang vom Wagen, um den Pferden in die Zügel zu fallen, wurde aber zu Boden gerissen und von den Hufen der Tiere so be­arbeitet, daß er furz nachher starb.

Die Räuberhöhle im Walde. In den Forsten bei Wietmarschen in Hannover fanden Treiber eine regelrecht eingerichtete Räuberhöhle, die mit Lebensmitteln und Diebes­handwerkzeug aller Art ausgestattet war. Leider waren die Höhlenbewohner vorher verschwunden, sodaß man noch nicht weiß, wer die findigen Räuber sind. Vielleicht handelt es sich auch um eine Knabenspielerei.

Unwetter auf See. Die fortdauernden Unwetter in der Nordsee haben wieder einen Schiffsunfall zur Folge ge­habt. Der Dampfer Königsberg" ist bei Brunsbüttel ge­strandet; sechs Cuxhavener Dampfer suchen, ihn flott zu machen. Eine kleine Tjalt ,, Katharina Margaretha" wurde an der Elbmündung in Seenot aufgefunden und nach Cur­haven gebracht.

Im Gisenvaguwagen ere. In einem Abteil des Schnellzuges Berlin- Breslar es sich aus unbekannter Ursache die grau eines Brüsseler Kaufmanns, des Direktors der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft, Hamburger, eine Kugel in den Kopf. Die Schwerverletzte starb im Kranken­haus Frankfurt a. Oder.

Kindesraub. Drei Personen hatten in Stettin den fünfjährigen Sohn des Kaufmanns Rosenberger geraubt und in einer Dachkammer verborgen, um ein Lösegeld von 5000 M. vom Vater zu erpressen. Die Polizei ermittelte das Versteck, befreite den Knaben und nahm zwei der Räuber nach Heftiger Gegenwehr fest. Der Dritte wird noch gesucht. Die Täter sind zwei Arbeiter, die auf diese Weise Geld cr schwindel: wollten.

Im Eis verloren. Der Dampfer Soerabaya ist nördlich vom Kap Menschifuff, vom Eis zerdrückt, unter­gegangen. Von 2ladiwostoc aus werden Hilfsmannschaften über das Landeis gesandt, um eventuell die Besatzung des Dampiers zu retten.

Der Liebe Ende. Die alte Geschichte von den zwei Liebenden, die nicht zusammenkommen konnten, hat in Dessau zwei junge Menschenleben vernichtet. Der 19 jährige Tischter Griesler hat dort in einem Restaurant seine daselbst dienende Braut Minna Theiß und dann sich selbst erschossen. Ein hinterlassener Brief gab die Beweggründe zu der entsetzlichen Tat an.

Damen in der Armenkommission. Die Mannheimer Stadtverwaltung hat zwei Damen, Frau Bensheimer und Fräulein Tillesen, die seit Jahren in der Armenpflege tätig sind, zu Mitgliedern der Armenfommission ernannt. Gewiß ein seltener Fall, der Nachahmung verdiente.

Ueberfall im Hotel. Ein deutscher Viehhändler hatte in Brüssel die Bekanntschaft eines angeblichen Landsmannes gemacht, mit dem er verschiedene Kaffeehäuser besuchte und schließlich das Hotel Du Midi, wo sie übernachten wollten. Gegen Mitternacht erwachte der Viehhändler von einem heitigen Schlag und sah seinen Landsmann" mit einem Knüttel vor sich stehen, anscheinend um ihn zu betäuben und zu berauben. Er erhob sich und verfolgte den flüchtigen Attentäter bis auf die Straße, wo es gelang, ihn festzunehmen. Man fand bei dem Verhafteten einen geladenen Revolver und glaubt, einen schweren Verbrecher" erwischt zu haben.

Von Ratten zerfressen. Zwei Kinder von 1 und 2 Jahren, die in einer Wiege lagen, wurden in dem Orte Norimont in Luxemburg von Ratten überfallen, während die Eltern furze Zeit abwesend waren. hatten die Kleinen bereits derartig zugerichtet, daß das Jüngste Die gefcäßigen Nagetiere sofort starb, während das ältere Kind, trotz schrecklicher Biß­wunden, vielleicht noch gerettet werden kann. Der Jammer ber Eltern über den gräßlichen Vorfall ist grenzenlos; dic Mutter war dem Wahnsinn nahe.

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Vermischtes.

Ordensverleihun unferes La wieber sehr zahlreich heffifchen Staate nicht ten und Bürgern; auf 3 Wirten von den maßg

Chinesen in Berlin. Eine ganze Reihe von Söhnen des himmlischen Reichs" hält sich in Berlin meist zu Studien­zweden auf, und ihre landsmannschaftliche Zusammengehörig feit hat dort zur Gründung eines chinesischen Klubs geführt. Ihm gehören u. a. 80 chinesische Offiziere an. im Klub, der über verschiedene Vereinssäle, Lese- und Schreib­Das Getränf zimmer verfügt, ist Tee, für den 60 Teetassen zur Benutzung der Mitglieder stehen. Die Chinesen in Berlin tragen sämt­lich keine Zöpfe mehr und unterscheiden sich im Anzuge keines­wegs von den übrigen Europäern. Sie sind sehr bescheidene Leute, die fast feine Spirituosen trinken und als ruhige, pünktlich zahlende Mieter geschäßt werden. Alle sind bestrebt, die deutsche Sprache zu erlernen und nehmen regelmäßig Unterricht darin, sodaß man sie nach furzer Zeit für ein­geborene Berliner halten könnte, wenn nicht ihre Gesichts­bildung noch etwas den Asiaten erkennen ließe.

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Ein Mammutfund in Berlin. Bei Schachtarbeiten in einem industriellen Etablissement in der Nähe von Berlin wurden in fünfzehn Meter Tiefe ein Paar Stoßzähne eines Mammut ausgegraben. Jeder Zahn hat eine Länge von zwei Metern. Der wertvolle Fund wurde dem märkischen Museum überwiesen.

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Eine Zeitung auf hoher See. Auf dem Dampfer Amerika" der Hamburger Pafetfahrt, der soeben mit zwei­tausend Fahrgästen seine zweite Reise nach Newyork angetreten hat, erscheint jetzt eine tägliche Zeitung in deutscher und englischer Sprache für die Fahrgäste. Die Nachrichten für dieses Blatt werden dem Dampfer durch drahtlose Depeschen von den englischen und amerikanischen Funkspruchstationen übermittelt, ganz gleich, wo sich das Schiff befindet. Außer den neuesten Tagesereignissen bringt die Zeitung einen ,, amt­lichen" Teil, der die bemerkenswerten Geschehnisse und An­fündigungen aus den Kreisen der Fahrgäste und Schiffs­besaßnng meldet, ein unterhaltendes Feuilleton, in dem aus­schließlich eigene Beiträge bekannter Schriftsteller veröffentlicht werden, und einen Anzeigenteil, der dem Reisenden für den Aufenthalt im fremden Lande nüßliche Fingerzeige zu geben vermag. Das Blatt führt den Namen blatt", die englische Ausgabe Atlantie Daily News." Atlantisches Tage­Teure Zahnschmerzen. Dem Prinzen von Batten­berg, der mit dem englischen Geschmader in Amerika war, find die vielen Festtage ,, drüben" nicht gut bekommen. Er hatte Zahnschmerzen bekommen, zu deren Beseitigung er einen Newyorter Zahnarzt aussuchen mußte, und dieser hat dem Prinzen für vier Plomben die Kleinigkeit von 4000 Mark abgenommen. Ueber diese billige Berechnung sind die Eng­länder begreiflicherweise wenig erfreut, und selbst die amerika­nischen Zeitungen stellen fest, daß der Prinz gehörig gerupst worden ist, als er diese unverschämte Rechnung bezahlte. Hoffentlich veranlaßt dieser amerikanisch- englische Zwischenfall feinen Seefrieg.

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Spaniens König als wilder Autofahrer. König Alfons, bekanntlich ein leidenschaftlicher Autofahrer, ist gleich­zeitig auch als Schnellfahrer berüchtigt. Er ist fürzlich an einem Tage nicht weniger als fünfmal wegen zu schnellen Fahrens aufgeschrieben worden, er immer nur im Fluge"; die Gendarmen, die ihn zur Anzeige brachten, hatten in allen Fällen nur die Nummer des in rasendem Tempo dahin­sausenden Kraftwagens, niemals aber die Persönlichkeit des unheimlichen Meisterfahrers feststellen können. Ob sie ihre Anzeigen aufrecht erhalten werden, wenn sie flar und bündig erfahren, wer so über Berg und Tal dahinjagte, das ist eine andere Frage. Der wilde fönigliche Autler ist schon wieder­holt mit den Gesezen seines Landes und anderer Länder in Konflikt geraten, aber man hat noch nicht gehört, daß ihm jemals ein Härchen gefrümmt worden wäre.

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Elektrische Prügel. Fortschrittte der Wissenschaft wären nur halbe Fortschritte, wenn ihre Anwendung nicht auch für das gewöhnliche Leben nützlich wäre. Amerika ist natürlich darin wieder vorbildlich, denn es hat in der Schule den Rohrstock durch die elektrische Prügelmaschine ersetzt. Die ABC- Schüßen in diesem gesegneten Lande werden also keinen Stod mehr anschneiden können, um sich die Schläge zu er= sparen, sondern der Lehrer drückt jetzt einfach auf den Knopf und die elektrische Maschine bearbeitet den jugendlichen Misse­täter mit der gewünschten Stromspannung unter Anspannung eines gewissen Kleidungsstückes. Schade nur, daß die Väter der so geprügelten Knaben der Sache feindlich gegenüberstehen und die Entfernung der Maschine verlangen. Man hätte so schön an diesem Apparat feststellen können, wieviel Schläge in der Minute auf einen Jungen kommen und was geschieht, wenn der Strom versagt oder Kurzschluß eintritt. Jedenfalls wird jetzt auch der elektrische Nürnberger Trichter erfunden werden.

I

Die

Warnung für Nichtraucher! Die amerikanischen Damen werden von einer Frauenvereins- Rednerin aufge= fordert, keine Männer zu heiraten, die nicht rauchen. Verteidigerin des Rauchens begründet dies nach ihren Er­fahrungen damit, daß alle Männer, die nicht rauchen, un­geduldig und streitsüchtig sind und keinen Humor besitzen. Besonders nach dem Diner, wo der Mann doch seine besten Seiten zeigen soll, ist der Nichtraucher unausstehlich. Er geht rastlos im Zimmer auf und ab, weil ihm etwas fehlt, und sucht irgend eine Veranlassung, um räsonnieren zu können. Der Raucher dagegen zündet nach Tisch mit großem Behagen seine Zigarre an und befindet sich dann in einem Zustand der glücklichsten Zufriedenheit. Ich bin überzeugt, daß die Vorsehung bestimmt hat, der Mann soll rauchen, und daß sie eigens den Tabak geschaffen hat. Mit einem Mann also, der der Vorsehung in diesem Punkte nicht ge­horcht, ist etwas nicht in Ordnung. Darum rate ich Ihnen, meine Damen, im Interesse Ihres Glückes und Ihrer Zu­funft jeden Heiratsantrag eines Nichtrauchers auszuschlagen!" Die Nichtraucher werden also keine Frauen mehr finden. Es lebe die Zigarre und die schwarzgeräucherte Gardine!

Hus dem Gerichtssaal.

§ Die Ehescheidung der Prinzessin Luise von Ko burg. Der auf den 27. November anberaumte Termin vor der Zivilkammer in Gotha, in dem über die Scheidung der Ehe des Prinzen Philipp von Koburg und der Prinzessin Luise verhandelt werden sollte, ist auf den 18. Dezember verlegt worden. Vom Oberlandesgericht zu Gotha ist näm­lich auf den 4. Dezember Termin inbetreff des von der Prinzessin angefochtenen Urteils des Gothaer Landgerichts über seine Zuständigkeit in dem Prozesse anberaumt.

§ Wegen Majestätsbeleidigung. Vor der Strafkammer zu Dresden hatte sich der Oberkellner Hohenstein aus Berlin wegen Beleidigung des Kaisers Wilhelm und des Königs von Sachsen zu verantworten. Das Urteil lautete auf drei. Jahre Gefängnis.

Preisamtsbureauvorstehe hd Feuerwehrkommandant Binbhaufen, Lehrer Ralbf der Landesuniversi Rebringer Grünberg, St b. Dhm, Lehrer Schwe eft- Gießen;

das Allgemeine Ehrenze Mangjährige treue Dienfte

Bürgermeister bas Allgemeine Ehrenzei langjährig Bofifchaffner Chriftian E lid II. Oppenrod, Gemeind emeindeeinnehmer Jaeger in Gießen, Feldgeschwor eigeordneter Beppel XII Eid lapp Mainzlar, Airde Belbgeschworener Jobs. ifter Löber- Freienfeen;

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bie Bolizeidiener Desd e Foft- und Felbschuhen ainbach, Nachta achter Boring III. Storndorf, Sol Fraßenwart Hahn- Großen­Saufen, die Straßenarbeite Groß Felda, Kreisstraßer

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Es wurden ferner um Geheimerat" Branch und Ministerial

am Oberbürgerme mann Mainz; zum Geh at Dr. Schäfer und Ecriba Alsfeld und Fer Sulrat" die Kreisf

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Andres Lauterbach, Bau Büdingen, Süß Friedber Medizinalrat" der Beterinärrat Bießen; zum Romm Bulab Mueller Gießen Tber Karl Müller( Bor auf dem Nauhof bei Der Vorsitzende der Half Mainz; zum Bendant Gutfleisch- Hom warte Johs. Albach berg Daubringen, Faum Bohl Gone, K. La Damen, Forstwart Johs. Sly Schellnhausen und

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Außerdem hat der Gr tigen Geburtstage neu ge A bie Beamten und isenbahnverwaltung Ojabrige Dienfzeit und bjährige Dienstyeit verlie