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5000 Teilnehmer zu dem Bankett erscheinen-- aber jeden­falls gibt dieser Tag an jedem Orte eine wahre Heerschau über die in seinen Marken befindliche Intelligenz.

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Notabene herrscht unter den Teilnehmern an diesem Tage auch vollständige Gleichheit; es gibt keinen Fürsten, keine alle hochgeborene Erzellenz und keinen Staatsrat mehr sind glich und sprechen einander mit dem Du- Wort an. Das alles betrifft aber nur die Formen, die am Tatjana- Tage herrschen; fragt man nach dem Geist und Sinn dieser Zusam­menfünfte, dann offenbart sich erst ihre wahre Bedeutung im russischen Volksleben. Denn bei jedem Tatjana- Bankett darf jeder frei reden, wie es ihm ums Herz ist. So unwahr­scheinlich es ist, so wahr ist es doch, daß jeder Polizeibeamte, jeder bestechliche Richter, jeder treulose Manipulant mit Staatsgeldern und jeder noch so in die Brust ſich werfende Gouverneur vor diesem Tage zittert, weil er weiß, daß da bielleicht jemand aufstehen wird, der ihm offen und frei­mütig alles vorhält, was von ihm der Volksmund erzählt. Und so einzigartig ist das Recht, das jedermann an diesem Tage zugestanden wird, und so groß der moralische Zwang, den die alte Nebung durch das ganze Land ausübt, daß zum Beispiel der Beamte verloren wäre, welcher an dem Manne offen Nache nehmen wollte, der ihn am Tatjana- Tage ange­flagt hat. Natürlich, rächen fann sich die Tücke schon irgend wie, aber eben nicht offen, sondern nur auf Schleichwegen

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offene und brutale Rache und Drangsalierung ist nicht mehr Drangsalierung eines einzelnen, sondern Bruch und Verlegung einer gesellschaftlich geradezu zauberhaft gehei­ligten Institution...

Deshalb die große Furcht der Machthaber vor der Tat­janafeier und vor dem, was an diesem Tage als Parole ausgegeben werden würde. Munkelt man doch, daß es allen Ernstes einmal zu einem Gesamtstreif der gelehrten Berufe in Rußland kommen könnte.

Die Dolitik.

Gange. Wie in Amerika die Parole gilt, daß jede Einmisch­ung fremder Mächte auf dem Kontinent ausgeschlossen sein müsse, so möchte man auch in Australien die ganze Inselwelt Polynesiens unter die Kontrolle des zwischen den englischen Kolonien gebildeten Commonwealths stellen. Sollte dieser Gedanke praktische Gestalt gewinnen, dann würden die Keime zu Konflikten mit den europäischen Staaten darin enthalten sein. Neben Frankreich käme besonders das Deutsche Reich in Betracht, da die Monroedoktrin, wenn es nach dem Willen des in Australien Ton angebenden Mr. Reid, des Premier­ministers in Commonwealth, und dessen Kollegen in Neu­Seeland, Mr. Seddon, geht, auch auf die Insel Neu- Gui­nea sich erstrecken soll, wo die deutschen Schutzgebiete liegen.

)( Die formelle Unterzeichnung des deutsch- österreichischen Handelsvertrages ist erfolgt. Er wird zugleich mit den üb­rigen sieben Handelsverträgen am 1. Februar dem Reichstage zugehen. Ueber den Inhalt des deutsch- österreich. Handels­bertrages wird bekannt, daß die Dauer bis 1918 festgesetzt ist. Für Streitigkeiten über den Tarif und über die Hand­habung der Veterinär- Konvention wurde ein Schiedsgericht vorgesehen. Was die Zollsätze betrifft, so sind die Minimal­zölle für Getreide und der Gerstenzoll im übrigen bei Be­stand geblieben und nur der Malzzoll ist auf 5,75 Mark, der Mehlzoll auf 10,20 Mark und der Hopfenzoll auf 20 Mark ermäßigt.

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Hof und Gesellschaft.

Das Befinden des Prinzen Eitel Friedrich hat sich etwas gebessert. Die Temperatur war mit dem letzten Bulletin niedriger, die Atemnot gering, die Nahrungsauf­nahme stärker. Doch klagt der Prinz noch über Seitenstechen. Daß man zur Zeit keine ernstlichen Befürchtungen mehr hegt, geht daraus hervor, daß die bereits abgesagte Cour im Weißen Saale zu Kaisers Geburtstag nun doch stattfindet. Die großen Tafeln im Königlichen Schloß und die Galaoper fällt allerdings weg. Fürst Ferdinand von Bulgarien hat wegen der Erkrankung des Prinzen seinen angekündigten Besuch verschoben. Die Kaiserin ist zur Pflege des Prinzen mit auf längeren Aufenthalt berechnetem Gepäck im Stadt­schlosse zu Potsdam eingetroffen. Ter erkrankte Prinz liegt in einem Hochparterre- Zimmer des Cabinettshauses. Um lästige Geräusche fernzuhalten, ist die Umgegend für den Wagenverkehr gesperrt, auch fällt das Salutschießen und das große Wecken im Potsdamer Lustgarten aus. Auch der Kronprinz war indisponiert und hütete das Zimmer.

On parlamentarischen Kreisen war die Rede davon, daß eine Spannung zwischen dem Reichskanzler und dem Handelsminister Möller bestehe. Politische Zeichendeuter waren eifrig am Werke, die Gerüchte gegen den Handels­minister auszunutzen und ihm nach Kräften den Boden ab­zugraben. Wie unser CB- Mitarbeiter aus unterrichteter Quelle erfahren hat, fehlt den Gerüchten jede tatsächliche Unterlage. Sie fallen vor der Tatsache in sich zusammen, daß zwischen dem Grafen Bülow und dem Minister Möller noch dieser Tage eine längere Unterredung stattgefunden hat. Wie glaubhaft versichert wird, hat es sich um gesetz­geberische Maßnahmen mit Bezug auf die Vorgänge im Ruhrkohlenrevier gehandelt, insbesondere um das viel ver­langte Bergnotgeset. Mit einem Minister, dessen Amts­tätigkeit sich dem Ende nähert, würde der Reichskanzler schwerlich noch einschneidende gesetzgeberische Arbeiten be­iprechen

Aus den Parlamenten.

Lokales.

27. Januar 1905. *** Der von dem Großherzog anläßlich seiner Ber­mählung verordnete Gnaden Erlag, von dem wir unsere Leser bereits gestern durch eine Draht- Meldung in Kenntnis setten, hat nach der Darmst. 8tg." folgenden Wortlaut: Allerhöchster Gnadenerlaß.

* Zum Etat des Reichskanzlers hat die sozial­demokratische Fraktion nachstehende Resolution im Reichstage eingebracht: Die Verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstag in Bälde den Entwurf eines Gesetzes vorzulegen, durch welches eine wirkjame politische und budgetrechtliche Verantwortung des Reichskanzlers festgestellt wird.

Im Ansstandsgebiet des Ruhrkohlenreviers hat der Berein der Zechenbesitzer beschlossen, die schleunige Einsetzung ciner Untersuchungskommission zu beantragen, die im Ein­vernehmen mit dem Landtage, also auch im Wege einer par­lamentarischen Enquete die Prüfung der behaupteten Miß­stände vornimmt. Der Bergbauliche Verein erklärt, er mache sich stark dafür, daß die ihm nachgewiesenen Mißstände so­fort beseitigt würden. Im Landtage ist bekanntlich bereits der Antrag auf Einsetzung einer parlamentarischen Enquete gestellt worden. Die Leitung des englischen Bergarbeiter­berbandes fordert dessen Mitglieder auf, keine Ueberstunden zu machen und den deutschen Arbeitern aue mögliche finan­zielle Unterstützung zu teil werden zu lassen. In Bochum waren beim Streitbureau 32 533 Mark eingegangen.

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Preussischer Landtag.

Haus der Abgeordneten.

Ernst Ludwig,

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Wir haben uns aus Anlaß Unserer bevorstehenden Bermählung mit Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Eleonore von Solms- Hohensolms Lich bewogen gefunden, die Strafe allen Personen in Gnaden zu erlassen, die im Großherzogtum durch Strafbef hl, Strafb. scheid oder ein bei den bürgerlichen Gerichten ergangenes Urteil zu Gefängnis, Festungshaft, Haft oder Geldstrafe verurteilt worden sind:

1. megen Majestätsbeleidigung u.s.w. nach den§§ 95, 97, 99 over 101 des Strafgesetzbuchs,

2. wegen wörtlicher Beleidigung einer Behörde, eines Be­amten, eines Religionsbieners oder eines Mitgliedes der bewaffact n Macht in der Autübung ihres Berufs oder in Beziehung auf ihren Beruf nach den§§ 185 ober 186, verbunden mit§ 196 des Strafgesetzbuchs, 3. wegen Zuwiderhandlung gegen die Bestimmungen des Forst- und Feldstrafrechts,

4. wegen Uebertretung.

Insoweit diese Strafen bereits vollstreckt worden sind, behält es hierbei sein Bewenden. Dazu verfügen Wir folgendes:

( 126. Sigung.) RK, Berlin, 26. Januar. Der Etat der Landpirtschaftlichen Ver­waltung" wurde heute glücklich erledigt. Das Haus war recht schwach: besest und nur einige Herren von der Rechten ließen ein dauerndes Interesse an den Verhandlungen er­fennen. Gegenüber dem Drängen des Zentrumsabgeordneten v. Savigny nach Bekanntgabe der Handelsverträge hob der Minister hervor, daß die Berträge erst den Bundesstaaten zur Einsicht zugehen müßten. Auch die Klagen wegen Ueber­lastung der Flußanlieger in Schlesien wies Herr v. Ro da bielski als starf übertrieben zurück. Etwas lebhafter wurde die Stimmung, als der freisinnige Abgeordnete Blell den Mißerfolg der meisten Kornbänser erörterte. Mit bäufigen und tobellos flappenden Rufen: Hört, hört" begleiteten die beiden freisinnigen Parteien die Rede. Der Minister gab die großen Stornhäuser ebenfalls preis, erklärte sich aber entschlossen, die kleinen Genossenschaften im Inter­esse der Kleinen Befiber aufrecht zu erhalten. Bei der Be­ratung des Etats der Gestütsverwaltung famen die Herren der Rechten in so intime Erörterungen über Warm­und Kallblut, Rörordnungen u. s. w. hinein, daß an eine Erledigung der Tagesordnung nicht mehr zu denken war und eine Abendsigung angejezt werden mußte.

Der in Aussicht gestellte Gnadenerlaß des Großherzogs von Hessen ist nunmehr veröffentlicht. Der Erlaß erfolgt aus Anlaß der bevorstehenden Vermählung des Großherzogs, und demgemäß findet die Amnestie nur auf solche Strafen An­wendung, die spätestens mit 2blauf des 2. Februar, dent Tage der Vermählung, rechtskräftig werden oder geworden find.

Frankreich.

* Um am politischen Leben weiter teilzunehmen, wird der bisherige Ministerpräsident Combes als Parteiführer im Barlament fungieren. Die demokratische Linke des Senats hat beschlossen, Combes zu ihrem Obmann zu wählen. Aus der sozialistisch- radikalen Linken der Devutiertenkammer ist einer der Führer dieser Gruppe, der Abgeordnete Buisson, ausgetreten, weil seine bisherigen Parteifreunde den von ihm beantragten Protest gegen die Angebereien im Offizier­forps abgelehnt haben.

Alien.

Auf dem russisch- japanischen Kriegsschauplatz herrscht weiter fast völlige Ruhe. Nur ab und zu hört man auf der russischen Front sporadisches Artillerie- und Kleingewehr­feuer. Die Vernehmungen der Huller Fischer vor der Pariser Kommission bestätigen, daß keine japanischen Torpe­doboote unter ihnen sich befunden haben. Ueber die Wir­fung des russischen Geschüßfeuers fagt ein Zeuge, sein Boot sei von ungefähr einem Dutzend Geschosse getroffen worden. Ein anderer erklärt, auf sein Boot seien die Geschosse wie Hagel niedergefallen.

Amerika.

Deutfcher Reichstag.

CB Berlin, 26. Januar.

a) ber Gnadenerlaß findet nur auf Strafen Anwendung, die spätestens mit Ablauf des zweiten Februar 1905 rechtsfräftig geworden sind oder werden,

b) Nebenstrafen und Kosten sowie Werts- und Schabens­erjaßgelder fird im Gnadenerlasse nicht einbegriffen,

c) Haftstrafen, die auf Grund des§ 361 Nr. 3 bis 8 des Strafgesetzbuchs verhängt worden sind, bleiben von dem Gnadenerlaß ausgeschlossen,

( 128. Sizung.) Die heutigen Verhandlungen begannen mit einer Ueber­raschung. Vor Eintritt in die Tagesordnung machte der Staatssekretär des Innern Graf Posadowsky Mit­teilung, daß der deutsch- österreichische Handelsvertrag gestern Abend von den beiderseitigen Bevollmächtigten unterschrie­ben worden ist, und daß die sieben zum Abschluß gebrachten Verträge dem Reichstage am 1. Februar zugehen werden. Nach dieser Erklärung, die sehr kühl aufgenommen wurde, sezte das Haus die zweite Beratung des Po ste tats fort. Die Diskussion bewegte sich ganz in denselben Gleisen, wie gestern und am vorigen Donnerstag. Die Sozialpolitik spielte die erste Hauptrolle, die Polenfrage die zweite. Die Beschwerden wegen der verzögerten Bestellung polnisch adres­sierter Postsendungen suchte der Abg. v. Jazdzewski noch einmal zu begründen, als gerechtfertigt wurden sie aber nur von dem Sozialdemokraten Lipinski anerkannt; selbst der freisinnige Abg. Do rn, der beiden Seiten größe­res Entgegenkommen anriet, gab der Meinung Ausdruck, daß die Polen häufig mit polnischen Adressen der Post ab­sichtlich unnötige Schwierigkeiten bereiten. Hinsichtlich der Sozialpolitik gab es eigentlich eine Meinungsverschiedenheit nur über die Frage, ob sich die Einschränkung der Schalter­stunden für den Paketverkehr empfehle, oder nicht. Die Mehrzahl der Redner sprach sich dafür aus, und die Mehr­zahl des Hauses stimmte schließlich dafür. Die Resolutionen des Zentrums wurden angenommen, und dann das Gehalt des Staatssekretärs bewilligt.

Durch Kämpfe mit den Eingeborenen auf den Philip­pinen werden die Amerikaner ihres neuen Besiẞes nicht froh. So fam es bei Silan zu einemt förmlichen Gefecht zwischen amerikanischen Schüten und Polizeimannschaften mit Einge­borenen, bei dem von den legieren eine größere Anzahl fielen. Huftralien.

Eine auch für uns bedeutsame Nachricht kommt aus der Inselwelt des Großen Ozeans. Es ist eine Bewegung zur Ausdehnung der Monroedoktrin auf Australien im

Nab und fern.

d) Verurteilte der im Abs. 1 bezeichneten Art, die in der Verbüßung einer Freiheitsstrafe bereits begriffen sin. sollen am 1. Februar dieses Jahres entioffen werden,

e) in den unter 3 ffer 2 bezeichneten Fällen begründet es teinen Unterschied, ob der unmittelbar Beteiligte sein amtlicher Borgesezter den Strafantrag gestellt hat,

f) eine Gesamtstrafe, zu der eine Person wegen mehrerer strafbaren Handlungen verurteilt worden ist, gilt nur dann als erlassen, wenn alle in der Gesamtstrafe ent haltenen Einzelstrafen unter den Gnadenerlaß fallen. Fällt darunter nur ein Teil der in der Gesammistrafe enthaltenen Einzelstrafen, so ist Unser Minifterium der der Justiz ermächtigt, die Strafe ganz oder zu einem angemessenen Teile zu erlassen,

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g) Unser Ministerium der Justiz ist angewiesen, bezüglich solcher rechtskräftig bestrafter Personen, die nicht unter den Gnadenerlaß fallen, aber aus besonderen Gründen der Gnade würdig sind, Uns besondere Vorlage zu machen.

Urkundlich unserer eigenhändigen Unterschrift und bei­gedrückten Großherzoglichen Siegels.

Darmstadt, den 25. Januar 1905. ( L. S.) Ernst Ludwig.

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** Aniäßlich Kaisers Geburtstag haben heute fämtliche öffentlichen und zahlreiche private Gebäude Flaggen­smuck angelegt. Gestern Abend wurde die Feier in her­gebrachter Weise durch einen Zapfenstreich eröffnet. Kurz nach 8 Uhr bewegte sich die Regiments Kapelle unter flingendem Spiel und Bedeckung, umringt von zahlreichem Publikum, von der Neuen Kaserne durch die Licher-, Grün­berger- und Gartenstraße, durch die Süd- Anlage, den Seltersweg, die Piock- und Johannisstraße nach der Wohn ung des Regimentskommandeurs Obersten v. Gradeniz, wo nach Vortrag mehrerer Musikstücke der Zapfenstreich ge= blasen wurde. Der heutige Tag wurde durch großes Wecken eingeleitet. Um 9% Uhc fand militärischer Gottes­dienst statt und darnach wurde gegen Mittag die Parade am Oswaldsgarten abgenommen. Heute Nachmittag ver einigt sich das Offiziertorps zu einem Festmahl und die Kompagnien heute Abend zu den Kompaniebällen.

O Graf Pückler über seine letzte Verurteilung. Das neue Organ des Grafen Pückler- Kl. Tschirne ist gestern in Berlin zur Ausgabe gelangt. Ueber seine Verurteilung schreibt er :: nter anderem: Also 6 Monate Gefängnis! Das ist der Dank des deutschen Volkes für die ungeheuren Opfer, welche ich gebracht. Pfui Teufel, da fann man allerdings beinahe rerzweifeln an der eigenen Nation!... Nicht eine Gefäng­nisstrafe von 6 Monaten, sondern eine hohe Auszeichnung verdiene ich, den Orden pour le mérite hätte ich schon lange erhalten müssen. ,, Meine Parole lautet aber nac) wie vor: Es wird fortgedroschen!"

A Hüssener noch in Ehrenbreitstein. Die von verschiedenen Seiten gemeldete Neberführung des ehemaligen Fähnrichs 3. S. Hüssener von der Festung Ehrenbreitstein nach Weich selmünde bestätigt sich nicht. Hüssener befindet sich vielmehr noch immer im Lazarett zu Ehrenbreitstein, das er nicht eher berlassen wird, als dies sein Augenleiden zuläßt.

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tt Stadttheater Gießen. Anna von Hessen. Angesichts der am nöchsten Montag, den 30. Januar hier stattfindenden Premiere dieses Werkes dürften einige Stellen aus einer Rezension der Uraufführung am Casseler Hof­theater anfäßlich des 400jährigen Geburtstages Philipp des Großmütigen willkommen sein: Das Casseler Tageblatt" schreibt u. A.: Nichts hätte passender für diesen Jubeltag des hessischen Volkes gewählt werden fönnen wie das Birtsche tragische Spiel Anna von Hessen". Doch sei gleich hervor gehoben, daß das Drama teineswegs als Festspiel geschrieben ist, daß es weit über ein solches hinausgeht. Es ist eine regelrechte Tragödie. Die Frage, ob die Atte spannend sind, ist auf das Entschiedenste zu bejahen. Meisterhaft behandelt der Dichter die Sprache. Sie ist frisch und natürlich und trägt das Rolorit des 16. Jahrhunderts, Alles das verleiht dem Drama einen hohen fünstlerischen Wert. Bei dem Tief­stand der modernen Dramatik, bei der immer mehr zu nehmenden Strankhaftigkeit des Geschmacks mus eine gefunde Eigenart und Gestaltungskraft offenbarende Erscheinung wie die Birts mit Freude begrüßt werden.

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