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Als zweitem Referenten wird dem Handelskammersyndikus Dr. Knipper das Wort erteilt. Dr. Knipper erklärt, daß der Vorreduer zum größten Teile seinen Gedankengang bereits wiedergegeben habe. Er geht deshalb nur noch auf einige, aber nichtsdestoweniger interessante Einzelheiten ein. Er weift darauf hin, daß Wezlar eifrig bemüht ist, zu Ungunsten Gießens den Verkehr an sich heranzuziehen. Ein Gegenzug wäre die Kleebachtalbahn. Man hat auch bereits Vorarbeiten für das Projekt vorgenommen., doch stehen der Linie sehr viele Shwierigkeiten gegenüber und vor der Hand plant man an ausschlaggebender Stelle auch garnicht den Bau der Bahn, wie ein in diesem Frühjahre gewordener Bescheid dartut. Durch das Solmsbachtalprojekt wird Gießen aber wertvolles Hinterland abgeschnitten. Der Referent ging sodann noch auf die Projekte zur Erschließung bes Vogelsbergs ein. Daß am meisten interessierende ist das von Mücke nach Ulrichstein. So vorteilhaft die Bahn nun auch sein würde, so ist sie der Regierung doch noch nicht ganz angenehm. Wird sie aber verwirklicht, so werden durch ihr bedeutende Lager von Brauneisenstein und Basalt er schlossen. Der Redner hält sie für außerordentlich wichtig und schlägt auch den Anschluß nach Rirfeld vor.
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ist. Von der Hauptlinie müßten aber vor allen Dingen| Magdalene J., beide von Gießen, haben sich dadurch der Abzweigungen nach der Kaserne und dem Schlachthof abgehen. Um den Verkehr stets mit zweckdienlichen Mitteln zu heben, hat das Stadtverordneten- Kollegium eine Verkehrs- Kommission gebildet, die alle auftauchenden Projekte prüft und gegebenenfalls der Stadt vorschlägt, fie unter Darbringung von Opfern zu unterstüßen.
Korrespondent Wohlmuth hält die Verbindung der Biebertalbahn mit dem Hauptbahnhof für fein so großes Bedürfnis.
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Nötigung schuldig gemacht, daß sie zwei Hülfstransporteure, die sie wegen einer Uebertretung nach dem Bürgermeisteramt in Groß- Rechtenbach transportieren sollten, unterwegs mit Totstechen und Totschießen bedroht haben. Infolge der ausgesprochenen Drohungen fonnten die beiden Angeklagten damals entweichen. Sie erhalten heute für ihre Drohungen eine Gefängnisstrafe von je 6 Monaten und haben die - Am 18. Januar Roften des Verfahrens zu tragen. gerieten mehrere junge Burschen, darunter die Landwirte und Taglöhner Ludwig Sp., Hermann L., Georg St. und Heinrich. sämtlich von Wißmar, auf der Landstraße Launsbach- Wißmar in Streit. Messer und Krüppel spielten dabei wieder leider die Hauptrolle. Die Angeklagten haben gemeinschaftlich den Hüttenarbeiter Karl Sp. von Wißmar schwer mißhandelt. An Kopf Schulter und Rücken trug derselbe so schwere Berlegungen davon, daß er 7 Wochen arbeitsunfähig war. Ferner erhielten die Angeklagten. L. und St. auch noch bedeutende Verlegungen. Als Sachverständige sind die Herren Dr. Seip von Krofdorf und Dr. Bilitens von der chirurgischen Klinik zu Gießen geladen. Beide Aerzte halten die Verwundungen für ziemlich ernst. Der Gerichtshof hält für jeden Angeklagten eine derbe Strafe angemessen und verurteilt W., S. und St. zu einer Gefängnisstrafe von je 10 Monaten, L. zur einer solchen von 9 Monaten und alle in die Kosten des Ver( Well. Anz.) fahrens.
Stadtverordneter Gabriel tritt für die Ueberführung der Biebertalbahn nach dem Hauptbahnhof ein und zwar geschieht dies seiner Ansicht nach am einfachsten von den Aborten des Hauptpersonenbahnhofes nach dem vis- à- vis liegenden Güterschuppen. Eine derartige Ueberführung sei aus Sicherheitsrücksichten für die zwischen dem Güterschuppen und dem Hauptpersonenbahnhof sich tagtäglich bewegenden Bediensteten anzuempfehlen, andernteils aber auch ein berechtigtes Entgegenkommen gegen die vielen Handelsleute, Gewerbetreibenden 2c., die dann auf fürzestem Wege den Hauptpersonenbahnhof und den gegenüberliegenden Güterschuppen erreichen fönnen, was bisher nur auf Umwegen einesteils über die Bahnbrücke( Klinikstraße) und andernteils durch die Unterführung am Felsenkeller möglich war. Sehr erfreut ist er über den günstigen Aufschwung der Bieber talbahn und wünscht gleichfalls, daß sie weitergeführt werde. Vorerst sei aber faum an die Weiterführung der Linie Niederwalgern- Weidenhausen- Herborn zu denken, da an Rentabilität von Bieber bis zum Treffpunkte der genannten Staatsbahnstrecke nicht gedacht werden könne und die Rentabilität der Bahn auf die Strecke von Gießen bis Bieber zurückzuführen sei. Er selbst habe als Vorsitzender einer mit ihren Bestrebungen auf die Fortführung der Bahn abzielenden Kommission die Stimmung mit Rückficht auf die Rentabilität des Weiterbaues fennen gelernt. Betreffs der Lahn- Brücke bei der verlängerten Klinifstraße ist Redner der Ansicht, daß sie mit der Lahntanalifierung tommen wird. Zu der elektrischen Bahn übergehend, bemerkt er, daß inbezug der Ueberschneidung der elektrischen über die Staatsbahn bei der katholischen Kirche faum Schwierigkeiten bereitet werden dürften. In anderen Städten überschnitten derartige Bahnen sich bereits. Die elektrische Bahn selbst hält er für eine absolute Notwendigkeit, ob sie aber von Anfang an bis Wieseck oder Klein- Linden Vormittags 8.00 Uhr: Pfarrer Schwabe. ausdedehnt wird, hängt seiner Meinung ganz von dem Entgegenkommen dieser Gemeinden ab. Das EisenbahnProjeft Rödgen- Wieseck- Gießen hat auch seinen Beifall und schlägt er vor, dieserhalb bei der Eisenbahndirektion vorstellig zu werden, daß die Fulda- Gießener Linie etwa von der Werkstätte der oberhessischen Bahn bis Trohe vollständig in Wegfall tommt, dafür aber die Strecke von Trohe über Wieseck nach dem Buntte weitergeführt wird, an dem man schon seit langer Beit seitens eines größeren Bublifums die Haltestelle Gießen- Nord zu haben wünscht. Die Drte Alten. Buseck, Beuern, Bersrod fönnen dann auch in geeigneter eise mit angeschlossen werden. Die auf diese Art frei werdende Bahnstrecke würde zum großen Teile ein freies Gelände geben, welches ermöglichte, Gießen sowohl nach Often wie nach Südosten auszudehnen. Auch würde in diesem Falle die Bahnüberführung am Schiffenbergerweg in Wegfal tommen und damit 270 000 Mt. Roften erspart werden. Dieses Projekt dürfte für die Stadt Gießen von Vorteil sein, sofern von Seiten der Beteiligten das elände gratis zur Verfügung gestellt und auch seitens der Staatsbahn ein entsprechendes Aequivalent gegeben werde.
K Mainz, 25. Mai. Ehrenbürger. Die Stadtver ordneten nahmen einstimmig den Antrag an, dem bisherigen Bürgermeisterei- Beigeordneten Geh. Kommerzienrat Hermann Reinach, der sein Amt als Beigeordneter nach 34jähriger Tätigkeit wegen hohen Alters niederlegt, das Ehrenbürgerrecht zu verleihen.
K Aus dem Rheingau, 25 Mai. Nachtfroft. In der gestrigen Nacht sind in den tieferen Lagen die Rebstöcke zum Teil erfroren. Der Frost trat gegen Morgen ein. Das Thermometer zeigte 1 Grad. Auch an der Nahe richtete die Kälte großen Schaden an.
Bauunternehmer Winn fam auf die Verlegung der Bahn Fulda in die Linie Buseck- Rödgen- Wieseck zu sprechen.
Nachdem sodann Professor Sommer und die Stadtverordneten Gabriel und Kirch noch einmal gesprochen hatten, wurde die sehr anregend verlaufene Versammlung, die eine allgemeine Aussprache über die Gießener Verkehrsverhältnisse gebracht hat, durch den Vorsitzenden um 12 Uhr geschlossen.
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Lokales.
26. Mai 1905.
Die Jahreshauptversammlung des Bundes Deutscher Verkehrsvereine wird am 29. und 30. Mai zu Darmstadt im Restaurant Kaisersaal" abgehalten. Auf der Tagesordnung stehen u. a.: Jahresbericht des Vorstandes; Vortrag des Herrn Professor Engel aus Berlin über
Professor Sommer wie Dr. Knipper demonstrierten ihre Jeife eine gute Ausführungen an der Karte und einem mit großer Sorgfalt in denselben. ausgeführten Relief. Beiden Referenten wurde der Beifall
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Verbesserungen im Eisenbahnwesen tarten. Referent: Direktor Zeise- Leipzig; Antrag Düffel( Tarifreform.); Antrag Razeburg betr. Kinderfahr Düsseldorf; Eisenbahnräte und Vertreter der Verkehrsvereine dorf, betr. Feriensonderzüge. Referent: Direktor Schumachermarkierung. Referent: Direktor Dr. Roth- Leipzig. Referent Direktor Beise- Leipzig; ege
P Hundesperre. Bei einem am 1. Mai, wegen Verdachts der Tollwuterkrankung getöteten Hunde eines frankheiten in Berlin Tollwut festgestellt. Die deswegen hiesigen Rechtsanwalts wurde in dem Institut für Infektionsgetroffenen Maßnahmen( Hunde- und Kaßensperre) mußten infolgedessen wiederum ausgedehnt werden und ist underVorsicht beim Verkehr mit Hunden und Razen geboten. Wir verweisen außerdem auf die amtliche Befanntmachung des Polizei- Amtes.
Zunächst erhielt Stadtverordneter Kirch das Wort, der einleitend meinte, daß noch mancher Wunsch zurück Auf die städtischen Verkehrsberhältnisse näher eingehend, teilt er mit, daß schon vor Jahren seitens der Stadt die Einführung von Droschken- minderte halteplägen mit telephonischer Verbindung versucht worden set. Die Versuche seien aber unbefriedigend verlaufen, weil die Droschken sich nicht rentierten. Voraussichtlich werde aber in Jahresfrist der Versuch wiederholt werden. Die Stadtverwaltung sei in jeder Weise darauf bedacht, die Verkehrsmittel zu heben, fie halte scharfe Ausschau und träte allen Projekten näher, die die Stadt interessierten. Auch die elektrische Bahn ist reiflich erwogen worden, jedoch ist der gegenwärtige Beitpunkt ihrem Bau nicht günstig. Wenn aber einige gonnen wird, wird auch die Bahn gebaut werden und war von Wieseck über Gießen nach Klein- Linden, welcher Plan dem Stadtverordneten Kollegium sehr sympathisch
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*** Sommerfest. Der Waisenschutz- Berein ießen hat für fommenden Sonntag auf der Schönen Aussicht" ein Sommerfest arrangiert, zu dem ein hübsches Brogramm aufgestellt ist, u. A. hat man auch ein Preistegeln vorgefeben, das seine Anziehung sicherlich nicht verfehlen wird. Das Aufsteigen eines Luftballons und sonstige Ueberraschungen, sowie Rarussellfahrten werden der ganzen Veranstaltung ein recht lebhaftes Gepräge geben. Wer sich den Sonntag für das Feft freihalten kann, tue es.
+ Wetzlar. Vor der Weglarer Straffammer standen u. a. am 24. d. Mts. folgende Fälle zur Verhandlung: Der Musketier Gustav. A. und die Arbeiterin
Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde.
Am Sonntag Rogate, den 28. Mai. In der Stadtkirche.
Bugleich Chriftenlehre für die Neufonfirmierten der Marcusgemeinde. Vorm iltags 9.30 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Bormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde.. Pfarrer D. Schlosser.
Ju der Johanneskirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Sattler. Vormittags 11 Uhr: Rindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrossistent Sattler.
Nächstfolgenden Sonntag, den 4. Juni findet nach allen Gottesdiensten Rollefte für die firchliche Versorgung der evangelischen Glaubensgenossen im Ausland. An dem selben Tage findet vormittags 8 Uhr Frühgottesdienst verbunden mit Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde statt.
Sonntag, abends 8 Uhr, Versammlung und Bibelbesprechung im Ronfirmandensaal der Johanneskirche.
Pfarrer Braaß aus Darmstadt wird über evangl. Jünglings- und Männervereine" reden.
Himmelfahrttage, den 1. Juni. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Schulz. In der Friedhofstapelle. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Batholische Gemeinde. Samstag, den 27. Mai. Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag, den 28. Mai. 5. Sonntag nach Ostern. Borm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erfte heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiligen Rommunion.
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" 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Vorm. von 9.30 Uhr an: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 22 Uhr: Chriftenlehre; darauf Andacht. Dienstag Abend um 6½ Uhr, ift Mai- Andacht.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Borausfitliche Bitterung in Seffen für Samstag, den 26. Mai. Heiter, wärmer, auch Nachts. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.)
Verantwortlic: für die Politik und den Inseratenteil: Ibin Klein, für den Abrigen Jnhalt: Georg Horn, belde in Gicher.
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