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diese Fragen peinigten. stand es ihm auf dem Gesicht geschrieben, wie furchtbar ihn

leicht wurde sie bei ihren Ausiagen Ich weiß es nicht!" stieß er hervor.

Gleichmut so gewaltig erschüttert hatte.

geworden über die stürmische Erregung, die seinen stolzen Nur zu deutlich

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Der Neuen Det

Nr. 225.

Insertionspreis: Die einspaltige Petitzelle für ganz Ober­beffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg.

Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Selters weg 83. Fernsprechanschluß Nr. 362.

Montag, den 25. September 1905.

Gießener

14. Jahrgang

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Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblaff)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

Die Zukunft Oefterreichs.

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Die habsburgische Monarchie kracht in allen Fugen; ihre Lücken, deren sie nicht wenige hat, weiten sich, und an sie glaubt man die Frage des Goetheschen Liedes gerichtet: ,, Das liebe heil'ge röm'sche Reich, wie hält's nur noch zu­sammen!" Der Zustand ist nicht von heute und gestern. Im Verlauf eines einzigen Menschenlebens, unter dem gegen­wärtigen Kaiser, hat sie zwei große und blühende Provinzen an Italien abgeben und auf die Mitgliedschaft im Deutschen Bunde verzichten müssen, in dem sie bis dahin die führende bis auf Rolle gespielt hatte, dessen übrige Mitglieder Preußen und dessen Enklaven und Halb- Enklaven- ihren Vertretern auf dem Bundestag in Frankfurt am Main die allgemeine Weisung gegeben hatten, ,, in omnibus wie Desterreich", immer wie Desterreich zu stimmen. Das war das Schlimmste noch nicht. Die habsburgische Monarchie war auch nach den eben erwähnten Amputationen eine Großmacht geblieben, im Jahre 1878 gelang es ihr sogar, durch die Okkupation von Bosnien und der Herzegowina eine neue Gebietserweiterung zu gewinnen. Aber die alte Unterlassungssünde, die aus der habsburgischen Monarchie mehr einen Länderhausen als einen Staat gemacht hatte, rächte sich, mußte sich bitter rächen, nachdem ringsher ge­schlossene große Nationalstaaten entstanden waren und selbst im Südosten Europas die kleinen Volksstämme nationale Selbständigkeit erlangt haten. Der Ausgleich" von 1867, der Ungarn als eine eigene durch Personalunion und durch einige von Zeit zu Zeit zu erneuernde Gemeinsamkeitsein­richtungen mit der Gesamtmonarchie locker genug verbun dene Staatsindividualität anerkannt hatte, weckte natur­gemäß in den übrigen Teilen der Monarchie das Streben nach gleicher Sondergeltung, so daß schließlich im ganzen Lande Kaiser Franz Josef wirklich der einzige war, der den Reichsgedanken" noch hegte. Die Tschechen wollten das Böhmerland zu einem anderen Ungarn machen, im Trentino schielte man nach Italien, Slowenen, Rumänen, Serben, Kroatier meldeten ihre Sonderansprüche an, und die Deut schen in Desterreich weigerten sich endlich, in dem Reiche, innerhalb dessen ihre Kultur die höchste und ihre Bedeu­tung die größte war, fortgesetzt die Rolle des Stiefkindes und Aschenbrödels zu spielen. Kurz: die Teile Desterreich Ungarns wollen auseinander, sie sehnen sich nach Trennung, sei es um ein Sonderdasein zu beginnen, sei es um ihr Glück in dem Anschluß an einen verwandten Staat zu suchen.

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So liegen die Dinge nicht erst seit dem jüngsten unga­rischen Konflikt, den Blödigkeit und Gewissenlosigkeit im trauten Verein geschaffen haben, so liegen sie schon lange. Kein Wunder, daß man von Desterreich wie früher von der Türkei als vom kranken Mann ,, spricht, daß man von Tag zu Tag sein völliges Zusammenbrechen beinahe mit Un geduld erwartet und sich schon um die Erbschaft und deren angemessene Verteilung Sorge macht. Selbstver ständlich gilt das Deutsche Reich als Erbe des deutschen Teil: Desterreichs, wobei ganz Böhmen trotz der Tschechen als deutsch gerechnet und Triest mit Dalmatien und Istrien als deutsches Gebiet angesprochen wird. Warum auch nicht! Schon ehe es ein Deutsches Reich gab, hat man von einem deutschen Siebzigmillionenreich geträumt, von einem Mittel europa umfassenden Germanien. Die Erstehung des deut schen Kaisertums konnte doch kein Hindernis, mußte viel mehr eine Station nach diesem Ziele sein. Wer mochte da an Schwierigfeiten denken, etwa an den Einspruch anderer Mächte, Frankreichs und Englands und Italiens, von an deren Erbberechtigten und von den Erbstücken selbst, wenn dieser Ausdruck gestattet ist, gar nicht zu reden!

Man darf sich ersparen, auf die Einzelheiten einzugehen. Denn wenn Desterreich- Ungarn schon dem franken Mann" berglichen werden soll es lebt doch noch! Lebt doch sogar der ursprüngliche kranke Mann" selbst, das Türkenreich, dessen Ende man seit 70 Jahren voraussagt. Es kommt vor, Daß Staaten plöglich zusammenbrechen; es ist dagewesen, Daß große Reiche plötzlich gleichsam verschwanden, daß sie über den Haufen gerannt wurden und förmlich in den Erdboden versanken. In der Regel aber sind sie zäh. Lebig, dauert ihr Verfall länger als ihr Entstehen und ihre Blüte. Es ist keine seltene Erscheinung, daß man die Kraft eines Reiches erst überschätzt und dann unmittelbar seine Lebenskraft unterschätzt. So ist es mit der Türkei gegan gen, die von dem angeblich übermächtigen Rußland nur init Rumäniens Hilfe bezwungen werden konnte. So gehi es mit Desterreich- Ungarn, das man der Auflösung nahe glaubt, weil es seine Wunden zur Schau trägt und seine Staatsrechtlichen Schwierigkeiten auf offenem Markt er. örtert. Kein Zweifel: die habsburgische Monarchie ist im Niedergang. Kein Zweifel aber auch, daß sie in diesem Niedergang noch ungemessene Zeiten dauern kann. Schon weil ihr Vorhandensein eine Notwendigkeit ist, weil ihr Bersinken ein Chaos hervorrufen, einen Weltbrand entzün den müßte.

In Desterreich- Ungarn ist vieles nicht, wie es sein sollte. Doch was nicht gut ist, kann gut werden. Man hat wohl

schon mehr als einen unerwarteten Aufschwung erlebt. Es ist ja nicht verbrieft und besiegelt, daß Desterreich- Ungarn emig rückständig sein muß. Aber selbst wenn das wäre, so bliebe doch die Rechnung derer falsch, die auf eine baldige Auflösung warten. Dieser Auflösungsprozeß kann Jahr­zehnte, kann Jahrhunderte sich hinziehen ganz wie beim lieben römischen Reich, über das so manche Geschlechterfolge sich wunderte, daß es noch zusammenhielt.

Politische Rundschau.

Deutsches Reich.

* Die Auslieferungsbedingungen zwischen den Vereinig­ten Staaten von Nordamerika und Deutschland sollen in­sofern erweitert werden, als auch solche Personen unter den gegebenen Voraussetzungen ausgeliefert werden, die nach den Philippinen geflüchtet sind. Eine Bekanntmachung in diesem Sinne geht sämtlichen Justizbehörden zu.

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* Der sozialdemokratische Parteitag in Jena ist ge­schlossen worden. In der letzten Sigung wurde mitgeteilt, daß die von Bebel beantragte Resolution, gegebenen Falles einen Massenstreik zu proklamieren, mit 280 gegen 14 Stim­men bei zwei Stimmenthaltungen angenommen sei. Die von der Kommission, betreffend die Preßstreitigkeiten, bean­tragte Resolution wird ohne weitere Diskussion angenom­men; darin erklärt der Parteitag, daß dieser Art Diskussion unbedingt ein Ende gesetzt werden müsse. Sodann wird der neue Organisations- Entwurf angenommen. Der Vor­wärts" bleibt Zentralorgan, der von ihm an die Parteikasse abzuführende Teil der Einnahmen wird auf 20 Prozent festgesetzt. Angenommen werden die Resolutionen gegen das Zeugniszwangsverfahren und für die russische Revolution, wobei der erschossene Kasprzak durch Erheben von den Sigen geehrt wird. Der Antrag, der jedes Kompromiß mit anderen Parteien bei Wahlen verbietet, wurde zurück­gezegen. Der nächste Parteitag findet in Mannheim statt. Nach Schluß des Parteitags umzogen Jenenser Studenten mit Ballonmüßen und roten Tüchern um den Hals das Volkshaus. Auf einem Möbelwagen, den sie mit sich führ­ten, standen die Inschriften: Automobil zum Zukunfts­staat"; Reise nach Wolkenkuckucksheim";" Proletarier aller Länder, beruhigt euch!". Der Zug erregte große Heiterkeit.

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In Wiesbaden wurde der Parteitag der freisinnigen Volkspartei eröffnet. Die Anträge Wiemer, betreffend die allgemeine Politik, Müller- Meiningen, betreffend die An­näherung zwischen England und Deutschland, und ein Königsberger Antrag über die Ministerverantwortlichkeit wurden einstimmig angenommen.

Durch die Internationale Bohrgesellschaft in Erkelenz ist abermals ein größerer Verkauf von Kohlen- und Kali­Feldern vorgenommen worden. Es handelt sich um 12 Felder im westfälischen und 2 Felder- Gruppen im Aachener Kohlenbezirk. Die verkauften Kalifelder liegen im Han noverschen und in der Nähe von Halle. Der gesamte Erlös aus diesen Geschäften stellt sich auf 10 Millionen Mark, woran wiederum ein ansehnlicher Nußen erzielt worden ist. Vor kurzem erregte der Uebergang einer großen Anzahl Kohlenfelder aus den Händen der Gesellschaft in diejenigen einer Gruppe von Mitgliedern des Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikats Aufsehen. Wie es heißt, beabsichtigt der preußische Fistus, in die zur Ausbeutung neugebildete Ge sellschaft mit beschränkter Haftung einzutreten. Oefterreich- Ungarn

** In Wien ist der internationale Arbeiterversicherungs­Kongreß geschlossen worden. Nach den Referaten über den Grad der Unfall- nvalidität und über die Unfallversicherung sowie die Berufskrankheiten übernahm der Ehrenpräsident Dr. von Körber den Vorsitz des Kongresses und verkündete, daß Rom der Ort für den nächsten Kongreß sein solle. Es folgten die Schlußreden, in denen Geheimrat Dr. Bödiker­Berlin, Präsident von Kink und der Ehrenpräsident Dr. bon Körber die Ergebnisse der Beratungen würdigten. Dann wurde der Kongreß geschlossen.

Schweden.

** Die Verhandlungen in Karlstad über die Unionstren­nung sind noch nicht zum Abschluß gelangt. Von verschie­denen Seiten wird der Vorschlag gemacht, daß Norwegen und Schweden eine Kommission aus Generalstabsoffizieren mit dem Studium der Verhältnisse betrauen sollen, um über den Grund der Mobilisierungen an der Grenze in beider­seitigem Interesse volle Klarheit zu gewinnen. Schweden will von weiteren militärischen Maßregeln absehen, da der norwegische Minister Michelsen die Einstellung solcher zu­gesagt hat. Die sozialdemokratische Partei Schwedens be schloß in einer Versammlung, falls zwischen Schweden und Norwegen der Krieg erklärt werden sollte, den General­streik auszurufen und den Waffendienst zu verweigern.

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Russland.

Es sind jetzt beträchtliche Truppensendungen nach Bakn angeordnet worden. Der Statthalter des Kaukasus ist per­sönlich dort eingetroffen und hat Armenier und Moham­medaner zum Frieden gemahnt. Bislang sind 548 Ar­menier und 104 Tataren bei den Kämpfen getötet worden: Auch nach Finland ist Militär aus dem Innern Ruß­lands unterwegs. In Nishny- Nowgorod ist es zu ernsten Unruhen gekommen. In Riga wurde ein Sturm auf ein Gefängnis versucht. In Kiew wurden revolutio­näre Proklamationen auf rotem Papier verteilt, und die Menge wurde von Agitatoren öffentlich zum Aufstand auf­gefordert. In Warschau wurde der Brauereidirektor Zaremba durch einen Revolverschuß getötet. Bei den Unruhen im Kaukasus- Gebiet ist auch ein deutscher Staats. angehöriger getötet worden. Er heißt Josef Jorbschatt und wurde bei Agdam, einem in der Nähe von Schuscha ge­legenen Ort, getötet. Die Reiche ist nicht gefunden worden. Der deutsche Konsul hat bei den Ortsbehörden energische Verstellungen erhoben, und General Takaishwili hat sofort Instruktionen erteilt, damit die näheren Umstände aufge­klärt und nach dem Verbleib der Leiche geforscht werde. Alien.

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** Die allgemeine Unzufriedenheit in Japan wegen des Friedensschlusses hat sich noch nicht gänzlich gelegt. In Tokio wurden 22 Personen als Rädelsführer bei den Un­ruhen verhaftet. Zahlreiche Petitionen sind an den Kaiser gelangt, um ihn zu bitten, den Friedensvertrag nicht zu ratifizieren. Die Regierung wird stark angegriffen, zumal jetzt bekannt wird, daß entgegen den Versicherungen des Mi­nisterpräsidenten Katsura eine Klausel des Friedensver­trages besteht, durch die Japan sich verpflichtet, die La Perouse- Straße nicht zu befestigen. In dem Abkommen der japanischen und russischen Geschwaderchefs über die Ein­stellung der Feindseligkeiten zur See ist die Zufuhr von Konterbande noch ausgeschlossen geblieben. Die Japaner haben infolgedessen nördlich von Sachalin den amerikanischen Dampfer Barraconta" aufgebracht. Der Kommandant der gesunkenen Mikasa" machte nach der Katastrophe einen Selbstmordversuch, nachdem er sich vorher als einzig Schul­digen bezeichnet hatte, weil er nicht an Bord gewesen sei. Er liegt schwer darnieder. Das im Hafen von Port Arthur gesunkene Schlachtschiff Retwisan" ist wieder flott gemacht worden.

** In ihrem Streben nach zeitgemäßen Neuerungen hat jetzt die chinesische Regierung eine Münzreform ange­ordnet. Sie hat Bestimmungen über die Ausprägung von Silber- und Kupfergeld erlassen, die einheitlich für das ganze Reich gelten. Vorläufig ist nur für Kupfermünzen Gewicht und Feingehalt festgesetzt.

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Amerika.

Zu heftigen Unruhen kam es in der kubanischen Stadt Cienfuegos aus Anlaß der Deputiertenwahlen. Sechs Per­sonen wurden getötet und 25 verwundet. Unter den Ge­töteten befindet sich das Mitglied des Repräsentanten­hauses Enrique Villuendas, Führer der Liberalen, und der Polizeichef Illance.

** Die vor gar nicht langer Zeit neu entstandene Republil Panama beabsichtigt, sich mit dem Freistaat Costa Rica zu vereinigen. Der Minister des Aeußeren in Banama ver­handelt bereits über ein Einverleibungsabkommen mit Costa Rica. Voraussichtlich werden die Vereinigten Staaten aber dem Plan hindernd in den Weg treten, zumal auf ihre Initiative hin erst die Republik Panama gegründet wurde.

Deer und flotte.

Papierspäne statt Stroh für Soldatenbetten. Versuche mit Papierspänen, die an Stelle des Bettstrohes in den Kasernen verwendet werden sollen, werden gegenwärtig beim Infanterie- Regiment Nr. 24 in Neuruppin gemacht. Die Späne sollen sich in der Kaserne der Unteroffizierschule zu Jülich, wo sie ebenfalls probeweise eingeführt sind, gut bewährt haben. Sie sind 2, 3 und 4 Zentimeter breit und mehrere hundert Meter lang, aus einem pergamentartigen Papier in eigens dazu eingerichteten Fabriken hergestellt. Sie sollen dauerhafter sein als das Bettstroh, das alle halbe Jahre erneuert werden muß, während die Späne nur alle zwei bis drei Jahre erneuert zu werden brauchen.

Von unserer Marine. Auf der kaiserlichen Werft in Danzig wurde der Kreuzer Ersatz Alexandrine" vom Sta­pel gelassen. Die Taufe vollzog Oberbürgermeister Ehlers. Als Vertreter des Staatssekretärs von Tirpitz war Vize­admiral von Ahlefeld anwesend. Der Kreuzer erhielt den Namen Danzig". In Las Palmas traf der englische Dampfer Charter- Nonse" mit dem deutschen Schulschiff ,, Stoich" im Schlepptau ein. Das Steuer des Stosch" war beschädigt.

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