Ausgabe 
25.2.1905 Erstes Blatt
 
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ihre Lebens

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Ritglieder in Arnold Wögerich ist noch keine Neununddreißig, das betont Hinweis auf sein gutes Herz mußte alle befehrer, die vorher Quartal noch am Leben war. In weiteren Fällen

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Schwant Endlich allein" in Szene. Herr Direktor er mit Pathos, damit die Menschheit nicht auf die Idee verfällt. er sei schon vierzig. Das wäre nämlich ein heil­loses Unglück, da er sich vor sechs Wochen ein junges Weibchen genommen, dessen Vater er sein könnte. Von diesem jungen und außerordentlich lebhaften Ding wird er jetzt durch die Welt von Souper zu Souper und von Theater zu Theater geschleift. Mit seiner berühmten Willenstraft" macht er alles mit und markiert" Nerven von Stahl und Eisen". Schließlich aber femmt die übliche Reaktion: Herr Mögerich ist fertig mit allem und muß schlafen. Das darf er seinem Weibchen aber um feiren Preis merken lassen, dann wär's ja mit seinem Nimbus als feuriger Jüngling ein für alle mal vorbei. Er trachtet sich also ein paar heimliche Stunden zu stehlen und nimmt einen wütenden Kampf mit den verschiedensten Störenfrieden auf. Die lassen aber feine Ruhe zu und zuguterlezt überrascht ihn auch noch sein Weibchen in einer auf den ersten Blick recht heiklen Situation. Sie verlangt Aufklärung, doch Geduld und Natur Wögerichs sind zuende, er wirft sich also hin und schläft,

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Empfehlung schnarcht sogar und der Vorhang fällt langsam herab.

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Der Arnold Wögerich wurde von Herrn di Giorgi in urkomischer Weise gegeben. Wahrhaft drastisch wußte er die Schaltenseiten des Glückes eines solchen Ehemannes vor Augen zu führen und mehrfach entlockte er dem Hause laute Lachfalven. Sein lebensfrohes, junges Weibchen stellte Frl. Christophersen sehr temperamentvoll und ent­sprechend dar. Ihr lebhaftes und frisches Wesen waren ganz am Plaze, besonders die stürmischen Kosungen zeugten von Echtheit. Nur beim ersten Anblick und Wortwechsel der fremd.n Dame hätten wir sie gerne etwas entrüsteter ge­sehen. Als Sekretär Binse fungierte Herr Lippert ganz ausgezeichnet. Es war ein altes beftaubtes Driginal von

Anhänglichkeit, das er aus seiner Rolle gemacht und der vielleicht anderer Meinung gewesen sein sollten. Frl. Ruf wirkte als fremde Dame durch die Naturwüchsigkeit und Geradheit der Wienerin wieder sehr angenehm. Interessant war der fein betonte Kontrast zwischen ihrem und Fräulein Christophersens temperamentvoller Carstellung.- Sämtliche Stücke ernteten reichen Beifall des Publikums.

Aus dem Gerichtsfaal. Strafkammer.

G. H.

Gießen, den 24. Februar 1905. Unter der Anklage der Körperverlegung wurde der Schreinergeselle Anton Pohl von Alsfed durch das dortige Schöffengericht zu 3 Monaten Gefängnis ver­urteilt. Gegen dieses Erkenntnis verfolgte er wegen der Strafhöhe Berufung. Die Verhandlung ergab, daß der Angeklagte nach einem Wortwechsel seinem Mitgesellen Johannes Steller einen Hammer an den rechten Arm warf, was einen Bruch des Ellenbogens zur Folge hatte. Das Gericht verwarf die frivole Be­rufung des Angeklagten, und erhöhte die Strafe auf 5 Monate. Der 16 jährige Taglöhner Heinrich Fried­rich Trier von Friedberg hat sich an vier Kindern unter 14 Jahren, zum teil an seinen eigenen Ge­schwistern, in unsittlicher Weise vergangen. Er wurde zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt und in Haft ge­Zum Schlusse wurde gegen den Bürger­meister Konrad Eckert von Kefen rod wegen falscher Beurkundung verhandelt. Er hatte mehrfach Unter­schriften beglaubigt, ohne daß dieselben von den be­troffenen Personen herrührten. In anderen Fällen be­scheinigte er schon an dem einen Quartalsende, daß

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ein Rentenbezugsberechtigtir am Anfang des nächsten füllte er das das vorgedruckte Beglaubigungsformular schon aus, ehe die Unterschrift darauf war. Das Ge­richt entschied dahin, daß zwar Unkorrektheiten, nicht aber kriminell strafbare Handlungen vorliegen, da der Angeklagte in allen Fällen nicht innerhalb seiner Zu­ständigkeit gehandelt hat. Es trat dieserhalb kostenlose Freisprechung ein.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienft. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 26. Februar. Meist heiter, bei tälterer Nacht, Tags­temperatur teine Aenderung.

( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.)

Marttberichte.

Gießes 25. Februar. Muf dem heutigen Wochenmarit tofteten Butter per Pfb. 0.95-1.00 Hühnereter per Stüd 8-9 Pig., Enteneter St. 0 Bfg., Käse per St. 6-8 Bfg., Käsematte 2 St. 5-6 Pfg. Erbsen per Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar Wt. 0.80-1.00, hühner per Stüd t. 1.00-1.60, Hahnen, per Stud 0.80-1.80, enten per Stüd 1.80-2.20, Gänse per Pfd. 00-00 fg., Ochsenfleisch per Pf. 70-80 Big, Rindfletsch per Pfb. 62-68 Pig. per Pfh. Schweinefleisch 60-72 fg. Schreine fletſch gesalzen per fund 0.76 fg., Stalbfleisch per fb. 70-74 Bfg. Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfg., Kartoffeln pro 100 kilo 6.00 6. 6 50 Mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 8.00-10.00, Wetsfraut 10-15 Pf. per Stück, 3entner 3-4 Mt. Nepfel per Zentner 6-10 mt. Zwetschen ver Zentner 0,00-0.00 Nüsse 100 St. 25-30 Pfg. Milch per Liter 18. Pfg. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Geger flände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten

bret Stunden der Marktzeit im Umherziehen fetlgeboten werden.

Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentell Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gieken.

Vergebung von Bauarbeiten.

Zur Erbauung der veterinärmedizin. Institute in Gießen, und zwar der normalen Anatomie, der pa­thologischen Anatomie u. der chirurgischen Klinik, werden die folgenden Arbeiten und Lieferungen unter Zugrunde­legung des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 öffent­lich ausgeschrieben.

B.

A. Liefern und Verlegen von Linoleum. Los VII circa 370 qm.

Los VIII Los IX

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710 qm.

515 qm.

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Liefern und Ansetzen von glasierten Porzellan­wandplatten.

208 X circa 140 qm.

Los XI

71 qm.

Los XII

60 qm.

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Ferner werden unter den hierzu berechtigten Instal­lateuren am Ort ausgeschrieben:

C. Wasserzu- und Ableitungen innerhalb der Gebäude.

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Dornholzhausen. Eichen: 6 St. III. Kl.= 3,63 Fm. und 1 IV. Kl.= 0,25 Fm, Groß Rechtenbach. Eichen: 9 St. II. Kl.= 14,91 Fm., Dornholzhausen: 16 St. III. KI.= 7,67 Fm., 11 64 III. Al.= 43,34 Fm., 18 IV. Kl.= 4,60 Fm. und IV. Kl.= 2,79 Fm. und 21 Rm. Nuzholz. 17 Rm. Nugholz. Groß Rechtenbach: 3 St. II. l.= 4,46 Fm, 60 III. I.= 38,62 Fm., 9 IV. Kl.= 2,26 Fm., 4 II. l. 7,55 Fm., 2 III. I.= 1,92 Fm., 1 IV. Sl.= 39 Stangen I., 49 II., 71 III. Kl. und 70,5 Rm. Nuzholz.

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Alein Rechtenbach. Gichen: 1 Stamm II. KI. 1,83 Fm., 1 III. l.= 1,17 Fm. und 1 Rm. Nuß- Hörnsheim: 20 Rm. Nutzholz. Holz. Klein Rechtenbach: 1 St. II. l.= 1,35 m., 23 III. I.= 14,05 Fm. 2 IV. I.= 0,29 Fm. und 3 Rm. Nutzholz.

Lüzellinden. Eichen: 4 Rm. Nuzholz, Buchen:

1 St. II. l.= 1,70 Fm. 8 III. Al.= 6,70 Fm. Münchholzhausen. Gichen: 4 St. I. l. 12,00 2üzellinden: 1 St. I. I.= 3,26 Fm., 5 II. Kl.=

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Fm., 5 II Kl.= 10,41 Fm., 14 III. KI. 9,78 Fm., 12 IV. I. 2,39 Fm., 13 Stangen I. Klasse und 23 Nm. Nußholz. Vollnkirchen. Eichen: 2 St. I. I.= 5,66 Fm., 4 II. I.= 6,41 Fm., 1 III. Kl.= 0,75 m., 1 IV. I.= 0,09 Fftr., 3 Stangen II. Kl. und 4 Nm. Nußholz. Bolpertshausen. Gichen: 1 St. I. l.= 3,61 Fm, 10 II. l.= 18,06 m., 55 III. l.= 23,58 Fm., und 11 IV. Al.= 2,80 Fm. Weidenhausen: Eichen: 1 St. I. Kl.= 2,74 Fm.,

-

8,59 m., 50 III. I.= 37,35 m., 1 IV AI. 0,25 Fm. und 27 Rm. Nußholz. Münchholzhausen: 41 St. III. I.= 17,66 Fm 106 IV. I.= 20,24 Fm. und 9 Rm. Nutzholz. Dornholzhausen vormittags 10, Groß- Rechtenbach 211, Reihenfolge wie vor angegeben. Zeit ungefähr linden 2 und Münchholzhausen 3 Uhr nachmittags. Hörnsheim nachmittags 1, Slein Rechtenbach 112. Lützel­

Groß- Rechtenbach( Streis Weglar), 23. Februar 1905. Das Bürgermeister- Amt.

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Samstag, den 11. März d. 3. vormittags 11 Uhr dem Eröffnungstermin, einzureichen.

Zuschlagsfrist: 3 Wochen.

Gießen, den 24. Februar 1905.

Großh. Baubehörde für die Universitäts­Neubauten Gießen.

Becker.

Verein vom Roten Kreuz

Sießen.

Die verehrlichen Mitglieder des hiesigen Zweig­Vereins werden zu der

Mittwoch, den 1. März 1. Is., abends 8% hr im Lokale des Café Ebel dahier stattfindenden

ordentlichen Hauptversammlung

ergebenst eingeladen.

Tages- Ordnung:

1. Bericht über die Thätigkeit des Zweigvereins; 2. Rechnungsablage;

3. Beschlußfassung über Anträge von Seiten des Vorstandes oder einzelner Vereinsmitglieder;

4. Vorstandswahl.

Gießen, den 9. Februar 1905.

Ver Vorsitzende

des Zweigvereins vom Roten Kreuz.

Wiener.

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