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Tönnte." Die gespendete Million war also buchstäblich ins Wasser geworfen.

Eine Heirat mit Hindernissen. Ein bekannter Sports­man in Amerika wollte vor einigen Tagen die Ehe mit einer aus ärmlichen Verhältnissen hervorgegangenen jungen Schauspielerin schließen. Die Familie des Bräutigams, die von dieser Heirat nichts wissen wollte, ließ ihn auf dem Wege zum Standesamt auf die einsam belegene Insel Saint- Laurent entführen, damit er nicht zur rechten Zeit zur Trauung erschien und dadurch die Hochzeit verhindert werde. Indessen, der angehende Ehemann versteht zu allen sonstigen sportlichen Künsten auch das Schwimmen. Saum war er an Land der Insel, so stürzte er sich ins Wasser und erschien, triefend im Frack, auf dem Standesamt, wo die Trauung allen Hindernissen zum Troß vorgenommen wurde.

Von der Mutter gefoltert. Eine Bäuerin in Leutschau in Oberungarn geriet vor einiger Zeit über ihren achtjähri­gen Knaben, den sie bei einem kleinen Obstdiebstahl ertappt, so in Wut, daß sie die Händchen des Kindes über das Herd­feuer hielt. Als auf das Jammergeschrei des gemarterten Kleinen die Nachbarn herzueilten, fanden sie die Hände der­artig verbrannt, daß der Knabe zum Krüppel geworden ist. Die unnatürliche Mutter wird sich demnächst vor Gericht zu verantworten haben.

Ein Maler nach der Natur. Von dem Maler Ziem, dessen dem französischen Staate geschenkte Gemälde zurzeit in Paris öffentlich ausgestellt sind, werden einige Anekdoten erzählt, die von der großen Gewissenhaftigkeit Zeugnis ab­legen, mit der der Künstler vorzugehen pflegte. In Venedig mietete er einen Laden und ließ darin einen Eingeborenen die kostbaren Stoffe und Spigen verkaufen, die Ziem aus aller Welt mitgebracht hatte. Der Verkäufer mußte die schönen Kundinnen durch sein Feilschen möglichst lange hin­halten, und während dieser Zeit wurden sie von dem ver­steckt im Laden stehenden Maler schnell skizziert. Einen noch stärkeren Beweis seiner Gewissenhaftigkeit legte Ziem da­durch ab, daß er sich in Konstantinopel einen Harem an­schaffte, um die Typen des Landes genauer kennen zu lernen. Er schaffte sich drei Frauen an, die er sogar mit nach Paris nahm. Zwei davon verheiratete er in Frankreich, die dritte fandte er in die Heimat zurück.

§ Noch ein Ruhstratprozeß? Die in den ersten Beleidi gungsprozessen verurteilten Redakteure Biermann und Schwehnert haben auf Grund der Zeugenaussage in Bücke­burg ihre Anwälte mit der Einleitung des Wiederaufnahme­berfahrens beauftragt.

§ Die Diesseits"-Depesche in der Lippe- Angelegenheit. Durch Entschließung des Grafregenten hat Staatsminister Gevefot in Detmold die Genehmigung erhalten, im Dies­feits"-Prozeß Zeugnis abzulegen, jedoch mit der Einschrän­fung, daß er solche Fragen abzulehnen hat, die das Wohl und Ansehen des Reiches oder eines einzelnen Bundesstaates gefährden.

Tod in den Fluten. Im Dorfe Schwiesau bei Stendal badeten zwei 13jährige Knaben im Brummelteiche; der eine ging plößlich in die Tiefe, der andere wollte ihm helfen, ver­fant aber auch. Beide konnten nur noch als Leichen ans Land befördert werden. In der Nähe der Kraagschen Sandbaggerei bei Magdeburg sind fünf Knaben ertrunken. Ein sechster Knabe, Frit Henneberg, ertrank beim Baden in der Nähe der Garnison- Badeanstalt.

Erdbeben. Bei Strömstad in Schweden wurde Diens­tag eine heftige Erderschütterung verspürt, der Minuten später eine zweite weniger heftige folgte.

= Eine Eisenbahn durch das Meer. An der Ostküste von Florida ist man zurzeit am Werke, eine Eisenbahn mitten durch das Meer zu bauen. Sie ist dazu bestimmt, die Stadt Miami mit der bekannten Zigarrenstadt Kay West zu ver. binden. Man benutzt dazu die Kette von kleinen Korallen. inseln, die sich zwischen den beiden Städten hinziehen. Stellenweise müssen lange Brücken zwischen diesen Inselchen über das Meer hinweg gebaut werden, die genügend Turch lässe für die dort kreuzenden Fischer- Schaluppen und andere Fahrzeuge bieten. Wo das Wasser flach genug ist, wird der Bahndamm aufgeschüttet, ein großer Teil des Oberbaues soll jedoch aus Zementpfeilern mit Stahllagern bestehen.

Der Schah im Dunkelzimmer. Als der Schah von Per­sien auf seiner diesjährigen Europareise nach Paris gekom­men war, wünschte er auch, sich mit der neuesten Erfindung, dem Radium, bekannt zu machen und es sich durch dessen Entdecker Currie vorführen zu lassen. Als dieser aber die Bedingung stellte, daß sich der Schah mit ihm in ein ganz finsteres, schwarzes Zimmer verfüge, wollte der König der Könige" davon nichts wissen, Erst als der Kriminal­Tommissar, der ihm in Paris zu seinem Schuge beigegeben ivar, versicherte, daß absolut keine Gefahr dabei sei, folgte der Schah dem Gelehrten in die Kellereien des Palasthotels, wo sich die Stahlkammern zur Aufbewahrung der Wertsachen der Hotelgäste befinden. Kaum hatte Herr Currie dort

seinen erläuternden Vortrag begonnen, als in persischer und bald in französischer Sprache der Ruf: Mehr Licht!" er­tönte, so daß nichts übrig blieb, als die Wunder des Ra­diums unenthüllt zu lassen.

Verhinderung des Generalstreiks in Spanien. Der Plan, einen allgemeinen Ausstand herbeizuführen, ist in ganz Spanien gescheitert. Fast überall wird die Arbeit in normaler Weise verrichtet.

Rigo und seine Landslenie. Der durch seine Affäre mit der Prinzessin Chiman bekannte Zigeuner- Primos Rigo gedachte vor einiger Zeit auch vor seinen Landsleuten ir: Budapest seine Geige ertlingen zu lassen. Indessen dort berhielt man sich völlig ablehnend. Das Brdapester Bubli­fum trieb eine regelrechte Obstruftien und blieb Herrn Rigos Konzerten fern. So blieb ben anderswo so gefeierten 3i­geuner nichts übrig, als mit einer Kapelle sich ein dank­bareres Publikum zu su ben.

Trepows Ahne. Wie jest bekannt wird, führte der Großvater des allgewaltiger russischer Polizeiniinisters Trepcw noch den Namen Ticppenhof. Er wurde auf dem Treppenhofe des kaiserlichen Balastes zu Petersburg aus­gesezt gefunden. Kaiser Nikolaus 1., der damals regierte, ließ das Zindelkind erzieher und nannte es nach dem Jund­orte repvenhof, woraus später Trepphof und endlich russisch Trevom wurde. Der alte Treppenhof macht sich den Ort, wo man ihn gefunden hatte. zu nutze un., umgab sich mit dem Nimbus, als set er ein illegitimer Abkömmling des Baren. So fonnte er eine reiche Frau aus den ersten Fa­milien heiraten und das Fundament für die Stellung seiner Nachkommen legen.

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Cokales.

24. Juli 1905.

** Das Großherzogspaar wilt gegenwärtig auf Schloß Wolfegarten und wird dort während Juli und August verbleiben. Im September wird das Hoflager nach Schloß Friedberg verlegt, von wo aus das Großherzogliche Baar den Manövern beiwohnen wird.

** Parlamentarisches. Wir brachten in letter Nummer schon die Mitteilung von der in parlamentarischen Kreisen bestehenden Auffassung, das der Landtagsschluß erst Ende September oder Anfang Oktober stattfinde. Heute wird aus Darmstadt gemeldet, daß der Großherzog am Samstag nach dem Vortrag des Staatsministers Rothe seine Genehmigung dazu erteilt, daß der Landtag ist noch nicht verabschiedet, sondern Ende September refp. anfangs Ottober zu einer furzen Beratung zusammenberufen wird. Man hofft alsdann auch die schwierige Frage der Gemeindeum­lagenreform und den Gesezentwurf über die berufliche Organisation der Landwirtschaft zur Erledigung zu bringen.

** Kaiserparade. Die Verkaufsstelle für Tribünen­farten* teilt uns mit, daß von heute ab die Paradepläne ( à 10 Pf.) zur Ausgabe gelangen. Dieselben enthalten den Standpunkt der Majestäten, die Aufstellung der Truppen mit Angabe der einzelnen Reyimenter, Lage der Tribüne und der reservierten Stehpläße, sowie Zugangswege usw.

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** Lotterie. Die Großh. Regierung hat die Ge­nehmigung erteilt, daß mit der im September in Darmstadt stattfindenden Gartenbau- Ausstellung eine Lotterie verbunden werde und zwar dürfen 20 000 Lose à 1 Mt. ausgegeben und im ganzen Großherzogtum vertrieben werden. Bur Verlosung kommen Erzeugnisse des Gartenbaus, der Garten­architektur, der Gartenfunft und anderer verwandter Zweige. Zentrumsgelüfte auf die hessische Kon­feffionsschule. Das Mainzer Journal" fordert unter ausdrücklichem Hinweis auf die Zentrumserfolge in Bayern, daß auch das hessische Zentrum die Konfessionsschule, die 1874 in Hessen aufgehoben wurde, wiedererobern müsse. Daraus wird nun aber doch nichts, denn in Hessen hegt man nicht die Absicht, die Kraft in widerwärtigen und nuz losen Ronfessionszäntereien zu vergeuden. Hessens harren bessere, lichtvollere Aufgaben und das allmächtige Zentrum hat für dieses Mal auf Granit gebissen."

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*** Wohnungsuntersuchung in Gießen. Die zweite allgemeine Helferversammlung, die am Freitag Abend im Poftfeller" stattfand, war wieder gut besucht. Die Berichte über die bisherigen Erhebungen zeigten, daß man auf Seiten der Bürgerschaft dem Unternehmen weitgehendes Verständnis und Wohlwollen entgegen bringt. Es beteiligen fich jetzt über 100 Herren an der Arbeit, darunter gegen

70 Studierende.

* Bergiftung durch Bienen- und Wespenstiche. In den meisten Fällen sind die durch Insekten gesetzten Stiche harmlose Leiden, bestehend in einem bald vorüber­gehenden örtlichen Schmerze und einer kleinen, falten Um­schlägen meist rasch weichenden Anschwellung. Immerhin enthalten diese Insekten, namentlich Bienen, Hornisse und Wespen ein Gift, das Allgemeinerscheinungen erzeugen fann, die immer dann auftreten, wenn die Insekten in größerer Zahl den Menschen überfallen. Bei besonders empfänglichen Personen genügt übrigens oft schon ein Stich, um Ohnmacht und Uebelkeit zu erzeugen. Nicht selten sind es gewisse Hautausschläge wie Nesselsucht usw., die sich nach Insekten stichen einstellen Weitere Allgemeinerscheinungen bestehen in Herzklopfen, Kurzatmigkeit und Verdauungsstörungen. Auch Bienenftiche fönnen, wie unsere Imker wissen, schwere Vergiftungszustände, ja sogar den Tod herbeiführen. Durch experimentelle Untersuchungen am Sperling, der für das Bienengift besonders empfänglich ist, fand Dr. Phisolix, daß das Bienengift drei verschieden wirksame Substanzen enthält, nämlich ein Eutzündung erzeugendes, ein Krämpfe und ein Lähmung erzeugendes Gift. Ein Insekt kann demnach zwei in ihrer Wirkung entgegengesette Gifte produzieren. Die Behandlung der Bienen- und Wespenstiche muß demnach neben der örtlichen nach Erfordernis auch eine allgemeine sein. Nach Entfernung des Stachels oppliziere man auf die Stichstelle Salmiatgeist, Karbolsalbe, Kaltwasser oder Blei waffer, das mit Eis gefühlt ist. Auch Sublimatumschläge tun gute Dienste. Sind die Köperteile gehörig durchstochen, so mache man auf denselben Eisumschläge. Zur Linderung des großen Durftes gebe man innerlich Eis.

*** Eine Feier der 50er, Bekanntlich gründet sich alljährlich in Gießen ein Verein der 50er, dem alle Männer, die in dem betreffenden Jahre das 50 Lebensjahr vollenden, beitreten. Der Verein der 50er von 1901 hielt nun legten Sonntag im Philosophenwald eine recht gemüt­liche Geburtstagsfeier ab. Bei Mufit, Speise und Trant bergnügten sich die Geburtstagskinder auf das angenehmste.

P Nächtliche Arbeiter. In der Nacht auf Sonn­tag wurden von der Schußmannspatrouille in der Südanlage 2 junge Leute abgefaßt, als sie an dem Spalier am Gymnasium und an einem Privateigentum die Verzierungen, 20 an der Bahl, abrissen, wodurch ein Schaden von ca. 60 Mt. entstand. Anzeige gegen dieselben ist erhoben.

** Ex libris. Den Angehörigen des Gießener Buchgewerbes war gestern durch das Entgegenkommen der Stadtverwaltung die zur Zeit im Turmhaus untergebrachte exlibrische Ausstellung unentgeltlich zur Besichtigung freige­stellt worden. Wie manchem Wunsch die Stadt damit Rechnung getragen, bewies ihr der zahlreiche Besuch und das Interesse der Eingeladenen. Die Ausstellung ist mit großer Mühe und Sorgfalt zusammengestellt und weist eine ungewöhnliche Fülle von Buchzeichen in übersichtlich ge­ordneter Weise auf.

*** Die verbotene Jäger- Kapelle. Eine Schweizer Jäger- Rap lle, die sich schon während des Feuerwehr- Jubiläums in Gießen produzierte, plante für gestern auch ein Konzert. im Philosophenwald". Einen üblen Mißklang verursachte ihr aber die Polizei, die nach ihren Papieren forschte. Da. durch wurde der Kapelle die Stimmung so gründlich verdorben, daß das gestrige Konzert unterblieb.

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*** Ein Renkontre hatten dieser Tage mehrere junge Leute mit einem Radler. Die Burschen befanden sich verboten ist. Sie erwarteten deshalb, daß der Radler ihnen in der sehr schmalen unteren Erlengasse, wo das Radfahren holten sie ihn fnrzerhand von seiner Maschine herunter. die Passage frei gäbe und als dies nicht geschah, Erbost über die Fahrtunterbrechung ergriff der Radler irgend damit unter die jungen Leute, einen dabei am Kopfe ver­einen harten Gegenstand, Schlüssel oder Messer, und fuhr legend. Anzeige ist erstattet.

gestrigen Sonntag nach dem Schiffenberg hat alle Teilnehmer *** Der Frühgang des Turnvereins Gießen am über Erwarten befriedigt. Mit gutem Turnerhumor wurde der Marsch wie auch der Aufenthalt am Biel ausgefüllt. Seffen wird am 4. August in Friedberg seine diesjährige A Der Verein für Volkskunde im Großherzogtum Hessen Hauptversammlung im Hotel Trapp abhalten. Professor Aberglauben". Drewes Gießen hält einen Vortrag über Volksbräuche und

*** Das richtige Billetknipsen. Das Publifum dies an der richtigen Stelle geschieht, andernfalls es die hat beim Knipsen seiner Fahrkarte darauf zu achten, daß daraus entspringenden unliebsamen Folge zu tragen hat, wie dieser Tage ein Frankfurter in Hanau erfahren mußte. Das Billet muß bei der Hinfahrt auf der Seite, wo das H und bei der Rückfahrt, auf der Seite, wo das R steht, geknipst werden.

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MK. Lollar, 23. Juli. Masseu chöre. Unsere Lieder­tafel", die bekanntlich beim Gesangswettstreit in Lang- Göns den ersten Preis ihrer Klosse errang, brachte am Samstag Abend dem Stifter des Preises, Brauereibesizer G. Bichler­Gießen, ein Ständchen. Außer den von der Liedertafel vorgetragenen Lang- Gönser Preischören wurden gemeinschaft­lich mit der Bürgergesellschaft" und dem Maschinenbauer­Gesangverein" zu Gießen Gesamtchöre gesungen. Später gab es auf Einladung des Brauereibesizers Bichler noch einen vollständigen Lieder- Abend auf der Terrasse. Der seinem Dirigenten, Musiklehrer Gernhardt, das Vilbeler Maschinenbauer Gesangverein" nahm die Gelegenheit wahr, Gängerstimmung und alle Beteiligten dürften wohl so noch Diplom zu überreichen. Es herrschte bald die richtige lange und gern an die schönen Stunden auf Bichlers Hardt zurückdenken. Lüzellinden. Kommenden Sonntag wird hier das Bezirks- Kriegerfest des Bezirks Groß- Rechtenbach gefeiert. -n Langsdorf, 23. Juli. Tod durch Gehirner­schütterung. Der Gemeinderechner Bausch hatte sich durch einen Absturz in der Scheune eine Gehirnerschütterung zugezogen, an deren Folgen er nunmehr verstorben ist.

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§ Weilburg, 23. Juli. Der vielumworbene Bürgermeister- Posten. Auf die Ausschreibung unserer am 1. Oktober freiwerdenden Bürgermeisterftelle reagierten im ganzen 130(!) Bewerber und zwar: 46 Bürgermeister, 46 Sekretäre, 12 Juristen, 10 der Armee, Marine und Bolizei angehörige Offiziere und 16 andere Berufe, darunter ein Geistlicher, ein Stadtrat, ein Kurdirektor, ein Intendanturrat und ein Lehrer.

+ Braunfels, 24. Juli. Der Lahn- Dill- Gau der Deutschen Turnerschaft feiert gestern und heute hier im Schatten mächtiger Bäume im kleinen Tiergarten sein 23. Gaufest. Sehr viel Fremde haben sich eingefunden. Die zur Zeit im Schloß wohnenden Prinzen und Prinzessinnen verblieben lange auf dem Festplaß. Das Turnen wurde mit dem größten Interesse verfolgt.

* Groß- Gerau, 23. Juli. Schriftliche Bitte um Berhaftung. Unter eigenartigen Umständen vollzog sich hier die Verhaftung eines durchreisenden Handwerksburschen. In der Nähe des Cöbelschen An.oesens, schreibt das Gr. Ger. Krsbl.", wurde ein Bettel gefunden, inhaltlich dessen der Schreiber desselben sich der Brandstiftung be­schuldigte und um seine Verhaftung bat. Sein Gewissen lasse ihm feine Ruhe, es fehle ihm indes der Mut, sich selbst der Polizei zu stellen. Der Zettel wurde auf der Großh. Bürgermeisterei abgegeben und die von derselben verständigte Gendarmerie machte sich sogleich auf die Suche. In der Nähe von Walldorf wurde der Bettelschreiber, der 17 Jahre alte Handwerksbursche Eustachius Mez auß München, festgenommen und dem Amtsgericht Groß- Gerau zugeführt. Mezz gibt an, vor 4 Jahren in München ein Haus in Brand gesteckt zu haben. Ein Landsmann, den er auf der Walze" getroffen, habe ihm erzählt, ein anderer sei deswegen zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt worden und nun lasse ihm sein Gewissen feine Ruhe. Der angebliche Brandstifter, dessen Angaben einen glaubwürdigen Eindruck machen sollen, verbleibt vorerst hier in Huft, bis die Sache in München geklärt ist.

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Gießener landwirtschaftlicher Wetterbienk Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 25. Juli. Wieder aufheiternd, etwas wärmer. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentet: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belbe in Gießen.

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