scheinend weit, doch ist sie aus der Entdeckung des Verrats wohl zu erklären. Der Freundschaft zwischen Italien und Frankreich wird sie nicht dienen.
Das Gesetz über die Trennung von Staat und Kirche wurde von der Kommission des Senats in allen Artikeln angenommen. England.
** Die lette Unterredung des Premierministers Balfour über die parlamentarische Lage mit dem König soll das Resultat ergeben haben, daß das Kabinett nicht zurücktritt. Jedoch soll das Parlament im August vertagt und im Oktober aufgelöst werden, wodurch das Ministerium Balfour ein Jahr früher als wie erwartet vom Schauplatz abtreten dürfte, falls die Neuwahlen zu seinen Ungunsten ausfallen.
Rufsland.
** Am sechsmonatlichen Gedenktage der Januar- Unruhen, am 22. Juli, fanden in Petersburg starfe Ansamm lungen von Arbeitern statt. In allen Fabriken, Druckereien, im Bauhandwerk und anderen Berufen ruhte die Arbeit. Die Garnison war durch Kosaken und Truppen aus anderen Erten verstärkt.- Der in Moskau tagende Semstwo- Kongreß hat einen Aufruf an das russische Volk erlassen, in dem dieses aufgefordert wird, sich zur Beratung der Volksvertretungs- Fragen in Gruppen zu organisieren. - Eine Anzahl Attentate wird aus verschiedenen Gegenden gemeldet: In Warschau wurde ein Geheimagent durch Revolverschüsse schwer verwundet, und ein anderer Bolizist wurde mit aufgeschlittem Bauch auf der Straße gefunden. In Bialystok wurde durch eine Bombe eine Anzahl Personen getötet oder verwundet, darunter der Polizeichef und dessen Sohn. In Helsingfors wurde ein Gendarmerieleutnant auf der Promenade erschossen.- In Warschau ist der Schlosser Okrzeja, der im März im Polizeigebäude zu Praga eine Bombe geworfen hatte, gehenkt.
Alien.
** Der chinesische Boykott der amerikanischen Waren hat namentlich im Süden des Reiches kräftig eingesetzt. Im Norden wird er durch den Generalgouverneur Youanschikai unterdrückt. Die chinesischen Zeitungen von ganz China sind in der Sache einig. Man fühlt sich als einheitliche Nation, die sich gegen Schädigungen durch Fremde zusammenschließt.
Hof und Gesellschaft.
rung, die naturgemäß der betreffende Landsmann- Gesandle zu übernehmen hat, und ebenso selbstverständlich ist, daß dem Padischah die Festsetzung der Hausordnung, will sagen: der Etikette, zusteht. Davon hat er auch wiederholt Gebrauch gemacht, beispielsweise durch das Verbot des Gebrauchs von Operngläsern beim Selamlik. Der Großherr will nur mit unbewaffnetem Auge angesehen sein. In der Tat hat der Sultan auch sonst eine große Scheu gegenüber der Deffentlichkeit. Er hat alle traditionellen Umritte in der Stadt seit Jahrzehnten eingestellt, und die bei aller Treue keineswegs der Kritik abgeneigten Türken haben ihm deshalb einen Beinamen gegeben, der mit der Furchtsame" mehr umschrieben als übersetzt wird. Wirklich hat man dem Sultan Abdul Hamid große Attentatsfurcht schon immer nachgesagt und aus dieser seine freiwillige Einschließung in den Mildis Kiosk hergeleitet, die nur von der kurzen Fahrt zum Selamlik unterbrochen wird. Und nun hat alle Furcht und Vorsicht doch nichts geholfen, ist der Großherr dem Tode durch Verbrecherhand nur durch eine glückliche Fügung entgangen, an der seine Polizeimerst kein Verdienst haben. Nicht aus der Reihe der Fremden wurde die Bombe geworfen, es wurde überhaupt kein Geschoß geschleudert, sondern die Explosion fand in der Mitte der türkischen Zuschauerschaft statt, wahrscheinlich duch vorzeitige Selbstentzündung. Denn der Sultan hatte die Moschee noch gar nicht wieder verlassen, in der Moschee drang der Knall an sein Ohr. Ob er sofort erfaßt hat, daß ein Attentat verübt war, ob er es auch nur vermutet oder feine Umgebung ihm davon Mitteilung gemacht hat, ist nicht bekannt gegeben worden. Jedenfalls hat der Sultan, so lange er in der Moschee und auf dem Rückweg zum gildis Kiosk war, eine erstaunliche Ruhe und Selbstbeherrschung gezeigt, wie sie der beherzteste Mann nicht größer hätte an den Tag legen können. Der Großherr nahm seinen Lieblingssohn in seinen Wagen und lenkte, genau wie an jedem Freitag, die Pferde selbst bis zum Wildis Kiosk. Auch ordnete der Sultan an, daß die Empfänge, die vorher fest= gestellt waren, nicht abgesagt werden sollten. So hatte der österreichische Botschafter, für den eine Audienz unmittelbar nach dem Selamlik anberaumt gewesen, die Gelegenheit, als erster den Sultan zur Rettung aus Lebensgefahr zu beglückwünschen.
In Elbing fand in Gegenwart der Kaiserin, des Prinzen Eitel Friedrich, der den Kaiser vertrat, und des Prinzen Adalbert am Sonntag die Enthüllung des Kaiser Wilhelm- Denkmals statt.
Heer und flotte.
Die dritte deutsche Torpedoboots flottille wird Mitte August formiert werden. Sie nimmt bereits an den dies: jährigen Hauptmanövern teil. Die Flottille wird aus den beiden D- Booten Nr. 4 und 5, zwölf S- Booten und mehreren älteren Fahrzeugen bestehen.
Auffindung eines verlorenen deutschen Torpedobootes. Ein Fischer in Stagen will das am 28. August 1895 in der Jammerbucht an der Westküste Jütlands untergegangene deutsche Torpedoboot S 41, mit dem 13 Seeleute in die Tiefe gezogen wurden, aufgefunden haben. Es liegt etwa drei Seemeilen vom Ufer entfernt auf zehn Meter Wassertiefe. Der Fischer hat der deutschen Marinebehörde den Fund angezeigt.
Das Attentat auf den Sultan.
Der Bombenanschlag auf den Badischah wurde ausge führt, als der Türkenherrscher eben sein Gebet in der Moschee beendet hatte. Die Truppen waren abmarschier: und der Sultan schickte sich an, ins Palais zurückzukehren als die Explosion erfolgte. Der Erdboden wurde heftig er: schüttert, die Fenster in der Moschee und den benachbarten Häusern zersprangen. Große Aufregung entstand, doch vurde alsbald festgestellt, daß die Bombe in 200 Meter Entfernung vom Sultan, in dessen Begleitung sich der deutsche. der österreichische und der italienische Botschafter befanden, geplaẞt war.
Nachdem die Toten und Verwundeten fortgetragen waren, fuhr der Sultan mit seinem Sohne Burhan Eddin nach dem Palais. Der Botschafter Freiherr von Calice begrüßte den Sultan beim Passieren des diplomatischen Korps; der Sultan gab durch Zeichen zu verstehen, daß sowohl er als auch seine Umgebung unversehrt geblieben seien. Wäh= rend der Explosion und der darauf folgenden allgemeinen Verwirrung hatte der Sultan völlige Geistesgegenwart bewahrt und ausgezeichnete Haltung gezeigt. Auf der Explosionsstelle war der Beden aufgewühlt und mit Trümmern Don zerbrochenen Wagen und Pferdekadavern bedeckt. Ein gußeisernes Stück der geschleuderten Bombe mit einem Griff, der wahrscheinlich zum Werfen der Bombe hatte die. nen sollen, wurde gefunden. Offenbar ist die Explosion borzeitig erfolgt. Die Zahl der Toten wurde zunächst aus 40 angegeben, noch mehr Personen sollten verwundet sein, doch waren genaue Feststellungen nicht möglich. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen, man sprach von der jungtürkischen oder bulgarischen Propaganda als VeranIasserin: des Attentats, jedoch gab die bisherige Untersuchung feinen Anhalt dafür. Der oder die Träger der Bombe find wahrscheinlich mitgetötet worden.
Bu dem Ereignis äußert sich ein am Goldenen Horn ansässiger Politiker folgendermaßen:
Wie lange die Nerven des Padischah dem Angriff standgehalten haben, weiß man natürlich außerhalb des Palastes nicht. Jedenfalls war die Haltung des Großherrn während des ganzen Vorgangs musterhaft und geradezu imposant.
bon Flußräubern ein lieberfall unternommen. Die wertbolle Ladung des gescheiterten Schiffes wurde von einem Bootsmann und acht Wächtern gehütet. Die Bande nahm die Wachtmannschaft fest, verlud 20 000 lg. Getreide in Nachen und fuhr in die Nacht davon. Dem Bootsmann gelang es, die Polizei zu benachrichtigen. Die Ufer des Flusses wurden mit Scheinwerfern abgesucht, und in der Nähe von St. Anna entdeckte man sechs Nachen mit elf der Räuber und 15 000 Klg. des gestohlenen Getreides.
† Ein gefährdetes Schiffsdock. Am Trockendock des Hafens von Neapel ereignete sich vor ein paar Tagen ganz plötzlich ein sehr starker Erdrutsch, der bedeutenden Schaden anrichtete. Die rechte Seite des Docks wurde etwa zweihundert Meter weit nach rechts fortbewegt. Das Ereignis ist höchstwahrscheinlich auf eine Bewegung des Meeresgrundes zurückzuführen.
Ganz abgesehen von den rein menschlichen Erwägungen wäre es überaus betrüblich gewesen, wenn Sultan Abdul Hamid nicht unversehrt aus dem Anschlag hervorgegangen wäre, denn seine staatsmännische Klugheit ist weit größer, als gemeinhin angenommen wird. Er ist auch reformfreundlich. Allerdings nur bis zu gewissen Grenzen, die aber nicht von seiner Laune, sondern durch religiöse Vorschriften gezogen sind. Er ist ein zu feiner Kopf, als daß er nicht wüßte, daß über kurz oder lang die Türkenherrlichfeit in Europa ein Ende haben wird, und vorschauend hat er durch den Bau der Bagdadbahn dafür gesorgt, eine engere Verbindung der alten Stammlande mit Kleinasien herzuſtellen. Nicht um der schönen Augen der Deutschen willen hat er einem deutschen Konsortium den Bau der anatolischen Bahnen fonzessioniert. Wo die Zuständigkeit des Scheich ül Islam, des obersten Glaubenshüters der Moslim, beginnt, da bescheidet sich der Sultan, selbst wenn seine eigensten Herzenswünsche in Frage kommen. Abdul Hamid hätte gern, wie vor ihm Abdul Aziz, die Thronfolgeordnung geändert, die Bestimmung getroffen, daß der Sohn dem Vater folgen soll. Der Scheich ül Islam will es nicht, und da er sich dabei auf den Koran stüßt, so muß es bei der alten Ordnung bleiben, die den Bruder zum Nachfolger des Bruders macht. Derselbe Wille des Scheich ül Islam, auf eine Koranauslegung gestüßt, ist es, der den Sultan zum unbedingten Gegner der Einsetzung eines christlichen Gouverneurs in Mazedonien oder gar in Rumelien macht. Der Padischah Abdul Hamid ist ein friedfertiger Mann doch ehe er in diesem Punkt nachgibt, entfaltet er die grüne Fahne des Propheten und läßt durch alle mohamedanischen Lande den Glaubenskrieg verkünden.
Konstantinopel 21. Juli. Der Seiamlik, der Besuch, den der Sultan jeden Freitag der dem Vildis Kiosk gegenüberliegenden Moschee macht, ist, äußerlich genommen, ein den Fremden in Konstanti nopel regelmäßig gegebenes Schauspiel, das durch seine eigenartige Pracht ungewöhnliche Anziehungskraft ausübt. Wer aus Europa nach Konstantinopel kommt, hat eine gewisse Anwartschaft darauf, durch Vermittelung seines" Botschafters beim Selamlik Gast des Sultans zu sein. Denn durch Darreichung von Tee und Dultschas( Süßigkeit) wird die Fiktion aufrecht erhalten, daß die Neugierigen auf Ein ladung des Padischah gekommen seien. Selbstverständlich bedarf nun, wer zum Sultan gelangen will, einer Einfüh
† Unglücksfall durch Sturm. In Madrid hob kürzlich ein Sturm das Dach einer Waschanstalt ab. Mit furchtbarer Gewalt schlug das Dach auf eine Räumlichkeit nieder, in der 110 Personen beschäftigt waren. Das ganze Gebäude ging in Trümmer, aus denen viele Verletzte hervorgezogen wurden. Eine Anzahl ist bereits den erhaltenen Verwundungen erlegen.
Die russischen Niederlagen haben begreiflicherweise den Sultan nicht allzu tief betrübt. Allmählich aber ist ihm die Schwächung Rußlands zu weit gegangen, gerade weil sie die Anmaßungen und Begehrlichkeiten der Bulgaren, Serben und Griechen Mazedonien gegenüber erhöht hat.
† Orkan auf den Marschalls- Inseln. Nach einem jetzt eingegangenen Bericht des Landeshauptmanns der MarschallInseln hat dort am 30. Juni ein Orfan in verheerender Weise gewütet. In Jaluit, dem Site der Verwaltung, sind fast alle Gebäude zerstört. Sämtliche dort ansässigen Weißen sind gerettet. Die Zahl der ums Leben gekommenen Eingeborenen war bis zum 4. Juli, dem Tage, da der Bericht abging, auf achtzig ermittelt.
Die Urheber des heutigen Attentats wird man schwerlich ermitteln, denn aller Wahrscheinlichkeit nach sind sie an ihrem eigenen Verbrechen zugrunde gegangen.
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† Die Explosion auf dem„ Bennington". Von der 278 Mann zählenden Besagung des durch eine Kesselexplosion im Hafen von San Diego in Californien zerstörten amerikanischen Staronenbootes Bennington" sind nach den letzten Feststellungen 39 Mann getötet, 80 verletzt, darunter 24 schwer, und 21 werden vermißt, sie werden wohl zu den Umgekommenen gerechnet werden müssen. Wie der Kapitän, der während der Katastrophe sich an Land befand, berichtet, ist die Decke des unteren Ofens eines der Kessel explodiert und hat den Kessel gegen einen anderen getrieben, der dann ebenfalls zersprang. Ein gewaltiges Krachen erschütterte die Felsen ringsumher, ein Teil des Oberdecks des Schiffes wurde vom Bug bis zum Heck aufgerissen, und das Schiff neigte nach Steuerbord hinüber. Menschliche Körper und Körperteile sah man in die Luft fliegen, die durch entsetzliches Geschrei der schrecklich verwundeten Matrosen erschüttert wurde. Sofort eilten Boote und Dampfboote an die Unglücksstelle und fischten die Verletzten aus dem Wasser. Andere Fahrzeuge holten die Ueberlebenden aus dem sinkenden Schiffe, das ans Ufer geschleppt wurde. Die Offiziere und Mannschaften benahmen sich mit großer Kaltblütigkeit. Die Pumpen wurden bemannt, die wasserdichten Abteilungen geschlossen und die Magazine überschwemmt, um die Explosion der Munition zu verhindern.
† Zum Grubenbrand der Borussia". Bei dem Grubenbrand auf der Zeche„ Borussia" nehmen die Bergungsarbeiten ihren Fortgang, obwohl man nur noch Leichen zutage fördern kann. So wurden Ende voriger Woche zwischen der fünften und sechsten Sohle hinter einer Wettertür fünfzehn tote Bergleute aufgefunden, und schon am späten Abend des nächsten Tages stieß die Bergungsmannschaft auf eine dicht gedrängte Gruppe von zweiundzwanzig Toten. Da die Verwesung bei allen Aufgefundenen schon stark vorgeschritten ist, wurden die Leichen in Gummisäcken zutage gefördert. Sie werden voraussichtlich in einem Massengrab bestattet.
† Ein Dich mit hunderttausend Rubel gesucht. Seit dem Mai dieses Jahres fahndet man auf den Schlosser Stanislaus Sobolewski, der in Lomza in Polen aus der GerichtsKanzlei durch Einbruch hunderttausend Rubel gestohlen hat. Jetzt hat man die Spur des Einbrechers entdeckt, die nach Preußen meist.
† Ein wahnsinniger Selbstmörder. Bei Harburg ließ sich in einem Anfall von Geistesgestörtheit vor einigen Tagen ein Händler Kröger von dem Eisenbahnzuge überfahren. Der Tod trat sofort ein. Der Unglückliche hinterläßt eine Frau und eine große Zahl unversorgter Kinder.
† Die Ehefran als Mörderin. In Uznach in der Schweiz wurde vor kurzem der Kaminfegermeister Schubiger von seiner Frau und deren Liebhaber ermordet. Die Frau hat die Untat eingestanden. Das Ehepaar hatte fünf Kinder.
† Mord und Brandstiftung. In Saint- Marc in Frankreich war das Gehöft eines Landwirts niedergebrannt. Als man dieser Tage die Trümmer forträumte, fand man den berkohlten Leichnam des Besizers, dessen Mutter, Schwester und Neffen, sowie eine leere eiserne Kasse. Da zugleich der aus der Schweiz gebürtige Knecht verschwunden ist, so vermutet man, daß dieser die Familie seines Dienstherrn ermordet und sodann, um die Spuren seiner Tat zu verdecken, das Gehöft angezündet hat.
† Flußräuber auf der Schelde. Vor Kurzem wurde in einer dunklen Nacht auf ein unterhalb Antwerpens auf der Schelde an Strand geratenes Getreideschiff von einer Bande
Tages- Chronik. In Herbsleben bei Erfurt ist eine Typhus- Epidemie ausgebrochen, die sich auf umliegende Ortschaften ausdehnt.
-In Rastatt ist ein Musketier an Genickstarre gestorben. - Der aus Frankfurt a. M. nach Unterschlagung von 60 000 Mart flüchtig gewordene Kassierer Otto ist in Wien berhaftet.
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Vermischtes.
Ein deutscher Dauer- Schwimmer. Um die Mitte des kommenden Monats wird ein junger Deutscher, der aus München stammende, dreiundzwanzigjährige Karl Raynol, den Versuch machen, den Kanal von Dover nach Calais zu durchschwimmen. Nach den bisher von ihm abgelegten Proben erwartet man von ihm große Dinge. So legte er vor einigen Tagen die Strecke von Blackwoll( London) nach der Mole von Gravesend, eine Strecke von nahezu 34 Kilometern, in 5 Stunden 46 Minuten zurück, und am Schlusse dieser Tour war er so wenig erschöpft, daß er ohne Beihilfe in das Begleitboot steigen konnte, während der bekannte Dauerschwimmer Holbein, der die gleiche Tour zu schwimmen versuchte, kurz vor dem Ziel so erschöpft war, daß er in das Boot gehoben werden mußte.
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Der grobe Gastwirt. Anläßlich des soeben gefeierfen Regierungsjubiläums des Fürsten von Schwarzburg- Sondershausen, wird die Erinnerung an den„ groben Stockmann" aufgefrischt. So hieß im Volksmunde der Gastwirt, der am Fuße des Kyffhäusers zu der Zeit die Gäste labte, als der Fürst Karl Günther noch Erbprinz war. Dem gro ben Stockmann war es ganz gleichgültig, wen er vor sich hatte; wer ihm nicht gefiel unter seinen Gästen, den behandelte er auf die ihm eigentümliche Weise. So passierte es eines Tages eiren Kammerherrn v. B., daß Stockmann ihn sans façon am Kragen packte und vor die Tür setzte. Einige Wochen später redete ihn der Erbprinz an.
,, Sie B., nun
habe ich auch den alten Stockmann kennen gelernt; ich war dort, der Kerl ist in der Tat grob..." Hahaha!" lachte der Kammerherr, haben Hoheit auch die Gnade gehabt, sich von ihm rauswerfen zu lassen?"
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aller Welt mito fchönen Kundinn halten, und wä ſtedt im Laden stärkeren Bewe durch ab, daß fchaffte, um die Er schaffte fich nahm. Zwei d fandte er in die
= Eine Million ins Wasser geworfen. Von einem russi schen Patrioten, dessen Opferwilligkeit an verkehrter Stelle geleistet wurde, wird jetzt ein lustiges Histörchen bekannt. Als die baltische Flotte nach dem fernen Osten auslief, wollte Graf Strogonom einen schnellaufenden Kreuzer beifügen, der, mit einem Luftballon ausgerüstet, die Flotte Roschdjestwenskys als Kundschafterschiff begleiten sollte. In seinem Auftrage fauften zwei Sachverständige, ein Leutnant a. D. Baifow und der Direktor der Nordischen Dampfergesellschaft, Herr Merk, einen deutschen Dampfer ältesten Stalibers auf. Um den Kasten seetüchtig zu machen, mußte der Rumpf umgebaut und eine neue Maschine, sowie ein neuer Kessel eingefügt werden. So kam das Schiff, das den Namen„ Rußi" erhalten hatte, nach Libau, wo es vom Admiral Birilew folgendes Attest sich gefallen lassen mußte: Die Rußi" ist ein Rumpelkasten, der aus Holz- und Eisenbruch besteht, und eine sich selbstachtende Nation kann ein solches Schiff nicht unter der Kriegsflagge in See stechen lassen. Der Luftballon kann zu Kriegszwecken ebenfalls nicht verwendet werden und stellt eine Fracht vor, die nur bei ausschließlich günstigen Umständen Verwendung finden
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