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aus der Stadt Ste anftalt eingeliefert,

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Der Reichsinftruftio

Ar. 71.

fertionspreis: Die einfpaitige Betitzelle für ganz Ober­effen, bie Kretse Beglar and Marburg 10 Bfg. sonst 15 Bfg. Reklamen ble Petitzelle 30 refp. 40 Bfg.

für den Bezirk der tebaktion u. Haupterpebttion: Gießen, Seltersweg 83.

en Gemartung ange mit einem fidheren eführt werden. E Befizer oder demi fofort zu töten o einem ficheren Beh rfen ohne polizeili ere Gemartung be gegen diese Anot

10 bis 150 Mt. oder

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Fernsprechanschluk Nr. 362.

Freitag, den 24. März 1905.

Gießener

14. Jahrgang

Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen bierteljährl. Mr. 1.50. Centisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Beifung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

friedliche Kaiferworte.

Ich habe mir zum Ziel gesezt, allezeit zu sein Mehrer des Reichs an Gaben des Friedens." Diese Worte hat Kaiser Wilhelm der Große gesprochen, unmittelbar nach un­bergleichlichen Siegen und nach Erringung des höchsten Siegespreises. Er war ein Friedensfreund und Friedens­fürst geblieben, trotzdem ihn dreimal das Geschick auser­fehem hatte, das Schwert zum Kriege zu ziehen.

Kaiser Friedrich III., der als Kronprinz die Feldherrn­würde errang, hat seinem großen Vater in blutigen Kriegen zur Seite stehen dürfen, dienend und helfend. Eine Sieg­fried sgestalt, ein fürstlicher Bayard ohne Furcht und Tadel, hat er aus den Greueln der Schlachten, die er glorreich ge­ichlo gen, Friedenssehnsucht heimgebracht. Der liebt den Krieg nicht, der ihn fennt", waren seine Worte. Ihm war eteres hat den zu nicht beschieden, an der Erfüllung seiner Friedensideale an­jer Indianer zu diei der als durch das leuchtende Beispiel seiner Absichten zu Solfes zum Stern" bearbeiten, denn da er den Thron bestieg, stieg er zugleich ins würde, den Menschen Gralb. Wolf erzählt jet

ezt hat der dritte Hohenzollernkaiser in Bremen sein bis dahin verschwiegenes politisches Programm enthüllt, das er von früher Jugend an im Herzen gehegt, und auch dieses Programmes Inhalt und Ziel ist der Friede.

it auch von Heirat z oder von der Umwand e jie ja auch in unjen Erwähnung verdienen Daß ein greiser Krieger, dessen Lorbeerreichtum kaum das schöne untere è noch einer Vermehrung fähig ist, friedensfroh wird, weil ewohnen und dort du er friegessatt ist kann nicht gerade Wunder nehmen; daß 60 Jahren noch keine ein menschlich fühlender Held in strahlendem Siegesglanz Mannes in Amerikades Blutes gedenkt, das um diesen Glanz fließen mußte, int ein friedliches Leben und mum nach einem Lorbeer greift, der nur Schweiß, nicht Blutt kostet, der für Erhöhung, nicht für Hemmung der haben, jedoch ist no etannt. Die einzeln Kultur erteilt wird ist verständlich; daß ein junger Fürst, en Mann beherrscht, der Sohn dieses Helden, der Enkel jenes Kriegers, beim An­ei ihnen eingeführt blick des dem Hammer des Auktionators verfallenen Admi­ralfchiffes der ersten deutschen Flotte im verschwiegenen Busen den Hannibalschwur tat, er werde diese Schmach s und durch eine grühmen, sie fortwischen aus den Tafeln der deutschen Ge­Beim Lesen dieser v idhi te wer könnte das nicht nachempfinden! Daß aber Sürgten Tatsachen derselbe junge Fürst, eben an die Spike des glänzendsten Wilden sind doch besser Heeres gelangt, eben auf den mächtigsten Thron Europas gestiegen, noch berauscht von den Siegen, die Vater und Großvater davongetragen, in seinem Herzen den Beschluß faffen konnte, niemals nach Weltherrschaft zu streben, Bajo­nethe und Kanonen ruhen zu lassen, um Vertrauen und Liebe der Nachbarn zu ringen das ist wunderbar.

et zu sein durch eine

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ge dient der Schla n. Eigentlich aber Kaiser Wilhelm II. hat anläßlich der Enthüllung eines id, weil die Schlange Den fmals für seinen Vater Bremen wieder besucht und dort rührung mit den Geim Rathaus un Bürgermeister und Bürger der freien Sie scheint also der Metchsstadt eine Ansprache des eben erwähnten Inhalts ge= richtet. Er habe, da er als Jüngling vor dem Modell des ähigkeit mancher a bermuktionierten Admiralschiffes gestanden, mit Ingrimm indernissen ausweide die Schmach empfunden, die unserer Flotte und damaligen dies Vermögen in der ist. Bekanntlig lätlagge angetan worden. Ich habe mir damals den pigen aus- daber ba eit- und ist hinter der

ten bersehen um di ern. Unter der out verzeigte Nerven, Sie ch allen Richtungen hin ie Schlangen mit ihrer

irfidh Aberglauben.

noch nicht fi auch bei fal ntersuchungen geh Fieber haben Fo ht überrafdende ja en und dund Batterien iegen und weil eben laffung geben. Ferner

es Stoffwechsels ein, die perden. Es ist nicht sel

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und die Ausgrabungen

fahmeneid geschworen, als ich zur Regierung fam; nach der gewaltigen Zeit meines Großvaters, daß, was an mir liegt, Bajonette und Kanonen zu ruhen hätten, daß aber Bajonette und Kanonen scharf und tüchtig erhalten werden müssten, damit Neid und Scheelsucht von außen uns an dem Ausbau unseres Gartens und unseres schönen Hauses im Inmern nicht stören. Ich habe mir gelobt, niemals nach einer öden Weltherrschaft zu streben. Was ist aus den so­genannten Weltreichen geworden? Alerander der Große, Napoleon I., alle die großen Kriegshelden, im Blute haben sie geschwommen und unterjochte Völker zurückgelassen, die bei erster Gelegenheit wieder aufgestanden sind und die Reiche zum Zerfall gebracht haben. Das Welt­reich, das ich mir geträumt habe, soll darin bestehen, daß vor allem das neu geschaffene Deutsche Reich von allen Seiten das absoluteste Vertrauen als ein ruhiger, ehrlicher, friedlicher Nachbar genießen soll, und daß, wenn man der­einfit vielleicht von einem deutschen Weltreich oder einer bohenzollern- Weltherrschaft in der Geschichte reden sollte, sie nicht auf Eroberungen durch das Schwert begründet sein soll, sondern durch gegenseitiges Vertrauen der nach gleichen Helen strebenden Nationen, kurz ausgedrückt, wie ein großer Dichter sagt: nach außen begrenzt, im Innern unbegrenzt."

nde waren sehr reich und danke Gott, daß ich hier in diesem Rathaus keinen Notschrei

perlen, spiraligen Finger fiven Bronzefchnalle, die jört hat, einem andern

ehung, einer Menge bon

nern, Zeilen von Pferde

nftlich zugejpist war und

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gen noch viele Bruchslide

Die Zeit, in der ich groß geworden bin, war trok des großen Kriegs für den seefahrenden Teil unserer Nation feine große und glorreiche. Auch hier habe ich die Konsequenzen deffen gezogen, was meine Vorfahren getan haben. Ich mehr auszustoßen habe, wie einst in Hamburg. Die Flotte schwimmt und sie wird gebaut, das Material an Menschen is vorhanden, Eifer und Geist derselbe, wie der, der die Of­fiziere der preußischen Armee bei Hohenfriedberg, König­grät und Sedan erfüllt hat, und mit jedem deutschen Kriegs­hiff, das den Stapel verläßt, ist eine Gewähr mehr für den Frieden auf der Erde gegeben. Ich habe hier die Alten und die Jungen nebeneinander stehen sehen; die Mitkämpfer

Weffer und Splitter bon und Mittäter unter den beiden großen Heroen, deren Stand­rn, daß an diesem Orte bilder in dieser Stadt stehen, und vor ihnen die Jugend, 11. Von den hölzerne die in das neue Reich und seine Aufgaben hineinwachsen soll. seidnet abgedrehte as werden ihre Aufgaben sein? Stetig auszubauen, ermutlich bei den alte am: deutschen Vaterland, wie es ist, nicht nach Unmöglichem

Auimerfiamfeit. Auch

Römer unter Cajar al

Streit, Haß, Zwietracht und Neid zu meiden, sich zu erfreuen

zu streben. sich der feiten Ueberzeugung hinzugeben, daß

unser Herrgott sich niemals eine so große Mühe mit unserm deutschen Vaterland und seinem Volk gegeben hätte, wenn er uns nicht noch Großes vorbehalten hätte. Wir sind das Salz der Erde, aber wir müssen dessen auch würdig sein. Darum muß unsere Jugend lernen, zu entsagen und sich zu versagen, was nicht gut tut für sie, fernzuhalten, was von fremden Völkern eingeschleppt ist, und Sitte, Zucht und Ordnung, Ehrfurcht und Religiosität zu bewahren. Ich bin fest überzeugt, daß meine Worte hier in Bremen auf guten Boden fallen werden. Von Herzen wünsche ich, daß der goldne Frieden, der bisher mit Gottes Hilfe erhalten wor­den ist, uns weiter erhalten bleiben wird."

Die gesteigerte Betonung des Friedenswillens unseres Kaisers wird in der ganzen Welt gehört und beachtet wer­den. Man wird im fernen Osten diese Worte vernehmen, die ganz dazu angetan sind, die Neigung zum Friedensschluß zu wecken und zu stärken. Man wird aber auch bei unseren westlichen Nachbarn nicht umhin können, den kaiserlichen Worten große Bedeutung beizumessen zunächst vielleicht im Hinblick auf die Marokko- Frage, die durch den angekün­digten Besuch des Kaisers in Tanger besondere Aktualität gewonnen hat sodann aber auch hinsichtlich der euro­päischen Gesamtpolitik, die infolge der jüngsten Ereignisse in Ostasien notwendig eine andere Gestalt annehmen muß.

Der Krieg in Oftalien.

Immer weiter geht der russische Rückzug dem Norden entgegen und unaufhörlich drängen noch immer die Japaner nach. Während noch am 22. März in Petersburg behauptet wurde, daß Kayuan noch nicht in japanischen Händen sei, fonnte Marschall Oyama bereits am nächsten Tage berichten, daß

die japanische Verfolgung

schon weit über diesen Punkt hinaus vorgedrungen ist. Das betreffende Telegramm lautet:

Die japanischen Truppen, welche den Feind verfolgen, sind am 21. d. M. in Chantun, zwanzig Meilen nördlich bon Kayuan eingezogen. Die starken feindlichen Abtei­lungen ziehen sich in Unordnung nach Nordosten, längs der Eisenbahn, zurück.

Ueber die Lage in dem von den Verfolgten und Verfol­gern durchzogenen Gebiet werden aus Petersburg die fol­genden interessanten Mitteilungen verbreitet.

Panik unter der chinesischen Bevölkerung.

Der Rückzug der Russen nach Norden hat unter der friedlichen Bevölkerung, die auf den Sieg der russischen Armee gehofft hatte und jetzt mit Weibern und Kindern in die Berge flüchtet, eine Panik hervorgerufen. Beim Durch­zug der Russen durch die chinesischen Städte schließen die Einwohner die Türen, ziehen aber mit festlich gekleideten Frauen und Kindern den Japanern entgegen. Die Japaner setzen die harte Behandlung der Chinesen fort und wenden dieselben Strafen an, wie früher in Fönghwangtscheng, Liaujang und Inkou; selbst Chinesen, die bloß verdächtig sind, daß die Russen in irgendwelchen freundlichen Beziehun­gen zu ihnen stehen, werden gemartert. Nach Norden ge­flüchtete Chinesen sind gefoltert, ein Ueberseker ist hinge­richtet worden. Kaufleuten, welche russisches Geld besitzen, werden die Hände abgehauen; selbst Beamte, welche mit den Russen dienstlichen Verkehr hatten, werden nicht geschont. Der erste Gouverneur von Liaujang, Sian, wird in Hai­tscheng gefangen gehalten; der zweite, Tscheng, ist gefoltert und nach Port Arthur verbannt worden; seine Familie ist gleichfalls gefoltert, der Diener hingerichtet worden. Der chinesische Oberst Dshao ist mit seinem Neffen in Inkou hin­gerichtet worden, weil er früher mit den Russen verkehrte; der chinesische Offizier Shu ist auf den bloßen Verdacht hin, mit den Russen Beziehungen unterhalten zu haben, ohne ge­richtliche Untersuchung mit dem Tode bestraft worden. Die Chinesen, die Rache der Japaner fürchtend, wagen nicht, den Russen Lebensmittel zu verkaufen.

Die Politik.

Der bevorstehende Vesua) Kaiser Wilhelms hat in Tanger ganz eigenes Leben hervorgerufen. elbst die legmatischen Wiauren legen eine Begeisterung an den Tag, die ihnen sonst fremd ist. Die Stadt Tanger wird dem Besuch des Kaisers eine dauernde Verbesserung verdanken: die Hauptstraße erhält die Neupflasterung, deren sie schon lange bedarf. Die Behörden wollten anfänglich eine Art Beleidigung darin sehen, daß die europäischen Einwohner, vornehmlich die englischen und spanischen, besondere Be­grüßungsvorkehrungen trafen, und beruhigten sich erst auf die Versicherung, daß keine andere Absicht vorliege, als der Freude über den hohen Besuch Ausdruck zu geben.

Anfang April, vielleicht schon Ende dieses Monats trifft das bei Ausbruch des Hereroaufstandes ausgesandte, aus den Seebataillonen gebildete Marine- Expeditionskorps aus Deutsch- Südwestafrika in Wilhelm haven wieder ein. Am 6. März ist der Wörmann- Dampfer Lulu Bohlen" mit 10 Offizieren und 300 Mann aus Swakopmund abgegangen,

am 21. März ist ihm der Dampfer Ernst Wörmann" mit 17 Offizieren und 220 Mann gefolgt.

Oefterreich- Ungarn.

A Die vereinigte Opposition des ungarischen Abgeord. netenhauses kann nicht selbst regieren und will feine andere Regierung zulassen. Dringt sie durch, so steht die Staats. maschine eine Weile still. Lange läßt sich das nicht durch­halten. Vielleicht macht ein Geschäftsminister( Graf Khuen­Hejervary?) den Versuch, in Neuwahlen die Opposition zu sprengen und die alte Mehrheit wiederherzustellen.

frankreich.

Die Trennung von Kirche und Staat, die in Frantreich im Werke ist, hat in Algier die unerfreulichsten Folgen ge­habt. Der Erzbischof von Algier hat dem Kultusminister in Paris vorgestellt, daß die Beseitigung des Kultusbudgets die fast vollständige Aufhebung des katholischen Gottes­dienstes in Algier nach sich ziehe. Der mohammedanische Kultus werde durch die Neuerung nicht getroffen, und die religiös Gleichgültigen würden bald sehen, daß es mehr Vor­teil biete, Mohammedaner zu sein als Cristen, und die Ein­geborenen würden erstaunt fragen, warum Frankreich die Lehrer des Gottesgesetzes so unfreundlich behandle.

Russland.

Wie uns aus Petersburg berichtet wird, hat dort die Nachricht von der Aufnahme einer inneren Anleihe, die den Banken gegenüber kaum etwas anderes als eine Zwangs­anleihe sein würde, eine förmliche Panik hervorgerufen. Bewahrheitet sich die Nachricht, so wäre offenbar, daß Ruß­lands Barmittel erschöpft sind. Trotzdem scheint die Groß­fürstenpartei noch immer die Richtung der Politik zu bestim­men. Gewaltmaßregeln, wohin man hört: In Warschau hat man 128 ältere Schüler des Gymnasiums der Vorstadt Braga verhaftet, die jüngere Schüler aus dem Unterricht berwiesen. In Lodz hat man eine große Anzahl von Aerzten und Advokaten verhaftet, die für politisch verdächtig galten. Bei einzelnen von ihnen sind auch Proklamationen und son­stige aufrührerische Schriften gefunden worden. In Kutno, Gouvernement Warschau, hat die bloße Meldung, daß auf der Chaussee bei dem Gute Lanenti 140 Bauern mit Frauen und Kindern versammelt wären, den Chef der Landwache bestimmt, mit einer Kompagnie Soldaten auf die Leute los­zugehen und, obwohl sie sich ruhig verhielten, auf sie zu feuern. Ergebnis: 9 Tote, 43 Verwundete. Das ist der amtliche Bericht, nicht etwa ein Gerücht!- Dagegen ist es nur ein Gerücht, daß in Petersburg selbst vor dem Palast des Großfürsten Aleris( auf dem Newskiprospekt) ein Mann verhaftet wurde, der mit einem großen Packet sich in das Palais einschleichen wollte, und daß das Packet eine Bombe enthielt. Man vermutet jetzt in jedem Packet, in jedem Blumenstrauß eine Bombe.

Balkan- Staaten.

O Die merkwürdige und zweideutige Haltung Bulgariens in der mazedonischen Frage, seine kaum noch verhehlte Unter­stübung des Bandenwesens, hat Anlaß zu einer freundlich­nachdrücklichen Vermahnung an die Adresse des Fürsten Ferdinand gegeben. Dieser ist bedeutet worden, daß er eine forrefte Haltung in der mazedonischen Frage einnehmen möge. Jürst Ferdinand, der immer außer Landes ist, wenn sich in Bulgarien eine schwere Unregelmäßigkeit vor­bereitet, hat seinen Ministerpräsidenten nach Mentone be­rufen, um ihn für die auswärtige Politik mit entsprechenden Direktiven zu versehen. Konsularberichte aus Mazedonien sagen, daß in furzem ein allgemeiner Aufstand zu erwarten sei, den bulgarische Banden organisieren. Selbstverständ­lich arbeitet die Türkei diesen Banden entgegen. Wahr­scheinlich wird die bulgarische Regierung deswegen laute Klagen über die feindliche Politik der Pforte" erheben. Die Mächte sind aber genau darüber informiert, daß die Türkei friedfertig ist, und daß alle Störungen von Bulgarien aus­gehen.

Afrika.

Der Viz gouverneur des Kongostaats, Costermans, hat Selbstmord verübt. Das würde unter allen Umständen großes Aufsehen erregt haben; es erregt besonders Aufsehen jetzt, da über angebliche oder wirkliche schwere Mißstände im Kongostaat Untersuchungen angestellt worden sind, die auf die Beamten des Kongostaats ein sehr übles Licht gewor­fen haben sollen. Selbstverständlich wird der Selbstmord mit jener Untersuchung in Zusammenhang gebracht. Ebenso selbstverständlich ist, daß die Verwaltung des Kongostaats das bestreitet.

Amerika.

* Präsident Morales erbittet dringend für Santo Do mingo den Schutz der Vereinigten Staaten. Er gibt be­fannt, daß er außer stande sei, die Anforderungen der Staatsgläubiger zu befriedigen und gleichzeitig die Kosten für die Staatsverwaltung zu decken. Es handelt sich dabei um verhältnismäßig geringfügige Summen. Belgien ver langt die aus einigen Häfen eingehenden Zollgelder in Höhe von 24 000 Dollars monatlich. Präsident Morales hat auf dieses Verlangen gar nicht geantwortet. Er hat nur die einzige Hoffnung, daß die Regierung der Vereinigten Staaten ihm die Gewährung einer Stundung von seiten der fremden Gläubiger erwirkt. Domingo könne Zahlung nicht Teiſten.