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Die Haltung des Militärs

den Aufständischen gegenüber hat sich im allgemeinen streng rach den Befehlen der Vorgesetzten gerichtet. Es wurde " Feuer" kommandiert, und der Soldat schoß, der eisernen Disziplin gehorchend, wenn auch schweren Herzens, auf die dichtgedrängte Masse, in der sich sein Vater, seine Mutter, seine Geschwister, seine besten Freunde befinden konnten. An einigen Stellen allerdings überwog in den Soldaten das Ge. fühl der Zugehörigkeit zum Volke, auf das sie die furchtbare Feuerwaffe richten sollten, über den militärischen Gehorsam und sie ließen auf die flehenden Rufe: Schießt nicht auf eure Brüder!" die schon erhobene Mündung wieder sinken. Doch waren das nur vereinzelte Regungen. Die Truppe als Großes und Ganzes gehorchte willen los dem Kommando. wort ihrer Führer. Die einzige Ausnahme davon soll die Marine- Infanterie gebildet haben, die sich durchweg ent­schlossen geweigert habe, gegen die Arbeiter zu marschieren. Sie soll wegen dieser unzuverlässigen Haltung in ihrer Ka­serne von anderen Truppen umzingelt gehalten werden. Die Arbeiter selbst haben nicht geglaubt, daß das Militär sich dazu verstehen würde, auf sie zu schießen. In allen Ver­sammlungen wurde mit Zuversicht betont, daß der russische Soldat gegen seine arbeitenden Brüder nicht vorgehen werde. In diesem beklagenswerten Irrtum befangen, drängte die Menge, trotz der Aufforderungen, auseinanderzugehen, blindlings nach vorwärts, bis die scharfen Salben ihnen in blutiger Schrift den Beweis vom Gegenteil gaben.

Revolutionäre Priefter.

lassen, daß der ganze Winterpalast, die Residenz des Baren, in die Luft geflogen sei.

Was in dieser Ware von den Händlern auf den Berliner Straßen als hochwillkommene Gabe kolportiert wird, daran darf dann auch das Publikum in der Provinz teilnehmen. Denn alsbald bemächtigen sich gewisse Telegraphen- Aaen­turen des Stoffes und blitzen die erschrecklichen Ausgeburten der Phantasie dieser Augenzeugen" hinaus in die Welt.

Wenn die Ereignisse sich hernach wesentlich anders an­sehen, dann sind schon wieder neue Sensationen im Gange, die vergessen lassen, was an Uebertreibungen dem Publikum aufgetischt ist.

Die Ziele der ruffifchen Revolution.

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Handelsministers am Freitag, habe man die Hoffnung ver­lieren müssen, daß überhaupt eine Verständigung zustande komme, und auch am Sonnabend habe Herr Möller, nicht das gesagt, was man erwarten mußte, daß nämlich durch Gesetz der Achtstundentag infl. Seilfahrt eingeführt und das Wagennullen verboten werden solle. Der Redner verbreitete sich dann über die Lage im Streifrevier; die Ausständigen verhielten sich durchaus ruhig, und es sei notwendiger, Schuy für die Streifenden, als für die Arbeitswilligen zu fordern. Es müsse dafür gesorgt werden, daß nicht die Ruhe durch die Maßnahmen der Behörden gestört werde. Zum Schluß gab es noch eine kleine Ueberraschung. Trotz der Erklärung der Konservativen, daß sie sich an der Debatte nicht beteiligen würden, ergriff in ihrem Namen Abg. v. Heydebrand das Wort. Er erklärte, daß seine Parteifreunde bei ihrer Beurteilung des Kontraktbruches bleiben müßten, daß fie aber wohl anerkennten, wie die Arbeiter sich durch mannig­fache Mißstände beschwert fühlen könnten und daß sie gern bereit wären, an der Abstellung mitzuwirken, sobald die Hin­dernisse fortgeschafft seien. Das Haus vertagte sodann die Weiterbesprechung auf unbestimmte Zeit. Morgen steht die Interpellation Büsing wegen der mecklenburgischen Ver­fassungsfrage auf der Tagesordnung.

Nab und fern.

Ein reicher Ordenssegen hat sich am 18. Januar über das Land ergossen. Es wurden im ganzen 2903 Orden und Ehrenzeichen verliehen, und zwar der Rote Adlerorden in seinen verschiedenen Abstufungen 1101mal, darunter der Rote Adlerorden 4. Klasse allein 918mal, der Kronenorden in seinen Abstufungen 700mal, darunter der Kronenorden 3. Klasse 303- und der 4. Klasse 217mal, der königliche Haus­orden von Hohenzollern 39mal, das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens 120. und das Allgemeine Ehrenzeichen 943mal.

Die gegenwärtige politische Lage Rußlands ist gekenn zeichnet durch die Tatsache, daß die konstitutionellen Forde rungen nicht mehr allein von den Gebildeten des Landes vertreten werden, sondern auch an die Masse der proleta rischen Bevölkerung übergegangen sind. Die politischen Agi­tatoren haben auch in Rußland erkannt, welch ein guter Boden für die politische Aussaat die von einem einheitlichen Klasseninteresse beherrschte Arbeiterschaft ist. Dadurch daß man die wirtschaftlichen und sozialen Forderungen d. Ar­beiter mit der politischen Forderung der Einführung konsti­tutioneller Verfassungszustände verknüpfte, sind erst die Bataillone der Revolution aus der Erde gestampft worden. Die gebildeten Kreise kämpften vereinzelt und gegen ein­zelne Personen. Die nihilistischen Attentate sind die äußeren Erscheinungen dieses Einzelkampfes. Das Stadium des einzelnen politischen Verbrechens ist aber jetzt überwunden durch die viel gefährlichere Erregung breiter Volksmassen. Nichts ist charakteristischer für den Geist der neueren Be­wegung als die Führung der Massen durch einen Priester, der mit dem Kreuz in der Hand den Scharen voranschreitet, um dem Zaren durch einen tausendstimmigen Chor die Wünsche des Volkes vernehmbar zu machen, die er nicht hört, weil das herrschende Regierungssystem zwischen ihm und dem Volke steht. Die jetzige Situation hat sehr viel Aehnlichkeit mit dem Beginn der Julirevolution, in Frank­reich. Damals hat ebenfalls das herrschende System mit seiner Willkür, mit seinem feinen Bestechungssystem und mit seinen konstitutionellen Halbheiten den Ausbruch der Revo­lution verschuldet. Insbesondere war es ein Vorgang, der äußerlich in einem sehr losen Zusammenhang zu der Revo­lution steht und dennoch wie ein Blitzstrahr ins Bulverfaß wirfte. Der Herzog von Cräslin hatte seine hochsinnige Ge­mahlin ermordet; er wurde gefangen gesezt und tötete sich im Gefängnis selbst. Das erregte Publikum vermutete da­hinter eine Beihilfe der Regierung, die es vermeiden wolle, daß durch die Verurteilung und Hinrichtung eines Herzogs die Gleichheit der Stände vor dem Gesetz augenfällig dar­getan werde. Dieser Fall war die Agitationswaffe in der Hand der Revolutionäre, wie augenblicklich in Rußland die straflos gebliebene Korruption im Heere und die Gewalt­taten der Beamtenschaft den Wühlstoff nicht ausgehen lassen. Wenn sich das Zarentum nicht bald und nicht hochherzig zu Konzessionen an das Volk entschließt, werden die Peters­burger Vorgänge bald auch anderswo sich wiederholen, und die Zentren werden nicht allein die großen Städte des Reiches, sondern auch der Revolutionsherd an der russischen Westgrenze bilden. Es ist eine ernste Zeit für Rußland.

St. Petersburg, 23. Januar. Die merkwürdige Tatsache, daß die jetzige revolutionäre Bewegung in Rußland durch Priester geleitet wird-- außer Gapon nahm sich bereits vor Monaten ein anderer Geist­licher namens Patrom mit Feuereifer der liberalen Forde­rungen an findet ihre Erklärung in einem bedeutungs­bollen Schritt, den der Vorsitzende des heiligen Synod, Pob jedonoszew seiner Zeit getan hat. In der Absicht, der libe­ralen Hydra den Kopf zu zertreten, mit dem Erfolge, ihr neue gefährliche Kräfte zuzuführen. Die russischen Geistlichen haben das Recht, ihre Söhne kostenfrei in die Priestersemi­nare zu geben. Diese Seminare hatten bis vor etwa fünfzehn Jahren die Befugnis, Reifezeugnisse gleich den Gymnasien auszustellen, so daß die Zöglinge nach Absolvierung der Seminarkurse zu den Universitäten übergehen und eine Berufswahl nach Neigung und Fähigkeit treffen konnten. Die Folge war, daß viele und meist die begabteren Semina risten andere Berufe als den des Priesterstandes wählten und daß Pobjedonoszew somit nur gleichsam den Ausschuß" übrig behielt. Dies paßte ihm selbstverständlich nicht, und so nahm er den Priesterseminaren das Recht, für die Univer­sität vorzubreiten. Wer die Seminare besucht, mußte Priester werden. Auf diese Weise ist die Geistlichkeit jetzt mit einer Fülle von Elementen behaftet, die sich in dem aufge­zwungenen Berufe äußerst unzufrieden fühlen und die ihren Unmut in liberalen Ansichten und Forderungen entladen. Es sind das Verhältnisse, für die man wohl nir­gends in Europa ein Beispiel finden wird. Die eigentümlichen Bedingungen erklären den sonst gar nicht zu begreifenden Umstand, daß die revolutionäre Bewegung hierzulande mit von Geistlichen getragen wird. Bei dieser Gelegenheit mag noch darauf hingewiesen werden, daß bei der großen Revolution in Frankreich 1789 es eben­falls ein Geistlicher, der Abbé Sienès, war, der zuerst die ,, Lehre von den Menschenrechten" in Schrift und Wort ver­fündigte. Damals machten diese Lehren, die den ganzen europäischen Kontinent mit Sturmesdrang durcheilten, an den ehernen Pforten des russischen Zarismus Halt. Jetzt pocht von neuem die Hand eines Priesters, diesmal eines ein­geborenen Russen, an die Tore des Winterpalais, Eingang heischend für das neue Evangelium.

Dieser, Gapon mit Namen, lenkt die Blicke der ganzen zibilisierten Welt auf sich. Gapon ist der Sohn eines wohl­habenden Mushiks( Bauern) und weihte sich auf Wunsch sei­nes Vaters dem Priesterstande. Auf dem Seminar beschäf­figte sich Gapon nicht allein mit geistlichen, sondern auch mit Sozialen Fragen! So gründete er noch als Seminarist einen Klub, für den er mehrere tausend Metallarbeiter und Mecha­nifer anwarb Gapon ist sehr religiös und sehr anspruchs­los. Der offiziellen Geistlichkeit ist er längst mißliebig; vor bier Jahren wurde der Bann über ihn verhängt, weil er für Tolstoi Partei genommen hatte. In der breiten Volks= schicht ist er sehr beliebt, die ihn das kleinrussische Bäterchen" nennt. Am Sonntag zog Gapon den Demonstranten voran, in der einen Hand das Kreuz, in der anderen die Vittschrift an den Zaren.

Blutige Sensationsmalerei.

Die Dolitik.

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Mutterherzen. Ueber einen tragischen Vorfall wird aus Belgrad gemeldet: Aus dem serbischen Dorfe Aleran­drovac gingen zwei Frauen mit ihren Kindern, einem zehn­jährigen Knaben und einem fünfzehnjährigen Mädchen, in ein benachbartes Dorf, um dort einen Besuch zu machen. In­folge schlechten Wetters kamen sie aber nur langsam vor­wärts, und so überraschte sie die Dunkelheit. Als Stürme und Schneegestöber losbrachen, verirrten sich die Frauen und waren nun den Unbilden des Wetters ausgesetzt. dieser Not gaben nun die Mütter ihren Kindern die großen warmen Tücher, die sie selbst trugen, um sie vor der Kälte zu schüßen. So mußten sie die Nacht im Freien verbringen. In der furchtbaren Kälte erfroren die beiden Mütter, ihre Kinder blieben am Leben, und als morgens Leute sie auf fanden, standen die Kinder an der Seite ihrer toten Mütter und schrien vor Angst, daß sie von Wölfen zerrissen werden könnten.

Die Lage im Ruhrgebiet verschärft sich von Tag zu Tag. Die Zahl der Streifenden nimmt zusehends zu. Nach der legten Aufstellung fehlten in den 18 Bergrevieren des Ober­bergamtsbezirks Dortmund von der Gesamtbelegschaft von 240 976 Mann der vom Ausstand betroffenen Zechen 195 071 gegen 193 438 vom 21. ds., mithin ist eine Zu­nahme von 1633 zu verzeichnen.

Während in Petersburg sich die ernstesten und ergreifendster Ereignisse abspielen, die möglicherweise den Gang der gan­zen nächsten Entwickelung bestimmen, sehen wir einen Teil der Presse am Werk, um aus den Vorgängen auf ihre Weise Kapital zu schlagen. Vor allem tut sich die Berliner Sen­sationspresse hervor, um in Berichten von Augenzeugen", denen man es auf den ersten Blick ansieht, daß sie weitab von der eisbedeckten Newa im behaglichen Redaktionsbureau angefertigt sind, die Sucht nach Nervenfibel bei ihren Lesern um jeden Preis zu befriedigen. Da wird im wohldurch­wärmten Zimmer die Phantasie künstlich erregt, und die Feder schreibt nicht mehr Tinte, sie schreibt Blut. In einem Stil, wie wir ihn in unserer Kindheit Tagen in den Ritter­und Räuber- Romanen mit Begierde suchten und mit grau­om Behagen fanden, wird da eine Serie telegraphischer Schreckensbilder" aus der Hauptstadt des Z3arentums ent­worfen, die in ihrer drastischen Darstellung auf Grund an geblich selbsterlebter Vorgänge" ihrem Zweck dienen, näm­lich der Sensationssucht fröhnen.

frankreich.

Die Beendigung der Ministerkrise durch die Bildung des Cabinets Rouvier ist gesichert. Rouvier hat das Mandat endgültig angenommen und dem Präsidenten Loubet davon Mitteilung gemacht. Er ist mit der Zusammensetzung des neuen Ministeriums beschäftigt. Die Presse verhält sich zu­nächst abwartend. Sowohl die uitraradifalen, wie die gemä­Bigten Blätter sind unzufrieden, letztere weil die Dissidenten befürchten, bei der Verteilung der Size nicht zu ihrem Rechte zu kommen.

Starr gefrorene Leichen von Frauen und Kindern sieht man auf dem vom Blut der Getroffenen rot gefärbten Schnee liegen. Entsett taumelt über sie der tapfere Berichterstatter dahin, als er mit eigener Lebensgefahr seines Amtes wal­tete und nebenbei junge Männer in Hausflure retten half, über die eine ganze Schar Kosakenpferde hinweggetrampelt war, während die Reiter mit ihrem Säbel auf das Opfer schlugen; zum Glück mit zu kurzem Schlage, damit der Gerettete seinem journalistischen Retter seine Eindrücke in die Feder diftieren fönne

Amerika.

Schwere Erdbeben in Griechenland. Mehrere Dörfer in der Umgegend von Aghia in Thessalien sind infolge von Erdbeben vollkommen zerstört. Die Beben dauern weiter an; andererseits bedroht das Anschwellen des Peneus den niedrig gelegenen Stadtteil von Larissa. Der strenge Winter macht die Lage ganz besonders schwierig.

Tages- Chronik. In Sewastopol stehen die großen Marine­depots in Brand.

Die Gewißheit, daß es zu einem Konflikt zwischen Amerika und Venezuela kommen werde, beginnt sich auch in Washington zu befestigen. Präsident Roosevelt ist entschlossen, die Gewaltpolitik Castros nicht zu dulden und sehr energische Maßregeln gegen ihn anzuwenden. Ein leichtes Spiel wer­den freilich die Amerikaner nicht haben, um Castro an den Leib zu kommen. Der aber gibt nur nach, wenn ihm die Bistole auf die Brust gesezt wird.

Bäche von Blut sieht man schaudernd durch die Straßen fließen, und immer stärker berauscht sich an diesen selbst ge­schaffenen Schreckensbildern die entfesselte Phantasie. Die einlaufende Mel ung, daß die Aufständischen sich in den Be­fit von Dynamit gesetzt haben, begeistert flugs den Sensa­tionsmaler, seinen Berichterstatter die Melduna machen zu

mer.

Deutfcher Reichstag.

In Paris wurde eine Dame im Omnibus überfallen und beraubt.

Hus dem Gerichtssaal.

§ Abermals: Ist Pofera" ein Glücksspiel? Die Magde­burger Straffammer hat diese Frage bejaht und einen Cafetier wegen Duldung dieses Spiels zu 40 Mark Straße berurteilt. Dieselbe Strafkammer erachtete auch das sog. Mauscheln" als Glücksspiel.

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§ Unschuldig verurteilt. Der Viehhändler Kirchstein und der Schlächter Scheuer aus Hagenom wurden im Jahre 1902 bom Lüneburger Schwurgericht wegen Meineids zu je vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Jezt hat einer der damaligen Belastungszeugen eingestanden, aus Rachsucht eine falsche Aussage gemacht zu haben. Die unschuldig Verurteilten wurden freigelassen.

Lokales.

24. Januar 1905.

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S Zu den Vermählungsfeierlich feiten des Großherzogs am 2. Februar wird, so schreibt man uns aus Darmstadt, die Ehren- Kompanie beim Eintreffen des Kaisers am Bahnhof durch eine Kompagnie der Infan terie- Leib- Garde Regts. Nr. 115 gestellt; die Ehren- Eskorte auf der Fahrt nach dem Schloß bildet eine fombinierte Schwadron des Leibdragoner- Regiments Nc. 24 Kommando des Herrn Rittmeister Ritter u. Edler v. Loesel. Beim Empfang der zukünftigen Großherzogin am Bahnhof wird eine Ehrentompagnie durch das Jafanterie­Regiment Nr. 117( Main 3), welches wahrscheinlich auch bald auf den Achselstücken die Abzeichen der neuen Inhaberin tragen wird, gebildet, während die Ehren- Estorte der Fahrt nach dem Schlosse eine tombinierte Schwadron des Garde- Dragoner- Regimentes Nr. 23 unter Befehl des Rittmeister Westerweller von Anthoni stellt.

( 125. Sitzung.) CB Berlin, 23. Januar. Bei der heute fortgesetzten Besprechung der Inter= pellation wegen des Bergarbeiterstreifs sprach zunächst der Pole Brejski für die Arbeiter; er meinte, die Vorgänge in Petersburg lehrten, daß die Ar­beiterbewegung nicht mißachtet werden dürfe. Der Abg. Freiherr Heyl von Hernsheim vertrat namens der großen Mehrheit der nationalliberalen Partei einen ganz anderen Standpunkt, als am Sonnabend der Abg. Dr. Beu­Er bedauerte zwar auch, daß die Arbeiter Kontrakt­bruch begangen hätten, sprach ihnen aber doch seine Sym­pathien aus und erklärte, daß Mißstände vorhanden wären, die beseitigt werden, daß vor allem das Wagennullen abge­schafft werden müßte. Sehr warm nahm sich der Arbeiter auch der Zentrumsführer Dr. Spahn an; er empfiehlt eine parlamentarische Enquete. Der antisemitische Abgeord­nete 3 immermann griff die Regierung und die So­zialdemokratie ,, mit ihren Juden" gleichmäßig scharf an. Das Großkapital sei stärker als der Staat; wenn die Kraft der goldenen Internationale nicht gebrochen werde, würde die rote triumphieren. Der sozialdemokratische Abg. Bömel­burg ist mit der Haltung der Regierung gleichfalls höchst unzufrieden, nach den Erklärungen des Kanzlers und des

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GH. St. Louis und seine Welt- Ausstellung. Glänzende Bilder rollten sich gestern Abend vor dem Be­schauer auf, der der Einladung des Kaufmännischen und Ortsgewerbe- Verein Gießen zum Vortrage über St. Louis uud seine Weltausstellung" nach Stein's Saalbau gefolgt war. Der Referent, Herr Cronau New York zerlegte seinen Vortrag sachgemäß in zwei Teile. In dem ersten schilderte er in fließender Wese die Verhältnisse und Geschichte Lousianas und oer Stadt St. Louis, während er sie uns im zweiten im Bilde dar­stellte. Mit großer Sachkenntnis lief der Referent alle Phasen der Entdeckung und Entwicklung dieses interessanten Fleckchens Erde durch von einem Fleckchen darf man eigentlich nicht reden, da auf Lousianas Gebieten Spanien,

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