38.
gen
reife
68. Oftober 195
gen Bäde
tigen Bäder: eorg Dern, Gr Enden
. Steinmüller Bitwe( Lang
ons.)
Heinrich Beber( hehe) B. Fabel Seed Fatob Appel, Kroj
rf.
Weigel Langs
18 u.& Stein Mer Gr. Lind. 25 rl Boft, Wiefed
3. Leir. Klein
inden
ouis Süßmuth Steinberg u. Georg Dern Gr- Linden 4 B. Steinmüller
we. Langaöns) 4 B. Fabel( Wiefed
3. Weigel, Lang ons JakobAppel, ofdorf, Heinrich eber Heuchelheim Steinmüller Br.- Lind.)
24
Nr. 224.
Zweites Blatt.
Jasertionspreis: Die einspaltige Petitzelle für ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzelle 30 refp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Selters weg 83. Fernsprechanschluß Nr. 362.
Samstag, den 23. September 1905.
Gießener
14. Jahrgang
Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Vfa., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Grattebeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Flatt ericheint an allen Werktagen nachmittags.
Neuelle Nachrichten
( Gießener Tageblatt)
Anabhängige Tageszeitung
( Gießener Zeifung)
für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen.
Wollen und Vollbringen.
[ Politische Wochenschau.]
Nationalliberalen mit aller Wahrscheinlichkeit wieder ala Sieger hervorgehen wird. Die Sozialdemokraten dürfen zum erstenmal seit den allgemeinen Wahlen einen Stimmen. zuwachs verzeichnen, den sie aber in der Hauptsache der Nach. wirkung des jüngsten Bergarbeiterstreifs zuzuschreiben haben, nicht ihrer eigenen propagandistischen Tätigkeit. Die Christlich- Sozialen fallen für die Hauptwahl aus.
Die Konferenz in Karlstad, die scheinbar unter schlimmen Auspizien begann, scheint zu gutem Ende zu kommen, zur friedlichen Auseinandersetzung zwischen Schwe den und Norwegen zu führen. Es waren im Grunde wohl mehr die Mienen gewesen, die auf beiden Seiten eine Er. bitterung zur Schau trugen, für die es an einem gerechten Anlaß fehlte und die man aufstecken zu müssen glaubte, weil man sonst leicht dazu gelangt wäre, die Notwendigkeit einer Trennung der Union überhaupt zu bezweifeln. Man hel in Norwegen die Trennung gewollt, und der Wille mußte statt des Grundes gelten. Man hat schließlich den Willen durchgesetzt, und nun bleibt abzuwarten, ob das vollbrachte Werk den Täter lobt.
Die ungarische Opposition ist vom Kaiser Franz Josef, der seine Leute kennt, wieder auf Wartegeld gesetzt worden. Das Abgeordnetenhaus ist bis zum 10. Oftober vertagt. Bis dahin wird die Opposition sich darein gefunden haben, den Grafen Julius Andrassy mit der Lei tung des Ministeriums betraut zu sehen. Sie muß sich den Grafen Julius Andrassy gefallen lassen, denn dieser gehört zur Mehrheit. In Wirklichkeit freilich ist es nur ein verärgerter Liberaler. Ein komisches Zwischenspiel mag ervähnt sein: Ein in der Schweiz lebender Professor Stein, der sich plötzlich auf sein Ungartum besann, machte den nairen Vorschlag, Kaiser Franz Josef solle mit der Oppoition das Abkommen treffen, daß die obwaltenden Streitragen bis nach seinem Tode vertagt werden. Der Profeffor mußte mit seiner gloriosen dee" vor den Toren der Hofburg kehrt machen. Der brave Mann ist ganz stolz Barauf, daß er etwas gewollt hat. Zum Vollbringen hat's
R
Wenn die politisch stillen Tage gekommen sind, in denen bie Weltgeschichte stillzustehen scheint, die Haupt- und Staatsaktionen ausseßen und die Parlamente feiern, dann chicken sich die Parteien und Verbände zur rednerischen Seerschau an, um sich selbst zu mustern, ihre Anhänger anzueuern, fünftige Taten vorzubereiten. Ob die Taten wirklich zur Reife gelangen, bleibt freilich in Frage. Doch schon die Rede hat einen Wert. Sie hat anregende Kraft, sie führt zur Ueberlegung, sie schärft das Urteil, läutert die Ansichten, hebt Einseitigkeit auf und bekämpft die Voreingenommenheit. Es ist am Ende ganz gut, daß nicht jeder Wille zur Tat wird, daß zwischen Vorsaz und Vollbringen sich die abwägende Erörterung stellt, die besserer Einsicht ben Weg bahnt. Die Kongresse, deren Mitglieder gar nicht berufen sind, positive Tätigkeit zu entfalten, weder Machthaber noch die Wortführer von Machthabern sind, arbeiten feineswegs vergeblich, auch wenn sie in ihren Zusammenfünften sich darauf beschränken, ihre gemeinschaftlichen Anfainingen, die durchaus nicht neu formuliert, neu begrünt zu sein brauchen, festzustellen und vor der Oeffentlichkeit darzulegen. Sie schaffen damit eine öffentliche Meinung, die zuletzt doch unwiderstehlich ist, und weisen sie in feste Bahnen. Der Arbeiterversicherungskongre in Wien hat nichts anzuordnen und nichts zu befehlen, und seine Reden sind gleichwohl nicht in den Wind gesprochen, werden für den Ausbau und nötigenfalls für die Korrektur der Sozialgesetzgebung in mehr als einem Lande fruchtbar sein, werden für eine internationale ArbeiterschutzGesetzgebung, wie sie Kaiser Wilhelm schon vor fünfzehn Sabren geplant hat, den Grund legen. Was damals der deutsche Kaiser ersonnen und in großen Umrissen gezeichnet hat, das ist nach und nach Gemeingut aller derer gewor den, die sozial zu denken verstehen. Kongresse wie der eben erwähnte sind es, die den sozialen Gedanken erstarken und greifbare Form annehmen, zu bestimmten gesetzgeberischen Vorschlägen sich verdichten lassen. Es gibt keine Instanz, die verschiedenen Staaten gleiche Einrichtungen und Gesetze borschreiben und für ihre Vorschriften sich Gehorsam ergoingen tönnte. Der Wille, der freie Wille aller Staaten muß zusammenkommen, und diesen Willen bereiten die Kongresse vor. Auch die Parteitage stehen im Dienste fünfHigen Vollbringens. Ihre aufklärende Arbeit darf der den Parteien Fernstehende ebenso wie der Zugehörige anerkennen. Sie sind fruchtbar, selbst wo sie die Ueberzeugung nicht schaffen und nicht bestärken, die sie zu schaffen und zu bestärken beabsichtigen. Der sozialdemokratische Parteitag in ena zeigt in seinem ruhigen Verlauf, daß die ärgerlichen Lärmszenen des vorlegten, Dresdner, Teges nicht ohne erzieherische Wirkung geblieben sind. Das persönliche Gezänk ist in die Heimlichkeit der verschwiegenen Kommissionssikungen verwiesen, wo es still zum Austrag gebracht wird. Das ist um so bemerkenswerter, als es an Aufreizungen zum Gegenteil nicht gefehlt hat. Nicht minder bemerkenswert ist, daß der diesmalige sozialdemokratische Parteitag die sonst bei ihm so beliebten wissenschaftlichen" Erörterungen unterlassen hat. Bisher hat gerade diese Partei noch jede große Zusammenkunft für die geeignetste Gelegenheit gehalten, das ganze Gebäude ihrer Weltanschauung einer Revision zu unterziehen, hier zu be= tätigen, dort zu verwerfen, wobei es an ausgiebigster Entfaltung der berühmten Gelehrtengrobheit" in der Regel nicht fehlte. Der christlich- soziale Parteitag in Essen ist seinen sanfteren Gepflogenheiten treu geblieben. Auf beiden Tagen ist die Probe darauf gemacht worden, daß die Festigkeit einer Ueberzeugung nicht einzig in der Derb. heit ihres Ausdruckes den gerechten Maßstab findet. Für beide Tage war auch der Ausfall der Reichstagsersazwahl in Essen Anlaß zur Selbsteinkehr. Es kommt, wie im Jahre 1903, zur Stichwahl zwischen dem sozialdemokratischen und dem Zentrumskandidaten, aus der dieser mit Hilfe der
Rarl Post, Biefed B. Lein Klein Binden Georg Dern St Linden W.Steinmüller W. Weigel, Lang Gönd, Stein müller Gr. Lindes Heinrich Webe Seuchelheim
B. Lein Klei Enden Duis Süßmuth Steinberg
Carl Spo teistirche Dern Grinden
Wiefed,
Rarl Trautman 2. Steinmülla Gr- Linden)
Steinmüller We anggone, Seinrid eber, Heuchel
im, W. Weize
ang- Göns, Rar Soft Wiesed, Ra Spamer Reis firchen, Guitar Jacoby, A.- Bufed
J. Appel, Kro
W. Lein, Ri
Linden
bei Louis Süßmu
Steinberg
W. Fabel und
Karl Boft, Wiefed
Karl Trautmann Guftab Jacoby
Wiefed,
Alten- Bufed Ferb Beiß, Grü
ningen
Jafob Appel,
Borf
Karl Spamer
Reiskirchen, Wil Schimmel Ringenb Mühle und Jal Appel, Krofdorf Ferdinand Wei Grüningen W. Lein, Klein
Linden
Heinrich Weber
Heuchelheim Brotberläufer
Breife, wie bei en 23. Geptbr. 190
Sidern
Polizeiamt Glegen.
Herberg.
Jagdpatronen
Hülsen Schrot Pulver etc.
empfehlen
Brüder Schmidt
Gießen.
Strickmaschinen
find das beste Erwerbsmittel. Auch auf Teilzahlung. Juustrierter Brachtkatalog aeg. 30 Bfg. Briefm. V. Kirsch, Döbeln.
Der Friedensfongreß in Luzern, der Freunde aus aller Welt vereinigt hat, erfreut sich allgemeiner Sympathien. Man weiß, daß seine Teilnehmer ehrlich wollen, was sie als das Ziel ihres Strebens ausgeben: den allgemeinen Frieden, die Verhütung des Krieges und seiner Schrecken. Die zweite Friedenskon= ferenz im Haag, die Präsident Roosevelt und Zar Nikolaus wetteifernd planen, darf auf gleiche Anerkennung nicht rechnen. Weder dem weiland Reiterobersten in dem Kriege Amerikas gegen Spanien noch dem Urheber des Krieges in Ostasien glaubt man die Friedseligkeit. Wer selbst den Frieden gebrochen hat, ist zum Friedenspropheten wenig taug lich. Was das Wort verheißen und was die Tat vollbracht hat, steht hier in allzu schroffem Widerspruch miteinander.
-
Eine amerikanische Referve- Armee,
-
- Die Vermehrung des Militärs in den Unionstaaten. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika wollen zu ihrem wirtschaftlichen und politischen Aufschwung auch eine Vermehrung des waffenfähigen Nationalheeres fügen. Unter dem Regiment des tatenfreudigen Präsidenten Roosevelt, bei dem der imperialistische Gedanke üppig in die Blüte geschossen ist, kann das nicht weiter Wunder nehmen. Eine andere Frage ist es, ob die Volksvertretung für die weitgehenden Pläne zu haben ist.
Vor kurzem ist ein Generalstab als neue Einrichtung ins Leben gerufen worden. Seine eigentliche Aufgabe besteht verläufig darin, Pläne für die Aufbringung einer großen Reservemacht auszuarbeiten. Die Armee der Vereinigten Staaten ist jetzt so organisiert, daß der gegenwärtige Bestand im Notfalle sofort vergrößert werden könnte, bis er die Kriegsstärke von 100 000 Mann erreicht. Sollte aber die Armee auf ihre volle Kriegsstärke gebracht werden, dann bestände die Hauptschwieriafeit darin, die nötigen 40 000
STOLLWERCK
Mann überhaupt erst aufzutreiben und sie in kurzer Zeit so einzuererzieren, daß sie den Gefechtswert der Gesamtarmee nicht beeinträchtigen würden. Um diese Schwierigfeit zu heben, soll der Bundesfongreß ersucht werden, die Organisierung einer regulären Reserve zu verfügen, welche sich aus 40 000 Mann zusammensezen soll, die einen ehrenvollen Abschied aus der Bundesarmee erhalten haben, und diesen Reservisten, die sich für eine Mobilmachung in Bereitschaft zu halten hätten, soll eine Summe monatlich ausgezahlt werden, um sie in beständiger Berührung mit der Militärbehörde zu halten. Ein solches Projekt, hofft man, werde kaum eine ernsthafte Kritik herausfordern und sicherlich nicht die Furcht vor dem Militarismus rechtfertigen. Nicht so sicher fühlt sich die Regierung in bezug auf die weiteren Pläne des Generalstabes. Außer der regulären Bundesarmee von 60 000 Mann und der regulären Reserve von 40 000 geschulten Soldaten beabsichtigt man, eine lediglich dem Rufe des Kongresses unterstehende Nationalreserve von 100 000 Mann zu organisieren, die aus Bürgern besteht, die nicht Soldaten waren, wohl aber den Militärdienst bis zu einem gewissen Grade als Freiwillige in der Miliz oder in sogenannten militärischen Akademien kennen gelernt haben. Wenn dann diese organisierte Miliz der auf diese Weise dem Bundespräsidenten und dem Kongresse unterstellten Streitmacht hinzugefügt würde, stände den Vereinigten Staaten Nordamerikas eine dienstfähige Macht von wenigstens 250 000 Mann zur Verfügung. Man ist überzeugt, daß ein solches System in ganz bedeutendem Maße zur Leistungsfähigkeit des militärischen Apparats der Vereinigten Staaten zu verhältnismäßig geringen Kosten für das Land beitragen würde.
Es wird sich darum handeln, was der Kongreß zu allen diesen Plänen sagen wird. Bei der angeblichen Stimmung im Lande ist möglicherweise nur geringer Widerstand zu erwarten. Für die europäischen Mächte, denen die Monroedoktrin schon Kopfschmerzen genug gemacht hat, ist die Absicht der Heeresvermehrung nur eine weitere Bekräftigung des Bestrebens der Vereinigten Staaten, die Omnipotenz für den aanzen amerikanischen Weltteil zu eringen.
Vermischtes.
Erst Schauspieler, dann Droschkenfutscher. Der Schauspieler Abelard in Paris, der an 20 000 Mark jährlich verdiente, hat seinen einträglichen Beruf aufgegeben und ist Droschkenfutscher geworden. Das tat er, um seine von ihm geschiedene Frau zu ärgern, die überall, wo er auch war, seine Gage pfändete. Die einzige Beschäftigung, in der seine Frau machtlos gegen ihn ist, ist die eines Droschkenfutschers, da er kein Gehalt bezieht und für die Droschke bezahlen muß. Der ehemalige Schauspieler erklärt, daß er sich ganz glücklich fühle und sein gutes Auskommen habe.
-
Ein Conpletsänger als Parlamentsabgeordneter. In Irland ist vor furzem Robert Jasper Martin gestorben. Er war gleich bekannt als Politiker, wie als Coupletdichter und Sänger und erfreute sich im englischen Unterhause seines guten Humors wegen allgemeiner Beliebtheit. Martin war der Verfasser des„ Ballyhooly" genannten Couplets, das in der gesamten englisch sprechenden Welt zu einer gleichen Bopularität gelangte, wie das berühmte Schunkellied in Deutschland.
Frauen- Emanzipation in China. Auch in das Land der Zopfträger greift das Bestreben der Frauen nach eigener Betätigung über. Während früher der Chinese seine Frau sorgsam behütete und vor jedem Verkehr mit anderen Männern bewahrte, konnte man vor einiger Zeit in Schanghai sogar Chinesinnen in einer öffentlichen Volksversammlung erblicken. Die chinesischen Frauen fangen an englisch und japanisch zu sprechen, Klavier zu spielen, europäische Theater zu besuchen. Es regt sich in China in allen Schichten. Man will etwas neues sehen, lernen und genießen.
=
Zweimal jährlich ein erlaubter Rausch! Ein merkwürdiges Gesetz besteht im amerifonischen Staate Massachusetts.
SCHOKOLADE KAKAO
Unentbehrlich für jeden
Landwirt!
Rat und Hülfe
bei eintretenden Krankheiten des landwirtschaftlichen Viehbestandes
sowie
Belehrung ü. Ankauf u. Zucht
340 Seiten starf
-
Preis 2 Mk.
Probeerempl. g. Mr. 1.20 fr. Buchhandlg. C. Hundt, Bad Wildungen. Schöne möbl. Zimmer mit oder ohne Pension zu verm. Gießen, Bismarckstraße 17.


