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Bersammlung der Kutscher wurde beschlossen, den Ausstant in verstärktem Umfange fortzusetzen. Zu einem bedauer­lichen Vorfall kam es in der Nacht auf Montag. Der Schankfellner eines Wirtshauses erschoß einen schwarzen Lastfuhrwerkslutscher, der der Union nicht angehörte. Er selost wurde darauf durch einen Negerpolizisten tödlich ver­mundet. Eine etwa 1000 Köpfe zählende Volksmenge zer­störte die Einrichtung des Lokales, in das der Schuhmann fich geflüchtet hatte.

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Hef und Gefellschaft,

Die Abreise des Kaiserpaares von Wiesbaden ist auf­geschoben, weil die Kaiserin am Sonntag Nachmittag einen Unfall erlitt. Sie strauchelte beim Bassieren einer Treppe im Wiesbadener Schlosse dadurch, daß sie mit einem Fuße sich in der Kleiderfalte verwickelte. Die Kaiserin schlug mit der linken Stirnseite an ein Eisenrohr und zog sich eine Quetschung zu, die zunächst eine starke Blutung verursachte, indessen ganz unbedenklich ist. Der Kaiser er­schien abends im Theater und wohnte dem letzten Festspiel­abend bei, der das Ballet Coppelia" und Benedix' Lustspiel ,, Die Dienstboten" brachte.

Präsident Loubets Geschenk

( Eig. Bericht.)

zur Kronprinzen- Hochzeit.

Ludwigslust, 22. Mai. Das sonst so stille Ludwigslust ist zurzeit der Mittel­hunft für das ganze Mecklenburger Land geworden. Dort vericbt die Braut des deutschen Kronprinzen die lezten Tage vor ihrer Bermählung, und hohe Gäste sind gekommen, dem jungen Fürstenkinde Liebe und Anhänglid cit zu erweisen.

Inmitten der Verwandten genießt die Herzogin Cäcilie, die künftige deutsche Kaiserin, die ersten jener Ehrungen, wie sie ihrer warten, nachdem sie aus der Stille ihres Prin­zessinnen- Lebens herausgetreten ist. Und eine merkivürdige Fügung: der Abgesandte des Oberhauptes der französischen Nation ist es, der sich als erster einstellt, der Braut des deut­schen Kronprinzen die Huldigung darzubringen. Von Ver­lin war der französische Botschafter Bihourd in Begleitung des mecklenburgischen Gesandten am preußischen Hofe, Ex­zelienz von Derzen, in Ludwigslust eingetroffen, nachdem er guner in Schwerin dem Großherzoge Friedrich Franz IV. und der Brautmutter, der verwitweten Großherzogin Ana­stasia Glückwunschschreiben des Präsidenten Loubet über­bracht hatte. Der Herzogin Cäcilie übermittelte Mr. Bi­hourd diese Wünsche des Präsidenten mündlich und über­reichte zugleich in dessen Namen als Hochzeitsgabe zwei Sévres- Vasen und einen Wandteppich caus der Fabrik von Beauvais. Zu Ehren des französischen Botschafters fand sodann ein Galafrühstück im Schlosse statt, an dem die Fürst­lichkeiten, sowie die Staatsminister und Staatsräte, die aus Schwerin gekommen waren, teilnahmen.

Am Abend aber tam der glückliche Bräutigam, der deut­sche Kronprinz, nachdem er am Vormittage noch bei dem Blumenforso auf Westend bei Berlin geweilt hatte. Beglei­tet von ihrer Mutter und ihrem Bruder, dem Großherzoge, holte ihn die schlanke, junge Herzogin vom Bahnhofe cb. Glückstrahlend bietet sie das Bild einer bräutlichen Erschei­nung, an der alle, die sie in diesen Tagen sehen, ihre Freude haben. Und man bekommt sie zu sehen, besonders wenn ihr hoher Verlobter da ist. Ungezwungen geben sich die jungen Fürstenfinder ihrer hoffnungstollen Lebensfreude hin und die im herrlichsten Maienschmucke prangende Natur hat die meilenweiten Waldungen, die sich zwischen Schwerin und Ludwigslust hinziehen, besonders hergerichtet, dem glück­lichen Brautpaare die Stimmung zu erhöhen.

estung Port Arthur obliegt, hat ihre Arvetten zum größten Teil beendet. Ende dieses Monats soll mit der Zeugenver­nehmung begonnen werden, und wenn nichts dazwischen kommt, werden die Offiziere, die für den Fall von Port Arthur verantwortlich gemacht werden, im Laufe des Mo­nats Juli vor dem in Petersburg zusamnientretenden Kriegs. gericht zu erscheinen haben. Hauptangerlagter ist General Stössel, Kommandant des befestigten Rayons von Kinjo bis Port Arthur. Nächst ihm General Smyrnow, der frühere Kommandant der Festung, z. Zt. in japanischer Gefangen­schaft, der natürlich kommissarisch vernommen werden muß. Weiter Admiral Fürst Uchtomski, der nach dem Tode des Admirals Withöft( während des Kampfes vom 10. August) Höchstkommandierender des russischen Geschwaders wurde; Admiral Wiren, der nach dem unglücklichen Ausfall vom 10. August den Fürsten Uchtomski ersetzte und den Befehl über das Geschwader bis zum Fall von Port Arthur behielt; General Fock, Erkommandant der zweiten Division und eine ganze Anzahl weniger bekannter höherer Offiziere.

Dem Hauptangeklagten General Stössel wirft man vor, die Festung zu einer Zeit übergeben zu haben, als noch Lebensmittel für mindestens zwei Monate vorhanden waren, was sich aus den genauen japanischen Berichten über die in Port Arthur gefundenen Vorräte flar ergibt; man wirft ihm ferner vor, daß er den Plaz ausgeliefert habe, ohne die Kanonen, die sich auf den Forts befanden, unbrauchbar ge­macht zu haben, aber der General behauptet, daß alle Be­richte falsch seien. Eines jedoch dürfte er wohl schwerlich in Abrede stellen können: daß er die militärischen Vorschriften unbeachtet gelassen habe, die den Kommandanten befestigter Plätze verbieten, eine belagerte Stadt zu übergeben, ohne die Offiziere, die den Rat bilden, gehört zu haben. In den erwähnten Vorschriften heißt es, daß die Festung nicht über­geben werden darf, so lange auch nur ein Mitglied des Kriegsrates sich dagegen auflehnt. General Stössel hat aber überhaupt keinen Menschen um Nat gefragt; er will aus Menschlichkeit so gehandelt haben und führt eine Verord­nung an, die den Festungen zweiter Klasse( wie Port Arthur) gestattet, sich zu ergeben, nachdem sie vier Monate lang Widerstand geleistet haben.

Hoch zu Roß ziehen sie durch die Lande, überall ein freundliches Wort, einen huldvollen Blick für die Begeg= nenden habend. Mer selber im Glück sich fühlt, der ist ja so gern geneigt, davon auch den anderen Menschen zu zeigen. Eine in ihrer Schlichtheit ganz köstlich und behaglich anmu­tende Erzählung geht von Mund zu Mund und ist ganz dazu geeignet, dem Kronprinzen und seiner demnächstigen jungen Gemahlin die Volkstümlichkeit zu erhöhen. Auf einem ihrer Spazierritte treffen Wilhelm und Cäcilie auf einen Trihv Chausseearbeiter, die im Chausseegraben lagernd ihr Früh­Stück verzehren. Alsbald macht der Kronprinz halt und redet die Leute an. Sie sind helle und merken bald, mit wem fie sich unterhalten. Ein Zeichen ihres Aufsehers, und sie brin­gen dem Brautpaar ein lautes Hoch und schließen die meck­lenburgische Nationalhymne Gott segne Friedrich Franz" an. Doch die Freude wird noch größer, als der Kronprinz, der, wie sein Vater ein gutes Namensgedächtnis hat, einen der Männer als einen Gardisten erkennt, der unter ihm im 1. Garde- Regiment zu Fuß gedient hat. Das Wiedersehen muß begossen werden!" meint der Kronprinz. Der beglei= tende Lakai muß schleunigst ins nächste Dorf, um Bier und Eßwaren heranzuschaffen. Mitten unter den Leuten wei­lend, lassen die beiden Fürstenkinder es sich, wie jene, gut schmecken. Da geht den Gästen des Kronprinzen das Herz. auf, und in ihrem Namen hält einer eine Ansprache, in der er beteuert, daß sie alle bereit wären, Gut und Blut für Kaiser und Reich, für Fürst und Vaterland einzusetzen. Zu seiner Braut gewendet, bricht der Kronprinz in die Worte aus: Noch lebt die alte deutsche Treue!"

In solchen Zeiten wacht die alte Residenz des Schweriner Fürstengeschlechts zu neuem Dasein auf. Einst hat der Ort so stolze Tage ständig gesehen. Friedrich Franz I. und Baul Friedrich hielten dort ihre Hoflager und pflegten nur zeit­meilig die einige Wegstunden entfernte Hauptstadt Schwerin aufzusuchen. Erst als Friedrich Franz II., Kaiser Wil­helms I. getreuester Waffengefährte, das stolze Schloß auf der Insel im Schweriner See errichtete, sank Ludwigslust in jene weltvergessene Beschaulichkeit zurück, die den meist in herrlicher landschaftlicher Umgebung belegenen zweiten Re­sidenzstädten" ihr ganz eigenartiges Gepräge verleiht.

Weiter wird ihm vorgeworfen, daß er sich gegen alles Recht zum Kommandanten der Festung aufgeworfen habe, während diese Würde in Wirklichkeit dem General Smyr­now gebührte. Vor der Belagerung war Stössel nicht der Kommandant der Festung, sondern nur Höchstkommandie­render des befestigten Rayons von Kinjo bis Port Arthur. Als Kinjo von den Japanern genommen war, mußte sich Stössel mit den drei Regimentern, die ihm noch blieben, auf Port Arthur zurückziehen, da er Kuropatkins Armee nicht mehr erreichen konnte. Kommandant von Port Arthur war ftets nur General Smyrnow, der mit General Kondratschen­to die Verteidigung der Festung vorbereitete. Stössel hatte eigentlich nur den Truppen zu gebieten, die er selbst mitge. bracht hatte. Diese untergeordnete Rolle genügte ihm aber nicht: er usurpierte nach und nach die Stellung des Gene rals Smyrnow und erlaubte sich fortwährend Telegramme an den Zaren zu richten, in welchen er nur von sich selbst sprach, als wenn er der Kommandant der Festung gewesen wäre. In Petersburg wußte man zuerst nicht, warum die Depeschen von Stössel unterzeichnet waren, aber man machte sich nicht allzuviel Sorge darum. Smyrnow war alt, die Lage nicht gerade schlecht und alles ging seinen Gang; viel. leicht hielt sich Port Arthur nur dant Stössels Tüchtigkeit so lange? Also ließ man ihn gewähren.

Mit seinem altertümlichen, behaglichen Palais, mit sei­nen, den Charakter der Zopfzeit tragenden großartigen Parkanlagen und den zum Teil ganz einzigartigen Wasser­fünften erscheint gerade Ludwigslust wie geschaffen, einer glücklichen Fürstenbraut das Milieu für die letzten Tage in der Heimat zu bieten. Dort ist Gelegenheit gegeben, be­schauliche Ruhe und intimen Verkehr in der herrlichen Natur zu pflegen und doch auch den höfischen Repräsentations­pflichten in stilvoller Umgebung Genüge zu leisten.

Der fall Port Arthurs vor Gericht.

Petersburg, 22. Mai.

( Eig. Beridjt.) Die militärische Untersuchungskommission, der die akten­mäßige Darstellung der Belagerung und der Uebergabe der

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tierte sich bei einem Juwelier unter dem Namen pr. eaja­nova Luigi und wählte verschiedene Schmuckgegenstände aus, die er mit quittierter Rechnung in sein Hotel zu schicken bat. Als der Auftrag ausgeführt wurde, würde dem Boten in dem bezeichneten Hotel bedeutet, daß dort kein Dr. Casanova mohne. Mißtrauisch geworden, ließ der Juwelier eine Re­vision der Auslagefästen vornehmen, die dem Kunden gezeigt worden waren, und bald stellte sich heraus, daß eine Brillantbrosche für 6000 Mark und eine silberne Zigarren. dose mit Saphiren zugleich mit jenem verschwunden maren. Nach dem Verbrecheralbum erkannten alle Angestellte des Geschäfts den Fremden im Bilde Manolescos wieder, ohne zu wissen, wen dies vorstellte. Ein Steckbrief war erfolg los. Manolesco befand sich bereits in Sicherheit, wahr. scheinlich irgendwo in Amerika.

Soweit die Gegner Stössels. Er selbst will beweisen, daß die Ausrüstung der Festung alles andere als modernen An­sprüchen genügend gewesen sei. Tatsächlich soll denn auch schon festgestellt sein, daß bei Ausbruch des Krieges fast gar feine Munition vorhanden und die Festungswerke in einem überaus kläglichen Zustande waren. Dabei waren für Be festigungs- und Ausrüstungszwecke bereits 18 Millionen Nu­bel verbraucht und vollständige Ebbe in der Kasse. General Fork war gezwungen, zur Bestreitung der nötigsten Aus­gaben, Summen zu verwenden, die dem Feldstab gehörten. Wie es scheint, trifft die Schuld an diesen unerhörten Vor­gängen den braven Statthalter Alerejew, der dem Zaren­reich die ganze ostasiatische Suppe eingebrockt hat. Er sollte schon einmal vor Ausbruch des Krieges Rechenschaft über den Zustand der Festung ablegen. Man mißtraute ihm damals schon. Vielleicht läßt er sich jeẞt wenigstens des näheren dar­über aus, in wessen Taschen die Unfummen geflossen sind, die für Port Arthurs Verteidigung verwendet werden soll. ten. General Stöfiel fann ihm dankbar sein, daß er ihm so gutes Verteidigungsargument geliefert hat. Das russische Boff aber wird nach Bekanntwerden des Berchtes der 11n. terjuduna& fommission non neuem Grund boben, Alexejews miston Oiten au fluden

Nab und Fern.

O Die Erklärung des Duellanten. Ein in der Duell praris wohl noch nicht vorgekommener Fall. ereignete sich in Bufarest. Dort hatte Hauptmann Strudza, ein Sohn des ehemaligen rumänischen Ministerpräsidenten, ein Säbelduel mit dem Hauptmann Rantafuzino. Strudza gab, nachdem er am rechten Arm erheblich verletzt worden war und der Kampf hatte abbrechen müssen, die Erklärung ab, er habe sich geschlagen, um die öffentliche Meinung zu befriedigen, die sich in der Finsternis unflarer, mittelalterlicher Tradi tionen befinde.

Das Kind der Mörderin Klein. Die kürzlich zum -de verurteilte Mörderin Klein in Wien behauptete mäh. und des Prozesses, ihr uneheliches Kind lebe bei Pflege­eltern. Sie wollte aber den Aufenthaltsort nicht verraten. Jetzt will man das Kind in Groß- Kreuz bei Branden. burg a. H. aufgefunden haben. Nach einer Photographie wollen chiedene Einwohner des Dorfes in der Frau Mein die Berson wiedererkennen, die vor vier Jahren ein jetzt sechsjagriges Mädchen namens Ilonka an die kinder losen Eheleute Bendig in Groß- Kreuz gegeben hat.

Famili adrema. In Brandenburg a. H. erschossen sick der Bankier" cner und dessen Frau, nachdem sie zuvor ihr vierjähriges Kind durch eine Revolverfugel getötet hatten. Die Ursache der Tat ist in dem Zusammenbruch des von Bör ner geführten Bankgeschäfts zu suchen.

Die Hungersnot in Südsvaniea bat an verschiedenen Orten zu schnveren Ausschreitungen geführt. Die Bevölke rung in Alcazar und San Juan næste Angriffe auf met rere Mühlen und mußte mit Bere zurüfgetrieben wer

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Gin unheimlicher Schüße tre: bt in Hannover seit eini gen Tagen je Anwesen. In und nahe bei der Isenhagener. straße wurden drei Personen durch Kugelschüsse mehr oder minder schwer verletzt; unter anderen wurde die Frau eines Unteroffiziers durch eine Kugel in den Unterleib und der Sohn eines Milchhändlers durch einen Schuß in die Leber schwer verwundet. Die Kriminalpolizei ist eifrig auf der Suche nach dem Schüßen, doch blieben alle Bemühungen bis. her erfolglos.

Familiendrama. In Markranstädt erschoß der Kutschet Bunge seine seit einem Vierteljahr von ihm geschiedene Frau in deren Wohnung. Dann versuchte der Mörder auch ned feine dreizehnjährige Tochter zu erschießen, doch gelang es dieser, unversehrt nach dem Hof zu entkommen. Als Haus genossen herbeieilten, entleibte sich Bunge durch eine Kugel in die Schläfe.

Ein Riesenfener vernichtete in dem schwäbischen Orte Schwaigern etwa 30 Gebäude, darunter 14 Wohngebäude und das Rathaus. 35 Familien sind durch die Brandkata­strophe obdachlos geworden. Bei den Löscharbeiten ist ein Feuerwehrmann tödlich verunglückt.

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Zwei Kinder verbrannt. Eine schwere Brandkata Strophe ereignete sich in einer Wärterbude bei Schwetz. Di Bude geriet in Brand, während der Wärter auf dem Strecken dienst war. 3Zwei Kinder des Mannes kamen in den Flam men ums Leben, während seine Frau und ein weiteres Kini schwere Verletzungen davon trugen.

Ein neuer Streich des Fürsten der Diebe", wie sich Georg Manolesco in seinen Memoiren selbst mit einem ge­wissen Stolz nennt, soll von dem kühnen Gauner vor einigen Wochen in Berlin verübt worden sein. Manolesco präsen­

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Zur Ozeanfahrt um den Kaiserpokal. Mr. Benedic von der Dampfjacht Oneida", der nach Newyork zurüc gefehrt ist, nachdem er die auf der Ozeanwettfahrt be griffenen Jachten ein Stück begleitet hatte, berichtet, das am Mittwoch abend 7 Uhr 45 Minuten, als er die Jachter zum letztenmal sah, die deutsche Jacht Hamburg" erste war Die Chancen der Hamburg" sind von Sachverständige von vornherein sehr günstig tariert worden, doch wäre e voreilig, ihr schon jetzt den Sieg zu prophezeien.

Die Schreckenstat einer wahnsinnigen Muter ſett die Einwohnerschaft Münchens in Aufregung. Die Fra des Stationsgehilfen Bilz tötete in einem Anfall von Gei stesstörung ihre drei im Alter von einem, zwei und fün Jahren stehenden Kinder.

Leopold Wölfling, der frühere Erzherzog Leopold vor Desterreich, sollte als Landwehrmann in die schweizerisch Armee eingereiht worden sein, nachdem er schweizer Bürge geworden war. Diese Meldung beruht auf einem Irrtum Wölfling ist dem unbewaffneten Landsturm zugeteilt wor den. Er hat keine Uebungen zu leisten, muß aber bis zu Erreichung des 44. Lebensjahres, bis Ende 1912, Militär pflichtersatzsteuer bezahlen. Landwehrmann wird ein schwei zer Bürger nur dann, wenn er seiner Militärpflicht im Aus zug" regelrecht Genüge geleistet hat.

Gewitter und Hagelschläge haben in der Mittelschwei große Schäden angerichtet. Die Flüsse sind zum Teil übei die Ufer getreten und die Saaten weithin zerstört.

Die lebende Fackel. Einen furchtbaren Selbstmori beging aus unglücklicher Liebe eine Pariser Näherin. Si war verlobt und gerade dabei, ihren Hochzeitsstaat zu nähen Da kam eine furze jähe Absage des Ungetreuen. Das jung Mädchen zog das Hochzeitskleid an, begoß es und ihrer Ropf mit Petroleum und zündete die Flüssigkeit an. Au ihre Schmerzensschreie eilte die Nachbarschaft heru, es wai aber schon zu spät, nach zehn Stunden entschlicher Qualen starb die Arme im Krankenhause.

Ein furchtbares Lynchgericht wurde in drei Dörfern des Gouvernements Wolhynien von russischen Bauern, deut schen Ansiedlern und kleinen Edelleuten über Pferdediebe abgehalten. Gegen 80 Personen wurden schwer verletzt, ell totgeschlagen. Die ganze Lynchbewegung war regelrecht vorbereitet. Die Diebe wurden gefoltert, und, wenn sie ge standen, mit Stöcken, Eisenstäben und Dreschflegeln bar barisch mißhandelt.

+ Der falsche Graf Bonmartini. Ein angesehener ita. lienischer Heraldiker hat herausgebracht, daß der ermordete Francesco Bonmartini, der Gatte der schönen Linda Murri. die gegenwärtig in Turin mit ihrem Bruder und ihrem An­bang vor den Geschworenen steht, fein Recht gehabt habe, sich Graf" zu nennen. Er sei niederem Landadel ent­ibroffen.

A Adjutant und Einbrecher. Daß ein Offizier zum Ein­brecher wird, gehört jedenfalls zu den Seltenheiten. In der französischen Festung Verdun wurde bei dem Gouver­neur eingebrochen, und Wertsachen im Betrage von 30 000 Francs fielen dem Diebe in die Hände. Als solcher wurde ein Adjutant des Gouverneurs ermittelt.

Von einem wütenden Bullen aufgespießt wurde eine junge englische Malerin, die sich auf einer Studienreise in Devonshire befand. Während sie auf einem Feld in der Nähe Gon Haterleigh eine Stizze aufnahm, stürzte der Bulle, der längere Zeit mit seiner Herde friedlich in der Nähe weidete, plötzlich auf das junge Mädchen los und rannte ihr, ehe der erschrockene Hirte noch hinzuspringen konnte, seine Hörner durch den Leib. Die Verwundete starb nach wenigen Stunder

Hus dem Gerichtsfaal.

§ Ein Divisionspfarrer der Gotteslästerung angeklagt. Vor dem Kriegsgericht der 13. Division in Münster hat sich am heutigen Dienstag der Divisionspfarrer Bachstein aus Minden wegen Vergehens wegen Gotteslästerung zu ber­antworten. Die Ursache zur Erhebung der Anklage bildet ein Bassus in einem Vortrag, den Backstein am 19. Ja nuar d. J. im Dsnabrüder Zweigverein des Evangelischen Bundes über das Thema: Ein Mit in die Seele des Ultra­montanismnis" gehalten hat. Bachstein, de ezt evangelischer Militärgeistlicher ist, war früher fatholischer Priester.

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