Des Kaifers Mittelmeerfabrt.
Hamburg, 22. März.
Kaiser Wilhelm ist heut abend von Bremen auf dem neuen Hafenbahnhof eingetroffen, von wo er morgen früh seine Ausreise nach dem Mittelmeer antreten wird. In Beglei tung des Kaisers befand sich Prinz Heinrich von Preußen. Bei der Ankunft des Kaisers wurde von der Salutbatterie von Grimmerhörn aus der vorgeschriebene Kaisersalut mit 33 Schuß gefeuert. Vor dem Dampfer„ Hamburg", wo der Kaiser Wohnung nahm, zog ein Doppelposten von der Matrofenartillerie auf, ebenso vor Dölles Hotel, wo Prinz Heinrich von Preußen abstieg. Der Kaiser wird für den ersten Teil der Fahrt von Curhaven bis Neapel an Bord des ihm von der Hamburg- Amerika- Linie zur Verfügung gestellten Dampfers Hamburg" verbleiben. Die kaiserliche Jacht„ Hohenzollern" erwartet ihn in Neapel, wo er auf sie übersiedeln wird. Die kleine„ Hohenzollern" hatte bei ihrer Ueberfahrt nach diesem Hafen unter schwerer See zu leiden. Die Befürchtung vor den in dieser Jahreszeit im Kanal und dem westlichen Mittelmeer nur zu häufigen Stürmen ist es wohl auch vor allem gewesen, die den Anlaß gegeben hat, daß Kaiser Wilhelm die Reise an Bord der sicheren Hamburg", statt auf der Jacht macht. Dann aber wohl auch die größere Bequemlichkeit, die auf dem Hamburger Dampfer geboten
wird.
Durch umfassende Umbauten hat man auf diesem eine Flucht von herrlichen Wohn- und Empfangsräumen für den Kaiser und seine Begleitung geschaffen. Die Wohnräume bes Kaisers liegen an der Steuerbordseite. Aus einer größeren Anzahl hintereinander liegender Passagierkammern hat man drei durchgehende Räumlichkeiten geschaffen. Das vordere, ganz mit dunkelgrünem modernen Stoff ausgeschlagene Zimmer dient als Wohnzimmer. Der nächste dahinter liegende in hellem Cretonne gehaltene Raum ist das Schlafzimmer. Eine aus Kupfer getriebene leuchtende Badewanne deutet den Zweck des dritten Gemaches zur Genüge an. Große eigens angebrachte Fenster neuesten Patents lassen dem Tageslicht freien Zutritt. Auf der anderen Seite an Backbord sind entsprechende Räume eingerichtet, die sich von den Zimmern des Kaisers im wesentlichen durch ihre einfache Holztäselung unterscheiden. Wie verlautet, sind diese Gemächer zur Benußung für die Kaiserin vorgesehen, falls die hohe Frau im Mittelmeer ihren Aufenthalt an Bord nehmen joilte.
Der Speisesaal zeigt anstelle der früher dort befindlichen hinesischen Malereien und japanischen Wandverzierungen, die von der Ostasienfahrt des Schiffes herrührten, jetzt moderne weiße Ledertapeten. Die früher mit Strohmatten versehenen Bolstersessel sind mit schwerem rotbraunen Samt überzogen, eines Farbe, die köstlich harmoniert mit den weißen Feldern der Wände und den sie einrahmenden geschmackvollen Goldleisten. Die Wände des Speisesalons schmücken zwei künstlerisch ausgeführte Motive aus, Hamburg darstellende Bilder und einige medaillonartig gehaltene Städtewappen. Die elektrischen Beleuchtungskörper in durchaus geschmackvoller moderner Haung erhöhen den harmonischen Eindruck des Garzen. Auf dem Vorplatz vor dem Speisesalon vermehrt ein Kamin mit kunstvoll eingefaßten Glasscheiben den antimeInden Eindruck der Einrichtung.
In dem hinteren Teile des Aufbaues auf dem Promenadendeck liegt das Rauchzimmer. Die Kuppel des zu diesem Salen gehöriger Oberlichtes ist erhöht. Das letztere besteht aus bunten Glasscheiben, durch welche die angenehm gedämpften Sonnenstrahlen den Raum in ein gemütliches Dämmerlicht hüllen. Dunkelgrün gebeizte Holztäfelung schmückt die Wände. Ledergepolsterte Sofas und Sessel laden zum Aufenthalt ein und fordern auf zu Genüssen, die aus der dicht dabei liegenden Schänke zur Verfügung stehen. Der auf demselben Deck über dem Speisesaal liegende Damensalon ist ebenfalls neu hergerichtet und stellt sich in seiner inneren reizenden Einrichtung den anderen Gesellschaftsräumen würdig an die Seite.
Ueberall im ganzen Schiff sind bequeme Korbsessel zum Ruhen aufgestellt, wie überhaupt in jeder erdenklichen Art für den Komfort gesorgt ist. Das Schiff ist mit einer draht= lofen Telegraphieanlage ausgerüstet, Telephon, Klingelleitungen, verschwenderisch angebrachte Beleuchtung lassen nicht das Geringste zu wünschen übrig. Auf jedem Ende der Kommandobrücke hat man eine feste Ueberdachung angebracht, um unserem Kaiser, der sich für die Navigierung der Schiffe bekanntlich lebhaft zu interessieren pflegt, das Verweilen daselbst auch bei ungünstiger Witterung zu ermöglichen. Zum persönlichen Gebrauch des Kaisers und seines Gefolges sind zwei weißgestrichene Motorbarkassen an Bord genommen, die hinten auf dem Oberdeck in eigens dazu angebrachten schweren Davits ihren Blaz gefunden haben. Die Barkassen werden, Rachdem der Kaiser die„ Hamburg" in Neapel verlassen haben wird, wieder nach Hamburg zurückbefördert.
Um die Sicherheit des Schiffes von Zufälligkeiten möglichst unabhängig zu machen, ist natürlich der Besagungsetat des Dampfers in allen Ressorts beträchtlich erhöht worden, und man darf sich sagen, daß alles Menschenmögliche geschehen ist, die Kaiserreise für die Beteiligten möglichst sicher und angenehm zu gestalten. Die Führung wird in den bewährten Händen des Kapitäns Kämpff liegen, der dem Kaiser bereit bon früher her bekannt ist. Unter seiner seemännischen Leitung wird das in blendender Weiße glänzende stattliche Schiff die Wogen der Nordsee, des Atlantischen Ozeans un des Mittelmeeres sicher durchpflügen. In Lissabon und in Langer, wo die„ Hamburg" anlegen soll, wird das Kaiserschiff ohne Zweifel den Eindruck hervorrufen, daß es würdig ist, den Monarchen einer großen Nation, wie die deutsche iſt, durch die Meere zu tragen.
Bei der Abfahrt der„ Hamburg" morgen früh werden die Offiziere und Mannschaften der IV. Matrosen- Artilleric Abteilung bei der Kaserne auf dem Seedeich Aufstellung nehmen und für den Kaiser drei Hurras ausbringen, währe die ebenfalls dort aufgestellte Musikkapelle die Nationalhymne spielt. Nachdem Dampfer Hamburg" in See gegangen ist. gedenkt Brinz Heinrich von Preußen einer Einladung des hiesigen Festungskommandanten zum Frühstück Folge zu Leisten und darauf per Automobil nach Kiel zurückzufahren.
Die Politik.
Der bevorstehende Besuch des Kaisers in Tanger ŋat bei den Marokkanern freudigste Erwartung erregt. Das diplomatische Korps in Tanger hat sich bereits über die Einzelheiten des Empfanges schlüssig gemacht. Das marokkanische Schazamt hat für die Kosten 16 000 Dollars angewiesen. Die französische Presse versichert, daß sie in dem Besuch des Kaisers feinen Aft einer unfreundlichen oder Selbstischen Politik erblicke, und meint. daß in furzem ein
deutsch- französischer Marokkovertrag zur Feststellung der deutschen Handelsfreiheit in Marokko zustande kommen werde. Beachtenswert ist im Zusammenhang hiermit eine, allerdings noch unbeglaubigte Meldung des Londoner " Daily Chronicle", der in einer Unterredung mit einem hohen Beamten der deutschen Botschaft in London" von diesem gehört haben will, Deutschland sei bereit, die Hand Frankreichs zu drücken, sobald Frankreich damit einverstanden sei. Der jetzige Zeitpunkt sei für eine vollständige Versöhnung besonders günstig, da der ostasiatische Krieg die internationale Lage gänzlich geändert habe. Der Deutsche Kaiser wünsche die engsten Freundschaftsbeziehungen zu der Regierung der französischen Republik. Die Nachricht, die, wie gesagt, unkontrollierbar ist, klingt nicht unwahrscheinlich.
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O Der seitherige Oberpräsident der Provinz Brandenburg Dr. v. Bethmann- Hollweg ist zum Minister des Innern ernannt worden. Er war für dieses Amt schon vor der Berufung des verstorbenen Frhrn. v. Hammerstein ausersehen, dessen Nachfolger er jetzt geworden ist. Damals glaubte er die Ernennung ablehnen zu sollen, weil er in gewissen schwebenden Fragen, die inzwischen Erledigung gefunden haben, seine Stellung nicht modifizieren mochte. Seine Charakterfestigkeit hat ihm, wie man sieht, nicht geschadet.
Herr v. Bethmann- Hollweg ist in Hohen- Finow am 29. November 1856 geboren, steht also im 49. Lebensjahr. Im Staatsdienst ist er seit 1879. Sm Jahre 1886 wurde er Landrat von Oberbarnim. Zehn Jahre später wurde er Oberpräsidialrat in Potsdam. Von dieser Stellung, in der er 3 Jahre blieb, wurde er als Regierungspräsident nach Bromberg berufen. Das war aber ein Intermezzo von nur dreimonatiger Dauer, dessen Ende ihn nach Potsdam zurückfehren sah, wo er seitdem als Oberpräsident wirkte. Er ist ein Studiengenosse des Kaisers und war mit diesem gleichzeitig Mitglied des Korps Borussia. Konservative Richtung ist bei einem preußischen Minister des Innern beinahe selbstverständlich. Das schließt eine ersprießliche Reformtätigkeit feineswegs aus. Das Beispiel des Grafen Frizz Gulenburg beweist es, der gewiß streng konservativ war und der Vater der großen Verwaltungsreform und der ganzen Verwaltungsrechtsgesetzgebung geworden ist. Dr. v. Bethmann- Hollweg wird als erste große Aufgabe wohl die Regelung der Verhältnisse von Groß- Berlin in Angriff zu nehmen haben.
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* Der Eisenbahnminister von Budde, von dessen angeblich ungünstigem Gesundheitszustand in der letzten Zeit viel die Rede gewesen ist, erfreut sich, wie neuerdings versichert wird, besten Befindens. Die Nachricht, daß er nach einer Abgeordnetenhaussigung einen Ohnmachtsanfall gehabt habe, wird als falsch bezeichnet.
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Der Jesuitenorden soll einen deutschen General bekommen. Der jezige Jesuitengeneral, ein Spanier, ist unheilbar frank nach Pisa verbracht worden. Wie verlautet, ist sein Nachfolger, der bereits gewählt sei, ein Deutscher. Man habe diese Wahl in der Hoffnung getroffen, daß dadurch die Wiederzulassung des Jesuitenordens in Deutschland erleichtert werde.
Oefterreich- Ungarn.
* Die Ungarn bekommen endlich ein neues Ministerium. Aber nicht auf lange. Da Kaiser Franz Josef die Ferderungen der Kossuthschen Mehrheit unbedingt ablehnt, so ist ein Kabinett, das sich auf die Mehrheit des Abgeordnetenhauses stüßte, unmöglich. Darum soll ein politisch neutrales Ministerium gebildet werden. Die Kossuthianer aber wollen von ihrer Abdankung nichts wissen. Sie haben als Minderheit durch Obstruktion das Parlament gesprengt, sie werden dasselbe leicht können, da sie über die Mehrheit verfügen. Das nächste Ergebnis ist: das politische Chaos. Es gibt unter den Magyaren Elemente, die sich darin wohlfühlen.
England.
Die englische Regierung hat für Britisch- Indien mit Japan einen Meistbegünstigungsvertrag abgeschlossen, der sofort in Kraft getreten ist.
frankreich.
Ein Militär- Unfallgesek soll in Frankreich eingeführt werden. Wenigstens wünscht das der sozialistische Deputierte Mirman, der beantragt hat, daß Unteroffiziere und Soldaten der Linie, Reserve und Landwehr, denen während des Dienstes ein Unfall zuſtößt, vom Staat nach Maßgabe des Arbeiter- Unfallgesetes Entschädigung erhalten sollen.
Russland.
Wie aus Petersburg gemeldet wird, hat am Freitag vor dem Palais Pobjedonoszews, an der Ecke des Newskiprospekts und der Litojnystraße, eine Explosion stattgefunden. Eine Höllenmaschine, von Unbekannten niedergelegt, war geplagt. Personen wurden nicht beschädigt. Unmittelbar nach der Explosion wurden in der ganzen Stadt Proklamationen verbreitet, in denen gesagt war, daß die Höllenmaschine eine Warnung an die Adresse Pobjedonoszews sein sollte. In Warschau hat sich Aehnliches ereignet. Dort warfen am Dienstagabend in der Wolskastraße unbekannte Personen, die auch entkamen, eine Bombe auf eine Batrouille. Vier Soldaten, zwei Schußleute und ein Gendarm wurden schwer verlegt, die Fensterscheiben der umliegenden Häuser zertrümmert. Im Bezirk von Scharopan ( Kaukasus) haben Bauern auf 5 Gütern die Gebäude angezündet. Im Bezirk 3ugdid kam es auf einer Besizung der Prinzessin Murat zu einem Kampf zwischen 300 bewaff= neten Bauern und den Polizeiwachen, die von der Schußwaffe Gebrauch machen mußten. In der Nacht zum Sonntag zündeten Bauern im Dorf Didinigkaja die Kanzlei an.
Hof und Gesellschaft. ** Zur Enthüllung des Kaiser- Friedrich- Denkmals traf der Kaiser am Mittwoch Mittag in Bremen ein. Durch die reich geschmückten Straßen der Stadt ging die Fahrt nach dem Festplatz, wo das vom Bildhauer Tuaillon ausgeführte Reiterstandbild des Kaisers Friedrich errichtet steht. Nach Schluß der Feierlichkeit trat der Kaiser die Fahrt nach Hamburg an. In Begleitung des Kaisers befand sich bei der Feier Prinz Heinrich von Preußen, der bereits am Tage vorher in Bremen eingetroffen war und die neue Werft der Aktiengesellschaft Weser besichtigt hatte. Die Abreise der Kaiserin und des Prinzen Eitel- Friedrich nach dem Süden erfolgte am Donnerstag Vormittag.
Heer und flotte.
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Stapellauf des Kreuzers Leipzig". Auf der neuen Werft der Aktiengesellschaft Weser in Gröpelingen bei Bre men fand der Stapellauf des für die Kaiserliche Marine neu erbauten kleinen Kreuzers Leipzig" in Gegenpart zahlreicher Vertreter der Kaiserlichen Marine, der bremischen Zivil- und Militärbehörden und geladener Gäste, somic eine Bau des Kreuzers sind folgende Abmessungen zugrunde 103,8 Meter, die größte Breite in der Wasserlinie 13,2, de mittlere Konstruktionstiefgang 5,0 Meter. Die Marima Maschinenleistung soll 10 000 indizierte Pferdestärken b tragen. Die Maschinenanlage besteht aus zwei dreifache Expansionsmaschinen. Die Armierung besteht aus zeb 10,5-3entimeter- Schnelladekanonen, zehn 3,7 3entimete Maschinenkanonen und vier 8- Millimeter- Maschinengeme
nach Tausenden zählenden Zuschauermenge statt. Für demtsgehilfen bei legt worden. Die Länge zwischen den Perpendifeln beträ Bureaugehilfen
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stoßrohre von 45 Zentimeter Kaliber, welche zu beiden Sei ten des Schiffes eingebaut werden. Die Besatzung des Schiffes beträgt 290 Mann.
Hierzu kommen noch zwei Torpedounterwasserau zu Bönftadt di
Deutfcher Reichstag.
( 170. Sigung.)
CB Berlin, 22. März. Bei der heute fortgesezten zweiten Beratung des Mili täretats spielte zunächst die Versorgung des Heeres eine bedeutende Rolle. Der freisinnige Abgeordnete Kämpi führte Beschwerde, daß von den Proviantämtern neuerdings der Handel tatsächlich fast ganz zu gunsten der Produzenten ausgestaltet werde, obwohl der Kriegsminister erklärt habe daß dies grundsätzlich nicht geschehen solle. Im Gegensatz
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ihm gab der konservative Abgeordnete v. Brockhausen grenzende Gen der Meinung Ausdruck, daß die Landwirtschaft noch immer worden.( Steh nicht in genügendem Maße berücksichtigt werde; andere Län. der, auch das republikanische Frankreich, gingen in dieser Richtung viel weiter. Generalmajor v. Gallwitz erklärte, die Heeresverwaltung, die dabei in Uebereinstimmung mit der Tendenz der ganzen Regierung vorgehe, huldige dem Grundsaße der Gerechtigkeit. Sie erkenne eine Berechtigung der Händler, in allen Fällen mit herangezogen zu werden, nicht an, aber sie decke ihren Bedarf ebensowenig unter allen Um ständen bei den Produzenten; sie wende sich direkt an diese, wenn sie sie bequem erreichen könne, und fahre gut dabei denn sie kaufe von ihnen häufig wesentlich billiger als vo den Händlern. Auf ein anderes Thema kam der Sozialdemo krat Me ist, der zur Sprache brachte, daß ein geistes schwacher Mann ausgehoben und später wegen Achtungsverlegung und Gehorsamsverweigerung schwer bestraft worden sei. Gene ralleutnant Sirt v. Arnim antwortete, daß der Heeres verwaltung der Fall nicht bekannt, daß sie aber die Aus hebung geistig minderwertiger Personen für durchaus uner wünscht halte. In der weiteren Debatte, in der bald mehr, bald weniger wichtige Fragen angeschnitten wurden, gab der Graf v. Mielczinsky dem Kriegsminister v. Einem wieder einmal Gelegenheit, polnische Vorwürfe in recht kräf tiger und wirkungsvoller Weise zurückzuweisen. Schließlic wurde von mehreren Rednern eine Resolution des konserva tiven Abgeordneten Grafen zu Stolberg- Wernigerode befür wortet, eine Revision des Gesetzes über die Naturalleistungen der bewaffneten Macht im Frieden in der Richtung vorzu nehmen, daß die Entschädigungssäge so erhöht werden, daj sie dem tatsächlichen Wert der Leistung entsprechen. Gegen Schluß der Sigung entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über die Stellung der Juden im Heere. Dabei erwiderte der Kriegsminister auf den Vorwurf, daß er jüdische Soldaten gegen Angriffe von antisemitischer Seite nicht in Schutz ge nommen habe, er erinnere sich nicht, daß gegen die Juden der Vorwurf erhoben sei, daß sie sich in den legten Kriegen schlecht geschlagen haben, oder daß die gegenwärtig dienenden Juden feige seien. Es wären hier im Hause nur Rückblide auf frühere Zeiten geworfen. Er erkläre, in seinem Regi ment hätten uden gedient und hätten gut gedient. Wür den gegen diese jüdischen Soldaten Angriffe vorgebracht, so würde er sie prüfen und nach Prüfung des Materials zurüd weisen. Aber sich auf die Zurückweisung historischer Anschauungen einzulassen, sei nicht seine Aufgabe
Nab und fern.
Der Eröffnungstermin für die Simplonbahn ist auf den 30. September 1905 festgesetzt worden. An der Feier zur Eröffnung des Tunnels in Isolle wird auch der König von Italien teilnehmen.
Eine furchtbare Bluttat ereignete sich in Tuttweiler b St. Johann- Saarbrücken. Der Bergmann Schreiber, der betrunken von der Musterung nach Haus kam, schlitzte seiner Bruder nach einem kurzen Wortstreit den Bauch auf, so das der Tod auf der Stelle eintrat. Ein dritter Bruder kar auf diese Schreckensnachricht herbeigeeilt, warf den Betrun feiten zu Boden, entwand ihm die Mordwaffe und schnitt ihr die inger der rechten Hand ab.
A Reiseabenteuer eines Fürstenpaares. Das österreichi sche Fürstenpaar Colloredo- Mannsfeld ist von einem mehr monatigen Jagdausfluge im Yukongebiet in Nordwest- Ame rifa mit Ladungen kostbarer Felle und Tierköpfe auf der Wege nach der Heimat. Das Fürstenpaar unternahm im Dezember von Vancouver über Skagway nach Kariou einer beschwerlichen Ausflug bei furchtbarer Kälte über Schnee wüsten, kampierte wochenlang in einer Blockhütte mit Erd dach, wo die Fürstin die Wirtschaft besorgte, fochte, aud wilde Kaninchen und anderes eßbares Wild schoß, we ches sie selbst zubereitete, hierauf eine Jagdpartie mit Schli tenhunden auf Schneeschuhen unternahm. Sie zogen do weiter nach Bennettsee, woselbst die Fürstin bei der Ja von Schneewehen überrascht, fast von meterhoch türmender Schnee begraben wurde. Der Fürst mittlerweile mi Indianern auf der Suche. Die Fürstin fand mit Mühe der Weg zurück und entging knapp einer großen Lebensgefahr Eine erschütternde Familientragödie spielte sich ir Klagenfurt ab. Drei Schwestern, Reichsfreiinnen Zinn vot Zinnenburg, Valerie 53, Creszentia 65 und Maria Luise 70 Jahre alt, wurden in ihrer gemeinschaftlichen Wohnung tot aufgefunden. Sie entstammen einem alten Tiroler Adelsgeschlecht, das im Mannesstamme ausgestorben ist. Die Schwestern brachten sich, nachdem drei Brüder im Felde ge fallen waren, durch Handarbeit kümmerlich durch. Als die Schwester Creszentia an Lungentuberkulose starb, erschossen sich die beiden anderen aus Verzweiflung über deren Tod.
widerlegt. I Sudde mit be Mann namen liche Mörder Borunterfuch nimmt inzwi nehmungen i Beugen in G fundigung an oder Anfang handeln wird. S. Als
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