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bekannt, daß jüngst die französische Regierung darüber Be­schwerde führen zu dürfen glaubte, daß die Pforte eine be­stimmte Waffengattung in Deutschland gemacht hatte, und daß der französische Botschafter Constans in Konstantinopel durch Drohungen die Gewährung reichen Ersatzes an Frank­aus der französischen reich erzwang. Jetzt erfährt man Presse selbst, die deswegen dem Botschafter hohes Lob zollt - wie Herr Constans dabei vorgegangen ist. Genau nach dem Muster des weiland russischen Botschafters Mentschikoff, der vor Ausbruch des Krimkrieges im Ueberzieher- Ueber­zieher à la Mentschikoff wurden danach Mode- sich zur Hohen Pforte begab, um dieser mittels solcher Unhöflichkeit sein Mißfallen und seine Nichtachtung auszudrücken, erschien Herr Constans im Reiseanzug vor dem Großvezier Ferid Bascha. Tags zuvor hatte er schriftlich mit der Sperrung des französischen Marktes für die türkischen Werte gedroht. sest ängstigte er dem Großvezier ein Zugeständnis nach dem andern ab: die Freigabe der Kais an die französische Gesell­schaft in Konstantinopel, die Konzession der Bahnlinie Hamah- Alep, und endlich die Zusicherung, daß die Pforte in Zukunft ein Drittel ihrer Waffenbestellung in Frankreich machen werde.- Irgend ein Rechtsgrund für diese For­derungen ist nicht vorhanden, man müßte denn das Recht des Stärkeren in dem Sinne anerkennen, in dem es der Wegelagerer, der Straßenräuber für sich in Anspruch nimmt.

Oefterreich- Ungarn.

Im ungarischen Abgeordnetenhause haben sich die ver. einigten Oppositionellen als Mehrheit konstituiert, indem sie den Präsidenten aus ihrer Mitte wählten. Der Erkorene heißt Boles Tallian und gehört der Kossuthfraktion an.

Belgien.

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erziehung der Kinder eine gewisse Vorsicht geboten sei. Die| Bedeutung der Herr dem Zeitungswesen beizumessen beliebt, Regierung fönne aber öffentlich erklären, daß die Bwangs- und auf keine Ruthaut geht es zu schreiber, was überhaupt von solchen Leuten dem Buchdrucker geboten wird. erziehung keinerlei Makel für das Kind sein soll, noch daß fie subsidär wirken soll. Der Abg. Reh ist erfreut über die Verbilligung der Rechtsverhältnisse in Hessen, besonders bei den Erbschaften, auch bei der Urkundenstempelung seien erhebliche Verbesserungen eingetreten. Der Abg. Sutfleisch bespricht die Sonntagsruhe der Anwaltsgehilfen und deren petuniäre Besserstellung. Kapitel 80 und 81 Ministerium der Justiz, Titel 1-7 werden ohne Debatte genehmigt. Bei Ausgaben, Titel Oberlandesgericht, beantragt der Ausschuß, die für zwei weitere Stellen von Oberlandesgerichtsräten geforderten 11000 Marf zu streichen. Justizminister Dittmar weift statistisch das Anwachsen der Arbeit beim Oberlandesgericht nach. Mit den bisherigen Kräften fei nicht mehr auszulommen, da die Prozesse zu langsam zu Ende geführt werden. Der Ec­richtung eines dritten Senats fönne die Regierung nicht zu­stimmen, da ein Bedürfnis dafür nicht vorliege und es der Re­daß die Hilfsrichter des Oberlandes

$ Der Bergarbeiterstreik in den Gruben des Borinage ist größtenteils beendet. Die Mehrzahl der Bergleute ist wieder eingefahren. Aehnlich ist das Verhältnis in den anderen belgischen Kohlenrebieren.

Russland.

O Der Großfürst Paul von Rußland, der bekannt­lich wieder zu Gnaden vom Zaren aufgenommen und in seinen Rang als Generalleutnant und Generaladjutant ein­gesetzt ist, gilt für einen Mann von liberalen Anschauungen. Demgemäß seßen die Liberalen Rußlands große Hoffnungen auf seine Rückkehr. Gleichzeitig aber hat General Trepow alle jüngst gegründeten verfassungsfreundlichen Zeitungen in Petersburg berboten. Danach hat es den Anschein, als ob man wieder einmal ein Pferd vor und ein Pferd hinter ben russischen Staatswagen spannen wollte.

XX In Baku sind Armenier und Mohamedaner am Sonntag und Montag übereinander hergefallen. Es gab zahlreiche Tote und Verwundete. Die Banken blieben am Dienstag geschlossen. Die Ursache der Unruhen wird auf Privatrache zurückgeführt.

Deutscher Reichstag.

gierung darauf an erhöht werden. Zazu sei auch eine Ber­

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Ettingshausen. Der hiesige Landwirt H. Sommer fiel in der Scheune vom Gerüst herab in die leere Tenne, wo er bewußtlos liegen blieb. Der Verun­glückte hat einen schweren Beinbruch und mehrere Leider hat unser Ort Rippenbrüche davongetragen. immer noch feine Telephonverbindung, sodaß es längere Zeit dauerte bis ein Arzt zur Stelle war. * Groß- Karben. Seit voriger Woche ist der von Nieder­Wöllstadt vor Jahren nach Kloppenheim gezogene Brunnen- Aufseher Auster unter Zurücklaffung seiner Frau und fünf Kindern verschwunden. Gleichzeitig wird ein aus Dfarben stammendes Füllmädchen, nachdem sie Mt. 2800 auf der Sparkasse erhoben, unter Zurücklaffung Man vermutet, daß ihres 11 jährigen Kindes vermißt. beide eine gemeinschaftliche Reise über das Meer angetreten haben.

mehrung der Räte nötig. Wenn man die Forderung ver­weigere, so fomme man in die Lage, den dritten Senat zu fordern mit 38000 Mt. Mehrtoften. Das Anwachsen der Prozesse sei auf die wirtschaftliche Depression zurückzuführen, die hierbei maßgebend sei. Tatsache sei, daß ist schon beim Landgericht die Arbeitslast geringer werde. Die Regierung fönne jederzeit veranworten, was sie fordere. Abg. Gut­fleisch spricht sich gegen die Schaffung von zwei Ober­landesgerichtsräten aus, da die Regierung den Bedürfnisnach­weis nicht erbracht habe. Nach den heutigen Ausführungen des Justizministers hätten sich die Gründe zu einer Be­willigung nur noch verschlechtert. Nach der letzten Statistik sei festgestellt, daß das Oberlandesgericht eine geringere Be­schäftigung auszuweisen habe. Vom Justizminister sei der Beweis eines dauernden Bedürfnisses für zwei neue Stellen nicht erbracht. Der Abg Buff als Vertreter der Ausschuß Minderheit tritt für die Bewilligung der Regierungsvorlage ein und weist nach, daß die angeführte Statistik falsch sei, weil bei den anderen Gerichten die Zahl der Hilfsrichter nicht angegeben sei. Hierauf erfolgt Bertagung der Be­ratung auf Mittwoch Vormittag 9 Uhr.

Lokales.

21. Februar 1905.

* Frankfurt.( Ein origineller Kartoffel­handel.) Brauche Se fa Kartoffele?" fragte vor wenigen ein wenig Vertrauen erweckender Mann einen Tagen Kriminalbeamten in der Markthalle. O ja," erwiderte dieser, tragen Sie nur den Sack voll in meine Wohnung, ich wohne gleich hier, Neue Zeil, und gehe selbst mit ihnen." Gesagt, getan. Man war gleich handelseinig und auch sehr bald an der angeblichen Wohnung des Käufers Hier wurde der Sack mit Polizeipräsidium angelangt. Kartoffeln abgestellt und der Mann machte ein immer länger werdendes Gesicht, als ihm erklärt wurde, daß er die Kar­toffeln soeben in der Markthalle gestohlen habe und aun verhaftet sei. Er gab den Diebstahl glatt zu.

*** Am Samstag, den 25. d. M., vormittags 9 Uhr beginnend findet eine Sigung des Provinzial- u8­schusses der Broving Oberhessen mit folgender Tages­Dcdnung statt: Enteignung für das Hauptsiel und die Kläranlagen der Stadt Gießen, hier die Besißeinweisung und die Entschädigung betreffend.

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K Heddersheim, 21. Febr. Schulbuben nedten gestern Abend den von der Arbeit heimkehrenden 15jährigen Gelbgieferlehrling Müller. Dieser machte zuerst mit, als ihm aber der 13 jährige Wilhelm Diehl Ruß über das Gesicht stäubte, schlug er mit seinem Kaffeefännchen um sich und traf den Diehl an den Kopf. Dhne daß an ihm eine ernstere Verlegung bemerkt wurde, ging Diehl nach Hause, und legte sich zu Bett. In der Nacht befam er Fieber und heute Morgen um 7 Uhr starb er an den Folgen des Schlages.

*** Wir verweisen nochmals auf die morgen im Café Leib stattfindende erste öffentliche Versammlung des Gießener Bürgervereins hin, zu der jederman eingeladen ist. Auf des Tagesordnung steht die für unser Gemeinwesen so wichtige Frage des Theater- u. Saalbau Neubaues. Wie wir vernehmen werden von berufener Seite Vorschläge darüber gemacht werden, wie die gesamte Einwohnerschaft durch finanzielle und sonstige Unterstüßungen das Projekt in gedeihlicher Weise fördern kann.

( 144. Sigung.) CB Berlin, 21. Februar. Zu Beginn der heutigen Sizung waren im Saale mehr als 261 Abgeordnete anwesend, eine Stunde darauf kaum noch sechzig. Die starke Anfangsfrequenz hatte ihren Grund darin, daß als erster Punkt auf der Tagesordnung die Wiederholung der namentlichen Abstimmung über die ge­schäftliche Behandlung des Toleranzantrages stand, bei der sich am vergangenen Sonnabend die Beschluß­unfähigkeit des Hauses ergeben hatte. Heute wurde mit 101 gegen 13 Stimmen bei einer Stimmenthaltung die Ueberweisung an eine Kommission be­schlossen. Dann folgte die erste Beratung der Initiativ­anträge wegen Errichtung eines Reichsarbeitsamts. Die Sozialdemokraten haben einen vollständigen Gesezentwurs borbereitet, in dem außer dem Reichsarbeitsamt territoriale oder lokale Arbeitsämter, Arbeitskammern und Einigungs ämter vorgesehen sind. Die Polen beantragen, die Reichs­regierung um Vorlegung eines entsprechenden Gesetzes zu ersuchen, die Nationalliberalen beschränken sich auf eine Resolution lediglich zugunsten eines Reichsarbeitsamtes, das die Funktionen der arbeitsstatistischen Kommission über­nehmen, und dem die gleiche Anzahl Arbeits- und Unter­nehmer als Beisiger angehören soll. Der Abg. Thiele begründete sehr ausführlich den sozialdemokratischen An­trag, der Abg. Pa zig den nationalliberalen und der Abg. Kulerski den polnischen. In der weiteren Diskussion sprach sich der konservative Abg. Pauli- Potsdam gegen alle drei Anträge aus, während die übrigen Redner meinten, daß etwas geschehen müsse, wenn auch einigen die Sozial­demokraten mit ihren Forderungen zu weit zu gehen schienen. Der Zentrumsabgeordnete Trimborn nahm ihrem Ent­wurf gegenüber eine völlig ablehnende Stellung ein, der Abg. Ra a b von der wirtschaftlichen Vereinigung hingegen, sowie die Freisinnigen Dr. Mugdan und Dr. Pach­nicke erklärten sich mit dem Grundgedanken einverstanden. Hessischer Landtag.

Darmstadt, den 21. Februar.

** Verhaftet wurde gestern Mittag zu Gießen ein Soldat des Buzbacher Regiments, der sich seit einigen Tagen vom seinem Truppenteil entfernt hatte und sich im Freien herumtrieb, in einer Wirtschaft des Neustädterfeldes, wohin er sich mit erfrorenen Füßen geschleppt hatte. Er wurde der Hauptwache übergeben.

K Hochheim a. M., 21. Febr. 8ur Förderung der Schafzucht pachtete eine Vereinigung verschiedenes Ge­meinbegelände und führte 150 Schafe zur Zucht aus Schlessien ein.

K Höchst a. M., 21. Febr. Heute früh gegen 6 Uhr brach in der Höchfter Spezial- Raftenmöbelfabrik" an der Bahnstraße Großfeuer aus. In furzer Zeit stand die ganze Fabrit in Flammen. Erst nach dreistündiger Arbeit fonnte man das Feuer auf seinen Herd beschränken. Der Materialschaden an Holzvorrat und fertigen Möbeln soll etwa 50 000 Mt. betragen, darunter für 18 000 Mt. Fourniere, die gestern erst angekommen waren. Die Fabrik ist nicht versichert. Die Eigentümerin der Fabrik, der Firma J. Sttmann in Frankfurt a. M., fällt der ganze Schaden zur Laft.

e Theaternenbau zu Gießen. Die Aufführung des Dreyer'schen Schauspiels Die Siebzehnjährigen, die am 13. d. M. zum Besten des Theaterneubaues statt­fand, hat nach Abzug der Unkosten( 400 Mt. für die Frank­furter Gäste, 120 Mt. Aufführungshonorar, 150 t. für die Direktion, ferner der Kosten für Saalmiete, Musit 2c.) einen Ueberschuß von 510 Mt. ergeben. Dieser Betrag wurde seitens der Veranstalter der Vorstellung, die Herren Professor Fromme und Direktor Steingötter, dem Komité zur Verfügung gestellt.

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Stadttheater in Gießen.

Einafter- Abend.

Der Einafter, der einft zur Zeit der beißenden Epi gramme mit den wiegenden Handbewegungen so sehr in Blüte stand, hat jest fast ausschließlich seine Pflege auf Liebhaberbühnen dem Dilettantismus überlassen und nur wenige Abende schreitet er über die großen öffentlichen Bühnen hin.

Das Zurückbehaltungsrecht gegenüber Lohnforderungen. Ueber diese für alle Kreise wichtige Frage vernehmen wir, daß das Königliche Kammergericht zu Berlin in einer Entscheidung vom 14. März 1903 dem Arbeitgeber das Zurückbehaltungsrecht an dem Dienstlohn, auch soweit derselbe unpfändbar sei, wegen etwaiger Gegen forderungen gegen den Angestellten zugesprochen hat. Es ist nunmehr zu hoffen, daß auch die Gewerbegerichte, gegen deren Entscheidung bekanntlich nur in den seltensten Fällen Berufung eingelegt werden kann( wenn das Objekt über 100 mt. ist), der Entscheidung des Kammergerichts folgen werden, um einen geradezu unerträglichen Zustand für ben selbständigen Handwerkerstand zu beseitigen.

Die Die Sigung wird um 11 Uhr eröffnet. Generalbebatte über den Justizetat wird eröffnet. Der Abg. Wolf wünscht hierzu, daß man mit der Rechtsprechung nur ältere Richter betrauen möge. Abg. Molthan fragt, ob die Regierung nicht geneigt sei, besondere Gerichtskassen einzurichten. Abg. Müller wünscht eine sorgfältigere Bustellung von wichtigen Urkunden an das Publikum. Abg. Frenay bittet die Großt. Regierung, darauf hinzuwirken, daß den Anträgen des Deutschen Bureaubeamtenvereins im Bundesrat die nötige Beachtung geschenkt werde. Er fordert ferner die Errichtung von Trinterheimen, wie dies mit bestem Erfolg in anderen Staaten geschehen sei. Redner wünscht ferner eine bessere Regelung der Kinderfürsorge, insbe bondere der Zwangserziehung und weist auf die Gefahren hin, die durch den Automobilsport dem Publifum und den Ge­meinden entstehen. Justizminister Dittmar bespricht die Organisation der Gerichtsbehörden und weist auf den Mangel des Richterpersonals hir, für den Regierung eine Bermehrung in dem jezigen Etat gefordert habe. Der Errichtung von Gerichtstassen fönne die Regierung noch nicht zustimmen, ba man mit demselben feinen Vorteil für das Publikum er­reichen werde. Auch vom technischen Standpunkt ließen sich schwere Bedenten gegen die Errichtung von Gerichtstoffen geltend machen. Was die Zustellung von U funden betrifft, so scheine es, als ob die Instruktionen nicht genügend beaachtet feien. Die Regierung werde schleunigst Abhilfe schaffen. Minifterialrat Dr. Best wies darauf hin, daß bei der Zwangs­

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Er reicht nicht mehr für die Gedankenschwere, die man heutzutage jeder dramat schen Dichtung in einem möglichst fomplizierten und umfangreichen Apparat unterzuschieben sich abmüht, aus. Ja, würde man nicht in fünstlerischer" Freiheit so manches übers Knie brechen, die Exposition manchen Stückes müßte zur Orientierung des Zuschauers den Raum des Einatters weit überschreiten, um die langen häßlichen und funstwidrigen Rekapitulationen, die dem Dtama wehr noch wie dem Epos schaden, im weiteren Fortgang zu vermeiden. Das Grundübel, das den Einafter nicht mehr voll aufkommen läßt, liegt eben in der Sucht, den Roman zu dramatisieren, troßdem sein Wesen dem Dramatischen Diametral gegenübersteht, während die Novelle mit ihrem kräftigen, rapide auf die Katastrophe gespannten Gang, ihren fertigen Charakteren und dem flüchtig mit großen Strichen hingeworfenem Hintergrund ohne weiteres sich dazu eignet. Hier darf auch das Samenforn des Einafters( von seiner zahl­reichen Verwilderung abgesehen) noch zuweilen aufgehen, wenn eine gottbegnadete Sonne ihre Strahlen darauf fallen läßt, um eine selten gewordene, zarte Blume mit feinem poetischen Hauche zum Lichte zu rufen.

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Unser Stadttheater erstattete gestern Abend dem Einafter den Pflichtteil. Den Reigen eröffnete die Blumenthalsche dramatische Plauderei ann wir altern", die ebenso wie bei ihrer Erstaufführung reichen Erfolg erzielte. Das Stück ist, wie der Dichter schon näher erläutert, eine Plauderei, d. h. es wird darin sehr viel gesprochen und herzlich wenig gehandelt, im ganzen ist es jedoch nicht ohne Geift, nur hätte man es vom Rampenlicht fernhalten und sich mit einer tostbaren Buchausgabe in wirkungsvoller Umschlags­größeres Berdienst, daß sie ihren spröden Rollen soviel Leben zeichnung begnügen sollen. Den Darstellern gebührt um so Der das Alter so fürchtende, einzuhauchen vermochten. seine Worte so geiftvoll einzukleiden vermag, wurde von refignierte und philosophische Marquis von Fargueuil, der Herrn de Georgi sehr natürlich gezeichnet. Namentlich der still entsagende Zug, hinter dem sich nur mühsam die übermenschlich zurückgehaltene Bitternis verbarg, stand Herrn di Giorgi sehr gut. Das Publifum gewährte ihm eine Blumenspende für sein feinschattiertes Spiel. Floit und mit Versailler Hofes erlaubte, dagegen brachte Herr Lüttjohann dem gedämpften Feuer, das die Etiquette der Glanzzeit des seinen jugendlichen Gafton von Rieux auf die Bühne. Er

Rorrespondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer" schreibt: Einen föstlichen Beitrag zum Kapitel von der Schmutkonkurrenz liefert ein Inseratenauftrag, der in seiner Art wohl alles bisher Da­gewesene übertrifft. Der Mann, der sich also berufen fühlt, das chrsame Handwerk der Buchdrucker mit seinen Auf­trägen zu heben", ist ein Herr Rudolf Büchner, der Be­siger einer Samenhandlung, Kunst- und Handelsgärtnerei in Erfurt. Herr Büchner stellte nämlich vor kurzem an ver­siebene Beitungsexpeditionen die Anfrage, ob sie für Ver­öffentlichung eines beiliegenden Inserates als Gegenwert einen halben Zentner seiner Frühfartoffeln in Zahlung nehinen und wieviel mal das Inserat dafür erscheinen würde! Der Preis des in Betracht kommenden zweispaltigen Inserates stelt sich nämlich bei einmaligem Erscheinen auf mindestens stellt sich nämlich bei einmaligem Erscheinen auf mindestens 25 t.( nach Berechnung angezogenen Blattes) während der halbe Zentner Kartoffeln laut Offerte von Büchner zum Breise von 4,50 Mt. angeboten wird. Und dabei verlangt dieser gerissene Geschäftsmann noch zu wissen, wie oft das Inserat dafür erscheinen würde! Es ist einfach föstlich, welche

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