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Berlin, 20. März. Der Minister des Innern, Frhr. v. Hammerstein, ist heute nachmittag Uhr verstorben.

Seit Menschengedenken ist noch kein preußischer Mi­nister des Innern im Amt gestorben überhaupt selten ein Minister. Daher kommt es, daß die Gesundheitsrücksich­ten", die für so vieler Minister Rücktritt den Grund abgeben mußten, in so schlechtem Ansehen standen. Einem Minister, der seinen Abchsied nahm, wurde Krankheit nie geglaubt.

Jetzt ist Freiherr v. Hammerstein im Amt gestorben. Dem zweiundsechzigjährigen Manne hätte man bei seiner ſtatt­lichen Erscheinung wohl noch ein langes Leben zugetraut. Wäre er vor zwei Monaten, wäre er vor acht Tagen zurück­getreten und hätte er Gesundheitsrücksichten" als Grund angegeben, kein Mensch hätte ihm geglaubt. Nun hat er seinen Abschied genommen, ohne ihn erbeten zu haben.

Freiherr v. Hammerstein ist nicht lange genug Miniſter des Innern gewesen, um eine ausgeprägte Politik zu in­augurieren. Ihm fehlte die Zeit, ihm fehlte die Gelegenheit, und so wäre es unbillig, zu sagen, daß ihm die Kraft gefehlt hätte, wenn die Gelegenheit sich bot. Es ist anerkennenswert genug, daß er in ein schwierigstes Amt sich bei hohen Jahren hineingefunden, nachdem er fast ein Menschenalter hindurch außerhalb Preußens amtlich gewirkt hatte: in den Reichs­landen, wo er zulegt Bezirkspräsident von Lothringen ge= wesen. Dort hatte ihn der Kaiser kennen gelernt.

Dem Minister des Innern unterstehen in Preußen alle Verwaltungsbeamten. Für ihn ist deshalb umfassende Per­sonalfenntnis unentbehrlich. Freiherr v. Hammerstein konnte sie nicht ins Amt mitbringen, er hat sie sich erst nachträglich aneignen müssen. Die Beliebtheit, die er in Lothringen genossen, hat er auch in seinem größeren Amt schnell ge­wonnen. Nicht durch bestrickende Liebenswürdigkeit, nicht durch besonders konziliantes Wesen, aber durch seine Ehr­lichkeit, Geradheit, Offenheit. Die Polen und Welfen aus­genommen, hat er keine Feinde gehabt. Auf eine gute Ver­waltung hat er Wert gelegt, nicht auf Häufung der Gesetze. Ein fleißiger Arbeiter ist er gewesen, wie in Met so in Berlin. Er hat im Dienste des Staates bis zur Erschöpfung seiner Kräfte gearbeitet. Ihm ist beschieden gewesen, was ein Größerer sich vergeblich gewünscht hat: in den Sielen zu sterben.

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Minister v. Hammerstein ist einem schweren Anfall von Asthma erlegen, einem Leiden, an dem er schon seit Jahren litt. Diesmal wurde das Herz im Uebermaß in Anspruch genommen, und schließlich setzte ein Schlaganfall dem Leben des Ministers ein Ende. Seine Gemahlin, die erst kürzlich bom Krankenlager aufgestanden ist und jezt zur Erholung in Meran weilt, traf erst abends um 6 Uhr in Berlin ein, fand ihren Gatten also bereits als Leiche vor. Der Kaiser hatte sich über die Krankheit des Ministers dauernd auf dem Laufenden halten lassen, auch die Kaiserin hatte sich wieder­holt nach seinem Befinden erkundigt

Die Lage in Südweftafrika.

Ueber die letzten friegerischen Ereignisse in Südwestafrika geht uns die folgende Situationsschilderung von militärischer Seite zu, die den Zusammenhang der Operationen, ihren Zweck und ihre Aussichten erläutert:

Die jüngsten Nachrichten aus Deutsch- Südwestafrika rei­chen bis zum 18. März. An diesem Tage stand Oberst Deim­ling mit den vereinigten Abteilungen Kampk und Koppy bei Nurudas, im Begriff, zunächst das Gebirge zu säubern. Eine Kompagnie und 2 Geschüße sind unterwegs nach Kosis zur Abteilung Kirchner. Oberst Deimling hat mit dem bei Kouchanas stehenden Major Lengerke, der bis zum 12. März noch keine Berührung mit dem Gegner hatte, durch eine Offizierspatrouille Verbindung hergestellt.

zu beschäftigen haben. Nach der Petition, die in ganz Deutschland ziukulierte, soll Tierquälerei nicht mehr, als Uebertretung, sondern als Vergehen behandelt, die Beſtra­fungsgrenze von 150 Mart auf 1000 Mark hinaufgesetzt und die Bestrafung nicht davon abhängig gemacht werden, daß der Fall öffentlich geschehen ist und tatsächlich ergernis erregt hat. Reichskanzler Graf Bülow, heißt es, hat sich für eine Verschärfung des Strafmaßes ausgesprochen. Bemer­fenswert ist, daß König Friedrich August von Sachsen in dem letzten Gnadenerlaß die Bestrafungen wegen Tierquäle= rei nicht aufgehoben hat.

Die Besorgnis, daß die Erledigung der Kanalvorlage im preußischen Herrenhaus eine Verzögerung erleiden könnte, weil der Minister der öffentlichen Arbeiten Herr v. Budde in den nächsten Tagen in Begleitung des Kaisers zur Mittel­meerreise aufbrechen wird, ist unbegründet. Das Herren­haus, das am 27. März die Beratung der Kanalvorlage be­ginnt, wird mit dieser auch in Abwesenheit des Ministers fertig werden.

Oefterreich- Ungarn.

Die Kabinettsbildung in Ungarn läßt sich nicht länger verschieben. Das Parlament muß eine Regierung haben, das seiner Mehrheit entspricht. Findet sich eine solche Re­gierung nicht, so muß man wenigstens den Anschein erwecken, als ob man sie hätte. Graf Julius Andrassy ist dazu aus­ersehen, ein solches Kulissen- Kabinett zu bilden. Ander­wärts würde man sagen: ein Geschäftsministerium. Doch in Ungarn würde ein solches Ministerium zu allem andern eher als zu Geschäften zugelassen werden. Es müßte denn die Mehrheit sich selbst ihrer Macht entäußern, ihr Programm fahren lassen und zur verantwortungslosen Opposition zurückkehren. Es ist nicht ausgeschlossen, daß das geschieht. Russland.

Es hat den Anschein, als ob der Kampf gegen die auf­ständischen Hottentotten der Entscheidung nahe wäre. Eine gewisse Einschließung des Feindes ist bereits gelungen, so daß ihm der Weg nach Süden nicht mehr offen steht. Die Hauptmasse der Hottentotten ist in den Karrasbergen, was trotz des Wassermangels und der Terrainschwierigkeiten dem Angriff günstiger ist, als die frühere Zersplitterung. Ein anderer Teil der Aufständischen hat mit Hendrik Witboi die Linie des Nosob aufgesucht, vielleicht aus Rücksicht auf die nahe englische Grenze, die er möglicherweise schon einmal überschritten hat. Gegen ihn sind die Majore Meister und b. Estorff mit größeren Abteilungen vorgeschickt. Leider muß als sicher angenommen werden, daß Hendrik Witboi nach Britisch- Betschuanaland entwischt, von dessen Grenze er nur 20 Kilometer entfernt ist. Er ist am Fuß und am Kreuz verwundet. Auch sein Sohn Isaak soll am rechten Auge verwundet sein. Nach anderen Meldungen ist nicht der Sohn Hendrik Witbois- Klein- Hendrik, wie er genannt wurde sondern der Unterfapitän Samuel Isaak der an Auge Verwundete. Die Ostgrenze scheint noch offen zu sein. Dort ist eine regelmäßige Zufluchtsstätte der geschlagenen Hottentotten.

A Wie aus Petersburg gemeldet wird, hat Großfürst Paul, dem vor kurzem erst die Heimkehr gestattet, der frühere Rang wieder eingeräumt worden war, Rußland wieder ver­lassen. Man erzählt, er sei nur berufen worden, damit ein Großfürst da sei, der der Beisetung der Leiche des Groß­fürsten Sergius beiwohnt. In Baku muß bei den jüngsten Unruhen recht ausgiebig geplündert worden sein. In Kasan hat man am Samstag einen von auswärts zu­gereisten Mann verhaftet, der für 200 000 Rubel Wert­papiere verkaufen wollte, die aus den Räubereien in Baku stammten. Bei seiner Ergreifung machte der Mann einen Selbstmordversuch. Im Kreise Minsk haben Unruhen stattgefunden, die die Entsendung von 3 Schwadronen Dra­goner notwendig machten. Geheimrat Seveginzew ist mit der Spezialmission betraut worden, die Bauernbewegung zu unterdrücken und ihre Ursachen festzustellen.

Der Postdampfer Ernst Wörmann" ist am Montag aus Deutsch- Südwestafrika in Hamburg eingetroffen, mit einem Trupp Rekonvaleszenten und Verwundeten an Bord( 6 Offi­giere, 18 Unteroffiziere und 52 Reiter). Der Dampfer hat auch die Leiche des im Kampf mit den Witbois gefallenen Leutnants Seebeck mitgebracht, für den am Petersenquai eine militärische Trauerfeier abgehalten wurde. Ein kleiner Altar war errichtet worden. Zahlreiche Offiziere des 9. Armeekorps, Vertreter des Senats und der Woermannlinie nahmen an der Feier teil. Militär- Oberpfarrer zierachs­Altona hielt die Trauerrede. Die Leiche wurde nach Berlin üb rgeführt, wo die Beisezung auf dem Zwölf Apostel- Kirch­ho, stattfinden wird.

Die Dolitik.

Afrika.

Die italienische Regierung hat durch ihren DecTreler Bestalozza mit dem Mullah ein freundliches Uebereinkommen getroffen, das auch England zugute kommt und ihm die Fortsetzung der kostspieligen militärischen Operationen in Somaliland erspart. Der Mullah verpflichtet sich danach, England und Italien gegenüber Frieden zu halten, erkennt die italienische Schußherrschaft an, in deren Gebiet er sich niederläßt und die bei ihm einen Residenten unterhält. n dem dem Mullah zugewiesenen Gebiet ist Wassen- und Sklavenhandel untersagt.

Die Mittelmeerreise unseres Kaisers wird ihn diesmal auch an die Küste Marokkos führen. Er wird in Tanger landen, woselbst ihm große Ehrungen von seiten der deutschen Solonie zugedacht sind. Zugleich wird er auch eine Zu­sammenkunft mit einem Beauftragten des Sultans haben, der man, speziell in England, eine hohe politische Bedeutung beimißt

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Der Reichstag wird sich demnächst mit einer Petition um Verschärfung der Strafbestimmungen wegen Tierquälerei

Amerika.

Deutfcher Reichstag.

CB Berlin, 20. März.

( 168. Sigung.) Die zweite Beratung des Gesezentwurfes, betreffend die Friedenspräsenz stärke, der von den Militärvor= lagen zuerst in Angriff genommen wurde, nahm einen sehr ruhigen Verlauf. Die meisten Redner glaubten sich auf ganz kurze Bemerkungen beschränken zu können, da die Be­stätigung der von der Budgetkommission gefaßten Beschlüsse durch das Plenum von vornherein feststand. Der Entwurf der Regierung sieht die allmähliche Erhöhung der Friedens­präsenzstärke derart vor, daß sie im Laufe des Rechnungs. jahres 1909 die Zahl von 505 839 Gemeinen, Gefreiten und Obergefreiten erreicht und in dieser Höhe bis zum 31. März 1910 bestehen bleibt. Die Kommission hat beschlossen, daß hiervon 2000 Dekonomiehandwerker abgehen sollen, für deren Ersatz durch Zivilhandwerker die Vorbereitungen spa testens bis zum 31. März 1910 im Etat zu treffen sind. Ferner beantragt die Kommission, daß von den neu gefor­derten 28 Eskadrons Kavallerie die letzten 10 nicht bis zum Schluß des Rechnungsjahres 1909, sondern erst im Jahre 1910 gebildet werden. Der sozialdemokratische Abg. Bebel bekämpfte zwar die Vorlage mit längeren Ausführungen, aber er tat es nicht mit dem gewohnten Glan; das Haus hörte kaum nach dem hin, was er sagte, und seine Partei­freunde brachten, als er schloß, nur ein schwächliches Bravo auf. Außer ihm stellte sich nur noch der Abg. Dr. Müller­Sagan namens der freisinnigen Volkspartei auf einen ab­lehnenden Standpunkt; alle übrigen Redner empfahlen die Annahme der Vorlage. So konnte sich auch der Kriegs­minister von Einem bei deren Vertretung auf wenige Säge beschränken, die er in eine wißige, das Haus in gute Laune verseßende Form zu kleiden wußte. Noch nicht ganz drei Stunden waren vergangen, als bereits der Schluß der Diskussion verkündet und die Vorlage mit großer Mehrheit angenommen wurde. Es folgte der Gesetzentwurf, be­treffend die Aenderung der Wehrpflicht, durch den die zweijährige Dienstzeit für alle Truppengattungen außer der Kavallerie und reitenden Feldartillerie gesehlich festgelegt wird. Dazu hat die freisinnige Volkspartei eine Resolution betreffend gesetzliche Regelung der Vorbedingun­gen für den Einjährig- Freiwilligendienst eingebracht. Die Sozialdemokraten wollen noch weiter gehen, sie beantragen Abschaffung dieses Dienstes und außerdem die zweijährige Dienstzeit für alle Truppenteile ohne Ausnahme. Dieser Antrag wurde von allen Seiten bekämpft, während die frei ſinniae Reſolution mehrfache Zustimmung fand

Der Präsident Castro von Venezuela spielt hohes Spiel. Er muß sich hoher Protektion sicher fühlen oder ganz ver­zweifelt sein. Nachdem er durch Vergewaltigung der fran­zösischen Kabelgesellschaft Frankreich aufgebracht hat, ist er jezt dazu geschritten, auch italienische Kriegsschiffe heranzu­ziehen, da er die an eine italienische Gesellschaft verpachteten Guanta Naricual- Kohlenbergwerfe bei Barcelona durch Truppen hat beseßen lassen. Er könnte nicht anders handeln, menn er verrückt oder wenn er der Ansicht wäre, daß die Ver­einigten Staaten ihr diesmal gegen die Europäer helfen müßten.

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Hof und Gefellschaft.

Der Kaiser besichtigte am Montag im Ererzier­hause zu Potsdam, wohin er sich von Berlin aus im Auto­mobil begeben hatte, die 2. Kompagnie des 1. Garde- Regi­ments z. F., die unter Befehl des Kronprinzen steht. In­zwischen waren die übrigen Kompagnien des Regiments herangezogen, und es erfolgte ein zweimaliger ParaSemarsch, Anwesend waren die direkten Vorgesetzten und viele fremd­herrliche Offiziere. Nach Beendigung der Vorstellung gab sich der Kaiser zu zuß nach dem Stasino des Regiments, wo er vas Frühstück einnahm.

Heer und flotte.

Ein neues Riesengeschüß. Bei Sandy Hook wurde, wie aus Newyork gemeldet wird, das neue, von Brown erfundene sechszöllige Drahtrohrgeschütz mit zusammengeseztem Rohr geprüft. Es feuerte ein hundertpfündiges Geschütz mit einer Bulverladung von 70 Pfund unter einem Druck von 43 684 Pfund auf den Geviertzoll ab und erreichte eine Geschwindig­teit von 1176(!) Meter in der Sekunde. Eine derartige Anfangsgeschwindigkeit wäre allerdings bisher noch nicht

dagewesen.

Die Unterseebootskrankheit. Es läßt sich denken, daß der längere und häufige Aufenthalt in einem Unterseeboot nicht gerade sehr günstig auf die Gesundheit wirkt. Wenn auch genügende Vorrichtungen dafür getroffen sind, daß die Besatzung unter Wasser nicht gerade an Luftmangel leidet, so wird doch die Atmosphäre in einem solchen Fahrzeug kaum eine sehr gute und frische sein. Die Frage, ob der Dienst im Unterseeboot geradezu als gesundheitsschädlich zu bezeichnen sei, ist von den französischen Gerichten in einem Fall be­jahend entschieden worden. Frankreich ist bisher das klassische Land der Unterseeboote gewesen, und man hat da­her dort in dieser Hinsicht die meisten Erfahrungen sammeln können. Kürzlich hatte nun die Witwe cines französischen Seeoffiziers die Bewilligung einer Pension beantragt, mit der Begründung, daß die Ursache des Todes ihres Gatten ein zweijähriger Dienst auf Unterseebooten gewesen sei. In dem Gesuch wurde behauptet, daß die Lebensbedingungen auf einem Unterseeboot endemische Krankheiten erzeugen und daß der fragliche Offizier einer rheumatischen Herz­hautentzündung erlegen wäre, die auf eine solche Entstehung zurückgeführt werden müßte. Das Gericht entschied zu gunsten dieser Annahme und sprach der Witwe die verlangte Pension zu. Ermutigend wird diese Tatsache auf die Ein­führung von Unterseebooten nicht wirken

Jab und Fern.

* Die Finanzlage der Gräfin Montignoso ist alles andere als glänzend. Sie hat ihre italienischen Dienstboten entlassen und aus der teuren Villa Papiniano" fortziehen müssen, um sich in einem untergeordneten Hotel in Fiesole einzu mieten. Im vorigen Jahre hat sie an ihre Anwälte allein 15 000 Mark zahlen müssen. Troß ihrer prefären Lage hat aber Gräfin Montignoso die in Dresden gesammelte und ihr telegraphisch angebotene Geldunterstützung abgelehnt Sie soll ihre Forderungen an den sächsischen Hof erhöht haben.

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Ein Prinz in Examensnöten. Prinz Christian, der zu fünftige König von Dänemark, unterwarf sich dieser Tage in der Kopenhagener Navigationsschule dem Eramen für Schiffer für kleine Fahrt, um die Befähigung nachzuweisen, ein Segelschiff in den dänischen Gewässern verantwortlich zu führen. Der Prinz ist, wie alle seine Landsleute, ein leiden schaftlicher Anhänger des Wassersports und bedarf de Examens, um ohne Steuermann sein Boot führen zu dürfen. Das Schiffer- Gramen wird öffentlich abgenommen, und dies mal fanden sich die Zuhörer natürlich reichlich ein. Die Prüfung verlief unter großer Aufmerksamkeit der Zuhörer schaft, die oft in kräftige Beifallskundgebungen ausbrach, die den Prüfling sichtlich erfreuten. Schließlich war die ein gehende Prüfung beendet, und nach kurzer Beratung des Komitees händigte man dem Prinzen das Zeugnis aus; es lautete auf 20 Points, was der Empfänger nach Entfaltung des Papieres der neugierigen Menge freudestrahlend ver riet. Der Prinz hatte alle Fragen bis auf eine richtig be antwortet und fonnte darum das Maximum von 21 Points nicht beanspruchen. Er hatte sich um eine Seemeile ver rechnet.

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Der König als Preisgewinner. Der alljährlich zur Verteilung gelangende große Preis aus der Nobel- Stiftung soll diesmal dem König Victor Emanuel von Stalien zuer teilt werden. Begründet wird die Zuerkennung des Preis an den König damit, daß er die erfolgreiche Initiative zur Gründung des internationalen landwirtschaftlichen Institu ergriffen hat.

Der Dandy als Mörder. Ein junger Deutscher, der sid in Venedig aufhielt und dort durch sein höchst elegantes Au­treten das Augenmerk auf sich gezogen hatte, ist seit einiger verschwunden. Er wird von der Polizei eifrig gesucht, da im Verdacht steht, eine Dame der Halbwelt ermordet haben.

Ein aufregender Vorfall ereignete sich im Gerichts gebäude zu Hohenmauth in Böhmen. Das im 49. Lebens jahre stehende Fräulein Brozek hatte ihr Vermögen von 40 000 kronen in der kleinen Lotterie verspielt, und es wurde ihr deshalb von ihrer Schwester das Quartier ge kündigt. Aus Rache zündete sie nun das Haus der Schwester an. Als die Brozek gerichtlich vernommen werden soll rannte sie an ein Fenster im Gerichtsgebäude, riß es auf u stürzte sich hinaus. Mit zerschmettertem Stopfe blieb sie bt auf dem Straßenpflaster liegen.

Ein böser Hausgeselle. In Augsburg hielt sich der haber einer Spielwarenhandlung eine Bulldogge. Das Tie muß plößlich in eine Art Raserei versezt sein, denn er alto fierte die Ehefrau seines Herrn und biß ihr die Nase vol ständig ab. Die junge Frau mußte ins Krankenhaus ge wurde erschossen.

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Verunglückte Retter. In der Rushrun- Kohlengrube in West- Virginia ereignete sich ein schreckliches Unglück, das viele Menschenleben zum Opfer forderte. Durch eine Explosion kamen 10 Arbeiter zu Schaden. Alsbald fuhr eine Rettungs Abteilung in die Grube. Kaum war sie dort angelangt, als eine zweite Explosion folgte. Durch diese wurde die ganze Rettungsmannschaft in Stärke von 14 Mann getötet, so daß nun auch die ersten 10 Verunglückten als verloren gelten müssen

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