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Rußland an. Das war vor dem ostasiatischen Krieg. Die entschiedene Ablehnung, die er erfuhr, hat König Eduard his zur Stunde nicht verschmerzt und nicht verziehen. Mancherlei Vorkommnisse der letzten Zeit bringen dafür den Beweis. Das darf natürlich die englische Presse nicht sagen. Sie hält an dem Grundsatz fest: the king cannot do wrony" Der König fann fein Unrecht tun" und geht davon aus, daß der König, der sich nicht der Vermittelung seiner verantwort= lichen Minister bedient, lediglich als Privatperson handle, für die Regierung Englands nicht verpflichtend. Des Königs Privathandlungen aber bespricht man aus Loyalität nicht öffentlich. Diese Loyalität ist löblich. Aber, a bissele Falsch­heit ist allweil dabei": Man ist doppelt gern loyal gegen den König, weil man zugleich um so illoyaler gegen Deutschland sein kann.

Man erinnert sich der Broschüren österreichischen Ur­sprungs, die von angeblichen Hohenzollernschen Umtrieben gegen die Habsburger und Aspirationen auf den russischen Thron orakelten. Auch hier scheiterte der Versuch kläglich, Mißtrauen gegen Deutschland und gegen das deutsche Kaiser­haus zu erwecke.. Dank der unverbrüchlichen Ehrlichleit deutscher Politik waren alle Intriguen vergeblich. Dabei soll es und wird es auch bleiben. Aber die Augen müssen wir offen halten.

( Eig. Bericht.)

Die Königswahl.

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Christiania, 18. November. Obwohl nach dem Ergebnis der Volksabstimmung der Ausfall der Königswahl nicht mehr zweifelhaft sein konnte, bot Christiana an dem heutigen denkwürdigen Tage ein un­geahntes Bild. Von den frühen Morgenstunden an wogte eine festlich gekleidete Menge durch die Straßen; namentlich das Parla­die Gegend um das Storthings- Bygnings mentsgebäude der große Eidsvoldsplaß, der Platz vor der Universität und die Nebenstraßen waren von Scharen schaulustiger Bürger besetzt, die die zur Sigung fahrenden Mitglieder des Storthings, voran den Präsidenten Berner mit stürmischen Zurufen begrüßte. Die öffentlichen Gebäude und die meisten Privathäuser, ebenso die im Hafen liegenden Schiffe zeigten reichen Flaggenschmuck. Die Stimmung ist eine frohe. Soll doch Norwegen nach fast 600 Jahren wieder einen eignen, unabhängigen Herrscher erhalten. Die paar Tausend Stimmen, die nicht gegen den zu wählenden König, fnndern nur gegen die Staatsform der Monarchie abgegeben worden sind, fallen der überwältigenden Mehrheit für die Königswahl gegenüber fast nicht ins Gewicht und die Loyali­tät des Norwegers bürgt dafür, daß auch von Seiten der Opposition die Lage anerkannt werden wird. Das zeigt sich schon heute an dem Verhalten der Be­bölfering. Die Sigung des Storthings selbst war nur kurz. Nachdem Präsident Berner die Ergebnisse der Volksabstimmung verlesen, und Ministerpäsident Michelsen den Vorschlag des Prinzen Karl im Namen des Staatsrats mitgeteilt hatte, vollzog sich die Wahl, deren Re­sultat der draußen harrenden Menge furz darauf bekannt ge= geben wurde. Die Nachricht erregte ungeheuren Jubel. Stürmische Heilrufe auf Karl V. erschollen, in die sich die Klänge der Nationalhymne und die Salutschüsse von der Festung Akershus und den Schiffen im Hafen mischten. Unter fortges sten Begeisterungsfundgebungen zerstreuten sich die Versammelten durch die Stadt, die noch stundenlang wie ein brausendes Meer von den Freudezeichen der Menge widerhallte.

Nachmittag begibt sich die Deputation unter Führung des Storthingpräsidenten Berner nach Kopenhagen, um den König abzuholen. Die Abreise des Königspaares ist auf den 23. festgesetzt, der Einzug in Christiania auf den 25. Novent ber. König Karl V. wird bei Moos von einem norwegischen Krieg schiff erwartet, das die fönigliche Familie aufnimmt und unter Begleitung dänischer, deutscher, englischer und nor­wegischer Geschwader hierher bringt. Für die Einzugsfest lichkeiten werden umfassende Vorbereitungen getroffen. Christia nia geht einer Reihe glänzender Festtage entgegen.

Die Situation in Rußland. Uneinigkeit überall! In diesem Zeichen steht das Zaren­reich. Nirgends entdeckt man einen leitenden Gedanken, noch weniger eine überragende Persönlichkeit, um aus den Wirr­nissen herauszukommen. Schwankend ist alles, die Regierung, die Parteien, das Volk. Der Generalstreit ist proklamiert; aber er kommt nicht zustande. Die Konstitution ist gegeben; allein sie wird nicht verwirklicht. Die Militär- Diktatur schwebt als drohende Wolke über dem Ganzen; und doch scheut man an entscheidender Telle vor dem Aeußersten zurück, das, auf Gewalt sich gründend, fortwährend Gewalt= taten gebären müßie. Der Zar selber mag den besten Willen haben, als fonftitutioneller Herrscher zu regieren; indessen er ist in absolutistischen Ideen aufgewachsen und vermag, eben­sowenig wie ein anderer Sterblicher aus seiner Haut heraus­zukommen. So nimmt er wichtige Regierungshandlungen bor, ohne, wie er als verfassungsmäßiger Monarch verpflichtet wäre, seinen verantwortlichen Ministerpräsidenten, den Grafen Witte, zu Rate zu ziehen.

Auf diesem Boden müssen die Wirrsale wachsen, der Kampf aller gegen alle tritt immer deutlicher in die Er­scheinung, und die Frage ist wohl berechtigt, wie dieser Zu­stand noch enden soll. Ein dumpfer Druck liegt über dem ganzen Leben, und der Schrecken regiert die Stunde. Das Eigentum ist vogelfrei, und das Leben ist stetig gefährdet. Die Not erhebt ihr Haupt, und unter ihrem zersetzenden Ein­fluß lösen fich alle Bande der Gesellschaft. Der alte Ur­stand der Kultur kehrt wieder, wo Mensch dem Menschen gegenübertritt." Das Wort des Dichters wird zur Wahrheit

Nab und fern.

Belohnung einer mutigen Retterin. Bei dem furchtbaren Brandunglück, das im vorigen Jahre den Ort Bolewiz bei Neutomischel heimsuchte, hatte sich Fräulein Else Berger aus Seehaus, die sich vorübergehend in der Provinz Posen aufhält, in besonderer Weise ausgezeichnet. Als Anerkennung hierfür wurde ihr vom Kaiser die Rote­Kreuzmedaille 3. Klasse und von der Kaiserin zwei kostbare Basen übersandt.

nicht im innersten Afrika jenseits der Grenze der Kultur­welt, sondern im Osten Europas, und der unmittelbare Anblick der entfesselten Bestie im Menschen ist geeignet, die Leiden­schaften über die Grenzen des Landes hinaus zu erregen, in dem die Gesetzlosigkeit die Friedelosigkeit auf den Thron erhebt.

Wann wird ein Retter dem Zarenreiche fommen? Schreckensvoll ist der Pfad, den zu wandeln dem unglücklichen Russenvolk beschieden ist. Blut und Unheil bezeichnen seinen Lauf!

Kunft und Wiffenfchaft.

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Bergmannslos. Schwere Unglücksfälle haben den Tod mehrerer braver Bergleute zur Folge gehabt. Auf der Zeche Königsborn bei Essen wurden zwei Bergleute durch fallendes Gestein erschlagen. In Heppenheim tötete ein zu früh entladener Sprengschuß drei Arbeiter in einem Stein­bruch und verlegte einen lebensgefährlich. Ein Gruben­brand erfaßte drei Schächte der Karpatengesellschaft in Borgslaw. Der Schaden ist noch nicht zu übersehen, ver­mutlich sind auch hier Verluste an Menschenleben zu be= flagen.

MK. Ein Schiff geschenkt für die Grönland- Erpedi­tion. Der Herzog von Orleans hat das Schiff Belgica" Mylius Erichsen, dem Urheber der dänischen Expedition, die gegenwärtig zur Erforschung der noch unbekannten Teile der Nordostküste von Grönland ausgerüstet wird, überlassen. Der Herzog hat ferner Erichsen die meteorologischen und ozeano­graphischen Instrumente, die sich an Bord befanden, zum Geschenk gemacht.

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Mißglückter Ehrgeiz. Ein Ulan in Hanau wurde in der letzten Woche auf Posten mit einem Messerstich in der Brust aufgefunden und behauptete, überfallen worden zu sein. Jetzt hat er eingestanden, daß er sich den Stich selbst beige­bracht habe, um wegen mutigen Verhaltens auf Posten Ge­freiter zu werden. Der Ehrgeiz wird ihm aber wohl teuer zu stehen kommen.

Feuer in einer Leinenwarenfabrif. Die große Leinenmarenfabrik Gemeinert ist durch einen Riesenbrand ein­geäschert worden. Der Schaden ist sehr erheblich, da faſt sämtliche Maschinen mitverbrannten. Die 700 Arbeiter der Fabrik sind dadurch vorläufig brotlos geworden.

Entsprungener Verbrecher. Auf der Fahrt von Leipzig nach Berlin ist es einem gefährlichen Einbrecher, dem Reisenden" Andreas Woywada gelungen, zu entfliehen. W. sollte aus der Jrrenanstalt Leipzig, wo er sich als ,, wilder Mann" aufgespielt hatte, nach der Anstalt Herzberge bei Berlin gebracht werden. Er hat u. a. den großen Einbruch im Warenhaus Polich in Leipzig verübt.

Tod in den Fluten. Der Lübecker Dampfer ,, Horn­stein" strandete auf der Fahrt von Narwa nach Zaandam bei Wismar. 6 Mann der Besatzung wurden gerettet; der Kapitän und 14 Matrosen werden vermißt und sind vermut­lich ertrunken.

Brand eines Arsenals. In der Patronenhülsen­fabrit des Zeughauses zu Rennes, dem bekannten französi­schen Wassenplatze, brach ein Brand aus, der das ganze Arsenal zerstörte. Große Mengen Patronen sind durch Ex­plosion vernichtet; Menschen wurden nicht verletzt. Es ist nach den letzten Streifunruhen nicht ausgeschlossen, daß Brandstiftung vorliegt.

Drei Arbeiter durch Gerüsteinsturz getötet. Beim Einsturz eines Baugerüstes im französischen Hafen Redon wurden von 15 darauf beschäftigten Arbeitern drei getötet, neun lebensgefährlich, die übrigen leicht verletzt. Anscheinend war das Gerüst zu stark belastet.

Einsturz einer Holzbrücke. In einem Steinbruch in dem französischen Orte Rochefort- en- Terre stürzte die Holz­brücke ein, als sich auf ihr 19 Arbeiter befanden. Drei Arbeiter wurden getötet und die übrigen fast alle schwer

berlegt.

Zehnjähriger Mörder. Die Schreckenstat eines zehnjährigen Knaben versetzte den ungarischen Ort Piraus in fregung. Nach Genuß einer Flasche Likör erschoß der Junge seine Schwester mit einent Revolver und entfloh. Das Bürschchen konnte noch nicht gefaßt werden.

Eine entflohene Brinze fin. Die Gemahlin des egyptischen Prinzen Said Bey ist in Begleitung ihrer Gon­vernante aus Konstantinopel geflohen und hat sich nach Frankreich gewandt, das ihr wahrscheinlich besser gefallen hat, als die Türkei. Die Flucht geschah mit Hilfe des Kapitäns eines französischen Dampfers, den die Prinzessin ins Ver­trauen gezogen batte.

Die älteste Frau. Im städtischen Armenhause zu Budapest ist die Witwe Borsos gestorben. Sie hat ein Alter von 117 Jahren erreicht und war damit die älteste Frau der ganzen Welt.

+ Eisenbahnzug und Dampfwalze. In der Nähe der Station Rheda in Westfalen stieß ein Güterzug bei einem Chaussee- Uebergang auf eine Dampfwalze. Ein Führer der Walze war sofort tot, ein anderer und ein Kind find tötlich verlegt, einem anderen Kinde wurde ein Bein abgefahren.

Ein Tobsüchtiger. Drei Studenten des Binzer Tech­nikums waren in der Wohnung des einen zusammen, als plötzlich der 19 jährige Student Borty aus dem Fenster sprang. Er geriet auf den Deckel einer Abortsgrube und fiel in diese hinein. Ein Komilitone wollte ihn retten, ver­schwand aber auch in der Grube. Borty ist tot, der Kamerad wurde gerettet, verfiel aber ebenfalls in Tobsucht.

Hus dem Gerichtsfaal.

Die auf­

§ Der Kwilediprozeß wieder vertagt. sehen erregende Verhandlung gegen die Gräfin Kwilecka wegen eventueller Herausgabe ihres Kindes an die Weichensteller­frau Meyer ist noch nicht zum Abschluß gekommen. Das Landgericht Posen hat nach längerer Beratung neue Beweis­aufnahmen beschlossen und den Prozeß wiederum vertagt.

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er

§ Der Prozeß Leckow. Leutnant von Leckow in Lissa war wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgange hatte bei einem nächtlichen Straßenauflauf den Haushälter Rösch erschossen zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Das Oberfriegsgericht hob dieses Urteil auf und erkannte gegen den Angeklagten auf zwei Monate Gefängnis und Entlassung aus der Armee.

der Krankenkasse, welche später entdeckte, daß es für den Anspruch auf Rente in ganz eigenartig liegenden Fällen auch genügen solle, wenn drei zuverlässige Bürger des betreffenden Ortes in bestimmter Weise die in Rede stehende Tätigkeit zu bezeugen vermöchten. Zufällig wußte er selbst davon, daß der Kutscher bei der Dame Pferde geputzt hatte, und es ge­lang ihm auch, noch zwei andere Bürger zu ermitteln, die dieselbe Wahrnehmung gemacht hatten. Auf Grund des Zeugnisses dieser drei Burger bekam der Kutscher in furzer Zeit seine Rente. Sie wurde ihm sogar auf vier Jahre nachbewilligt.

Der

§ Ein russischer Spion verurteilt. Das Reichsgericht berurteilte den angeblichen Studenten der Handelswissen­schaft Ladislaus Pawlowski aus Warschau zu drei Jahren Zuchthaus, sechs Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Er war verhaftet worden, als er Aufnahmen bon Schanzen bei Fort Woldemar bei Posen machte. Angeklagte war geständig, daß er für die russische Regierung Spionage getrieben habe. Auf Ehrverlust mußte trotz des jugendlichen Alters des Angeklagten erkannt werden, weil er die Straftat zum Teil des Erwerbs wegen begangen hatte. § Nachbewilligung von Invalidenrente. Ein alte Kutscher in Weimar war mit seinem Anspruch auf Invaliden­rente abgewiesen worden, weil ihm einige Marken fehlten und er eine Dame, bei der er in fehlender Zeit tätig gewesen, nicht ermitteln konnte. Er erzählte den Fall dem Vorsitzenden der Krankenkasse, welche später entdeckte, daß es für den Anspruch auf Rente in ganz eigenartig liegenden Fällen auch genügen solle, wenn drei zuverlässige Bürger des betreffenden Ortes in bestimmter Weise die in Rede stehende Tätigkeit zu bezeugen vermöchten. Zufällig wußte er selbst davon, daß der Kutscher bei der Dame Pferde geputzt hatte, und es ge­lang ihm auch, noch zwei andere Bürger zu ermitteln, die dieselbe Wahrnehmung gemacht hatten. Auf Grund des Zeugnisses dieser drei Bürger bekam der Kutscher in furzer Beit seine Rente. Sie wurde ihm sogar auf vier Jahre nachbewilligt.

§ Nahrungsmittelverfälschung. Unter der Anklage, Wurst, Käse und Schmalz in efelerregender Weise verfälscht zu haben, hatten sich der Kaufmann Perscht, dessen Sohn, der Schlächtermeister Behnke, Schlächtergeselle Fischer und ein Angestellter vor der Berliner Straffammer zu verantworten. Die Anklage legte ihnen zur Last, daß sie verdorbenes Schmalz umgebraten und als rein verkauft, fauliges und Pferdefleisch in Wurst vero heitet, se von anhaftenden Milben gesäubert und als frisch geliefert hätten usw. Perscht, der mehrere Filialen in der Provinz unterhält, und seine Angestellten wurden freigesprochen, da ihnen die Mittäter­Behnke wurde schaft nicht nachgewiesen werden konnte. zu sechs Monaten, Fischer zu drei Monaten Gefängnis berurteilt.

§ Nachbewilligung von Invalidenrente. Ein alter Kutscher in Weimar war mit seinem Anspruch auf Invaliden rerie abgewiesen worden, weil ihm einige Warfen fehlten und er eine Dame, bei der er in fehlender Zeit tätig gencsen, nicht ermitteln konnte. Er erzählte den Fall de Bufenden

Gedenktafel für den 21. November. 1694. Voltaire*.- 1700. Sieg Karls XII. von Schweden über die Russen bei Narwa. 1768. Schleier­macher*. 1800. Literarhistoriker Vilmar. Heinrich von Kleist. 1886. Historifer Schere.

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1811.

Tagesordnung üb winkel bon läßt, al eines Amtes aud Anders ist es unb follen ausschließli Sier mögen die Sozi tiver Arbeit zu ganz anders als bie funftsstaat, beffen fozialistischen Führer

Das neue Landtagspräsidium. Unter dieser Ueberschrift bringt die Offenb. 8tg." einen Artikel, dem wir die nachstehenden Ausführungen entnehmen. Fragt man nach den Gründen des im ganzen erfreulichen Wahlergebnisses, so ist zu erwidern, daß bas einmütige Busammengehen der bürgerlichen Barteien allein die Niederlage der Sozialisten bewirkte. Angeetelt von der Roheit der sozialistischen Presse, von dem Ueber­mut der Häuptlinge, den Ausschreitungen der Genossen, traten in allen Wahlkreisen, wo der Sozialist in Frage stand, die Bürgerlichen in ftarten Reihen an.

Den Liberalen verdankt das Zentrum die Wahl eines Führers in Mainz- Land. Umgekehrt trat das Zentrum bis zum letzten Mann in Wöllstein, Fürth, Vilbel und auch Isenburg, Langen für die Liberalen ein. Möge diese fried­liche Entwickelung ihren weiteren Lauf nehmen, dies dient sicherlich zum Heile Hessens. Mögen die Bürgerlichen aber auch ihre Konsequenz ziehen. Schon hat man dem Abge­ordneten Reinhart Borms angefonnen, unter allen Um­ständen gegen die Wahl von Ulrich ins Präsidium zu stimmen. Es dürfte zwar selten sein, daß dies für alle Lieberalen maßgebend sein wird. Man wird eben auch vom Zentrum erwarten dürfen, daß es diesmal nicht einen Ulrich wählt und damit in Gemeinschaft mit den Liberalen einer allgemeinen Anschauung entspricht. Vielleicht fommen dann auch höhere Kreise zur Einsicht, daß es eine ge­fährliche Politif ist, mit dem Feuer zu spielen, welches, wie das Offenb. Abendblatt" schreibt, bon Osten her in hellem Scheine strahlt".

* Die Prüf Gerichtsvollzieher teilungen ftatt: für 11. Dezember.

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Städtische Gießen, die vor ein Eisenwerken die mit retenhütte fäuflich erwa anfäufe vorgenommen und Lahn über 720 Berpachtungen des e und Lagerhauszwede finanziell so günftige eine Verlängerung b 8wrde ausführte. Ea fchloffenen Gelände fin Derpochtet.

An unserer Ansicht über die Wahl eines Sozialisten in das Päsidium fann auch der Umstand, ob die Sozialisten 5 oder 6 oder 8 oder 10 Mandate haben, nicht das Min­deste ändern. Eine Partei, welche demonstrativ den Land­tage saal verläßt, wenn ein Hoch auf den Landesherrn aus­gebracht wird, welche ihre Teilnahme an den Kammer- Aus­flügen davon abhängig macht, daß kein Hoch auf den Fürsten ausgebracht wird, welche den nächsten Anverwandten des Großherzogs als lästigen Ausländer" bezeichnet, welche jede Revolution, auch in der blutigsten Form und rohesten Er­scheinung, verherrlicht und ihren Anhängern als Beispiel, dem nachzuahmen sei, darstellt, gehört nicht in den Vorstand eines Parlaments, namentlich dann nicht, wenn von diesem Vorstand auch althergebrachte Formen verlangt werden. Es ist wirk­lich fein schöner Anblid gewesen, wenn man sah, wie der Herr Schriftführer Urich eiligst von seinem erhöhten" Poften verschwand und mit seinen Untergenossen zur Türe hinaus­lief, wenn irgend etwas" Tynastisches" bevorstand.

tt Stadttheater aus Abonnentenfreisen Rater Lampe" a denivorstellung zur Au um haben befanntlich Bert mit gleidh großem Aufführung die ligte hireicher Befuch ber B ** Der von dem werbeverein Gießen au fentliche Vortrag ift dem p gewidmet, indem sein berufe menn einige feiner Dich monn ift dem Gießener

dannt. Seine vorjährige gigen Triumphe für ihn.

he Gesellschaftshauses statt ** Turnverein G brigen intervergnügung Gießen, gegr. 1846, mit fe ohlgelungenen Winterfeft.

war bis auf den legten B oort eine heitere Stimmung aufgestellte Programm war befucher in Nu die beste Se benan stehen die wunde kammern der hi- figen Regts ichiedenen Soli für Violi Bieß und fein Partner ernt Fi Rufifdirettor Krauße, b mufitalischen Teil übernomme Deranlagt fah. Die Beja es L.B. lieferten den Bem en fönnen. Herr Raften, Swechselung der Lieder einer

einig mit feinem Gedanken, nge Leute den Bestrebunge Then wir ein rubiges Bahn. In humoristischer R Weit angebrachte Schwein Ball fand. Auch hier m bere Enfagen ergänzt Teilnehmer aufs angene

Yes Gebotenen regte fich die und hier fann verraten wer der Männer und der D hungen den vorherge Fanden Das Turnen am Leitungen rief ftetes Bro dwingen der Männer- od Diefe Uebung zeigte for Surner Erholung und erben tann, wie ihm Stunde inmitten frober ebiegene angenehine Be at den Eindrud bes

Wer A sagt, muß au sagen. Bei der Partei zersplitterung unseres Landtages und bei dem Umstand, daß nur ein Teil er bäuerlichen Abgeordneten in einer Fraktion vereinigt sind, fönnte es wohl möglich sein, daß die Sozialisten mit 6 oder 7 Leuten die dritte Stelle einnehmen. Wäre ihr Anspruch auf einen Schriftführer anerkannt worden, so müßten sie dann konsequent den dritten Präsidenten haben.

Daß dies aber den Anschauungen weiter Volksfreife nicht entspricht, liegt auf der Hand. Und die Stimme des Bolles ist auch in diesem Falle die Stimme des Rechtes. Das Präsidium ist eine repräsentative Rörperschaft d. h. neben der Führung der inneren Geschäfte liegt ihm vor allem ob, die Fühlung mit der Regierung einerseits, mit der Krone anderseits aufrecht zu erhalten. Damit erwächst ihm natürlich auch die Aufgabe, sich den Anstandepfl chten zu unterziehen, die man in einem bürgerlichen Staatswesen und vorläufig leben wir noch in einem solchen dem Landesfürsten gegenüber für nötig erachtet. Wer die E füllung dieser Verpflichtung ver weigert, stellt sich eben außerhalb des Bodens unserer Staats verfassung und fann sich nicht darüber beklagen, wenn die Majorität, die die herrschende Gesellschafts­ordnung zu vertreten hat, solange über ihn hinweg

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