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Nr. 118.
Erites Blatt.
Jufertionpreis: Die einfaltige etielle für ganz Oberbeffen, die Krete Behtar and Marburg 10 ffonft 15 Bfg. Reklamen bie elle 30 refp. 40 fg.
Redaktion u. Hauptgpedition: teßen, Seltersweg 83. Fernsprechanhink Nr. 302.
Samstag, den 20. Mai 1905.
Gießener
14. Jahrgang
Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfs., in's Haus gebrada O Pig., durch die Post bezogen vierteljährl. f. 1.50. Craik beilagen: Obesheftiche Familienzeitung( täglich) und die Sickoner Ceifenblasen( wöchentlich). Das Flatt et id etat an allen Werktagen nachmittags.
Neueste Nachrichten
( Gießener Tageblatt)
Anabhängige Tageszeitung
( Gießener Zeitung)
für Oberheffen und die Kretse Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.
Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.
Bekanntmachung.
Eleneteg, ben 23. Mai b. Js., nahm. 3½ Uhr wird zu Gießen im Cafè Ebel eine Haupt Versammlung
es landwirtschaftlichen Bezirks- Vereins Gießen attfinden, zu der die Mitglieder des Vereins eingeladen Merden.
Gießen, den 18. Mai 1905.
Der Borkand
landwirtschaftlichen Bezirts- Vereins Gießen.
Dr. Breidert.
Tages- Ordnung:
1. Vorlage des Voranschlags für 1905.
2. Errichtung einer landwirtschaftl. Winterschule und einer Haushaltungsschule.
3. Verschiedenes.
Mit vollen Segeln.
[ Politische Wochenschau.]
Um den Kaiserpofal als Siegespreis sind die schmucken Arpatten von jenseits des genus abgefahren. Der Nebel tomme sie wohl belästigen und irrefüibren, aber nicht zurückbal: en. Die Segler selbst, sie folge der Unlarheit des Wetters und der Mißversta Michyte: des Sigmale falschen Phirs gingen, ließen sich nian abschreden. Sie nahmen den richtigen Kurs auf und firßen die Hoffmmg nicht sinken. Denn der Weg ist weit, und auch der Mitbewerber fann auf Der langen Bahn noch Hufenthal: finden. Mit vollen Se. geln find sie nun alle hinausgezogen, ene vorbildliche Schar portfreudiger Idealisten. Sportfreude und Idealismus ge gören dazu, in dem Beitaiteespanzerten Leviathane, Die mit ihren Mieteminisdnnen dem widrige: Sturm Schnell. Suggeschavindigfest aktionen, das tante Segelboot über Den Ozean gu fibre. Seat( eisef Buftorud schon nach. gibt und der viltonumeren Minorichtung eine Förde Cag förmlich muß. Jchorwindung der Elementa
Gier wie vor as Ziel. Dort stellt sy die Kraft der Rrait entgegen, er fämpft Cemar dihen mit der Kraft, und Dir 1nglesdibert der er lagt den Triunwh umso größer erdenen. Die Beansth- it üben und die Kraft erhöhen, das ist das Zel oden Shorts, 100 darin ist der Sport für jede menidide Artatigung vorbildlich, nicht zum wenigsten für die politische. 3er durch Säbelcasteln den wirklich oder bermeintlich Schoaceren schrecken will, wird in den seltenten Fällen zum Ziel gelangen, denn er führt die Sympathien aller Unbeteiligten dem Gegner zu; und niemand ist so start, daß er der Sympathie immer entraten könnte. Dit vollen Segeln mag der politische Steuermann aus. ieben, alle Kraft seines Schiffes mag er einfegen; doch in der Kunst des Lavierens liegt seine eigentliche Stärke. Die Bitung der deutschen Politik hat solche Kunst gezeigt. Sie jat in der Marokkofrage das Recht Deutschlands mit ruhi. gem Nad druck wahrgenommen, ohne irgendwie berechtigte
t8 bom 11. vor.findlichkeiten zu verlegen und aus dem Gegner einen Arbeiten des III. e gu machen. Gerade die Vermeidung selbst des Scheins martung Seuerger Drohung hatte sanftigende und fast überzeugende Wir der infolge Greng. Der Maroffofonflikt verlor unter der geschickten Hand
aus den Gemartur
deutschen Ge'draftsleitung alsbald den Konfliktscharak Derselbe franzöft.de Minister, Herr Delcassé, der in
enen nach fhiedsgeri erfolgung seiner mazoffanischen Pläne sich hatte hinreißen in der Zuteilung eiren, über Deutschlands Interessen hinwegzusehen, hat sei lung der Entscheidungen er anregte, daß Frankreich sich durch eine besondere ben Entscheidungen Botschaft bei der Hochzeitsfeier des deutschen Kronprinzen Abschnittsarbeiten betreten lasse. Das war kein ungeschickter Zug. Ver.
Ren Fehler erkannt und wieder gut zu madjen gesucht, in
hmmt sind, die ängstlich oder schadenfroh von der nahen Piglufeit eines deutsch- französischen Zusammenpralls
igungskommiffachen, die für Frankreich bereits einen seegewaltigen Bun.
eisamtmann.
Centrale
am Ranzlei
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sgenossen bereit hatten. Nicht Bolldampf voraus!" ist die Losung, sondern in der Bahn friedlichen Wettbewerbs leiten die Staatsschiffe mit vollen Segeln nebeneinander
abin.
ich dem Dreibund hatte man wieder ein nahes Ende berasgesagt. Bald hieß es, daß Italiens Beziehungen zu Dejterpreich- Ungarn eine Wandlung nach der ungünstigen à 5 und Seite erfahren hätten. Bald wollte man wissen, daß neues Mißtrauen zwischen Deutschland und der habsburgischen Monarchie gesät sei. Irrig war beides, und in beiden Falen war vielleicht einige Bosheit bei den Ausstreuungen im
à 5 und 10
à 5, 8 und 10
15, 20 und 25 Spiel. Auch in der besten Ehe kommt es nach viertelhundert
erläufer!
treiche
ähriger Dauer dahin, daß man nicht ausschließlich KoseRein Raufsporte austauscht, daß Meinungsverschiedenheiten sich gelend machen. Aber deswegen trennt man sich nicht; man ndet vielmehr leicht den Weg zur Verständigung. Nicht ganz so still und voll ungestörten Behagens ist die rreichisch- ungarische Staatsehe. Dafür ist sie umso und hat schwerere Stürme überstanden, als die augenlich das ungarische Parlamentshaus umuwehen. Man at feinen Grund zu der Besorgnis, daß der laute Zwist, er nach den jüngsten ungarischen Wahlen sich erhoben hat, icht in einem neuen Ausgleich seinen Abschluß finden wird.
ht. Bei guter Fü
werden.
Saarburg
Weblar).
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Bolldampf voraus!" Wie gern ließe der russische Admiral dieses Kommando erschallen. Er darf es nicht. Die ungleiche Kraft seiner Schiffe würde die in ihrer Vereinigung mächtige Flotte bald auflösen. Und wenn selbst diese Gefahr nicht zu scheuen wäre ihm fehlen die Kohlen, die er auf hoher See, im besten Fall in verschwiegener Bucht, abwarten und aufnehmen muß. Als Befehlshaber der stärksten Schiffe ist er gezwungen, sich nicht schneller zu1 bewegen, als wenn er Segel führte und von der Gunst des Windes abhängig wäre. Es klingt so glaublich, daß Admiral Roschdestvensky nervös und befehlsmüde geworden und lieber beute als morgen das Kommando abgeben würde. Doch was menschlich begreiflich ist, das braucht noch nicht wahr zu sein. Ein Admiral kann nicht vor der Schlacht die Verantwortung abgeben. Das würde ihm in Ewigkeit verdacht merden, ob num der Nachfolger siegen oder unterliegen mag. Und die Seeschlacht steht nahe bevor. Daß der japanische Admiral Togo sich nicht regt, daß man von seiner Flotte nichts hört, gibt zu denken. Er hat durch seine Schweigsamfeit erreicht, daß man immer nur fragte: Wo ist Roschdjestmensky?" und niemals: Wo ist Togo?" Die japanische Diplomatie hat es verstanden, die ganze Welt in ihren Spürdienst zu nehmen, nicht zuletzt Frankreich selbst, das auf die japanischen Beschwerden wegen Neutralitätsbruchs Ausfunft geben und damit den vermuteten Aufenthalt der russischen Flotte bestätigen mußte.
In Amerika, von dessen größtem Hafen die Segelregatta um den Kaiserpokal ausgegangen ist, hat Präsident Roose. belt aufgeben müssen, mit vollen Segeln seine Pläne zu ver tolgen. Er hat erstaunlich schnell abgewirtschaftet. Vor wenigen Monaten wurde er mit ungeheurer Stimmen. mehrheit gewählt, erschien er als der Vertrauensmann dea Rolfes der Vereinigten Staaten, genoß er ungewöhnliche berfönliche Beliebtheit. Jetzt ist er nicht imstande, seinen Millen auch nur in einem unbedeutenden Gesetz zur Gel. tung zu bringen. Der Senat in Washington stellt ihm stum men, aber unüberwindlichen Widerstand entgegen. Nicht Lange mehr, und die fortgesetten Mißerfolge im eigenen Bande, die eine Besiegelung seiner Machtlosigkeit sind, wer der the auch die Popularität nehmen. Es gibt Propheten, bie bermutagen magen, Theodor Roosevelt werde vor Tblau temes Bräsidentschaftsmandats von der Politik Ab lied wha Er ist mit vollen Segeln ausgezogen- abei met Bavierens hat er, scheint es, nicht verstanden
tine Proklamation Generals v. Trotha.
Der Aufstand in Südwestafrika slackert noch immer. Jetzt ist von deutscher Seite ein neuer Versuch gemacht wor den, um den Nebellen das Vergebliche längeren Widerstandes vor Augen zu führen und ihnen gleichzeitig Verzeihung an zubieten. Für die Ergreifung und Auslieferung der Führer werden erhebliche Preise ausgesett, allen aber, die sich ergeben und keine Mordtaten vor Beginn des Krieges ausgeführt haben, wird Schuh, Beschäftigung und Nahrung versprochen.
Die Proflamation Generals v. Trotha wendet sich an die friegführenden Namaquastämme und sagt, der deutsche Kaiser werde nachsichtig sein und das Leben aller schonen, die sich ergeben und sich nicht des Mordes schuldig gemacht haben. Wer im Widerstande verharre, dem werde es ebenso ergehen, wie den Hererostämmen, die vernichtet und zerstreut wurden und deren früher so reiche Häuptling Samuel Maharero besitzlos in fremdes Land flüchten mußte. So sei es allen Häuptlingen gegangen, die Weiße ermordet hätten. Nicht anders werde es dem Namaquavolk ergehen, falls es sich nicht unterwerfe und die Waffen niederlege. Die Auf ständischen werden dann aufgefordert, mit der weißen Flagge und allem Gefolge zu den Deutschen zu kommen, dann werde ihnen nichts geschehen. Der Kaiser werde eine neue friedliche Verwaltung des Landes einrichten und den friedfertigen Stämmen Nahrung und Beschäftigung bis zur Beendigung der Unruhen geben. Wer aber nicht die Hand zum Frieden bieten wolle, möge lieber das Land verlassen, da er sonst sicher erschossen werde. Alle widerspenstigen Rebellen würden der Vernichtung anheimfallen. Für die Auslieferung, ob tot oder lebendig, der folgenden Personen werden folgende Preise ausgesetzt: für Hendrik Witboi 250 Pfund oder 5000 Mark, für den falschen Propheten Stuurman Scheppert 150 Pfund oder 3000 Mark, für Kornelius Frederik 100 Pfund oder 2000 Mark und für alle anderen schuldigen Personen 50 Pfund oder 1000 Mark.
Es wird abzuwarten bleiben, ob diese Proklamation gute Wirkungen tun wird oder ob die übel beratenen Hottentotten noch länger sich den Anordnungen ihrer geächteten Führer unterwerfen werden.
Der Krieg in Oftafien.
Noch immer liegen keine zuverlässigen Nachrichten über den Aufenthaltsort der russischen Flotte vor. In Tokio glaubt man, Roschdiestwensky in diesen Tagen bei Amoy oder Futschau erwarten zu können. Zurzeit soll er noch bei Hainan vor Anker liegen.
Russische Kohlenschiffe,
43 an der Zahl, liegen, wie aus Saigon gemeldet wird, unter strenger Ueberwachung durch das französische Kanonen. boot„ Grenade" gegenüber Nhabé vor Anker. Etwa zwan. zig andere Kohlenschiffe sind auf der Höhe von Kap Saint Jacques verankert und werden von dem Kreuzer„ D'Assas" überwacht. Ein einziges Kohlenschiff, Kiew", liegt im Handelshafen von Saigon. Man nimmt dort nicht an, daß von der Flotte Roschdjestwenskys hier direkte Nachrichten eingehen werden, außer für den Fall, daß es in den Gewässcen der Bescadores zu einer Seeschlacht fäme.
Roschdjestwenskys Nachfolger.
Den widerspruchsvollen Nachrichten über bevorstehende Veränderingen im Oberkommando über die russische Flottenmacht in Ostasien wird jetzt eine neue Version hinzugefügt. Admiral Birilem soll danach das Kommando übernehmen, Sebald Roschdjestwensfy mit seinem Geschwader in Wladiwoitof eingetroffen sei. Roschdjestwensky bleibe jedoch Generalstabschef der Marine. Birilew ist nach Moskau ab. gereist und wird, sobald er die letzten Instruktionen erhalten hat, unverzüglich nach Wladiwostok weiterfahren. Dort wird er dem Oberbefehlshaber der mandschurischen Armee, Lenewitsch, unterstellt. Daß man in Wladiwostok bald friegerische Ereignisse erwartet, geht daraus hervor, daß sämtliche fremde Konsularagenten aufgefordert worden sind, die Festung zu verlassen. Ihnen ist die Erlaubnis erteilt wor den, sich; in den Städten der Küstenprovinzen niederzulassen. In Port Arthur wurde vor der Belagerung eine ähnliche Maßregel ergriffen.
Das vierte russische Geschwader.
Die russische Admiralität hat bereits Verhandlungen eingeleitet, um dänische Lotsen für die Durchfahrt des vierten russischen Geschwaders durch die deutsch- dänischen Gewässer zu gewinnen. Man erwartet die Ankunft um die Mitte Juni. Das Geschwader wird zwei Linienschiffe, zwei große Kreuzer, acht Torpedoboote und mehrere Transport schiffe zählen. Das Kommando ist dem Admiral Wesselago übertragen worden. Der Befehlshaber setzt seine Flagge an Bord des Linienschiffes Sslawa", des modernsten Schif fes der neuen Formation.
In Japan erweckt eine Mitteilung der Admiralität all. gemeine freudige Genugtuung. Die
Hebung der Port Arthur- Flotte scheint so gut wie gesichert zu sein. Der Kreuzer„ Pallada" ist bereits wieder flott gemacht und Pereswjet",„ Boltawa", Retwisan",„ Pobjida" und„ Bajan" können nach Ansicht der Sachverständigen binnen verhältnismäßig kurzer Frist ebenfalls gehoben und ausgebessert werden. Die Kosten veranschlagt man auf 3 000 000 Mark, eine Summe, die gegenüber dem gewaltigen Zuwachs an Gefechtsstärke, die die Hebung der russischen Schiffe für die japanische Flotte iu: Gefolge haben würde, überhaupt nicht in Betracht kommt
Die Politik.
Dem deutschen Kaiser hat die französische Regierung jczt die Liste der Teilnehmer an der Sondergesandtscjaf: zur Hochzeit des Kronprinzen unterbreitet. Die Mission, welche Frankreich bei der Hochzeit repräsentieren soll, wird danach bestehen aus dem Gouverneur von Lyon, General de Lacroix. als Chef, dem Konteradmiral de Marolles, dem Colonel Chabaud, dem Gesandten und Deputierten Arago, dem Botschaftssekretär Guillemin und einer noch zu bestimmenden angesehenen Persönlichkeit der wissenschaftlichen Welt.
Die Ueberreichung des Ordens vom heiligen Grabe an Kaiser Wilhelm II. hat vielfach Anlaß zu Erörterungen über die Frage des deutschen Protektorats über die Katholiken des Orients gegeben. Frankreich hat bisher das veraltete und nur auf Grund völlig hinfälliger Verträge das Schubredt für sich beansprucht und Wert auf seine formelle Erhaltung gelegt. Die Zerwürfnisse der französischen Republik mit der katholischen Kirche, die auf eine gänzliche Trennung des Staates von der Kirche hinauslaufen, haben die Diskussion auf den Uebergang des Schutzrechts auf Deutschland gelenkt. In Wirklichkeit kann eine solche Uebertragung faum in Frage kommen. Denn von deutscher Seite hat man das französische Protektorat überhaupt nicht anerfarnt, vielmehr den Staatsdienst eingenommen, daß die Seutschen Staatsangehörigen im Orient lediglich der deutschen Jurisdiktion und dem deutschen Schuße unterstehen. Schwerlich wird nun die Regierung daran denken, für sich ein Monopol zu nehmen, das sie bei anderen für unberechtigt gehalten hat.
Ein bemerkenswerter Fortschritt im Eisenbahnwesen ber deutschen Kolonieen in Südafrika wird über Swakopmund gemeldet. Die Lokomotive für die Otawibahn ist in Karibib eingetroffen. Swakopmund ist nunmehr durch zwei Eisenbahnlinien mit Karibib verbunden.
Aus Hamburg wurden Nachrichten folportiert, nach denen den aus Deutsch- Südwestafrika heimkehrenden Offi


