sin Cäcilie, zu verleben und bis zum 28. April dort zu verreilen. Für das in den Tagen vom 28. bis 30. Mai in Erfurt stattfindende Pistolen- Bundesschießen hat der Kronprinz einen Bokal als Ehrenpreis gestiftet.
Heer und flotte
Osterurlaub und Genicstarre. Für einen Teil der Osterurlauber der Berliner Garnison hat der Ausbruch der Genichstarre in Oberschlesien unangenehme Folgen gehabt, denn die zum Osterfest dorthin Beurlaubten sind infolge der dort herrschenden Genickstarre auf Anordnung der obersten Militärbehörden zurückberufen worden. Auch nach solchen Gegenden, wo nur vereinzelte Fälle von Genickstarre vorgekommen sind, erfolgen Beurlaubungen bis auf weiteres nicht.
Friedliches aus Japan.
London, 18. April.
In England hat man außer für die Wohlfahrt und die Erfolge des eigenen Landes sympathisches Interesse im Grunde nur für die Tapferkeit, die man überall willig anerfennt. Das ist keineswegs Erfolgsanbetung, denn jenes sympathische Interesse hat sich auch da bewährt, wo der Tapferkeit der Erfolg versagt war. Die Engländer haben der friegerischen Tüchtigkeit und Tugend alle Anerkennung geschenkt. Sc waren sie vor 31 Jahren, wenigstens bis zu einem gewissen Zeitpunkt, für die deutschen Waffentaten begeistert, und so sind sie es jetzt für die Siege der Japaner in fernen Osten Asiens. Daß die Japaner sozusagen ihre Verbündeten sind, spricht dabei kaum mit. Die Tapferkeit an sich ist es, die den Engländern gefällt, die deshalb jetzt alle Mühe darauf verwenden, über das Leben und die Gewohnheiten der Japaner Näheres zu erfahren.
Auf der Jagd erschossen wurde der Mezer Gastwirt Neist. Er pürschte mit einem Bekannten auf Wildschweine und wurde von diesem, dem er in die Schußlinie gekommen war, durch einen Schuß in den Kopf getötet.
Ein Räuberdorf wurde in Wolhynien erstürmt und zerstört. Es ist das Dorf Dalfitt, dessen aus Dieben, Näubern und Strolchen bestehende Bevölkerung die ganze Umgegend belästigte. Dieser Tage überfielen die Räuber die Kolonie„ Bularka" und plünderten einen Einwohner vollständig aus und verwundeten ihn obendrein noch durch einen Revolverschuß. Als die Kolonisten von dem Ueberfall erfuhren, schwuren sie Rache. Sie sammelten sich, zogen gegen das Räuberdorf und stürmten es. Wer von den Dieben gefangen wurde, wurde erbarmungslos niedergemacht. So sollen über 35 Räuber erschlagen wordn sein.
Das Lawinen- Duell. Das Neueste auf dem Gebiete des Duell- Sports hat sich im schweizerischen Kanton Tessin zugetragen. Zwei junge Leute, Guetto und Soroto, waren in ein und dasselbe Mädchen verliebt. Sie kamen überein, sich am Splügenpaß den dort häufigen und gefährlichen Lawinen auszusehen und so das Schicksal über ihr Glück entscheiden zu lassen. Zwei Stunden täglich, so lauteten die Bedingungen dieses einzigartigen Duells, sollten beide Nebenbuhler dort an einer besonders unangenehmen Stelle stehen. Drei Tage lang harrten sie vergeblich der Lawinen. Am vierten Tage wurde Guetta von dem Luftdruck einer dicht bei ihm niedergehenden furchtbaren Schneemasse umgeworfen, ohne daß ihm etwas Ernstliches geschah. Inzwischen war die Polizei auf die Duellanten aufmerksam geworden und drohte ihnen mit Einsperrung. So ließen sie ihr wahnwitziges Tun und beschlossen, das Los entscheiden zu lassen. Soroto war der glückliche Gewinner, und die umstrittene Geliebte reichte ihm die Hand zum Lebensbunde, während Guetto, der besiegte Nebenbuhler, in die Welt hinauszog, um dort seinen Schmerz zu vergessen.
Man weiß, daß im japanischen Heer das Verhältnis zwischen Offizieren und Mannschaften geradezu vorbildlich ist, und daß die stille Begeisterung, mit der Angehörige aller Stände Japans ihr Leben für das Vaterland hinzugeben sich förmlich drängen, als einfache Pflichter füllung gilt, die schon massenweise auftreten muß, um Beachtung und einen besonderen Dank zu finden. Der Soldatenstand geniest feine vorzugsweise Achtung. Man läßt sich einreihen, wenn es verlangt wird, aber man betrachtet es durchaus nicht als Pflicht, sich beim Ausbruch eines Krieges freiwillig zu melden, wie es in England oft geschieht und in Deutschland unverbrüchliche Regel für die Jugend aller Stände und Berufe ist, nicht zuletzt für die Jünglinge aus den gelehrten Berufen, den Studenten und Hochschülern. In Deutschland erlischt jedes Necht auf Aufschub für den Militärdienst, sobald eine Mobilmachung eingetreten ist, und die Ausübung des Rechtes auf Waffendienst ist jedes jungen Mannes Ehre. In Japan ist das nicht der Fall. Die Schüler der höheren Lehranstalten haben dort langen Aufschub für ihren Dienstantritt, und sie denken nicht daran, auf dieses Privilegium 311 verzichten. Ein Zwang aber wird ihnen gegenüber nicht angewendet, nicht einmal der sanfte Zwang der lleberredung ist gegen sie geübt worden. Als daher im vorigen Monat das neue Semester auf der Universität Tokio eingeleitet wurde, konnte der Präsident der Akademie Yamafawa nur des vorbildlichen Todes früherer Mitglieder der Universität gedenken. Nicht ein Student war in das Heer getreten, nur graduierte Männer, die gerade im Begriff waren, ihren Jahresdienst zu leisten, als der Krieg ausbrach, sind mit ins Feld gerückt und haben als Reserveoffiziere oder Aerzte den Tod fürs Vaterland vor dem Feinde gefunden. Und wie die Studenten, so bleiben die Bonzen und die Priester dem Kriece fern. Es scheint sogar, daß die Anmeldungen zur Handelsschule jetzt besonders groß gewesen sind, weil die Angemeldeten Befreiung vom Kriegsdienst genießen.
Kein Wunder, daß in einem solchen Volke bei währendem Krieg und unter sortgesetzten Siegen ein Friedensapostel aufstehen konnte. Herr Yoshimura hat eine Friedensgesellschaft gegründet und in englischer und japanischer Sprache ein Buch veröffentlicht, das mit begeisterten und unwiderleglich trivialen Gründen den Frieden preist. Er will eine universale Friedensgesellschaft bilden, er will einen internationalen Gerichtshof schaffen kurz: er will ins Leben rufen, was im Haag bereits eriftiert und sich dem Krieg gegenüber als fein Hindernis erwiesen hat. Bei den japanischen Zeitungen hat Herr Yoshimura kein besonderes Glück gehabt. Die Wohlwollenderen schwiegen über seine Pläne, die minder Wohlwollenderen schalten ihn, die Gegner verlachten ihn. Und die Gegner sind in der Mehrzahl. Armer Yoshimura!
Nab und Fern
Vermilchtes.
=[ Die Geschenke des Sultans von Marokko an Kaiser Wilhelm II.] sind überaus wertvoll. Aus Tanger wird berichtet, daß sie auf mehr als eine Million Mark geschäßt werden. Die Geschenke bestanden aus einer Tiara von Brillanten, Brillant- Ohrringen und einem Perlenhalsband.
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rifen Völkern gebracht hatte. Und das Samenförnlein der neuen Heilslehre begoß er auf dem Calvarienberge mit seinem kostbaren Blute, so daß es trotz wucherndem Unkraut, trotz den Mühen der Verfolger und Verblendeten empor. wuchs zum mächtigen Baume, in dessen Schatten sich Raum fand für alle Glenden und Bedrückten, für alles Menschen. leid und Menschenwehe. Neue Bahnen öffneten sich für Kultur und Gesittung, der Niedere und Bedrückte durfte sein Antlitz erheben und teilnehmen an den Segnungen, die ihm geboten wurden von der Hand der sorgenden Vorsehung, er gewann das Gefühl der eigenen Würde und der Verant wortlichkeit vor dem in seinem Innern redenden Gewissen. Deshalb ist der Karfreitag nicht nur ein Tag der Wehmut und der Einkehr, sondern er bringt uns auch wertvolle Stunden der Erhebung, der Jeſtigung und der Bekräfti gung in dem Streben nach dem Guten, in dem Suchen nach dem Wege, den wir zu gehen haben zur Gerechtigkei gegen uns selbst und den Nächsten. Tun wir also, so be fräftigen wir damit am besten, daß wir uns der Christen. pflicht bewußt geworden sind, zu jeder Zeit dem gewaltigen Vorbilde nachzueifern, das uns einst der Sohn Gottes gab in seinem irdischen Wandel und seinem bitteren Leiden. Ecce homoſehet. welch ein Mensch! In diesem Ausruf des Landpflegers Bilatus lag das an die milderen In stinkte der tobenden Menge appellierende Mitleid, aber auch die Bewunderung vor der Größe und dem Ueberzeugungs. mut des gequälten Unschuldigen. Der gläubige Christ findet mehr in dem Gedanken an den leidenden Christus-- er weiß, daß er der wahre Sohn Gottes war, der in die Welt kam und die Knechtsgestalt annahm, um uns von der Sünde und dem geistigen Tode zu erretten. Darum ist der Karfreitag das hehrste Erinnerungsmal im Zeitlauf der christ lichen Jahresrechnung.
[ Die Napoleonlinde.] Eine alte sagenumwobene Linde von 2,25 Meter Durchmesser ist den jüngsten Schneestürmen in Schlesien zum Opfer gefallen. Der Baum, der auf der Rittergutsflur Dobeneck( Amtshauptmannschaft Delsnit) gestanden hatte, ist in der Mitte gebrochen. Unter dem Baume, von dem aus man einen wunderschönen Ueberblick über das Elstertal hatte, hat, so wird erzählt, Napoleon I. auf dem Anmarsche nach der Gegend bei Lüßen im Jahre 1813 gelegentlich eines Biwaks seinen Kaffee eingenommen. Der Baum war seit vielen Jahren hohl; vier Männer hatten bequem Plaz in ihm.
[ Belohnte Blaujaden. 2.ei ann des deutschen Flußkan. nenbootes ,, Vorwärts" hatten in Schanghai zwei Matrosen des amerikanischen Kriegsschiffes Monadnock" vom Tode des Ertrinfens gerettet. Zur Belohnung für dieje brave Tat verlieh die Regierung in Washington den wackeren Blaujacken goldene Medaillen.
[ 30 000 geschiedene Frauen.] In dem amerikanischen Staate Illinois hat ein Gesetz die Legislatur passiert, nach dem Personen, die durch eine Ehescheidung heiratsfähig geworden sind, erst ein Jahr nach der Scheidung eine neue The eingehen dürfen. Bei dieser Gelegenheit wurde statistisch festgestellt, daß es allein in der Stadt Chikago nicht weniger als 30 000 geschiedene Frauen gibt.
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[ Gleiche Brüder, gleiche Kappen,] pflegt man zu sagen. Bei Zwillingsbrüdern tritt zur Gleichmäßigkeit der Kleidung außerdem gewöhnlich die der Gesichtszüge und der Gestalt. Häufig auch die der Anlagen und Neigungen. Daß aber zwei Zwillinge im Leben so genau dieselben Bahnen wandeln, wie es bisher die beiden Zwillingssöhne des Bankiers Gunz in Augsburg getan haben, dürfte doch zu den Seltenheiten gehören. Diese beiden Zwillinge haben fast sämtliche juristische Prüfungen gleichzeitig bestanden, auch gleichzeitig die akademische Doktorwürde errungen. In der Staatsprüfung erhielten beide die Note I, und Dr. Hugo Gunz wurde Erster, Dr. Josef Gunz Zweiter.
Wieder ein Raubmordversuch in Berlin. In der WilHelmstraße zu Berlin wurde die Pfandleiherin Krause, eine alte Frau von 78 Jahren, von einem jungen, etwa 18 Jahre alten Menschen überfallen und schwer verlegt. Sie hatte mit einem stumpfen Instrument mehrere Schläge auf den Kopf erhalten, durch die ihr die Schädeldecke zertrümmert war. Nur dem Umstande, daß die Frau sich zur Tür schleppen und um Hilfe schreien konnte, hat sie es zu danken, daß der Mord vereitelt wurde. Aus diesem Grunde gelang es dem Burschen auch nicht, die in der Wohnung vorhandenen Geldvorräte zu rauben. Eine Anzahl Personen hat den Täter in der Richtung nach dem Halleschen Tore zu davonlaufen sehen.
Zu den Straßenkämpfen in Limoges wird weiter ge= meldet, daß bei den Zusammenstößen mit den streifenden Porzellanarbeitern 197 Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten durch Steine und Eisenstücke verletzt wurden, darunter einige schwer. Auf Seiten der Arbeiter wurde tatsächlich nur einer getötet und vier schwer verwundet. Die Rahe wird durch starke Patrouillen aufrecht erhalten.
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** Die Farben der Ostereier. Die Sitte, sich Ostern mil Giern zu beschenken, hat in der neuesten Zeit feineswegs ab. genommen. Allerdings hat sie ihre frühere Einfachheit fafl ganz eingebüßt, da man alle möglichen Arten von Ge schenken in der Form eines Eies anbringt. Sogar das wirkliche Ei muß wenigstens gefärbt werden, damit es zur Teilnahme am Jest zugelassen wird. Daß die Farben immer zur Verschönerung beitragen, könnte man freilich nicht sagen. Die Sache hat aber noch eine ernſtere Seite. nicht immer eine Gewähr dafür, daß die angewandten Farbstoffe von natürlichem Ursprung sind, und fünstliche Farben andererseits können leicht gisthaltig sein. Die große Mannigfaltigkeit von Farben, die zum Färben der Ostereier verfauft werden, läßt eigentlich fast mit Sicherheit darauf schließen, daß auch schädliche unter ihnen sein müssen. Dazu würden beispielsweise solche gehören, in denen Abkömmlinge des Anilin enthalten sind; außerdem können an sich harmlose Farbstoffe Giftteile beigemischt enthalten. Es ist nicht gerade eine angenehme Aufgabe für die Hygiene, auch die Festgebräuche einer Kritik zu unterwerfen und gute Lehren und Warnungen daran zu knüpfen, aber die Wissenschaft tut damit doch nur ihre Pflicht, und man kann höchstens unsere Vorfahren aus der guten alten Zeit beneiden, die im Essen und Trinken und in allem anderen noch einfach genug lebten und sich auch mit Ostereiern in ihrer reinen und gewiß schönen Naturfarbe begnügten.
=[ Ein Ehemann als Lotteriegewinn] wurde einer Maschinenschreiberin in Kansas City, Jrl. Knoche, beschert. In der Beschreibung dieses Hauptgewinnes der von einem dortigen Klub veranstalteten Verlosung heißt es empfehlend: Arnett, Geschäftsmann in hiesiger Stadt, ist 25 sahre alt. hat die Universität von Virginia besucht, raucht nicht, trinkt nicht, hat keine schlechten Angewohnheiten, ist fröhlichen Gemüts und ein Gentleman in jedem Sinne des Wortes." Troß dieser attestierten guten Eigenschaften ihres lebenden Gewinnes hält es Frl. Knoche doch für sicherer, erst zu prüfen, ehe sie sich ewig bindet". Im Fall diese Prüfung gut ausfällt und sich Herz zum Herzen findet, wird ein Teil der für die Lose eingenommenen Summe dem jungen Paare zufallen. Der Verein wird in seiner nächsten Verlosung eine junge Dame als Hauptgewinn ansetzen.
Ein entmenschtes Elternpaar wurde in Bamberg verhaftet. Ein dortiger Heizer hat in Gemeinschaft mit seiner Frau ihr achtjähriges Töchterchen zu Tode geprügelt, weil das Kind ohne Erlaubnis ein Brötchen gegessen hatte.
Vor Schreck gestorben ist ein Swinemünder Kaufmann. Er sah plötzlich, während er am Fenster saß, daß gegenüber aus einer Schmeidemühle die hellen Flammen emporschlugen. Ein Herzschlag vor Aufregung machte seinem Leben ein Ende.
Karfreitag.
Lokales.
20. April 1905. ** Der Großherzog hat den Regierungsassessor Erich Dörr aus Gießen zum Steuerfontrolleur ernannt. ** Landeslotterie.( Privattelegramm.) Bei der heutigen Ziehung der 6. Hess. Thür. Landeslotterie wurden gezogen 10 000 Mt. auf Nr. 5353, 4 à 5000 Mt.: auf Nr. 3227, 15 353, 25 944 und 92 195.
** Diebstahl. Gestern Abend wurde ein an einem Uhrmacherladen in der Bahnhofstraße in Gießen befindlicher Aushängetasten abgehängt und daraus 22-24 verschiedene filberne und goldene Haleketten im Werte von 150 Mt. entwendet. Ueber die Täterschaft fehlt jeglicher Anhalt.
?? Die erste Meinerschaftsregatta des Deutschen Ruderverbandes wird im nächsten Jahre in Berlin abgehalten. Außer Berlin standen noch Frankfurt a. Main, Hamburg und Mannheim auf der engeren Wahl.
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Bienenwirtschaft. Der Imter, welcher die Reinigung der Bienenwohnungen noch nicht vorgenommen, tue dies sofort. Den aus dem Stocke entfernten Vorrat sammelt man in ein Gefäß, siebt ihn aus und bewahrt die Bachsteile zum Einschmelzen auf. Für die Zukunft richte man sein Augenmerk auf die tranten und schwachen Völker. Der Honigborrat muß jezt noch so groß sein, daß er bil zur Frühtracht reicht. Ist dies nicht der Fall, so ist das Fehlende zu ergänzen, namentlich aber dem etwaigen Mangel an Honig abzuhelfen, was durch geschleuderten Honig, durch Honigwaben und durch Honigsurrogate geschehen fann.
Das Marterholz auf Golgatha, an dem an jenem düsteren Karfreitag vor bald 1900 Jahren die menschgewordene Liebe blutete, ist zum Merfzeiger und Wegweiser geworden. Mit dem Opfertode des Heilandes drückte er seiner Lehre das Signum auf, unter dem sie ihren Siegeslauf über die morschen Tempel der alten Welt antreten sollte. Ein Licht war gekommen in die Finsternis, der schrankenlose Egoismus und die unbegrenzte Genußsucht des Individuumns mußten zurückweichen vor der Wahrheit, daß alles, was Menschenantlig trägt, vor dem Vater im Himmel, vor der ewig schaffenden Natur gleich ist, gleich im Werden und Vergehen, nicht unterschieden durch irdische Zufälligkeiten und Einrichtungen. Aus dieser Wahrheit wächst aber von selbst die Liebe zum Mitmenschen, das soziale Empfinden. Glieder einer Familie sind sie alle, die vom Weibe geboren sind. Deshalb soll niemand in falschem Stolze das Haupt erheben und in seinem Herzen die Verachtung und auf den Lippen das harte Wort der Gewalt für den Bruder tragen. Das unzerstörbare Band, das sich um alle Lebenden schlingt, soll uns erinnern an die Worte der Bergpredigt, in denen der Erlöser den Barmherzigen Barmherzigkeit versprach, soll uns erinnern an den milden und verzeihenden Gedanken: „ Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet." So war der Kreuzestod des gottgesandten Zimmermannssohnes nicht vergeblich. Wenn auch das Hosianna" des Einzugstages in Jerusalem dem wilden Rufe der fanatisierten Menge ,, Kreuzige ihn!" gewichen war, wenn der göttliche Tulder auch mit dem Spottgewande und der Dornenkrone den Weg der Schächer und Uebeltäter gehen mußte aus alier Not und Qual erhob sich triumphierend die neue Idee, die er mit mahnender Stimme und aneiferndem Beispiel den an
Entgegenkommen gegen die Presse. Das bayerische Staatsministerium für Verkehrsangelegenheiten hat die Verfügung erlassen, daß Vertretern der Presse, die über vorgefommene Unfälle sich zu informieren beabsichtigen, von den Eisenbahnbetriebsdirektionen und den Sachreferenten in jeder Richtung an die Hand zu gehen und unter Umständen auch die Benutzung der zu Unfallfstellen fahrenden Hülfszüge zu geftatten ist.
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Rhein- M 3. Mai hi
*** Pflege der Leibesübungen. Der Ausschuß des Mittelrheinkreises übermittelt uns durch Professor Wamser in Bußbach folgende Zeilen zur Veröffentlichung: Das Osterfest steht vor der Tür und damit ist der Beitpunkt gekommen, wo viele Schüler aus der Schule ent laffen werden und in ein neues Leben eintreten. Aber während die Schule es sich angelegen sein läßt, nicht nur die geistige, sondern auch die förperliche Ausbildung burch geregelte Turnübungen zu pflegen, gemäß dem Grundsas: Nur in einem gesunden Körper fann ein gesunder Geist wohnen", werden die letzteren nach der Schulentlassung meist vollständig vernachlässigt. Und wie dringend nötig sind doch dem größten Teil der Jugend, einerlei, ob sie den kauf männischen Beruf ergreift oder sich dem Handwerk oder der Landwirtschaft widmet, regelmäßige förperliche Uebungen. Darum richten wir an alle geehrten Eltern, Lehrherren und Freunde der Jugend die herzliche Bitte: Tragen Sie Sorge dafür, daß Ihre Söhne und Töchter, Ihre Lehrlinge und Gehilfen den Turnvereinen der deutschen Turnerschaft bei treten, die ihren Mitgliedern in turnerischer und gesellschaft
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