Ausgabe 
19.8.1905 Erstes Blatt
 
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Nah und Fern.

Grdbeben in Leipzig. Am Donnerstag in der Morgen­frühe ist in Leipzig und den Vororten ein ziemlich starkes Erdbeben gespürt, das, von lautem Getöse begleitet, sich von Westem nady Often bewegt hat. Zu derselben Zeit wurde auch in Foggia in Apulien ein 9 Sekunden dauern­des, ziemlich starkes Erdbeben beobachtet.

Vom deutschen Automobiltage. Der sechste deutsche Automobiltag wurde in München abgehalten. Es wurde cine Resolution gegen das von der Reichsregierung vor­bereitete Haftpflichtgesetz für Automobilbesitzer angenom­men. Der dann folgende Korso wurde durch ein Gewitter beeinträchtigt.

+ Unglücksfall eines Radfahrers. In Rastätten kam ein Soldat von der Radfahr- Abteilung des 118. Regiments so unglücklich zu Falle, daß ihm der Gewehr- Reinigungsstock acht Zentimeter tief in die Brust drang.

Geretteter Fischdampfer. Dem Stettiner Fischtrans­portdampfer Marie", der bei Kolberg im Sturm schwer Havarie erlitt, und den man schon verloren gegeben hatte, ist es gelungen, mit Mannschaft und Ladung in Stolp­münde einzulaufen.

Tschechische Raufbolde. In Gablonz fiel während der Nacht eine Rotte von Tschechen eine friedlich nach Hause gehende Gesellschaft Deutscher an. Unte: dem Schlachtruf: Tod den deutschen Hunden!" hieben die Wüteriche mit Stöcken auf die ahnungslosen Deutschen ein, ja selbst das Messer spielte seine Rolle. Einer der Deutschen wurde lebensgefährlich, drei andere wurden schwer verletzt. Die Haupträdelsführer wurden von der Gendarmerie verhaftet.

Von Eisblöcken erschlagen. Am Montblanc wurden zwei deutsche Touristen durch abstürzende Eisblöcke getötet. Schreckliches Eisenbahnunglück in Amerika. Ein Ver­gnügungszug, der auf der Atlantic Coast- Linie verkehrte, entgleiste bei der Fahrt über eine Drehbrücke, die über den Elisabeth- Fluß führt. Die Lokomotive und drei Waggons durchbrachen das Gitterwerf der Brücke und stürzten in den Fluß. Zwölf Personen wurden getötet und etwa sechzig, meistens Neger, sind verletzt.

Am Vorabend der Hochzeit getötet. Durch einen Un­glücksfall kam am Abend vor der Hochzeit ein Brautpaar bei Bennington in Amerika ums Leben. Das Unglücks­fahrzeug wurde von dem dreizehnjährigen Neffen der Braut, einer reichen Erbin, gesteuert. Dieser bemerkte bei der Ueberfahrt über ein Eisenbahngleis nicht, daß ein Zug in boller Fahrt daherkam. Das Automobil wurde von der Lokomotive erfaßt, und die Insassen wurden hinausgeschleu­dert. Braut und Bräutigam waren auf der Stelle tot, der Knabe und der Chauffeur sind schwer verletzt.

Der Orkan auf den Marschall- Inseln. Ueber den furchtbaren Orfan, der Ende Juni auf den Marschall- Inseln verheerend wütete, sind jetzt nähere Nachrichten eingegangen. Danach ist die Jaluitinsel vollständig verwüstet; nachdem der Orkan sich gelegt hatte, 30g eine Flutwelle über das Land. Eine große Anzahl Menschen, darunter ein Euro­päer, büßten das Leben ein.

Tages- Chronik. In Ostenfeld sprang die zwölfjährige Tochter eines Fabrikarbeiters unter dem Eindruck häus­lichen Unfriedens in die Emscher und ertrank.

In einer Sprengstoff- Fabrik zu Troisdorf wurde durch eine Explosion ein Arbeiter getötet, der eine Witwe und zehn Kinder hinterläßt.

In Costagnarizza wurde ein Einjährig- Freiwilliger italienischer Nationalität aus Triest von Slovenen durch Fußtritte getötet, weil er eine slawische Fahne verun­glimpfte.

Der Landwirt.

gh Genossenschaftstag der Landwirte zu Ciraßorg. In der öffentlichen Hauptversammlung sagte Statthalter Hchenlohe in einer Ansprache, daß die Landwirtschaft wie. der einer besseren Zukunft entgegengehe, und hob die Be­deutung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens für den landwirtschaftlichen Besitz hervor. Geheimrat Heß berger feierte das Zustandekommen der Vereinigung der großen genossenschaftlichen Verbände. Barth- München be tonte die Notwendigkeit des Zusammengehens der land. wirtschaftlichen Genossenschaften mit den städtischen Konsum. vereinen. Die Versammlung nahm eine Resolution an, in der Front gemacht wird gegen die Bestrebungen, den Geist lichen und Lehrern die Beteiligung am ländlichen Genossen schaftswesen zu untersagen. Ebenso wurde ein Antrag an genommen, der eine Revision der Genossenschaftsstatuten zum Zwecke der Uebereinstimmung mit den einschlägigen Paragraphen des Handelsgesetzbuchs fordert. Zum nächst jährigen Tagungsorte wurde Oldenburg gewählt.

ht Vienenwirtschaftliche Ausstellung und Imkerkongreß. Unter dem Protektorate des Königs von Württemberg wirt Dcm 2. bis 7. September in Stuttgart mit dem Württem bergischen Landesverein für Bienenzucht, der sein 25jährige Jubiläum feiert, der Deutsche Reichsverein für Bienen zucht" tagen. Mit dem Kongresse wird eine bienenwirt. schaftliche Ausstellung veranstaltet werden. Dem Preis gericht stehen neben 2000 Mark Geldpreisen eine Anzah Ehrengaben zur Verfügung.

Kunft und Wiffenfchaft.

MN Eine Ehrung des Professors Robert Koch. Der ver diente Forscher ist zum Ehrenmitgliede des Königlicher Instituts für Infektionskrankheiten in Berlin ernannt wor den. Prof. Koch ist im vergangenen Jahre von der Leitung Ses auf seine Anregung 1891 gegründeten Instituts zurück getreten. Er behielt sein Laboratorium in dem Institut bei, legte aber die Leitung nieder, um in unabhängiger Weise seinen Forschungen nachgehen zu können. Koch weilt zurzeit in Südafrika zu Studienzwecken. Die Ernennung ist ein neuer und ungewöhnlicher Vorgang.

OP Defregger als Ritter des Ordens Pour le mérite". Kaiser Wilhelm hat dem bedeutenden süddeutschen Maler Franz von Defregger die Zivilklasse des preußischen Ver dienstordens verliehen. Er ist damit gewissermaßen an die Stelle Adolf von Menzels getreten, der ebenfalls den Orden ,, Pour le mérite" besaß. Defregger hat in Bayern bereits 1883 den persönlichen Adel erhalten.

Lokales.

** Landgraf Alexie, der letzte Landgraf von Hessen- Philippsthal- Barchfeld ist im Schloß Augustenau zu Herlshausen im Alter von 75 Jahren verschieden. Der Großherzog hat eine Hoftrauer vom 17.- 24. August angeordnet

Die diesjährige zweite Definitorialprüfung der Schulamts- Aspiranten und Aspirantinnen beginnt Montag, den 16. Oftober, vormittags 8 Uhr, in der Aula des Ludwig George- Gymnafiume zu Darmstadt. Gesuche um Bulaffuna find spätestens bis zum 16. September bei der betreffenden Kreisschulfommission einzureichen.

** Kaiserparade. Am 8 September wird das 18. Armeekorps zum erstenmal seit seinem Bestehen den Beweis seiner Schlagfertigkeit vor dem obersten Kriegsherrn führen, also auch zum erstenmal das Generalkommando Frankfurt und das Regiment Frankfurt". In militärischen Kreisen rüstet man sich schon eifria zu dem großen Tag, man bört nur noch das Wort: Kaiserparade". Um dem 18. Armeekorps dieses erste große militärische Ereignis noch glänzender zu gestalten sind auch aus den Bundesstaaten Bayern und Baden Regimenter fommandiert, die uns neu und unbekannt so die Ülanen aus Bamberg und Ans­bach und die Dragoner aus Bruchsal und Karlsruhe Ferner wird eine hochinteressante, uns ganz neue Waffe unser Interesse aufs höchste fesseln, das Maschinengewehr, das nur erst bei den Grenz- Armeekorps eingeführt ist. Die den Mitrailleusen ähnlichen Geschüße werden, auf leichten Lafetten den Bedienungsmannschaften gezogen, im Parademarsch vorbeikommen. An diesem Tage sollte schon um die Majestäten und das uns zum erstenmal besuchende Kronprinzenpaar zu ehren, niemand aus der Gesellschaft und fein guter Patriot fehlen. Wem schlägt nicht das Herz höher, wenn unsere Söhne an diesem Ehrentag im strammen Paradeschritt oder als schmucke Reiter ihrem geliebten Kaiser ins Auge sehen dürfen dem Kaiser, um den uns die Völker beneiden, dem es wohl ums Herz ist, wenn er grabe in der Jeßtzeit sieht, wie sein Volt sich um ihn schart und ihm und dem schlagfertigen Heer zujubelt!

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** Fleischtenerung. In Gießen haben verschiedene Fleischwaren mit heutigem Tage eine Preissteigerung erfahren. ** In Gießen haben heute an den Volksschulen die vierwöchigen Herbstferien begonnen.

*** Dienstag, 29. August findet ein Appell der alten und neuen Mannschaften der Gießener Pflichtfeuer­wehr statt.

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** Kommenden Montag wird in Hessen die Hühners jagd eröffnet.

** Besitzwechsel. Frau Witwe Rosenberger hat ihr am Seltersweg Nr. 3 gelegenes Anwesen für 33 000 Mt. an den Anlieger Lüdeking verkauft.

P. Kollision. Gestern Abend stieß ein Radfahrer in der Marburgerstraße in Gießen mit einem Handwagen zu­samen. Der Radfahrer trug außer einem defekten Rad noch verschiedene Hautabschürfungen davon.

P. Ein unvorsichtiger und unhöflicher Metzger­lehrling. Ein Gießener Meßgerlehrling, der gestern Nach­mittag mit seinem Fuhrwert zu schnell und unvorsichtig fuhr, rannte in der Neustadt einen Arbeiter aus Krofdorf so start an, daß dieser zu Boden stürzte und verschiedene Verlegungen davontrug. Anstatt nun zu halten und sich mindestens zu entschuldigen, jagte der Lehrling ruhig weiter. Anzeige ist erhoben.

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** Der Kriegerverein Gießen feierte gestern Freitag Abend auf der Schönen Aussicht" den Tag von Gravelotte St. Privat. Recht zahlreich hatten sich die Mitglieder eingefunden. Der Ehrenvorsigende Boftsekretär Meyer hielt eine von bestem patriotischem Geiste getragene Ansprache, mit welcher er die Ermahnung verknüpfte, daß- da in beiden Schlachten gerade die bessische Division sich reiche Lorbeeren erkämpft der 18. August ein Feiertag sei, an welchem sich ein jeder Deutsche und wir Hessen speziell erneut Treue zu Kaiser und Reich, zu Fürst und Heimatland geloben sollten, auch wenn hier und da versucht werde, an dem, was von uns und manchen unserer Väter mit Blut und Eisen 1870/71 zusammengeschmiedet wurde, zu rütteln. Kamerad Martolf qab seine am 18 Auguft in jener Schlacht durchgemachten Erlebnisse zum Besten und der Fabrikant Gabriel ermahnte ganz be­sonders, daß an der morgen Sonntag gemeinschaftlich mit allen anderen Gießener Militärvereinen stattfindenden Gravelottefeier die Kameraden des Kriegervereins sich recht zahlreich beteiligen möchten. Nach dem Kirchgang, der Schmückung der Kriegergräber auf dem alten Friedhof und der Feier am Kriegerdenkmal wird Commers im Café Ebel sein. Mehrere Kameraden erheiterten durch verschiedene Solovorträge die Versammlung, es wurden Lieder gesungen und so vergingen die Stunden in angenehmer und dankbarer Erinnerung an den Tag von Gravelotte. Das Sedans fest wird der Verein noch besonders feiern und zwar am 3. Sep. tember ouf Tytors Hardt.

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Kohlenverteuerung. beschloß, die Kohlenpreise um 5%

DaB Kohlensyndikat aufzuschlagen.

* Fischsterben in der Wetter. In den legten Tagen trat in dem in der Gemarkung Bruchenbrücken unter­halb des Einflusses der Usa liegenden Teils ein gewaltiges Sterben ein. Ganze Körbe voll von großen und fleinen toten Fischen, wohl über 20 Zentner, wurden auf die Felder geschafft, um als Dung untergegraben zu werden. Der Fisch­bestand ist auf Jahre hinaus vollständig vernichtet. Eine Untersuchung über die Ursache der Erscheinung ist eingeleitet.

** Kindes- Aussehung. Am 8. Auguft nachmittags 5 Uhr wurde zwischen Sachsenhausen und Oberrad in der Nähe der am Main gelegenen Gerbermühle ein etwa 1 bis 2 Monate altes und ihr abgemagertes Kind weiblichen Geschlechtes in vollständig hülflosem Zustande in einem Bohnenfelde aufgefunden. Eine uns übermittelte Bekannt­machung des Frankfurter Polizeipräsidenten gibt zu dieser Aussetzung folgende Details an: Das Kind war mit einem

weißen H mdchen bekleidet und in zwei weiße Tücher ein­gewickelt. Anscheinend wurde das Wäschen von einer 28-30 Jahre alten Frauene person, welche zwischen 21/2 und 3 Uhr nachmittags aus der Richtung Sachsenhausen an der Gerbermühle vorbeiging und nach etwa 10 Minuten den gleichen Weg zurücklegte, ausgefeßt Die betr. Person ist 1,68-1,70 m groß, hat gefeßte Geftalt und dunkelblaues Kleid mit kleinen weißen Blümchen und schwarzen Hut. Das Kind, welches schrie und in ein dunkelblaues, schwarz farriertes Tuch eingeschlagen war, trug sie auf dem linken Arm, während sie in der Hand ein schwarzes Jaquet am Aufhänger und eine Schachtel, anscheinend Schuhschachtel, hatte. In der rechten Hand trug fie etne Ledertasche. Auf dem Rückwege den die Frau sehr schnell und scheu um sich blickend zurücklegte, hing aus der Ledertasche, welche jetzt geöffnet war, ein weißes Tuch. Um Nachforschungen nach der Kindesmutter und um sachdienliche Mitteilungen wird ersucht.

-1- Heuchelheim, 18. August. Skelettfunde. Bei der Herstellung eines Weges wurde heute Morgen auf dem sogenannten" Geißberg" ein vollständiges Menschenstelett ausgegraben. Auch im vorigen Jahr wurde bei der Aus­hebung eines Gartens ein Gerippe gefunden. Auf den Gehöften der X Krofdorf, 18. August. Insassen Karl Wagner zu Krofdorf und Karl Pfaff zu Launsbach ist unter den Schweinebeständen die Rotlauf­feuche festgestellt und die Sperre angeordnet worden. Die über das Gehöft des Anliegers Georg Römer- Krofdorf infolge Schweinefeuche verhängte Sperre ist dagegen wieder aufgehoben worden.

? Grünberg, 18. Auguft. Der Kriegervereins. bezirk Grünberg beschloß, sein nächstjähriges Bezirksfest in Göbelnrod zu feiern.

> Laubach, 18. Auguft. Als Epartassenrechner ist der Hilfsschreiber am hiesigen Amtsgericht Joh. Loz gewählt worden.

* Wetzlar, 18. August. Das Schöffengericht ver­handelte in seiner heutigen Sizung u. a. gegen den Maurer. gesellen Karl L. von Münchholzhausen, der sich wegen Bechprellerei zu verantworten hatte. 2. ließ sich bei dem Gastwirt W. in Waldgirmes Speise und Getränke ver­abreichen, ohne imftande zu sein, Bahlung dafür zu leisten. Urteil: 3 Tage Gefängnis. ( Betzl. Anz.)

Londorf, 18. August. Maß- und Gewichts­In den Gemeinden Londorf, Alertshausen, revision. Climbach, Geilshausen, Kesselbach, Lumda und Ddenhausen findet demnächst eine Revision der Maße, Gewichte und Wagen statt.

+ Lich, 18. Auguft. Die Frage des Sizes der Landwirtschaftlichen Winterschule für den Kreis Gießen entschied der Kreisausschuß in seiner am 16. d. M. abgehaltenen Sigung dahin, daß er unserem Ort zur Auf­nahme der Schule bestimmte.

§ Kraftsolms, 18. August. Bei einem verendeten Schwein des Landwirts Jakob Schreier dahier ist die Rotlauffenhe festgestellt und die Gehöftssperre angeordnet

worden.

+ Nidda. Sonntag, den 20. August hält hier der Verband mittelrheinischer Volksbildungs- Vereine seine diesjährige Hauptversammlung ab.

§ Nieder Ohmen, 18. August. Morgen Sonntag wird hier das Missionsfest des Dekanats Grünberg gefeiert. Als Festredner sind Pfarrer Vogt- Ober- Breidenbach und Missionar Ruhland gewonnen.

*-* Büdingen, 18. Auguft. Zechenstillegung. Der Betrieb auf der Braunkohlenzeche Hedwig" bei Nieder­bügen wird in nächster Beit total eingestellt werden.

* Merkenfrizz, 18. Auguft. Ein neues Opfer einer Petroleum- Explosion. Die Ehefrau des Karussellbesizers Heck goß zum Anfachen ihres Herdfeuers Petroleum in dasselbe, die Kanne explodierte und die Frau erlitt schwere Brandwunden am Unterle.b. Sie wurde in das Mathildenhospital nach Büdingen verbracht.

Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

Vor

Gießen, den 18. August 1905. Wegen Betrugs im Rückfall wurde der Dienstknecht Ludwig Rau von Eichelsachsen zu 6 Monate Gefängnis verurteilt. Er stand bei dem Schlossermeister Rau zu Berstadt in Diensten, wo sich auch eine Tochter der Witwe Rühl von Kohden befand. Er benuzte seine gelegent­liche Anwesenheit in Kohden dazu, um der Frau Rühl 8 Mart abzuschwindeln, indem er angab, ihre Tochter be nötigte ein Paar Schuhe und habe dazu t in Geld. dem Schöffengericht Bad Nauheim hatten sich der Weißbinder Hinrich Stock, der Schuhmacher Richard Paul Kluge, die Ehefrau des Heinrich Hensel 1. von Rödgen und Redakteur Vetters von Gießen, wegen Beleidigung des Polizeidieners Fint und des Bürgermeisters Zehner von Rödgen zu ver­antworten. Vetters ging, wegen Verjährung der Straftat, ftrafftei aus und Frau Hensel wurde mangels Beweis frei­gesprochen. Stock wurde in eine Geldstrafe von 75 Mart und Kluge in eine solche von 50 Mart genommen. Die Verurteilten sowohl, als auch die Staatsanwaltschaft fochten das Urteil an. Lztere wollte bezüglich der Angeklagten

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Vetters ausgenommen-- Freiheitsstrafen erzielen, während Stod und Kluge auf Freisprechung hofften. Die Verhandlung dauerte bis spät in die Nacht hinein, da 36 Beugen geladen waren. Die Urteile publitation soll nächsten Freitag ftatt­finden.

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Neueste Nachrichten.

( Eigener Drahtbericht.)

** Berlin, 19. Auguft. Morde in Ostafrika. In Deutsch Ostafrika wurden Bischof Spieß, 2 tatholische

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