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des Prinzes

Lokales.

19. Juni 1905.

** Am 26. d. M. wird der Besuch des Königs von Sachsen am Großherzoglichen Hofe erwartet.

Empfang war ein recht feierlicher. Die Straßen sind mit Girlanden und Grün reich geschmückt. Ueberall wehen Fahnen in den preußischen, hessischen und solmsischen Farben.

? Frankfurt, 18. Juni. Wegelagerer. Eine Frau, die am letzten Mittwoch auf dem Wege von Bergen nach

Start 2c. in 112 Sigung der Zweiten Kammer am Dienstag, 20. Juni, Frankfurt sich befand, wurde von zwei jungen Burschen Sungen, welche enthält u. A. folgende Punkte: Vorstellung des Hessischen überfallen und durch ein narkotisches Mittel betäubt.

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Landes- Lehrervereins, Erhöhung der Pensionsbezüge der

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vor dem 1. April 1900 in Ruhestand getretenen Volksschul-§ Kassel, 18. Juni. Eparsamkeitssinn. Boſten eine lebrer im Großherzogtum Hessen betreffend. Borstellung 1903 betrugen die Einlagen der Sparkassen der Prorinz die Groß bon pensionierten Beamten, die Aufbesserung ihrer Bensions- Hessen- Nassau 335 Millionen Mt. auf rund 560 000 Spar­dann wieder bezüge betreffend. Vorstellung der vor dem Jahre 1897 in tassenbücher. Seit Ende 1901 in zwei Jahren demnach it, ein Haus Ruhestand getretenen Beamten Oberhessens, Erhöhung ihrer rd im Wasch Bension betreffend. Vorstellung der vor dem 1. April 1897 rft, daß fid in Ruhestand getretenen Staatsbeamten, ihre Ruhegehalts- lagen vermehrt.

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behältnisse betreffend.( Berichterstatter Abg. Gutfleisch.)

-hatte sich die Zahl der Sparkassenbücher um 50000 Stück mit dem Gesamtbetrag von 50 Millionen Mt. Ein­* Fulda, 19. Juni.

Starker Berkehr. Wie stark

En zu binden Antrag der Abgeordneten Ulrich und Genossen, Veröffent hier der Verkehr in der Zeit vom 3.- 11. Juni, in der rosaseidenen Lichnug amtlicher Bekanntmachungen betreffend.( Bericht: Bonifatiuswoche, war, geht aus nachstehenden, bahnamtlich Antrag des Abgeordneten festgestellten Zahlen hervor. In 89 Sonderzügen wurden eibwäsche, is Röhler, die Einrichtung eines ständigen Wetter­104 300 Fremde mit der Esenbahn her und hinbefördert. dienstes bei dem Landwirtschaftlichen Institut der Landes- Diese Sonderzüge beingten noch 55 Leerzüge, also find zu­Marie vor universität in Gießen betreffend.( Berichterstatt. r Abg. sammen 144 besondere neben den fahi planmäßigen Zügen Brauer.) Beschwerde des Heinrich Kraz 9. zu Ober- gefahren worden. felnde Mode Dhmen, Hundesteuer und Meldepflicht betreffend.( Bericht­

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erstatter Abg. Damm.)- Regierungsvorlage, Gesezentwurf, die Gemeindeumlagen betreffend und die dazu eingegangenen Borstellungen.( Fortsetzung der Generaldebatte.)( Bericht- heitlicher Beziehung fast täglich durch Wort und Schrift, erstatter namens der Mehrheit Abg. Dr. Gutfleisch; namens der Minderheit Abg. Schönberger.)

*** Fürsorge für die hessischen Veteranen. Abgeordneter Leun hat bei der Zweiten Rammer folgenden Antrag gestellt: Tie Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung zu ersuchen, im Bundesrate zu beantragen, allen Feldzugsteilnehmern, soweit sie weniger als 2600 Mt. Jahreseinkommen haben und feine Unterstützung auf Grund Krantenhause des Reichsgesetzes vom 22. Mai 1895 beziehen, einen Ehren­ührt, die über sold zu bewilligen. ab an, sie hätte ** Das Ober- Ersatzgeschäft für 1905 wird im erschludt. Die Kreise Gießen an folgenden Tagen abgehalten: Montag, den mehrmaliger 3. Juli im Gasthaus Zum Rappen" zu Grünberg, bormittags 8 Uhr; Dienstag, den 4., Mittwoch, den 5. und Donnerstag, den 6., in der Restauration Lonys Bier­feller", Schanzenstraße Nr. 18, zu Gießen, vormittags 8 Uhr; Freitag, den 7. und Samstag, den 8. Juli im Rathause zu Lich, vormittags 9 Uhr. Es haben sich vor der Großherzoglichen Ober- Ersatz- Kommission in sämtlichen Aushebungsorten zu gestellen:

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a. die für dauernd untauglich befundenen Militärpflichtigen, soweit ihnen eine besondere Ladung zugeht;

b. die zum Landsturm I in Vorschlag gebrachten Mili­tärpflichtigen;

c. die zur Ersatz Reserve in Vorschlag gebrachten Militär. pflichtigen;

d. die von der Ersatz Kommission als tauglich und ein­stellungsfähig erkannten Militärpflichtigen einschließlich derjenigen aus früheren Jahrgängen;

e. die von den Truppenteilen zur Disposition der Er­satz- Behörden entlassenen Soldaten;

f. die von den Truppenteilen abgewiesenen eirjährig Freiwilligen.

-il Bei der diesjährigen in Darmstadt abgehaltenen Brüfung der II. Kategorie im Finanzfach bestanden sämtliche Gießener Kandidaten und zwar von Seiten der Militäranwärter bezw. Militärpersonen: Bergt, Burger, er und spricht: Hübner, Momberger, Mörsch, Ritter, Schmidt, Schulz, raber Krieger?" Stiehler, Steck und Volpert; von Seiten der Zivilanwärter: en Sie dann zu Adam, Herbert, Karnbach, Kessel, Möbus, Rothamel, Schlitt err Oberstund Schnabel. Rock samt den

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** Annerod, 18. Juni. Hier hat sich in letzter Zeit ein Turnverein gegründet.- Unser Schulhansneubau, der bedeutende Summen erforderte, geht seiner Vollendung entgegen.

Eberstadt, 18 Juni. Feldbahnen. In dem be­nachbarten Fürstlich Solms- Braunfelsischen Hof- Güll, der Musterwirtschaft des Defonomierat Hoffmann, werden zurzeit wieder bedeutende Verbesserungen durch Erweiterung des Feldbahnnetzes vorgenommen. Nach Fertigstellung der Arbeiten werden mehr als die Hälfte der Felder mit der ang, ihre Tätig Bahnstation durch die Feldbahn verbunden sein. Die Landes­produkte fönnen alsdann mit Leichtigkeit direkt vom Feld den Baggon verladen werden. ( Buzzb. 3tg)

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den Ländern der

* Bad- Nauheim, 16. Juni. Bis zum 15. Juni sind 9798 Kurgäfte angekommen, wovon an genanntem Tage Bäder wurden bis zum 15. Juni 105 814 abgegeben.

Stelle, in furzer noch 5719 anwesend waren.

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r aufgefchioffen.

A Friedberg, 18. Juni. Graf Oriola aus Büdes­heim, Seichstage abgeordneter für den 2. oberhessischen Wahl­freis Friedberg, berichtete heute Nachmittag in den Drei Schwertern" über seine Tätigkeit im Reichstag und über die demnächst in Aussicht stehenden Reichstagsvorlagen. Er

standes, ein Militärpensionsgesetz, eine durchgreifende Reform

00. Die Boden ihrte aus, daß er für eine Besserstellung des Unteroffizier Cotor- Einrab fon feuer, Ermäßigung der Konsumsteuer auf Buder, 8igaretten­Amerifa hat ein des Reichsfinanzwesens, der Reichserbschaftssteuer, der Wehr. versehenen Made Steuer, einen günstigeren Hand Isvertrag mit Amerika und ufgehängt, der in Argentinien, Förderung des Handwerks und eine Reform

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des Arbeiterschußgesezes einträte.

+ Darmstadt, 18. Juni. Der Betrag für die im , ber daber Jahre 1907 hier stattfindende stunstgewerbeausstellung Die Stadtverordneten bewilligten in ihrer letzten, nichtöffentlichen Sizung einen

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jeder Seite der beträgt jetzt bereits 130 000 Mt.

geringerer Jahr

den jedoch bei Beitrag von 20 000 Mt. Der Großherzog hat für den Schel hochgestellt gleichen 8wed 50 000 t. gutgeheißen. Die Stände haben 3.] Bei der Er bereits vor einiger Beit 60 000 Mt. für die Ausstellung

eigte es sich, daß ausgeworfen.

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?? Hohensolms, 18. Juni. Das Großherzogliche Baar traf gestern Nachmittag gegen 1/23 Uhr von Gießen aus zu einem mehrtägigen Aufenthalte hier ein. Der

*** Der Wert des Turnens wird in gesund­in den Schulen, von den Behörden und durch die Zeitungen hervorgehoben. Das Turnen tann aber auch noch in lokaler, potitischer und sozialer R.chtung hiu segensreich wirken, was aus nachstehender Rede, welche Pfarrer Ort Niederwöllstadt am 4. Juni gelegentlich der Gauturnfahrt der Turner des Gaues Hessen nach Nieder- Wödstadt hielt, zu entnehmen ist. Pfarrer Ort sagte, wie die Turnzeitung für den Gau Hessen" berichtet, wörtlich:

Aber ein Gedanke ließ mich meine Bedenken bald überwinden, die Erinnerung nämlich an die Tatsache, die ich auch jetzt gleich wieder in Eurem Gedächtnis wach­zurufen mir gestatte, daß die edle Turnerei sie so manches andere Große und Gute je ein Geschenk des evangelischen Pfarrhauses an das deutsche Volt gewesen ist.

Aus jener gewaltigen Zeit, wo ein Ernst Moriz Arndt in seinen gewaltigen Freiheitsliedern den Gott, der Eisen wachsen ließ und feine Knechte wollte, aus jener Zeit, in der dieser Gott das wiedererwachte Vertrauen des deutschen Voltes zu ihm wahrmachte und ihm eine Auferstehung und Wiedergeburt bescherte, die einzig in seiner Geschichte dasteht, leuchtet nicht minder glänzend wie die anderen Unvergeßlichen der Name eines Mannes in die Gegenwart herüber, dessen Bildnis mit der Umschrift unsere Festhalle ziert: In einem Dorf, heißt Lenzen, dort auf der Priegnig Blan, ward einst ein Kind geboren, heißt Friedrich Ludwig Jahn". Und dieses Kind eines evangelischen Pfarrhauses war ein ganzer deutscher Mann, der nicht nur mit schwerem Herzen an der Knechtschaft trug, unter der Deutschland schmachtete, sondern gewiß mit durch seinen Beruf dazu geführt er hatte wie der Vater Gottesgelehrtheit studiert ein tief gottesfürchtiger Mann, wie das mit dem Deutschtum in jener ehernen Zeit bei dem Volk und seinen Besten noch unabtrennbar ver­bunden war als starte Wurzel seiner Kraft und Geheimnis seiner weltgeschichtlichen Erfolge.

Und weil es ihm ganz unzweifelhaft feststand: Gott berläßt einen braven Deutschen nicht, tun wir nur das Unserige, dann tut Gott das Seinige, darum genügte es ihm nicht, als Behrer im Gymnasium zum grauen Kloster in Berlin in enger Schulstube seine Schüler mit Mut, Kampfeslust und Begeisterung für die Freiheit zu erfüllen, er wollte die Jugend auch durch Leibesübungen und Ge­wöhnung an einfache Lebensweise zu einem fräftigen Ge­schlecht heranbilden. Im Jahre 1911 wird die deutsche Turnerwelt das 100jährige Jubiläum der ersten Turn­anstalt begehen, die er mit Mitteln der Regierung unter­stützt in der Hasenheide vor dem Halleschen Tor errichtete. Von da ab übte er durch Rede, Schrift und Vorbild einen außerordentlichen Einfluß auf die deutsche Jugend.

Wenn unter den Mitteln, die einem Volf von seinen großen Männern zu seiner Selbsterziehung in die Hand gelegt sind, diejenigen den ersten Rang einnehmen, die nicht blos Schlagfertigkeit uud förperliche Gewandtheit zum Zweck haben, sondern auch- und darum war es dem Turnbater Jahn nicht in letter Linie zu tun- auf edle Gesinnung und hochherzige Geistesentwicklung abzielen, dann gebührt der edlen Turnkunst einer der ersten Plätze, da sie nicht nur ein Jungbrunnen förperlicher Frische und Kraft ist, zu der der deutsche Mann und Jüngling nach des Tages Laft und Hiße hineilt aus des Tages hartem Ge­dränge, aus des Handwerks queishender Enge, die viel mehr auch Pfl chtbewußtsein, Solidaritätsgefühl, Mut und Entschlossenheit und die rechte Lebensfreude in einem auf seinen Gott und seine eigene Kraft angewiesenen Mann erw dt, wie das in monumentaler Kürze sich alles in ihrem Wahlspruch ausgedrückt findet: Frisch, fromm, fröhlich, frei", herrliche Worte, von denen feines seine ihm zu­tommende besondere Betonung verlieren darf, wenn die Turnfunst nicht ihren alten Ruhm verlieren und sich in das Flache und Spielerische so mancher anderer Vereins­bestrebungen verlieren soll.

Nach großen Gesichtspunkten muß ein edles Wert geführt werden, wenn es sich zu Großem entwickeln und das Volk in der Stunde, wo es eine weltgeschichtliche Probe seiner Kraft ablegen muß, Mann für Mann zu Großem mit sich fortreißen soll. So ist es damals gewesen, als Ernst Moritz Arndt dem Volk zufang: Das Volt steht auf, der Sturm bricht los" und als Friedrich Ludwig Jahn ihm seine wohlgeschulte turnerische Jugend als einen heiligen Frühling, aus dem bald Preußens Größe er­blühte, ins Feld stete. So ist es heute noch. Und welch' größere Gesichtspunkte könnte es für uns Deutsche geben, als jene erhabenen Worte, die uns vom Throne herab

oder doch aus der Nähe des Thrones zugerufen wurden: ,, Keine Zeit haben, müde zu sein, so lang der Tag des Leben.s währt mit seiner Arbeit"," zu leiden ohne zu klagen, wenn wir geläutert werden sollen im Feuer der Trübsal"," un­auflöslich zusammenzustehen, es sei Friede oder Sturm nach Gottes Willen" und endlich: wir Deutschen fürchten Gott und sonst niemand in der Welt!"

In die Verfolgung dieses vaterländischen Programms teilt sich mit den Krieger- Ver­einen die deutsche Turnerschaft, indem sie zu dem mehr soldatischen G. präge der erstgenannten Organi sation die freundliche Milde eines Friedenswerks fügt. Als ein Friedenswerk spreche ich aber die Tätigkeit der Turner­schaft noch in einem anderen Sinne an. Denn ein Turnverein fann auch ein Hort sein für den in der Zeit wider­streitender Interessen so oft gefährdeten inneren Frieden. Wie oft wälzt sich der Wogenschlag der Meinungs­verschiedenheiten an wichtigen Wendepunkten im Gemeinde­leben auch hinüber in den friedlichen Bereich der Vereine und gemeinnüßiger Unternehmungen und droht ihren Bestand zu untergraben und ihre Wirksamkeit zu erschüttern. Wie oft sind grade neu aus der Erde empoischießende Vereine eine Besiegelung der vollzogenen Trennung, bei der dann je länger, desto mehr die Erbitterung die Kräste zum Guten lährt und verzehrt. Glücklich ist die Ge meinde, die einen Verein in ihrer Mitte sieht, der die ver­schiedenen Geister zu sammeln weiß, aus seinem ehernen Kreis alle Zwietracht und alle auseinanderstrebenden Be wegungen banut, über den Fäuptern seiner Mitglieder die Fahne einer idealen Bestrebung entfaltet, hochhält mit entschlossener Hand und unter ihr seine Sache zum Siege führt. Solch ein Verein ist ein Fels im brausenden Meer der miteinander ringenden Strömungen, der Terroris mus des Parteigeistes verunstaltet ihn dann nicht zur Grimasse.

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Ein Festtag ist ein Tag der Vergleichung. Und zur Vergleichung Eurer Tätigkeit, deutsche Turnerschaft, mit anderer Vereinstä igkeit ist ja in unserer Zeit so reichlich Gelegenheit geboten, wo eine ganze Reihe von Vereinen auftritt und mit weithin sichtbaren Lettern hohe Worte von der Förderung wichtiger menschlicher Interessen auf ihre Fahnen schreiben. Ich brauche sie nicht zu nennen, ihre Zahl ist Legion. Und doch legt sich uns immer wieder bei so vielem, das man unter dem bekannten Ausdruck des Sportswesens zusammenfassen kann, die Frage auf die Lippen: Ist das denn etwas mehr als nur neue Formen des Amusements und des Lebensgenusses, zu dem dem modernen Menschen die alten Formen und Mittel nicht mehr kompliziert und raffiniert genug sind, weshalb er sich neue sucht. Fließt wirklich ein Gewinn für Kultur und Fortschritt aus der Zeit des krankheitlich übertriebenen Sportsbetriebs und wird dieser Gewinn da durch größer, daß man ihn uns unter dem Vergrößerungs­glas der modernen Begeisterung zeigt?

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Mit den turnerischen Bestrebungen ist es ein anderes Ding. Sie sind und nach diesem Maßstab wollen wir auch unsere Turnerfefte messen- erhaben über vieles, was der moderne Mensch mit großer Wichtigkeit als Spielerei zur Hand nimmt, da hört und mein Hinweis auf die vater­ländischen Ziele der Turnerschaft hat das wohl erkennen laffen- da hört das Spiel auf und der Ernst einer Vorbereitung zum wichtigen Dienst am Volkswohl beginnt. Und das Bewußtsein, daß es so ist, wie sollte es nicht erziehen zu einer Stärke und Reife der Gesinnung wie faum ein anderes Vereinsunternehmen?.

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Verehrte Feftgenossen! Es ist uns heute wieder zum Bewußtsein gekommen, in welch' enger Weise die edle Turnfunst mit dem Wohl von Volk und Vaterland ver­fnüpft ist. Troßdem hat es Beiten gegeben, wo man von den Thronen aus den turnerischen Bestrebungen nicht hold war. Vielleicht nicht ganz ohne Grund. Wir wollen darüber heute nicht streiten. Diese Zeiten sind Gottlcb vorüber, wo man von dort aus jede freier gerichtete Be­strebung, mit der das Bolt die Arbeit für seine Wohlfahrt selbst in die Hand nahm, mit Mißtrauen beobachtete oder gar insgeheim durch besondere Maßnahmen ihre Unter­drückung betrieb. Man hat auch dort Vertrauen zur Turnerei gewonnen. Und nun meine ich: Vertrauen gegen Vertrauen. Wir dürfen jetzt unser Auge und Herz dort­hin erheben, wo die Männer stehen, die verantwortlich sind für unseres Vaterlandes Wohl und Ehre, und mit denen wir uns darum eins wissen in der Pflege jeder für unser Volt wirklich förderlichen Bestrebung und ich fordere Euch darum auf, mit mir einzustimmen in den Ruf: Unser Kaiser, der energische Förderer alles dessen, was auf des deutschen Volkes Mannhaftigkeit und Wehr­haftigkeit abzielt, nnd unser geliebter Landesherr, Groß­herzog Ernst Ludwig, sie leben dreimal hoch!"

Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belde in Gießen.

Arbeitsnachweis der Stadt Gießen.

Es können eingestellt werden:

1 landw. Knecht, 2 Spengler, 1 Eisendreher, 1 Schmied, 2 Schlosser, 1 Möbelschreiner, 5 Lackierer( aus­wärts), Schreiner, 2 Schuhmacher, Schneider, 1 Wäscherin, 2 Glaser, 1 Installateur, Erdarbeiter, mehrere jugendliche Arbeiter, 1 Hausbursche oder Diener, 1 Röchin, 5 Dienst­mädchen, 2 Lauffrauen oder Mädchen.

Lehrlinge: 1 Spengler, 1 Schlosser, 1 Mechaniker, 1 Wagenlackierer, 1 Wagner, 1 Buchbinder, 1 Lackierer, 1 Schreiner, 1 Schneider, 1 Schuhmacher, 1 Friseur, 1 Buch­händler, 1 Kellner.

Es suchen Arbeit:

1 Schmied, 1 Schreiner, 1 Wäscherin, 1 Fabritarbeiterin, 1 Stickerin( Privatarbeit), Hausburschen, Arbeiter für leichtere Arbeit, 1 Haus- oder Bureaudiener, 1 Köchin, 1 jüngeres Dienstmädchen, 2 Lauffrauen.