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alle bequem miteinander verbunden. Links ist die Wohrurg des Hausmeisters, sowie weitere Nebenräume.

Im Parterre treten wir zunächst in das Vestibül, das mit einer Breite von 14,50 und einer Tiefe von 6 m angeführt ist. Seine ganze Anlage scheint sehr zweckmäßig gedacht, 9 Ausgänge führen ins Freie. Von dem Vestibül gelangt man in den Zuschauerraum, dessen Breite 14,50 m und dessen Tiefe 17,95 m beträgt. Die Bühne hat die Abmessungen von 19X11 m bei einer Höhe von 8 m erhalten und die Hinterbühne erscheint mit 5 × 6 m Die Wandelgänge sind 8 m breit. Der erste Rang hat eine Länge von 14,50 m und eine Breite von 7,14 m. 70 Profzeniums­logen und 175 perifiße sind vorgesehen. Insgesamt weist das Theater 807 Päße und zwar nur Sigpläge auf. Das ist bemerkenswert und erfreulich, denn der Stehplatz ist über­lebt und eine Marter. Dem wenig Bemittelten, der nur einige Groschen für einen Plaz erübrigen kann, steht aber derseibe Anspruch auf den vollen Kunstgenuß zu wie dem Bohlhabenden, der in der glücklichen Lage sich befindet, einige Taler für einen Platz ausgeben zu fönnen. Hoffen wir aber auch, daß die Size die tunlichste Bequemlichkeit aufweisen; mit dem Plaz im Theater fann man nämlich sehr viel gutes stiften, aber auch sehr viel sündigen. Denn unmöglich fann der Theaterbesucher einen Kunstgenuß emp­finder, wenn er eingepreßt zwischen Leidesgefährten sißt und eifrigft darauf bedacht sein muß, nicht vom Stuhle zu gleiten oder mit den Gliedern des empfindlichen Nachbars zu kollidieren. Aber wir zweifeln nicht, daß auch diese Aufgabe zufriedenstellend gelöst werden wird, denn das geschärfte Auge, daß zwischen der Anheftung der Pläge" man verzeihe die Wendung зи lesen vesteht, wird herausgefunden haben, daß die Konstruktion von innen nach außen geschieht. Belegt wird dies auch

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noch durch die reichlichen Höhenabmessungen, die überall bis auf die Nebenräume vorgesehen sind. So erhalten die Nebenräume im Parterre eine Höhe von 3,75 m, im ersten Rang eine solche von 3,80 m und im zweiten eine solche bom 3,45 m. Soweit ist alles ganz gut und schön, was wir aber nicht aus den Plänen ersehen konnten, sind die Not­ausgänge an den Seiten. Allerdings gewahrt man dort Türen, doch scheinen sie für das Personal und nicht als Doch wird auch hier Ausgang für große Massen bestimmt. Doch wird auch hier das nötige getan sein. Der Bau wird sich, wie schon oben angedeutet, in sehr gefälligen, wuchtigen Formen er­heben, ein flares Bild kann man natürlich erst ge­winnen, wenn er vollendet dasteht, zu der Wirkung trägt nämlich die Umgebung und das Material, aus dem er auf­

geführt wird, zuviel bei.

Ueber das Aeußere des ganzen Theater- Neubaues wäre folgendes zu sagen:

Die Fassaden zeigen, wie schon oben bemerkt, jezt mehr die Formen der Antike, deren ruhige Sprache, trotz der manigfaltigen Gliederung, recht vorteilhaft zum Ausdruck gebracht wird. Der leichte Anflug des Modernen dringt an einzelnen Stellen durch und ver­leiht so dem Ganzen einen interessanten Reiz.

Besonders wirkungsvoll tritt uns der Mittel­bau entgegen; die gruppenweise Anordnung der Fenster über den Haupteingängen verleiht dem Ganzen etwas Aufstrebendes und Mächtiges und bezeichnet den da­hinterliegenden Raum, das Foyer, in richtiger Weise. Dieser Mittelbau wird von einer Trigagruppe bekrönt, welche zwet hermenartige Figuren seitlich flankieren und somit diese Gruppe besonders stimmungsvoll und borteilhaft herausheben. Vielleicht werden bet der Detailbearbeitung diese Figuren noch etwas niedriger gehalten, damit die Mittelgruppe nicht zu stark über­ragt wird, wie es jetzt in der flott gezeichneten Per­spektive den Anschein hat.

Die Seiten Fassaden erfreuen uns durch besondere Ruhe und fügen sich in harmonischer Weise der Hauptfront an. Die sonst glatt gehaltenen Ein fassungen der Fenster und Türen werden nur im Ober­geschoß durch plastischen Schmuck zwischen den Pfeilern belebt, während die beiden schlichten Siebelfelder, das Gesamtbild wirklich vorteilhaft abschließen. Auch die Rückseite an der Johannesstraße wird sich dem Rahmen des Ganzen würdig anpassen. Interessant ge­löst erscheint uns die Anordnung der Dach aufbauten. Hier ist durchweg Gleiches erstrebt. Nirgends ein un­borteilhaftes Herbordringen einzelner Gruppen, alles schön abgestuft und zu einem großen Ganzen aneinander gegliedert. Selbst der mächtige Ueberbau des Bühnen­bauses paßt hübsch zu dem anschließenden breit ge­drückten Mittelbau, der von den Seitengiebeln und dem Hauptrisalit der Vorderfront überaus geschickt gruppiert wird.

Cokales.

** Der Dank des Kaisers. Die Darmst. Zeitung" veröffentlicht untenstehendes Handschreiben des Kaisers: Durchlauchtigster Fürst,

freundlich geliebter Better und Bruder! Am Schluß der vor Mir abgehaltenen Manöver empfinde Jch es als eine angenehme Pflicht, Euerer Königlichen Hoheit Meine hohe Befriedigung über die vortreffliche Haltung und den ausgezeichneten Zustand aller Truppenteile der Hessischen Division zum Ausdruck zu bringen. Auch war es Mir eine ganz besondere Freude, bei der Parade am 8. September die zahlreichen Bertreter der Kriegervereine des Großherzogtums Hessen begrüßen zu fönnen. Euerer Königlichen Hoheit würde Ich zu besonderem Dante verpflichtet sein, wenn Dieselben allen Beteiligten von Meiner lebhaften Genugtuung über dieses Beweis treuer patriotischer Gesinnung Kenntnis geben möchten. Empfangen Euere Königliche Hoheit die Versicherung der wahren Hochachtung und Freundschaft, womit Ich verbleibe

Euerer Königlichen Hoheit freundwilliger Better und Bruder gez. Wilhelm.

Coblenz, den 15. September 1905. An des Großherzogs von Hessen und bei Rhein Königliche Hoheit.

Den Dank für dieses Schreiben hat der Großherzog dem Kaiser und König auf dem Manöverfelde mündlich ausgesprochen.

** Anläßlich des Geburtstages der Großherzogin hatten gestern die öffentlichen und verschiedene Privatgebäude Flaggenschmuck angelegt. Das Militär tug den Tag über Helm.

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Militärtransport. An die Bahnverwaltung zu Gießen, wurden in diesen Tagen wegen der großen Truppentransporte die höchsten Anforderungen gestellt. Das Personal mußte um 200 Mann von auswärts verstärkt werden; aus allen Teilen Deutschlands waren Lokomotiven am hiesigen Bahnhof eingestellt, um den gewaltigen Verkehr zu bewältigen.

*** Fremdsprachlicher Kursus. Freitag, den 22. d. M., soll eine Filiale der Berlitzschool in unserer Stadt, Ludwigstraße 30, eröffnet werden. Die Berlitzschools ſind Institute, in denen Erwachsene einzeln oder in Birkeln neusprachlicher Unterricht erteilt wird. Jeder Lehrer lehrt nur seine Muttersprache, wodurch dem Schüler die Garantie für einen guten Unterricht geboten ist, da außerdem nur Lehrer von wissenschaftlicher Bildung und reiner dialektfreier Aussprache angestellt werden. In diesen Schulen wird nur nach der Berlißmethode unterrichtet. Diese Methode, die schon seit 1878 in Amerika und in Europa, besonders in Deutschland, die weiteste Verbreitung gefunden hat, ist eine Nachahmung des Prozesses, vermittelst dess n ein Kind naturgemäß die Muttersprache lernt. Von der ersten Lektion an hört der Schüler während der Unterrichtsstunden aus­schießlich die Sprache, die er erlernen will, und niemals nimmt ein Lehrer der ,, Berlitzschool of Languages" die Muttersprache des Schülers als Mittel der Verständigung in Anspruch. Die Berligmethode ist die systematische Form der Erlernung einer fremden Sprache im fremden Lande nach dem wirklichen Gebrauch.

** Gernhardtscher Zither und Mandolinen­Chor von 1905. Wie nicht anders zu erwarten war, hatte die gestern Abend im Hotel Zum Einhorn" von dem Gernhardtschen Zither- und Mandolinenchor ge­gebene Abend- Unterhaltung einen sehr guten Besuch ge­funden, da die Zahl der großen Freunde der Saiten­mufit eine recht bedeutende ist. Die Erschienenen sahen fich denn in ihren Erwartungen auch nicht getäuscht, unter der umsichtigen Leitung des Dirigenten Gernhardt wickelte sich das Programm in der besten Weise ab. Eingeleitet wurde der Abend durch eine vom Gesamt­Chor vorgetragene und vom Publikum betfällig auf genommene Konzert- Ouverture. Ueberhaupt hatte der Gesamt Chor sich der Gunst des Publikums zu erfreuen, denn der Beifall des Saales steigerte fich von Piece zu Piece. Sehr gut gelangen: Waldesrauschen"," Guten Abend, gute Nacht"," Wiegenlied"( Strei terchor) und Märzrosen- Walzer". Mit den Gesamtchören wett­eiferten die Einzelchöre, die unter ebenfalls start­anhaltendem Beifall fich ihrer Aufgabe entledigten. So berlief der Abend in bester Weise und Darbietende und Genießende famen boll auf ihre Rechnung.

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Abschiedsfeier. Das Personal der Gießener E senbahnwerkstätte beabsichtigt, den nach Bebra versezten Werkmeister Larbig nächsten Samstag auf dem" Felsenkeller" findet gemeinsamer Ausflug nach dem Windhof statt. Der Scheidende erfreut sich wegen seiner umsichtigen Leitung und der gerechten Behandlung seines Personals allgemeiner

Hoffentlich reichen die Mittel dazu aus, die Aus: auptfront nad führung der Gefſimſe und Giebelaufbauten in möglichst echtem Steinmaterial zu gestalten, dann wird mit den glatten ruhigen Butteilen der Fassadenflächen, die wohl in möglichst helleren Farbtönen zu halten wären, der ganze Bau zwischen dem herrlichen Grün unserer Blah gebach hönen Anlagen gewiß ein gutes vorteilhaftes Städte- Beliebtheit. bild abgeben.

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Die Innenarchitektur soll nach den bor liegenden Schnitten sich dem Charakter des Aeußeren anfügen. Soweit sich dies jetzt schon ersehen läßt, wird bei den getroffenen Anordnungen auch hier das Ge samtbild ein sehr wirkungsvolles werden. Das Intime, Trauliche spricht aus seinen Räumen und wird es erst vollendet sein, so sind wir sicher, daß wir Gießener auch stolz auf das ganze We k sein werden.

Geflügelzüchter Berband. Gelegentlich der in Mainz staufindenden Landwirtschafts- und Jubiläums­Ausstellung findet Sonntag, den 17. September, nachmittags 3 Uhr, im oberen Saale des Restaurants zum Heiligen Beift, eine Laudesversammlung hessischer Geflügelzüchter statt. Angestrebt wird die Bildung eines Landes­Verbandes und die Veranstaltung regelmäßig flatt­findender Landesausstellungen. An sämtliche Hessische Gflügelzuchtvereine sind Einladungen ergangen. Es scheint großes Interesse für die Sache vorhanden zu sein. Aber nicht nur Vereinsmitglieder, sondern alle Freunde und Interessenten der Geflügelzucht sind zu dieser Versammlung * Wochenbericht der Zentralstelle für Obsiver. wertung in Frankfurt a. M. Die Durchschnittspre se betrugen: Pfisiche 20-00 Mt., Mirabellen 11-14 Mt., Zwetschen 6-10 Mt., Preißelbeeren 15-00 t., Aepfel und Birnen je nach Eorte 6-15 t., Faläpfel 5 wt., alles per Zentner.

nun einen Blbaurat Helmer, dem Mitarbeiter unser mit der Aus- eingeladen.

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Wie uns mitgeteilt wird, wurde Herrn K. K. Ober­führung des Theaterbaues betrauten Architekten Fellner u. Hellmer in Wien und Hans Meyer in Gießen bei der gestrigen Eröffnung des nun fertig gestellten Hof­theaters in Darmstadt von Sr. K. H. dem Großherzon das Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipp des Großmütigen berlichen.

** Krofdorf, 17. September. Die über das Gehöst blattern verhängte Sperre ist wieder aufgehoben. des Insassen Karl Feiling, Dorfar, infolge Backstein­

= Hausen, 18 September. Schulhauseinweihung. Das hiesige, zweiklassige Schulhaus wurde am Sonntag unter entsprechenden Feierlichkeiten eingeweiht und seiner Bestimung übergeben. Als Regierungsvertreter war der Provinzialdirektor G.h. Rat Dr. Breidert onwesend, die Weiherede hielt Pfarrer paafe von Steinbach.

X Grüningen, 17. September. Der Zigeuner­Mörder verhaftet. Hier ist der Zigeuner Klein als der Mörder des Zigeuners Ebender, den er auf dem Frißlarer Pferdemarkt durch einen Schuß in die Blase tödlich verwundete, verhaftet worden.

§ Heldenbergen, 17. Sptember. Veteran des Lehramts. Der langjährige Vorsitzende des israelitischen Lehrervereins des Großherzogtums Hessens, Lehrer Wertheimer, feiert Montag, den 18. d. M. seinen 70. Geburtstag.

? Ulfa, 17. September. Unser neues Pfarrhaus, das nach den Plänen des Baurats Diehm Gießen ausgeführt wird, ist im Rohbau soweit fertiggestellt, das es im nächsten Sommer seiner B.stimmung übergeben werden

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Reserve hat Ruh!

Aljährlich, wenn die alten Mannschaften entlassen sind, die Zeitrechnung, dann avanziert er, dann wird er der beginnt für den Refruten eine neue Beitrechnung oder richtiger, " alte" Mann. Dann fäuft er selbstbewußt sich einen Reserve Kalender und rechnet die Tage aus, die noch ins Land gehen müssen, bis auch er seine Ruhe hat, und wenn dann das lautlos, aber unaushaltsam schwingende Beitenrad den 150. Tag abseßt, ersteht der alte Mann sogar ein Anderthalb­und wie er's für wenige Pfennige im ersten besten Waren­metermaß, wie's seine Käthe, die schneideri, auch gebraucht, haus haben tann. Am genannten Tage schneidet er die 3iffer 150 ab, am folgenden 149, am dritten 148 und so fort, bis auch die 8iffer eins in irgend eine Windrichtung hinaus flattert. Dann hat Reserve Ruh! Aber das dauert noch lange, entsetzlich lange fogar. Da muß man unbedingt etwas Farbe in das tägliche Einerlei bringen. Also nagelt der neugebackene alte Mann zunächst den Reserve- Kalender Das ist nun feineswegs ein so prosaischer Aft wie im Bibilleben, wo der geplagte Geschäftsmann oder noch plagtere Familienvater seufzend zur Jahreswende den alten Kalender durch den neuen ersetzt und resigniert in den Bart murmelt: Wieder ein Jahr hin, man fann von Glück noch reden, daß man auf dem alten Fleck steht." Auf dem alten Fled!- den gibt es für den alten Mann nun schon einmal garnicht, ihn bringt jeder Tag dem Biele näher zu, ergo ift das Militärleben fortschrittlicher als das Zivilleben! Achtung, präsentiert das Gewehr!" tönt das Kommando. Mit einem Rud wird der Befehl ausgeführt und während die Kapelle den Präsentiermarsch spielt, wird der Reserve- Kalender feierlichst angenageit. Also der Kalender ist da und wenige Wochen später blickt der alte Mann mit Selbstbewußtsein und einer gehörigen Dosis Geringschäzung auf die neuen frummbeinigen Hammelherden, die sozusagen erst gehen lernen müssen. Der alte Mann ist jetzt aber auch ein großer Mann, der nach außen eine Stellung zu repräsentieren hat, wie's sich namentlich am Sonntag Nachmittag zeigt, wenn er mit der Käthe, die er inzwischen großmütig zu der Charge eines Bahlmeisters" hat avanzieren lassen, Urm in Um über die Straße geht oder in wiegendem Walzerschritt über den Tanz­boden gleitet. Weiß der Himmel- die Mädel haben keine Instruktionsstunde- aber einen alten Mann unterscheiden sie sofort von einem Rekruten. Einem echten Soldaten ist aber eine Liebe eins der unentbehrlichsten Ausrüstungsstücke. Denn wenn das Essen in der Kaserne einmal nicht ganz nach Wunsch ausgefallen oder der Gaumen Ezentrische Un­wandlungen bekommt, weiß man immerhin wo eine friegs­starte eiserne Portion zu holen ist. Das ist physiologisch leicht zu erklären: wenn im Magen wenig gefüllt ist, zieht er sich zusammen und dann hat das Herz Blaz, sich recht weit auszudehnen. Allgemach aber kommen auch die Tage heran, wo die Regiments- und die Kompagnie- Nummern ganz barbarisch ver- soffen werden. Der nächste merkwürdige Tag bringt den Reserve- Barademarsch, bei dem die kleinen Schwächen und Angewohnheiten der Vorgeseßten ausgiebig perfifliert werden, die Begrabung der Löffel und die Berbrennung des aus Holz und Stroh geformten Reservemannes, die Reserve­männer sind nun eben samt und sonders Krematinen. Endlich ist aber der große Tag der Entlassung erschienen! Der alte Mann, der jßt Reservemann geworden ist, hat seine Sachen abgeliefert und seine Militärpapiere in Empfang genommen. Schon bei Morgengrauen treten die Reſerveleute an und werden unter klingendem Spiel auf herum, noch ein letzter Händedruck, ein letztes Wort und die Mannschaften eilen auf die Koupees zu. Ein furzer, schriller Pfiff der Lokomotive und der Zug rollt in den rosigen, tau­frischen Morgen hinaus.

G. H.

Heute Morgen herrschte in den Straßen von Gießen ein reges Leben: in aller Frühe wurden die zur Ent­laffung gekommenen Reserv.mannschaften unter Borantritt der Musik zur Bahn geleitet. Die Mannschaften, die die üblichen Reserveabzeichen trugen, befanden sich bei bester Stimmung. Gegen Mitte Ditober werden die diesjährigen Rekruten eingestellt.

Sirsense landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 19. September. Heiter und trocken, später zunehmende Bewölkung etwas wärmer.

( Räheres durch die Gießener Betterfarte.)

Berantwortlich: für die Politik und den Inseratentell: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen.