Ausgabe 
18.3.1905 Erstes Blatt
 
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Die amtliche bulgarische Unterstüßung macht sich fühlbar. Die Regierung Bulgariens legt jetzt Wert auf anständiges Verhalten, für das sie tunlichst bald Lohn verlangen zu dür­fen hofft. Sie verwahrt sich feierlich gegen den Vorwurf, als ob sie in ihrem Gebiet die Mohamedaner unfreundlich be­handelte.

Türkei.

Die hohe Pforte hat, wie man weiß, bei der miß­gestimmten französischen Regierung um gut Wetter gebeten. ihr Lieferungen und Konzessionen für französische Gesell­schaften zugesagt. Jetzt präsentiert sie ihre Gegenrechnung: das Ersuchen um eine nene türkische Anleihe in Frankreich. Die Verhandlungen haben begonnen. Es wäre drollig, wenn die Türkei den Kredit bekäme, der Rußland versagt worden.

Die entflohenen Würdenträger haben an den Sultan einen Brief gerichtet, in dem sie ihn ihrer Treue und Er­gebenheit versicherten. Sie seien nur geflohen, um sich vor den Nachstellungen Eilmi Paschas zu retten.

Amerika.

* Das Muster eines vorschauenden Volksvertreters ist der Repräsentant und Vorsißende des Militärausschusses Hull in Washington. Er hat erfahren oder die Eingebung erhal­ten oder in einem Gesicht geschaut, daß Japaner noch vor dem Jahre 1920 den Vereinigten Staaten von Amerika um der Philippineninseln willen den Krieg erklären werden. Darum, so meint Herr Hull, müsse sofort die Kriegsflotte der Union vermehrt und Hawaii befestigt werden. Das Repräsentan­tenhaus bewahrte bei diesen Mitteilungen Ernst und Würde. A Präsident Castro von Venezuela fordert den Einmarsch fremder, europäischer Truppen förmlich heraus. Er lehnt es ab, mit den Vertretern der europäischen Mächte über irgend etwas zu unterhandeln. Die Staatsschulden werden nicht bezahlt und nicht anerkannt. Der jetzige Zustand ver­trägt keine Fortdauer.

Deutfcher Reichstag.

( 166. Sigung.) CB Berlin, 17. März. Die Debatten zum Etat des Reichskanzlers und der Reichskanzlei flauten heute merklich ab. Zuerst führte der sozialdemokratische Abgeordnete Haase Be­schwerde über die Beaufsichtigung russischer Auswanderer durch die Agenten der Hamburg- Amerika- Linie. Dann empfahl Graf Mielczynski kurz eine Resolution der Polen wegen Regelung des Fremdenrechtes und der Sozial­demokrat Eichhorn sehr breit einen Antrag, die Landes­gesetze über Aufenthaltsbeschränkungen aufzuheben, und die Aufnahme von Angehörigen eines Bundesstaates in einen anderen Bundesstaat zu erleichtern. Die Antwort übernahm der Staatssekretär Graf Posadowsky, der sich zugleich auch noch über einige an den beiden voraufgegangenen Tagen angeschnittene Fragen äußerte. Von hohem Interesse war besonders, was er zur Abwehr der Haaseschen Vorwürfe vor­brachte. Danach sind die Kontrollstationen für Auswanderer im Jahre 1893 aus sanitätspolizeilichen Gründen eingerichtet worden, da der Staat die Pflicht habe, sich gegen die nach­teiligen Folgen einer Durchwanderung von seuchenverdäch­tigen Personen zu schüßen. Mit dem sanitären geht aber Hand in Hand ein armenpolizeiliches Interesse. Wir müssen der Gefahr vorbeugen, daß die russischen Auswanderer, die in Amerika zurückgewiesen werden, uns zur Last fallen. Wer den Transport übernimmt, muß auch die Lasten des Rück­transports nach Rußland tragen. Dazu haben sich die deut­schen Schiffahrtsgesellschaften verpflichtet, und wir können verlangen, daß die russischen Auswanderer nur von solchen Gesellschaften sich befördern lassen, die diese Verpflichtung auf sich genommen haben. Bei all diesen Erörterungen wie auch bei der folgenden Rede des Zentrumsführers Dr. Spahn, der die preußische Ostmarkenpolitik bekämpfte, blieb die Stimmung flau. Etwas lebhafter aber wurde es vorübergehend, als der Sozialdemokrat Bernstein vor der Anlage deutschen Geldes in russischen Werten warnte. Der sonst so trockene Redner zog sich einen Ordnungsruf zu, weil er sagte, die Vorgänge in Asien stempelten den Zaren und die russische Regierung zu Verbrechern. Ihm trat Graf Bülow entgegen, der erklärte, wenn deutsche Banken die Hand zur Auflegung einer russischen Anleihe böten, so sei das ihre Privatsache, und bei den guten Beziehungen, die gegen­wärtig Rußland und Deutschland hätten, habe die Regie­rung gar keine Veranlassung, den Banken irgend welche Schwierigkeiten zu bereiten. Sodann wandte sich der Kanz­ler gegen den Abg. Dr. Spahn, dem er erwiderte, daß die Ostmarkenpolitik in Preußen der Regierung aufgezwungen worden sei durch die polnische Agitation und daß sie absolut frei sei von irgend welchen kenfessionellen Tendenzen. Nun entspann sich über die Polenpolitik eine zum Teil recht be­wegte Diskussion, in der die Rechte und die Nationalliberalen sich ganz auf die Seite der preußischen Regierung stellten, während sich auf der anderen Seite die Linke und das Zen­trum zusammenfanden.

Nah und fern.

Neues von der Montignoso- Affäre. In Sachsen werden Stimmen laut, die für eine Sammlung zugunsten der Gräfin Montignoso plädieren, da ihr die Auszahlung der Rente vom sächsischen Hofe verweigert wird. Die Gräfin hat sich übri­gens bereit erklärt, die kleine Prinzessin Monica auszulie­fern, wenn man ihr nicht nur die zurückbehaltenen Raten ihrer Rente, sondern auch ihre s. 3. eingebrachte Mitgift auszahle. Auf lettere Bedingung will man sich in Dresden nicht einlassen, da hiervon nichts in dem mit der Gräfin ab­geschlossenen Vertrage enthalten ist.

Manuel Garcia's 100. Geburtstag ist in London mit allen Ehren begangen, die dem berühmten Musiklehrer, dem Erfinder des Kehlkopfspiegels, zukommen. Aus allen Län­dern wen Delegierte nach London gekommen. In der Musik- Akademie in Hannover- Square fand ein weihevoller Festakt statt, bei dem Stockhausen, Prof. Kütner und Prof. Fränkel Deutschland vertraten. Die Universität Königsberg ließ eine Adresse überreichen.

Ein Familien drama hat sich in Rirdorf bei Berlin zu­getragen. Aus Schlesien war ein Schuhmacher nach Berlin zogen, da er trotz seines Fleißes in seiner Heimat sich nicht halten konnte. Er hatte noch eine Schuld von 200 Mark zu tilgen. Die Frau hatte sich ihr Unglück zu Kopf genom­men, dazu kam das Gefühl des Verlassenseins in der großen Stadt. So hat sie sich in der Verzweiflung mit einem Bind­faden erdrosselt, nachdem sie ihrem jüngsten Sohn mit einem Tuche den Hals zugeschnürt hatte. Der Mann ist mit zwei Kindern in voller Verzweiflung zurückgeblieben.

Im Jähzorn. In Leipzig geriet ein 38jähriger Rohr­leger mit seiner Ehefrau in einen Streit. In dessen Verlauf stürzte der Mann seine Frau kopfüber in den Keller hinab. Die Aermiste brach das Genick und war auf der Stelle tot. Der Täter, der angesichts des schrecklichen Endes des Strei­tes zur Besinnung gelangte, wurde verhaftet.

§ Professor Dr. Wutpius in Heidelberg, der wegen fahr­lässiger Behandlung eines Kranken zu merklicher Buße ver­urteilt ist, erklärt angesichts des Spruches des Gerichts, daß der inkriminierte Fall sich während seiner Ferienreise zu­getragen habe. Seine Haftpflichtversicherungsgesellschaft be­stand darauf, daß der Rechtsstreit, den der Kranke gegen

geleitet hat, aus Gesundheitsrücksichten aus dem Vor

origens, nadbem

stand des Vereins ausgeschieden ist. Die Versammlung and- Bum beschloß, von einer Neuwahl an Stelle Georgis borers Christoph Scheld 4

bortfelbft,

wird, wurde Hudde gestern nach Heldenbergen über geführt, um dort mit mehreren Zeugen fonfrontiert zu werden

*** Wie uns von gut unterrichteter Seite mitgeteil Dr Angeflagte

pofnir er durch

Giftrafe belegt

Rechtsstreit ist von der höchsten juristischen Instanz des Reiches rechtsfräftig entschieden worden, daß der Landwirt welcher dem Schweinetändler Ferkel verkauft, auch wenn ein be

** Wichtig für den Schweinehandel. In einen Berufung an

Biegemez Lo

Borausficht

Vulpius selber angestrengt hatte, auch von ihm durchgeführt stimmter Tag für die Abnahine vereinbart ist und der bent 19. März. werde, weil sie, ebenso wie der Sachverständige, Geh. Medi-| Schweinehändler die Abnahme unterläßt, die Schweine nicht Reegen wieder a

zinalrat von Angerer in München, der Meinung war, daß den Professor Vulpius kein Verschulden an dem Verlust des Beines treffe. Der Professor hat jetzt bei der Staatsanwalt­schaft eine Voruntersuchung zur Aufklärung des Falles be­antragt zu dem besonderen Zweck, daß er selber gehört werde, was bislang gesetzlich nicht möglich war.

Cokales.

18. März 1905.

tt Stadttheater in Gießen. Es ist von vielen

weiterverkaufen darf, sondern nur Anspruch auf Futtergelbund sonstigen Schaden hat. Man behalte sich also das Recht zum Weiterverkauf ausdrücklich vor.

K Aus Oberhessen, 17. März. Unterhalb von Octen berg wurde gestern das seit Anfang Februar vermißte Pflegelind Emma Suhl Ortenberg von Arbeitern aus der Nidder geländet.

her.

( Näheres

Gleben 18. M fb. 0.95-1 Stofg., Raf Ebfen per Liter 2 70.80-1.00,

00-00 fg.,

r Weikartshain, 17. März. In der Nacht zum Donners. d 0.80-1.80 tag entfernte sich nur notdürftig bekleidet eine Frau aus ihrer Wohnung. Nach langer, planloser Wanderung geriet

Der Bfd. 62-68

Fietsch gefalzen per

Seiten der Wunsch ausgesprochen worden, die Direktion sie an einen Steinhaufen und brach dort kraftlos zusammen. fg. Sammelfled

möge noch eine Aufführung von Kadelburgs liebenswürdigem Lustspiel Der Familientag" veranstalten. Da im regelmäßigen Abonnement eine solche Vorstellung sich nicht ermöglichen läßt, so ist für Montag eine leßte Aufführung der Nov tät außer Abonnement angesetzt worden, doch haben etwa noch außenstehende Blockbillets zu dieser Vorstellung Gültigkeit. Am Sonntag ist Benefiz für Herrn Karl de Giorgi und Dienstag geht eine einmalige Aufführung von Altheidelberg" zum Vorteil Frl. Marga Rufs in Szene.

** Feuerwehrübung. Die städtische Freiw. Feuer­wehr hielt gestern Abend in Stärke von rund 120 Mann ihre erste diesjährige Uebung mit anschließendem Brandangriff an einem dem Abbruch geweihten Häuser­fomplex am Neuenweg ab und führte sämtliche Geräte ihrer zwei Löschzüge in Aktion vor, insbesondere fam dabei die von der Stadt neu beschaffte mechanische Bieberacher Drehleiter in ihren verschiedenen Evolutionen in Tätigkeit. Man konnte dabei zur allgemeinen Freude warnehmen, welchen hohen Wert dieses neue Rettungs- und Sicherheitsgerät für die Stadt Gießen bedeutet.

Die Leiter mißt ganz ausgezogen 24,5 m und ruht auf fräftigem Unterbau mit starken gut konstruierten Rädern nach Art der Artillerie- Käder und zwar sind solche mit Walzenlagern versehen. Ebenso sind Hebel Radbremse und Laternen vorgesehen. Der Vorderwagen wie Hinterwagen gut gefedert, sind in Federung und ersterer in seiner seit lichen Balanzierung mit einem Zug an bequem liegendem Exzenter festzustellen. Die Drehung des Leitergestelles geht sehr leicht, was ein Zeichen von richtiger Konstruktion mit genügend Rollen und einer sorgfältigen Ausführung ist. Die Exzenter- Arretierung wirft gut und plötzlich. Auf­richtung und Auszug, mit Rugellagern ausgestatttt, gehen relativ leicht, die Sicherheitsbremsen wirken vorzüglich, die Fallhaken mit Eigengewicht selbsttätig, wirken zuverlässig in tätiger und ausgelöster Stellung. Große Seilrollen beugen dem vorzeitigen Reißen der( la) Drahtseile vor und zur er­höhten Sicherheit sind auch noch automatische Sperrbolzen vorgesehen, welche bei Aufzügen im Falle eines Seilbruches sofort arretierend wirken. Zur Sicherung gegen zu starkes Neigen der ausgezogenen Letter auf seitlicher abfälliger Straße und dadurch eintretendes Ueberfippen ist ein be­sonderer Warnungszeiger vorgesehen, ein ebenso unschein bares wie wichtiges Moment. Endlich sind auch die Ver­spannungen mit ihren doppelten Bolzenlagern geeignet, vollste Sicherheit zu gewähren.

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Beim An- und Abrücken des Corps konnte ferner beobachtet werden, daß das umfangreiche und 600 Ctr. schwere Gerät doch leicht den verschiedenen Raum­verhältnissen anzupassen wie auch in seiner Fahrbarkeit praktisch und bequem zu handhaben ist. Die Lieferatin, die Firma J. G. Lieb in Bieberach a. R., hat aufs Neue ihrem althergebrachten Rufe: vorzüg­liche Leitern, speziell auch Drehleitern anzufertigen, wieder alle Ehre gemacht. Die am Schlusse der Uebung mit der Leiter vorgenommenen Neigungen klappten ganz vorzüglich, sodaß, selbst wenn der Unterbau von der Brandstätte weit weg zu stehen kommt, mit Hilfe des oberen Teiles die Feuerwehrleute in die oberen Stockwerke der Häuser hineingelangen können. Auf dem im Juli stattfindenden Jubiläumsfeste unserer Feuerwehren wird dieses neue Gerät sicherlich allgemeine Beachtung erwecken und sehr vielen auswärtigen Feuer­wehren ihr praktischer Wert ins Auge fallen.

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* Die vor einigen Tagen in Gießen im Hotel Großherzog" abgehaltene Generalversammlung des Dünsberg Vereins beschloß, die Schutzhütte auf dem Gipfel erheblich zu vergrößern. Dieses stellt sich als dringendes Bedürfnis heraus, da die Touristen­

Als sie einige Stunden später aufgefunden wurde, war der Tod bereits eingetreten. Die Bedauernswerte soll mitunter nicht zurechnungsfähig gew sen sein.

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Alsfeld. Fußgendarm Kraft von hier wird mit dem 1. April nach der neuerrichteten Gendarmerie- Station Heldenbergen verseßt. Reitender Gendarm Jäger von Friedberg wird nach hier versißt. Alsfeld erhält nur noch reitende Gedarmen.

§ Assenheim, 17. März. Sänger wettstreit. Jm Juli begeht der hiesige Gesangverein" Frohsinn" sein 60jähriges Stiftungsfest, das er im Rahmen einer größeren festlichen Veranstaltung zu feiern gedenkt. Als Mittelpunkt des ganzen Arrangements ist ein Gesangswettstreit vorges sehen, zu dem sich bereits Vereine aus Gießen, Bußbach, Bad Nauheim und Friedberg angemeldet haben.

) Friedberg, 17. März. Die 5. Verbands­Geflügel- und Vogel- Ausstellung der ober­hessischen Geflügelzuchtvereine wurde heute unter dem Protektorat des Großherzogs durch Kreisrat Fy, Direktor von Peter und im Beisein der Vertreter der oberhessischen Geflügelzuchtvereine und zahlreicher Mitglieder eröffnet. Gleichzeitig mit der Ausstellung feiert der Wetterauer Ge­flügelzuchtverein sein 10jähriges Bestehen.

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Darmstadt 17. März. Die 6. Sigung der VII. ordentlichen evangelischen Landessyaode wurde, nach der Darmstädter Zeitung", heute Morgen Uhr, durch den Präsidenten D. Stamm eröffnet. Die Beratung des Voranschlags für 1905-09 wird fortgesetzt. Die Aus­gabe- Rubriken 14, 18-37 und die Einnahme- Rubriken werden nach den Anträgen des Ausschusses genehmigt. Bei verschiedenen Rubrifen werden Wünsche geäußert, so bezüglich der Heranbildung von Laien für den Organistendienst, der besseren Ausstattung des Gesangbuchs und der Bewirt­schaftung der Kirchengüter. Es folgt eine Besprechung über die Mitteilung Großh. Oberkonsistoriums, das Prediger­Seminar in Friedberg betreffend. An der Besprechung hierüber beteiligen sich Syn. Wahl- Langen, Ober­fonsistorialrat D. Flöring, die Synodalen D. Schlosser­

ießen, Dr. Drews- Gießen und D. Stamm­Gießen. Ein Antrag der Synodal- Abgeordneten D. Lucius, Bernbeck, Brand von Leonhardi, Wahl( Langen), die Ergänzung der Verfassung der evangelischen Landeskirche des Großherzogtum Hessen durch Einfügung eines§ 107a be­treffend, luutet:

Die Synode wolle beschließen, daß in das Edift vom 6. Januar 1874, die Verfassung der evangelischen Landes­synode für das Großherzogtum Hessen betreffend, nach § 107 ein neuer Parapraph folgenden Inhalts eingefügt werde:

§ 107a. Die Landessynode hat das Recht, durch Abgeordnete, die sie aus ihrer Mitte wählt, an einer etwaigen( synodalen) Gesamtvertretung der deutschen evangelischen Kirchen teilzunehmen.

Hierauf tritt Vertagung auf Samstag Vormittag

9 Uhr ein.

§ Auf der Bahnstrecke Gießen Gelnhausen ist die Babzsteigfperre eingeführt worden.

Hus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

65 50 M., Bwiebeln

5tud, Bentner 3-4 Bentner 0,00-0.00 18. Bfg. Dauer de riddimittage Gege

Gießen, den 17. März 1905. Dem Geometergehilfen Johann Heinrich Will von Ober- Florstadt sind 26 Betrugsfälle zur Laft gelegt. Er hat sich arbeitslos in der Wetterau umhergetrieben und die Gastwirte sowohl, als auch die Bauern heimgesucht. Seine Vergehen bestehen teilweise aus Bechprellereien und zum Teil aus Darlehen, die er infolge falscher Vorspiegelungen erhalten hat. Bei dem Kreisgeometer Schopach in Butzbach hat er sich längere Zeit zur vollen Zufriedenheit geführt. Nachdem er sich aber dem Trunte ergeben hatte, war aller schildern ihn als einen sehr geschickten Arbeiter der Vor­zügliches zu leisten imstande ift. Sobald er aber dem Alkohol verfällt, ist die Arbeitslust zu Ende und er treibt sich schwindelnd dnrch die Welt. Das Gericht billigte ihm noch einmal wildernde Umstände zu, um ihn vor dem Zucht­haus zu bewahren, hielt aber eine erhebliche Strafe am Blage die mit 1 Jahr 9 Monate bemessen wurde. Der

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Vereine häufiger als früher in den letzten Jahren den fittlicher Halt verloren. Seine früheren Arbeitgeber, ionswege au

Dünsberg besteigen und man dabei mindestens auf einen Besuch von 30-40 Personen rechnen kann, für welche der Raum in bestehender Hütte zu klein ist. Die Zahl der Mitglieder des Vereins beträgt 344. 3ahl­reiche neue Mitgliederanmeldungen liegen bereits für das am 1. April wieder beginnende folgende Geschäfts­jahr vor und soll eine verstärkte Werbetätigkeit insceniert

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werden, um das Interesse für den höchsten unserer Korbmacher Karl Uhl 2 von Kohden wurde ebenfalls metstag, den

benachbarten Berge in noch erhöhtem Maße zu wecken. An Eintrittsgeld für den Turm find im abgelaufenen Vereinsjahr 115 Mf. vereinnahmt worden. Bedauert wird allgemein werden, daß der Mitbegründer des Dünsbergvereins, Kommerziencat Georgi Gießen, der ſeit längeren Jahren als 1. Vorsitzender den Verein

wegen Betrugs zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Er hatte hatte der Ehefrau des Schlossers Kuhl zu Inheiden vorge­schwindelt, daß er mit ihrem im Krantenhaus liegenden Manne, seinen Hund an den ihrigen vertauscht habe. Frau Ruhl ließ ihrren wertvollen Hund mitnehmen und dafür einen sehr minderwertigen Köter an die Leine binden, der

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