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erhalten. Ihr wurde durch einen Dienstmann ein zierliches Kästchen überbracht. Als sie auf den Verschlußknopf drückte, erfolgte eine furchtbare Explosion, die ihr ein Auge voll­ständig ausriß und ihre Wirtin und deren Tochter, die der Deffnung des geheimnisvollen Kästchens neugierig zu­schauten, schwer im Gesicht verwundete. In dem Kitchen befand sich eine Höllenmaschine mit elektrischer Zündung. Der Absender des Danaergeschenkes ist noch nicht ermittelt.

Vermischtes.

=[ Ein Urgroßvater von 57 Jahren] lebt in dem schles­wigschen Dorfe Ofa bei Eckernförde. Dort wurde dieser Tage ein Kindlein geboren, dessen Vorfahren, einschließlich des allein verwittweten Ururgroßvaters, alle noch am Leben sind. Dieser ist erst 87 Jahre alt und sein Sohn, der Ur­großvater, hat fürzlich das 57. Lebensjahr erreicht. Divi­diert durch 5 und 4, kommen für den Ururgroßvater 17 Jahre und für den Urgroßvater 14½ Jahre als durchschnitt­liches Lebensalter heraus, in dem sie bereits Kinder hatten. =[ Eine Ortschaft unter dem Schnee.]. Im südlichen Böhmen liegt die Ortschaft Reiterschlag, die unter einem besonders rauhen Klima zu leiden hat. Die letzten großen Schneestürme hausten dort mit besonderer Vehemenz und haben die Ortschaft völlig im Schnee begraben. Nur die Schornsteine ragen noch hervor und zeigen an, daß dort Menschen in der Tiefe wohnen. Der Ort ist zur Zeit von jedem Verkehr abgeschnitten. Die Einwohner können nur dadurch zueinander gelangen, daß sie, wie in einem Bergwerk, sich Stollen und Tunnels durch die Schneemassen graben.

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[ Vor Kälte die Sprache wiedererlangt] hat nach Pa­riser Blättern in Puy( im französischen Departement Haute­Loire) ein Mann namens Jean Rougier, der jeẞt 54 Jahre alt ist. Rougier war früher Schullehrer, verlor aber im Jahre 1887 infolge eines heftigen Nervenfiebers ganz plötz­lich seine Sprache und arbeitete seitdem als Tagelöhner auf einem Landgute bei Puy. Als er sich während starker Kälte auf freiem Felde befand, erkrankte er und geriet in Gefahr, zu erfrieren. Mitleidige Leute brachten ihn in das Hospital zu Puy, wo er ebenso plötzlich, wie er einst zu sprechen auf­gehört hatte, wieder zu sprechen anfing. Die Aerzte nollen den interessanten Fall" so erklären: Rougier hatte die Sprache infolge einer durch Typhus- Infektion hervorgeru­fenen nervösen Störung" verloren; diese Störung des Mer­bensystems ist jetzt durch eine andere Alteration gehoben worden, eine Alteration, die wahrscheinlich durch die Ein­wirkung der Kälte auf die inneren Drgane herbeigeführt worden ist!

** Die Reinheit des Brotes. Vor einigen Jahren war einmal eine Bewegung im Gange, die das Weißbrot zu gunsten des Schwarz- oder Vollbrots unterdrücken wollte. Sie hat keinen Erfolg gehabt, und das ist auch ganz gut ge­wesen. Vom chemischen Standpunkt betrachtet, ist das Voll­brot, das die Gesamtheit der Nährstoffe im Weizen zur Geltung bringt, allerdings im Vorzug. Dagegen haben physiologische Versuche bewiesen, daß das Vollbrot entschie­den weniger vorteilhaft im Körper verarbeitet wird als das Weißbrot. Wenn wirklich eine Reform auf diesem Gebiet eingeleitet werden sollte, so müßte sie sich darauf richten, die Reinheit und Qualität des Weißbrots zu sichern. Zunächst muß das Urteil zerstört werden, daß das Brot inimer umso reiner und gesünder ist, je weißer es ist. Da das Brot in vielen Haushaltungen die Hauptnahrung bildet, so müßte auf seinen Nährwert die allergrößte Aufmerksamkeit gerichtet werden. Nun wird aber nicht nur durch das Zermalen der Körner zwischen Stahlrollen im modernen Mühlenbetrieb das Mehl bereits eines Teils seiner Nährstoffe beraubt, sondern viele Müller wenden noch besondere und kostspie­lige Maschinen an, um das Mehl zit bleichen. Namentlich werden dabei Ozon und salpetrige Säure benutzt, die auch noch Körner nußbar machen, die sonst dem Mehl eine dunk­lere Farbe geben würden. Eine solche Behandlung unseres wichtigsten Nahrungsmittels sollte unter allen Umständen verboten werden. Am wirksamsten könnte das dadurch er­reicht werden, daß das Volk über die Eigenschaften, an denen sich ein gesundes gutes Brot erkennen läßt, zuverlässig aufgeklärt würde. Wenn erst alle wüßten, daß ein gebleich­tes Mehl weit weniger nahrhaft ist, so würde das unzweck­mäßige Verfahren seitens der Mühlen bald aufhören. Das altmodische Brot, das aus zwischen Steinen gemahlenem Mehl bereitet wird, ist weit besser als das moderne un natürliche schneeweiße Brot, das sein Aussehen teils der Benutzung von Chemikalien, teils der Zermahlung zwischen den Stahlrollen der Dampfmühle verdankt.

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[ Englands allmähliches Versinken ins Meer] wird durch den neulichen riesigen Felssturz bei Dover den Be­wohnern Großbritanniens wieder einmal drohend ins Ge­dächtnis gerufen. Die Geschichte weist eine ganze Reihe von ähnlichen großen Abstürzen auf. Viele blühende englische Städte sind bereits vom nagenden Meer verschlungen wor den. Von der alten Hauptstadt Ost- Angliens, Dunwich, mit ihren 52 Kirchen sind auf der steilen und immer mehr der See zur Beute fallenden Küste von Suffolk nur wenige Ruinen übrig geblieben, auch sie sind dem Untergange ge­weiht, und nur wenige Gehöfte und Häuser führen den Na­men der alten Stadt fort. Auf dieselbe Weise wie Dunwich verschwand der ehemals blühende Seehafen Ravensburgh, der größer und wichtiger war, als heute Hull. In einer Minia­tur- Handschrift aus dem 15. Jahrhundert wird diese Stadt noch als prächtig geschildert, im Jahre 1538 ist sie zum legtenmal erwähnt, seitdem sind alle ihre Neste und auch ihr Name verschwunden. Andere englische Küstenstädte schweben in gleicher Gefahr, vom Meere verschlungen zu werden: man nennt als Beispiele Lowestoft, Clacton, Aldeburgh, Walton­on- the- Naze und Beachy Head. Jährlich geht England so biel Land verloren, wie Gibraltar an Voden umfaßt, und allein an der Ostküste bröckelt jährlich so viel Land von England ab, wie die Insel Helgoland enthält.

Lokales.

18. Januar 1905

*** Der gegenwärtig in Darmstadt stattfindenden Prü­fung des Finanzfaches II Kategorie unterzogen sich 233 Kanditaten, darunter 166 Militäranwärter.

*** Der zur Zeit in Darmstadt stattfindende Kursus zur Ausbildung der Zeichenlehrer wird von 6 Teilnehmern besucht: 2 Oberhessen, 3 Starkenburger und 1 Rheinhesse.

*** Jafolge Ertranfung des Herrn Prof. D. Drews fann der für morgen Abend von der hessischen Vereinigung für Volkskunde Ortsgruppe Gießen angefeßte Vortrag: Das Abendmahl und die Dämonen" bedauer­licherweise nicht stattfinden.

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Der Bezirksverein Süd- West zu Gießen beruft auf heute 1 Abend sämtliche Interessenten seines Bezirks behufs Be­sprechung einer wichtigen Angelegenheit zu einer öffentlichen Versammlung nach der Restauration Otto.

) Die Mathildenstiftung für die Provinz Oberhessen hat eine Stiftung von 1500 Mt. für Kleinkinder­schulen gespendet.

*** Wie der Vorstand des Oberhessischen Vieh­händlervereins bekannt gibt, haben sämtliche Kreisämter Hessens den Handel mit Klauenvieh im Umherziehen, sowie das Abhalten aller Vi hmärkte verbot: n. Gleichzeitig wurden sämtliche Bürgermeistereien in den Kreisblättern angewiesen, mit Rücksicht auf die vermeint­liche Seuchengefahr den Landwirten wiederholt ein­zuschärfen, daß sie den Viehhändlern und Mez­gern das Betreten ihrer Stallungen nicht mehr gestatten. Hierdurch wird das Viehhändler- und das Metzgereigewerbe in Hessen vollständig lahmgelegt und der große diese Gewerbe betreibende Teil der Bevölkerung vor einen nahen Ruin gestellt. Es wird deshalb vom Ober­Hessischen Viehhändlerverein am Mittwoch, 18. Januar, abends 7 Uhr, in Fulda gelegentlich des dort stattfindenden Viehmarktes im Hotel Deutsches Haus" eine Versammlung abgehalten, in der zu den Maßregeln der Behörden Stellung genommen werden soll.

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Grünberg.( Eingesand t.) Wie wir soeben hören wird Sonnabend den 4. Februar der Eisenbahn­Verein Grünberg. Mücke und Umgegend seine dies­jährige Kaisersgeburtstagsfeier im Saale Bum Rappen" in Grünberg in außergewöhnlich festlicher Weise feiern. Wenn schon die vorjährige Feier jedem Besucher die Ueber zeugung gab, daß der noch so junge Verein Kräfte aufzur weisen hatte, die alle Erwartungen übertrafen; so soll boch das diesjährige Programm noch ein viel reichhaltigeres und ausgewähltes sein und die schon seit längerer Zeit in Probe genommenen Nummern lassen auf einen genußreichen Abend schließen. Es muß nur allgemein bedauert werden, daß ein Verein, der so Vorzügliches leistet, Eintrittskarten in be­schränkter Zahl zum Preise von 30 Pfg. ausgibt.

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r Nieder Ohmen. Am Sonntage veranstaltete der hiesige Gesangverein Eintracht" einen Familien- Abend. Alle Mitwirkenden erfreuten sich eines reichen Beifalls. Ein größeres Publikum war nicht geladen. Man wollte einmal so recht gemütlich unter sich sein. Dieses ist vollkommen gelungen.

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** Friedberg, 16. Januar. Eines der ältesten Gebäude unserer Stadt, das ehemalige Rentamtegebäude in der Kaiser­straße, ist jetzt wieder geschmackvoll und stilgerecht renoviert worden. Der jezige Besitzer, der Großkausmann Fertsch, hatte voriges Jahr den geräumigen Bau dom hessischen Staat erworben, nachdem dieser in der Leonhardtstraße ein neues Steuerfommissariatsgebäude errichtet hat. Schon im Anfang des 14. Jahrhunderts stand das Gebäude, das ursprünglich in frühgotischem Stil erbaut war. Später kam das Haus an den Deutschherren Orden in Marburg. Um 1650 diente es als Kloster des Albans- Stifts in Mainz. Anfang des vorigen Jahrhunderts faufte es der hessische Staat, nachdem die freie Reichsstadt Friedberg hessisch wurde. Dem Staate hat es nun 100 Jahre zu verschiedenen Zwecken gedient. Das ehrwürdige Gebäude ist infolge der Wiederherstellung durch Regierungsbaumeister Jost zu einer Zierde Friedbergs geworden.

Stadttheater in Gießen.

Das Stiftungsfest.

Schwant in 3 Atten von G. v. Moser.

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Moser ist ein liebenswürdiger Schwankdichter, der stets den richtigen Knalleffekt in die Scnen zu bringen weiß und wenn's auch nur ein Sturm im Wasserglase ist, wie Das Stiftungsfest". Warum denn auch fein Stiftungsfest auf die Bühne bringen? Unsere jubiläenfrohe 8 it feiert so viele Stiftungsfeste, daß es eine Unterschlagung wäre, wenn sie auf der Bühne um diesen föstlichen Zug gebracht würde! Und Moser entledigt sich seiner Aufgabe mit Glanz. Er sucht teine schwierigen Sentenzen in die Handlung zu flechten, weil es solche dabei garnicht gibt, er schwingt nicht einmal die Geißel des Satirifers darüber, sondern er hat nur das herzliche Lachen des Humoristen für die Stecken­pferdchen, die die Leute so ernsthaft im Schweiße ihres Angesichts tummeln. Der Schwant ging in recht vorteil­hafter Gestalt über die Bühne. Das Zusammenspiel war ein gelungenes und auch die Einzelda: steller boten beachtene werte Leistungen. Ein unheimlicher Schwäßer war Herr Andreas as Hartwig, der aber nichtsdestoweniger seinen Partner, Herrn Lippe, der als Vereine diener Schnate ihm in dieser Tugend nichts nachgab, persisierte. Herr Conradi stellte im Kommerzienrat Boizau einen gelungenen Materialisten auf die Bühne, seine diplomatische bessere Hälfte wurde durch Frau Fischer würdig verkörpert, wenn sie auch an einigen Stellen ihre Energie hätte etwas mehr heraustreiben können. Frl. Dülfer wußte als junge Frau Bertha ihrem Gatten, dem Advokaten Dr. Schiffler, ganz reizend eine Scene" zu machen und Fl. Ruf führte ihre verliebte Ludmilla vorteil­haft durch. Originell war Herr Lüd decke, der als Fest­orbner Brimborius steis auf dem Sprung war und eben­falls fanden sich Herr Sandorff as Advokat Dr. Schiffler und Herr Lütt johann als Dr Steinfirch mit ihren Rollen gut ab. Die Regie des Herrn Conradi ha te ihr möglichstes zu dem Eindruck beigetragen und das Publikum amüsierte sich denn auch föstlich über das luftige Kirren, Irren und Wirren. G. H.

Oskar Hudde.

Huddes Vernehmung hat am Montag begonnen. Um 10 Uhr wurde er dem Öberstaatsanwalt Theobold und dem

Staatsanwalt Hoos vorgeführt. Er trug Anstaltskleidung und war auf tem Wege nach dem Vernehmungszimmer ge­fesselt. Die Vernehmung, die drei Stunden dauerte, wurde streng geheim geführt. Hudde leugnete alle Schuld an dem Heldenberger Mord und versuchte sein Alibi zu erbringen, doch war man in der Lage, ihm durch Zeugen nachzuweisen, daß er sich am Tage vor der Mordnacht auf dem Weg von Frankfurt nach Hanau befand. Bei dieser Nachweisung wurde Hudde merklich bleicher und war bei seiner Abführung missar Daniel- Darmstadt. sehr kleinlaut. Als Protokollführer fungierte Kriminalfom

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Neben dem verhafteten Weggergesellen Walter wird der Meßgergeselle Abele als Hauptbelastungszeuge gegen Hudde auftreten. Abele ist gleichsfalls seit einigen Wochen in Huft zu verantworten haben. Ursprünglich wurde bele der Mit­genommen. Er wird sich wegen schwerer Körperverlegung täterschaft an dem Heldenberger Morde bezichtigt, doch ver­mochte er sich von diesem V rdachte zu reinigen. Trotzdem bleibt er aber durch seinen Verkehr mit Hudde ein wichtiger Beuge. Abele war zwei Tage vor dem Heldenberger Morde Andeutungen über seinen Heidenberger Mordplan und suchte in Frankfurt mit Hudde zusammen. Dort machte Hudde Abele dafür zu gewinnen. Abele hat aber dem Plane nicht zugeftimmt, da ihm die Sache zu gefährlich erschien. Darauf trennten sich die beiden, und Hudde ist wahrscheinlich sofort dort aus zu Fuß nach Heldenbergen begeben. Er wurde vom Ostbahnhof nach Hanau gefahren und hat sich von am Tage vor der Tat in Kaichen und Heldenbergen gesehen.

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Wie uns die Staatsanwaltschaft mitteilt, gab Hubbe die ihm zur Laft gelegten schweren Einbrüche mit seinem Komplizen Walter zu, leugnet aber nach wie vor seine Schuld an dem Heldenberger Morde. Gestern wurden wichtige Zeugen aus Heldenbergen vernommen. Die weitere Untersuchung wird von dem Landgerichtsrat Wehner ge­führt. Hudde trägt Anstaltskleider und benimmt sich durchaus ruhig in der Zelle.

Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

Gießen, den 17. Januar 1905. Vor dem Schöffingericht Homberg hatten sich die Taglöhner Adolf Muhi und Ernst Stöhr von Kirtorf wegen Rörperverlegung und der Wirt Hermann Siegfried wegen Anstistung dazu zu verantworten. Muhl und Stör wurden zu je 15 Mt. und Siegfried zu 10 Mt. Geldstrafe verurteilt. Gegen dieses Elfenntnis wurde seitens des Siegfried Berufung eingelegt. Siegfried soll einem Gaft, der sich mit den übrigen Verurteilten in seiner Wirtschaft befand, zugemutet haben, einen Taler zum Besten zu geben. Als dieser sich weigerte, rief er den Gästen zu: Wenn er keinen Taler gibt, dann schmeißt ihn tot, mehr ist er nicht wert." Dieser Aufforderung famen Siör und Muhl nach und traktierten den Verletzten mit Fauftschlägen und Fuß­tritten. Siegfried bestreitet die Aeußerung getan zu haben, weshalb das Gericht angesichts der Tatsache, daß sich die Verurteilung nur auf die Aussage des Verlegten, der übrigens bei dem Vorfall angetrunken war, gründete, nicht in der Lage war Verurteilung eintreten zu lassen. Es erfolgte dieserhalb bezüglich des Siegfried Freisprechung. Die Händlerin Friedrite Müller aus Großen lüder wurde zu Rixfeld ohne hessischen Wandergewerbeschein hausierend betroffen. Als sie zur Anzeige gebracht werden sollte, bot sie dem Gendarmen eine Schüssel an, damit er die Anzeige unterlassen solle. Sie wurde wegen Bestechung zur Anzeige gebracht, was ihr eine Geldstrafe von 10 Mt. eintrug. Der Schweinehändler Heinrich Flach von Holzmühl be­nugte die Angetrunkenheit eines Taglöhners um ihm die Taschenuhr abzukaufen. Als dessen Tochter res anderen Tags die Uhr zurückverlangte, behauptete Flach fälschlicher­weise, er habe 2 Mit. darauf bezahlt, worauf ihn 2 Mt. behändigt wurden. Wegen Betrugs erkannte das Gericht auf 4 Wochen Gefängnis. Die Witwe Anna Marie Fenner von Wallenrod ist angeklagt, daß sie von dem Vorhaben ihres Mannes, der den Landwirt Zinn dort­selbst erschießen wollte, der Behörde oder dem Bedrohten feine Anzeige gemacht hat. Es erfolgte Freisprechung, da nicht nachgewiesen ist, daß die Angeklagte mit Sicherheit hat annehmen können, daß ihr Mann die ernstliche Absicht hatte den Zinn zu ermorden.- Drei 17-18jährige Burschen Georg Heinrich Landvogt, Eduard Ludwig Birgenheimer und Valentin Lerch von Seulberg haben auf dem Heimwege von der Rodheimer Kirchweihe etwa 12 Obstbäume beschädigt, Gartenspaliere abgerissen, mit Revolver gesch ssen und geschrien. Sie erhielten dafür ganz exemplarische Strafen, wegen Sachbeschädigung wurden ersterer und und letzterer zu je 7 Monaten Ge­fängnis und 2 Wochen Haft verurteilt. Die Haftstrafen sind durch erlittene Untersuchungshaft als verbüßt zu er­achten. Zum Schlusse zog der Siebmacher Paul Baum­bach von Weicheln au seine gegen zwei Erkenntnisse des Schöffengerichts Nidda gerichtete Berufung, wonach er wegen Ruhestörung zu 6 und 8 Tagen Haft verurteilt worten mar zurück.

Brief- und Fragekasten der Redaktion.

Wir teilen allen Weidmännern mit, daß die Liste des Arbeits- Ausschusses zur Vorbereitung der Dank­adresse deutscher Wardmänner an den Kasser bis zum 24. Januar zur Einzeichnung in unseren Geschäftsräumen aufliegt

Stepes: landwirtiseftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag den 18. Januar. Trüb, etwas milder, Schneefällen. Depeschenmaterial verstümmelt. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg. Horn, beide zu Gießen.