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einen Scite wird behauptet, der Knappschaftsälteste Unver­werth habe auf den Betriebsführer Papst den Schuß abge­geben, während ersterer erklärt, auf ihn sei geschossen wor= den. Ihr Augenmerk richten die Führer auch besonders darauf, daß nicht im Rausche Ausschreitungen vorkommen. In den Versammlungen werden vielfach keine alkoholischen Getränke verabreicht, und den Wirten wird eine Entschädi­gung von 10 Pfennig für jeden Teilnehmer gewährt.

Wie lange die Führer nun noch die Massen in der Hand behalten, bleibt abzuwarten. Die Art, wie ihnen die Zügel bei Umsichgreifen des Streiffiebers entschlüpft sind, ist kein gutes Vorzeichen, und je mehr die Zahl der Streifenden an­wächst, desto schwerer wird es werden, die Leidenschaften einzudämmen. Ob gern oder ungern, überall treten die Belegschaften in den Streik ein; wie die Hergänge in den Versammlungen erkennen lassen, gehen Tausende von Berg­Tenten sehr gegen ihren Willen in die Bewegung und dem Elend entgegen, da sie so gut wie gar feine Forderungen haben, auf deren Erfüllung sie drängen. Aber sie sind machtlos, sie müssen mit. Nur auf den Zechen wird nach Beschluß der Versammlungen gearbeitet, deren gänzliche Stilllegung oder Ersäufung im Falle des Aufhörens mit der Förderung zu befürchten stände.

* Die Politik.

Die an General v. Trotha ergangene Weisung wegen Schonung der Herero bezieht sich natürlich nur auf die Mit­glieder des aufständischen Volksstammes, die vom Kampfe, ob freiwillig oder notgedrungen, Abstand nehmen. Es soll jezt der Versuch gemacht werden, durch Ermöglichung der Unterwerfung der Aufständischen den Boden für die Rückkehr zu geordneten Verhältnissen in der Kolonie zu bereiten. Für eine Beendigung des Hottentottenfrieges auf ähnlicher Grundlage liegen die Bedingungen insofern günstiger, als die Hottentotten, mit Ausnahme der Witboi, keine Mord­taten verüben. Auch der viel genannte Räuber Morenga hält sich mit seiner Schar davon frei, er läßt sogar den von ihm Ausgeraubten das nötigste zum Leben. Inzwischen ist wieder ein Truppentransport in Stärke von 1104 Mann mit 528 Pferden von Hamburg nach Deutschsüdwestafrika abgegangen.

* Die bevorstehende Einführung der Reichsarzneitage wird eine weitere Vereinheitlichung der Arzneimittelpreise zur Folge haben. Auch für die in den amtlichen Arzneitaren nicht vermerkten Mittel sollen einheitliche Preise eingeführt werden. Diese werden in einer sogen. Reichsergänzungstare zusammengestellt werden, deren Beratung der Apotheken­besizer Stein in Durlach übernommen hat.

Noch besteht ein Fünfchen von Hoffnung, daß es gelinge, die unheildrohende Bewegung in absehbarer Zeit zu be­enden. Auf diesen Hoffnungsschimmer sind sicherlich im stillen sehr viel mehr Augen gerichtet, wie öffentlich zu­gegeben wird. Das ist der angekündigte Vermittelungsver­such der Regierung. Schon in der ganzen Bewegung, die zum Ausbruch des Streikes führte, trat stets die Hoffnung auf die Regierung zutage. So in höchst bezeichnender Weise in einer Versammlung in Essen, in der Bergmann Berker eine historische Ausführung über das Recht der Gewinnung bon Erzen gab. Schon 476 hatten die Kommunen dieses Recht inne, das 1500 nach dem französischen Bergrecht auf die Fürsten überging, bis 1848 auch das Großkapital an der Gewinnung teilnehmen konnte. Das heutige Bergrecht bestehe seit 1865. Die Regierung habe an diesem Rechte großes Interesse. Sie würde also auch im äußersten Falle die Ausständigen zu schützen wissen. So flang es überall. So denkt man noch heute; und mit Spannung blickt man auf die ins Streifgebiet entsandte Ministerialfommission, die heute nachmittag ihre Tätigkeit aufnimmt. Die Arbeiterdele­gierten sind telegraphisch ersucht, Vertreter nach dem Ober­bergamt in Dortmund zu entsenden, um dort ihre Beschwer­den der Kommission vorzubringen. Die Regierung würde fich den Dank von Tausenden erwerben, wenn es ihr gelänge, den wirtschaftlichen Krieg abzuwenden.

Der Krieg in Oftalien.

Frankreich.

Preussifcher Landtag.

( 119. Sizung.)

Haus der Abgeordneten.

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Die heutige Etatdebatte stand fast ausschließlich unter dem Zeichen des Bergarbeiterstreits. Sehr ausführlich legte der Zentrumsabgeordnete und frühere Bergarbeiter Brust die Beschwerden der Arbeiter dar, doch hatte er schwer mit der Unruhe des mäßig besezten Hauses zu kämpfen. In seiner Entgegnung suchte Minister Möller wiederum möglichst den Standpunkt des Unparteiischen festzuhalten, mußte aber einige unrichtige Behauptungen zurückweisen. Lebhafte Befriedigung im Hause rief die Mitteilung hervor, daß die Regierungskommission heute nachmittag die Ar­beitervertreter zu einer Besprechung eingeladen habe. Wie der erste Redner für die Arbeiter, so trat Dr. Hirsch( natl.) für die Arbeitgeber energisch ein. Er schob die Schuld am Streit besonders auf die Hezarbeit der Sozialdemokraten. Minister Möller stimmte ihm darin bei, daß der Kontrakt­bruch der Arbeiter in diesem Falle wie stets zu mißbilligen sei. Zugleich teilte er mit, daß heute nach einem eben ein­gelaufenen Telegramm der Generalstreik noch nicht völlig durchgeführt ist, ja daß in manchen Zechen noch alle Ar­beiter eingefahren sind. Der Minister des Innern Frhr. b. Hammerstein erntete den Beifall des Hauses, als er entschiedenen Schutz der Arbeitswilligen versprach, ebenso das Militär im Streifgebiet vorläufig nicht verwendet werden soll, dagegen wider Willen stürmische Heiterfeit bei der Bemer. fung, er hoffe mit der, ordinären" Polizei auszukommen. Nun folgten endlich wieder einige Etatsreden, und zwar hinter­einander zwei, die große Aufmerksamkeit erregten. Der fonservative Abgeordnete Windler proklamierte aus­drücklich das Recht des Landtages, über Reichsangelegenheiten zu sprechen, und knüpfte daran eine sehr scharfe Kritik der Mittelstandsrede des Grafen Posadowsky vom 13. Dezem ber. Mit der Aufforderung, gegen Polen und Sozialdemo fraten gleich scharf vorzugehen, schloß der Redner, um dem greisen Herrn v. Kardorff Platz zu machen. Mit einem Heuer, dem man seine 77 Jahre nicht anmerkte, forderte cr cine gründliche Reichsfinanzreform und eine Ausdehnung der Selbstverwaltung. Es wird zu viel regiert bei uns" wor sein Schlußwort. Nachdem dann der nationalliberale Abg. Schmieding noch einmal auf den Streit zurück­gekommen war und den Standpunkt der Arbeitgeber ver­teidigt hatte, wurde der Schluß der Debatte beschlossen. Morgen wird das Ausführungsgesetz zun Reichsfeuchen. gesetz beraten werden.

Es darf jetzt als feststehend angesehen werden, daß das Rücktrittsgesuch des Ministerpräsidenten Combes beschlossene Sache ist. Er wird gemeinsam mit den Mitgliedern seines Ministeriums dem Präsidenten Loubet heute( Mittwoch) ein Schreiben überreichen, in dem die Gründe für seine De­mission auseinandergesetzt werden Auf Aufforderung meh­rerer Deputierter gedenkt Combes sodann in einer Anzahl größerer Provinzstädte Volksversammlungen zu veranstalten, um sein Programm zu verteidigen.

Nach den letzten Meldungen, die Londoner Blätter von ihren Korrespondenten am Schaho erhielten, scheinen sich bei Mukden große Dinge vorzubereiten. Es wurden auf beiden Seiten große Truppenverschiebungen vorgenommen. Be­sonders

die russische Offensive

wird von Tag zu Tag energischer und gestaltet sich langsam zu einem allgemeinen Vormarsch. Aus London liegt dazu folgendes Telegramm vor:

Infolge der Affäre Syveton ist der Schrank der Pa­triotenliga, der seiner Zeit auf der Bank von Antwerpen deponiert war, von belgischen Gerichtsbeamten und Vertre­tern der Liga geöffnet worden. Er enthielt eine große Menge Schriftstücke politischen Inhalts, doch keine G beträge, u. a. aber genaue Quittungen über die von der Vaterlandsliga an Zeitungen, und Volksredner gezahlten Geldunterstützungen, sowie Abschnitte von Empfangsbestä­tigung über anonyme Spenden im Betrage von 1 200 000 Francs. Der Antwerpener Untersuchungsrichter belegte den gesamten Inhalt des Schrankes vorläufig mit Beschlag. Die Vertreter der Liga erhoben gegen etwaige Auslieferung der Papiere an die französische Gerichtsbehörde Einspruch, da die Schriftstücke in keiner Weise die Angelegenheit Syve­ton beträfen.

Rufsland.

Die Gährung unter den Arbeitern ist in einem Ans­stand in den Putilow- Werken in Petersburg zum Ausdruck gelangt. Die Arbeiter der Werke haben eine Reihe von Forderungen aufgestellt und gedroht, falls diese nicht in drei Tagen bewilligt wurden, bewaffnet vorzugehen. Der Ruf­sische Arbeiter- Klub, der 7000 Mitglieder umfaßt, steht an der Spitze der Bewegung.

Die Persönlichkeit des jungen Menschen, der in Moskau das Attentat gegen den Polizeichef Trepow verübte, ist jetzt festgestellt. Er ist Handelsschüler und heißt Poltogrodski. Der Anschlag steht mit den Dezemberunruhen in Zusammen­hang. Wie es heißt, soll die Kugel, die Poltogrodski ab­feuerte, vergiftet gewesen sein.

Balkan- Staaten.

Die Spannung zwischen Serben und Bulgaren ist im Zunehmen begriffen. Es wird wieder von bulgarischen Morttaten berichtet, der u. a. der serbische Geistliche Taschko und dessen Diener in Sumanowo zum Opfer fiel.

Die Russen rücken um Mukden allmählich vor. Sie legten Forts und Schanzen bei Schufangtao und Scha­lingtao am Hunho an. Ein Teil der Rosaken Wisch­tschenkos ist nach Norden zurückgegangen. Ueber den Verbleib des anderen Teils it man noch im Ungewissen. Von russischer Seite wird dagegen behauptet, daß es dem ganzen Detachement des Generals Mischtschenko gelungen sei, sich der drohenden Abschne: bung durch die Japaner nach dem fühnen Ritt gegen Inkau zu entziehen. Die Petersburger Telegraphen- Agentur läßt sich aus Saschetun melden: Das Kavalleriedetachement ist von seiner Streifzug gegen den Rücken der Japaner glücklich zurückge­fehrt. Die russischen Verluste betragen 300 Mann an Toten und Verwundeten. Die Verwundeten wurden zurückgebracht. Der Streifzug hat auf die Japaner großen Eindruck gemacht. Diese letzte Redewendung, schreibt unser Mitarbeiter, ist etwas stark bramabarsierend. Sie klingt, als ob die Japaner von einer Panik ergriffen worden seien. Das ist aber durchaus nicht der Fall. Im Gegenteil. Nach dem eigenen Bericht Kuropatkins an den Kaiser über den Streif­zug Mischtschenkos haben die Japaner, trotzdem ihnen der russische Vorstoß ganz überraschend kam, überall völlige Ruhe bewahrt. Namentlich zeigte sich das bei dem russi­schen Angriff auf den Bahnhof von Inkau. Die Japaner eröffneten, nachdem sie in aller Eile Reserven herangezogen hatten, ein so wirksames Gewehr- und Magazingeschützfeuer auf die Angreifenden, daß diese sich Hals über Kopf zurück­ziehen mußten. Die einzige nachhaltige Wirkung des Misch­tschenfoschen Unternehmens auf die Japaner ist, daß sie ihre von den russischen Kavallerieschwärmen bedrohten Verbin­dungslinien schleunigst möglichst gesichert haben. Das kann ihnen aber kein Mensch als Furcht, sondern nur als weise Fürsorge für fünftige Fälle auslegen. Wie weit die Russen die chinesische Neutralität bei diesem Kosakenritt ver­Tezt haben, steht noch immer nicht fest. Ueber den

Hus den Parlamenten.

Hof und Gesellschaft.

*** In Weimar ist, im jugendlichen Alter von kaum 21% Jahren, Großherzogin Karoline von Sachsen­Weimar verstorben. Eine heftige Lungenentzün­dung hat ihrem hoffnungsvollen Leben ein schnelles Ziel gefeßt. Großherzogin Karoline war ein Sproß des Hauses Reuß ä. L. und hatte sich im April des letzten Jahres mit dem jungen Großherzog Ernst von Sachsen- Weimar ver­mählt. Den Keim zu ihrer tötlichen Erkrankung holte sich die junge Fürstin auf einer Spazierfahrt, fast dem einzigen Vergnügen, an dem sie, die sehr zurückgezogen lebte, Freude empfand. Die Fürstin hatte auf ihrem Krankenlager recht schwer zu leiden. Besonders quälte sie beängstigende Atem­not. Die letzte Nacht lag sie völlig bewußtlos und schlum­merte endlich in der Morgenfrühe ruhig in ein besseres Jenseits hinüber. Um 8 Uhr läuteten die Glocken sämtlicher Kirchen Weimars. Alle öffentlichen und sehr viele Privat­gebäude haben halbmast geflaggt. Die Schulen haben den Unterricht ausgesetzt. Die Theater sind bis auf weiteres geschlossen. Hoftrauer auf sechs Monate ist angeordnet. Bis heute( Mittwoch) abend wird die Leiche im Weißen Saale des Großherzoglichen Residenzschlosses in einem offe­nen Sarge aufgebahrt. Dann findet ihre Ueberführung nach der Hofkirche statt, wo sie in geschlossenem Sarge bis zu der am 21. d. Mts. mittags stattfindenden Beisetung berbleibt.

In der Budgetkommission des Reich 3- tags führte die Erörterung des Nachtragsetats für Deutsch­südwestafrika zu einer Debatte über die Art der für die Truppen bestimmten Lieferungen. Der Abg. Arendt ( Reichsp.) wünschte, daß die Lieferungen für den gegen­wärtigen Kolonialfrieg von dem Kolonialamt an das Kriegs­ministerium und die Admiralität übertragen werde. Für die Lieferungen sei das Handwerk und nicht nur die Firma Tippelskirch u. Co. Heranzuziehen. Der Antrag Arendt wegen der Neuorganisation der Kriegsversorgung wurde schließlich abgelehnt.

Einmarsch der Japaner in Port Arthur werden noch weitere interessante Einzelheiten mitgeteilt. Der Einmarsch dauerte drei Stunden; die Heeressäule war drei englische Meilen lang. In der Ebene im Norden des Dorfes Schischi ist später ein Gedächtnisgottesdienst für die Geister der gefallenem Japaner abgehalten worden. waren Truppenabteilungen zugegen, die eine Vertretung des ganzen japanischen Heeres darstellten. Nachdem die Japaner in der neuen Stadt eine Parade abgehalten hatten, ritten die japanischen Generale durch die Stadt, velche verhältnis­mäßig wenige Spuren vom Bombardement zeigte.

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König Friedrich August von Sachsen ist gestern Nachmittag von Berlin wieder abgereist, nach­dem er vormittags eine Parade über die in Berlin stehenden sächsischen Truppen, nämlich die sächsischen Eisenbahn- und Telegraphentrupen, die 7. und 8. Kompagnie des Eisen­bahnregiments Nr 2 und die halbe 3. Kompagnie des Tele graphenbataillons Nr. 1, abgehalten hatte. Bei dem Fest mahle, das zu Ehren des Königs im Schlosse stattgefunden hatte, waren sehr herzliche Trinksprüche zwischen dem Kaiser und König Friedrich August gewechselt worden.

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Unglücksbotschaften von der englischen Küste laufen noch ständig ein. Während heftigen Schneesturms sanfen meh­rere große Schiffe, man befürchtet viele Verluste an Menschen­leben. Vor der Insel Wight sank ein fleiner französischer Segler; seine Mannschaft ist vor den Augen der Zuschauer ertrunken. Ein ganze Reihe weiterer kleinerer Schiffe ift schwer beschädigt. Jezt ist, nachdem am 16, d. Mts. Eng­land den kältesten Tag seit Jahren hatte, plötzlich ein völ­liger Witterungsumschwung eingetreten. Es herrscht jetzt ein warmes Regenwetter.

( 120. Sigung.) CB. Berlin, 17. Januar. Nach dem Justizetat beschäftigte heute der Etat des Reichsschaamtes in zweiter Beratung den Reichs­tag. Die Debatte trug einen im Ton ruhigen, in der Sache sprunghaften Charakter. Es wurden verschiedene Fragen berührt, zu denen der Staatssekretär Frhr. v. Stengel alsbald Stellung nahm. So erklärte er mit Bezug auf die vom freisinnigen Abg. Hermes befürwortete Milderung von Härten des Süßstoffgesetzes, daß an eine nachträgliche Erhöhung der Entschädigungen nicht zu denken sei; hin­gegen sollen den Besizern von Saccharin ihre Vorräte vom Reich abgekauft werden, aber nur zu dem niedrigsten Preise, der vor Erlaß des Gesetzes bestanden habe. Ferner kündigte der Schatzsekretär für die nächsten Wochen eine neue Münz­novelle an, nach der ½ Mark- Stücke ausgeprägt werden sollen. Eine Neuregelung des Wohnungsgeldzuschusses ist nach seinen weiteren Mitteilungen mit Wirkung vom 1. April 1906 beabsichtigt; doch müßte dazu die Haltung des Reichstags und des preußischen Abgeordnetenhauses in Einklang stehen. Auf diesen Punkt kamen die meisten Redner zurück, da dazu eine Resolution des Zentrums vor­liegt, bei der Neuregelung auf die Zahl der Familienange­hörigen der Beamten Rücksicht zu nehmen. Eine nicht un­erhebliche Rolle spielt bei der Diskussion auch die Anregung zur Prägung einer Schillerdenkmünze, die vom Zentrum gegeben wurde. Der Staatssekretär stand dem Gedanken nicht unsympathisch gegenüber. Des weiteren wurde noch über die Veteranenbeihilfen debattiert. Die oppositionellen Parteien behaupteten, daß bei deren Vergebung politische Rücksichten maßgebend seien, was von der Regierung und den Konservativen energisch in Abrede gestellt wurde.

werden auf beiden Seiten mit großem Eifer betrieben. In Libau wird Tag und Nacht fieberhaft an der Instandsetzung des dritten baltischen Geschwaders gearbeitet. Jedoch; wver­den jezt schon Einzelheiten laut, die es in Frage stellen, ob das Geschwader zur rechten Zeit wird auslaufen können. Bei dem Torjedojäger Gronjaschtschy" und dem Transport. dampfer" Don" ist es bereits zur Gewißheit geworden, daß sie zur beabsichtigten Zeit nicht feetüchtig sein werden. Auf japanischer Seite ist man inzwischen dabei, eine Untersee­bootsflottille zu schaffen. Wie aus Schanghai berlautet, soll diese sogar bereits fertiggestellt worden sein.

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Eine Herero- Schlacht in Berlin. Seit Jahren lebt in Berlin ein Angehöriger des Herero- Stammes. Er ist ge. wohnt, daß man ihn ob seiner Kaffern- Abstammung" Hänselt, und kann in dieser Beziehung viel vertragen. man ihm kürzlich in einer Wirtschaft auch mit dem Auf­stande seiner Landsleute kam, wurde ihm die Sache zu bunt, und er schlug auf seinen Gegner mit dem Bierseidel ein. Nun teilten sich die Gäste in zwei Parteien, und es entstand eine förmliche Schlacht um den Herero, in der zwei der Be­teiligten nicht unbedeutende Verlegungen erlitten.

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+ Ein schwerer Eisenbahnunfall ereignete sich nachts auf der Strecke Brünn- Wien. Zwischen Bernhardthal und Hohenau entgleiste infolge Schienenbruchs ein Eilzug. Da­bei wurden 6 Reisende schwer und 17 leicht verlegt.

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Ein großer Eisenbahn- Postraub wurde zwischen Paris und Brest mit Geschick und Verwegenheit ausgeführt. Der Dieb entwendete, während im Nebenraum ein Beamter ar­beitete, sämtliche für Alençon, Mons, Angers und Rennes bestimmten Postsäcke, die einen enormen Wert besiten, aus dem Postwagen. In einem Zeitraum von drei Monaten ist dies der dritte Postraub auf der Strecke.

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Ein gefährliches Geschenk hat zum russischen Neujahrs­tage die bekannte Sängerin E. J. Tarasowa in Moskau

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