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Was auch als Wahrheit oder Fabel In tausend Büchern dir erscheint, Das alles ist ein Turm zu Babel, Wenn es die Liebe nicht vereint.

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Mütterlicher Egoismus. Die Mutterliebe ist von den Dichtern aller Zeiten und Länder gepriesen worden als köstlichster Edelstein, der dem Weibe ins Herz gelegt worden ist. Trozalledem aber kommt es vor, daß Mütter vielleicht nur aus übergroßer Liebe ihren Kindern gegenüber Egoisten sind. Vielfach trifft man den Egoismus bei den Müttern jener Töchter, die im Elternhause alt geworden sind. Mädchen, die sich unglück­lich und überflüssig fühlen, nicht deshalb, weil sie unver­heiratet geblieben sind, sondern weil ihnen eine befriedigende Lätigkeit fehlt. Der Mensch von dreißig bis vierzig Jah­ren kann nur dann glücklich sein, wenn er arbeitet. Man wird vielleicht einwenden: das betreffende ältere junge Mädchen" ist niemals müßig, es malt, brennt, musiziert, wischt Staub, pflegt die Blumen. Alles recht schön und ausreichend für das achtzehnjährige Mädchem, nicht aber für das vierzigjährige. Dieses, in der Kraft und Fülle des Lebens stehend, begehrt nicht eine Beschäftigung, mit der es die langen Stunden des Tages ausfüllt, sondern es verlangt einen Beruf, einen Platz im Leben, und es hat ein Recht hierzu. Die Mädchen, die einen Beruf gefunden haben, sei es als Wirtschafterin, Lehrerin, Buchführerin, Krankenpflegerin usw. sind befriedigt, sie kommen nicht in Gefahr, alte Jungfern" zu werden; frisch und fröhlich gehen sie durchs Leben, mit dem frohen Bewußtsein, ein nüzliches Glied der Menschheit zu bilden.

Wie aber wird es nun mit den älteren Mädchen, die noch im Elternhause leben? Wenn nur die Mütter die Selbstlosigkeit besäßen, ihnen zur rechten Zeit ihren Platz im Hause abzutreten, die für ihre alten Schultern oft sogar zu schweren Pflichten auf die jüngeren, kräftigeren der Töchter zu legen. Aber das geschieht nur selten. Der Mann läßt sich pensionieren, wenn er alt und arbeitsmüde wird, er macht jüngeren Kräften Platz und verbringt die letzten Jahre seines Lebens in Ruhe und Behaglichkeit. Warum tut das nicht auch die Frau, die eine oder mehrere erwachsene Töchter im Hause hat? Man beobachte nur ein­mal, wie anders die Eltern sich gegen die oft viel jüngere verheiratete Tochter verhalten, die vorübergehend zum Be­such oder dauernd als Witwe bei ihnen weilt, als gegen die unverheiratete, die im Hause ist. Die jüngere iſt durch die Verheiratung ein selbständiger Mensch geworden, die an­dere bleibt in den Augen der Eltern das Kind, das sie vor dreißig Jahren war. Eine Mutter, die die Selbst­losigkeit und Klugheit besitzt, der Tochter den eigenen Pflicht­freis abz treten, die sich daran gewöhnt, nicht mehr in ihr das hilflose Kind zu sehen, sondern im Gegenteil sich jetzt im Alter von diesem Kinde pflegen und beraten läßt, wird den schönsten Lohn in der Befriedigung der Tochter finden.

Lose Blätter

Die habgierige Tragödin. Die berühmte Tragödin Rachel war ebenso habsüchtig, wie von Natur reich begabt. So befand sie sich gelegentlich als Gast im Hause eines reichen Parisers, der ihren Genius verehrte, als sie, ein prachtvolles Bukett, das die Mitte der Tafel schmückte, be­merfend, ausrief:" D, wie reizend!"- Pardon, Made­moiselle," sagte der Gastgeber mit echt französischer Galan­terie, gestatten Sie mir, es Ihnen anzubieten," und da mit entnahm er die Blumen der schweren Silbervase, in der sie standen.- ,, Aber, mein Herr," erwiderte die Rachel, es war eben diese Base, welche ich bewunderte."" Na­türlich gehört dieselbe ebenfalls Ihnen," antwortete der höf­liche Wirt. Als die Tafel zu Ende war, ersuchte sie endlich den ihr befreundeten Herrn, sie in seinem eigenen

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Wagen nach Hause bringen zu lassen, da sie fürchtete, bei Benutzung eines öffentlichen Lohngeschirrs könne ihr die fostbare Base geraubt werden. Dieser stimmte sofort zu, sagte aber, als er ihr beim Einsteigen half, in bittendem Tone: Meinen Wagen werden Sie aber wenigstens zurück­senden; nicht wahr, Mademoiselle?"

Der diskrete Goethe. Als Goethe, so erzählt Heinrich Zöllner, einst mit einem Freunde im Weimarischen Parke spazieren ging und sie in einen versteckten Laubengang ein­bogen, saben sie, wie eine als hochmoralisch bekannte ver­heiratete Dame einen Kavalier des Hofes, mit dem sie nicht verheiratet war, zärtlich füßte. Die Herren traten zurück. Haben Sie das gesehen?" fragte, sprachlos vor Entsezen, Goethes Freund. Ja, ich hab's gesehen," widerte Goethe ,,, aber ich glaub's nicht!"

Am Toilettentisch

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Pflege des Teints. Ein gutes Waschwasser, das der Er­haltung des Teints dient, wird folgendermaßen zusammen­gesetzt: 1 Pfund feines weißes Mehl, 4 Loth gepulverte Glyzerinseife, 2 Roth gepulverte Veilchenwurzel und Quentchen Bergamottenöl durcheinander gerieben und dazu Wasser gemischt. Desgleichen ist Mandelkleie als Wasch­mittel sehr zu empfehlen. Man kann sich dieses Waschmittel selbst bereiten, wenn man Mandeln in einem erwärmten Steinmörser zu Brei zerstößt, diesen Brei in einen leinenen, ohne Seife gut durchgewaschenen Beutel schlägt, ihn auf einer hölzernen Presse auspreßt, bis fein Del mehr abfließt, den Rückstand trocknet und ihn in einer Schale mit gepul­verter Veilchenwurzel, Glyzerinseife und Lavendel- oder Ber­gamottöl zusammenmischt. Ferner ist für den Teint eine Waschung von grüner Seife mit lauwarmem Wasser und danach eine Abreibung mit Mandelkleie gut. Sehr em­pfohlen werden für zu rote und darum leicht rauhe Haut tägliche Waschungen von Mandelmilch, die man sich selbst am testen bereitet, indem man etwa zwölf süße und eine bittere Mandel in Regenwasser fein zerstößt, durch ein Läppchen drückt und mit dieser Flüssigkeit, die aber niemals sauer werden darf, sondern möglichst bei jeder Anwendung frisch bereitet werden muß, täglich mehrmals die rauhen und scharf geröteten Stellen befeuchtet. Ein anderes Schönheits­mittel besteht in einem Aufguß von Meerrettig mit falter Milch. Das Benzoewasser übertrifft alle angepriesenen Essenzen, die zur Konservierung des Teints dienen sollen, es belebt die Haut und macht sie geschmeidig, ohne Be­nachteiligung für die Gesundheit. Man bereitet das Benzoe­wasser in der Art, daß man einige Tropfen Benzoetinktur in das Waschwasser bringt, ein Tuch darin eintaucht, das Gesicht damit befeuchtet und die Flüssigkeit auf der Haut eintrocknen läßt.

Stachelzaundraht

Die Frauen lieben aus Neugierde, aus Eitelkeit, aus Nachahmungssucht, am häufigsten aus Langeweile, manch­

mal aber auch aus Liebe.

Sage der Frau, die du liebst, einen Tag kein neues Geheimnis deines Herzens und sie wird dir vorwerfen, daß du sie vernachlässigst.

Um die Frauen zu gewinnen, genügt eines: ihnen fern zu erscheinen, wenn man ihnen nahe ist.

In der Liebe heißt's immer riskieren. Das Herz, das man gewinnt, ist so selten den Verstand wert, den man verliert.

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Warum zieht man gegen die Ehe zu Felde? Weil man sie verkennt! Sie ist kein Ideal, sondern nur ein Aus­kunstsmittel der Verlegenheit. Man darf sie nicht nach dem Guten beurteilen, das sie stiftet, sondern nach dem Schaden, den sie verhütet. Ein alter Junggeselle.

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Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Ge meinden werden ersucht, Vorstehendes in ihrer Gemeinde befanntmachen zu lassen.

Gießen, den 11. August 1905.

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noch der Schlafschränke" eingelassen waren und e bierte Teil einer fleinen mußten nachts geöffnet bl fidt wäre; bei Tage abe die Ordnung des Wohnro war hier also völlig ausge Schrankbetten und Sa

Aber die Wohnungsüberf Schlafräume hat darum Städten nicht. Hier jolle Zustände herrschen al Das gilt namentlich mungen, deren Inhabe schwingen, den sie aus ei jogenannte Schlafburi

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