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zugegangen sind, die zur Beschlußfassung der nächsten| Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden sollen. Um nicht Zweifel an der Rentabilität fraglicher Bahn aufkommen zu lassen möchten wir hier erwähnen, daß die hiesige Magenbäckerei und die zwei im Betrieb befindlichen Lungsteinbrüche jetzt schon über 100 Arbeitern Beschäftigung geben und würden gewiß bei Eröffnung dieser Bayn die außer Betrieb gefeßten 2 Lungsteinbrüche sowie der Ba­saltsteinbruch, das Rieselguhr-, Braunkohlen- und Eiſenſtein lager bestimmt wieder in Betrieb gesetzt werden. Auch würden dieser Bahn durch den gegenwärtig großen Ver­sandt von Ocker und Formsand in Wieseck und die unter­halb des Ortes Altenbused gelegenen Lager vorzüglichen Tons, welche sodann gewiß erschlossen würden, bedeutende Mehreinnahmen, und sogleich diesen Gemeinden eine glüd­liche Zukunft, ein Aufblühen von Handel und Industrie zugesichert. Hoffentlich wird sich die Stadtverordneten­versammlung dem Beschlusse der von ihr mitgewählten Ver­Kehrs- Kommission anschließen und den hier in Betracht kommenden Gemeinden zur baldigen Erbauung dieser Bahn hilfreich zur Seite stehen, daß dieses Projekt Hoher Kammer

der Stände in Kürze vorgelegt werden kann.

*** Theaterneubau zu Gießen. Die Geldsammlung für den Theater- Neubau hat noch in den letzten Wochen gute Fortschritte gemacht, denn es ist seit dem Beschluß der Stadt­verordneten die für das Theater gezeichnete Summe um weitere 13 000 Mt. gestiegen. Die Zahl der Spender ist auf fast 450 angewachsen. Als besonders erfreulich verdient Hervorgehoben zu werden, daß sich viele, die sich anfangs ablehnend verhalten hatten, in der letzten Zeit der Schar der Spender angeschlossen haben, und da noch von manchem eine Spende zu erwarten steht, so ist es garnicht so unwahr cheinlich, daß die volle Bausumme, wie es der Wunsch der Stadtverordneten ist, durch Beichnungen aufgebracht werden wird. Noch aber fehlen daran fast 100 000 mt. Die Sorge des Komitees ist es, diese Summe noch herbei­zuschaffen. Deshalb ergeht auf diesem Wege an alle die­jenigen, welche einen Zeichnungsschein bereits erhalten haben und sich an der Spende beteiligen wollen, die Bitte, den Schein baldigst einem Mitglied des Komitees, etwa Herrn Professor Sommer, zu senden. Wer aber versehentlich keinen Beichnungsschein erhalten haben sollte, wird gebeten, im Ladeu des Herrn Challier am Neuenweg einen solchen entgegen zunehmen.

Der 43. Bezirkstag des Hassia- Bezirks Bießen tagte gestern Sonntag Nachmittag im Lenz'schen Felsenkeller zu Gießen unter dem Vorsize des Herrn Bruchhäuser. Der Pionier Verein Gießen wurde neu in den Bezirk aufgenommen. Dann fand die Verteilung der vom Verbands- Präsidium gestifteten Ehren­Diplome statt und zwar an den Kriegerverein Hausen für 25jährige Verbande angehörigkeit, an den Vereinsvorsißenden Fuchs- Mainzlar und den Rechner B. He ß 3. zu Wagenborn- Steinberg. Dann wurde die Tagesordnung für Den Delegiertentag zu Laubach durch beraten. Der Beschluß des Präsidiums, betreffend Verschmelzung der 3 Bezirke Lich, Hungen und Laubach zu einem Bezirk Solms, rief eine eingehende Debatte hervor. Die Redner sprachen sich fast einstimmig für Beibehaltung der 3 Bezirke aus und hoben die Rechte der Bezirke und Vereine hervor.

Der

Delegierte wurde auch beauftragt, auf dem Delegiertentag Laubach am 4. Juni für Beibehaltung der seitherigen Ein­tteilung zu stimmen. Raab- Lollar stellt einen Antrag, wonach die Bildung neuer und die Verlegung bestehender Vereine Sache des Delegiertentags, bezw. der Bezirke sein solle. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Das dies­jährige Bezirksfest wurde Oppenrod übertragen. Der

Ein Wärter

vom 1. Mai 1905 ab für die Provinzial- Siechen­Anstalt

gesucht.

Anfangs Jahreslohn 400 Mart.

Anmeld

ungen auf dem Verwaltungsbureau erbeten. Ein tüchtiger

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der im Schrift hauen bewandert

ist, sofort gesucht.

Franz Hewel, Gießen Grünbergerstraße 7. Tüchtige

Weißbinder, Auftreicher auch Tagelöhner

Dienstmädchen

gesucht. Augenklinik

Gießen.

Einige jüngere Arbeiter

gesucht. Schillerstraße 18, Gießen.

Braver Junge

Dei den Vorarbeiten de finden Beschäftigung gegen guten in die Lehre gesucht.

Monat Februar d. Lohn.

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der Bürgerverei Sordnung feiner nächt aft hätte. Auch wur orientierten Gießener G doft- Berein, welcher biefes Stadtviertels ha

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einden, sowie der hoh eingeleitet hat, if Seiten der Gemeinde

5. Bürgermeisterei Gieß

gütung.

gesucht gegen sofortige gute Ver­Adolf Noll, Gießen, Bahnhofstraße 57.

Fussboden­

Ph. Wagner, Gießen. Weikbindermstr., Landmannftr. 12.

Mekgerlehrling

sofort gesucht.

Gustav Trintaus. Gießen, Seltersweg. Darlehen von 100 Mt. an gtebt Selbstgeber reellen Leuten. Kleusch, Berlin Tresckowftr. 38. Rückporto. Bernstein­Lackfarbe

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Borfißende teilt mit, daß 11 Vereine bereits die Kaiser­schleife besigen und diese 1905 weiter verliehen wird an die Vereine Leihgestern, Steinbach, Hausen Verbandstasse 2179 Mt. in den Bezirk Gießen. Hierauf und Daubringen. An Unterstüßungen flossen aus der hielt der Vertreter des deutschen Anker, Versicherungs­gesellschaft, Herr Benn- Mainz einen Vortrag über die mit dem Hassia- Verband abgeschlossene Kolektivversicherung.

P Seit Bestehen der Tollwut der Hunde in der befizer zur Anzeige gebracht werden, gleichfals ist die Auf­Stadt Gießen mußten leider eine größere Anzahl Hunde­greifung der Hunde und Kazen durch den eingestellten Hunde­fänger eine sehr rege gewesen.

P Schadenfener. Gestern Abend gegen 11 Uhr brach in einer Hofraite in der Löwengasse Feuer aus, das jedoch, ohne größeren Schaden anzurichten, alsbald gelöscht

werden konnte.

P Jn legter Beit wurde wiederholt durch unvor­fichtigkeit der Fuhrleute Schaden angerichtet z. B. Gaslaternen angefahren und beschädigt. In einem Falle wurden am 14. d. Mts. Pferde vor der Bieberthalbahn scheu und rannten in der Hammstraße eine Gaslaterne um. Ferner am 15. d. Mts. scheute ein Pferd in der Frank­furterstraße, ging mit dem Fuhrwerk durch und rannte gegen einen dortselbst befindlichen Bierbaum, wodurch der Baum selbst, sowie der darum befindliche eiserne Schußtorb be­schädigt wurden.

*** Die neidischen Viehtreiber. Heute Morgen suchte ein beschäftigungsloser Weißbinder in Gießen beim Ausladen von Vieh sich ein paar Groschen zu verdienen. Die paffionierten Treiber wurden aber hierüber neidisch und einer scheute sich nicht, den neuen Kollegen mit einem dicken Stock derartig zu schlagen, daß der Geschlagene mit blutigem Kopf den Plaz verlassen mußte. Anzeige erfolgte.

P Unangenehmer Arrestant. Am 15. d. Mts. wollte ein 20jähriger Arbeiter aus Beuern mit dem Arbeits­zug nach Hause fahren. Er kam jedoch, da er an einer Baustelle des guten Gerstensaftes zu viel getan, zu spät und überschritt unbefugt die Bahnsperre um noch mit zu fommen. Er wurde von den dienstuenden Beamten zurückgewiesen, worauf er fortwährend Ruhestörung verübte. Troß mehr­maliger eingehender Verwarnung seitens der Schuhleute sette er die Ruheftörung weiter fort, so daß er verhaftet werden Hierbei leistete er den hartnäckigsten Widerstand, mußte. indem er gegen die Schuhleute schlug und trat und sich auf die Erde legte, so daß er zum Airestlokal mittelst Wagen verbracht werden mußte.

Großen- Linden, 16. April. Die Renovierung unseres um 920-950 im Bafilifa- Stil erbauten Gottes­hauses, wird in aller Kürze nach den Plänen des Architekten Hofmann erfolgen. Die Kosten sind auf 28 000 Mt. veranschlagt, von denen die Regierung 8000 Mt. trägt. Die Kirche, welche ein Kunstdenkmal aus der ersten chriftlichen Zeit ist, birgt eine Anzahl wertvoller Altertümer, besouders in Bildhauereien. Die älteste Glocke trägt die Jahreszahl 1453.

§ Dutenhofen, 16. April. Die Güterverladestelle auf hiesiger Station ist soweit fertiggestellt, daß sie mit dem 1. Mai dem Verkehr übergeben werden kann. Damit wird einem dringenden Bedürfnis abgeholfen.

* Rechtenbach, 16. April. Die technische Maß- und Gewichts- Nevifion, welche in der Zeit vom 6. bis 10. Juni bei den hiesigen Gewerbetreibenden vorgenommen wird, ge­schieht laut amtlicher Bekanntgabe durch den Eichmeister Rehm- Weglar.

Hochelheim. In der Schafherde zu Hochelheim ist die Hände ausgebrochen.

A Nieder- Ofleiden. Freiherr von Bodner, welcher hier eine wunderschön gelegene Villa besitzt, aber in letter Zeit fast nur in Frankfurt wohnt, hat dieselbe seit 1. April

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an einen Baron von Mansberg vermietet. Man begrüßt es allgemein, daß fremde Herrschaften sich hier nieder­lassen und damit beitragen, daß unser so herrlich gelegenes Ofleiden im romantischen Obmtal mehr und mehr bekannt wird. ?? Nieder- Ofleiden, 16 April. Die in unserem Ort schon lange projettierte Wasserleitung ist vom Gemeinde­rat nunmehr beschlossen worden. Die Großh. Kulturinspektion Gießen hat bei ihren Vorarbeiten ein günstiges Resultat herausgefunden und darf man hoffen, daß der Bürgermeister, aller Freude zum guten Gelingen des Weikes mit beiträgt. welcher bisher noch wenig dafür zu haben war, jezt mit

K Kassel, 16. April. Vorgestern Abend wurde etn an Genidstarre erfranfter Refrut des Dragonerregiments Nr. 5 in Hofgeismar hierher ins Garnisonslazaret gebracht. K Mainz, 16. pril. Domprobst Malzi hat gegen das Urteil der hiesigen Straffammer Revision beim Reichs­gericht eingelegt.

Aus dem Gerichts[ aal.

Strafkammer.

Gießen, den 15. April 1905. In längerer Verhandlung wurde heute ein für Kauf­leute interessanter Beleidigungsprozeß in der Berufungsinstanz zum Austrag gebracht. Es handelte sich um die Privat­klagesache des Kaufmanns Eberhard Megger in Gießen, gegen den Fabrikanten Kommerzienrat Albert Engelmann von Rüsselsheim. Der Angeklagte hatte im Dezember v. J. in Gießen Geschäfte zu erledigen. Ihm wurde gelegentlich eines Kundenbesuchs mitgeteilt, eine Frau habe im Laden erzählt, der Kläger fei am Umfippen", womit gemeint war, er stehe vor dem Konkurs. Der Kunde fügte aber hinzu, er könne dieses nicht glauben, da M. ein sehr gutes Geschäft hätte. Engelmann besuchte seine Kundschaft weiter und überbrachte diese Nachricht in mehrere Geschäfte, troß­dem er von vornherein überall die Auskunft bekam, daß die Firma gut sei. Das Gerücht über die Zahlungsunfähigkeit des Klägers verbreitete sich sehr rapid in der Stadt und war es dem Kläger auffallend, daß man ihm nicht mehr kreditierte und seine Gläubiger auf Bahlung drängten. Ein Geschäftsfreund machte ihm Mitteilung von dem Gespräch und war es leicht, den Urheber festzustellen, was Klage zur Folge hatte. Das Schöffengericht verurteilte E. zu 200 Mt. Geldstrafe, indem es hervorhob, daß die Einwendungen, in Wahrung berechtigter Intereffen gehandelt zu haben, nicht stichhaltig seien. Nachdem der Angeklagte über die Kredit­fähigkeit des Klägers aufgeklärt worden war, hätte er das

Gerücht nicht weiter verbreiten dürfen. Das Berufungsge richt bestätigte das von dem Angeklagten angefochtene Er­fenntnis mit der Begründung, daß es sich hier nicht blos um die Ehre und den guten Namen eines Mannes, dessen Ehrenhaftigkeit nicht anzuweifeln ist, handelt, sondern auch um seine Existenz; wie leicht hätte da bei einer derartigen Kredituntergrabung die üble Nachrede den Ruin des Ge­schäftes zur Folge haben können.

Geschäftliches.

Die goldene Medaille erhielt soeben die befannte Firma H. Schlink& Cie., Mannheim für ihre Pflanzen­butter" Palmin" auf der internationalen Kochkunft- Aus­stellung in Leipzig. Es ist dies bereits die 35. hohe Aus­zeichnung, die dem allgemein beliebten Produkt, das sich in allen Bevölkerungsschichten immer mehr einbürgert, zu Teil

wird.

Siegener landwirtschaftlicher Wetterdienft Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 18. April. Meist trüb, vielenorts geringer Regen, fühl. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.)

Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentell Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen.

Versteigerung.

Dienstag, den 18. April L. J.

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Die Versteigerung zu 1 findet bestimmt statt, zu 2 teilweise. Born, Gerichtsvollzieher, Gießen.

Versteigerung.

Dienstag, den 18. April d. J. nachmittag8 2 Uhr werden in dem Hause Goethe­ftraße 23 I bersteigert:

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