raison momentan in den Hintergrund freten; er eilte an das Krankenlager der Mutter; die Erledigung der Krisis wurde bertagt. Der Sohn sollte die geliebte Mutter nicht mehr lebend vorfinden, er konnte ihr nur die letzte Pflicht erfüllen, ihr die treuen Augen zudrücken.
Loubets Mutter war geblieben, was sie zeitlebens gewesen: eine einfache, biedere Bauersfrau. Als ihr Sohn zu der höchsten Stelle im Staate durch die Wahl der Vertreter des französischen Volkes, durch die zum Kongres vereinte Versammlung von Senat und Kammer berufen war, war sie ganz unglücklich. Nur widerstrebend ließ sie ihn ins Elisée ziehen. Sie selbst aber lebte auf ihrem Gütchen weiter, und bon der Politik, die ihren Sohn zu so hohen Ehren gebracht, hielt sie sich nach wie vor streng zurück. Niemals ist von ihrer Seite der leiseste Versuch gemacht worden, auf ihren Sohn und durch ihn auf den Gang der Ereignisse einzuwirken. Jetzt will es das Schicksal, daß sie im Tode und mit ihrer letten Stunde auf die Politik des Landes einen wesentlichen Einfluß ausübt.
bezirks wuert ein und erörterte auta) gegenüber der Bemerkung des Abg. Wiemer die Verleihung des Ordens pour le mérite an die beiden Port Arthur- Helden. Der Kaiser habe Dank verdient, daß er diese der Weltgeschichte angehörenden Männer unter die Ritter des Ordens eingereiht habe. Eine kritische Besprechung der Angelegenheit in diesem Hause sei im übrigen unangebracht, da die Verleihung bon Orden ein Kronrecht sei. Auch der Kultusminister antwortete noch kurz auf die volnischen Anklagen. Dann ergriff der freisinnige Abg. Goldschmidt das Wort, um nun doch näher auf den Streik im Ruhrrevier einzugehen. Die Anregung fiel aber auf feinen günstigen Boden. Nachdem noch einmal der Abg. v. Jazdzewski gesprochen und noch einmal die beiden Minister kurz geantwortet hatten, wurde die weitere Beratung auf morgen vertagt.
Nab and Fern.
§ Brandstifterin aus Heimweh ist die 14½jährige Dienstmagd Marie Weihrauch geworden, die von der Straffammer in Braunsberg zu vier Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Sie hatte, weil sie sich nach ihren Eltern zurücksehnte, viermal im Hause ihres Dienstherrn, eines Revierförsters, Feuer angelegt.
Unwetter und Sturm nimmt an der Seeküste kein Ende. Besonders schlimm ist es diesmal den Dampfern im AernelKanal ergangen. Die Ueberfahrt nach England gestaltete sich sel; r schwierig, und unter den gestrandeten Schiffen befindet sich auch der belgische Postdampfer Marie Henriette". Der Kapitän eines Segelschiffes, der in einem Boot mit Frau, Tochter und einem Matrosen sein Schiff zu verlassen bersucht hatte, wurde auf eine Morastbank getrieben. Die Frauen erjroren in der Nacht, während die Männer schwer erfrankt sind. Eine ganz eigenartige Erscheinung zeigte sich in der Lübecker Bucht. Dort trat das Phänomen auf, das die Seeleute, den Seewolf" nennen. Es ist das eine plötzlich Bei ganz losbrechende Flut, ohne daß Sturm herrscht. stiller Luft stieg das Wasser derartig, daß die Trave zurücktrat und die anliegenden Stadtteile überflutete. Der„ Secwolf" ist darauf zurückzuführen, daß auf hoher See gewaltige Stürme herrschen, die die Wogen an die Küste treiben, ohne daß die Stürme selber dort sich bemerklich machen.
Erst nach der Beisetzung der Mutter des Präsidenten wird die Entscheidung erfolgen. Bis dahin waltet, stillschweigend ratifiziert von allen Parteien, eine Art parlamentarischen Gottesfriedens, ausgehend von der Bahre der einfachen alten Frau, die niemals in ihrem Leben sich mit Politik befaßt hatte. Gerade der Aufschub der Krisis aber kann unter Umständen auf deren Entwickelung und ihren endlichen Ausgang von wesentlichem Einfluß sein. Noch ist die Demission von Combes nicht formell ausgesprochen. Dem um die Mutter trauernden Sohne, der seine Kindespflicht erfüllt, soll an der Bahre und in den Tagen der tiefsten Empfindung die Sorge um die Staatsgeschäfte erspart bleiben. Gleich nach seiner Rückkehr, die unmittelbar nach der Beisetzung erfolgen wird, tritt dann aber die Staatsraison wieder gebieterisch in ihre Rechte. Beharrt Combes dann noch auf seiner Weigerung, an der Spike des Kabinetts zu bleiben, so muß die Suche nach dem Nachfolger beginnen. In diesem Augenblick tritt stets der Präsident der Republik weit mehr denn sonst in den Mittelpunkt. An ihm ist es dann, eine gedeihliche Lösung zu finden. In Zeiten der inneren Krisis bildet der Präsident der französischen Republik so recht eigentlich den„ bleibenden Pol in der Erscheinungen Flucht". Da verlangt auch in Tagen, die das Herz tief erschütterten, die Rücksicht auf des Landes Wohl, daß die Sohnespflicht, der Schmerz um den Verlust der Mutter, bor der gebieterisch Berücksichtigung heischenden Politik Burüdtrete.
Deutfcher Reichstag.
( 119. Cigung.) CB Berlin, 16. Januar. Den Reichstag beschäftigte auch heute noch dir zweite Beratung des Justizetats mehrere Stunden hindurch. Die zweite Beratung beschäftigte ihn, nicht der Etat selbst; denn von dem war verteufelt wenig die Rede. So ganz unbegründet war es nicht, wenn der freikonservative Abg. Gamp den Vorwurf erhob, daß die Zeit des Reichstags viel zu viel mit unnötigen Dingen, mit„ Tratschereien" in Anspruch genommen werde. In der Tat werden die Debatten infolge des schrecklichen Absentismus" meist uferlos;
§ Der Minenkönig als Bigamist. Ein interessanter Eheprozeß wird in Paris verhandelt. Der amerikanische Minenfönig Frank Gardner wird von der Opernsängerin Karoline Swayne der Doppelehe beschuldigt. Seine jezige Frau, die Französin Deglay, war früher eine intime Freundin der Sängerin, deren Inpresario und legitimer Gatte der ungetreue Minenkönig einst war. Die Verhandlung dürfte manche pikante Sensation bieten.
Graf Bückler will sich bei dem neulichen Urteil des Berliner Landgerichts gegen ihn, das auf 6 Monate Gefängnis wegen aufrührerischer Reden lautete, nicht beruhigen. Er hat Revision eingelegt. Außerdem will er aber auch noch persönlich Rechenschaft von dem Vorsitzenden des Gerichtshofs verlangen. Er soll den Landgerichtsdirektor Kanzow nachträglich auf Pistolen gefordert haben. Daß die Forde-" rung angenommen wird, daran ist natürlich nicht zu denken.
Kunft und Wissenschaft.
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OR.„ Die vernarrte Prinzeß". Im Hoftheater zu Schwe rin fand in Gegenwart der Großherzoglichen Familie dis Erstaufführung des Märchenspiels von Julius Bierbaum statt, zu dem Oskar v. Chelius die Musik geschrieben hat. Der Komponist ist Major und Militärattachee bei der deutschen Botschaft in Rom. Er ist als Wagnerkenner und Musikkenner am Berliner Hofe sehr geschäßt. Die Oper schildert in drei Akten, wie die Prinzessin( die Vertreterin der Menschheit) über das Lebensrätsel grübelt, es weder in Schwermut noch in ungezügelter Lebenslust findet und erst durch das heilige Lachen", das der Vertreter einfacher Natur mit sich bringt, Befriedigung findet. Die Aufführung brachte dem in Schwerin als Gast des Herzogs Johann Albrecht, seines früheren Regimentskameraden vom Leibhusarenregiment, anwesenden Komponisten viel Beifall
Pferde und Kutscher erfroren. Auf der Straße am Ramme bei dem böhmischen Orte Drasendorf wurde in einer mächtigen Schneewehe ein Fuhrwerk ausgegraben, dessen Führer, ein 20jähriger Bursche, die beiden Pferde und ein Hund, der auf dem Wagen saß, erfroren waren. Das Fuhrwerk scheint schon seit mehreren Tagen eingeschneit zu sein. Von wo es herfam und wem es gehört, weiß man vorläufig noch nicht.
dieselben Dinge werden drei und viermal von denselben Rednern behandelt, ohne daß man später mehr erfährt, als man bereits aus ihren ersten Ausführungen erfahren hat. Daneben laufen immer noch Polemiken zwischen den versch denen Parteien und einzelnen ihrer Vertreter. In einer solchen tat der Zentrumsabgeordnete Kirsch eine sachlich bemerkenswerte Aeußerung; er wies nämlich den von sozialdemokratischer Seite ausgesprochenen Verdacht zurück, als ob seine Partei im Plenum des preußischen Abgeordneten houses, entgegen ihrer Haltung in der Kommission, für das Kontraktbruchsgesetz stimmen werde. Außer auf die Ruhstratprozesse und andere schöne Dinge, die bereits am ersten Tage der Beratung eine hervorstechende Rolle gespielt haben, gingen verschiedene Redner noch einmal auf den freisinnigen Antrag wegen Abänderung des Gotteslästerungsparagraphen ein. Dabei wurde klar, daß dieser Antrag gar keine Aussicht auf Annanma hat.
Preufsifcher Landtag.
( 118. Sigung.)
Haus der Abgeordneten.
Eine schwere Genickstarre- Epidemie herrscht in Königshütte. Dort find bisher an der furchtbaren Krankheit 7 Grwachsene und 26 Kinder erkrankt. Davon sind bereits 4 Erwachsene und 13 Kinder gestorben."
* Des Mörders letzter Wunsch. Eine eigenartige letzte Bitte hatte der kürzlich wegen Ermordung des Formers Schuster zum Tode verurteilte Arbeiter Reichert an die Staatsanwaltschaft zu Altenheim i. B. gerichtet. Er wünschte die Eltern seines Opfers sprechen zu dürfen, die gerade zum Besuche der Grabstätte ihres Sohnes eingetroffen waren. Die alten Leute lehnten diese Zumutung ab,
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=[ Reicher Kindersegen.] In Blowitz in Böhmen starb im hohen Alter ein pensionierter Kanzlist namens Josef Rataj. Er war viermal verheiratet gewesen. Aus diesen Ghen waren 36 Kinder entsprossen. Ste befinden sich alle am Leben, und die meisten von ihnen waren an der Bahre des Vaters versammelt.
A Gine merkwürdige Duellgeschichte wird aus Beatrice im Staate Alabama gemeldet. Dort sollen zwei Pistolenduelle ausgefochten und alle vier Duellanten getötet worden sein. Ihre Namen sind in der Depesche nicht genannt; es heißt in derselben nur: Ursache beider Zweifämpfe sind Frauen. Die Sache klingt start nach amerikanischer Reporterphantasie.
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=[ Wenn's Pokern c.laust ist.] Wenn man dem„ Nordd. Bolfsblatt" Glaron schenken darf, soll die
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[ Eine eigenartige Begrüßung.] Von dem Gelehrten Joh. Müller wird eine sonderbare Geschichte bekannt, die ihm jüngst kurz nach einem kritischen Moment in seinem Leben begegnete. Er hatte mit seinen Hörern eine Forschungsreise unternommen und durch den Zusammenstoß mit einem Dampfer Schiffbruch erlitten. Müller wurde, auf den Wellen treibend, von einem Schiff aufgenommen und nach Kopenhagen gebracht. Dort traf er eines Tages zufällig einen Engländer, der auch aus dem Schiffbruch gerettet war. Der trat auf Müller zu und sprach nur die beiden Worte: My knife!"( Mein Messer!") Da entsann sich der verdukte Gelehrte, daß er sich von dem Engländer im Augen blick der Not ein Messer zum Durchschneiden des Strickes, an dem die Rettungsgürtel hingen, geliehen habe. Müller trug das Messer in seiner Westentasche bei sich, und er gab es dem Engländer mit einem ebenso furzen Thank you!" ( Ich danke Ihnen!") Von dem Schiffbruch war zwischen beiden kein Wort grwechselt worden.
scheidung des Oldenburger Oberlandesgerichts, nach der Pokern kein Glücksspiel ist, eine eigentümliche Wirkung gehabt haven. In ganz Oldenburg werde jetzt das Bofern ganz ungeniert öffentlich in den Wirtschaften betrieben. Aus Jade bei Varel wird dem Blatte mitgeteilt: Ein Gastwirt rühme sich, daß in den letzten 14 Tagen in seinem Lokal beim Pokerspiel 18 000 Mark umgesetzt seien. Ein Kaufmann habe neulich auf eine Karte 350 Mark verloren.
Eine Niederlage des bekannten Rennfahrers Willy Trend wird aus Paris gemeldet. Er wurde samt seinem Landsnunn, dem Berliner Bader, von seinen französischen Konkurrenten Poulin und Jacquelin glänzend geschlagen. Trends Bewunderer behaupten, daß sein Training ungengend geisen sei.
[ Die Schwankungen des Toten Meeres.] Ein Dr. Masterman hat ständige Beobachtungen über die Niveauschwankungen des Toten Meeres während der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres ausgeführt. Daraus hat sich ein ständiges Fallen des Wasserspiegels ergeben. Am 26. Oktober stand das Tote Meer 25 Zentimeter niedriger als im August und gegen 60 Zentimeter niedriger alz im April; der niedrigste Stand im Jahre 1904 war gegen 40 Zentimeter tiefer als der niedrigste von 1903.
Attentate in Rußland. Als Großfürst Sergius von Moskau nach Petersburg abreiste, gab ein junger Mensch, anscheinend ein Student, drei Revolverschüsse auf den früheren Polizeichef Trepow ab, der in Begleitung des Großfürsten erschienen war. Trepom wurde nicht getroffen. Der Attentäter, der verhaftet wurde, weigert sich, seinen Namen auzugeben. In Wilna wurde das erst vor furzem neu errichtete Denkmal der Kaiserin Katharina mittelst Dynamit in die Lust gesprengt.
RK Berlin, 16. Januar. Die heutige Fortsetzung der Etatdebatte wurde höchst eindrucksvoll eingeleitet durch die wichtige Mitteilung des Handelsministers Möller über den Stand der Dinge im Ruhrrevier. Danach hat der Vorstand des bergbaulichen Vereins in einer Sigung am 14. d. Mts. den Wunsch ausgesprochen, eine staatlicherseits vorzunehmende Untersuchung über die gesamten Arbeits- und Lohnverhältnisse im Ruhrrevier eintreten zu lassen. Um diese Untersuchung, die morgen beginnen soll, nicht zu beeinflussen, vermied der Minister es, Stellung zu der Streiffrage zu nehmen, und bat das Haus um dieselbe Zurückhaltung. Die beiden freisinnigen Redner, die nunmehr ihre Etatsreden vom Stapel ließen, berührten denn auch die Frage nur kurz. Während Graf Bülow mit sämtlichen Ministern sich nach dem Beratungszimmer begab( augenscheinlich um über den Ausstand zu be= raten), unterzog der Abg. Wiemer( Volksp.) eine Anzahl der Etatsposten einer ziemlich scharfen Kritik. Die Wirkung einer Etatsrede seines erkrankten Parteiführers Eugen Richter konnte er freilich nicht annähernd erreichen, wenn er auch seine ganze bedeutende Lungenkraft einsette. Sein Widerspruch galt vor allem der Bevorzugung des Agrariertums durch die Regierung, im einzelnen noch dem Verbot des Blumenthalschen Toten Löwen" in Berlin, den zahlreichen Ordensverleihungen und manchem anderen. Auch der Abg. Broemel von der Schwesterpartei fand nur wenig aufmerksame Zuhörer, als er mit heller, singender Stimme ungefähr dasselbe noch einmal sagte. Neugierig aber war das Haus, was der polnische Abgeordnete v. Jazdzewski sagrn würde, wohl der geschickteste Redner der Polen, den man aber lange nicht gehört hat. Er ging diesmal so scharf gegen die Regierung vor, verkündete so offen den Kampf des Polentums und den Widerstand gegen die Regierungsmaßnahmen, daß es dem Minister des Innern, Frhrn. v. Hammerstein, leicht gemacht wurde, den Angriff zurückzuweisen. Es sei nicht Aufgabe eines Abgeordneten, zum Widerstand gegen die Staatsgewalt aufzufordern, sondern für die Durchführung der Gesetze zu sorgen. Die Frage der Sprache in öffentlichen Versammlungen wird in diesem Jahr boraussichtlich geregelt werden, schwerlich aber in dem Sinne des gänzlichen Verbots der polnischen Sprache. Ferner trat der Minister noch für die Errichtung des neuen Regierungs
Tages- Chronik. Bei Szatmar in Ungarn wurde eine Familie von fünf Personen vom Schneesturm überrascht und erfror.
An der ganzen Riviera wütete ein furchtbarer SchneeSturm, der Blumenfulturen im Wert von vielen Millionen Mark vernichtete.
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=[ Brieftaubenflug bei Nacht.] In jüngster Zeit sind in Frankreich Versuche gemacht worden, Brieftauben nachts auffliegen zu lassen. Diese Versuche sind glänzend gelungen. Die Tiere haben sich auch nachts rasch und sicher orientiert. Man ließ in Ceremes abends 10 Uhr eine Anzahl Brieftauben, die nach Rouen gehörten, in die Höhe. Einige der Tauben durchflogen die etwa 30 Kilometer betragende Entfernung in 20 Minuten, die Hälfte der Tiere erreichte gegen Mitternacht den heimischen Schlag und nur einige Nach zügler famen erst früh morgens nach Hause. Dieser Versuch ist besonders in militärischer Beziehung von Wichtigkeit, da die Verwendung der Brieftauben bei Nacht viel sicherer und zuverlässiger ist, vor allem ist es dem Feind unmöglich, sie megzuschießen und dadurch die Uebermittelung der Depeschen zu verhindern. Freilich hat die Einführung der drahtlosen Telegraphie die Benütung der Brieftauben, wenn auch viel leicht nicht überflüssig gemacht, so doch mindestens stark be schränkt.
Der kürzlich verstorbene Professor Abbé in Jena Hal nahezu eine Million Mark zur Förderung künstlerischer und wissenschaftlicher Anstalten Thüringens hinterlassen.
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Hus dem Gerichtsfaal.
§ Mörder oder Totschläger? Vor dem Schwurgericht zu Lyck in Ostpreußen stand der ländliche Arbeiter Lubienitzfi unter der Anklage, seine Ehefrau um eines Liebesverhältnisses mit einer anderen Frau mit einem Stück Holz erschlagen zu haben. Die Geschworenen verneinten die Frage nach dem Morde, nahmen nur Totschlag an und billigten dem Angeklagten auch noch mildernde Umstände zu.
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[ Ein Heiratskandidat in Nöten.] Durch eine falsche Taufbucheintragung ist ein heiratslustiger junger Mann aus Pfreimd in Oberbayern in große Verlegenheit gebracht worden. Als er nämlich zum Zwecke seiner Verehelichung von seinem heimatlichen Pfarramt sein Taufzeugnis begehrte, wurde ihm mitgeteilt, daß er nicht als Joseph, sondern als Josepha in das fragliche Taufbuch eingetragen sei und daher seinem Ersuchen, ohne sich einer Urkundenfälschung schuldig zu machen, nicht stattgegeben werden könne. Man riet dem verzweifelten Jüngling, sich an den Pfarrer zu wenden, der seinerzeit den Taufaft an ihm vollzogen hatte. Das tat er denn auch, da aber seit der Taufe über 30 Jahre verflossen sind, so konnte sich der Pfarrer beim besten Willen nicht mehr entsinnen, ob der damalige Täufling zum männlichen oder weiblichen Geschlecht gehörte. Um dem Aermsten die Möglichkeit zu erschließen, sich ins Chejoch zu begeben, muß nun die Mutter des Heiratslustigen beschwören, daß dieser wirklich ihr Sohn ist.
§ Wegen einer Schnupftabaksdose ins Zuchthaus. Von dem Schwurgericht in Nürnberg wurde der Pinselmacher Hostreiter zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Bei einem 3echgelage entspann sich um einer Schnupftabakdose willen zivischen den Zechkumpanen ein Zant. Es fam zu Tätlichfeiten, und bei der Rauferei, die sich auf die Straße hinaus fortsette, wurde der gar nicht am Streit beteiligte Zimmermann Schörfelhuber von Hostreiter erstochen.
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=[ Die Zahlungsanweisung des Zaren.] Eine eigentümliche Erfahrung mit einer Zahlungsanweisung des Zaren machte der bekannte dänische Maler Professor Turen. Der Bar hatte bei ihm ein Gemälde, die Krönung König Eduard des Siebenten darstellend, bestellt und ihm dafür eine über 12 000 Rubel lautende Zahlungsanweisung zustellen lassen. Als der Maler diese aber bei der kaiserlichen Kassenverwaltung zweds Zahlungsleistung präsentierte, wurde ihm bedeutet, daß er u 8000 Rubel erhalten könne, da die Anweifungen des Zaren niemals ganz ausbezahlt würden. Als späterhi. Professor Turen eine Audienz beim Zaren hatte, berichtete er ihm von den Abzug von 4000 Rubeln. Der 3er war turchaus nicht überrascht davon, zahlte aber dem Maie die restlichen 4000 Stubel sogleich persönlich in Banknoten aus..
eine ganz b Jutereffe de bergleichende Fabre 1900
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