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Bimmer gelangt fet. zerfallenen Gemache. und dann no unglaublich, daß jemand auf diese Art und Weise in fai Darauf schien es ihm auch wieder Simmer bestände, hätte auch kein Mensch Interesse an dem Da auch durchaus feine Verbindung zu einem der anderen zerbrochenen Scheiben jede Witterung eindringen könne. Das Gemach wäre wohl längst unpajfierbar, da durch die nie geöffnet sei und jedenfalls nie geöffnet werden würde. hörte aber von den Geschwistern, daß die eiserne Tür noch da er sicher glaubte, dort die Lösung des Rätsels zu finden, Er hatte Alfred und Ellinor darauf aufmerksam gemacht,

anstoßen müffe, welches einen Ausgang nach außen besaß.

feststellen können!" gen und dem roten Haar. " Sie muß eigentümlich gewesen sein m Schade, daß

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Str. 243

Sufertionspreis: Die einspaltige Betttzelle für ganz Ober­en, die Kreise Wehlar und Marburg 10 fg. fonft 15 Pfg. Reklamen ble Betitzelle 30 resp. 40 Pfg.

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Montag, den 16. Oftober 1905.

Gießener

14. Jahrgang

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Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Sickener Seifung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes

Delcaffés Ränke

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Unterredung mit einem deutschen Staatsmann. Nachdem aus französischen und englischen Quellen Dar­stellungen von den Vorfällen gegeben worden sind, die sich vor einigen Monaten hinter den diplomatischen Kulissen zu­getragen haben, dürfte es von besonderem Interesse sein, einen deutschen Gewährsmann zu hören. Unser Berliner CB- Mitarbeiter schreibt uns im folgenden, was ihm einer unserer führenden Staatsmänner gesagt hat und was in manchen wichtigen Punkten eine bedeutungsvolle Nichtig­stellung und Ergänzung der von anderer Seite verbreiteten Meldungen enthält:

Die Enthüllungen des Pariser Matin" können recht wohl von Herrn Delcassé herrühren, und sie sagen noch nicht einmal alles, was der frühere französische Minister auszu­plaudern imftande gewesen wäre. Ihm ist in der Tat von englischer Seite ein Schutz- und Truzbündnis angeboten worden; man hat ihm in der Tat für den in Aussicht ge­nommenen Fall eines Krieges mit Deutschland die Landung

ben hunderttausend englischen Freiwilligen in Schleswig­Holstein versprochen; man hat ihn darüber hinaus wissen lassen, daß England bereit wäre, nach siegreich beendetem Feldzug Frankreich zur Rheingrenze zu verhelfen! Das hat man in Berlin gewußt, ganz genau gewußt. Man war hier auf alle Eventualitäten vorbereitet, und zwei Tage lang war man jeden Augenblick fertig, den Mobilisierungsbefehl hinauszuschicken. Italien wäre mit uns marschiert.

Es lag auf der Hand einzig Herr Delcassé erkannte es nicht daß England der französischen Republik ansann, für England in Europa ebenso die Kastanien aus dem Feuer zu holen, wie es Japan in Asien wirklich getan hat. Die französische Regierung mit einziger Ausnahme des Herrn Delcassé sah ein, daß sie im glücklichsten Fall Englands Suprematie auf seine und Deutschlands Kosten hergestellt haben würde, und daß das Gleichgewicht einer Anzahl von Staaten dem ausschließlichen Uebergewicht eines Staates un­bedingt vorzuziehen sei. Die französische Regierung mußte sich überdies sagen und sagte sich, daß trotz der zugesicherten eng­lischen Hilfe der gute Ausgang des Feldzugs gegen Deutsch­lond zu Landevorsichtig ausgedrückt:- ungemein fraglich sei, besonders da in keiner Weise auf eine Kooperation Ruß­lands zugunsten der englisch- französischen Allianz zu rechnen sei. Dagegen leuchtete ihr ein, daß Frankreichs Integrität und die Wahrung seiner Interessen ungleich besser gewähr­leistet sei, wenn Frankreich mit Rußland und Deutschland, d. i. mit Rußland und dem gesamten mitteleuropäischen Dreibund zusammenginge. Die Allianz mit England bedeu­tete den Krieg mit allen seinen unberechenbaren Möglich­feiten, das andere bedeutete ehrenvollen Frieden und Sicher­heit. Die gesamte französische Regierung war in dieser Ueberzeugung einig; nur Herr Delcassé verharrte in Ver­blendung, und darum mußte er mit ungewöhnlicher Plötz­lichkeit sein Amt verlassen, das er in ungewöhnlichem Maße fompromittiert hatte. Er ist auch in Amtlosigkeit nicht schend geworden. Das beweisen seine Enthüllungen, die nur in der Vorausseßung verständlich sind, daß er noch immer glaubt, auf dem rechten Wege gewesen zu sein, daß er noch immer nicht zum Verständnis gekommen, wie sehr England ihn zum Werkzeug englischer Interessen machen wollte. Das französische Volk ist ihm nicht gefolgt, auch nachträglich nicht, und darin liegt für die zukünftige Entwickelung der Verhältnisse des europäischen Kontinents ein großer Ge­winn. Delcassé hat ohne seine Absicht Gutes gewirkt.

Selbstverständlich haben die Mitteilungen des Pariser ,, Matin" Anlaß dazu gegeben, daß der deutsche Botschafter in London, Graf Wolff- Metternich, bei der dortigen Regie­rung amtlich Nachfrage hielt, ob und wie weit jene Ent­hüllungen der Wahrheit entsprächen. Die Antwort lautete dahin, daß die englische Regierung in ihrem Busen nicht solche feindseligen Gesinnungen gegen Deutschland hege.- Man fann nicht behaupten, daß diese Antwort sehr klar und un­zweideutig wäre. Sie ist im Gegenteil recht gewunden und läßt erkennen, daß dabei manches verschwiegen wird. Was berschwiegen wird, darüber sind nur Vermutungen möglich. Man darf annehmen, daß die Regierung einer Großmacht direkte Unwahrheiten unter ihrer Würde hält. Trifft das Bu, fo ergiebt sich, daß die englischen Zusagen des Herrn Delcassé nicht von einem verantwortlichen Mitglied der englischen Regierung gemacht worden sind, woh! aber von einer Seite, von der Herr Delcassé annehmen durfte, daß sie die englische Regierung hinter sich haben. daß sie von der englischen Regierung nicht Lügen gestraft werden würde! Welches diese Seite ist, braucht nicht aus­drücklich gesagt zu werden und soll nicht gesagt werden. Nur auf die Möglichkeit mag noch hingewiesen sein, daß die unvermeidlichen Mittelspersonen in ihrem Cifer etwas mehr gesagt haben, als wozu fie beauftragt waren, und baß Serr Delcassé selbst in seiner ausgeprägten Brä­disposition und Voreingenommenheit nach einer bestimm­ten Richtung aus den ihm zugetragenen Worten etwas mehr herausgehört hat, als wirklich darin lag. Vor dem englischen Parlament wird die englische Meaieruna vie!-

leicht zu dentlicheren Aufschlüssen bereit sein, als dem deutschen Botschafter gegeben worden. Vielleicht auch nicht. Es kann Rücksichten geben, die sogar ein sehr selbstbewußtes und stolzes Parlament respektiert, um weitgehende Konse quenzen zu vermeiden, die es nicht gezogen wissen will.

Die Hufftände in Deutfch- Afrika.

Nach einem Telegramm des Generals von Trotha sollen die Herero vor der Unterwerfung stehen, da ihre Kräfte er­schöpft seien. Dennoch war es ihren Führern Morenga und Morris möglich, am 7. Oktober einen deutschen Bosten in Jerusalem bei Ukamas zu überfallen, sechs deutsche Soldaten zu töten, einen zu verwunden und zwei gefangen zu nehmen. General von Trotha berichtet weiter, daß Oberstleutnant von Mühlenfels im September mit allen seinen Truppen größere Unternehmungen gegen die im Damara- Lande um­herstreifenden Hererobanden ausgeführt hat. Es wurden 40 Werften überfallen. Dabei fielen insgesamt etwa 250 Herero, 767, davon zwei Drittel Weiber und Kinder, wur­den gefangen, 79 Gewehre und mehrere Hundert Stück Kleinvieh erbeutet. Auf deutscher Seite fiel ein Unter­offizier, zwei Reiter wurden verwundet. Das Komashoch­land wurde durch das konzentrische Vorgehen mehrerer Ko­Tonnen gesäubert, doch gelang es einer feindlichen Bande, nach Verlust von 6 Toten, 43 Gefangenen und 7 Gewehren nach dem Knifebtal zu entkommen. Hendrik Witboi und Simon Kopper befinden sich auf der Flucht und werden energisch verfolgt.

Englische Neutralität.

Um die wohlwollende Neutralität Englands gegen Deutschland in Südwestafrika nachzuweisen, hat der britische Gouverneur von Transvaal die englische Polizeistation in Lehutitu zum Bericht aufgefordert. In dem in Johannes­burg eingelaufenen Bericht hat der in Betschuanaland statio= nierte Polizeileutnant darauf jede von dort ausgehende Unterstützung der aufständischen Herero nachdrücklich in Ab­rede gestellt, wovon dem deutschen Konsul in Kapstadt amt­liche Meldung gemacht wurde.

Trotz aller Beteuerungen wird es Leute geben, die den Engländern nicht recht glauben. Das Vertrauen in die englische Aufrichtigkeit ist in letzter Zeit gar zu stark auf die Probe gestellt worden.

In Deutsch- Ostafrika.

Im Bezirk Dar- es- Salam sollen die Unruhen nach offi­ziösen Meldungen nicht bedenklich sein und sich auf den südlichen Teil des Bezirks beschränken. Hauptmann von Kleist kehrte mit der achten Kompagnie am 11. nach Dar­es- Salam zurück, nachdem er einige Haufen Aufständischer zersprengt hatte. Er fand den Küstenplatz Kisidju zerstört und den dortigen Akida vertrieben. Der Bezirksamtmann Boeder bleibt borläufig noch mit der Polizeitruppe südlich bon Dar- es- Salam.

Wie die amtlichen Verlautbarungen weiter besagen, soll religiöser Janatismus die Ursache des Aufstandes sein. Die Eingeborenen fämpfen unter schwarzen Flaggen mit dem Ruf Wasser! Wasser!" d. h. Zauberwasser. Im Norden der Bahnlinie ist alles ruhig. Für die Ausbreitung des Auf­standes ist der wesentlichste Grund die Verbreitung falscher Nachrichten gewesen, wie die Zerstörung Kilwas, Ermor­dung des Gouverneurs, Vernichtung der Schutztruppe, die ihre Wirkung auf die Negerphantasie nicht verfehlt haben. Im Hinterland von Kilwa ist der Gegner schwer zu fassen, da er im Busch überall ausweicht. Das Aufstandsgebiet ist bei großem Umfang völlig unwegsam, wodurch sich die Lang­samkeit der Niederwerfung erklärt.

In den nördlichen und westlichen Bezirken hat sich kein Fall von offener Auflehnung gezeigt, doch sind Gärungen unverkennbar. Die dort stationierten Truppen können des­halb nicht abkommandiert werden. Voraussichtlich wird noch längere Zeit bis zur vollständigen Beruhigung ver­gehen

Politische Rundschau,

Deutsches Reich.

* Nach dem ziemlich lendenlahmen französischen Dementi in der Agence Havas" fommt jetzt auch das britisch- offiziöse ,, Bureau Reuter" mit einer Erklärung, nach der trotz der Enthüllungen Delcassés die englische Politik Deutschland gegenüber wie ein weißes Täubchen dastehe.

Deutschland sei von Großbritannien informiert wor­den, daß die Frage eines Beistandsangebots an Frank­reich seitens Englands niemals entstanden ist, und daß Frankreich niemals um Beistand nachgesucht hat, ferner daß England niemals einen solchen angeboten hat. Auf Anfragen in englischen Regierungskreisen ist dem Reuterschen Bureau mitgeteilt worden, daß die britische Re­gierung feine Erklärung über den Gegenstand abgebe. Warum denn nicht? Die einfachen Ableugnungen in ziem lich wenig glaubwürdigen Depeschenagenturen schaffen doch eine solche Anklage, wie sie die Offenbarungen des Matin"

Gießen und anderer Behörden von Oberheijen.

brachten, nicht aus der Welt. So ist selbst die Auffassung in Pariser Blättern. Der Eclair" schreibt: Niemand in Frankreich hatte nach der Beilegung des Marokkozwists ein Interesse daran, daß die englisch- deutsche Gegnerschaft auf­gestachelt und Berlin gegenüber Paris von neuem feind selig würde. Die Kulissengeschichte dieser Machenschaften muß wohl noch ernster und gefährlicher sein als die Ent­hüllungen der Zeitungen selbst, da Rouvier zu einer ein­fachen Ableugnung seine Zuflucht nehmen mußte."- Ob man in England nicht doch noch Veranlassung finden wird, zu reden, klipp und klar zu reden?

* Die in Berlin stattgefundene Konferenz über die Be­triebsmittelgemeinschaft der deutschen Eisenbahnen hat zu guten Ergebnissen geführt. Man ist zu einer vollständigen Einigung über die organisatorischen Einrichtungen gelangt. Die Grundlage der weiteren Konferenzverhandlungen wird dem nationalen Gedanken eines einheitlichen deutlichen deut­schen Betriebes Rechnung tragen. Hauptsächlich wird es sich handeln um einheitliche Handhabung auf nationaldeutscher Grundlage, aber ohne Beeinträchtigung der Hoheits- und Besitzrechte der einzelnen Staaten, größtmögliche Beseitigung der wirtschaftlich schädlichen Leerläufe, unbeschränkte gegen­Da Württem­seitige Benutzung des Güterwagenpartes. berg und Baden ihre Zustimmung zu der Personentarif­reform von der Einigung über die Betriebsmittelgemeinschaft abhängig gemacht haben, ist der jezige Stand der Verhand­lungen über die Betriebsmittelgemeinschaft auch für die Per­sonentarifreform von günstiger Bedeutung.

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* Nach mehreren Tagen der Verhandlung in der bayeri schen Kammer über die Wahlrechtsfrage wurden die ver­schiedenen Anträge zur Abstimmung gebracht. Es lagen Anträge vor vom Zentrum, den Liberalen und den Sozial­demokraten. Der Zentrumsantrag und ein Eventualantrag der Liberalen wurden einstimmig einem besonderen Ausschuß überwiesen, der Antrag der Sozialdemokraten abgelehnt und ebenso der Primärantrag der Liberalen auf Proportio. nalwahl. Der Antrag des Zentrums bezweckt eine Aus­dehnung des Wahlrechts, geht aber nicht so weit wie der Antrag der Sozialdemokraten, die das allgemeine Wahl­recht ohne jede Beschränkung einführen wollten.

* Bei der Eröffnung der Hamburger Mastvieh- Ausstellung hielt der preußische Landwirtschaftsminister von Podbielski eine Ansprache, in der er sich auch zur Fleischteuerung äußerte. Der Minister sagte, er betrachte es als seine Auf­gabe, die Landwirte immer auf die Forderungen des Mark tes zu verweisen; er könne aber nicht helfen, wenn diese Forderungen sich plötzlich änderten.

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Der Reichstag nahm in seiner letzten Sizungsperiode einen Antrag an, den Reichskanzler um eine Denkschrift über das Kartell- und Syndikatswesen zu ersuchen. Dieser An­regung folgend, ist eine Umfrage bei den Bundesregierungen und den Interessenverbänden veranstaltet worden. Auf Grund dieser Vorarbeiten soll dem Reichstage möglichst schon bei seinem Zusammentreten der erste Teil der Denkschrift mitgeteilt werden, in dem eine statistische Uebersicht über den Umfang der Verbandsbildung innerhalb des Reichs­gebiets gegeben wird.

Der Rücktritt des preußischen Handelsministers Herrn Moeller ist damit in Zusammenhang gebracht worden, daß der Bundesrat die alsbaldige erneute Einbringung der Börsengesepreform- Vorlage verweigert habe. Das ist unzutreffend. Eine solche Weigerung hat nicht statt. gefunden. Richtig ist allerdings, daß Herr Moeller auf den Entwurf großen Wert gelegt hat. Er hielt es für unbedingt erforderlich, aus dem geltenden Gesetz die Bestimmungen zu beseitigen, die unlauteren Elementen ermöglichen, gegen den Grundsatz von Treue und Glauben durch den Differenz­einwand sich ihren Verpflichtungen zu entziehen und sogar die nachträgliche Rückgabe der von ihnen gemachten Zah­lungen in einer fast unbegrenzten Zeit zu erzwingen. Im Hinblick auf die mögliche, nach der Auffassung des Herrn Moeller mit aller Sicherheit zu erwartende ungünstigere Gestaltung der Börsenverhältnisse erschien dem seitherigen Handelsminister jene Notwendigkeit so unabweislich, daß er sogar bereit war, der Börsengesetreform in der Gestalt zu­zustimmen, die ihr während der vorigen Reichstagssession von der vorberatenden Kommission gegeben worden war. Schweden.

** Wie aus Stockholm gemeldet wird, hat der König die Regierung wieder übernommen. Der greise Monarch hatte bor einiger Zeit wegen andauernder Kränklichkeit den Kron­prinzen mit der Regentschaft betraut.

Italien.

** Nach römischen Blättermeldungen wird ein javanishes Geschwader unter dem Kommando des Admirals Togo bal­digst Livorno, Genua, Neapel und Palermo besuchen. Die Mannschaft soll in Civitavecchia an Land gehen. Admiral