der halb zerstörten Bahnstation Sant'Eufemia, aber die Zeichen des Schreckens entdeckt man weit früher; die Zone der Furcht ist immer größer als die Zone der Gefahr. Alle Leute sind aus ihren Wohnungen geflohen und lagern am Meeresstrande; man sieht da ganz merkwürdige und bunte Zeltlager. Die Station Monteleone ist unversehrt, aber wie sicht es in der auf einem nackten Felsen erbauten Stadt aus! Die Kirchen wanken, die Häuser liegen in Trümmern, die Dächer sind herabgestürzt.
Die Glendsprozession.
In Monteleone hört man mitunter dumpfen Trommelwirbel. Ein seltsamer Zug betritt die Stadt: es sind halbverhungerte Bauern; viele von ihnen tragen die malerische calabresische Tracht. Sie schreien nicht, sie sprechen nicht; sie tragen Plakate mit der Inschrift:„ Brot und Obdach! Gebt den Armen Brot!" An der Spiße des Zuges schreiten alte Bauern, die mit wahrer Verzweiflung die Trommel schlagen. „ Das sind die von San Costantino," sagt die Menge, indem sie ihnen einen Weg öffnet. Und sie ziehen vorüber, ohne etwas zu fordern eine Elendsprozession. Das Volf kampiert in den Gärten, auf den Blägen, in improvisierten Zelten. Hinter den Kaktushecken, im Schatten der herrlich blühenden Bäume spielt sich ein echtes Zigeunerleben ab. Eine tote Stadt.
Wenn man auf der Ostseite der Stadt den Berg hinabsteigt, bemerkt man an einer Wegbiegung einen formlosen Haufen von Balken und Mauerresten, die sich grauenvoll von dem wunderbaren Hintergrunde, den der blaue Golf von Sant'Eufemia bildet, abheben. Es ist das vollständig zerstörte Triparni. Jedes Haus ist hier eingestürzt. In der toten Stadt stehen die überlebenden Einwohner wie stumpfsinnig und betrachten die Leichen, die aus den Trümmern hervorgeholt werden.
Dem Besucher tönt weiter feine Klage entgegen als das dumpfe Wort„ Wir haben fein Brot". Mit den Händen wühlt man den Erdboden auf, um etwas Eßbares zu finden. Schwerverwundete liegen auf dem Rasen, aber man hört feinen Jammerlaut. Dieses Schweigen ist herzzerreißend. Frauen hocken auf dem Boden unbeweglich, wie Statuen des Schmerzes. Viele von ihnen haben ihre Kinder verloren. Ein großes schwarzes Tuch, ein charakteristischer Schmuck der calabresischen Frauen, fällt von ihrem Kopf auf die Schulfern wie ein wahrer Trauermantel. Mitten auf der Wiese steht im Sonnenbrande ein kleiner Altar mit dem Bilde des heiligen Nikolaus, des Schutzpatrons. Das Bild haben die Bauern mit großer Gefahr aus den Trümmern der einstürzenden Kirche hervorgezogen und in feierlichem Zuge dorthin gebracht. Aehnliche Altäre findet man überall unter den Bäumen; es ist, als ob unter diesen obdachlosen Leuten auch der Gottesdienst wieder primitiv geworden wäre. Aus der Erde liegt ein Knabe und schluchzt bitterlich. Die an deren betrachten ihn in wortloser Trauer. Er hat Eltern und Geschwister bei der Katastrophe verloren und ist allein geblieben. In einem Hause fand man eine Mutter mit vier Kindern als Leichen, in einem anderen, unter einem ein gestürzten Dach, ein neuvermähltes Paar, das sich so eng umschlungen hielt, daß die Leichen nur schwer getrennt werden konnten.
Das rote Licht.
Die verhältnismäßig kleine Zahl der Opfer ist damit zu erklären, daß im Augenblicke der Katastrophe viele Männer sich als Wächter in den Weinbergen befanden, wo jetzt die Traube reif wird. Alle diese Männer haben im Moment der Erschütterung des Bodens ein blendendes rotes Licht am Himmel gesehen. Diese merkwürdige Himmelserscheinung muß wirklich dagewesen sein, denn die Tatsache ist von vielen Leuten und an verschiedenen Orten bestätigt worden. Ein Fuhrmann erzählte: Ich sah eine rote Fackel am Himmel, nach dem Meere zu, und wie eine blißartige Erscheinung über dem Stromboli. In diesem Augenblicke erzitterte die Erde, und ich war wie betäubt." Ein anderer berichtete: sch sah einen feurigen Balfen, der nach dem Meere hinlief und über dem Stromboli einen Kranz bildete, worauf er verschwand." Natürlich wird dieses Licht allgemein für ein göttliches Zeichen gehalten.
Nab und Fern.
† Der gefangene Prinz. Dem Prinzen Christian von Dänemark, Schwager des deutschen Kronprinzen, Sohn des dänischen Kronprinzen und zukünftigen Dänenkönig, passierte fürzlich im Manöver ein eigenartiges Weißgeschick. Als Führer des von ihm befehligten 28. Bataillons sollte der Prinz von einem Dragoner- Regiment angegriffen werden. Man erwartete den Angriff erst morgens 7 Uhr, die tapferen Reiter aber waren schon um 4 Uhr zur Stelle. Die schnell formierte Infanterie wies den Angriff ab, aber eine Schwadron war abgesessen und hatte einen vom Dorfe abgelegenen Großbauernhof umzingelt, wo der Prinz in tiefem Schlafe lag. Die Bedeckung wurde schnell entwaffnet, und Prinz Christian war ein Gefangener seiner fünftigen Untertanen.
† Auf der Lokomotive verunglückt. Der Lokomotivführer eines D- Buges wollte einen Defekt an der Achse der Maschine nachsehen und stieg während der Fahrt auf die Trittstufen hinab. Als der Zug den Bahnhof Uchtspringe passierte, schlug der Unglückliche gegen das zwischen den Geleisen befindliche eiserne Trennungsgitter und wurde sofort getötet.
† Ein Gesetzgeber unter Anklage. Mr. Platt aus Newyork, Mitglied des amerikanischen Senats, der sich vor furzem in den Ehestand begeben hat, ist jetzt von einer Mig Mac Wood auf Zahlung einer Summe im Betrage von 100 000 Mart verklagt worden. Ihr Anspruch gründet sich darauf, daß sie ihm angeblich gute Dienste geleistet habe, indem sie ihm Mitteilungen über beabsichtigte Gesetze, die die unter Leitung des Senators Platt stehende United States Expreß Company" angingen, gemacht hätte. In Washington sieht man die Anklage für durchaus nicht unbegründet an, so daß es zu einer Untersuchung durch den Kongrep kommen dürfte.
† Senkungen am Hafen- Kai. An dem neuen Hafenkai zu Antwerpen ist das Mauerwerk gesunken. Es entstand ein breiter Riß. Auch das Bahngeleise in der Nähe des Hafens weist Senkungen auf.
Billig und schlecht! Die Staatsanwaltschaft in Wien beschäftigt sich zurzeit mit einem Angebot, das ein Wiener Schuhwarenhaus in französischen und schweizerischen Blät tern ergehen ließ. Darin bot ein„ Schuherporthaus" Keßler in Wien für 13 Francs 50 Centimes zwei Baar elegante Sommerschuhe, zwei Baar Winterschuhe und ein Baar Haus.
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schuhe an. Zahlreiche Stäufer fielen auf das Angebot herein und erhielten für ihr Geld folgende Ware: Die„, eleganten Sommerschuhe" bestanden aus Segelleinen und Pappendeckel, die Winterschuhe waren Filzpantoffel und die Hausschuhe von erbärmlicher Qualität.
Die Zahnplombe des Elefanten. Im Hippodrom zu Newyork mußte einem Elefanten ein hohler Bahn plombiert werden. Mit Hilfe von sechszehn Personen löste der Zahnarzt seine Aufgabe. Das zu der Plombe verwendete Gold hat einen Wert von 43 Dollars.
Von der russischen Bolkszählung, die bereits im Jahre 1897 stattgefunden hat, sind noch nicht sämtliche abschließende Ergebnisse veröffentlicht worden. Dieser Tage erst erschien eine vollständige Uebersicht über die Zusammensetzung der russischen Bevölkerung nach Rassen und Stämmen, und jetzt sind vom Statistischen Bureau in Petersburg weitere end. gültige Zahlen bekannt gegeben worden, die sich namentlich auf Religion und Stand beziehen. Von den 126 586 523 Seelen, die am 10. Mai 1897 in Rußland gezählt wurden, waren 87 123 604 Mitglieder der orthodoxen Kirche, 2 204 596 Altgläubige und verwandter Seften, 13 906 972 Mohammedaner, 11 467 994 römische Katholiken, 5 215 805 Juden und 3572 653 Lutheraner. Und nun folgt die Zahl, die man dreimal unterstreichen müßte, um sie gebührend hervorzuheben, nämlich: 99 070 436 des Lesens und Schreibens unkundige, 79 v. H. der C samten Bevölkerung.
§ Ein gefährlicher Mensch. Ein Mann namens Frauendorf, der in verschiedenen Städten Schlafstellendiebstähle verübt hatte und der nach seiner Berhaftung den„ wilden Mann" spielte und sich aller möglichen Mordtaten bezichtigte, dem aber vom Gerichtsarzt nur ethische Mängel nachgewiesen werden konnten, erklärte bei der Verhandlung vor Gericht, daß er ständig entschlossen sei, sich an der Menschheit, die ihn ausgestoßen habe, zu rächen. Er wurde zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Auf die Frage, ob er die Strafe antreten wolle, erklärte der rabiate Mensch:„ Wenn ich die Strafe verbüßt habe, kaufe ich mir sofort einen Revolver und schieße irgend jemand über den Haufen, damit ich wieder hineinkomme."
+ Unschädliches Trinkwasser in Epidemiezeiten. Um den Genuß von ungekochtem Wasser in Cholerazeiten gefahrlos zu machen, wurde früher und wird auch neuerdings von vielen Aerzten ein kleiner Zusatz von Zitronensäure empfohlen. Ta die Cholerafeime gegen Säuren sehr empfindlich sind, so hat seinerzeit Dr. Christmas im Institut Pasteur Versuche darüber angestellt, welcher Säuregrad dem Wasser gegeben werden muß, um darin Cholerakeime zu töten. Er fand, daß 6 Dezigramm Zitronensäure in einem Liter Wasser alle Cholerabazillen innerhalb einer Viertelstunde unschädlich machten, neun Dezigramm derselben Säure vernichteten in derselben Menge alle Typhusbazillen. Eine Beimengung bon cinem Gramm Zitronensäure auf ein Liter würde also genügen, um ein völlig unschädliches Trinkwasser herzustellen.
† 20. der Cholera. Im gangene injizierten Gebiet im Osten macht sich jetzt ein deutlicher Rückgang der Krankheit bemerklich. Auch im Regierungsbezirk Marienwerder sind neue Fälle nicht vorgekommen. In Graudenz ist jetzt von der Polizei auch Brechdurchfall für anzeige pflichtig erklärt worden. Die Generalversammlung des Verbandes der polnischen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, die in Belplin abgehalten werden sollte, findet auf Anordnung des Landrats des Kreises Dirschau nicht statt, ebenso ist die Westpreußische Obst- und Gartenbauausstellung die in Elbing stattfinden sollte, aufgehoben. Von russischer Seite sind Wolhynien und Kurland als von Cholera bedroht und beschlossen worden, in Riga die von Deutschland kommenden Schiffe einer Untersuchung zu unterwerfen.
† Eine Millionen- Defraudation. In einer Papierfabrik in Olleschau in Mähren wurden große Unterschlagungen entdeft. Sie beziffern sich auf zwei Millionen Kronen. Die Defraudationen sind bereits seit zwanzig Jahren verübt und stets durch falsche Bilanzen verdeckt worden. Der Direktor ist flüchtig, der Kassierer hat sich erschossen.
† Große Feuersbrünste. In Czenstochau brach in einer Zelluloidfabrik Feuer aus, das sich so schnell verbreitete, daß von den Arbeitern und Arbeiterinnen neun Personen verbrannten, während andere schwere Brandwunden davontrugen. In dem allen Besuchern der Tatra bekannten Dorfe Groß- Schlagendorf brannten 75 Wohnhäuser und 140 andere Gebäude nieder.
† Selbstmord eines Bankiers. In Paris hat sich der Baron Salomon von Günzburg erschossen. Er gehörte zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Finanzwelt, doch galt seine Lage längst als eine schwankende. Die Katastrophe wurde durch den Zusammenbruch des Zuckerspekulanten Crosnier verursacht.
Lokales.
16. September 1905. ** Der Großherzogin Geburtstag. Morgen feiert das hessische Bolt zum ersten Male den Geburtstag seiner jungen Großherzogin und es ist fein Zweifel, daß von allen Bergen und Tälern, wo treue Hessenherzen schlagen, der Wunsch aufsteigt, daß der Geburtstag der Landesfürstin noch recht oft in ungetrübtestem Glücke wieder. fehren möge. Von der ersten Nachricht an, daß Großherzog Ernst Ludwig seinem Lande wieder eine Großherzogin zu führen wolle, ging eine freudige Erregung durch das Hessenrolt, die seitdem nur an Stärke und Tiefe gewonnen hat. Bog auch für Tage ein buntler Schatten herauf, als die Runde von dem Unfall der Großherzogin hinausdrang, so ist der Himmel doch jest wieder flar, denn die Großherzogin hat die Krankheit überstanden und das Hessenvolt kann mit seinem Fürstenhause in ungetrübter Freude den Geburtstag seiner jungen Fürstin Eleonore begehen!
** Der Großherzog begab sich mit Gefolge gestern Morgen im Automobil nach Station( altes) Bollhaus zwischen Rirberg und Raßenelnbogen, stieg daselbst zu Pferde und tehrte nach beendigtem Manöver nach Jagdschloß Wolfs. garten zurüd. Morgen Sonntag gedenten der Großherzog und die Großherzogin die Festvorstellung im Großh. Hoftheater zu besuchen.
** Der Großherzog hat am 12. September zum 15. b. Mts. verliehen: das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Präsidenten des landw. Provinzialvereins Oberbeffen, Dekonomierat Karl Schlente zu Friedberg und dem Präsidenten des landw. Provinzialvereins RheinHessen, Dekonomierat Dstar Lichtenstein zu Windhäuser Hof;
D
das Ritterkreuz 2. Rlasse desselben Ordens mit der Krone:
dem Vizepräsidenten des landw. Provinzialvereins Startenburg, Defonomierat Jatob Walter 16. zu Lengfeld;
die Silberne Verdienstmedaille für 2andwirtschaft und Gewerbe:
dem Generalsekretär des Hessischen Landwirtschaftsrats Defonomierat Dr. Karl Müller zu Darmstadt; bas Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen:
den Landwirten Heinrich Hamann 4. zu Biebesheim. Wilhelm Seiboldt 1. zur Nieder- Eschbach und Jakob Mann 5. zu Alzey
** Ordenssache. Der König von Preußen hat, laut Staatsanzeiger", dem Prinzen Ludwig zu Solm 8- Hohensolms- Lich die Erlaubnis zur Anlegung des ihm verliehenen Großkreuzes des Verdienstordens Philipps des Großmütigen erteilt. * Auszeichnung. Dem Garnifion- VerwaltungsJaspettor Rösinger in Gießen wurde vom Rönig von Preußen der Kronen- Orden 4. Klasse verliehen.
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Reserve hat noch einen Tag! Gestern zu später Abendstunde rückten unsere 116er unter flingendem Spiel bataillonsweise wieder in Gießen ein. Die Manöver sind zuende und mit ihnen auch die Dienstzeit für die alten Mannschaften. Während die zur Uebung eingezogenen Reservisten schon heute zur Entlassung tommen, müssen sich die alten" Mannschaften noch bis zum Montag gedulden. *** Morgen Abend gibt der Gernhardtsche Zither. und Mandolinen Chor 1905 im Restaurant Bum Einhorn" eine Abend Unterhaltung, zu der ein recht hübsches Programm aufgestellt ist, sodaß allen Freuden der Seitenmusit der Besuch nur empfohlen werden kann.
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P. Die Jagd nach Strafmandaten. Zwei dem Kaufmannstande angehörige junge Leute, welche wegen Ruhestörung in letzter Nacht notiert wurden, scheinen sich mit dem zu erwartenden Strafmandat nicht begnügen zu wollen, da kurz darauf einer der Uebeltäter sich auch noch der Sachbeschädigung schuldig machte, indem er die Glaskugel einer Straßenlaterne zertrümmerte und außerdem noch zwei Laternen in der Wetterngasse in Stücke schlug. Hiervon ist gleichfalls Anzeige erhoben.
Aftien und Aufnahme
T
puntt Mt 30,000 be Unterftigung fettens rein Schlig sein ed nun noch wenige Turnftätte, die für bringen foll. Um Fäften recht frohe
gedenkt man eine wir fönnen berfic Shlig noch immer tun wird. Möge unferer Turnhalle Gau erscheinen, u nur für vorwärtsf Bereine schlagen.
Wedesheim Braunkohlenberg holl wieder in Betrie Magen und Einrichtun Strede Friedberg Rid
Bell, 15. Sp Bell eine Ortsfgan Pelaffen werden nur 2 tereine Bell, zu weld Hillerte haufen, Heimert Weglar, 15. Beglar verhandelte folgende Fälle: Beg förenden Lärms fte vor dem Gerichtshof
*** Wer ist der Schwindler? Man schreibt uns: Im April fiel in Würzburg vor einer Villa ein junger Mann in epileptischem Zustande nieder; in die Villa vers bracht, hatte er sich schnell erholt und angegeben, er heiße Wilhelm Herzog, sei Student und wolle nach Nördlingen. Es wurden ihm dann Eprisen, Wäsche, Geld und eine Fahr farte gegeben. Am 2. September fiel derselbe junge Mann vor einer anderen Villa in Würzburg nieder. Auch hier wurde er in die Villa gebracht und ihm, nachdem er sich wieder Student Wilhelm Herzog genannt und angegeben hatte, er wolle nach Trieft zu seiner Mutter, Speise und Trant, Ueberzieher und Geld gegeben. Da sich aber durch einen Arzt herausgestellt hatte, daß diese epileptischen Anfälle fingiert waren, um Mitleid zu erregen, wurde der junge Mann verhaftet. In der Untersuchungshaft nannte sich Herzog erst Gustav Hochstand und dann Pierre Chuhn und will in Esch an der Alzette in Luxemburg geboren sein. Ec trägt Visitenkarten mit" Wilhelm Herzog, Student" bei sich, hat aber auch Papiere, auf denen er als Raufmann, Maler und Kellner bezeichnet ist. Er ist etwa 20 Jahr alt, 1,70 m groß hat schlanken Körperbau, blaugraue Augen, hellblonde geledt, vern gescheitelte Haare, gesunde Gesichtefarbe und ist bartlos, trug dunklen Anzug, weichen dunkelgrünen Filzhut, hinten mit drei Federn, Kordel waren geschlungen, hohen, modernen Stehumlegtragen mit schmalem schwarzen Selbstbinder, weißer Chemisette, goldnen 8wider ant schwarzer Schnur. Früher trug er weißen Strohhut mit grünem Band Da festgestellt ist, daß der Schwindler auch in Bingen dieselben Manöver gemacht hat, so ift anzunehmen, daß er auch noch an anderen Bläßen diesen Schwindel verübt hat. Auskunft hierüber, sowie auch über die Bersönlichkeit erbittet der Stadtmagiftrat Würzburg.
> Allendorf a. b. Lahn, 14. September. Gut Heil! Hier ist ein Turnverein ins Leben getreten und dem Gau Hessen angeschlossen worden.
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Kirch- Göns, 15. September. Hier ist eine Epar und Darlehnstasse gegründet worden. Der Borstand sest sich wie folgt zusammen: Lehrer Karl Rahn, Direttor, Land, wirt Ludwig Schneider, Rechner, Landwirt Konrad Bepler 3., Kontrolleur, Landwirt Johannes Nern 6, Stellvertreter des Direktors und Landwirt Ludwig Bach.
* Schlitz.( Turnhallen- Einweihung.) Der lang. ersehnte Wunsch des Turnvereins Schlig, ein eigenes Heim zu besitzen, ist in Erfüllung gegangen und boraussichtlich am 1. Oktober d. J. soll dasselbe seinem edlen Zwecke übergeben werden. Wenn auch dasselbe feinen Prachtbau darstellt, so ists doch immerhin durch seinen Zwed, eine Zierde seiner Vaterstadt. Der schöne geräumige Saal, die große Bühne, das Vereinszimmer entsprechen boll und ganz ihren Anforderungen und die Anlegung selbst ist nur als praktisch zu bezeichnen.- Durch sparsames Wirtschaften hat obengenanntem Verein, vor der Verwirklichung seines Planes, neben einem schuldenfreien Bauplaze ein Kapital von Mt. 5000 zur Verfügung gestanden. Durch Zeichnen von zinsenfreien
Festes dafelbft r Benbarmen beleidig getlagte für schuldig ftrafe von 8 Lagen rurteilt.
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Am 11. Gießen und der 00 berndorf in ein treffenden Wirtschaf Mlaffende Wunde an bon H. gereizt wo micht gegen 5. bor Gefängnis hält das
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Heidesheim,
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