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Lokales.
16. Januar 1905 ( Der Nachdruck unserer mit besonderen Zeichen versehenen Original- Artikel ist nur mit der genauen Quellen- Angabe gestattet.)
** Der Großherzog verlich nachstehenden Offizieren und Mannschaften der Schußtruppe für Südwestafrita das Nitterfreuz 2 Klasse mit Schwertern des Verdienstordens Philippe des Großmütigen: dem Oberleutnant Frhen. von und zu Egloffstein, früher im 1. Großh. Feid- Artillerie- Regiment Nr. 25.( Großherzogliches Artillerie- Korps) den Leutnants Fehrn. von Hirschberg und Tümpling, veide früher im 2. Großh. Feld artillerie Regiment Nr. 61, dem Leutnant Grafen von Hardenberg, früher im 1. Großh. DragonerRegiment( warde- Dragoner Regiment) Nr. 23 und dem Assistenarzt Dr. Schaaf, früher im Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm( 2. Großh. ss.) Ne. 116; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift für Tapferfeit am Kriegsbande: dem Gefreiten Rösch, früher im 1. Großh. Feld- Artillerie- Regiment Nr. 25. ( Großherzogliches Artillerie- Korps) und dem Gefreiten Berghoff, früher im Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm ( 2. Großh. Hess.) Nr. 116.
*** Am Mittwoch, den 18. d. M., vormitags 129 Uhr beginnend findet eine Sigung des Provinzialausschusses der Provinz Oberheffen mit folgender Tages- Ordnung statt: 1. Gesuch der Elise Aleiß zu Gießen um Eclaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft in dem Hause Bahnhofstraße Nr. 48 zu Gießen. 2. Gesuch des Heinrich Damm II. zu Reiskirchen um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft daselbst. 3. Beschwerde des Karl Henzel zu Obbornhofen gegen einen Gemeinderatsbeschluß.
** Jubiläum. Heute kann der Oberwacht. meister Schwarz auf eine 25jährige Amtstätigkeit zurückblicken. Möge es dem verdienstvollen Beamten, der sich bei seinen Vorgesetzten, Untergebenen und Privaten größter Beliebtheit erfreut noch recht lange bergönnt sein, sein schwieriges und verantwortungsvolles Amt noch recht lange auszuüben. Gleichfalls kann am Mittwoch, den 18. Januar ds. Mts. der Verwalter der neuen Kliniken, Keller, sein 25jähriges Dienstjubiläum feiern. Keller, der in dieser Zeit in vielen Kreisen bekannt geworden ist, wird zu seinem Ehrentage sicherlich manche Aufmerksamkeit erwiesen worden.
*** Die Eisbahn eröffnet. Gestern sah man zahlreiche Freunde des Eissports der Eisbahn an der Moltkestraße zustreben und sich stundenlang dieser gesunden Be schäftigung ergeben. Die Bahn gewährt mit ihren flatternden Fähnlein und den zahlreichen Eisläufern, ein recht anziehendes Bild. Am Mittwoch veranstaltet der Eisverein dort ein Konzert.
Anf zum Turnen!( Eingesandt.) Zur Herbstund Winterzeit, wenn trübes regnerisches Wetter eintritt, fällt für viele Leute auch die Möglichkeit und Lust fort, ihre Gesundheit durch Spaziergänge in freier Luft, Schwimmen und dergl. vor den mannigfachen Schäden und Nachteilen, die das moderne Kulturleben, namentlich in den Städten mit sich bringt, zu bewahren. Man empfindet wohl au mancherlei kleineren und größeren Beschwerden, daß etwas nicht in Ordnung ist, Nervosität, mangelnde Verdauung, llebellaunigkeit und Unlu st zur Arbeit machen sich geltend, aber man tut nichts dagegen in der trügerischen Hoffnung, daß es von selbst wieder besser wird. Genau genommen ist es nur Bequemlichkeit, man läßt die Dinge gehen, wie sie wollen, statt sich nach einem Heil- und Vorbeugungsmittel umzusehen. Ein solches Mittel sind vernünftig betriebene Leibesübungen und namentlich die Uebungen, die unter den Namen Männerturnen, Gesundheitsturnen usw. in fast allen größeren deutschen Turnvereinen gepflegt werden. Die hierbei getriebenen Uebungen sind dem Alter der lebenden besonders angepaßt und haben nur den Zweck, der Gesundheit zu dienen und alle Teile des menschlichen Körpers und namentlich die durch Beruf und Lebensweise vernachlässigten zu fräftigen und widerstandsfähiger gegen Krankheiten zu macheu. In Gießen herrschte stets ein guter Geist für die edle Turnsache, warum sollte nicht so mancher die ihm gebotenen Gelegenheit der Beteiligung passender Leibesübungen, als Freiübungen, leichte Gerätübungen und Turnspiele mit Freude begrüßen? Diese findet er im TurnvereinSie ßen, der jeden Dienstag Abend 8-10 Uhr in seiner Turnhalle, Steinstraße 3 eine stattliche Zahl Turner versammelt sieht, die so recht den Zweck turnerischer Leibesübungen erkannt haben. Möchten diese Zeilen dazu dienen, der bestehenden Männer- Riege noch recht viele Freunde zuzuführen, es wird der Erfolg in der Erhaltung guter Gesundheit und erhöhter Lebensfreunde ein dauernder sein.
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** Turnerbesuch in Amerika. Der Ausschuß der Deutschen Turnerschaft" hat beschlossen, in endlicher Er
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widerung des Besuchs der deutschen Turnfeste durch die ameri-| fanischen Turngenossen, zu dem vom 18. bis 20. Juni 1905 in Indianopolis stattfindenden Bundesturnfest des nordamerikans ischen Turnerbundes unter Professor Regler Stuttgart eine Musterriege von acht der tüchtigsten Turner unserer deutschen Turnerschaft zu entsenden. Nur solche Turner dürfen von den Vereinen in Vorschlag gebracht werden, die feine Ausländer sind und sich durch Siege auf größeren deutschen Turnfesten ausgezeichnet haben. Neben Angabe der Größe, des Körpergewichts, Stand, Alter u. s. w. haben sie durch Beugnis dis Kreis- oder Gautuinwarts ihre Befähigung anchzuweisen. Die Kosten der Reise, die 4 bis 5 Wochen beansprucht, trägt die Deutsche Turnerschaft.
* Rosenthal ist ein Ochse. In der Nr. 301 der in Frankfurt a. M. erscheinenden Zeitung die„ Sonne" ist folgendes Gedicht zu lesen:
Der Untergang Port Arthur's. Ellenlange Kriegsberichte Schickt man an den weisen Zaren, Hohle Phrasen, wie sie in dem Chinafeldzug üblich waren.
Oyama wird abgefanzelt, Mahm er gleich so manche Schanze In dem weiten Reich der Mandschu Ein in wildem Kriegestanze.
Tücksch ihrer Feder Gifte Sprißen gegen die Japaner Journalisten, Russophtien, Lauter fundige Lebaner.
Na dies Hezen, all dies Nörgeln Hat ein Ende, denn die schnellen Tapferen Söhne ferner Rasse Nähern sich den letzten Wällen.
Ehrenvoll nach blutgem Ringen Senfet Stössel die Standarte Orlogs, die so lange wehte Ruhmbedeckt auf hoher Warte.
Wenn man die Anfangsbuchstaben von unten nach oben liest, so bekommt man den Satz:„ Rosenthal ist ein Ochse", heraus. Ein Spiel des Zufalls, wenn man bedenkt, daß der verantwortliche Redakteur der Sonne", welcher dieses Gedicht in sein Blatt aufgenommen hat, Rosenthal heißt.
R Grünberg. Der Radfahrerverein" Wanderlust" feierte gestern Sonntag sein Jahresfest in der Turnhalle, Sämtliche Nummern des Programms widelten sich glänzend ab. Alle Mitwirkenden ernteten reichen Beifall."
r Grünberg. Am Samstag verlegte sich ein hiesiger Holzarbeiter im Stadtwalde beim Baumfällen derartig mit einer Art die Hand, daß er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte.
arresthaus übergeführt worden. Wie uns mitgeteilt wird, ging fein Transport von Aachen ohne Schwierigkeiten vor sich. Er sorgte selbst für die Unterhaltung, indem er feiner Begleitung dem Kriminalfommissar Daniel- Darmstadt und den Gendarmen Scharmann und Eichenauer- Gießen, von seinen Fahrten erzählte. Es ist nämlich eine aite, feststehende Tatsache, daß es den Verbrecher auf solchen Transporten zur Wisteilsamkeit drängt, troßdem die Sicherheite beamien prinzipiell niemals den Anstoß dazu geben. So auch Hudbe. Er erklärte daß er seinen Komplizen Walter im Oktober fennen gelernt und dann mit dusem gemeinschaftlich den Einbruch im Pfarrhause zu Hepp.nheim
an der Bergstraße verübt habe, bei dem ihnen 2400 Mt. in die Hände gefallen seien. Den Raub hätten sie geteit und wären dann weiter gezogen, ihre nächste arbeit" dem PfarrHause in Herdorf widmend. Der Einbruch, der Anjangs November stattfand, gestaltete sich weniger lohneno, deun es wurden nur reichlich 60 Mif. erbeutet. Gilig wurden diese geteilt und dann im schnellstem Tempo der Bahnhof erreicht, auf dem der Zug schon zur Abfahrt bereit stand. Ohne auch nur die Zeit zur Lösung einer Fahrkarte sich zu nehmen, seien sie auf dem Bahnsteig angelangt und während er, Hudde, sich sofort in ein übteil des Zuges geworfen, sei Walter noch einmal zurückgeeilt, um die Fahrkarten zu lösen. Der Zug wurde aber unterdes fällig und entführte Hudde. In Dillenburg habe Hudde den Zug wieder verlassen und die Fahrt nachbezahlt. Er sei in die Stadt gegangen, um dort auf Walter zu warten, der aber nicht gekommen, weil er inzwischen in Herdorf am Bahnhof verhaftet worden sei, wie Hubre später erfahren. Beunruhigt und nichts gutes ahnend habe er sich nach Gießen( 1) gewandt und dort in einem Hotel rechts, vom Bahnhof kommend, übernachtet(!!) Tags darauf si er nach Marburg gefahren, um bei dem Bruder des Walter, der dort als Kellner Engagement hatte, sich über seinen Genossen zu erkundigen. Doch wußte der weiter nichts auszusagen, als daß telegraphisch eine polizeiliche Anfrage eingelaufen sei, ob in Marburg Effekten des Walter aufgehoben seien. Das habe ihm, Sudde, genügt. Dyne Zeitverlust habe er Marburg verlassen, um das Ausland zu gewinnen. Er habe auch die belgische Grenze überschritten und dort erst, in Lüttich, seinen Streckbrief in einer Frankfurter Zeitung gelesen. Er will überhaupt während der Zeit, in der der Heldenberger Mord geschah, in Belgien gewesen sein. Später sei er nach Deutschland zurückgekehrt und habe mehrere Büge in der Gegend von Aachen, Trier und am Rhein unternommen, bis ihn sein Schicksal in Aachen in dem Logierhaus erreichte. Ob diese Angaben sich in allen Punkten bewahrheiten, muß die Untersuchung ergeben. Erfannt wurde Hudde in Aachen durch einen gewissen Stöcklein, der ihn der Polizei denunzierte. Man glaubte dort Anfangs es abermals mit einer Uebereilung zu tun zu haben, legte ihm aber nichtsdestoweniger verschiedene Photographien vor, die er eine nach der anderen zurückwies, bis die Photographie Huddes vor ihm lag. Sofort machten sich mehrere Ponzisten auf und verhafteten Hudde dann mitten in der Nacht aus tiefem Schlafe heraus. Bei seiner Vernehmung beftritt er Hudde zu sein, seine Invalidenkarte lautete auf Östar Hütter
unterzeichnen mußte, schrieb er„ Ostar Hudde" und erbrachte so den unzweideutigsten Beweis für seine Identität. In seinem Befiße wurden bekanntlich ein Revolver mit fünf Patronen und ein verbogenes Stemmeisen gefunden.- Hudde antwortete ouf alle Fragen stets mit der größten Ueberlegung. Heute findet seine erste Vernehmung in Siegen statt.
S Heuchelheim, 15. Januar. Der hiesige Gesang- mann aus Schalke in Westfalen, doch als er das Protokoll verein" Teutonia", welcher bekanntlich in diesem Jahre 1905 auf ein 50jähriges Bestehen zurückblickt, hat nunmehr seine Jubelfeier auf Sonntag den 2. Juli festgesetzt. Die diesbezüglichen Einladungen sind in diesen Tagen an die Gesangvereine abgegangen und falls die Witterung hold ist wird sich die Feier zu einem großen Volksfest gestalten, zumal auch zu demselben jedermann freien Zutritt gestattet ist.
X Frankenbach, 15. Januar. Mittwoch den 1. Februar, vormittags 11 Uhr, soll die hiesige Gemeindejagd auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. Hierzu dürften sich wohl viele Liebhaber einfinden, zumal dieselbe 31 den größten Jagdbezirken am Dünsberg zählt. Sie umfaßt ca. 378 Heftar Wald- und 400 Heftar Feldjagd mit einem vorzüglichen Wildbestand. Dazu ist das ausgedehnte Jagdgebiet von der Endstation der Biebertalbahn bequem in einer halben Stunde zu erreichen, indem seine Grenze im sogenannten Dünsbergsgrund", in unmittelbarer Nähe der Obermühle beginnt.
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R Selbach b. Br Das 3 jährige Töchterchen des Bergmannes Theod. Zimmerr trant in einen unbewachten Augenblicke aus einer auf dem Tische stehenden Kaffeetanne. Das Kind verbrannte sich derait im Halse an dem sehr heißen Kaffee, daß es gestern gestorben ist.
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* Darmstadt. Der Großherzog nahm Samstag Mittag das neue Maschinen Laboratorium und das neue Wasserkraftmaschinen- Laboratorium der Technischen Hochschule unter Führung der betreffenden Dozenten in Augenschein.
Oskar Hudde.
Wie wir bereits mitteilten, ist Hudde am Samstag Nachmittag in Gießen eingetroffen und in das Provinzial
Hamburger Engros- Lager Alexander Salomon& Co.
Räumungs- Ausverkauf
vom 12. bis 19. S. Mts.
Nur gegen Baar.
Nur gegen Baar.
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Literarisches.
§ Gartenbesizer und Blumenfreunde wird es interessieren, daß ein neues Katalog- Gartenbuch von M. Peterseim's Blumengärtnereien in Erfurt erschienen ist. Es wird eingeleitet mit den Worten: „ Auch das Beste was wir bilden bleibt ein ewiger Versuch." Das Katalog- Gartenbuch wird man wende sich direkt an die Gärtnereien Peterseim- kostenlos versandt.
Siegener lauswirts@ aftlicher Wetterbisuft. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 17. Januar. Trübung und Schneefälle bei starker bis stürmischer Luftbewegung, Temperatur langsam ansteigend. ( Näheres durch die Gießener Weiterkarte.)
Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil. Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide
zu Giesen
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Filiale: Berlin
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