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Heerwesen in England. Das englische Unterhaus be­willigte gestern die von der Regierung für die Marine gefor­derten Ausgaben. Der Militäretat für das Jahr 1905/6 beträgt 29 813 000 Lstr.( Mr. 596 260 000), was eine Zu­nahme um 1 Million str. gegen das Vorjahr bedeutet. Die Friedenspräsenzstärke des Heeres von England und den Kolonien ausschließlich Indiens beträgt 221 300 Mann. Die Stärke der englischen Flotte beläuft sich zurzeit auf 44 Linienschiffe, 28 Panzerfreuzer, 21 geschützte Kreuzer 1. Klasse, 46 geschützte Kreuzer 2. Klasse, 35 geschützte Kreu­3er 3. Klasse, 31 Kanonenboote, 131 Torpedobootszerstörer, 87 Torpedoboote, 8 Unterseeboote, somit zusammen auf 431 Kriegsschiffe.

Deutscher Reichstag

( 163. Sizung.)

CB Berlin, 14. März. Heute erhielt vor Eintritt in die Tagesordnung der na tionalliberale Dr. Becker- Hessen das Wort zur Abwehr der Angriffe, die vor einigen Tagen der sozialdemokratische Abgeordnete Scheidemann gegen ihn gerichtet hat. Er er. klärte, indem er sich den aktenmäßigen Beweis für später vorbehielt, die über ihn gemachten Mitteilungen für un wahr. Alsdann wurde die zweite Beratung des Etats für das Reich samt des Innern fortgesetzt bei dem Kapitel Patentamt". Dazu hatten die Nationalliberalen eine Resolution eingebracht, in der ganz allgemein eine Re form des Patentgesetzes, sowie der Gesetze über den Schut der Gebrauchsmuster und Warenzeichen verlangt wird. Der Abgeordneter Dr. Böttger begründete den Antrag, indem er allerhand Beschwerden, insbesondere auch solche über den langsamen Geschäftsgang, vortrug. Der Staatssekretär des Innern, Graf Posadowsky, meinte, daß die Klagen über Mißstände in Patentwesen zumeist unberechtigt seien und warnte vor einer Revision des Patentgesetzes auch des halb, weil sie eine Abänderung der erst vor kurzem geschlos fenen internationalen Abmachungen zur Folge haben müßte. Die Andern aus dem Hause stellten sich im wesentlichen auf die Seite der Regierung, erklärten sich aber in ihrer Mehrzahl nicht direkt gegen die Resolution, die in ihrer all­gemeinen Fassung zu nichts verpflichtet. Sie mögen wohl im Stillen alle dem Zentrumsabgeordneten Roeren recht gegeben haben, der unter großer Heiterkeit seine Bemer­fungen mit den Worten schloß: Wenn die Nationalliberalen sehr großen Wert darauf legen, will ich für den Antrag stimmen, sonst dagegen. Da auf allen Seiten noch das Be­streben vorhanden war, den Etat gemäß dem Beschluß des Seniorenfondents bis zum 31. März fertig zu stellen, faß­ten sich alle Redner kurz, und das Kapitel Patentamt" wurde in knapp zwei Stunden erledigt. Die Resolution fand eine Mehrheit. Auch die folgende Diskussion über Das Reichsversicherungsamt" ging anfanos in flottem Tempo vorwärts. Der Abg. Schmidt- Berlin aber, seincs Zeichens Arbeiterfefretär, heilt eine längere Rede, in der er auf Grund seiner Erfahrungen eingehende Kritik an der Arbeiterversicherung und der Organisation des Reichsver­sicherungsants übte.

Nah und Fern.

Ein deutscher Studententag wurde in Eisenach abge= halten. Mit Ausnahme von Greifswald, Erlangen und Breslau waren alle deutschen Universitäten, die technischen Hochschulen und die Bergakademien durch Delegierte ver­treten. Es wurde die Gründung eines Verbandes sämt­licher Hochschulen in Deutschland beschlossen. Einen breiten Raum nahm die Besprechung des vielerörterten Themas der akademischen Freiheit ein. Bei der Bismarcksäule auf dem Wartenberge fand unter freiem Himmel ein Festakt statt, bei dem der Jenenser Professor der Theologie Thümmel die Rede hielt. Beschlossen wurde endlich, sich offiziell an der am 9. Mai in Weimar stattfindenden Schillerfeier zu beteiligen, und zwar soll jede Hochschule drei Vertreter dort­hin entsenden. Auf ein an den Kaiser abgesandtes Hul­digungstelegramm antwortete der Monarch telegraphisch: Ich habe den Huldigungsgruß gern entgegen­genommen in dem Vertrauen, daß Ihr Studenten stets bestrebt sein werdet, die Geistesfreiheit durch die Achtung vor der Ueberzeugung Andersdenkender hochzuhalten."

Der milde Papst. Ein Londoner Blatt meldet, daß die spanische Tänzerin La Tortajada vom Papst in Audienz empfangen wurde. Die Kardinäle protestierten gegen diesen Empfang, allein der Papst soll erwidert haben: Nach christ­licher Anschauung ist diese Tänzerin ebensosehr meine Tochter, wie ihr meine Söhne sejd."

Einen gransigen Tod fand ein zweijähriges Kind in

Siemianowik in Westpreußen. Das Kind wurde von seiner Mutter gebadet, die aber gleichzeitig eine Besorgung in einem Laden machen wollte. Um das Wasser warm zu halten, stellte sie in sträflichem Seichtsinn die Badewanne mit dem darin sizenden Kinde auf die Mitte des Küchenofens, in welchem Feuer brannte. Unterwegs wurde die Frau von Freundinnen in ein interessantes Gespräch verwickelt, so daß sie Kind und Badewasser vergaß! Als die junge Mutter nach etwa einer halben Stunde in die Wohnung zurück­fehrte, erwartete sie ein schrecklicher Anblick: das Wasser in der Badewane siedete und darin lag das Kind- buchstäb­als Leiche. lich gekocht!

Die Genickstarre in Oberschlesien fordert immer weitere Opfer. In Königshütte sind in der vorigen Woche 18 Kinder und ein Erwachsener an der Epidemie gestorben.

Sumpfpflanzen. In Oberschöneweide wurde ein 22jähriges Dienstmädchen Mutter eines Knaben. Der Vater des unehelichen Kindes konnte nicht ermittelt werden. Gestern behauptete das Mädchen, der Sohn ihres Dienst­herrn sei der Vater ihres Kindes. Dieser zählt aber erst 13 Sommer. Wegen Verführung eines Minderjährigen wurde jetzt das Mädchen in Haft genommen.

200 000 Mark unterschlagen. Rechtsanwalt Schoeppe in Eisenberg, Ratsherr und stellvertretender Bürgermeister, wurde wegen Veruntreuungen in der Höhe von mehr als 200 000 Marf verhaftet. Die Verhaftung erregt in Eisen­berg und Umgegend ungeheures Aufsehen.

Im Mühlengetriebe zermalmt. Der Mühlenbesitzer Jasing in Stroit( Kreis Gandersheim) geriet in das Ge­triebe seiner Windmühle und wurde von der Welle mehrere Male herumgeschleudert. Sein Körper wurde dabei buch­stäblich in Stücke gerissen, so daß der Tod sofort erfolgte. Brandkatastrophe im Newyorker Ghetto. Bei dem Brande eines Mietshauses in der Allen- Straße im öftlichen

Teile von Newyork ist gestern eine große Anzahl Personen ums Leben gekommen. Neunzehn Leichen sind bereits aufgefunden, viele werden noch vermißt. Die Opfer sind zum größten Teil polnische Israeliten.

Die Bubonenpest in Chile. Nach einer Meldung aus Valparaiso soll in Port Piſagua( Provinz Tarapaca) die Bubonenpest ausgebrochen sein, an der mehrere hun­dert Personen gestorben sind. Die Bewohner felen die Stadt verlassen haben.

Der Landwirt

fo Ginwirkung der Palmkernfütterung an die Butter. Ein für Landwirte beachtenswertes Urteil fällte die Naumburger Strafkammer. Eine Gutsbesitzersehefrau bei Zei's war wegen Butterfälschung zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Sie legte Rivision ein und wurde nach einem Gut­achten des Professors Holdefleiß- Halle mit der Begründung freigesprochen, daß die Beschaffenheit der Butter von mit Balmfernfuchen gefütterten Kühen eine feſtere Form an: nehme, der Margarine ähnlich werde und nur durch ganz genaue Untersuchungsmethoden von dieser zu unter­scheiden sei.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Der Konkurrent. Ein Mineralwasserfabrikant in Fürth hatte Flaschen seiner Konkurrenten für sein Ge­schäft benutzt. Die Straffammer verurteilte ihn wegen Ver­gehens gegen den Warenzeichenschutz zu 150 Mark Geld­ftrafe.

§ Ein junger Raubmörder. Das Schwurgericht in Kös­lin verurteilte den jugendlichen Arbeiter Gustav Pomme­rening wegen Raubmordes an dem Bäckergesellen Riblitz zu 19 Jahren Zuchthaus.

§ Ein gefährlicher Erfinder. In Odessa fand eine Schwur­gerichtsverhandlung statt gegen einen gewissen Sergei Buchalo, den Geschäftsführer der technischen Sektion des bessarabischen Gouvernements- Landschaftsamtes. Buchalo hatte nämlich ein Paket im Werte von 30 000 RbI. zur Post gegeben, das auf dem Postamte erplodierte und zwei Be­amte verlegte. Buchalo erklärte sich schuldig. Er habe auf diesem Wege die Aufmerksamkeit der Regierung auf sich lenken wollen, da sein an das Marineressort gesandtes Projekt einer sich selbst fortbewegenden Mine. durch das seiner Meinung nach die Rettung der Flotte zu erwarten war, keine Würdigung gefunden hatte. Vor dem Gerichts­hof gelangte eine Zuſchrift des Ministeriums zur Verlesung, das sich mit der Erfindung Buchalos befaßte. In der Zu­schrift heißt es, das Projekt offenbare reiche Kenntnisse und viel Scharfsinn, es sei zwar noch nicht genügend ausgear­beitet, doch könnte der Erfinder bei sorgfältigem Studium der Flotte eine neue sehr wertvolle Waffe bieten. Die Ge­schworenen verneinten infolgedessen die Schuldfrage.

Lokales.

15. März 1905. K Der Großherzog und die Großherzogin werden am 16. März von Rußland in Darmstadt wieder eintreffen.

( 2) Gießener Pferdemarkt Lotterie. Die Lose des am 22. März stattfindenden Pferdemarktes in Gießen finden guten Absah. Als Haupttreffer sind vorgesehen: 1 bierfißiges Selbsttutschier Bhäton nebst Pferd und komplettem silberplattiertem Geschirr, 1 viersißiger Jagdwagen nebst Pferd und komplettem vernifelten Brustblattgeschirr, 1 Lauter­bacher Wagen mit Kutschierbock nebst Pferd und Kummet geschirr, sowie 7 Pferde und Fohlen. Der Generalvertrieb der Lose ist Herrn Richard Buchacker- Gießen übertragen und fönnen Lose direkt oder durch die von demselben eingerichteten Verkaufsstellen bezogen werden.

RB Am 1. April wird in Neurode eine von der Reichsbankstelle in Schweidniß abhängige Reichsbank­nebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.

K Aus Oberhessen, 14. März.( Hochwasser). Die Nidder ist infolge der Niederschläge der letzten Zeit über ihre Ufer getreten und hat weite Strecken von Windecken bis Gronau überflutet. Die Nidder, die zu Beginn der Woche das Gebiet von Großfarben bis Vilbel unter Wasser gesetzt hatte, ist seit gestern Abend gefallen und in ihre Ufer zurückgetreten. Aus Hußdorf wird gemeldet, daß der Wasserstand der Fulda heute früh 2,10 Mtr. und der Pegel an der Ohm bei Ober­Ofletden 2,25 mtr. zeigte.

(§) Großen- Linden, 14. März. Die hiesige Eisenbahn­haltestelle wird mit 1. April d. I. zu einer Station umgewandelt.

) Großen- Linden, 13. Mäcz. Gestern Abend wurden auf der Straße nach Klein- Linden zwei hiesige Burschen von vier Burschen aus Klein- Linden überfallen und mit gefähr­lichen Werkzeugen, Messern und Lattenstücken schwer miß­handelt. Die jugendlichen Raufbolde sind erfannt und bereits angezeigt.

moart!"

K Wetzlar, 14. März. Pst- pft."-Moark, Sie sind da die Langschnäbel. Am 11. März schoß Förster Bender zu Forsthaus Langegrund die erste Schnepfe( sie zog laut) und am 12. März Jagdbeständer Volt im Walde von Bistirchen ebenfalls die erste. *

der Vorsitzende der Prüfungs- Komission für Zahnärzte, en nannt. Zum ersten Vorsitzenden wurde der seitherige Stell vertreter Herr Dr. D. Köhler- Darmstadt gewählt.

** Darmstadt, 14. März. Die 3. Sigung de VII. ordentlichen evangelischen Landessynode wurd heute Morgen 10 Uhr durch Präsident D. Stamm eröffnet Nachdem das Eröffnungsgebet gesprochen, teilt Präsiden D. Stamm laut Darmst. 8tg. mit, daß das Bureau dem roßherzog die Glückwünsche der Synode übermittelt habe und regt an, anläßlich der Vermählung des hohen Landes. herrn ein Adresse an Ihre Königlichen Hoheiten zu richten Der Vorschlag fommt morgen zur Beratung. Das Gese über die Abänderung des Kirchengesetzes vom 23. Jun 1891 betreffend die Verseßung der evangelischen Geistlichen findet nach Debatte unveränderte Annahme. Eine weiter Borlage betrifft einen Geseßentwurf, die allgemeine geistlid Witwenkaffe und bezweckt die Erhöhung der Witwengehalt von 900 auf 1000 Mt. und eine entsprechende Erhöhung

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der Waisengelder. Von 7 Synodalen wird der Antrag ge 70 000 zur stellt, die Witwengehalte auf 1200 Mt. zu erhöhen. Hier eraten erfichtli

über entsteht eine längere Debatte, in der Oberkonsistorial präsident D. Buchner diesen Antrag aus finanziellen Gründen für unannehmbar erklärt. An der Debatte beteiligen sich Syn. Joft- Bechtheim, Oberkonsistorialrat Nebel, die Syn. Wahl­Schli, Wahl- Langen und Hildebrand- Echzell. Schließlich zieht Syn. Jost den Antrag zurück, worauf die einzelnen Paragraphen unveränderte Annahme finden. Antrag des Syn. Wagner- Grünberg, Witwengehalte im voraus zahlbar sind, wird angenommen. Die Vorlage Großh. Oberfonsistoriums, die Auszahlung der Pfarrgehalte betreffend, findet unveränderte Annahme. Die Vorlage schreibt monatliche Vorauszahlung der Gehalte vor, Hierauf werden die weiteren Verhandlungen auf Mittwoch Vormittag 9 Uhr vertagt.

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23 Die Herren

Maria Friedhammer. Drama in 3 Aufzügen von Heinrich Lilienfein. Schwarz in Schwarz fließt es durch alle Atte hindurch zusammen und in dieser Nacht, welche die Schatten der alleinfelig rachenden Kirche über ein Familienglück breiten, Spengler stirbt alles blühende Leben dahin. Der protestantische Dorf­finb zur Ausfüh schullehrer hat eine katholische Frau heimgeführt und zwanzig das Gas- und Jahre lang trübt kein Stäubchen die Ehe. Dann tritt aber angen bom 29. das Verhängnis in das Haus: die beiden Kinder werden Herr Gccari auf das Krantenlager geworfen, von dem der Sohn sich immungen bom nicht wieder erhebt. Diesen Moment benußt der Bruder som Anlagen der Frau, ein Kaplan, um die durch die Schläge hart mit- wart zugelassen. genommene Schwester in seinen Schrauben- und Bangengeist Wir bringe zu spannen, indem er ihr in dem Unglück die strafende unter dem Anfi Hand des Himmels zeigt, weil seine Kirche den Bund nicht welche Anlagen gesegnet. Als Sühneopfer fordert er ihr letztes Kind, ihre wert und das G Maria. Das arme Weib sträubt sich gegen das un Baränderungen geheuerliche Verlangen, doch findet es keine Kraft, die Maschen eure vornehmen zu zerreißen, die die Kirche um die Tochter knüpft. Der felboen bon uns Lm.annehmlichkeit Kaplan redet Maria eifrig ins Gewissen, den Schleier zu nehmen. Sie zögert, fämpft mit sich, sie liebt den Gießen, d protestantischen Pfarrer Welsch, aber schließlich stürzt sie davon, Groß um sich in den Schoß der Kirche zu flüchten, dieweil der Sturm unheilschwangere Wetterwolfen gegen das Zenith hinaufjagt. Bald nach ihrem Fortgange tritt ihr Vater von einem Spazier gange heimkehrend ins Zimmer. Es entspinnt sich zwischen ihm und seiner Gattin ein Gespräch, in dessen Verlauf er erkennt, daß er sie und die Tochter verloren, weil sie nicht Geist von seinem Geiste sind, der sich den niedrigen Fesseln menschlicher Institutionen entwunden und nur in der schöpferischen Kraft der Natur die Liebe als seinen Gott verehrt. Einsam schreitet er auf und ab, draußen raft der Sturm mit voller Bucht. Plößlich beginnen die Kirchen­glocken zu läuten, ein Menschenfind hat den Weg bei dem Unwetter verfehlt. Da öffnet sich die Thür und herein trägt man Maria auf einer Wahre. Der Pfarrer Welsch fand sie, als das Lebenslicht verglomm und sie ihm nur noch ihre Liebe gestehen fonnte. Der Vater findet durch dieses Ge­ſtändnis die Tochter wieder und auch mit der Gattin söhnt

er sich aus, indem sie sich zu seiner Weltanschauung befehrt. Der Konflikt wird dadurch aber nicht gelöst und man wendet sich unbefriedigt von dem Stücke ab, das von ganz falschen psychologischen Voraussetzungen ausgeht.

Die Darstellung war eine recht gute. Fräulein Lilly Donecker vom Hoftheater Mannheim gab die Titelrolle in gut durchdachtem Spiel. Mit feiner, vornehmer Zurück­baltung wußte sie die Loslösung von der Welt darzustellen. Trefflich ausgearbeitet hatte auch Herr Lippert seinen Schul­lehrer Friedhammer, wenn er auch vereinzelt in Versuchung geriet, den Charakter Friedhammers zu sehr als völlig ver gohrenen Wein zu behandeln. Frau Gartner war als Frau Afra wieder sehr wirkungsvoll, mit echter Kraft wußt sie die plötzlichen leidenschaftlichen Ausbrüche heraus zutreiben, versagte dagegen manchmal, wenn diese Ausbrüche weniger unvermittelt herangeführt wurden, indem sie die Etappen nicht immer innehielt und infolgedessen sich zu früh

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Dillenburg, 10. März. Die Kreise Dillenburg, verausgabte. Aber abgesehen von diesen fleinen Seiten Dungen gege Oberwesterwald, Biedenkopf, Westerburg und Oberlahn sprüngen, gab sie ihre Afra recht natürlich. Ein fein

werden mit dem 1. April d. Js. zu einem neuen Meliorationsbezirk bereinigt werden. Die ge­nannten Kreise gehörten seither zu dem Bauamt Wiesbaden. Der Sitz des neuen Bauamts wird Dillenburg. K Vilbel, 14 März. Im hiesigen Walde wurden zwei junge Leute von hier erwischt, die Singvögel mittelst Leimruten fingen.

K Frankfurt a. M.( Heu- und Strohmarkt.) Man notierte: Heu 3,20-3,50 Mt., Stroh 2,30-2,40 Mt. Alles per 50 Kilo. Tendenz: Fest.

s Darmstadt, 14 März. Zum Ehrenvorsißenden des Vereins Hessischer Zahnärzte wurde der langjährige Vor­sigende des Vereins Herr Dr. G. W. Koch in Gießen,

gearbeitetes Stück charakteristischer Darstellung war der Kaplan des Herrn Giorgi, der den Finsterling mit festen, markanten Strichen und doch weisem Maßhalten hinzuzeichnen wußte, während Herr Sandorff mehr die mühsam niedergehaltene Leidenschaft des Pfarrers Welsch hätte betonen müssen. Erwähnung verdienen auch noch Herr Linzen, der als Schultheiß Stemmer einen richtigen Poltergeist und Bauern Pharisäer auf die Bühne brachte, und Herr Conradi, der den ergrauten Pfarrer Liebrecht in recht ehrwürdiger Weise zu verförpern wußte. Auch die Regie des Herrn Direktor Steingo etter hatte feine Mühe gescheut und so quittierte das Publikum denn auch dankend mit reichem Beifall die gute Darstellung.

G. H.

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Gießen,

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