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intonierte die Gießener Regimentsmusit die Hessen hymne. Zum Empfange waren Fürst Karl von Solms- HohensolmsLich nebst Gemahlin erschienen. In dem Empfangstempel begrüßte Bürgermeister Heller das Großh rzogliche Baar namens der Stadt Lich und brachte in furzen Worten das Hoch auf dieses aus, in welches die dichtgedrängte Menschenmenge begeistert einstimmte. Bei der Abfahrt brach das Bublifum gleichfalls in brausende Hurrahrufe aus. Nach der Vorbeifahrt ordneten sich die Vereine zum Festzug durch die Großherzogin nochmals am Fenster zeigten. Die Stadt selbst prangte im schönsten Festkleide, jedes Haus war mit Flaggen und Kränzen geschmückt. An Eingang zur Stadt hatte man eine prächtige Ehrenpforte mit der Inschrift „ Heil unserm Fürsten paare, errichtet. Ueber den Initialen E. 2. E. war eine Krone geflochten. Die Abreise nach Darmstadt erfolgt Donnerstag Nachmittag 2 Uhr.
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Redner gestern Abend beibrachte, fann man sich schon ganz lebhaft den hessischen Bauern formen, wie er leibt und lebt und spottet. Wie viel Reichtum an Volkstümlichkeit aber noch wild draußen auf dem Felde wächst und bislang nicht zu einer zusammenhängenden Betrachtung abgeerntet wurde, zeigte die noch manchen Spottvers und-Namen hervorbringende lebhafte Debatte, die dem Vortrage folgte. Es wäre unserem Volkstum wirklich ein unschäzbarer Dienst erwiesen, wenn ein über die Kraftmittel gebietender Dichter in Mecklenburg einst es getan!
Idenburg, wie Bolizeilasten. Das Kapitel wird mit 137000 r. in Aus- Stadt und das Schloß, woselbst sich der Großherzog und aufstünde und Beschlag auf den Stoff legte, wie Frit Reuter
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gaben genehmigt. Ebenso Ropitel 34, Arbeitshaus in Dieburg, mit 64 135 Mt. in Ausgaben und 32 185 Mf. in Einnahmen. Kap. 35. Kirche, wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, die erklären, jede Religionsgemein 483 321 Mt. Ausgaben genehmigt. Bei Kapitel 36, Landesuniversität bespricht Abg. Braun den landwirtschaftlichen Wetterdienst der Landesuniversität, den auch die Regierung anerkannt. habe. Die Gießener Wetterstation leiste für die Landwirtschaft Vorzügliches und habe durchschnittlich 90 Prozent Treffer. Ohne staatliche Unterstüßung sei das Institut nicht zu halten. Ministerialrat
Lokales.
15. Februar 1905.
PA Wie uns mitgeteilt wird, ist es in letzter Beit wiederholt vorgekommen, daß seitens der Vereinsvorstände, welche bei Theatervorstellungen oder Sonstigen Vereinsfeierlichkeiten eine Uberwachung durch Feuerwehrleute wünschten, oder solche auf polizeiliche Anordnung zuziehen mußten, der städtische Branddirektor so spät hierum ersucht worden ist, daß es nur mit Schwierigkeiten gelang, die notwendige Zahl von Feuerwehrleuten rechtzeitig zur Verfügung zu stellen. Wir machen deshalb alle Interessenten, ( Wirte, Bereinsvorstände 2c), darauf aufmerkſam, daß in Zufunft frühzeitig und mindeſtens einen Tag vor der betreffenden Feftlichkeit der Branddirektor unter Angabe der Anzahl der benötigten Feuerwehrleute benachrichtigt sein muß, andern
GH. Gestern Abend veranstaltete die Ortsgruppe Gießen der hessischen Vereinigung für Boltskunde im Café Ebel ihren 4. Mitglieder- Abend. Zu Beginn teilte der Vorsitzende mit, daß die Vereinigung dem Großherzoglichen Paare zur Vermählung ein Huldigungstelegramm übermittelt habe und darauf folgende Antwort telegraphisch eingelaufen sei:
** Der Hessische Verband der Spenglerme ift er und Installateure teilt uns mit, daß am kommenden Sonntag, den 19. ds. Mts., in Darmstadt, Restaurant Sitte, Karlsstraße, präzis vormittags 11 Uhr eine Ausschuß- Sizung stattfindet, die besonders den Zweck hat, über den in diesem Jahr stattfindenden Verbandstag in Gießen eingehende Beratungen zu führen; des ferneren sollen die organisatorischen Verhältnisse des Verbandes zu eingehenden Darlegungen in dieser Sigung Veranlassung geben. Die Tagesordnung überhaupt ist sehr reichhaltig und Spengler und Installateur Handwerks nicht verschlt haben, auf diese Tagung, wozu auch sämtliche Ausschußmitglieder der Bezirksvereinigungen des Verbandes eingeladen sind, an dieser Stelle aufmerksam gemacht zu haben.
von großer Wichtigkeit, und möchten wir im Interesse des
3wecks Weiterführung der Bahn MarburgDreihausen auf hessischem Gebiet werden gegenwärtig in den Gemarkungen Weitershain und Bernsfeld Vermessungen vorgenommen. Danach wäre zu schließen, daß der Anschluß an die oberhessische Linte in Mücke erfolgen wird. Die neue Strecke erschließt eine lagern. Gegend, in welcher noch größere Mengen Eisensteine
** Laubach. In seiner legten Sigung verhandelte der Gemeinderat über das von der Firma Bolf& Co. in Frankfurt gemachte Anerbieten bezüglich der Errichtung einer Badeanstalt, zugleich gedenkt genannte Firma damit auch die Einrichtung einer Gasbeleuchtung zu ver binden. Im übrigen hat sich die Beleuchtung mit Benoidgas im Gasthause zum Schüßenhof" durchaus bewährt. Bei dem immermehr sich verschlechternden Petroleum sehnt Der hessischen Vereinigung für Volkskunde für Glücksich jedermann nach einer besseren Lichtquelle, sowohl an den wünsche herzlichsten Dank. Winterabenden im Hause, als auch draußen auf den Straßen der Stadt.
Weber sagt Unterstügung zu und hofft, daß der Wetterdienst Hessen erhalten bleibe. Abg. Köhler wünscht eine Angliederung des Wetterdienstes an das Landwirtschaftliche Justitut in Gießen. Das Kapitel wird mit 1 219 420 Mt. in Ausgaben und 368 720 Mt. in Einnahmen genehmigt. Kapitel 37. Technische Hochschule in Darmstadt, wird mit 663 713 Mt. in Ausgaben und 475 938 Mt. in Einnahmen bewilligt. Bei Kapitel 38, Gymnasien, Realgymnasien und Realschulen fordert der Abg. Dr. Darid eine Untersuchung über die Zustände auf dem Gymnasium zu Gießen, dessen Direktor man beschuldigt, daß er jede Autorität hinsichtlich seines Verhaltens bei Lehrern und Schülern eingebüßt habe. Während seiner Amtsführung seien Dinge ge- falls dem Ersuchen nicht Rechnung getragen werden kann. schehen, die jede Disziplin auf den Kopf steller. Ministerialrat Nothnagel bezeichnet die Anschuldigungen als falsch und teilt mit, daß die Regierung schon vor einem Jahre eine Untersuchung eingeleitet habe. Die Verbreiter der anonymen Unschuldigungen wurden nicht gefunden und die Untersuchung verl ef ergebnislos. Er bezeichnet das ganze als eine feige, gemeine und hinterlistige Denunziation. Abgg. v. Brentano und Köyler bedauern, daß man einen pflichttreuen Beamten so beschimpfe, wo soll da die Schaffensfreudigkeit herkommen? So weit sei es gekommen, daß jeder Denunziant einen Abgeordneten als Sprachrohr benüßt, um denselben irrig belehren zu fönnen. Er zweifle teinen Augenblick, daß man Dr. David falsch berichtet habe. Dr. Schädel sei in Offenbach ein sehr guter Lehrer gewesen, warum jetzt nicht in Gießen? Ministerialrat Eisenhuth verteidigt Dr. Schädel, er sei ein Opfer der Intrigue verschiedener Kreise. Ein angesehener Mann werde auf diese Weise heruntergemacht, ohne daß man einen Schein von Beweis vorbringe. In weiten Kreisen der Bevölkerung sei die Meinung verbreitet, man müsse sich in solchen Fällen nur an die Sozialdemokraten wenden, die gingen scharf vor und der Mann fliege heraus. Dabei hat man aber die Absicht, mit diesem die Regierung einzuschüchtern. Hierauf vertagt sich das Haus auf Mittwoch Vormittag.
Die Fahrt des Großherzoglichen Paares von Romrod nach Lich.
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Unser( Korrespondent schreibt: 14. Februar 1905. Heute Nachmittag 2.15 Uhr erfolgte auf Station BellRomrod die Abfahrt des Großherzoglichen Paares. Bahnhof war von einer tausendföpfigen Voltsmenge aus der gesamten Umgegend besetzt. Als der Sonderzug fich langsam in Bewegung setzte, erscholen brausende Hurrahrufe, der Großherzog stand om geöffneten Fenster und winkte dem Bolte lächelnd zu. Die Fahrt des hohen Paares durch Oberhessen war auf allen Station der Strecke Fulda- Gießen bekannt geworden, überall hatte sich viel Publifum angesammelt, um das Herrscherpaar zu begrüßen, besonders war dies in Niedergemünden, Grünberg und Reiskirchen der Fall. Der Großherzog stand fast die ganze Fahrt am Fenster. In Gießen traf der Sonderzug um 3.25 Uhr ein, auch hier war das Publikum am Bahnhof erschienen. Alsbald setzte sich der Zug nach Lich in Bewegung, wo er um 3.55 Uhr einlief. Hier hatte man am Bahnhof einen prächtigen Empfangstempel errichtet, geschmückt mit Flaggen und Rosen und den verschlungenen Namenszügen des Großherzoglichen Paares. An diesem Tempel hatten Bürgermeister Heller, Beigeordneter Dörmer, der Stadtvorstand und die Feftjungfrauen Auftellung genommen. Vom Bahnhof bis zum Schlosse bildeten die Kriegervereine des Hassia- Bezits Lich, der Turn- und Gesangverein aus Lich und die Böglinge der Bräparandenanstalt Spalier. Bei der Einfahrt des Zuges
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Ernst Ludwig und Eleonore. Sodann gab der Vorsigende das Wort an Herrn Pfarrer Schulte- Beuern zu seinem Vortrage über„ Spottnamen und Spottverse in den Kreisen Lanterbach, Alsfeld und Gießen" ab. Die Neckerei und Spötterei liege dem Volte im Blut und ganz besonders, so führte Redner aus, habe die Spottluft im oberh ssischen Bolte eine Heimat gefunden. Schon in den Kindern sprühe der Teufel Spott und manche kleine Absonderlichkeit vom Kindesauge an Gestalt oder Kleiderschnitt des Schulkameraden entdeckt und in ein Wißwort ausgemünzt, habe diesem schon oft einen Spottnamen eingetragen, der zeitlebens an ihm haften bleibe. Ueberhaupt sei das Spiel mit Personen- und Familiennamen im hohen Schwunge. Ein Kaufmann, der ein gemischtes Warengeschäft betreibe, werde an einem Drte beispielsweise der Meister Allerhand" und ein jüdischer Abkömmling " Schmul" und seine Gattin„ die Schmulsen" genannt. Aber mit den Namen allein habe es nicht sein Bewenden, es würden vielmehr außerdem noch völlige Spottgedichte und Anekdoten auf ganze Dörfer, Städte und Bezirke ins Leben gerufen. Der Hütejunge des einen Dorfes singe auf das andere und erhalte von dorther prompt die Antwort zurück. Aber nicht nur die Ortschaften verspotten einander, sondern auch die Konfeffionen begrüßen sich nach dem Referenten recht liebenswürdig als" Protestantische Dickföppe" und" Ratholische Kreuzföppe". Aber trotz dieses üppigen Wucher des Spottes soll er sich auf dem Rückgange befinden und seine älteren Gebilde nur noch von der Spinnstube eifrig gehütet werben. Herr Pfarrer Schulte ging sodann noch auf die Erklärung einiger Spottnamen für ganze Ortschaften ein. Die Freiensteiner wären z. B. mit dem vielsagenden Titel Mondstürmer" bedacht worden, weil sie einst den aufgehenden Mond, den sie für ein Schadenfeuer hielten, lösen wollten, und die Appenröder mit Walfischfänger", weil sie vor Zeiten einmal einen Fisch gefangen, den sie nicht kannten. Man ersieht schen hieraus, daß diese Streiche große Aehnlichkeit mit den Schwänken haben, die man von Schilda oder Schöppenstedt sich erzählt. Und in der Tat sind diese Geschichten mit ihren Variationen das unbestrittenste Eigentum der Volksseele. Als Freigut flattert der Faden durch das goldige Sonnenlicht des Volkstums, bis er irgendwo an dem Dornengeftrüpp des Spottes hängen bleibt und mit seinen Neßen die arme Mücke zu umstricken beginnt, denn ohne Ansehen der Person schwingt die Spottluft ihre Geißel und läßt ihre Hiebe sowohl auf den Rücken des Reichen wie des Armen herabsausen. Aus dem reichen Material, das der
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Gießen, den 14. Februar 1905. Die Ehefrau des Taglöhners Friedrich Hedrich von Wallenrod wurde wegen Urkundenfälschung und Betrugs Sie hat sich als zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Chefrau des im Riebeſel'schen Walde beim Holzfällen verunglückten Arbeiters Greb vorgestellt und indem sie die Not ihrer Familie in den grellsten Farben schilderte um Unterflüßung gebeten, die ihr von dem Forstmeister Gulefeld in Höhe von 5 Mt. gewährt wurde und deren Empfang fie mit dem Namen der Ehefrau des verunglückten Greb bestätigte. Es wurde straferschwerend berücksichtigt, daß die Angeklagte die Not des einen und Mildtätigkeit des andern zu ihren strafbaren Handlungen benußte. Der Photograph Heinrich Nickel zu Bad Nauheim ist wegen Bestechung unter Antlage gestellt. Da er zum Termin nicht erschien wurde Vorführungsbefehl gegen ihn erlassen. Der Kutscher Karl Preising von Bad Nauheim ist mit seinem Gefährt nicht rechtzeitig ausgewichen was einen Zusammenstoß mit einem Handkarren zur Folge hatte, dessen Führer beiseite geschleudert wurde und eine Quetschung erlitt. Der Angeklagte wurde wegen fahrlässiger Rörperverlegung zu 10 Mt. Geldstrafe verurteilt.- Zum Schlusse wurde über die Berufung der Staatsanwaltschaft, welche gegen ein Urteil des Schöffengerichts Alsfeld ist, verhandelt. Rechtsanwalt Dornseiff in Alefeld hatte in seiner Hofraite einen Hinterbau errichten lassen, ohne im Besize eines revidierten Bauplans zu sein. Er wurde nebst verschiedenen Handwerksmeistern mit Strafbefehl in Höhe von 9 Mt. bedacht, auf dessen Einspruch Freisprechung erfolgte. Das Berufungsgegericht hob dieses Erkenntnis auf und verurteilte den Eigentümer sowohl als auch die Bauhandwerker zu je 3 Mart Geldstrafe.
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Voraussichtliche Bitterung in Hessen für Donnerstag, den 16. Februar. Vorübergehend etwas aufheiternd, später wieder Trübung und geringe Regenfälle, allgemein mild. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.)
Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, betde zu Gießen.
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