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* Die nationalliberale Fraktion des Reichstags beabsich tigt, die Schaffung einer mit richterlicher Unabhängigkeit ausgestatteten Reichsbehörde zur Entscheidung von Beschwer­den in Zollangelegenheiten zu beantragen. Die Behörde soll ihre Funktionen beginnen, sobald der neue Zolltarif( mit den neuen Handelsverträgen) in Kraft tritt. Mit allen Ver­tragsstaaten, Rußland ausgenommen, sind, wie man weiß, internationale Schiedsgerichte für Zollstreitigkeiten vorge­sehen. Die in Rede stehende Reichsbehörde würde bei Be­schwerden gegen Entscheidungen der Landesfinanzbehörden zuständig sein. Das Verfahren soll dem bei dem Verwal­tungsstreitverfahren üblichen ähnlich sein. Man erinnert sich, daß nach dem Inkrafttreten der jezigen Handelsverträge vor etwa zwölf Jahren die Zollkuriosa" eine große und nicht eben erquickliche Rolle gespielt haben. Der Wiederholung dieser Erscheinung will der nationalliberale Antrag vorbeugen. Belgien.

König Leopold von Belgien will, wie bekannt, der Ver­heiratung der Prinzessin Clementine mit dem Prinzen Viftor Napoleon die Zustimmung nicht geben. Er hat, um ein Hindernis oder wenigstens eine Schwierigkeit zu schaffen, nach Paris die Suggestivfrage gerichtet, ob man dort die The seiner Tochter mit dem Bonapartisten- Prätendenten nicht ungern sehen würde. Die Antwort aber bestand unerwar­teterweise in der formellen Versicherung des Präsidenten Loubet und des Ministers Delcassé, daß ihnen die geplante Ehe der Prinzessin Clementine vollkommen gleichgültig sei. König Leopold wird nun nach anderen Gründen Umschau halten müssen. Er behauptet, deren sehr schwerwiegender ,, privater Natur" zu haben. Sehr glücklich ist König Leo­pold in seiner Familie jedenfalls nicht.

Heer und flotte.

Ein nener weittragender Torpedo. Wie aus Fiume ge­meldet wird, wurde in der dortigen Torpedofabrik zum ersten mal seit Erfindung dieser mörderischen Waffe ein Torpedo auf 4000 Meter Distanz mit bestem Erfolg lanciert. Dies wurde zufolge einer Verbesserung an dem Richtungsregulator erreicht. Das überraschende Resultat erregt in technischen Kreisen Aufsehen.

Ein türkischer Offizier in der deutschen Marine. Unter den auf der Station Mürnik in nächster Zeit eintreffenden Fähnrichen zur See befindet sich auch ein türkischer Offizier, der türkische Leutnant z. S. Ahmed Salich Bey. Er ent­siammt einer der hervorragendsten türkischen Familien. Sein Vater ist Gouverneur von Hedschas und sein Schwie­gervater Mustapha Sefir- Pascha Generalinspekteur der tür­fischen Artillerie und Chef des Militärbildungswesens. Leut­nant Ahmed hat bereits die Militärschule in Konstantinopel besucht und sich dann ein Jahr in Berlin aufgehalten, um die deutsche Sprache zu erlernen. Auf Wunsch des Sultans gestattete der Kaiser ihm den Eintritt in die deutsche Ma­rine, der er seit 1903 zuerst als Seekadett und seit einem Jahre als Fähnrich zur See angehört.

Deutfcher Reichstag.

freuzen, die dem Kriegsrat in Tokio zur Disposition stehen vird. Die Ausführung der geplanten chinesischen Flotte, ihr Bau und ihre moderne Ausrüstung wird sicher in pekuniärer Beziehung die geringsten Schwierigkeiten machen. Denn das Reich der Mitte verfügt über unerschöpfliche Hilfsquellen.

( 141. Sigung.) CB. Berlin, 14. Februar. Wenn gestern abend um 8 ihr, nachdem der Zentrums­abgeordnete Dr. Heim eine große Rede beendet hatte, in der er den Vorwurf erhob, von den Handelsverträgen würden in der Hauptsache die Großgrundbesizer, nicht in gleichem Maße die Bauern den Vorteil haben nicht nur die Sigung, sondern auch die Debatte geschlossen worden wäre, so hätte dies der Gründlichkeit der Beratung keinen Eintrag getan. Irgendwelche neuen Argunmente für oder wieder wurden heute nicht mehr beigebracht. Müde und langweilig schleppten sich während der ersten Stunden die Erörterungen hin. Weder der Sozialdemokrat Herbert, noch der Nationalliberale Dr. Blankenhorn, noch auch der württembergische Minister Pischek vermochten auf die Dauer die Aufmerksamkeit zu fesseln. Erst der Abg. Dr. Stöcker vermochte es, die Lust der Herren Abgeordneten an Privat­gesprächen siegreich zu bekämpfen; er hatte das Ohr des Hauses, weil er wenigstens in formvollendeter Weise den landwirtschaftsfreundlichen Standpunkt der Rechten noch einmal darlegte. Der Antisemit Bruhn hingegen tat das. selbe in so derber Art, daß er sich eine Rüge von seiten des gerade amtierenden Vizepräsidenten Grafen von Stolberg­Wernigerode zuzog. Sehr lebhaft wurde es während der folgenden Rede des Abg. v. Gerlach von der freisinnigen Vereinigung. Seine Aeußerungen riefen bei der Mehrheit so oft Gelächter und Widerspruch hervor, daß schließlich Gras Ballestrem zu seinem Schuße eingreifen mußte. Er fat es mit den stürmische Heiterkeit erregenden Worten: Meine Herren! Ich bitte Sie, die Unterbrechungen zu lassen, Sie halten nur das Geschäft auf!

Chinefifthe Seerüftungen.

London, 14. Februar.

Die einzige Frage bleibt, ob der japanische Einfluß oder richtiger der Einfluß der japanischen Partei in Peking stark genug sein wird, um diese großen Marine- Pläne zur Aus­führung bringen zu lassen.

Nah und Fern.

Der Newyorker Blaubart Hoch benimmt sich mit der größten Frechheit und Kaltblütigkeit, trogdem die Unter­suchung gegen ihn immer mehr erdrückendes Material zutage fördert. So machte er beispielsweise von der relativen Freiheit, welche man ihm im Polizeigefangenhause als Unter­juchungshäftling gewährt, Gebrauch, uns einer Wärterin da­selbst, namens Ahlbeck, den Hof und ihr schon nach Furzem Gespräche einen Heiratsantrag zu machen. Hoch äußerte zu der Wärterin, daß er bestimmt auf seine Frei­sprechung rechne, obgleich er allerdings etwas zu häufig" geheiratet habe, und daß er dann hoffe, eine Tournée durch Nordamerika zu unternehmen, um sich gegen hohes Eintritts­geld sehen zu lassen. Dieses vom Polizei- Inspektor Sheppn bestätigte Vorkommnis im Chicagoer Gefangenhause wird aber noch durch den Heiratsantrag in Schatten gestellt, den eine der von Hoch verlassenen Frauen, wie sich jetzt heraus­stellt, seinerzeit erhielt. Hoch bot dieser nämlich noch während des Leichenbegängnisses ihrer Schwester, die gleichfalls die Gattin Hochs gewesen war, die Hand zum Ehebunde, und kurz darauf fand die Hochzeit statt, nach welcher Hoch ihr mit sicbenhundert Dollars durchging.

Die Erfolge der Japaner auf dem Kriegsschauplaze in Ostasien lassen die Pläne zum Zusammenschluß der gelben Rasse festere Gestalt gewinnen. Unter japanischer Leitung soll eine Neugestaltung der chinesischen Marine erfolgen. Es ist anzunehmen, daß, wie es stets im ostasiatischen Inselreiche geschieht, dem Plane die Ausführung auf dem Fuße folgt.

Schiffskatastrophen. Wie erst jetzt entdeckt wurde, ist der russische Schoner Anna Marie" in der Nacht zum 11. 3. M. südlich von Grundsunda bei Gothenburg aufgelaufen. Der Schoner zerschellte an den Klippen; doch gelang es der aus 7 Mann bestehenden Besatzung, sich auf Wrackstücken auf eine Klippe zu retten. Hier wurden sie erst nach drei Tagen bemerkt. Als ein Boot die Klippe erreichte, waren bereits zwei Mann der Besagung infolge der Kälte gestorben, ein dritter war ertrunken.

Japanischem Einflusse ist es gelungen, das Augenmerk des Prinzen Bulim, der China auf der Weltausstellung in St. Louis vertrat, auf die Wichtigkeit einer starken chinesischen Seemacht hinzuweisen. Zu dem Zwecke soll ein besonderes Marineministerium in Pefing gebildet werden, das sich in Drganisation, Terminologie und allen Einrichtungen eng an die japanische Marine anlehnt. Das letztere Moment ist be­sonders zu beachten; zeigt es doch die geheimen Absichten, die Japan bei dem Unternehmen leiten. Es soll auch ein chine­fischer Beamter nach Tokio gehen, um einschlägige Studien zu machen und einen höheren japanischen Marineoffizier als Berater anwerben. Dann sollen zunächst eine Reihe von Flottenstationen errichtet werden, die alle der Zentralbehörde in Tientsin unterstehen. Jede Station erhält eine Marine­Schule, an der fremde Marineoffiziere die angehenden chine­sischen Admirale in der Nautik und im Seefriegswesen unter­richten. Schließlich soll neben der aktiven Flotte eine Marine­Reserve errichtet werden.

Der japanische Dampfer Natorigawa" rannte während eines dichten Nebels gegen die neuen Hafenanlagen in Osako und ging unter. 91 Personen sind ertrunken.

Im Bergwerk verschüttet. Im Crednerschacht beim Orte Ober- Röblingen( in der Nähe von Eisleben) wurden 7 Bergleute verschüttet. Fünf wurden gerettet, einer ist ge­tötei und einer schwer verletzt.

Wenn dieser gewaltige Plan verwirklicht ist, dann wird neben der japanischen Flotte, die soeben ihren Befähigungs­nachweis in glänzender Weise abgelegt hat, eine zweite, wo­möglich noch stärkere Seemacht das chinesische Meer durch­

Ein Lehrling mit der Meisterin durchgegangen. So unglaublich es flingt, daß ein Lehrling mit seiner Meisterin fund davon geht, in dem böhmischen Orte Schandau bei attau hat der Bäckerlehrling Alois Mattuscheck dieses nststück fertig gebracht. Er ist in Begleitung der Frau Lines Lehrherrn Jahoda flüchtig geworden. Das ungleiche ciebespaar ist glücklich nach Amerika entkommen. An Bar­mitteln fehlt es ihnen nicht, die Frau hat vor ihrem Ver­sowinden die Kasse ihres Mannes bis auf den letzten Heller geleert.

Der Reichskanzler als Millionen- Erbe. Durch die Blätter geht eine Notiz, derzufolge dem Reichskanzler Grafen Bülow von dem Großkaufmann Godefroy in Hamburg die Summe von 3 bis 4 Millionen Mark vermacht sein sollen. Bislang ist noch keine Bestätigung dieser Meldung ver­öffentlicht.

Die Pocken in Berlin. Unter dem Verdacht, an Bocken erkrankt zu sein, ist der Kanzlist Tack in Berlin mit seiner Frau, seinen sieben Kindern und zwei Plätterinnen, die bei der Frau Tack in Arbeit standen, in die Charité gebracht. Die Untersuchung wird ergeben, ob echte asiatische Bocken borliegen oder ob es sich nur um Windpocken handelt.

Dämon Alkohol. In Aachen stieß der frühere Post­unterbeamte Haas, ein dem Trunke stark ergebener Mensch, seiner Frau und seinem Sohn im Streit einen Dolch in den Unterleib aus Wut darüber, daß sie ihm kein Geld zu Schnaps geben wollten. Die Frau ringt mit dem Tode, während die Verwundung des Sohnes nicht besonders schwer ist. Haas wurde verhaftet.

antworten. Der Verteidiger machte geltend, dieses Spiel könne nicht als Glücksspiel in Betracht kommen, da durch den Ruhstratprozeß festgestellt sei, daß selbst Pokern" nicht zu den Glücksspielen zähle. Demgegenüber bemerkte Ober­amtsrichter Damköhler als Vorsitzender: daß Pofern kein Glücksspiel sei, sei die persönliche Ansicht des Ministers Nuhstrat, der er z. B. nicht beitrete. Das Urteil lautete auf 20 Mark.

Areicher beim Se würden. Das S Ausgabe genehm 90 700 in halt Abg. Röh der Bürgermeist ralfam, während Der polnischen wünscht für bie Bolizeilaften. 2 gaben genehmig Dieburg, mit 6 in Einnahmen. der Sozialdem Shaft habe 483 321 Landesuni wirtschaftlicher Die Regierung

§ Der Meineidsprozeß gegen den Kellner Meyer- Olden­burg wird, dem Vernehmen nach, in Bückeburg zur Verhand­lung kommen, weil sowohl für die Residenz Oldenburg, wie für Bückeburg ein gemeinschaftliches Oberlandesgericht be­steht und, wie schon gemeldet, sämtliche Richter des Olden­burgischen Landgerichts in diesem Prozesse als Zeugen vor­geschlagen sind. Das Bückeburger Gericht wird nun zunächst zu entscheiden haben, ob fahrlässiger Falscheid oder missent­licher Meineid anzunehmen ist; im ersteren Falle wird die Angelegenheit vor die Strafkammer, im lekteren vor das Schwurgericht gewiesen werden.

Eine fabrikmäßige Fälschung von Wandergewerbe­scheinen für galizische Händler ist in Hannover entdeckt wor den. Nach den bisherigen Feststellungen sind für etwa 20 000 Mark gefälschte Wandergewerbescheine an galizische Händler verkauft und von diesen zum großen Teile in gutem Glauben an die Echtheit der Wandergewerbescheine auch benutzt worden.

Eine Ehetragödie hat sich in der Münchener Gesellschaft abgespielt. Der dort lebende Freiherr v. Roman gab auf seine Gattin fünf Revolverschüsse ab, ohne sie indes ernstlich zu verwunden. Hierauf tötete er sich durch einen Schuß in den Kopf. Eheliche Zerwürfnisse sollen das Motiv zu der traurigen Tat gewesen sein.

Erinnerungen an die Treber- Affäre. In dem Konkurse des Kaufmanns Otto, früheren Aufsichtsratsmitglieds der Rasseler Trebertrocknungs- Gesellschaften, beträgt die Schul­denmasse rund 3 Millionen. An die Gläubiger werden 55 Pfg. auf je 100 Mk. zur Verteilung gelangen. Die Gläu biger des ehemaligen Generaldirektors der Trebertrocknungs­Gesellschaften Adolf Schmidt werden für je 100 Mt. ihrer Forderungen 60 Pfg. erhalten. So wird aus Kassel ge­meldet.

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Tages- Chronik. Aus der Dresdener Gemäldegalerie wurde ein Gemälde Hohenfels gestohlen; es stellt eine Land­schaft dar. Das Bild war mit einem wertvollen goldenen Rahmen versehen.

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Vermischtes.

=[ Dr. Hahn und die Löwen im Zirkus Busch.] Viel belacht wurde während der Verhandlungen des Bundes der Landwirte im Zirkus Busch zu Berlin das Eingreifen der hinter den Kulissen befindlichen Löwen in die Debatte. Sie unterstrichen die Beifallsstürme, die sich nach besonders tref­fenden Pointen erhoben, durch ihr donnerndes Gebrüll. Be­sondere Heiterkeit erregte ihr andauernder Lärm, als Graf Reventlom bedauerte, daß Hahn dem Reichstag fern bleiben müsse und dabei sagte: Wenn dieser Hahn krähte, mehrfach frähte, dann pflegten unsere Gegner hinauszugehen, und sie weinten bitterlich." Man erinnerte sich unwillkürlich der alten Fabel, wonach das Krähen des Hahnes auch den König der Tiere in eilige Flucht schlagen soll.

Die Inhaberin des Apollotheaters in Hannover, Witwe Rentiere Engelbrecht, hat sich wegen großer Geldverluste an diesem Unternehmen erhängt.

Hus dem Gerichtsfaal

§ Ein Offizier wegen Fahnenflucht verurteilt. Das Neisser Kriegsgericht der zwölften Division verurteilte den Leut­nant Walter vom Bezirkskommando in Ratibor wegen Fah­nenflucht und Unterschlagung zu einem Jahre drei Mona­ten Gefängnis und Ausstoßung aus dem Heere. Drei Mo­nate wurden auf die Untersuchungshaft angerechnet.

=[ Die Abstempelung der Verheirateten".] Eine son. derbare Bekanntmachung hat eine Münchener Behörde er­lassen. Im Rosentalschulhause ist die folgende Bekannt­machung angebracht: Die Abstempelung der Verheirateten findet nur mehr von 9 bis 3 Uhr statt." Die Bekannt­machung hat Bezug auf die den Arbeitslosen Münchens zu gewährende Unterstüßung. Daß den Verheirateten unter den Arbeitslosen aber auch noch zugemutet wird, sich abstem­peln zu lassen, ist geradezu unmenschlich. Oder sollte viel­leicht die Münchener Behörde nur die Abstempelung der Unterstügungskarten gemeint haben? Dann hätte sie sich aber doch etwas deutlicher ausdrücken sollen.

§ Ein Braunschweiger Richter über das Pokern. Vor dem Braunschweiger Schöffengericht sollte sich ein Restaura­teur wegen Duldung des Mauschelns ohne Aßzwang" ver­

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=[ Eine Luftfahrt über den Aermelkanal] hat der fran­zösische Aeronaut Jaques Faure glücklich durchgeführt. Er brauchte zu der Strecke London- Paris, die der schnellste Zug, der Nord- Erpreß, in 6 Stunden und 50 Minuten zurücklegt, nur 6 Stunden und 30 Minuten.

[ Jaques I., der Kaiser des Saharareiches,] ist von einem Pariser Bureau für Lieferung von Zeitungs­ausschnitten" auf Zahlung von 2537 Francs verklagt wor den. Er hat sich von dem Bureau mehrere Wochen lang Ausschnitte liefern lassen, um genau zu erfahren, was die Leute von ihm halten. Nun, da er genau weiß, daß man ihn für verrückt hält, hat er für den Mann, der ihm die Quelle seines Wissens erschloß, nicht ein paar lumpige Tausendfrancsscheine übrig.

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[ Studenten als Hausmädchen.] Die Rustin- Univer sität in Illinois hat wegen finanzieller Schwierigkeiten das Dienstpersonal entlassen. Nun müssen die Studenten selbst kochen, Feuer anzünden, Reinemachen usw. Wenn dabei mur das Studium nicht zu kurz kommt, kann den jungen Leuten diese kleine Abwechselung nicht schaden. Ein rechter Mann muß sich in allen Lebenslagen zu helfen wissen.

[ Eine elektrische Bäckerei- Anlage,] die erste dieses Systems auf dem Kontinent, wurde in Bregenz- Rieden er­richtet. Dieselbe wurde kürzlich von einer größeren Abtei­lung des Konsumvereins Basel praktisch einer Probe unter­zogen. Die Basler brachten ihr eigenes Mehl und ihre eige­nen Bäcker mit sich, um sicher zu beurteilen, ob das geschätzte Basler Brot richtig in einem elektrischen Ofen hergestellt werden kann. Das Resultat war ein ausgezeichnetes.

=[ Der Mikado und General Nogi.] Von einem feinen Zug echt menschlichen Mitgefühls seitens des Mikado wissen englische Blätter zu berichten. Er soll dem Sieger von Port Arthur, General Nogi, der während des Krieges seine beiden einzigen Söhne und schließlich auch seinen Neffen, der an deren Statt sein Erbe werden sollte, unter den russischen Kugeln verbluten lassen mußte, die Erziehung der drei fleinen Söhne des Kronprinzen zu übertragen gedenken. In den Sprößlingen seines Herrscherhauses, so ist der zarte Gedanke, der den Mikado dabei leitet, wird der alte, feiner Söhne beraubte Mann Trost für seinen Kummer und neue Hoffnung für seinen Lebenswinter finden.

Kunft und Wiffenfchaft.

LG. Ein nenes Drama Tolstois. Graf Leo Tolstoi hat ein neues Drama Hinter den Kulissen des Krieges" geschrieben, welches im Petersburger Alexandra- Theater aufgeführt wer­den sollte. Es ist selbstverständlich, daß Tolstoi nach seiner Fekannten Weltanschauung und angesichts der russischen Miz­stände in seinem Drama den Krieg auf das schärfste verur­teilt. Die dramatische Zensur hielt die Aufführung des Dramas daher für gefährlich und belegte das Stück mit strengem Verbot. Tolstoi hat sein Werk nunmehr nach Mün­chen gesandt und stellt es allen europäischen Bühnen zur freien Verfügung.

Hessischer Landtag.

s Darmstadt, den 14. Februar. Vor Eintritt in die Tagesordnung verlas der Kammer­präsident Haas eine Botschaft des Großherzogs, in welcher derselbe dem Haus seine Vermählung anzeigt. Es folgt dann die Forts zung der Buget- Beratung und tritt bei Rapitel 31 Gendarmerie der Abg. Hirschel für eine leichtere Sommerkleidung der Gendarmen ein. Ministerialrat Best teilt mit, daß die Regierung an eine Reorganisation der Gendarmerieuniformen herangetreten sei. Abg. Ulrich tritt für eine größere Freiheit der Gendarmen am Sonntag ein. Abg. Bär will als Zusatz zur Litewka einen leichten Mantel hinzugefügt haben und wünscht außerdem Beseitigung der Helme und der blanken Knöpfe, da hierdurch die Land­

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