bietsteilen auf, ohne deren vorherige Bewilligung an eine Maroffokonferenz gar nicht zu denken sei. Dem Sultan gegenüber wendet man von seiten Frankreichs gelinde Pressionen an, indem man durch Algerien keine Waffen und Munition mehr für ihn durchläßt. Man sieht, auch ohne Delcassé dauern die Intriguen weiter an, wenn auch nicht mehr auf offener Szene, so doch hinter den Kulissen.
Amerika.
Die Handelsinteressen Amerikas in China sind im letzten Jahrzehnt ständig gewachsen. Die amerikanisch- asiatische Gesellschaft, die sich ihre Förderung zur Aufgabe gemacht hat, ist jetzt von neuem beim Präsidenten Roosevelt durch eine Deputation vorstellig geworden, ihren Zielen tatkräf= tige Unterstützung argedeihen zu lassen. Ob sie mit ihrer Bitte um weniger strenge Anwendung der die Chineseneinwanderung in Amerika verbietenden Gesetze Erfolg haben wird, ist fraglich. Sonst aber kann die Abordnung gewiß sein, daß die Zusage des Präsidenten, er werde die Angelegenheit mit den Beamten der in Betracht kommenden MiPräsident nisterien beraten, keine leere Formel sein wird. Moosevelt hat seit langem schon die Ausdehnung der Schifffahrt und des Handels der Union in jenen Gegenden im Auge und wird sie energisch weiter vertreten.
Hof und Gesellschaft.
Der Kaiser gedenkt am 17. Juni in Hannover einzutreffen, das Königs- Ulanen- Regiment zu besichtigen und bei der Feier des Waterloo- Tages inmitten des Offiziertorps seines hannoverschen Leibregiments anwesend zu sein.
Für einen Erweiterungsbau der deutschen Heilstätte in Davos hat der Kaiser die Summe von 30 000 Mark gespendet.
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Für den verstorbenen Fürsten Leopold von Hohenzollern fand in der Hedwigskirche in Berlin eine Trauerfeier statt. Der Kaiser wohnte dem feierlichen Afte bei und schritt dann als erster im Leichenkondukt, der sich zum Anhalter Bahnhof bewegte. Von dort wurden die sterblichen Ueberreste des Fürsten nach Hohenzollern übergeführt.
*** Erzherzog Josef von Oesterreich ist in Fiume im Alter von 72 Jahren gestorben. Er war der Sohn des im Jahre 1847 verstorbenen Erzherzogs Josef, Palatius von Ungarn. Er erfreute sich in Ungarn, wo er als Oberkommandant der Honved- Armee( der ungarischen Landwehr) lebte, allgemeiner Beliebtheit.
Soziales Leben.
[] Der Lohnkampf im Baugewerbe des rheinisch- westfälischen Industriegebiets ist auf Aussperrung der organisierten Arbeiter, etwa 30 000 an der Zahl, durch den Arbeitgeberverband zurückzuführen. Der Beschluß dieser Aussperrung tar bereits vor längerer Zeit erfolgt, und demgemäß hatten die Arbeiter vor 14 Tagen ihre Kündigung erhalten.
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Nab und Fern.
27 000 Mark gestohlen. In der Nacht zum zweiten Pfingstfeiertage brachen Diebe in das Kassenlokal des Verbandes der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer ein. Die Spizbuben öffneten den Geldschrank mit Hilfe von Stichflammen und nahmen den vorhandenen Barvorrat 27 000 Mark in Gold und Silber an sich. Von den Tätern fehlt vorläufig jede Spur.
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O Ein Dorf niedergebrannt. In dem Dorfe Schule in Vorpommern zerstörte eine Feuersbrunst achtzehn Wohnhäuser nebst Inventar. 24 Zuchtpferde sind in den Flammen umgekommen. Es herrscht große Not. Das Entstehen des Feuers wird auf Brandstiftung zurückgeführt.
Zehn Menschen verbrannt. In Groß- Montau, Kreis Marienburg, brach am Dienstag Morgen in einer Arbeiterbaracke Feuer aus. 10 russische Arbeiter werden vermißt; sie sind anscheinend sämtlich verbrannt. Drei Leichen wurden aus den Trümmern geborgen. Sieben Arbeiter wurden schwer verletzt in das Krankenhaus eingeliefert.
Nathaniel Rothschild 7. In Wien ist der Bruder des Chefs der Firma S. M. von Nothschild, Nathaniel Rothschild, am Dienstag gestorben. Der Verstorbene war in Wien eine sehr bekannte Persönlichkeit, doch verbrachte er den größten Teil des Jahres im Süden, da er leidend war. Er erfreute sich großen Ansehens wegen seiner Wohltätigfeit. Für eine Klinik stiftete er vor zwei Jahren zwei Millionen Kronen.
Den Sohn erschlagen. In der Erregung über die Ungeratenheit seines Kindes ist der Korbmacher Weinand in Hirschheid bei Eger zum Mörder des eigenen Sohnes geworden. Der im 13. Lebensjahre stehende Junge schwänzte die Schule und verübte verschiedene Diebstähle. So stahl er ein Fahrrad und war deshalb verhaftet worden. Als er wieder entlassen wurde, übermannte den Vater der Zorn. Er schlug den Jungen mit einer Schaufel und traf ihn so unglücklich, daß der Bursche tot zusammenstürzte. Weinand stellte sich dem Gericht.
Lustmord an einer Gouvernante. In der Nähe der Stadt Nanterre in Frankreich wurde die englische Gouvernante Miz Kari ermordet aufgefunden. Sie war erst vor wenigen Wochen in Frankreich angekommen und bei einem Privatier in Nanterre in Stellung. Es liegt ein Lustmord vor.
Was bringen unfere Kolonien? Naturprodukte und Bodenschätze in Deutschafrika. Ueber den Wert der deutschen Kolonien in Südafrika ist viel hin und her gestritten worden. Man kann ruhig annehmen, daß überschwängliche Hoffnung auf der einen Seite ebensowohl über das Ziel hinausschoß, wie andererseits der jeden Wert ableugnende Pessimismus nicht am Plate war. Bei ruhiger objektiver Abwägung läßt sich nicht leugnen, daß auf verschiedenen Gebieten zweifellose Fortschritte zu berzeichnen sind. So haben die Baumwoll- Unternehmungen in den Schutzgebieten günstige Entwickelung gefunden. Das folonial- wirtschaftliche Komitee stellt fest, daß der bis jetzt geschaffene Produktionswert etwa 4 Millionen Mark beträgt. Das ist allerdings im Verhältnis zum Bedarf nicht viel. Nach Deutschland wurden im letzten Jahre für 400 Millionen Mark Baumwolle eingefühi!. Davon nahm Amerifa mit 300 Mill nen Mark den Löwenanteil für sich. Tatsächlich aber sind in den Kolonien große zum Baumwollbau geeignete Ländereien vorhanden und es wird mit bollem Eifer an der Kultivierung zu diesem Zwecke gearbeitet. In Togo ist die Baumwollkultur als Volksfultur gesichert. Die Eingeborenen haben mit dem Anbau von Baumwolle in großem Umfange begonnen. Zweckmäßige Bahnwege werden die Ausfuhr fördern. DeutschOstafrika verspricht sehr viel für den Baumwollanbau. An der Tangabahn, der Mündung des Nufidjiflusses, in der Umgegend von Dar es Salaam und bei Kilwa sind gute Ernten erzielt worden. Viele hundert Hektar brauchbaren Landes harren auf die Bearbeitung. Der Süden der KoIonie wird wegen der günstigen Witterungverhältnisse vor allen Dingen in Frage kommen. Man hofft darauf, daß in einigen Jahren für mehrere Millionen Mark Baumwolle zu verschiffen sein wird.
Mord und Selbstmord. In Zara in Dalmatien erscho der Finanzkonzipist Ritter von Böhm seinen Vorgesetzten Oberfinanzrat Rossini im Büreau. Dann richtete er den Revolver gegen sich selbst und tötete sich. Der Konzipist war furz vorher wegen Unfähigkeit aus dem Dienste entlassen worden.
Ansehnliche Petroleumquellen sind am Fuße des Kamerungebirges entdeckt worden. Es hat sich ein Konsortium zur Ausbeutung bereits gebildet. In vier Meter Tiefe stößt man auf Quellen von solcher Stärke, daß die arbeitenden Leute infolge der starken Gasausströmung immer nur wenige Minuten graben können. Das gewonnene Petroleum soll an Güte dem rumänischen gleichkommen.
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PC Der internationale botanische Kongres wurde in Wien eröffnet. Zahlreiche fremde Regierungen, darunter auch die deutsche, sind amtlich vertreten. Zur Hauptsache wird sich der Kongreß mit der botanischen Namengebung befassen.
A Neuer Ausbruch des Mont Pelé. Der feuerspeiende Berg auf Martinique, der die gräßliche Katastrophe im vorigen Jahre verursachte, ist wieder in lebhafter Tätigkeit. Am 3. Juni schoß eine hohe Flamme empor; dann war der Berg bis zum 10. Juni still. Am Sonnabend leuchtete die Kuppel im Feuer auf; am Sonntag früh stürzte die Kuppel zusammen, weißer Schlamm floß ins Tal herab, und eine etwa 800 Meter hohe Rauchsäule stieg empor.
GR Der 15. deutsche Geographentag ist am Pfingstdienstage in Danzig eröffnet worden. Aus allen Teilen des Reiches sind die Fachgelehrten erschienen, als Vertreter der Staatsbehörden Oberpräsident Delbrück. Der Kongreß wird sich im wesentlichen mit der deutschen Südpolar- Expedition beschäftigen.
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Vermischtes.
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boten in einem anhaltischen Städtchen wollten etwas von dem schönen Sommerwetter haben. Sie teilten dies ihrem Verleger mit, und so war die in Frage kommende Zeitung gezwungen: ihren Lesern folgendes mitzuteilen: ,, Am Montag sind unsere Zeitungsausträger bei einer Landpartie, einem Ausfluge, beschäftigt und können daher erst am Dienstag die Zeitung austragen." Das gute Publikum wartete also geduldig auf seine Zeitung bis zum nächsten Tage. Das sind doch noch gemütliche Zustände in unserer sonst so eilfertig dahinhastenden Zeit.
[ Die Landpartie der Zeitungsträger.] Die Zeitungsmache, 2. Die i
A Aus einem Berliner Spielklub. Sensationelle Enthüllungen, mit denen sich bereits die Staatsanwaltschaft beschäftigt, sind in einem Spielklub aus einer der vornehmsten Straßen Berlins bekannt geworden. Der geschäftliche Leiter des Klubs, der ein Honorar von 18 000 Mark bezog, wurde seitens des Vorstandes von seinem Amte suspendiert, weil ihm gravierende Dinge nachgesagt werden. Der Beschuldigte bezeichnet alles als üble Nachrede und erhebt seinerseits Anschuldigungen gegen ein anderes Mitglied des Klubs. Bei dem Spiel wurden riesige Umsätze erzielt. Allein an Kartengeldern sind in einem Jahre 596 000 Mark vereinnahmt. Eine Reihe gut situierter Berliner Kaufleute sollen bereits in peinliche Verlegenheiten geraten sein, und es werden für das gerichtliche Verfahren Aufsehen erregende Enthüllungen vorausgesetzt.
Ueber die Kupfererzgebiete in Deutsch- Südwestafrika sind in letzter Zeit beachtenswerte Aufschlüsse getommen. Zwischen Swakopmund und Kuiseb, wo die Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika das Grubenrecht besitzt, finden sich ansehnliche Lagerstätten von Erzen. Kurz dem Ausbruch des Aufstandes wurden aus den Mutungen bei Otjosonjati z. B. 50 Tonnen Erz in der Oferhütte am Hanz verhüttet mit einer Ausbeute von reichlich 26 Prozent reinem Kupfer. Die Otjosonjatiberge liegen etwa 60 Kilometer von Okahandja, und dienten bei Beginn des Aufstandes besonders als Schlupfwinkel der Hereros. Gegenwärtig ruht wegen der Unruhen der Betrieb vollständig. Schon kurz unter der Oberfläche weisen die Gänge, von denen einige 20 aufgeschlossen sind, zuweilen ausgezeichnete Erzführung auf.
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[ Das Ende des Artisten.] Im Seebad Hastings fand ein Gartenfest statt, bei dem tausende Zuschauer anwesens waren. Der Drahtseilkünstler Hermann Davidson schritt über ein sechzig Fuß vom Erdboden gespanntes Drahtseil. In der Mitte wollte er sich niedersehen, verlor aber das Gleichgewicht und stürzte in die Tiefe. Die Leiche war total zerschmettert. Das Publikum war vom Schreck wie gelähmt. Viele Frauen wurden ohnmächtig. Die risetzung des Festes wurde sofort abgesagt.
Greueltaten tschechischer Soldaten. In Borek bei Brandeis in Böhmen wurde bei einer Rauferei im Tanzsaale ein Soldat von der Garnison in Altbunzlau durch Messerstiche verlegt. Seine Kameraden schwuren, an den Zivilisten Rache zu nehmen, und etwa 20 betrunkene Infanteristen zogen von Borek nach Brandeis. Wer ihnen in den Weg kam, wurde durch Säbel- oder Bajonettstiche verlegt. Zunächst wurde der Schmied Kowar, dann der Arbeiter Janda und ein Sägewerksarbeiter auf der Straße niedergestochen. Besonders schlimm erging es dem Ehepaar Hauptvogel, das schrecklich mißhandelt wurde. Ein Radfahrer aus Prag wurde vom Rad gerissen und mehrfach gestochen. Auch noch mehrere andere Personen wurden verlegt.
Allem Anschein nach kann Deutsch- Südwestafrika ein Kupferland von großer Bedeutung werden. Zunächst ist natürlich die vollständige Beruhigung des Landes und dann die nötige Kapitalisierung notwendig.
Reilemäntel.
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( Von unserer ständigen Korrespondentin.) Ob man eine große Reise unternimmt, ob man nur für menige Tage auf Land oder an die See geht, man muß mit seiner Toilette gerüstet sein. Unterwegs hat man weder Zeit noch Lust, sich mit Nähen und Reparieren zu befassen. Darum muß man sich mit Kleidern versehen für die verschiedensten Zwecke, die Strapazen vertragen können. Aber man muß auch darauf bedacht sein, nicht zuviel Ballaſt mit sich herumzuschleppen. Unsere gegenwärtige Mode hat eine Eigentümlichkeit, die sie kaum mit einer früheren teilt: Alte und junge Damen kleiden sich sehr wenig unterschiedlich. In unserer Zeit liegt das Bestreben, jung zu sein und zu bleiben. Daher gibt in der Mode die Jugend den Ton an. Infolgedessen ist für die Reise das Jackenkleid Norm. Die bekannten langen und furzen Formen werden getragen entweder zum Rocke dem Stoffe nach passend, also als sostüm, oder in einer abstechenden Farbe, in„ Leutnantsblau" oder bordeaurot, zu einem schwarz- weiß karierten oder weißen Rock. Solche abstechenden Jacken weisen meistens Frackschnitt auf und ähneln tatsächlich dem Feierkleide des Mannes, dem Berufskleide des Kellners.
A Wetterfatastrophe am Bosporus. Am Pfingsttage ging in Konstantinopel ein Wolkenbruch nieder. Gleichzeitig tobte eine Windhose in den am Bosporus gelegenen Vororten. Zahlreiche Häuser wurden beschädigt, einige sind eingestürzt. Mehrere einheimische Schiffe erlitten Beschädigungen, eine Anzahl Barken sind untergegangen. Auch in Gärten und Feldern ist der Schaden sehr groß. Der Sultan leitete sofort ein umfassendes Hilfswerf ein. Montag wütete ein starker Hagelsturm, bei dem taubeneiergroße Eisstücke niederfielen. Der Schaden ist sehr groß.
Hochwasserverwüstungen in Amerika. Der aus den Ufern getretene Mississippi hat an verschiedenen Bahnstrecken große Schäden angerichtet, die auf etwa eine Million Doll. berechnet werden. Ebensogroß wird der den Saaten in der dortigen Gegend zugefügte Schaden geschätzt. Eine Anzahl Personen werden vermißt, sie dürften in den Fluten umgefemmen sein.
Tageschronik. Die Kellnerin Ida Schwede wurde in Görlig von ihrem Geliebten aus Eifersucht ermordet.
En Wolkenbruch ging in der Eifel nieder. In Hallschlag ertranken zwei zwei Kinder, in Kyll stürzte ein Haus ein, die Felder sind schwer beschädigt.
Neben den verschiedenen Jacken sind die zahlreichen Mäntelarten näher zu betrachten. Wer längere Reisen unternimmt, muß wohl oder übel einen sogenannten Staubmantel in den Kreis seiner Betrachtungen ziehen. Bei der großen Verliebe für Bast fertigt man die ausgesprochenen Reisemäntel aus diesem Gewebe an. Es ist dem seidenschimmern den Gummi, der neuerdings so leicht und in einem leuchten. den schönen Blau hergestellt wird, vorzuziehen, weil in den heißen Tagen Rohseide viel leichter und kühler beim Tragen ist. An der See, wo man stark gegen den Wind zu kämpfen hat, wird sich der Gummimantel stets bewähren. Alle diese Mäntel, gleichgültig aus welchem Stoff, haben Empireform. Bestehen sie aus Stoff, d. h. nicht aus Kautschuk, besetzt man fie mit Spizen. Gummimäntel haben eng geschlossene Manschetten, damit der Staub nicht hineindringt; die Seidenoder Alpakamäntel werden mit offenen von Volants umgrenzten Manichetten gearbeitet, aus denen Spitzen quellen. Außer diesen ziemlich faltigen, langen Mänteln hat die diesjährige Mode noch eine ganze Reihe von manielähnlichen Umhängen hervorgebracht. Sie sind viel kürzer, daher leichter und vielleicht bequemer. Es sind entweder Capes cus hellem Tuch oder die sogenannten Havelocks. Diese unterscheiden sich von den Capes durch eingeschnittene Aermellöcher, die von einem zipfelartigen, langen Kragen bedeckt werden. Solche Mäntel eignen sich weniger für die Fahrt selbst, als für Spaziergänge bei kühlerem Wetter am Brunnen oder am Strande. Dagegen sind die noch immer halblangen Sackpaletots als Reisemäntel zu betrachten. Elecante Damen legen bei der herrschenden Mode der weißen Farbe über weiße Tuchkleider weiße mit weißer Seide gefütterte Havelocks aus leichtem Tuch an. Oftmals wird ein solcher furzer Mantel mit weißseidenen Blenden besetzt. Eine der. artige Toilette wirkt sehr schik und kommt wesentlich für Modebäder in Betracht.
In Fedderwardergroden( Oldenburg) fand man die Frau de Bur in ihrem Bette ermordet auf.
Ein Schutzmann wurde in Hannover von drei Naufbolden auf offener Straße niedergestochen.
Kunft und Wiffenfchaft.
KB Lenau- Denkmal. In dem Geburtsore des unglücklichen Dichters, der südungarischen Gemeinde Cjatad, wurde ein Denkmal Lenaus feierlich enthüllt. Bei der Enthüllung wurden Ansprachen in ungarischer und deutscher Sprache gehalten.
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Ein weniger modisches Bild bietet die Frau, die in die Alpen geht, mit der Absicht, zu klettern. Sie wird von keinem der hier beschriebenen Mäntel oder Umhänge Gebrauch machen können. Sie hüllt sich in ein Lodentuch, das an den bier Zinfeln mit Snöpfen und Knopflöchern versehen ist, so daß es nach Belieben hoch geknöpft werden kann. Als noch praktischer erweist sich ein Lodencape, das einen ganz eigenartigen Schnitt hat, nämlich in seiner Mitte ein großes Loch, durch welches man den Mantel über den Kopf zieht. Zu dieser seltsamen aber höchst empfehlenswerten Hülle gehört ein Capuchon, das an einer Schnur um das Cape gebunden wird und bei eintretender Kälte oder bei Regen über den Kopf gezogen wird. Das ganze Gewand nennt sich Koken.
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Zur Zeit, als die Wanderungen in den Alpen anfingen po- Dienstzeit beim pulär zu werden, konnte man einen Roken nur in Mün- mindestens 33 chen oder Tirol selbst kaufen. Jetzt aber findet man ihn in unter Vo noch einem wärmeren Gegenstand, mit einer gestrickten Weite, bi 5. Juli 1
allen großen Städten. Die Alpensteigerin könnte sich mit
versorgen, mit einer solchen, die im Handel unter der Bezeichnung ,, knitted west" vorrätig ist. In allen Farben sind sie zu haben und zeichnen sich vor den altmodischen gestrickten Westen durch größere Zierlichkeit und hübschere Machart aus. Es war soviel von den Mänteln dieser Saison zu sagen, daß wir das Thema des Reisekleids in dem nächsten Bericht besprechen müssen. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß Damen, die in den heißesten Tagen nicht gern ohne Umbang aus gehen, lose Jacken aus Taffet oder längere Mäntel aus Etamin oder Seidengase auf Seide gefüttert, wählen.
Emma Reichen.
10 und 12 Uhr
Gießen,
Seiden
Fertige seide Deutsch
M Seident
43 Leip
Mechani


