offenbar vielfach seien. Es genüge völlig, daß sie nicht miẞhandelt werden.
Tatsache ist, daß die Russen im Lande überall eine ebenso freundliche Aufnahme gefunden haben, wie sie ihrerseits da, wo sie ausnahmsweise mit der Bevölkerung in Berührung kommen, sich freundlich zeigen. In Nagoya, wo die höheren Offiziere der Armee und Marine untergebracht sind, spielen die Burschendienste verrichtenden cis- und transuralischen Riesen mit den Kindern der kleinen Japaner, als wenn es ihre eigenen Kinder wären. Sie nehmen sie auf Arm, Rücken und Schulter, streichen ihnen das glatte Haar noch glatter, spiele: Haschen" mit ihnen, schenken ihnen Kupfermünzen und tun, als wenn sie zu Hause wären.
In Osaka liegen 23 000 russische Gefangene von Port Arthur," so schreiben die Zeitungen. Und das ist richtig bis auf die Ortsangabe, die genauer bei Osaka" lauten würde. Man hat nämlich von Osaka einige Stationen zu fahren, bis mat nach Tengatschaia kommt; dort sind 15 000 Mann nebst Offizieren in einem großen Barackenlager untergebracht, an dessen Vollendung noch gearbeitet wird. Die Baracken stehen in Reihen parallel nebeneinander und sind durch gedeckte Gänge verbunden. Um das ganze Lager zieht sich ein hoher Pallisadenzaun. Im Innern stehen zahlreiche Posten mit geladenem Gewehr, draußen Schußleute. Von Tengatschaia führt die Bahn zunächst zu dem Badeort Sakai und dann, zwei Stationen weiter, nach Hamadera, wo an Baracken gearbeite: wird, die 8000 Gefangenen aber vorläufig in 500 Belten untergebracht sind. Jedes Zelt, in dessen Mitte ein großer Tisch steht, beherbergt 16 Gefangene. Diese gewähren ein höchst interessantes Bild. Die meisten sind groß und fräftig, vieie bärtig, es gibt aber auch kleine schmächtige Gestalten mii bartlosen Gesichtern. Das Kopfhaar geht durch die ganze Farbenskala von hellblond bis schwarz, und ebenso bunt ist die Kopfbedeckung und der Anzug. Marine-, Infanterie- und Kosakenmüßen und Kleidungsstücke treffen sogar an ein und demselben Körper zusammen. Hier ein Mariner mit Kosakenüße und dort ein Infanterist mit Marinemüße. Die Müßen haben jedenfalls manchen Zivil- und Kriegssturm durchgemacht, und jeder ist froh gewesen, daß er noch mit einer Kopfbedeckung hat reisen können. Die Röcke find längst erhaben über jeden Althändler, und die Hosen schreien nach Ablösung.
Bei alledem sind die Mannschaften in vorzüglicher Stimmung. Des Krieges satt und müde, leben sie jetzt in mildem Klima bei guter Kost und gut gefülltem Geldbeutel. Dank ihrer im allgemeinen kräftigen Natur haben sie sich rasch erholt und sehen gesund und frisch aus. Die einen ergößen sich im Freien am Spiel mit kleinen Kegeln und Kugeln, die durchaus nicht regelmäßig und kunstvoll gedrechselt sind. Die Kegel widersprechen den stereometrischen Anforderungen sogar ganz und könnten eher rechtwinklige Bauhölzer genannt werden. Aber nitschewo“,„ das macht nichts"; es geht auch so. Andere werfen mit kleinen Sandjacken in einen Kreis, ähnlich wie unsere deutschen Kinder mit Bohnen und Steinen spielen. Wieder andere spielen Karte oder werfen Kupfermünzen in die Höhe mit dem Ruf „ Bild oder Schrift", und wer verliert, der ruft nitschewo!" Alles ist glücklich wie die Kinder. Als die Kolonie eben eröffnet war, benutzten japanische Kleinhändler die GeIegenheit, um sich zu bereichern. Sie brachten den in Port Arthur an Entbehrungen und hohe Preise gewöhnten Truppen unter anderm Orangen und Zigaretten. Für drei Orangen, die in Japan durchschnittlich 3 Sen kosten, nahmen sie 60 Sen und für 10 Zigaretten, die mit 6 Sen verkauft werden, 1 Yen( oder 2 Mark). Sobald jedoch die Militärverwaltung davon Kenntnis erhielt, wurde den Händlern der Zutritt verboten und eine Kantine eingerichtet, in der die notwendigen Genußmittel nun für den gewöhn lichen Preis oder gar noch billiger verkauft werden.
Man kann also hier mit gutem Grunde sagen: Ein fideles Gefängnis! Wer acht Monate mit Repetiergewehren, Handgranaten, Feld- und Belagerungsartillerie behandelt ist, der freut sich, wenn er nach überstandenen Leiden die Nachfur unter dem klaren Winterhimmel Japans durchmachen kann. Schon bei der Durchfahrt durch Djaka schwenkten die Gefangenen in den Wagen freudig die Müzen und riefen Hurra, besonders wenn sie einen Ausländer fahen.
Die inneren ruffifchen Wirren.
Petersburg, 13. März. Die Nihilisten, die soeben durch die unbeabsichtigte Bombenerplosion im Hotel garni Bristol unfreiwillig die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt haben, sind anderweitig mit bewußter Absicht recht auffällig tätig. Ihre Proklamationen überschwemmen förmlich das Land. Sie verbreiten jetzt, daß sie einen allgemeinen bewaffneten Volksaufstand hervorrufen wollen. Eines ihrer wirksamsten Agitationsmittel ist der Hinweis auf den opferreichen Krieg, dem die Teilnahme des Volkes in keiner Art zugewandt werden kann und dem man, nicht mit Unrecht, eine Verschärfung der wirtschaftlichen Krise zuschreibt. Sehr geschickt wird auch die vorhandene Not verwertet, die von Hungersnot nicht weit entfernt ist, und die Furcht vor Cholera und Pest. In einem besonderen Kongreß, der natürlich nicht öffentlich beraten wird, wollen die Nihilisten neue Kampfmethoden festsetzen. Sie wollen eine Richtschnur schaffen über den Umgang mit Militär, über den Umgang mit Volksmassen, über den Umgang mit loyalen Bürgern. Auch eine Vereinigung mit den nationalen( armenischen, polnischen, finnländischen) Revolutionsparteien ist im Werke.
Was die Agitation der Nihilisten unter den Bauern wesentlich unterstüßt und fördert, ist die rücksichtslose Strenge, mit der die Steuereintreibung auf dem flachen Land gehandhabt wird. In zahlreichen Dörfern des Ssaratowschen Gouvernements ist neuerdings die bewegliche Habe der Gesindewirte zur Versteigerung gebracht worden. Beim öffentlichen Aufgebot bestimmt der„ Kulak", der Dorfwucherer, den Preis, denn er allein im ganzen Dorf hat Bargeld. Er muß schon gut aufgelegt sein oder allzugroße Furcht haben, wenn er für ein Pferd, das einen Wert von 50 Rubel hat, 15 Rubel, für eine Kuh, deren Marktpreis 30 Rubel ist, 10 Stubel geben soll, wobei er noch die Hühner durch die Freundlichkeit des Auktionators als Zugabe erhält. Natürlich sind die Dorfwucherer nicht gerade beliebt. Es ist nicht allzufelten, daß ihre Speicher und Scheunen in Feuer aufgehen. Wenn es um der Steuern willen zu solchen Erscheinungen kommt, so ist den revolutionären Elementen der Weg schon geebnet.
Ein anderer Grund für die Verbreitung revolutionärer
Gesinnung ist die polizeiliche Aufstachelung des Mob gegen die Studenten und gebildeten Stände. Diese haben in Charkow bereits die Erlaubnis zum Waffentragen nachgesucht, damit sie sich selbst den Schutz verschaffen können, den die Behörden ihnen nicht gewähren. Man wird ihnen die Erlaubnis verweigern, sie werden gleichwohl tun, was ihnen versagt wird, und den Revolutionären werden neue Rekruten zugeführt sein.
Auf den Polizeimeister Hoffenberg in Minsk ist in der vergangenen Nacht ein mißglücktes Revolverattentat gemacht worden. Diese Art von Vorkommnissen ist ohne allgemeine Bedeutung. Gewöhnlich handelt es sich um eine Privatrache.
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Lokales.
14. März 1905.
** Lotterie.( Privat- Telegramm.) Bei der heutige
Glenwerte mit b Rogtrag" fagen
folgendes:
Nach Ferti
Ziehung der hessisch- thüringischen Staatslotterie wurde die für die Butunft Brämie mit 300 000 Mt. auf Nr. 75068 gezogen, 25 000 eingetreten. Die auf Nr. 85 190, 10 000 t. auf Nr. 39 306, 5000 und der Eisenwo auf Nr. 75 537, 2000 auf Nr. 97 520 und 1000 Mur die Vereinig
auf Nr. 65 022.
Anregung ift
tt Stadtheater Gießen. Morgen Mittwood, ittionären au den 15. März geht als legte Voltsvorstellung senwerte Lol Richard Voß Schauspiel Wehe den Besiegten" in Sjen ehörten, weld Das Werk ist dadurch besonders interessant, daß es di hatte. Beide noch nicht außer Verfolgung gesetzt. Man hat ihnen nur historische Persönlichkeit Napoleon I. auf die Bühne bringt und sind mi
Die Schriftsteller Andrejew und Stitaleg sind in Moskau aus der Haft entlassen worden. Damit sind sie aber
einstweilen nichts beweisen können, was nicht ausschließt, daß man sie doch verurteilt.
Deutfcher Reichstag.
( 162. Sigung.)
CB Berlin, 13. März.
or Eintritt in die Tagesordnung machte der Präsident Mitteilung von dem Tode des in Kaufbeuern gewählten Zentrumsabgeordneten Linder. Das Hauts ehrte das
Andenken des Verstorbenen in üblicher Weise, indem sich die Abgeordneten von ihren Plägen erhoben. Es wurde fodann
die zweite Beratung des Etats für das Reichsamt des Innern fortgesetzt. Beim Kapitel Bundesamt für Heimatswesen" fündigte der Staatssekretär Graf Peſadowsky eine Revision der Armengesetzgebung des Reiches für die nächste Tagung an. Im übrigen wurde dieses ebenso wie das folgende Statistisches Amt" schnell erledigt. Mehr Zeit hingegen nahm das„ Reichsgesundheitsamt" in Anspruch. Hierzu lagen Resolutionen vor betreffend einheitliche Regelung der Beaufsichtigung des Verkehrs mit Nahrungs- und Genußmitteln, joie einheitliche Regelung des Geheimmittelwesens. Graf Vosadowsky nahm diesen Wünschen gegenüber, ohne allerdings eine bindende Zusage machen zu können, eine entgegenkommende Haltung ein. Außerdem bildeten namentlich noch die Notwendigkeit erhöhten Schubes für die Arbeiter in Blei- und Zinkhütten und die Verunreinigung der Flüsse Gegenstände der Erörterung.
Nab und Fern.
A Prinzessin Luise von Koburg empfing am Montag am letzten Mal den Besuch der mit der Untersuchung ihres Geisteszustandes betrauten Pariser Gerichtsärzte. Evren Bericht, der in etwa 14 Tagen veröffentlicht werden soll, wird zweifellos zugunsten der Prinzessin ausfallen.
Ein rühmliches Beispiel eisernen Fleißes gibt ein jun ger Tischlergeselle aus Herzlate bei Meppen. War für andere die Feierstunde angebrochen, dann griff der junge Mann zu den Büchern, die er von einem Gymnasiasten erhielt, und unterrichtete sich selbst. Ohne Lehrer hat er sich in fünf Jahren solche Kenntnisse erworben, daß er jegt wagen will, sich am Gymnasium zum Abiturienteneramen zu melden.
Mord und Selbstmord. In Plauen erschoß der Hauberkünstler" Böhning die früher bei ihm in Stellung befind liche Emma Dübel und hinterher sich selbst. Böhning, der berheiratet und Vater zweier großer Töchter ist, unterhielt früher heimlich ein Liebesverhältnis mit der Dübel, das diese plötzlich abbrach. Da sie sich hartnäckig weigerte, zu ihin zurückzukehren, griff Böhning zum Revolver.
Eine Wendung in der Montignoso- Affäre scheint unmittelbar bevorzustehen. Nachdem das Mandat des Justiz, rats Dr. Körner zurückgezogen worden ist, waren die..bribaten Rechtsangelegenheiten des Königs Friedrich August nunmehr von offizieller Regierungsseite durch den Justizminster Dr. Otto weitergeführt werden. Nach zuverlässigen Nachrichten hat sich der Vertreter der Prinzessin, Rechtsanwalt Bebme, am Montag zu weiteren Verhandlungen nach Dresden begeben.
Straßenunruhen in Brest. Zwischen Ausständigen, die in Brest lärmende Straßenfundgebungen veranstalteten, und Truppen kam es zu einem Zusammenstoße. Die Aus. ständigen warfen die Soldaten mit Steinen, wurden jedoch schließlich auseinander getrieben. Auf beiden Seiten gab es mehrere Verwundete.
Aus dem Gerichtsfaal.
§ Eine Dame als Heiratsschwindlerin dürfte wohl zu den Seltenheiten zählen. In Dresden beschäftigte eine solche das Gericht. Die von ihrem Manne getrennt lebende, 25 Jahre alte Gastwirtschafttu, Walli Berta Halangf, Unter unterhielt mit einem Beamten intime Beziehungen.
der Vorspiegelung, sie habe 30 000 Mark geerbt, wußte sie ihm das Cheversprechen abzunehmen und, obgleich sie gar nicht von ihrem Ehemanne geschieden war, sezte sie, um ihren Geliebten zu täuschen, den Hochzeitstag fest. Vorher aber prellte sie ihren Zufünftigen" um 265 Mark und suchte ihm ferner noch 100 Mark zu einer Reise nach Italien, die sie gesundheitshalber" unternehmen müsse, zu entlocken. Jetzt durchschaute der Beamte die Sapin. dlerin und überlieferte sie der Staatsanwaltschaft. wurde zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt.
Sie
§ Die amerikanische Millionenschwindlerin Chadwid ist zu vierzehn Jahren Zuchthaus und 70 000 Dollars Geld. strafe verurteilt worden. Sie hatte mehrere amerikanische Banken dadurch betrogen, daß sie mit der gefälschten Unterschrift des Milliardärs Carnegie versehene Schuldverschrei bungen als Bürgschaft für riesige Finanzoperationen hin terlegte. Sie gab sich für cine natürliche Tochter Car 1.egies aus.
§ Wegen Raubmordes wurde der zwanzigjährige Ar beiter Gustav Pommerening vom Kösliner Schwurgericht 31 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Er hatte den Bäcker aefellen Röblit überfallen, ermordet und beraubt.
Vermifchtes.
[ Die Schiller- Wohltätigkeitsmarkt.] Das Ottakringer Lehrerhilfsfomitee hat die erste österreichische Wohltätigkeitsmarte als Briefverschluß versendet. Die Marke zeigt das Bild Schillers, in dessen Zeichen das Jahr 1905 steht. Die Aufschrift besagt, daß diese Marke zur Bekleidung und Beföstigung armer Schulfinder verwendet werden soll. Die Marke, deren Preis auf 5 Heller angelegt wurde, ist sehr geschmackvoll ausgeführt.
Die Hauptrollen liegen in den Händen der Herrn Lüttjohann Giorgi, Linzen und der Fräulein Gartner. Darstellung wi
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( zum Benefiz des Herrn Lüttjohann) allgemein angesproche Ausbildung i und diese legte Voltsvorstellung dürfte zweifellos starke An für den Selb
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GH. Der gestern im Hotel Großherzog" abgehalten tereffe der S 5. Mitglieder- Abend der Ortsgruppe Gießen der Hochöfen au Vereinigung für hessische Bolkskunde beschäftigt sich mit einem der düstersten kulturgeschichtlichen Stapitel: mit dem Hexenglauben und den Herenprozessen. Herr Rentamtmann Schäfer führte uns als erster Redner mit seinem Vortrag
Herenprozesse in der ehemaligen Landgrafschaft Hessen- Bingenheim
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in die finstere Nacht des Mittelalters, die die Scheiter Haufet jener Unglücklichen mit unheimlich düster- roten Schein durch. flammen. Es ist tief erschütternd, daß jene Epoche, die uns den gewaltigen fulturellen Faktor der Buchdruckerkunst brachte und durch Sturz der alten Gefeße vom Himmelsmechanismus dem Menschen die Wege über das Weltmeer zu neuen Ge staden wies, durch diese fraßenhaften Züge des Aberglaubens und Fauatismus entstellt ist. Eine der schaurigften Richt stätten befand sich nach Ausführungen des Referenten in der ehemaligen Landgrafschaft Hessen- Bingenheim. Kurz nad Beendigung des 30jährigen Krieges brachen die fürchterlichen Prozesse unter Leitung Casparis eines im übrigen tüchtigen Verwaltungsbeamten und Juristen, in dessen Geist aber de Aberglaube seine giftigen Krallen gesenkt hatte im Jahre 1652 über die unglückliche Bevölkerung herein. Die Haupt werkzeuge waran der Amtmann Geiß von Lindheim und der Schultheiß Schaeffer von Bingenheim, die einer Unzahl von Opfern den Scheiterhaufen geschichtet und sogar Familennamen gänzlich ausgerodet haben, wie man aus dem von dem Redner angezogenen Beispiel entnehmen konnte. Als Prozeßverfahren wandte man die schreckliche Corolina an, die die Folter als Mittel zum Geständnis verordnete. Im Jahre 1652 bestiegen nur Erwachsene, hauptsächlich alte Frauen, die die Folterqualen nicht ertragen fonnten, den Scheiter haufen, im nächsten Jahre aber auch Kinder, da in Hessen Bingenheim ein großes Kindersterben ausgebrochen war. Wie feft der Herenglaube seine Gespinste über alle Welt ver strickt hatte, erhellt auch daraus, daß das Reichsgericht in Speyer die Verurteilung des wegen 8auberi angeklagt Seligmann bestätigte. Es gab Perioden, wo nichts, aber auch garnichts sich der finsteren Macht des Aberglauber Berge
entzog, selbst Luther erbringt unzweifelhafte Beweise dafür, daß er sich ebenfalls nicht dem Banne entzogen. Und hente - ein halbes Jahrtausend später, am Fuße des aufgeklärten 20. Jahrhunderts? Zwar werden, Gott sei Dant, teine Heren mehr verbrannt, aber der Aberglaube schlingt uod immer sein üppiges Rantenwerk in das mächtige Sprossen und Treiben unseres neuzeitlichen Lebens. Dber welche der geschäßten Leserinnen hätte sich nicht schon einmal die Karte schlagen lassen? Mit gutem Humor führte Redner einige Fälle von Aberglauben an, die ihm auf seinen amtlichen Reisen begegnet sind. Interessant waren auch das Original des Protokolls über einen Herenprozeß sowie eine Kreide zeichnung des Bingenheimer Schlosses, die Herr Rent amtmann Schäfer der Versammlung vorlegte. Er erntete reichen Beifall fär seine Ausführungen. Als zweiter Referent sprach Herr Professor Dr. Wünsch über
Herenglauben im Altertum.
So sehr das deutsche Volt beschämend der Herenglaube auch dasteht, so liegen seine Blätter doch schon weit tiefer in der Geschichte. Alle Völker haben ihm gehuldigt und er stellt sich daher als Völkergedanke dar. Der Mensch hat von jeher versucht, die Dinge im Zusammenhang von Ursa und Birkung zu betrachten. In seinen primitiven Anfäng mußte er natürlich zu den seltsamsten Schlüssen gelange. Hinter jedem Ereignis, das schädigend auf ihn einwirte oder ihm rätselhaft blieb, standen Dämone oder Geister, die vertrieben oder angelockt werden mußten, je nachdem. Die Menschen, die sich mit dieser Geisterbeschwörung befaßten, waren die Zauberer, denen man besondere Kräfte zuschrieb. Diese Züge trifft man schon in borhistorischer Zeit und später spielen sie in die griechische Götter- und Heroinen welt hinein. Man dente nur an Medea und Circe. Eine große Rolle spielte dabei die Verwandlungsfähigkeit. Eine merkwürdige Tatsache, die sich überall wiederholt, ist die, daß je länger der Zauber- und Hexenglaube währt, desto mehr er sich auf das Weib überträgt. In Griechenland waren namentlich die Frauen Theffaliens als Heren bekannt. Liebes- und Sympathiezauber waren im Schwange, die atthische Komödie übermittelt uns davon eln reiches Material. Von den Griechen sprang der Hexenglaube auf die Römer über und man konnte deutlich aus den Darlegungen des Referenten ersehen, daß auch schon die Antife Hererei mit Todesstrafe belegte und dadurch erfahren die mittelalterlichen Herenprozesse eine gewisse Milderung. Auch Professor Dr. Wünsch' Vortrag wurde durch rückhaltlosen Beifall ge bührend gewürdigt.
*** Aus dem Geschäftsbericht der Buderus schen Eisenwerte sind einige Mitteilungen von Interesse, welche den Zusammenschluß der Buderus'schen
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Supfergeli
3. Dadide
Schiefer
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Dachfe
4. Blik
Stupferl
Auffang
Erdplat
Kontroll
5. Anstre
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