Nach der weihevollen Stunde des Gedenkens an dem Grab zu Gravelotte folgte heute die Besichtigung der jungen Truppen in Frescaty, die zeigte, daß sie der Großtaten ihrer Bäter nicht unwürdia sind. Friedlich. aber stark und wehrhaft!
Deutfcher Reichstag.
( 184. Sizung.)
CB Berlin, 12. Mai. Die Abgeordneten, die gestern in größerer Zahl erschienen waren, um an den Abstimmungen über die Gültigkeit eder ungültigkeit einzelner Wahlen teilzunehmen, sind an= scheinend schon wieder abgereist. Das Haus bot heute das übliche Bild der Beschlußunfähigkeit. Die Verhandlungen aber waren nicht ohne Interesse. Nachdem einige Rechnungssachen erledigt worden waren und das Pariser internationale Sanitätsabkommen in dritter Lesung Annahme gefunden hatte, kam man zum letzten Punkt der Tagesordnung: Petitionen. Es sollte zunächst die vor Ostern ausgesetzte Abstimmung über die Eingaben wegen der Einführung des Befähigungsnachweiſes und die Ausbildung ven Lehrlingen im Handwerk vorgenommen werden, sie murde aber auf Vorschlag des Präsidenten angesichts der schwachen Besetzung des Hauses aufs Neue verschoben, und es begann alsbald eine lebhafte Diskussion über eine Petition betreffend die Unterdrückung schlechter Literatur- und Kunsterzeugnisse. Der Zentumsabgeordnete Roeren empfahl eifrig den auf Ueberweisung zur Berücksichtigung lautenden Antrag der Kommission. Er bemühte sich namentlich nachzuweisen, daß es sich hier um etwas anderes handele, als seinerzeit bei der lex Heinze, es solle nur allgemein der Wunsch nach Unterdrück ung der Schmußliteratur ausgesprochen werden, deren Verbreitung zweifellos in neuerer Zeit erheblich zugenommen habe. Der Sozialdemokrat Heine hingegen trat warm für den von den Nationalliberalen eingebrachten Antrag auf Ucbergang zur Tagesordnung ein. Die Schmuẞliteratur, meinte er, fönne auch heute schon unterdrückt werden, die Verteidiger der Petition aber wollten nicht nur diese, sie mollten überhaupt die Freiheit und Wahrheit, jede Darstellung des Nackten und jede Erörterung des Natürlichen unterdrücken, daneben aber auch politische Gegner treffen. Die Sittlichkeit könne nicht auf diesem Wege gehoben werden, sondern nur, indem man die Kinder über das Natürliche rechy zeitig aufkläre; denn nur das Geheimnis, mit dem das Geschlechtsleben umgeben werde, wecke die Lüsternheit. Diese beiden Reden bildeten das Muster auch für die folgen. den, die Freunde der Petition erklärten geseigeberische Maßnahmen für notwendig, die Gegner den Kampf mit geistigen Waffen für das einzig Nichtige. Das Ergebni der mehrstündigen Debatte war die Annahme des Kommisionsantrages gegen die Stimmen der gesamten Linken. D übrigen Petitionen erledigte das Haus ohne wesentliche Diskussion und vertagte sich sodann, da zurzeit wenig ratungsmaterial vorliegt, bis zum nächsten Donnere
Japan bei der Kronprinzenbochzeit. ( Von unserem ständigen Korrespondenten.)
Die Hochzeit des kronprinzlichen Paares von Preußen und Deutschland wird etwas Neues in der hösischen Geschichte auf: weisen: den Besuch eines Prinzen und einer Prinzess aus dem kaiserlichen Hause von Japan. Prinz Takehito aus dem Hause Arisuga ist das Haupt einer Nebenlinie der regierenden japanischen Dynastie. Er ist am 11. Februar 1862 geboren, steht also im 44. Lebensjahre. Nicht in der Entsendung des Brinzen nach Europa besteht die Neuerung, sondern darin, daß er von seiner Gemahlin, der Prinzessin, begleitet wird. Am Dienstag ist Prinz Takehito in Neapel angekommen, wo er mit feiner Gemahlin, einer zierlichen und anmutigen Erscheinung, die gleich ihm nach eleganter europäischer Weise gekleidet ist. von dem deutschen Konsul und Vizekonsul und dem Arsenal Kommandanten, dem italienischen Kontreadmiral Cali em bfangen wurde. Die beiden Fürstlichkeiten ruhten im Grand- Hotel eine Zeitlang aus und fuhren noch am selben Tage nach Rom. Ihr Gepäck, zehn mächtige Stoffer, von denen einer die Hochzeitsgeschenke des Mikado für das kron. prinzliche Paar enthält, wurde direkt nach Berlin gesandt Die Reise des Prinzen Takehito von Tofio bis Neapel hai 39 Tage gedauert.
Der Vater des Prinzen, der 1895 während des Krieges gegen China starb, war Feldmarschall. Er hat dem Lande und dem Landesherrn sehr wesentliche Dienste geleistet, schon während des Restaurationsfrieges, der von 1867 bis 1869 währte, sodann zur Zeit des Satsuma- Ausstandes von 1877, endlich während des Krieges mit China, in dessen Verlani er starb. Vor dem Generalstabsgebäude in Tokio steht sein Denkmal. Er hat zwei Söhne hinterlassen, von denen der ältere, Prinz Kanin, bei der Mandschurischen Armee eine Reiter- Brigade führt, während der jüngere, eben Pring Takehito, trop seiner Jugend ältester Admiral der japanischen Marine ist und das besondere Vertrauen des Mikado genießt.
Die japanischen Blätter haben bei der Abreise des Prin zen dessen Mission mit den Ausdrücken freudigster Teilnahme begleitet. Alle stimmten darin überein, daß Japan dem deutschen Unterricht auf militärischem und technischem Gebiet außerordentlich viel zu danken habe; alle erkannten auch gern an, daß Deutschlands Neutralität nichts zu wün fden übrig lasse, was um so rühmenswerter sei, als Deutschland auf seinen Nachbar Rußland und die traditio nclen guten Beziehungen zu ihm Rücksicht zu nehmen babe. Taß Deutschland in dem chinesisch- japanischen Krieg mit den anderen Mächten intervenierte und die Friedensbedingun gen von Shimonosefi festsetzen half, ist zwar nicht vergessen und wird immer noch bedauert; aber man trägt deswegen feinen Broll nach, und man erwartet mit Zuversicht, daß die Reise des Prinzenpaares Takehito aus dem Hause rifuga dazu beitragen werde, die guten deutsch- japanischen Beziehungen nicht nur zu erhalten, sondern noch inniger 31 gestalten. Brinz Takehito hat seine Erziehung in London genossen. Bei seiner Ankunft in Yokohama hatte ihn der deutsche Gesandte am Bahnhof empfangen und zu dem Dampfer Prinz Seinrich vom Norddeutschen Lloyd geleitet. mit iem er die eise nach Neapel glücklich zurüdgelegt hat.
Nab und Fern.
Bon der Gräfin Montignoso. Es wird bestätigt, daß der neue Bertrag zwischen der Gräfin Montignoso und dem sächsischen Hofe jetzt in Florenz zum Abschlusse gebracht ist, und awar auf folgender Grundlage: Die frühere Kronprin
zessin von Sachsen verzichtet auf die sächsische Staatsangehörigkeit, sie liefert die Prinzessin Pia Monica ein Jahr nach dem Inkrafttreten des Vertrages aus. Dafür wird die ihr gewährte Apanage von 30 000 Mark auf 40 000 mf. erhöht und erhält die Berechtigung, ihre Kinder alljährlich einmal zu sehen. Der Großherzog von Toskana und die Gräfin Fugger, eine Freundin der Gräfin Montignoso, haben sich um den Abschluß des Vertrages besondere Mühe gegeben.
Der Rächer der Familienehre. In dem Dorfe Waltersweiler bei Offenburg herrschte zwischen dem Ziegeleibesitzer Fässer und dessen Vater ein Zwist, da der Vater eine Liebschaft mit seinem früheren Dienstmädchen unterhielt. Bei einem Streit erschoß der Sohn den Vater und erschlug dann das Dienstmädchen mit einem Hammer.
+ Gasexplosionen. In der Marienwerdergasse zu Graudenz barst bei dem Verlegen der großen Gasröhren eine der dickwandigen Gußröhren. Einem der bei den Erdarbeiten beschäftigen Arbeiter wurden beide Beine abgerissen. Der Tod trat auf der Stelle ein. Awei andere Arbeiter wurden berletzt, der eine schwer am rechten Fuße. Auch in Paris kam ein ähnliches Unglück vor. Dort waren unter dem Boulevard Sebastopol ebenfalls die Gasröhren verlegt. Durch die Explosion wurde das Straßenpflaster aufgerissen. Dreizehn Personen, die gerade die Unglücksstelle pasierten, wurden verletzt, zwei darunter schwer.
Die Eisenbahn- Katastrophe bei Pittsburg stellt sich als ein furchtbares Unglück dar, das durch das Zusammentreffen verschiedener Umstände veranlaßt wurde. Zwei Züge fuhren auf zwei nebeneinander laufenden Geleisen hintereinander her, voran ein Güterzug, der Dynamit geladen hatte, und hinterher der Expreßzug Philadelphia- Pittsburg, der mit rasender Geschwindigkeit fuhr, weil er unterwegs Verspätung gehabt hatte. Plöglich kam dem Güterzug eine Rangiermaschine entgegen. Der Führer des Güterzuges bremste so stark, daß die mittleren Wagen aus dem Geleise geworfen wurden und auf das Nebengeleise fielen. Auf diese fuhr der Expreßzug, dessen Kessel explodierte. Dadurch geriet der Güterzug in Brand, und nun explodierte das darin befindliche Dynamit. Der Expreßzug wurde geradezu in Fezzen gerissen. Die Reisenden, die meist schon in den Betten lagen, würden unter den Trümmern begraben. Weitere Explosionen setzten auch den Expreßzug in Brand, und die eingeklemmten Passagiere famen auf schreckliche Weise ums Leben. 169 Reisende und 11 Eisenbahnbeamte Lefanden sich in dem Zuge. Nur wenige konnten sich retten. Eine Anzahl ist völlig verschwunden, vom Dynamit in Stücke gerissen. 50 Zeichen wurden völlig verkohlt gefunden, 68 Personen sind verwundet.
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Der Tornado in Okkohama, der den größten Teil der Stadt Snyder zerstörte, hat noch weit mehr Opfer gefordert, als ursprünglich angenommen wurde. Es sind in Snyder und Umgebung 155 Personen getötet und 150 verlegt worden. Großer Schaden wurde auch an der Eisenbahn angerichtet.
× Die Pilgerfahrt der Streikenden. Sonderbare Pilger sind in London eingetroffen. Die Arbeiter einer MilitärStiefelfabrik in Northampton, die in eine Streifbewegung eingetreten waren, beschlossen, da keine Einigung zu erzie len war, ihre Sache durch eine Deputation dem Kriegsminister in London vortragen zu lassen. Es wurden 105 Abge ordnete gewählt, die zu Fuß nach London pilgerten und dort gestern eingetroffen sind. Die Leute machten die Reise ohne einen Pfennig Geld in der Tasche im Vertrauen auf die öffentliche Mildtätigkeit, die ihnen denn auch in reichem Maße zuteil ward. Sie sind militärisch organisiert und lassen sich eine Fahne vorantragen. Unter ihnen ist auch ein Lahmer, der an seinen Krücken den langen Fußmarsch mitmachte.
Kunit und Wiffenfchaft.
LG. Ein Vermögen für eine Geige. 18 000 Mart, den höchsten Preis, der je für eine Violine in einer Auktion gezahlt wurde, erzielte ein von Joseph Guarnerius in Cre mona gebautes Instrument bei Messrs. Glendining in Lon don. Es stammt aus derselben Zeit wie die bekannte Guar neri Paganinis. Der höchste Preis, der bis jetzt für eine Violine auf einer Auktion gezahlt wurde, betrug 17 200 Mark
Vermischtes.
==[ Gine Mustererziehung] muß ein Kölner Schuljunge zu Hause genießen, der folgenden Brief seines Vaters an den Lehrer mitbrachte: Wehrter Herr Lehrer. Teile Ihnen hierdurch mit das die Kinder sagen Sie wollten es dem H. Lehrer und dem Herrn Reftor sagen das mein Sohn Peter.. geraucht hat und nun möchte ich Ihnen sagen das er rauchen darf und ich ihn die Erlaubnis gegeben habe. Achtungsvoll Peter... und Frau." Da wird dem Lehrer allerdings jede Autorität geraubt.
=[ Ein Riesenbaum] wurde dieser Tage in Ehrental bei Kulm gefällt. Es ist eine sogenannte Sturmpappel mit einem unteren Durchmesser von mehr als zwei Meter. Die Länge des Baumes beträgt 35 Meter. Zehn Männer waren mehr als einen Tag mit Sägen beschäftigt, um den Riesen zu fällen. Mit welcher Wucht er zu Boden stürzte, beweist der Umstand, daß mannsdicke Aeste wie Splitter zerbarsten und ihre Brüche sich tief in den Boden bohrten. Man schätzt das Alter des Niesen auf 200 Jahre.
[ Ein bezeichnendes russisches Kulturbild] bildeten die ärztlichen Prüfungen an der Universität Moskau. Es hat ten sich diesmal überhaupt nur zwei Kandidaten gemeldet, und zwar eine Frau, die ihr Studium im Ausland vollendet hatte, und ein Mann, der gleichfalls von einer ausländischen Universität gekommen war. Die Prüfung dieser beiden Personen kostete der Universität 4000 Mark, während die Gebühren nur 40 Mark betrugen.
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=[ Von der belgischen Bürgergarde] wissen Deutsche, die in Lüttich die Weltausstellung besucht haben, lustige Dinge zu berichten. Belgien hat ein stehendes Heer, aber keine allgemeine Wehrpflicht. Man lost die notwendigen Rekruten aus. Und wer dann keine Lust hat, kann sich immer noch freifaufen. Dafür vereinigt man aber sämtliche gesunden jungen Leute in der sogenannten Bürgergarde, die jeden Sonntag Vormittag ihre Uebungen abhält, mitten auf den Boulevards der Stadt. Der Spaß ist nun groß und allgemcin: für die Bevölkerung und für die Beteiligten selbst. Man betrachtet die Sache ganz allgemicin als Sonntag- Mor gen- Spaziergang. Ist Nührt Euch" kommandiert, so stell!
A Laubad, Das alte Schloß Friedrichsburg forftmeister im Sommer in ieben. Bu fein Röniger aug Arneburg war. ** Bab des Friedrid 14. 6. M. bu
man die Gewehre zusammen, steckt sich seine Zigarette an und unterhält sich mit gerade vorübergehenden Bekannten. Der einzige, der die Sache wirklich ernst nimmt, ist der Kommandant. Sein Hauptvergnügen besteht darin, Erlasse rund zu schicken. Und da konnte sich nun fürzlich die ganze Stadt wieder einmal köstlich amüsieren. Er hat nämlich den letzten„ Armeebefehl" vom 31. April datiert. Deshalb ließ er sich auch am ersten Maisonntag nicht bei den Uebungen sehen. Das erstemal, solange er den Kommandostat führt. Man würde ihn auch unweigerlich kompagnieweise angearinst haben.
Der Landwirt.
pd Zur Vernichtung der Mäuse werden jetzt vielfach Kulturen des Löfflerschen Mäusetyphus- Bazillus mit gutem Erfolge verwandt. Die zuständigen behördlichen Stellen machen nun darauf aufmerksam, daß der Bazillus für Menschen im allgemeinen nicht gesundheitsschädlich ist, daß jedoch durch Aufnahme größerer Mengen solcher Bazillen namentlich bei Personen, welche an Darmstörungen leiden oder Bazu: neigen, sowie bei Kindern Durchfälle und Leidschmerzen her. borgerufen werden. Deshalb dürfen solche Personen und Kinder unter 12 Jahren nicht zum Auslegen der Mäusetyphus- Bazillen verwendet werden. Die mit der Zurichtung des Infektionsmaterials oder mit dem Auslegen betrauten Personen sind davor zu warnen, während der Arbeit zu essen, zu rauchen oder mit den verunreinigten Fingerr den Mund zu berühren.
Lokales
13. Mat 1905. ** Das Großherzogliche Paar begibt sich tommenden Dienstag nach Mainz und verweilt dort bis Samstag nächster Woche.
** Ueber den Dit der Begegnung des Großherzog lichen Baares mit dem Kaiser verlautet noch nichts positives. Genannt werden Wiesbaden und Mainz.
?? Auf seiner gestrigen Rückreise von Lich nach Darmstadt bereitete das Publikum dem Großherzoglichen Paare die herzlichsten Kundgebungen. In der Umgebung des Buzbacher Bahnhofes hatte sich eine zahlreiche Menge eingefunden, die bei dem Herannahen des Herrscherpaares in stürmische Hochrufe ausbrach. Der Großherzog und die Großherzogin dankten freundlich nach allen Seiten und unterhielten sich dann bis zur Ankunft des Zuges mit dem Bahnpersonal. Die Reise erfolgte anläßlich des Todestages der Mutter der Großherzogin.
** Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder Dhmen. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.
** Infolge der in Gießen und Mainz angeordneten Hundesperre hat der hessische Jagdklub die von ihm projektierte Hunde- Ausstellung in Darmstadt abgesagt.
Bei der gestern Abend abgehaltenen Uebung der Gießener freiwilligen Feuerwehr wurde in Gegenwart des Branddirektors Traber, der Vorstände und Mitglieder, beider Feuerwehren von einem Ingenieur der Firma Eduard Heitefuß, Frankfurt- Beckenheim ein in neuefter Konstruktion ausgeführter fombinierter Kranken- und HydrantenWagen vorgeführt. Der Wagen erfüllt einen doppelten Zweck, er dient einerseits der Aufbewahrung von Schläuchen und kann andererseits durch eine einfache Vorrichtung in einen Kranfentransportwagen umgewandelt werden.
*** Berichtigung. Bezüglich unserer geftrigen unter der Spigmarke„ Eine bittere Erfahrung" gebrach en Notiz wird uns mitgeteilt, daß der Wirt R. erfreulicherweise weiter feine Verlegungen bei der Affäre davengetragen bat.
* Berunglückte Feuerwehrleute. Im Jahre 1904 verunglückten in Nassau 31 Feuerwehrleute, für die aus der Nass. Brandversicherungsanstalt 2680 Mt. Entschädigung gewährt wurden. Von den Verunglückten sind nicht weniger als 11 bei dem großen Brande in Herborn zu Schaden gefommen.
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** Wir weisen nochmals auf das Sommerfest hin, das die Contentia Gießen morgen auf der Schönen Aussicht" veranstaltet, denn soviel man aus den umfangreichen Vorbereitungen entnehmen fann, darf man auf ein paar sehr amüsante Stunden schließen.
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Bahnprojelt Dreihausen- Mücke. Behufs Beiterführung der Linie Marburg- Dreihausen auf Müc fand Anfangs dieser Woche in Gießen eine Konferenz di Kreisämter Gießen und Alefeld sowie des Landratsamts Marburg statt. Aus den Verhandlungen ist besonders erwähnenswert, daß nach amtlichen Ermittelungen der Ausbau auf Mücke in Anlage und Rentabilität sich bedeutend günstiger stellt als der auf Londorf und somit ersterer die meiste Aussicht auf Verwirklichung hat. Aus noch ein anderer Umstand kommt der Linie insofern zu statten, als das störend in die Erwägungen eingreifende SchiekplogProjekt nach neueren sehr bestimmt auftretenden Meldungen endgültig gefallen ist.
? Geistreiche Beratungen. Außerordentlich praktisch, seine Beratungen mit Stoff und mit Geist anzufüller, greift der Gemeinderat des Schwarzwalddorfes Grafenhausen die Sache an. Er hat nämlich den gar löblichen Brauch ein geführt, das jedes seiner Mitglieder, das eine Sigung ber säumt, zur Strafe ein Faß Bier bezahlen muß. Infolge dessen soll es im hohen Rate nie an Stoff und Geist" fehlen, da fost jede Sigung ein Faß nach si ziehe. Die Einwohner sind aber nichtsdestoweniger mit ihrer„ Oberleitung" zufrieden, denn wie der Albbote" versichert, läuft der Gemeind weg- n in Grafenhausen wie am Schnürchen.
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** Kleis- Linden. Morgen unternimmt der hiesige Radfahrer Verein„ ,, Wanderluft" seine diesjährige erste Ausfahrt über Großen- Linder, Steinberg, Garbenteach) 2c.
** Leihgestern, 12. Mai. Schlachthaus- Errichtung. Der Mezzer Georg Ders 7. dahier beabsichtigt ein Schlachthaus zu errichten. Etwaige Einwendungen sind bei der hiesigen Bürgermeisterei vo zubringen.
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