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frankreich.

Es hat beinahe den Anschein, als ob der französische Mi­nister des Auswärtigen, Herr Delcassé, die Aufmerksamkeit der öffentlichen Meinung von Maroffo ablenten wollte, in­dem er sie fortgesetzt von dem Verschwörer- Märchen unter­hält. Der offiziöse Telegraph hat Weisung, alltäglich eine neue lächerliche Einzelheit zu enthüllen". Die neueste Ent­hüllung" sagt, daß der verhaftete Hauptmann Volpert einer angesehenen Familie aus Weißenburg im Elsaß man denke!- entstamme und gleich dem Hauptmann Tamburini früher der Kolonialarmee angehört habe. Er sei ein über­spannter Mensch, habe schon wiederholt verschiedene Erpe­ditionen geplant, u. a. während des südafrikanischen Krieges die Ausrüstung mehrerer französischen Kompagnien auf eige­ne Kosten, an deren Spize er den Buren zu Hilfe kommen wollte. Im April vorigen Jahres habe er von Vouziers in den Ardennen aus ein mit Wolf" unterzeichnetes hetto­graphiertes Rundschreiben an mehrere Kürassier- Offiziere gerichtet, worin er sie zur Teilnahme an einer Kolonialerpe­dition aufforderte und ihnen 5000 Francs Handgeld, 20 000 Francs nach Beendigung versprach. Später sei er mit dem Plan einer Militärverschwörung gegen die Republik heraus­gerückt, die das Heer und namentlich die Offiziere geschädigt habe. Das Anerbieten sei einhellig abgelehnt worden. Wenn ein Schwankdichter die Erzählung von der hektogra= phierten Einladung zur Militärverschwörung ausgedacht hätte, so würde man ihn wegen der Naivetät seiner Phanta­sie ausgelacht haben. Die französischen Blätter aber behan­deln, wie auf Kommando, die lächerliche Sache ganz ernst­haft.

Amerika.

Die Regierung in Newyork beschlagnahmte die Geheim­bücher des Fleischtrusts, die in acht Koffern zum Versand ins Ausland bereit standen. Da es nicht wahrscheinlich ist, daß der Fleischtrust seine Bücher vor einm Konkurrenten verstecken wollte, so darf man wohl annehmen, daß es sich um den Versuch handelt, dunkle geschäftliche Machenschaften der Kenntnis der Regierung zu entziehen. Das Eingreifen der Regierung gewährleistet durchaus noch keine Aufklärung.

O Präsident Castro von Venezuela hat an die Regierung zu Washington eine den amerikanischen Gesandten Bowen beleidigende und fast drohende Note gerichtet. Die Ange­legenheit soll verfolgt werden, sobald Präsident Roosevelt nach Washington zurückgekehrt sein wird. ohne Ueber­stürzung, aber mit Entschiedenheit.

Auftralien.

Der australische Premierminister Reid hat anläßlich eines Spezialfalles entschieden, daß die Mao­ris, die Eingeborenen von Neuseeland, nicht als Fabrige im Sinne des Einwanderungsverbots angesehen werden sollen. Jetzt ist davon die Rede, auch den Indern die gleiche Aus­nahmebegünstigung zuzuwenden.

*

Hof und Gesellschaft.

nades dabei, letztere zum Einschmelzen. Der Trauring trug die Inschrift: November 1903", welcher Tag aber ein­graviert war, weiß Zeuge nicht mehr. Dr. Braunstein be­auftragte den Zeugen, die Eingravierung herauszunehmen. Zur Motivierung sagte er, es sei in Norddeutschland nicht Sitte, das Datum der Hochzeit in die Trauringe einzu­gravieren. Der Privatiere Stat schenkte der Angeklagte später als Verlobungsring den Trauring seiner Frau, nachdem die Gravierung entfernt war.

Das Plädoyer des Staatsanwalts

faßte in furzen markigen Zügen die Verdachtsgründe gegen den Angeklagten zusammen. Der Angeklagte so äußerte sich Staatsanwalt Dimroth steht unter dem schweren Verdacht des Gattenmerdes. Auch hierüber ist ja das Ver­fahren bereits eingeleitet, aber die gerichtliche Entscheidung darüber steht noch aus. Die Frage, ob der Angeklagte seine junge Frau auf der Hochzeitsreise vergiftet hat, ist daher nicht Gegenstand dieser Beweisaufnahme gewesen. Ich muß mich also aus prozessualen Gründen einer Erörterung der Frage, ob der Angeklagte ein Giftmörder ist, enthalten und diese Frage nur soweit in Betracht ziehen, als sie mit den Straftaten, wegen deren er jetzt angeklagt ist, in unmittel­barem Zusammenhang steht. Dieser Zusammenhang ist allerdings ein sehr inniger. Der Staatsanwalt geht nun

die zahlreichen Fälschungen

des Angeklagten durch. Dieser wollte unter allen Umstän­den sein Ziel erreichen. Die erste Manipulation war der Brief vom 18. November 1903 an den Halleschen Bank­verein. Dieser erste Schritt führte ihn noch nicht zum Ziele. denn er erreichte nicht die Uebertragung des Depots vom Halleschen Bankverein an die Filiale der Deutschen Bank in München auf gemeinsames onto. Die Ueberweisung geschah vielmehr noch auf den Namen seiner Frau. Ent­scheidend war erst das Depot- Uebergabeverzeichnis der Deutschen Bank, welches Dr. Braunstein erst nach dem Tode seiner Frau mit dem Vermerk versah, daß jeder der Kon­trahenten selbständig über das Vermögen verfügen dürfe. Dr. Braunstein hat dieses Schriftstück selbst mit dem Namen seiner soeben verstorbenen Ehefrau unterschrieben. Erst die­ser Vermerk setzte den Angeklagten in die Lage, allein über das gesamte Vermögen seiner Frau zu verfügen, und er setzte seine Absicht auch sehr schnell in die Tat um.

Der Aufenthalt des Kaisers in Korfu war beson ders durch den Verkehr mit der griechischen Königsfamilie gekennzeichnet. König Georg war von der Jacht Am. phitrite" an Bord der Hohenzollern" gegangen, wo er vom Kaiser herzlich begrüßt wurde. Ebenso freudig war das Wiedersehen zwischen dem Kaiser und seiner Schwester, der Kronprinzessin von. Griechenland. Der Kaiser erwiderte alsbald den Besuch auf der hellenischen Königsjacht. Nach Besuchen auf dem Panzer Friedrich Karl" und dem Flagg schiff der im Hafen liegenden englischen Flotte fand ein Ausflug der Fürstlichkeiten nach der königlichen Villa Mon Repos statt, die einen herrlichen Blick auf die Stadt und die Insel mit ihren mit Zypressen bewaldeten Bergen gestattet. Abends waren die Stadt und die Schiffe im Hafen prächtig illuminiert. Im Königspalast an der Esplanade fand Diner statt, bei dem der König von Griechenland in deut scher Sprache einen herzlichen Trinkspruch auf den Kaiser ausbrachte und besonders seinen Dank aussprach für die ihm vom Kaiser verliehene Ehrung, nämlich die Ernennung zum Admiral à la suite der deutschen Marine. Der Kaiser er widerte ebenfalls in deutscher Sprache. Es habe ihm große Freude bereitet, seinen Besuch zu einer Zeit ausführen zu fönnen, wo auf althistorischem Boden in der Hauptstadt des Landes eine Zusammenkunft erleuchteter Männer aller Län­der stattfinde, die gekommen seien, um aus dem ewig un erschöpflichen Born des klassischen Wissens und Könnens zu schöpfen. Es gebe keinen deutschen Mann von Bildung, welcher nicht von jenen großen, an dem klassischen Altertum genährten Idealen erfüllt sei, dieselben heilig halte und glücklich sei, deren Geburtsstätte zu schauen. Eine große Freude und Ehre sei es dem Kaiser, einer Flotte anzugehören, die von einer so ruhmreichen und glänzenden Vergangenhei sei. Vor dem Palais wurde ein großes Feueriverf abge. brannt. Für die Armen der Stadt Korfu hat der Kaiser 2000 Franks gespendet.

Ein moderner Blaupart vor Gericht.

Niederschmetternd für den Angeklagten war das Sitten­zeugnis, das ihm der Staatsanwalt ausstellte.

Schamlos und gemein

seinen Preis in weniger als einem halben Jahr aus ähn lichen Ursachen verzehnfacht. Die Faulbaumrinde ist, wie man weiß, auch eine sehr volkstümliche Medizin. Ihre An­wendung in der Sprengstoff- Fabrikation beruht auf ihrer eigentümlichen faserigen Beschaffenheit. Sie wird zu ganz kurzen und sehr zähen Fasern zerkleinert, die in die Zu­sammensetzung der gefährlichsten Sprengstoffe eingeführt werden, um deren Sprengwirkung etwas herabzusetzen. Die Fasern der Faulbaumrinde werden in gelöster Pikrinsäure gerollt und dann zerschnitten und getrocknet. Auf diese Weise entsteht das gebräuchliche rauchlose Pulver. Begreif­licherweise wurde der ganze verfügbare Vorrat an Faul­baumrinde von den russischen und japanischen Regierungen aufgekauft, und die europäischen Regierungen streiten sich jetzt bereits um die Produktion der nächsten Zukunft. Deutschland will überhaupt keine Faulbaumrinde mehr ab. geben, die Nachfrage wendet sich daher jetzt nach Desterreich.

nannte er sein Gebahren. Er wurde bei allen seinen Ver­bindungen mit Heiratsvermittlern nur von der Absicht ge­leitet, möglichst viel Geld zu erlangen. Er legte sich falsche Namen bei und verehrte mehrere Damen gleichzeitig. Bei ciner Münchener Dame hat er sich nicht gescheut, mit dem Herrn, mit dem sie früher verkehrte, wegen einer Abfin­Sungssumme im Falle seiner Verheiratung mit ihr in Ver­bindung zu treten, unt möglichst viel herauszuschlagen. Als aus seiner Heirat mit dieser Dame schließlich nichts wurde, scheute er sich nicht, dieser eine Arztrechnung über 200 Mart zu senden. Dann die zahlreichen recht bedenklichen Briefe des Angeklagten. Er verlobt sich zu gleicher Zeit mit der langjährigen Geliebten eines anderen Herrn und schreibt gleichzeitig die zärtlichsten Briefe an seine spätere Frau. Gattenmord wahrscheinlich.

Das Urteil im Prozeß gegen den Dr. med. Vraunstein, der sich vor der Münchener Straffammer wegen Privat­urkundenfälschung und Betrugs zu verantworten hatte, lautete auf 7 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust. Dem jezigen Prozeß wird sich zweifellos eine Verhandlung gegen den Angeklagten vor den Geschworenen wegen Gift­mordes, begangen an seiner Ehefrau, anschließen.

Ueber den letzten Verhandlungstag liegt uns der fol­ger de Bericht aus München vor:

Die Beweisaufnahme ist beendet. Der Staatsanwalt ergreift das Wort zu seinem Plädoyer. Der Schluß der Zeugenvernehmung warf noch ein bezeichnendes Licht auf die unglaubliche Frivolität, mit der der Angeklagte Braun­stein zu Werke ging.

Der Schmuck der Toten.

Alles in allem hat der Angeklagte mit den verwerflichsten Mitteln gearbeitet. Daß der Angeflagte seine Ehefrau er­mordet hat, ist im Augenblick noch nicht mit Sicherheit zu erweisen. Aber ich glaube an der Hand des vorliegenden Materials sagen zu können, die Möglichkeit, daß er seine Frau ermordet hat, ist durch die zweitägige Verhandlung sehr nahe gelegt. Der Staatsanwalt beantragt gegen den Ange­flagten acht Jahre Zuchthaus, 6000 Mark Geldstrafe und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre.

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Wegen Pestgefahr mußte in Hamburg der aus La Plata eingetroffene Dampfer Desterro" isoliert werden. Beim Löschen der Ladung wurde eine ganze Anzahl toter Ratten gefunden, die dann auf Pestbazillen untersucht wur­den. Die Untersuchung bestätigte den Pestverdacht. Wie amtlich versichert wird, liegt aber kein Grund zu Besorg­nissen vor. Alle ergriffenen Maßnahmen seien lediglich Vorsichtsmaßregeln. Nach gründlicher Desinfektion würde der Dampfer freigegeben und mit dem Löschen der; Ladung unter den Vorsichtsmaßregeln fortgefahren werden.

Nach längeren Ausführungen des Verteidigers, der für Freisprechung plädiert, zieht sich der Gerichtshof zur Be­ratung zurück und fällt das eingangs stehende Urteil. Der Angeklagte, der während des ganzen Prozesses eine zuber­sichtliche Miene zur Schau getragen hatte, verlor auch bei der Urteilsverkündung seine eherne Ruhe nicht.

Zu dem Zeugen Juwelier Schallmeyer aus München hat Dr. Braunstein den Schmuck seiner Frau furz nach deren Tode gebracht. Es waren Gegenstände im Werte von etwa zusammen 2000 Mark. Ein Schmuck mit zwei Brillanten hatte einen Wert von ca. 700 Mart. Dieser Schmuck murde zu einer Schlange verarbeitet. Aus einem Damen­ring, dessen Wert der Zeuge aus 400 Mark beziffert, mußte er Manschettenknöpfe anfertigen. Ein Damentrauring, wie sich später herausstellte, der Ring der Frau Dr. Braun­stein, befand sich ebenfalls dabei. Jerner war noch eine goldene Kette, ein Armband und eine goldene Sicherheits­

Sprengftoffnot als Kriegsfolge. ( Von unserem technischen Mitarbeiter.)

Gine folgenschwere Kesselexplosion kostete in Hamburg zwei Menschen das Leben. Auf den großen Bleichen explo­dierte ein Kessel im Souterrain des Hotels Hamburger Hof". Dabei wurden zwei Arbeiter getötet und drei weitere durch Brandwunden schwer verletzt. Zwei von diesen starben bald darauf. Die Explosion im Hamburger Hof" erfolgte dadurch, daß ein Flammrohr im Kessel platte. Durch das in die Feuerung eingedrungene Wasser fand eine kolossale Dampfentwickelung statt.

Die unerwartet lange Dauer des Krieges in Ostasien hat ganz merkwürdige Folgeerscheinungen für die Spreng­stoffindustrie herbeigeführt. Namentlich sind es zwei sonst ganz gewöhnliche Dinge, die zu dieser Fabrikation gebraucht werden und jetzt so knapp zu werden beginnen, daß bereits ganz unmäßige Preise dafür bezahlt werden. Das eine ist der Kampfer, das andere die Taulbaumrinde.

Kampf mit Verbrechern. Der Gendarm Dietz hatte den Auftrag, zwei Zuchthausgefangene von Aschaffenburg nach Frankfurt a. M. zu transportieren. Die beiden Zuchthäus­ler waren mit den Händen aneinander geschlossen, so daß jeder eine Hand frei hatte. Während der Fahrt überfielen sie ihren Transporteur, richteten ihn übel zu und sprangen aus dem Zuge. Indessen gelang es dem Gendarm, die Not­bremse zu ziehen. Die sofort aufgenommene Verfolgung führte dazu, daß die Verbrecher wieder eingefangen wurden.

* Das Messer. Ein Wirtshausstreit machte den Mün­chener Möbelpacker Greiner zum Totschläger. Er war mit einem Schaffner in Streit geraten. Dem letteren kam ein Freund zu Hilfe und in der Not stieß Greiner dem Schaff­ner das landesübliche feststehende Messer in die Brust, so daß dieser nach kurzer Zeit seiner schweren Verwundung erlag.

+ Ein hartnäckiger Selbstmörder. Einen schrecklichen Selbstmord verübte der 74jährige Dekonom Kaffenberger zu Neuenkirchen( Odenwald). Mit einem Messer versetzte sich der lebensmüde Greis mehrere wuchtige Stiche in den Hals. Als die erhoffte Wirkung ausblieb, wurde die Magen­gegend mit dem Messer bearbeitet, und als auch dieses Mittel versagte, eilte der hartnäckige Selbstmordkandidat nach einem etwa 300 Meter entfernten Wassertümpel. The es jemand zu hindern vermochte, stürzte er sich kopfüber hin­ein und fand darin endlich den ersehnten Tod. Der Greis hatte in letzter Zeit Spuren geistiger Umnachtung gezeigt.

Die Kampfernot beruht einmal auf der Monopolisation der Gewinnung seitens der japanischen Regierung, die sich damit eine fortlaufende Einnahme verschaffen und Japan zum einzigen Erzeugungs- und Exportland für Kampfer machen wollte. In Japan gibt es also ein Kampfermonopol wie in Rußland ein Schnapsmonopol. Nach sehr strengen Verordnungen müssen die Produzenten des Rohkampfers genaue Listen führen, nach denen ihnen das Erzeugnis von der Regierung zur Verarbeitung und zum Vertrieb abgenom­men wird. Ein Erlaß des Mikado hat den Verkaufspreis von gereinigtem Kampfer auf einen bestimmten Preis fest­gesetzt, der nötigenfalls selbstverständlich noch weiter erhöht werden kann. Der japanische Staat hat sich dadurch reich­liche Einnahmen gesichert und sich außerdem zum Herrn des Kampfermarktes gemacht. Nun hat die Fabrikation der Sprengstoffe, die selbstverständlich infolge des Krieges be= deutend zugenommen hat, ungeheuere Mengen von Kampfer verbraucht. Der Kampfer spielt bei der Herstellung der Pikrinsäure, die für die moderne Munition eine fast unent­behrliche chemische Verbindung geworden ist, eine Haupt­rolle, seit Turpin die Entdeckung gemacht hat, daß die Säure beim Zusatz einer gewissen Menge von Kampfer schon bei einer mäßigen Wärme schmilzt, ohne daß dabei eine Gefahr für die Handhabung eintritt. Auf diese Entdeckung hat sich erst die Melinitfabrikation begründet. Das Melinit ist nur geschmolzene Pikrinsäure, die in Platten vor mäßiger Dicke gewonnen und dann durch ein besonderes Werkzeug in sehr kleine Würfel zerschnitten wird. Aus den beiden genannten Gründen nun, wegen der Monopolisierung des Kampfers in Japan und des verstärkten Verbrauchs während der letzten Jahre, ist der Kampfer so knapp geworden, daß er über­haupt keinen Handelskurs mehr hat.

Jener andere Stoff, die Faulbaumrinde, die zur Fabri­kation des rauchlosen Pulvers benutzt wird, hat gleichfalls

Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich bei Sta tion Schweich( Rheinprovinz). Ein Personenzug lief auf einen Güterzug auf. Dabei erhielten drei Eisenbahnbeamte so schwere Verlegungen, daß sie nach furzer Zeit starben. Vier Reisende wurden leichter verletzt.

Tages- Chronik. Zu dem am 16. Mai beginnenden Rennen der Segel- Jachten um den vom Kaiser Wilhelm ge­stifteten Bokal auf der Strecke Sandy Hok bis Cap Lizord haben schon 11 Jachten gemeldet, nämlich acht amerikanische, zwei enalische und nur eine deutsche.

Tages- Chronik. In Maros- Vasarhely in Ungarn stürzte ein Hotel ein, wobei zwei Reisende ums Leben kamen.

Der Kommerzienrat Windesheim aus Erfurt hat in seinem Testament 900 000 Mark für philantropische und gemeinnüßige Zwecke hinterlassen.

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Der Tagelöhner Retz in Aachen, der auf die Anschul digung seiner Frau wegen Ermordung einer Arbeiterin ver haftet war, mußte wegen Mangels jeglicher Belastungs gründe freigelassen werden.

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=[ Ein deutscher Tolstoi.] Seit einiger Zeit ist der in Berlin studierende Freiherr Hans von Wolzogen verschwun­den, und alle Nachforschungen sind vergeblich geblieben. Wi bekannt wird, ist der junge Herr ein großer Verehrer Tol.­stois und hat schon früher einmal das Gut seines Vaters verlassen und sich unter die Bauern begeben, um, gleich Tolstoi, als solcher zu leben. Es scheint nicht ausgeschlossen daß er auch jetzt wieder in die Mark hinausgezogen ist und dort versucht, seinen Lieblingsideen Verwirklichung zu ver schaffen. Die Berliner Polizei nimmt Mitteilungen zur Weiterbeförderung an die in großer Sorge befindliche Fa milie entgegen.

=[ Ihm schadet es nicht mehr...] Als ein Pariser Journalist vor einigen Tagen den Sohn Jules Verne fragte, ob man dem verstorbenen Romancier nun ein Denkmal setzen würde, gestand fein lächelnd der Sohn: Jetzt, wo er ge storben ist, gewiß; er sieht's ja nicht und kann sich nicht mehr darüber ärgern."

=[ Der Jäger als Wild.] Ein Offizier der deutschen Truppen in Südwestafrika wäre fast das Opfer seiner Jagd­leidenschaft geworden. Er verfolgte einen Leoparden, der sich in die Klippen des Gebirges geflüchtet hatte. Plötzlich fiel ein Schuß, und der Offizier fühlte, wie ihm die Stein­splitter um die Hände flogen. Ein zweiter Schuß riß ihm den Hut vom Kopfe. Da sah auch der Offizier drei Kaffern auf ihn zulaufen, die auf den Leopardenjäger Jagd machten. Mit Geistesgegenwart warf er sich schnell hinter den nächsten Busch. Zweimal schoß er in der Aufregung vorbei. Der dritte Schuß traf einen der Gegner in die Brust, daß er sich wie ein Hase im Feuer überschlug. Auch der vierte Schuß war ein Treffer, einer der Verfolger schrie auf und war plößlich mit dem dritten Kaffer verschwunden. Vorsichtig trat der Offizier den Rückweg ins Lager an.

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